Glückauf – Das Ende des Steinkohlebergbaus

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten und nur noch wenige Monate bis zum Ende des Steinkohlebergbaus Ende 2018. Natürlich bleibt die Zeit nicht stehen, wenn ich z.B. sehe was in unserem Büroumfeld alles digitalisiert wird, aber das Ende des Steinkohlebergbaus ist doch ein gehöriger Einschnitt für das Ruhrgebiet. Unter dem Namen „Glueckauf-Zukunft.de“ gibt es schon etwas länger eine Webseite der RAG-Stiftung, die auf Termine und Veranstaltungen im kommenden Jahr hinweist. Weiterlesen →

In Bochums Unterwelt

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Es kam mir vor, als wäre ich erst vorgestern das letzte Mal da gewesen, dabei ist es schon wieder Monate, was sage ich Jahre her. Drei um genau zu sein, denn am letzen Wochenende war ich mal wieder im Bergbaumuseum in Bochum. Mein Weg führte mich über die A40 und ich gestehe, ich fahre gerne über die A40. Wie jetzt, über die stauträchtigste Autobahn im Revier? Ja, aber tunlichst am Sonntag, denn dann ist es dort i.d.R. so, daß man sich dem Verkehrsfluß anpassen kann und zwischen 60 und 100 km/h von einer Baustelle zur nächsten „mitschwimmen“ kann. Ich hab’s dann auch nicht eilig und kann gemütlich zusehen, wie ich bei Tempo 80 mit gefühlt 130 überholt werde, um am nächsten Blitzer wieder die hektischen Bremslichter zu beobachten.
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Das Bergbaumuseum hatte zur Grubenlampenbörse „Glanzlichter“ geladen, einer Art Trödel- und Antikmarkt für Grubenlampen und was sonst so entfernt mit dem Bergbau zu tun hat. Nein ich wollte nichts kaufen, ich hätte eh nicht die nötigen Scheinchen dabei gehabt. Als Grubenlampendummy hätte ich nicht mal sagen können, ob Original oder Nachbau. Aber gucken kostet ja nchts. Nach kurzer Stippvisite hatte ich daher auch genug „Glanzlichter“ gesehen und habe mich stattdessen mal wieder zu einer Grubenfahrt entschlossen.

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Eine Grubenfahrt in einen Stollen dauert i.d.R. mehrere Minuten und geht im nördlichen Ruhrgebiet bis zu 1000 Meter tief. Hier erreicht der Aufzug das Ziel schon nach ca. 15 bis 20 Sekunden. Ob der Aufzug so schnell ist 🙂 ? Nein, der Stollen liegt wesentlich niedriger. Ihr müßt nicht in die Kaue und nach dem Besuch erst recht nicht unter die Dusche, aber ihr bekommt Kohle zu sehen (wenn auch künstlich eingebrachte). Der Besucherstollen liegt nämlich nur 13 Meter tief und wurde als Anschauungsbergwerk angelegt.

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Was ich vergessen hatte war, daß geführte Touren durch das Anschauungsbergwerk nur Dienstag bis Freitagmittag angeboten werden. Freitagnachmittag und am Wochenende können Besucher die Grube mit Tonbandansagen selbst erkunden. Wir fahren also mit dem Aufzug in den Bergwerkskeller, steigen aus und plötzlich beginnt eine Stimme aus dem Off. Wo habe ich das mit der Tonband aus dem Off schon mal gehört …? Ich höre mir einen Teil der Ansage an und begebe mich dann selbst auf Tour. 13 Meter unter der Erde geht es immer den „Rundgang“ Schildern nach. Mal steht da das Handwerkszeug des Bergmanns, mal eine große Maschine, mal wird der Stollenbau erläutert während das Grubenpferd wiehert und wieder eine Ecke weiter ist ein moderner Walzen-Schremmlader beim Kohle hobeln zu entdecken (Kohle nicht Käse). Wo frage ich mich weiterhin, habe ich so eine Stimme aus dem Off nur schon mal gehört …?

