Museumstag im Eisenbahnmuseum

Zwei Jahre war ich nicht mehr im Eisenbahnmuseum in Bochum, also warum nicht 2018 dem Museumstag mal wieder einen Besuch abstatten. So habe ich mich vorletztes Wochenende von Krefeld nach Bochum auf gemacht. Der Himmel ist gegen 10.00 Uhr noch bedeckt und von langen Schlangen an der Kasse ist auch nichts zu sehen. Vielleicht liegt es daran, daß bei meinem Eintreffen bereits geöffnet ist. Ein Tag voll mit Kohle, Dampf und Qualm liegt vor mir. Weiterlesen →

Huuu huuuuuuu – ein Tag im Eisenbahnmuseum Bochum

IMG_5620

Wie beschreibt man eigentlich das Geräusch einer Dampflok? Vielleicht sowas wie „Huuu huuuuuuu”? Klingt mehr wie eine Eule, oder? Na egal, jedenfalls war Mitte April mal wieder Dampfloktreffen oder besser Eisenbahnfest im Eisenbahnmuseum in Bochum. Eine Lokparade der Extraklasse, wenn man sich denn genau auskennt, ansonsten Germanys Next Toploks und ein paar niederländische waren dieses Mal auch zu Gast. Und was macht man nun da? Man kommt erstmal rein und läuft dann so ein bisschen unschlüssig rum. Links geht’s zu den Führerstandsmitfahrten, in der Halle ist eine Art Verkaufsmarkt und der Waffelstand, draußen der Grill und geradeaus ist der Ringlokschuppen mit zugehöriger Drehscheibe vor der dann die Dampfloks in Reih und Glied stehen.

IMG_5415

Apropo Glied (muahaha Mörder Überleitung), die männlichen Besucher sind stark in der Überzahl, aber auch einige Frauen lassen sich gerne vom Rauch der großen weiten Welt umwehen. Während sich die einen mit Kamera und Stativ bereits rund um die Drehscheibe platziert haben latscht ein anderer glattweg mitten auf die Drehscheibe und damit den anderen ins Bild. Erste Tumulte, kaum daß das Museum 10 Minuten geöffnet hat. Daß die Drehscheibe vor dem Ringlokschuppen noch bestens in Schuss ist, merkt man später, wenn eine nach der anderen Lok auf die Scheibe gezogen und dann um ihre eigene Achse gedreht wird. Ein bisschen quietschen, ein bisschen klappern, unterziehen sich Germanys Next Toploks einem Kameragewitter. Unterdessen kommt ein ganzer Zug (Dampflok mit Waggons) an den nahegelegenen Bahnsteig gefahren und bringt weitere Besucher, die in Bochum Dahlhausen zugestiegen sind und standesgemäß das Museum mit einem Zug erreichen.

IMG_5380

Es riecht nach verbrannter Kohle, dem Antriebsmittel einer Dampflok oder besser des Dampfkessels einer Dampflok. Angetrieben wird sie ja genaugenommen von Wasserdampf, der mittels Wasser und eben der Kohle und einem Feuer erzeugt wird. Ich begebe mich auch in Richtung Bahnsteig um mir die gerade angekommene und in Betrieb befindliche Dampflok näher zu betrachten. Schon ein stolzes Ungetüm und für einen Moment suche ich das Raumschiff am Himmel, als sich die Sonne verdunkelt. War aber kein Raumschiff, sondern nur der Lokführer der den Hilfsbläser angestellt hat. In dem Augenblick quillt dicker schwarzer Rauch aus dem Schornstein und verdunkelt für einen Moment die Sonne. Hilfs… was? Wartet ich habe mir die folgende Erklärung gerade aus dem Netz gemopst.

Bei Stillstand – z.B. im Bahnhof – rührt der schwarze Qualm daher, dass der Hilfsbläser (befindet sich in der Rauchkammer) der Lok angestellt wird (zur Erhaltung des Unterdrucks in der Feuerbüchse) und kein Abdampf zu/abgeführt wird (weil Regler und Schieberkasten geschlossen).

IMG_5569

So! Jetzt habe ich euch aber schlau gemacht, und sagt mir nicht beim Michael im Blog kann man nichts lernen 🙂 . Unterdessen zischt nebenan zum hundertsten Mal die einzelne Lok mit Tender und Gästen im Führerstand vorbei. „Na“, fragt der Vater seinen Sohn, „willst du auch mal mit der Dampflok fahren“? und meint damit er wäre wohl selber gern derjenige, der mal im Führerstand stehen möchte. Für eine kurze Strecke (ca. 500 Meter) kann man, wenn man sich in die Warteschlange einreiht, selbst mal im Führerstand mitfahren (nicht im Eintrittspreis enthalten). Ich weiß nicht was der Sohn geantwortet hat, finde aber es wird langsam Zeit, daß ich auch mal was verbrenne und gönne mir eine Bratwurst mit Brötchen. Die Dame vor mir gibt eine Bestellung auf, als wolle sie einen ganzen Reisebus verköstigen. 3 Bratwürste, 2 Putensteaks im Brötchen, zweimal Kartoffelsalat … unterdesen habe ich mich mit meinem Bratwürstchen vorbeigedrängelt und darf passend 2,20 € zahlen.

