Manche Ausflüge plant man ein paar Tage vorher andere unternimmt man ganz spontan. Nach einem kurzen Blick in meine Flyersammlung entschloß ich mich zum Besuch eines Aussichtsturms auf einem Hügel, nein keine Halde, nur ein Hügel 😉 und zwar in Duisburg. Ziel sollte der Wolfsberg am Wolfssee sein, wer auch immer den so benamst hat (das Wort „benamsen“ gibt es tatsächlich, nicht jedoch „Benamsung“, aber das nur nebenbei). Der Wolfssee ist Teil der Sechs-Seen-Platte und an der war ich zuletzt vor drölfenachzig Jahren. Um noch ein bisschen Schlaubi Info dazuzugeben, der Wolfssee bietet ein Freibad, welches angeblich eines der schönsten und beliebtesten Naturschwimmbäder im Ruhrgebiet sein soll. Also das Navi programmiert (Strohweg 7, 47269 Duisburg) und los.
Die Straße war schnell gefunden, der Plan der Umgebung (am Parkplatz) war schnell studiert, an der ersten Weggabelung war hatte ich mich schnell verlaufen :-). Man hätte ja auch mal ein Schild „Aussichtsturm“ aufstellen können. Nachdem ich zweimal vor und wieder zurück durchs Unterholz gestolpert bin habe ich das Schild „Ausssichtshügel“ entdeckt. Genauso das Willkommensgeheiß für Waldgnome und -kobolde … öhm … ja. Tach auch. Also rauf, immer dem steilsten Weg nach, schließlich muß der Turm ja oben stehen. Um so näher ich dem Gipfel kam, um so näher kamen aber auch die Geräusche verschiedener Baumaschinen. Störte mich aber nicht, ich bin dran vorbei, bis mich einer der Bauleute anhielt. Es entwickelte sich etwa 50 Meter vom Aussichtsturm entfernt ein etwas abstruses Gespräch.
Bauleut: „Was machen Sie denn hier“?
Ich: „Öhm … ich möchte auf den Aussichtsturm“.
Bauleut: „Das geht nicht, hier wird gebaut, die Straße ist gesperrt“.
Ich: „Ja, aber die Straße war offen“.
Bauleut: „Dann hat sie jemand geöffnet“.
Ich: „Aber wo ich doch jetzt schon mal hier bin …“.
Bauleut: „Ja gut … aber bitte sein Sie vorsichtig“.
Irgendwie habe ich ein Näschen für sowas. Seit 20 Jahren steht der Aussichtsturm da oben und kaum will ich mal hin, wird da gebaut. Also Augen zu und durch … ach ne Augen zu ist schlecht, also Augen auf und ab auf’n Turm. Die Sicht ist einfach toll, denn der Turm ist mit 22 Metern der höchste Punkt in Duisburg (sagt man). Der Blick geht von den Grenzen Mülheims natürlich über die Sechs-Seen-Platte in Richtung Innenhafen, vorbei an Tiger&Turtle zum Kraftwerk Walsum und weiter bis zum Düsseldorfer Fernsehturm. Ab und zu sieht man Flugzeuge im Landeanflug auf den Flughafen im Düsseldorfer Norden und der Flyer sagt, bei guter Sicht ginge der Blick sogar bis nach Köln.
Da auf dem Turmboden 3 leer Bierflaschen dümpelten wird der Turm vermutlich auch gerne in den Abendstunden besucht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich im Dunkeln alleine in den Wald begeben würde, aber wenn sich ein paar Kobolde oder Gnome zu einem gesellen, vielleicht ein Tipp für Duisburg zur Abenddämmerung (natürlich nur, wenn da nicht mehr gebaut wird).
Achtung, jetzt kommt (k)ein Karton, sondern ein eingeschobender Blogbeitrag außer der Reihe. Es geht um einen Beitrag zur #HashtagHunt von Heike (Koeln-Format.de). Dieses Mal trägt die „Hashtag Jagd“ den Titel #EditMyInstagramHH.
#HashtagHunt? Nie gehört? Kurze Erklärung – Hashtag ist diese Raute (#), mit der man seine Fotos, Tweets und vieles mehr auf Plattformen wie Instagram, Twitter (bla .. viel aufzähl) verschlagwortet. Heikes Aktion lautet dieses Mal eines ihrer Bilder zu verfremden und bei Instagram und / oder im eigenen Blog zu veröffentlichen. Und um es dort auch wieder zu finden, wird es mit einem eindeutigen Hashtag versehen, dieses Mal eben #EditMyInstagramHH. Jetzt aber genug der Vorrede, hier ist das (verfremdete) Foto, das meiner Meinung nach der Villa Kunterbunt nahe kommt. Ich habe es daher nach ihrer Bewohnerin „Villa von Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf“ benannt :-D.
