Urlaub im Ruhrgebiet (Reisebloggertreffen #RBRUHR)

Langes Wochenende und schönes Wetter, wie wäre es mal mit einem (Kurz-)Urlaub im Ruhrgebiet? Wie jetzt, mitten im Ruhrgebiet? Da, wo der Ruhri „auf Maloche“ oder „aufe Arbeit“ ist? Ja, genau da. Kurz nach Ostern erreichte mich die Einladung zum Reisebloggertreffen #RBRUHR und ich kann euch versichern, der letzte Samstag war für mich ein bisschen wie Urlaub. Mein Ziel war das Atlantic Congress Hotel an der Messe Essen. Warum gerade Essen? Weil Essen dieses Jahr die Grüne Hauptstadt Europas ist und das soll schon was heißen, denn an diese Auszeichnung sind einige Voraussetzungen geknüpft. So ist Essen mit einem Grün- und Freiflächenanteil von 53% die grünste Stadt in NRW und die drittgrünste Stadt Deutschlands. Diese und noch eine Reihe weiterer Informationen wurden uns an diesem Vormittag mit auf den Weg gegeben.

Zum Abschluß des Vormittags gab es noch einen Vortrag von Janett (teilzeitreisender.de) zum Thema Reisen und Bloggen. Sie war es auch, die zusammen mit Anja (travelontoast.de), den Tag und die nachfolgenden Touren organisiert hat. Unterstützt und gesponsert wurde das Bloggertreffen vom Atlantic Concress Hotel Essen, von Ruhr Tourismus und der Grünen Hauptstadt Europas – Essen. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön. Mein Urteil über diesen Samstag bleibt trotz dieser Tatsache wie immer meine eigene. Genug der Worte, der kleine Hunger machte sich bemerkbar und das wunderschöne Wetter, daß uns Petrus geliefert hatte, zog uns zum Mittagessen auf die Dachterrasse des Hotels. Ein toller Ausblick auf das grüne Essen, gegrilltes, Salate und dazu für mich Lavendel Limonade.

Danach wurde es langsam spannend, denn nun wurde die Gruppe aufgeteilt. Ein größerer Teil der rd. 30 Bloggerinnen und Blogger macht die Industriekultur Tour und bekam den Landschaftspark Nord in Duisburg zu sehen, die Halde Rheinelbe, den Westpark in Bochum und last but not least die Margaretenhöhe. Alles spannende Ziele, die sich auch lohnen selbst mal zu erkunden. Ihr findet zu den meisten Themen auch etwas in meinem Blog. Unsere Gruppe setzte sich in drei Elektroautos und machte die Grüne Hauptstadt Tour. Volunteers, die ihr vielleicht noch aus der Eröffnung der Grünen Hauptstadt oder dem Kulturhauptstadtjahr kennt, fuhren uns als erstes in einen Gemeinschaftsgarten im Siepental.

Der Siepengarten entstand 2013 als erster Gemeinschaftsarten durch die Initiativgruppe „Transition Town“. Das Grundstück dafür wurde der Initiative vom städtischen Grünflächenamt zur Verfügung gestellt, die Arbeit erfolgt durch Bewohner aus der Nachbarschaft. Derzeit gibt es 12 gemeinschaftliche Gartenprojekte in Essen. Im Garten wurde bei unserer Ankunft fleißig wie die Bienen gearbeitet und sogar die Bienen selbst konnten an einer Bienentränke beobachtet werden. Zweite Station war der Niederfeldsee, über den ich euch vor kurzem schon mal berichtet habe. Am Radschnellweg RS1 gelegen bietet er Erholung für die Bewohner umliegender Häuser und für uns die Gelegenheit eine Erfrischung zu uns zu nehmen.

Die „Radmosphäre“, die bisher einzige Gastronomie ihrer Art am Radschnellweg, bietet Kuchen, Getränke und bei dem heutigen Wetter komischerweise sehr beliebt Eis oder Eiskaffee (mit Vanillekugeln schwarz wie Kohle). Es war schon mächtig warm, weshalb wir uns auch ein eher schattiges Plätzchen gesucht haben. Im „Fernduell“ mit der Industriekulturgruppe hatte das Posten von Eisbildern bei Instagram und Twitter wohl die Wirkung, daß auch die andere Gruppe sich eine Abkühlung verschaffte 😀 . Da wir uns im Siepengarten etwas verquatscht hatten, mußten wir jedoch weiter zum nächsten Ziel, der ersten deutschen Gartenstadt, der Margaretenhöhe.