IMG_5485

Wenn ihr euch immer schon mal gefragt habt, wie kommt das Wasser eigentlich in die Lok, dann konnte man auch das sehen, nämlich mit dem, THW 🙂 . Da die Wassertankstelle (so ein großes schwenkbares Rohr) defekt war, mußte das THW das Wasser aus der ca. 200 Meter entfernten Ruhr ansaugen und über Schläuche und große Zwischentanks in die Lok einfüllen. Na ja gesehen hat man außer dicken Schläuchen eigentlich nichts, was demnach nur so mäßig spannend war, aber die Leute standen drumherum und fanden nichts sehen eben interessant. Warum müssen Loks eigentlich immer schwarz sein? Das ist fototechnisch etwas suboptimal, denn die Umgebung erscheint dabei, trotz blauen Himmels, immer ein bisschen hell. Ich probiere diverse Einstellungen und halte trotzdem drauf, was die Kamera hergibt. Falls ihr auch mal ins Eisenbahnmuseum wollt (mit der RuhrTopCard wäre der Eintritt sogar frei, allerdings nicht an Eisenbahnfesttagen, da kostet der Eintritt 9,50 €), achtet auf die Öffnungszeiten (Mo. + Sa. geschlossen) und schaut mal in den Veranstaltungskalender (Bilder: Flickr / Google+).

Es qualmt im Eisenbahnmuseum

IMG_8295

Am vergangenen Wochenende qualmte, rauchte und zischte es mal wieder in Bochum Dahlhausen. Obwohl die Uhr zur Sommerzeit gerade erst vorgestellt wurde, wurde die Zeit am Samstag und Sonntag mal wieder 100 Jahre zurückgedreht. Reisen mit der Bahn war zur damaligen Zeit noch beschwerlich und auch ein bisschen schmutzig, dafür aber vielleicht auch pünktlich 🙂 .

IMG_8262

Daß Museum nicht immer drinnen stattfinden muß, konnte der Besucher mal wieder im Bochumer Eisenbahnmuseum feststellen. Das Museum befindet sich auf dem Gelände eines alten Bahnbetriebswerks, das umliegend aber noch an öffentliche Gleise angeschlossen ist. So pendelten während des Museumtages wieder einmal Schienenbusse sowie diesel- wie dampfbetriebene Züge, rund um Bochum.

IMG_8171

Im Laufe der Jahre ist das Eisenbahnmuseum in dem alten Bahnbetriebswerk zum größten privaten Eisenbahnmuseum in Deutschland gewachsen. Wer mal in die Geschichte des Eisenbahnmuseums guckt wird lesen, daß die Anlage in den Jahren 1916-18 errichtet wurde und bis 1925 an dieser Stelle Lokomotiven der zahlreichen benachbarten Bahnbetriebswerke untersucht und repariert wurden.

IMG_8220

Ab 1925 erhielt das Betriebswerk Dahlhausen/Ruhr eigene Lokomotiven und eigenes Fahrpersonal zugeteilt und war auch nach dem 2. Weltkrieg noch im Einsatz. Erst am 1. August 1969 wurde das Betriebswerk als selbständige Dienststelle geschlossen und ein Teil der Anlagen zurückgebaut. Heute gehört das Eisenbahnmuseum Bochum zu den 25 Ankerpunkten der überregional bekannten „Route der Industriekultur“.

IMG_8371

Wer sich für das Thema Eisenbahn interessiert oder mal Dampfloks in Aktion sehen möchte, der kann von Frühjahr bis Herbst (Dienstag bis Freitag sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr) das Eisenbahnmuseum besuchen. Wer nicht nur gucken sondern auch etwas erleben will kommt zu Veranstaltungen wie z.B. den Lokführerstandsmitfahrten, den Kindertagen und erst Recht zu den Museumstagen wie am letzten Wochenende und wieder im September. Nicht zu vergessen die Extraschicht, zu der i.d.R. auch geöffnet ist. Noch mehr Bilder? Dann klickt hier auf Google+ oder Flickr.