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Eigentlich hat das Selbsterkunden des Anschauungsbergwerks auch einen Vorteil, denn so hat man mehr Zeit ein paar Fotos von der Bochumer Unterwelt zu machen. Bei einer Führung ist man doch eher geneigt der Gruppe zu folgen. Hier und da heißt es für Großgewachsene Kopf einziehen. Und schnell noch ein Foto. Nach einiger Zeit, es ist schließlich ein Rundweg, kommt man wieder am Aufzug an. Im Anschluß geht’s dann nach oben auf den Förderturm. Der stammt eigentlich aus Dortmund steht aber jetzt mitten in Bochum. Nicht gerade das beste Wetter, um ganz oben zu stehen, der Wind pfeift und die Sonne, wo war die noch gleich …? So bleibe ich nur für etwa 10-15 Minuten da oben, daddel wie immer schnell noch ein Instagrambild in den Mobilfunkhimmel und überlege immer noch, woher ich die Stimme aus dem Off kenne. Da plötzlich fällt es mir wieder ein. „Hallo … hier spricht Edgar Wallace“ 😉 . Mir läufts kalt den Rücken runter. Wegen Edgar Wallace? Nein, auf Grund des Winterwetters 😀 .

Ich stolpere noch durch ein zwei Ausstellungsräume,wechsel ein paar Worte mit C3PO und trete wieder den Rückzug an. Wenn ihr da seid, nehmt euch Zeit, denn das Museum ist neben dem Anschauungsbergwerk so umfangreich, daß man schon selektieren muß. Von den Anfängen des Kohleabbaus (zwölfzehnhundertplötzlich) bis zur Umwandlung der Kohle und anderen Bodenschätzen in Energie unserer heutigen Zeit ist alles vertreten. Bilder … genau bei Flickr und Google+.

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Bochum, Bergbau und Bahnen

Ein weiterer Ruhrgebietstrip der abgelaufenen Woche ging nach Bochum. Dieses mal waren zwei Museen an der Reihe. Museum Nr. 1 war das Bergbaumuseum. Ganz ehrlich, ich hatte ein bischen was anderes erwartet, aber das Bergbaumuseum ist eben nicht nur für die Steinkohle da, sondern auch für alle anderen Arten von Bergbau und das auch außerhalb des Ruhrgebiets. Demenstrechend sieht man im Bergbaumuseum z.B. wie mühsam es war um 1600 Erz abzubauen. Mühsame Handarbeit und weit entfernt von Industriezeitalter. Außerdem Bergbautradition, Mineralien und vieles mehr.

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Aber auch Modelle eines Doppelbockfördergerüstes, eines Malakowturms und moderne Fördermaschinen sind Bestandteil des Museums. Wenn genügend Besucher im Haus sind geht es in das Anschauungsbergwerk ca. 12-15 Meter unter die Erde (Achtung dort wird es kühl). Unter Leitung eines Mitarbeiters des Museums geht es durch Stollen und Flöze und man bekommt einen Eindruck wie es beim Abbau von Kohle vor sich geht. Natürlich kann es nur einen kleinen Eindruck geben und nach ca. 45 Minuten geht es mit dem Aufzug zurück ins Museum oder auf Wunsch nach oben aufs Fördergerüst. Bochumer werden mir verzeihen, wenn ich beim Rundumblick vielleicht das wichtige Foto nicht gemacht habe 😀 .

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Danach ging es ans südwestliche Ende von Bochum (fast schon an der Stadtgrenze zu Essen) ins Eisenbahnmuseum nach Bochum Dahlhausen. Freunde von Dampfloks können sich hier im alten Bahnbetriebswer​k ausgiebig umschauen. Außerhalb der Bahnbetriebsfeste stehen die meisten Loks in der/den Halle(n), dafür ist mehr Platz für ungestörte Fotos 😉 . Aber Achtung, machmal gellt ein Pfiff über das Gelände, dann wird vielleicht gerade rangiert. Kleine und große Lokführer haben bei einer der größten Dampfloks die Möglichkeit auch mal im Führerstand zu stehen.

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Nicht qualmen! Lautet ein Schild vor der Türe. In dem Fall waren vermutlich früher die Dampfloks und ausnahmsweise mal nicht die Fahrgäste gemeint. In einer anderen Wagenhalle stehen ältere Wagons denen man die strenge Trennung von Rauchern, Nichtrauchern und Frauen(!) entnehmen kann 😉 . Last but not least findet man an einer Wand noch einmal eine Auswahl von Schildern, die früher die Fahrziele an jedem Wagon angezeigt haben. Das waren noch (Bahn-)Zeiten.