Heidewitzka, wenn Krefeld auch sonst nicht viel schafft, am Freitag gab’s hier zumindest den Hitzerekord mit 38,9 Grad. Apropo Hitze, bei dem aktuellen Sommerwetter bin ich zwar häufig draußen und unterwegs, aber die passenden Blogbeiträge stauen sich etwas, weil mein Hirn bei der Wärme auch nicht so recht will. Ich glaube ja, daß das Hirn so ähnlich reagiert wie Schokocreme im Glas (ich bevorzuge die aus dem Becher). Wenn’s zu heiß wird, wird die Schokocreme flüssig und muß dringend in den Kühlschrank. Vielleicht sollte ich den Kopf da auch mal reinstecken (in den Kühlschrank nicht in die Schokocreme) ;-).
Während ich also mal gucke, ob das Licht wirklich ausgeht, wenn man den Kühlschrank zumacht, könnt ihr euch mal ein paar Schnappschüsse aus meinen letzten Zoobesuchen in Krefeld und Duisburg angucken. Eines steht für mich auf jeden Fall fest, ich werde kein Tierfotograf, auch wenn einige der Schnappschüsse ganz gut gelungen sind. Aber der Ausschuß ist hoch, denn entweder sind die Tiere hinter Gittern und meine DigiCam versucht immer das Gitter und nicht das Tier scharf zu stellen oder die Tiere liegen bei Sonne natürlich im Schatten (was ihnen gegönnt ist) und dunkle Tiere im dunklen Schatten ist so wie schwarze Katzen in der Nacht. Manchmal laufen sie auch einfach so schnell durchs Gehege, daß alter Mann garnicht nach kommt :-D.
Nur die Giraffen sind langsam genug und super neugierig. Ich glaube am liebsten hätten die mein DigiCam Zoom mal näher betrachtet. Auch gelohnt haben sich die Gorillas, die seit einiger Zeit in Krefeld beheimatet sind und jetzt Nachwuchs haben und auch die Delfine (in Duisburg), deren Haltung zwar nach wie vor umstritten ist, aber auch bei ihnen war ich nach Jahren mal wieder in der Vorstellung (hat dank der RuhrTopCard keinen gesonderten Eintritt gekostet). Besonders komisch finde ich, daß es nach wie vor Leute gibt, die im Delfinarium in der Mitte der Tribüne in den untersten Reihen Platz nehmen. Spätestens, wenn die Delfine (lt. Programm) ihre Bälle mit Kawuppdich aus dem Becken befördern gehen einige Liter Wasser auf die Leute in den unteren fünf Reihen nieder. Na ja bei dem Wetter vielleicht eine gute Abkühlung :-).
Also habt Spaß mit den Bildern und weitere Blogbeiträge coming soon … z.B. Emscherkunst (Teil 6), Freilichtmuseum Hagen … u.v.m.
Es gibt Urlaubstage, da springe ich wild entschlossen morgens aus dem Bett, frühstücke und flitze frohen Mutes in den Tag. Aber es gibt auch Tage, da klingelt der Wecker und nach 7 Min. nochmals und nach 7 Min. nochmals …. und nach dem 5. Klingeln stehe ich dann lustlos auf. Letztens war mal wieder so ein Tag, an dem ich nur so auf der Couch herumsaß und einen faulen Tag hinter mich gebracht hatte. Wenn ich ganz ehrlich bin, mag ich im Sommer garkeine faulen Tage, denn die habe ich im Winter zu genüge. Aber die Sonne hatte an diesem Sommertag auch mal gerade so’n Durchhänger faulen Tag, bis dann plötzlich gegen 19.00 der Himmel aufriss. Hallo du gelbe Scheibe, ich will mit dir untergehen … oder um es genauer zu sagen, ich will mich mit der Erde von dir wegdrehen, so daß es aussieht als würdest du …, aber das habe ich an anderer Stelle schon mal altklug zum Besten geben. Kurz gesagt, ich mußte nochmal vor die Türe.
Sonne warte auf mich, ich komme und kaum saß ich im Auto mußte ich auch schon wieder auf die Bremse treten, denn aus dem Augenwinkel sah ich plötzlich einen Heißluftballon aufsteigen. Nä ist dat schön, mit laufendem Motor an den Straßenrand und die Kamera gezückt. Eine Fahrt mit einem Heißluftballon, das könnte ich mir auch mal vorstellen. Weiter ging’s zur Halde Norddeutschland.