Museumstage im Eisenbahnmuseum

IMG_4606

Eingentlich ist da ein idyllisches Fleckchen Erde zwischen Essen und Bochum, die Straße stürzt in Serpentinen steil ab ins Tal und in der letzten Kurve wird er plötzlich sichtbar, der Parkplatz am Museum. Zweimal im Jahr ist es soweit, dann pilgern plötzlich Scharen aus dem ganzen Ruhrpott und weit darüber hinaus in eben dieses kleine Museum. Eisenbahn Nerds genauso wie Familien mit Kindern, ältere Damen und vor allem ältere Herren. Die Kamera im Anschlag und bloß nicht falsch stehen. „Ey“! „Hallooo“! „Weitergehen bitte“! wird man unsanft aus dem Schlaf geweckt, wenn man (un-)absichtlich durchs Bild läuft.

IMG_4624

Zweimal im Jahr läd das Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen zu je zwei Tagen Eisenbahnfest und auf dem sonst so beschaulichen Gelände rauscht und zischt es an allen Ecken. Zunächst pfiff der Wind an diesem Samstagmorgen plötzlich wieder aus Osten. Fast hätte man einen Schal vertragen können, aber ich hatte alles dabei, Getränke, Pflaster, Taschentücher, Seifenblasen, Hello Kitty Taschentücher (WTH … wie kommen die in meine Tasche), aber keinen Schal. Schließlich war ja Frühling. War … genau war. Also den Reißverschluß hoch und ab ins Getümmel.

IMG_4655

Wer hier herkommt hat die Arme im Dauerwinkel von 90 Grad zum Körper, denn es gibt immer was zu fotografieren. Alle paar Minuten rauscht die Dampflok (Mitfahrgelegenheit) mit lautem Qualmen und Zischen vorüber, der Rundfahrtzug ebenfalls mit einer Dampflok steht bereit am Bahnsteig 1 (oder war’s Bahnsteig 2, na egal, der Bahnsteig ist ja eh nur 100 Meter lang). Ein greller Pfiff, der Zug setzt sich in Bewegung, mittels Dampf geht es einmal rund um Bochum. Während die Schlange am Bratwurststand lang und länger wird, rangiert man auf der Drehscheibe am Ringlokschuppen eine weitere Dampflok auf die Drehscheibe und präsentiert das gute Stück wie ein Top Modell. Lächeln …, nicht so steif … und noch eine Runde auf der Drehscheibe.

IMG_4850

Lok Nr. 1 ist sogar ganz eigen, die läßt sich nicht einfach verkuppeln. Pfffffft … könnte ja jeder kommen. Sie muß mit 6-8 Mann und Muskelkraft auf die Drehscheibe geschoben werden. Hauruck …. Im Eisenbahnmuseum war ich (dank RuhrTopCard) schon häufiger, aber beim Eisenbahnfest in Bochum (Eintritt übrigens 9,- € für Erw.), war ich erst zum Zweiten Mal. Während im letzten Jahr die Elektroloks im Mittelpunkt standen, waren es dieses Jahr die Dampflokomotiven. Erneut ein greller Pfiff, über den Baumwipfeln erscheint Dampf, die Rundfahrt kommt zurück. Kurz danach trifft der Schienenbus aus Hagen ein und die Dampflok für Füherstandsmitfahren fährt wieder fauchend an mir vorbei. Ich sehe mir unterdessen eine in Betrieb befindliche Dampflok aus der Nähe an. Dampfwolken zischen und nebeln den Bahnsteig ein.

IMG_4752

Das Eisenbahnfest startet übrigens immer zwei Tage, jeweils Mitte April und Mitte September. Meine reichlich gemachten und für das Internet ausgesuchten Favoriten in Sachen Foto findet ihr auf Flickr und Google+..

Eisenbahnmuseum Bochum Dahlhausen

1

Vielleicht habt ihr ja schon meine Bewegtbilder in der 10. Folge von Reingespült ergänzend bekommt ihr unter Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+) noch ein paar Bilder. Ach ja wovon eigentlich? Vom Eisenbahntag im Eisenbahnmuseum in Bochum Dahlhausen. Das Eisenbahnmuseum besteht immerhin seit 35 Jahren und präsentiert dem Eisenbahnfreund alles was das Eisenbahnerherz begehrt. Zweimal im Jahr gibt es an einem Wochenende den sogenannten Eisenbahntag. Dann kommt alles auf die Schiene was Räder hat.

