Jahresrückblick 2018

Willkommen zum Jahresrückblick 2018. Ein ausflugsreiches und ereignisreiches Jahr neigt sich wieder dem Ende zu. Wie immer im November blicke ich zurück auf das abgelaufene Jahr, das wir auf Grund des langen und trockenen Sommers vermutlich noch lange in Erinnerung behalten werden. Ich starte mit einem Beitrag, der noch im Anschluß an den letzten Jahresrückblick 2017 stattgefunden hat, die Lichtinstallation im Landschaftspark Duisburg.

November/Dezember 2017
Lichtinstallation im Landschaftspark Duisburg

Jetzt aber ins Jahr 2018, das Jahr, in dem der Steinkohlebergbau zu Ende ging, auch ein Grund das Jahr in Erinnerung zu behalten. Insgesamt habe ich 61 Beiträge veröffentlicht. Was mich natürlich interessiert, welcher hat euch am besten gefallen?

Das Jahr startete kühl und naß, Schnee hatten wir keinen am Niederrhein, aber die Flüsse führten trotzdem Hochwasser. So habe ich im Januar die Rheinorange bei Rheinkilometer 780 besucht, konnte sie aber nur von weitem sehen. Außerdem habe ich Wind am Tetraeder in Bottrop gespürt und den TerraZoo besucht, denn der ist ja gut geschützt in einer Halle.

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Danke Kumpel – Glück auf Zukunft

Niemand weiß, ob die Legende des Jungen wirklich wahr ist, der südlich der Ruhr abends ein Feuer entzündete und morgens merkte, daß das Feuer immer noch glühte, denn so soll der Erzählung nach die Steinkohle entdeckt worden sein und einst der Kohleabbau begonnen haben. Zuerst in Gruben über Tage, später dann auch unter Tage. Mit Einführung der Dampfmaschine, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entstanden schließlich die ersten Tiefbauschächte und somit der Einstieg in über 200 Jahre Bergbaugeschichte im Ruhrgebiet, zeitweise mit 600.000 Bergleuten. Weiterlesen →

Bergwerk 360° VR – Glück auf

Glück auf! Wie wäre es, wenn man virtuell durch ein Bergwerk laufen könnte? Wie fühlt es sich an, in die Haut eines Bergmanns vor 100 Jahren zu schlüpfen und die Kohle aus dem Flöz zu schlagen? Wolltet ihr auch immer schon mal einfahren, hattet aber nie die Chance dazu? Dann könnte das neue Projekt des WDR etwas für euch sein. Weiterlesen →

Glück auf – Unterwegs mit der Dieselkatze

AV

Ihr erinnert euch vielleicht an die Extraschicht im Sommer diesen Jahres. Die RAG Deutsche Steinkohle AG hatte in dem Zusammenhang ein Gewinnspiel veranstaltet, an dessen Ende als Gewinn eine Grubenfahrt in ein echtes Bergwerk stand. Und was soll ich sagen, ich war einer der Gewinner. Die Unterlagen kamen im September und am Montag, ein Tag nach dem 3. Advent, war es soweit. Nachdem als erstes die Zeche Prosper Haniel in Bottrop Ziel sein sollte wurde Ende November die Grubenfahrt nach Marl verlegt. Das liegt natürlich nicht gleich bei mir um die Ecke, so daß erst einmal eine Anreise von rd. 80 km anstand, aber für diese einmalige Grubenfahrt in ein betriebsfähiges Bergwerk habe ich das gerne auf mich genommen. Das Gewinnspiel war auf der letzten Seite des Veranstaltungsheftes zur Extraschicht abgedruckt, aufmerksam geworden war ich aber bereits ein paar Tage vorher via Facebook (Danke Danny 😉 ). Also lag es nahe, daß ich Danny auch als Begleitperson zu dem Besuch eingeladen habe.