Die hat sich seit dem letzten Besuch nur dahingehend geändert, daß die Natur etwas gewachsen ist und daß an dem Abend ein, öhm … wie nennt man den eigentlich, ich sach ma‘ Drachensteigenlasser seinen Drachen hat steigen lassen. Während die Sonne auf der einen Seite langsam die Flucht ergriff stieg auf der gegenüberliegenden Seite der (fast) volle Vollmond langsam auf.
Die Zeit wurde knapp, um das alles bei halbwegs ansprechendem Licht abzulichten, außerdem war am Tag vorher noch 27 Grad am Abend, an diesem, weiß der Teufel warum, wieder nur 21 Grad und ich nur im T-Shirt. Aber da muß man durch. Also Kamera gezückt und im Zickzack über die Halde gepest um Sonne, Mond und Sterne zu fotografieren. Sowas müßte man viel öfter machen und beim nächsten Mal den selbstaufblasenden Sitzsack dazu.
Gibt’s nicht? Dann wird’s aber Zeit, daß so’n Ding erfunden wird. Was ich ja am meisten liebe (außer dem Sonnenuntergang versteht sich) ist, daß man anschließend über schöne leere Straßen wieder nach Hause fahren kann. Ein bisschen Mucke aufdrehen und schön über die Landstraße wieder nach Hause cruisen. Hach … es hat es sich wieder mal gelohnt, auch wenn ich irgendwann mal los muß, wenn es auch am Abend warm genug für ein T-Shirt ist ;-).
Während Teil 1-4 der Pott’schen Emscherkünste mehr Kunstwerke zeigten, die man betreten, anfassen oder irgendwie erleben konnte, ist die Tour im südwestlichen Teil von Duisburg dieses Mal etwas anders verlaufen. Während entlang des Rhein-Herne-Kanals und an der Emschermündung viel Natur rund um die Kunst ist, stand ich dieses Mal eher da, um mich zu fragen „Was will mir der Künstler damit sagen“? Aber Kunst ist eben Kunst, wenn der Künstler sagt es sei Kunst. Basta?!? Die Ziele waren dieses Mal ein altes Klärwerk (mit Wasserproben aus allen Ecken der Welt), eine Videoinstallation mit 4 verschiedenen Filmen aber den gleichen Textdialogen und einem umgekippten Haus gemütlich gelegen genau unter der Autobahn. Da startete meine Runde dieses Mal auch.
Man könnte meinen, jemand hätte den Bauplan verkehrt herum gehalten, denn warum sonst sollte das Dach unten und die Treppen oben sein. Neben dem Alten Pumpwerk der Emschergenossenschaft, das am Wochenende auch geöffnet hat und sehenswert ist, betritt man das Haus durch eines der Fenster und sieht eine zwei-Kanal-Videoprojektion einer überfluteten Landschaft. Treibende Autos, überflutete Straßenzüge und zwei Synchronschwimmerinnen. Ehrlich gesagt, ich fühlte mich auch ein bisschen überflutet und leicht feucht von dem Eindruck und … nun ja …, schön isset unter der A42 auch nicht gerade, aber wat is schon schön?
Weiter geht’s in den Landschaftspark Duisburg Nord (LaPaDu). Auch dort befinden sich zwei (die dritte ist gerade geschlossen) Emscherkünste. Eine Traube Sicherheitshelme hängt an der Decke und wartet dort … ja auf was eigentlich. Vielleicht, daß sich der Betrachter fragt, warum hängt da eigentlich eine Traube Sicherheitshelme an der Decke. Schön bunt isset, aber sonst?!? Eine Ecke weiter, dann die „Schlagenden Wetter“, ebenfalls eine Videoinstallation bestehend aus 4 Filmen, in denen Schauspieler verschiedene Lebenssituationen zeigen aber anscheinend alle den gleichen Text sprechen. Klingt jetzt nicht so spannend, oder? Tja …. aber schön sitzen kannse im Schalthaus, glaub‘ ich, gesehen habe ich ja nix, war nämlich zappenduster in dem Raum. Zitat: „Die Kamera bohrt sich in den Szenen senkrecht durch die Landschaft“. Au weia, dann warten wir mal, bisse anderswo wieder rauskommt.