Die Siedlung Margarethenhöhe, benannt nach Ihrer Stifterin Margarete Krupp, führt bei den meisten zu Entzückungsausrufen, denn die traumhaft gelegene Gartenstadt erwarten die wenigsten mitten in der Großstadt. Wenn ihr mal länger dort verweilen wollt, es gibt sogar ein Hotel direkt am Marktplatz. Weiter ging die Fahrt, mit einem Zwischenstopp am Schuirweg und dem meines Erachtens schönsten Blick auf das grüne Essen, hinunter an den Baldeneysee, wo uns ein Förster erwartete. Er präsentierte uns ein kleines Stück des neu eröffneten Baldeney-Steigs, der einmal in einer Länge von ca. 24 km rund um den Baldeneysee führen soll und hier auf der alten Bahntrasse der Hespertalbahn entlang führt. Ein kleiner Bach, Brückenreste, Reste der Zeche Pörtingsiepen und Kohlenstaub aus den Tagen des Bergbaus begleiten uns bis zum Haus Scheppen.

Dort warteten wir auf unsere kleine Schiffstour über den Baldeneysee. Aus der Ferne näherte sich merkwürdiger Gesang. Der Partygesang kam näher und als das Schiff der weißen Flotte anlegte, sahen wir unser „Unterhaltungsprogramm“ für den Rückweg. Eine Junggesellinnen Abschiedsparty (oder irgend sowas) feierte am Heck des Schiffs … „Gulli gulli gulli gulli ramsamsam“ 😮 . Dafür nahmen wir frech ihre Sitzplätze auf Deck ein. Ätsch weggegangen, Platz vergangen 😀 . Abgesehen von der Partylaune an Heck, waren wir froh ein paar Minuten zu sitzen. So ein Urlaub kann doch ganz schön anstrengend sein. Am Regattaturm verließen alle das Schiff, um die letzte Station, das „Seaside Beach“ zu erreichen. Nach gut 10 Min. Fußweg lag 10.000 m² feinster Sandstrand und das Wasser des Baldeneysees vor uns.

Seit genau einer Woche war es wieder erlaubt in einem kleinen abgetrennten Bereich des Sees zu baden und auch wenn ich eher selten in Seen schwimmen gehe, der Tag brauchte einen Ausklang bei mittlerweile weit über 30 Grad. Während sich der größere Teil der Bloggerinnen und Blogger, auch aus der mittlerweile eingetroffenen Industriekultur Gruppe, mit einem kühlen Getränk in den Schatten flüchtete, schwang ich mir das Handtuch um die Hüften, zog die Badehose an und stürzte mich todesmutig in die kalten Fluten 😉 . Mein Bäuchlein machte in der Badehose nicht die beste Figur, aber mir war das in dem Moment völlig egal. Die Gelegenheit dürfte so schnell nicht wiederkommen. Während Maike auf meinen Rucksack achtete (danke Maike) mußte ich die Gelegenheit nutzen nach über 40 Jahren Badeverbot wieder im Baldeneysee baden zu dürfen.

Wenn ihr das auch mal probieren wollt, das Seaside Beach kostet 3,50 € Eintritt, die Badestelle ist dann inklusive. Ob die Bademöglichkeit geöffnet ist, entscheidet sich jeden Tag neu a.G. der gemessenen Wasserqualität im See. Den Tagesabschluß bildete dann noch ein Abendessen nach Wahl im Atlantic Concress Hotel Essen incl. leckerem Nachtisch. Am Cocktail durfte ich leider nur mal nippen, denn dank Alkohol wäre die Heimfahrt mit dem Auto gefährdet gewesen. Ihr seht, wir haben vieles nur angerissen, aber Urlaub im Ruhrgebiet ist keinesfalls so abwegig wie man denken könnte und ich würde den Tag, unter diesen oder ähnlichen Wetterbedingungen, gleich morgen wiederholen. Noch ein paar Bilder? Dann klickt auf Flickr oder GooglePhotos.

5 Kommentare

  1. Das war wirklich ein schöner Tag! Ich bin, obwohl ich ja selbst im Ruhrgebiet wohne, immer wieder überrascht, wie grün es an den richtigen Stellen doch ist. Da ich mich viel in der Stadt aufhalte, vergesse ich das tatsächlich manchmal ein wenig…
    Du hast den Tag schön beschrieben und ich hätte direkt Lust, noch mal loszuziehen. 🙂

    Antwort

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