2

Eisenbahntag (einmal im April und einmal im September) bedeutet zwei Tage Volldampf-Betrieb, Fahrzeugvorführungen, Sonderfahrten u.v.m. Dieses Jahr waren Elektroloks das Highlight vor dem 14-ständigen Lokomotivschuppen, dazu eine Lokparade mit Dampfloks aller Größen, Rundfahrten mit historischen Loks und Wagen rund um Bochum und (gegen Unkostenbeitrag von 5,- Euro) natürlich Führerstandsmitfahrten in einer echten Dampflok. Alle paar Minuten rollen Loks auf die 20-Meter-Drehscheibe, die noch in vollem Betrieb ist. Schaut mal auf die Homepage des Museum für weitere Sonderveranstaltungstermine.

Vom Innenhafen in die Ruhrauen

Habe ich euch eigentlich schon mal Bilder aus dem Duisburger Innenhafen gezeigt? In meinen Fotoalben ja, aber einen Blogbeitrag? Der Hafen hat eine lange Geschichte, aber erst in den 90’er Jahren des letzten Jahrhunderts wandelte sich der Hafen im Rahmen des Strukturwandels. Heute erlebt man dort Arbeit und Wohnen aber auch Kultur und Freizeit und das direkt am Wasser.

1

Da es nur wenige hundert Meter bis zur Ruhr sind, habe ich mir mitten im Innenhafen (Yitzhak-Rabin-Platz) ein Fahrrad ausgeliehen und eine kleine Tour entlang der Ruhr unternommen. Leider ist der Weg unmittelbar entlang der Ruhr ziemlich uneben, mehr ein Spazierweg für Hundehalter als ein Fahrradweg, dafür bekommt man einen Einblick in den alten Ruhrarm, der hier in den Ruhrkanal mündet. Ein paar Kanuten kommen vorbei und auch die Drachenboote testen hier ihr Können. Etwa 3 Kilometer vom Innenhafen entfernt kommt in den Ruhrauen die Brückenlandschaft Ruhraue.

2

Über die Ruhrauen habe ich letztes Jahr hier mal kurz berichtet. Neben Füßgängerbrücken, der A40 und der A3, kreuzen binnen weniger 100 Meter noch eine Güterstrecke und weitere 7 Bahnbrücken die Ruhr. Es wird richtig laut, wenn der ICE knapp über den eigenen Kopf hinwegrattert während gleichzeitig unten auf der Ruhr die Trommeln zu hören sind. Die Drachenboote trainieren nach wie vor für den nächsten Einsatz.

3

Auf dem Rückweg noch einen Abstecher ans andere Rheinufer mit Blick auf die Rheinorange bei Kilometer 780. Dieses Mal erfolgt der Blick auf die Ruhrmündung aus Richtung Duisburg Homberg. Auch über die Ruhrmündung (Rheinorange) habe ich bereits im letzten Jahr hier mal kurz berichtet. Wer dem Ruhrdeich statt in Richtung Ruhrauen in die andere Richtung folgt, kann die Rheinorange ebenfalls in rd. 3 Kilometern vom Innenhafen aus per Fahrrad erreichen.

Fotos im „Ruhr 2011“ Album … Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Brücken am Gasometer

Da es letzte Woche wunderbar sonnig war, bin ich im Anschluß an meinen Gasometerbesuch noch die wenigen Meter zum Rhein-Herne-Kanal gelaufen. Der Rhein-Herne-Kanal ist reich an Brücken und wie man von oben bereits sehen konnte, gehen gleich hinter dem Gasometer mehrere Brücken über den Rhein-Herne-Kanal, über die Emscher und gleich noch über die A42. Das wollte ich mir mal näher ansehen. Zunächst wäre da die eigene Trasse des ÖPNV. Hier fahren Busse und Straßenbahnen vom Oberhausener Norden in den Süden und umgekehrt und bedienen damit unmittelbar das Centro im Minutentakt.

1

Daneben eine Fußgängerbrücke (natürlich auch für Radfahrer) und diagonal über beide Brücken hinweg eine Eisenbahnbrücke (ich nehme an für den Güterverkehr). Ganz unten bewegt sich selbstverständlich noch der Schiffsverkehr. Kein Vergleich mit der Brückenlandschaft in den Ruhrauen zw. Mülheim und Duisburg, aber es sind ein paar ausgefallene Bilder entstanden. Wer übrigens am Nordende auf die andere Seite der ÖPNV Trasse möchte, findet am Ende der Fußgängerbrücke noch eine Art Steg, der alle Brücken unterquert. Gleich neben der idyllisch gelegenen Skaterbahn, welche unweit der Emscher und nur etwa 50 Meter von der A42 entfernt liegt. Hier wird sich keiner so schnell über Skaterlärm beschweren 😀 .

2

Die Fotos im „Ruhr 2011“ Album werden langsam mehr … Flickr, Sevenload, Picasaweb (ans Ende scrollen).