Das dritte Ziel war das alte Klärwerk an der kleinen Emscher, die ist kleiner als die große Emscher, weil … ach wat weiß ich denn ;-). Im alten Klärwerk läuft zunächst mal eine Trommelfellmassage, weil aus einer 4-Kanal Tonanlage Maschinengeräusche dröhnen, wie et wohl früher mal war. Dazu gibt’s als Video, Bilder von der anderen alten Kläranlage in Bottrop (Berne Park und so). Rundherum stehen dann noch Flaschen mit Wasser von überall auf’e Welt, das sogenannte „Wassergedächnis“. Öhm … Wassergedächnis? Ah kenn‘ ich, hab‘ ich auch, kaum ist ein Gedanke da, ist er auch schon wieder verschwommen.
Draußen im alten Klärbecken wachsen unterdessen die Bäume, weshalb die Künstler ihre zweite Geräuschinstallation auch daneben aufgebaut haben. In einer Art übergroßer Sandburg (ihr wißt schon so’n Ring, den man am Strand um seinen Strandkorb gräbt, um die Mutter nebenan mitte Zirette von sich fern zu halten) stehen ein paar Bäume, genaugenommen acht, während aus den Lautsprechern ein Geräuschwirrwar eine Collage aus sphärischen Computerklängen ertönt und zwischendurch einer auf deutsch, englisch und türkisch zählt … ihr ahnt es wieder bis acht. Die Emscherkunstbegleitung hat sich übrigens sehr viel Mühe gegeben mir die Umstände dieses Kunstwerks zu erklären, ich habe euch hier ein paar bewegte Bilder mitgebracht. Mehr superspannende Fotos *hüstel*? Hier geht’s zu Flickr oder Google+.
Sommer mit hochsommerlichen Temperaturen über 25 Grad. Und was macht man an so einem Tag. Die Füße ins Schwimmingpool, in der Hängematte abhängen. Pfft … nix da, rauf auf’s Rad und die Sonne auf zwei Rädern genießen. Genug Flüssigkeit in Form von Wasser oder Saft in den Rucksack und ab dafür entlang des Rhein-Herne-Kanals, Fahrtwind kühlt ;-). Ich habe (wie angekündigt) einen weitern Abstecher in Sachen Emscherkunst unternommen und war überrascht wie viele Radler außer mir am Sonntag unterwegs waren. Die Reise startete dieses Mal in Oberhausen in der Nähe des SeaLife, mit einem Rad der MetropolRadRuhr (Nextbike).
Vorbereitungen waren ausreichend getroffen. Sonnenschutz -check-, ein helles Cap plus Sonnenbrille -check-, Haare im Sommerkurzhaarschnitt, denn man weiß ja nie, wo man den Kopf mal unter Wasser halten möchte -check- :-). Los ging’et an der Tausendfüßlerbrücke (welche Rhein-Herne-Kanal, Emscher und Autobahn A42 hintereinander überquert). Ein Abzweig der Brücke führt schnurstacks an die Emscher und 300 m weiter an den Rhein-Herne-Kanal, der bis auf kleine Abstecher mein (ansonsten einziger) Begleiter bis nach Essen bleibt. Im Vergleich zum Jahr 2010 haben die vonne Emscherkunst dieses Mal überall orange Zeichen an den Wegesrand gepappt und damit eine gute Ausschilderung des Wegs vorgenommen.
Erster Haltepunkt ist der „Zauberlehrling“, den ihr bereits im ersten Blog(ab)teil sehen durftet. Der Strommast mit dem zauberhaften Namen swingt hier im Sommerwind, während der Strom weiter über seine Brüder und Schwestern im Land verteilt wird. Ich lasse ihn links (ach ne rechts) liegen und fahre weiter durch den staubigen Sand des Kanalweges. Ich war übrigens erstaunt, wie viele Menschen entlang des Kanals gecampt, gegrillt, gelegen, geschwommen, geschießmichtot was alles gemacht haben. Hier irgendwo zwischen Oberhausen und Bottrop.
Es geht über die Stadtgrenze nach Bottrop, kurz mal weg vom Kanal hinüber zur Emscher. In einem alten Klärwerk stinkt es gewaltig. Das meint ihr, nein hier duftet es nach Parklandschaft, nach Blumen und Gräsern, die wachsen nämlich jetzt dort, wo vor Jahren noch die Pott’schen Hinterlassenschaften dümpelten. Außerdem könnt ihr in (natürlich ungenutzten :-)) Beton-Abwasser-Röhren übernachten und schließlich im Dunklen einer Lichtinstallation der Emscherkunst beiwohnen. Wenn’s also mal ein Hotel in Emschernähe sein darf, hier isset im Berne Park in Bottrop.
