Entlang der Ruhr zw. Essen und Bochum

An einem Fluß entlang zu laufen kann ziemlich entspannend sein, außer man ist als einer der wenigen Fußgänger unter lauter Fahrradfahrern unterwegs 🙂 . Einer meiner Wandkalender zeigt seit Jahresbeginn Motive aus dem Ruhrgebiet nur das Titelbild die Horster Mühle war mir bisher unbekannt. Daher habe ich mich am Samstag auf den Leinpfad zwischen Essen und Bochum begeben. An dem Teil der Ruhr war ich bereits vor zwei Jahren schon mal, seinerzeit aber auf der Suche nach dem bunten Strommast. So habe ich wieder in der Mönckhoffstraße in Essen (einer kleinen Sackgasse) geparkt und bin dann zu Fuß ins „Wichteltal“ (hübscher Name für eine Straße). Der Weg führt am Holteyer Hafen über ein kurzes, Kopfstein gepflastertes Wegstück, das an den alten Hafen (1837/1838 als einer der ersten echten Häfen an der Ruhr erbaut) erinnern soll. Weiterlesen →

#Urbanana

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Schon mal von #Urbanana gelesen? Unter dem Hashtag #Urbanana läuft seit Mitte Januar eine neue Kampagne der Tourismus NRW gemeinsam mit Partnern aus Köln, Düsseldorf und der Metropole Ruhr. #Urbanana will mit Kunst, Kreativität und Unbekanntem punkten sowie touristisches gegen Geheimtipps tauschen (solange es Geheimtipps sind). Wie der Name entstand? Verbindet mal das Ruhrgebiet auf einer Karte NRW’s in einer geschwungenen Linie mit Düsseldorf und Köln. Na? Genau Banane 😉 . Nun heißt es, einer Metropole wie z.B. Berlin das Wasser zu reichen, denn Wasser, um mal beim Stichwort zu bleiben, haben wir in NRW schließlich auch. Weiterlesen →

Camera Obscura

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Es gibt diese Momente, da kommt man an Stellen zurück, an denen man das letzte Mal vor über 25 Jahren war. Als ich noch in Oberhausen wohnte, war Mülheim/Ruhr nur einen Steinwurf entfernt, so daß ich Ende der 80’er Jahre dort z.B. die Kinos im Forum (wobei ich mir nicht sicher bin, ob das damals schon Forum hieß) aufgesucht habe. Es gab da vorm Bahnhof so einen kleinen unbebauten Platz, der gerne als kostenloser Park-/Stellplatz genutzt wurde. Es dürfte irgendwo am Nordausgang des Mülheimer Bahnhofs unweit der Eppinghofer Str. gewesen sein. Ich meine ihn im Vorbeifahren wiedererkannt zu haben. Bebaut schien er immer noch nicht, aber ich sah eine Baugrube. Weiterlesen →

Rheinorange

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Es ist schon ein paar Wochen her, damals als es noch etwas wärmer war ;-). Ich hatte mir mal wieder ein Rad der Firma Nextbike ausgeliehen, um mir die frisch renovierte/gestrichene Rheinorange anzusehen. Die Rheinorange? Ne Moment, das klingt jetzt wie ’ne Frucht aus dem Supermarkt. Rheinorange ist eine Skulptur, 25 Meter hoch, sieben Meter breit und einen Meter tief. Gewicht der Skulptur – 83 Tonnen. Rheinorange ist dabei ein Wortspiel, zum einen weil sie im Farbton RAL 2004, genannt Reinorange, angestrichen ist und zum anderen weil sie am Zusammenfluß von Ruhr und Rhein steht. Weiterlesen →

Kettwig – Auch das ist Ruhrgebiet

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Was macht man denn so, wenn man einen sonnigen Samstag vor sich hat? Man könnte in eine Großstadt fahren oder in eine Stadt mit dörflichem Charakter oder man fährt ans Wasser. Und wenn man alles zusammen will? Nein, das wären ja gleich drei Dinge auf einmal, das geht nun wirklich nicht. Doch, geht wohl 😉 . Und das sogar mitten im Ruhrgebiet. Die Reise geht nämlich nach Essen Kettwig. Essen ist eine Großstadt und war 2010 Kulturhauptstadt. Essen kann aber auch ganz klein und beschaulich. Und … (Trommelwirbel) Essen Kettwig liegt an der Ruhr. Weiterlesen →

Haus Scheppen am Baldeneysee

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Was hat einen Motor, wird gerne am Wochenende ausgeführt und fühlt sich am Wasser zu Hause? Wie Motorboot, wie seid ihr denn drauf? Gemeint ist ein Motorrad an Haus Scheppen 😉 ? Aber wartet, ich fange mal vorne an. Wenn ich das Wort „scheppen“ höre, denke ich als gebürtiger Ruhrgebietler umgangssprachlich ja erstmal an „schaufeln“, „schippen“ (z.B. Sand oder Kohle) oder „aufscheppen“ im Sinne von Teller füllen. Das Haus Scheppen hat damit natürlich nichts zu tun, denn hier geht es um einen ehemals adligen Lehnshof der Abtei Werden im Essener Stadtteil Fischlaken. Erster Lehnsherr war 1344 ein gewisser Gillburg von Scheppen. Heute ist hier nur noch eine Teilruine mit rechteckigem Grundriss, die von Wassergräben umgeben ist. Weiterlesen →