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Die Zeche Auguste Victoria in Marl ist neben Prosper Haniel eine der beiden verbliebenen Zechen, die von der RAG noch betrieben werden. Wenn ich ehrlich bin, war ich schon ein bisschen nervös in den Tagen vorher. Schließlich ging es hier nicht wie in Bochum in ein Besucherbergwerk 15 Meter unter der Erde, sondern in über 1080 Meter Tiefe auf Sohle 6. Wir starteten in einem gut geheizten Raum mit einem kleinen Überblick, über die RAG, über den Kohleabbau und über das was nach 2015, dem Ende von Auguste Victoria, kommt. Die Vorstellung endete mit einer kurzen Sicherheitseinweisung und dem Hinweis daß alles batteriebetriebene (Handy, Digitalkamera, Armbanduhr) aus Sicherheitsgründen über Tage bleiben muß, was ein Grund dafür ist, daß es im heutigen Blogbeitrag nur wenig Fotos gibt.

File0018_50%Als nächstes wurde die passende Bekleidung (vom Feinripp bis zur Jacke) ausgegeben, ich glaube bei der Hose hätte ich noch ordentlich zunehmen können 😉 , dazu Sicherheitsschuhe, Schienbeinschoner, Lampe, CO2 Filter für den Notfall, Helm und Schutzbrille. Leider habe ich vor lauter Begeisterung vergessen, Bilder von der Montur zu machen, aber das offizielle Gruppenfoto folgt in ein paar Tagen seht ihr am Anfang des Blogbeitrags. Ihr erinnert euch ja noch an das Bild, daß ich im Juni auf der Zeche Zollverein gemacht habe. Dann ging es im Förderkorb mit ca. 12 Metern/Sek. (rd. 40 km/h) auf Sohle 6 in rd. 1080 Meter Tiefe. Während der Seilfahrt mußte ich mir 2-3 Mal die Nase zuhalten und kurz zwecks Druckausgleichs pusten. Danach ging es mit der Dieselkatze (einer Art Einschienenhängebahn mit dieselhydraulischem Antrieb) zum Abbaufeld in rd. 3 km Entfernung.

Unter Tage sorgen mächtige Lüfter dauerhaft für frische Luft und dank Wärmetauschern (ich nenne die mal so) waren es gefühlte … na ich sag mal 24 Grad. Wir durften schließlich dem Kohleabbau mit einem Walzenschrämlader in einem Streb beiwohnen (ich hoffe ich habe das soweit richtig wiedergegeben). Schon beeindruckend, was so eine Maschine unter Einsatz von viel Wasser und noch mehr Kraft an Kohle aus der Wand „schält“. Allerdings mußte jemand, der wie ich rd. 1,80 Meter groß ist, an der Stelle schon ordentlich den Kopf einziehen. Wenn ihr mich jetzt fragt, wie man sich über 1000 Meter tief unter Tage fühlt, muß ich gestehen, daß die 1000 Meter höchstens im Kopf vorhanden sind. Abgesehen von der kurzen und ruckelnden Seilfahrt könnte man auch in einem U-Bahntunnel knapp unter Straßenniveau stehen.

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Alles in allem kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt an der Grubenfahrt teilzunehmen, vor allem wenn man bedenkt, daß der Bundestag im Jahre 2011 das Ende der Steinkohlesubventionen und damit das Ende der Steinkohleförderung bis zum Jahr 2018 beschlossen hat. Der Ruhrbergbau hat selbstverständlich seine Spuren hinterlassen im Ruhrgebiet ober- wie unterirdisch, in Form von Fördertürmen und Halden aber auch in Form von Bergsenkungen (Teile des Ruhrgebiets liegen heute 15 bis 20 Meter tiefer als noch vor 200 Jahren) und damit manchmal verbundenen Schäden, aber von nix kommt bekanntlich nix. Wenn es in den nächsten 5 Jahren nochmal die Gelegenheit gibt zu sehen, wovon das Ruhrgebiet viele Jahre gelebt hat, nehmt die Möglichkeit unbedingt wahr (auch wenn es fast unmöglich ist, einen Termin zu bekommen). Mein Dank an alle Beteiligten der RAG, der Ruhr-Tourismus und den Kumpeln auf Zeche AV. Glück auf!