Unterdessen heizte die große rote Scheibe da oben ganz ordentlich ein, aber Fahrtwind kühlt ja. Am Springbrunnen habe ich eine Hand voll Wasser über dem Kopf verteilt und mich auf Grund des glitschigen Bodens (der Springbrunnen ist ebenerdig) fast auf die Fresse auf’s Angesicht gelegt. Ich war so verdattert, daß ich ganz vergessen habe ein Foto zu machen ;-). Schwitz, Glück gehabt, das hätte ein Bild für die Umstehenden gegeben. Dafür gab’s mal wieder eines der gelben Fernrohre (kennt ihr auch schon aus älteren Beiträgen). Dieses Mal gab’s irgendwie nix zu sehen, oder sollte das blauer Himmel sein? Aber der war ja sowieso blau?!? Gut egal, weiter ging die Fahrt.
Bei soviel Wasser rund um mich herum, nimmt auch der Wasservorrat in meinem Rucksack langsam ab. Gut daß ich im Auto noch einen Vorrat für die Rückkehr hinterlassen habe. Entlang der Emscher geht es dann etwas abseits des Wassers, durch den Rand eines Wohngebiets, über eine Eisenbahnbrücke, knapp an der A42 vorbei (ihr könnt mal winken) und zurück an den Kanal. Wenn’s nicht so warm wäre, daß man eh alles ausschwitzt, man könnte das leichte Gefühl verspüren mal auf’s Klo zu müssen. Und dahin ging die weitere Reise. Wie, watt, zum nächsten Klo? Ja, sozusagen. Emscherkunstwerk Nummer drei auf dieser Reise ist „Between the waters“ einem Projekt, das zeigen soll, wie aus Abwässern durch biologische Klärung wieder sauberes Wasser wird. Und wie kommt man an Abwasser? Man baut ans Ende einer Treppe zwei Toiletten (Männlein/Weiblein) und läßt die Besucher auf’s Klo gehen. Die Häuschen hängen sprichwörtlich in der Luft, fast unmittelbar über der Emscher. Was das jetzt mit der Pflanzenkläranlage und so auf sich hat lest ihr hier.
An dieser Stelle hatte ich eigentlich eine Ereigniskarte gezogen die sagte“Zurück zum Start“, aber der Obelisk war ja nur 500 768,38 Meter weiter und ein weiteres der sagenumwobenden gelben Fernrohre sollte auch wieder an der Strecke stehen (verriet mir der Emscherkunstplan). Also ab dafür nochmal 768,38 Meter (hin und wieder zurück). Der Obelisk ist groß, ganz groß, locker 14 Meter hoch, schwarz, aus Kohle(!)faser und steht da bereits seit 2010. Er tut nix, steht einfach nur so da und ist für zum Angucken gemacht.
Das Fernrohr hingegen überrascht dieses Mal mit einen Spiegel, so daß man sich beim Durchsehen selbst beobachten kann oder hier eben die eigene Kameralinse. So jetzt aber genug, kehrt Marsch, zack zack und zurück an den Ausgangspunkt. Google Maps meint die Strecke die ich abgeradelt habe wäre rd. 12 km lang (hin und zurück also 24 km). Ich bin verrückt? Na ja ein bisschen, aber Fahrtwind kühlt ja, bloß nicht anhalten. Und es gab noch viele andere „Verrückte“, z.B. dieser Trupp, der hier um die Wette paddelte, Drachenboot gallore ;-).
Wo sich die Emscherkunstwerke genau befinden, ich erwähnte es schonmal, gibt’s in PDF Form hier. Nochmehr Bilder? Dann surft zu Flickr oder Google+. Die Kunstreise entlang der Emscher wird fortgesetzt. Und wann startet ihr eure „Kunstreise“ im Pott?
Das Fernsehen ist doch schon eine tolle Erfindung, neben der des Fluxcompensators versteht sich :-). Kleine (bei größeren Bildschirmen auch größere) Männchen und Weibchen laufen durch den kleinen Kasten oder stehen dort an Tischen, spielen uns was vor oder erklären uns die Welt. Diese Männchen und Weibchen gehören einem Sender und der hält normalerweise die Schnüre in der Hand ;-). Einmal im Jahr startet bei einem der Sender mit dem Namen WDR sowas wie Anarchie. Plötzlich können die, die sonst eher stehen auch laufen und die, die sonst ganz klein daherkommen plötzlich so groß sein wie wir. Außerdem kann man in das Allerheiligste nämlich den Fernseher mal rein, allerdings muß man dafür erstmal raus. Kompliziert? In der Tat. Nein kein bisschen.