Von Hattingen zur Burg Blankenstein

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Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war ich das erste und ich glaube auch das einzige Mal in Hattingen und schon seit längerem wollte ich mal einen Abstecher zur Burg Blankenstein machen. Warum nicht beides in 2015 verbinden. Das LWL Museum Henrichshütte ist Teil der RuhrTopCard und damit noch ein Grund mehr nach 5 Jahren nochmal hinzugucken. Also ging’s vor ein paar Tagen nochmal zur Hütte. Früher wurde hier nach Rezept aus Erz, Koks und Kalk Roeisen gemacht, heute kann man in der Übergabestation (der Name ist Programm) sogar heiraten. Ausgerüstet mit dem Lageplan des Parks ging’s an die Erkundung des Geländes. In einem alten Gebäude fallen mir eine Reihe Schaltkästen auf. Einer trägt die Aufschrift „Koksbrecher“. Ob das ein besonders starker Mann war? Ich hoffe ich begegne ihm nicht 😉 . Während unten alte Waggons und anderes Handwerkszeug aus der damaligen Zeit lagert, befindet sich weiter oben der Eingang zu einem Luftschutzbunker in den ich aber nur reingelünkert habe. Ein Schild mahnt den Bunker nur behelmt und mit Führung zu betreten. Beides habe ich nicht.

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Weiter ging’s vorbei an Erzkabinett und Möllergraben (bitte aufzunehmen in die Liste aussterbender Worte) und in den Möllerbunkern befand sich (und befindet sich noch bis 21.6.2015) die Ausstellung „Front 14/18“ (Bilder aus dem ersten Weltkrieg im 3D Format). Die passende rot/grün Brille gab’s vorab am Eingang. Ehrlich gesagt, ich fand es in diesen Bunkern etwas unbehaglich, Wasser tropfte z.T. von der Decke, komische Geräusche kamen aus extra installierten Lautsprechern, hier und da liefen kleine Filme und die 3D Bilder taten ihr übriges. Dann lieber zum absoluten Mußteil des Besuchs, der Aufstieg auf den Hochofen.

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Der Hochofen hat zum Glück einen Aufzug. Einen Aufzug? Tja, der war und ist z.Zt. aber leider defekt. Pippelapup, früher gab’et auch keinen Aufzug auf’n Hochofen 🙂 . Also ist Treppensteigen angesagt. Darin bin ich ja dank Landschaftspark Duisburg bereits geübt. Nach Erklimmen der ersten Treppe suche ich zunächst den weiteren Weg bevor ich merke, daß ich mich nur um 180 Grad hätte drehen müssen. Ich komme mir ein bisschen vor wie im Kaufhaus, wo die weitere Rolltreppe links rum statt rechts rum weiterfährt. Tief durchatmen und weiter geht’s. Irgendwann bin ich endlich oben angekommen und genieße den Ausblick (siehe erstes Bild in diesem Beitrag). Aber die Zeit drängt, ich hatte ja noch mehr vor.

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Wieder unten angekommen mache ich mich auf den Weg eine Ecke weiter nach Blankenstein. Theoretisch könnte man mit dem Auto bis auf den Burghof der Burg Blankenstein fahren, aber als der Weg immer enger wird und eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit sich ankündigt, wende ich und stelle den Wagen doch liebe ein paar hundert Meter weiter weg ab. Ich hatte mit einem kleinen Anstieg gerechnet, wie man das bei einer Burg so erwartet, aber kaum gucke ich um die Ecke, stehe ich überraschend schon kurz vor dem Eingang. Auf dem Burghof geschäftiges Treiben für zukünftige Grillfeste. Hier wird geklopft, da wird geschraubt. Der Burgturm ist offen und kostet keinen Eintritt. Also schon wieder Klettern 😀 . Nach Erklimmen der ersten Treppe wird der Weg langsam enger, ich komme ins keuchen, kämpfe mich aber tapfer nach oben. Schließlich erreiche ich eine Türe und stehe oben auf dem Turm.

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Ein Fliegenschwarm schwirrt um mich herum, im ersten Moment sehe ich einen gefliesten Fußboden mit dem Charm einer Toilette der 70’er und erst drei weitere Stufen höher eröffnet sich mir der Blick auf das Ruhrtal. Hier wäre ich jetzt gerne mit einem Kaltgetränk ausgrüstet stehen geblieben. Gab et aber nicht. Gut, dann eben nicht, mache ich eben geschätzte 67 Fotos und ein paar Selfies. Hatte ich erwähnt, daß ich jetzt eine 32 GB SD Karte in der Kamera habe? Ich kann zukünftig 7.500 Bilder bei einem Ausflug machen 😉 , dieses Mal habe ich mich mit 235 (Rohmasse vor Aussortierung) begnügt und nach all den Treppenstufen gab’s auf dem Rückweg zum Auto noch ein leckeres Eis. Die Eisdiele ist gleich unten am Marktplatz, kaum zu verfehlen, bei schönem Wetter immer den Menschen nach. Und die Bilder? Ich sach nix 😉 … Flickr / Google+.