Am letzten Wochenende war mal wieder Tag der offenen Türe oder wie das beim WDR heißt „Ein Tag Live“. Dieses Mal war das Ganze in Düsseldorf und die kleinen Männchen und Weibchen waren auch nach Düsseldorf gekommen. Neben einem großen Turm, in dem sonst vermutlich die Fädenhalter sitzen, waren plötzlich alle zum Anfassen nah. Aber getraut eines der Männchen und vor allen Dingen Weibchen anzufassen, geschweige denn zu kneifen hatte ich mich nicht :-o. Ich hätte es auch garnicht geschafft, denn vor mir waren noch 500 andere, die auch alle rausgekommen waren um da mal reinzukommen, also beim Fernsehen meine ich.
Also habe ich mich erstmal in die Warteschlange davor gestellt. Alle wollten rein und durch meinen Entschluß mich auch anzustellen wurde der Altersschnitt „meiner“ Schlange gleich um 10 Jahre gesenkt ;-). Während ich also so da stehe und vor mich hinwarte, kommen nette Weibchen und verteilen Traubenzucker, Gummibärchen, Sticker etc. Ob da was drin war? Schrumpfungsmittel, damit wir alle in den Fernseher passen? Plötzlich fing alles an sich zu drehen. Das kann aber auch an den Stickern gelegen haben, die haben nämlich überhaupt nicht geschmeckt. Wie dem auch sei, plötzlich ging dat dann los.
Die Studios erkannte ich gleich wieder… na ja ist ja schon klar, aus’m Fernsehen eben. Also habe ich gelauscht, was die kleinen Männchen und Weibchen erzählt haben, d.h. die großen, weil die waren ja jetzt … also ihr wißt schon. Ich habe mal ein paar Schnappschüsse mit den Worten versehen, die ich verstanden habe, obwohl ich höre ja manchmal schlecht, vielleicht haben sie ja auch was ganz anderes gesagt :-D.
Da fotografiert schon wieder einer, dabei ist doch rechts meine Schokoladenseite.
Moment mal! Das war nicht die Autogrammkarte, das war mein Einkaufszettel.
Der Typ mit dem Einkaufszettel ist aber schon ganz süß. Ob der meinen auch haben will?
Kurz eine Suchmeldung, gesucht wird der kleine Stefan, der vermutlich so aussieht.
Meine Damen, heute kochen wir erstmal einen Traubenzucker bis er weich wird.
Yeah! Einen habe ich auch noch. 2,50 € sind geboten … zum ersten, zum zweiten, zum …
Hi hi, wenn die wüßte, der Käufer wird da ein ziemlich saures Gesicht machen.
Ich hypnotisiere euch jetzt alle und dann ist erstmal Ruhe, sonst hole ich den Chef.
Erst als ich an der Bühne stand und der Musik von Rooftop lauschte kam ich wieder langsam zu mir. Ich war wieder raus aus dem Fernseher und hatte meine ursprüngliche Größe wieder erreicht, mit allen Körperteilen, auch die, die ich aus verständlichen Gründen nicht sofort nachprüfen konnte … schließlich hatte ich Socken und Schuhe an ;-).
Was habe ich wohl gemacht, als ich wieder zu Hause angekommen war? Na? Menno, ich habe den Ferseher eingeschaltet, um zu sehen ob meine Lieblingsmännchen und -weibchen noch alle da waren und mir wieder die Welt erklären. Und was soll ich euch sagen *puuuhhh* da waren sie noch alle, wieder so klein wie vorher, wieder so nett wie vorher und ich meine sie haben mir auch mal kurz zugewinkert oder zugewunken. Ich glaube ja in den Päckchen mit Traubenzucker war doch etwas drin …. öhmm …. Traubenzucker. Wenn ihr noch ein paar Schnappschüsse von diesem komischen Tag sehen wollt, dann schaut doch mal auf die Seiten von Flickr oder Google+ (Album Düsseldorf 2013).
Also eines muß man denen von Coca Cola ja lassen, sie haben gute Werbeideen. Als vor einigen Wochen die ersten Bilder von Colaflaschen mit Namensaufruck durch meine SocialNetworks geisterten dachte ich erst an einen Scherz. Aber dem war nicht so. Coca Cola (von denen ich übrigens für diese Zeilen nichts bekomme, zumindest bis jetzt nicht ;-)) hat seine Flaschen mit der Original Cola (also nix Zero, nix Light usw.) mit Vornamen oder ähnlichem bedruckt. Der Text jedes Mal „Trink ’ne Coke mit“ und dann eben „Michael“ oder „Papa“ oder „Liebe“ oder weiß ich was.
Nun gibt es dank der Fantasie moderner Mütter und Väter hunderte, ach was sag ich tausende von Vornamen, aber sich durch alle Kästen eines Getränke- oder Supermarktes zu wühlen sieht dann vielleicht doch ein bisschen komisch aus. Ich stelle mir gerade bildlich vor, wie jemand auf einem riesigen Berg Kästen sitzt und eine Flasche nach der anderen herauszieht, betrachtet und wieder wegstellt ;-). Also dachte sich Coca Cola machen wir doch eine Onlinebestellung daraus. Auf Coke.de könnt ihr fast jeden Vornamen (angeblich sind 30.000 gespeichert) auf eine 0,2 Liter Flasche drucken lassen. Die kommt dann per Post ins Haus, ab 5 Flaschen sogar portofrei.
Jetzt kommt das kleine „aber“, denn die 200 ml kosten schlappe 1,99 €, 5 Flaschen = 1 Liter also knapp 10,- €(!) plus Pfand. Für den Preis bekomme ich im Supermarkt bereits einen ganzen Kasten, aber wenn es euch das wert ist, bitteschön, nix wie los. Ich habe übrigens mal außergeöhnliche Texte ausprobiert, „Eichental“ zum Beispiel geht noch auf der Startseite, läßt sich aber mangels Kontrollmöglichkeit durch Coca Cola (erhöhte Nachfrage) nicht bestellen, „Schweinebacke“ geht garnicht erst durch :-D. Und wie ist euer Lieblingskoseschmusename der unbedingt auf eine Flasche muß :-)?
Nach soviel Extraschicht in den letzten Tagen heute mal wieder was zum anderen Thema mit „E“ – Ex .. ähm .. Emscherkunst. Wenn ihr mir auf Instagram folgt habt ihr vielleicht schon gesehen, daß ich mittlerweile ein paar Randbezirke der Emscherkunst mit dem Auto abgegrast habe. Ich erwähnte schon, ein bisschen Fußweg gehört einfach dazu, aber alles was im Rahmen von 10 – 15 Minuten liegt gilt als mit dem Auto erreichbar. Nehmt Platz und wartet mit mir, denn unter anderem war ich bei „Warten auf den Fluß“, einem Kunstwerk, daß bereits 2010 aufgebaut wurde und jetzt an neuer Stelle steht. Eine Brücke, die im übertragenen Sinne auf die Umleitung der renaturierten Emscher wartet.
Im Zickzack geht’s über den breiten Steg entlang an drei Pavillons, wovon zwei zu einer Übernachtung einladen. Der dritte Pavillon ist das Bad mit Toiletten und Waschbecken, was schon ein bisschen an Camping extrem erinnert, denn es gibt zwar irgendwie Wasser aber keinen Strom und erst recht kein Abwasser auf dieser Brücke. Trotzdem sollen zumindest die Wochenenden schon weitgehend ausgebucht sein. Na dann gute Nacht beim Warten auf den Fluß. Aber auch wer nicht übernachten will, darf sich hinsetzen, Löcher in die schöne Landschaft drumherum gucken, sich lang machen für ein Nickerchen oder der Jamsession lauschen, die an dem Sonntag stattfand, als ich dort war.
Weitere Jamsessions folgen, dazu klickt ihr hier. (Und jetzt alle 3 x ganz schnell Jamsession, Jamsession, Jamsession :-)). Ach ja, genauere Ortsangaben wo sich die Kunstwerke befinden gibt’s jetzt auch in PDF Form und zwar hier.
Ein paar Tage später zog es mich dann, bei schönstem Wetter an die Emschermündung, wie gemacht für eine Radtour, ich aber schon wieder per Pedes. Kunstwerk Nr. 1 direkt an der Mündung der Emscher, hat auch damit zu tun und heißt „Fluß wird Wolke“ (nein da fehlt kein Wort ;-)). Mit Hilfe einer Wolkenwassererhitzungsmaschine wird ab und zu Wasser der Emscher in wolkenbildenden Dampf umgewandelt. Die hierfür benötigte Energie kommt direkt aus dem Fluss (das Wasser übrigens auch). Die Webseite schreibt „Dies ruft übernatürliche Konnotationen hervor … „. Huch ist das wat Schlimmes? Ich würde sagen „Die Wolke macht sich durch lautes Zischen bemerkbar“ oder weil’s ja die Emscher ist „Mit jeder Klospülung ein Zischen“ (oder so ähnlich) ;-).
Neben der Wolkenmaschine gab es dann noch eine begehbare, kugelförmige, seifenblasenähnliche Station, die mich an Raumschiff Orion erinnerte. Diese Skulptur kann tagsüber besucht werden und bietet in der Nacht für bis zu zwei Gäste eine Schlafgelegenheit mit Blick auf den Rhein. Sehr idyllischer „Rücksturz zur Erde“ :-D. Gleich daneben ein weiteres gelbes Fernrohr, daß dieses Mal aber keinen Blick auf irgendetwas freigibt sondern selbst die Blicke auf sich ziehen soll. Ein Motor dreht den Guckmechanismus (also das da oben drauf) um sich selbst. Um in die Ferne zu gucken müßt also selbst ein passendes Rohr oder Glas mitbringen.
Etwa 500 Meter entfernt ist das nächste Ziel auszumachen. Kunstwerk Nr. 2 „The Settlement“ nennt sich das Modell des Stelzendorfs mitten auf dem Acker. Die Skulptur besteht aus 20 kleinen Modellhäusern, die miteinander verbunden und in einem flachen Wasserbassin platziert sind. Ich hatte ja gedacht, man könnte die Gebäude betreten, aber da muß ich wohl noch etwas schrumpfen. Dummerweise hatte ich meine Zaubermelone gerade nicht dabei ;-). In ihrer Bauweise erinnert die Modellsiedlung an Pfahlbauten und Stelzendörfer aus der Karibik oder den Philippinen (sagt wiederum die Webseite).
Ich war noch nie dort, kann also nicht sagen ob’s stimmt. Ein wirklich tolles Modell ist es auf jeden Fall, denn jedes Detail wurde handgemacht. Auf Grund der grauen Hintergrundwand, kann man fototechnisch ein kleines Dorf fotografieren und mit ein bisschen Abstand kommt dann der Himmel und das Steinkohlekraftwerk in Voerde in den Fokus. Man hat so ein bisschen den Eindruck, gleich kämen die Puppen der Augsburger Puppenkiste um die Ecke. Komm’se aber nicht. Schade keine Mupfel :-).
Ihr wollt nochmehr Bilder? Dann surft hier zu Flickr oder Google+. Die Kunstreise entlang der Emscher wird fortgesetzt, im Urlaub (übernächste Woche) bestimmt auch mal per Fahrrad. Wolltet ihr nicht auch?
Willkommen zum 2. Teil des Extraschicht Berichts (Teil 1 gibt’s hier). 190 Extrabusse kutschieren, neben den normalen Bussen, Bahnen, S-Bahnen und Regionalexpressen, in der Nacht die Besucher durch die Extraschicht und keiner weiß wie die Besucherströme so ganau verlaufen. Beispiel gefällig? Die Lasershow im Amphitheater war keine 3 Minuten vorbei, die Absage lief noch da liefen auch die ersten Besucher schon in Richtung Bus (wohlwissend warum). Der erste Bus (diese langen Ziehharmonikabusse) …, na ja nach Bottrop wollten wohl nicht so viele. Der zweite Richtung Hauptbahnhof, so voll, daß Fahrgäste fast auf dem Schoß des Fahrers sitzen und die Türen nicht mehr zugehen. Der Fahrer steigt aus, sogt für Odnung, erklärt den Türmechanismus.
Der dritte Bus kommt, hält dahinter. Die Meute beginnt sich zu bewegen, ein Vorziehen der Busse nicht möglich der zweite kämpft noch mit Überfüllung. Der vierte und fünfte Bus kommen. Jetzt gibt’s kein Halten mehr, über Bürgersteig und Straße, der erste Bus wird von beiden Seiten eingenommen, der zweite auch, ich mache mich auch langsam auf den Weg, Bus Nr. 4 zu bekommen, bevor der auch voll ist. Chaos auf der Straße, die Lemminge beginnen zu rennen, Autos hupen, Bus 5 steht locker 50 m von der Haltestelle entfernt, alles zuckt mit den Schultern, Sitzeplatz ergattert, Bus Nr. 4 + 5 ziehen aber nochmal vor, rappelvoll geht’s zurück zur Zeche Zollverein. Wer zur Extraschicht den ÖPNV nutzt, muß (zeitweise) starke Nerven haben, aber lustig ist’s ;-).
Zurück auf der Zeche geht mein Blick zunächst auf den beleuchteten Doppelbock, denn ich war noch nie am Abend hier, dann auf die Holzklotzkünstler in der Halle und auf den Sandkünstler davor. Er schreibt mit einem Roboter (bestückt mit einem Laptop) und Vogelsand sinnige Sprüche auf den Boden. Sowas wie „Eine Zeche ist eine Zeche ist eine Zeche …“ oder „Ich bin ein großes Kind, das mit Sandbuchstaben spielt“. Schon wieder 20 Minuten Zeit, die einem wie der Vogelsand durch die Finger rinnt. Jetzt aber zurück zu den Pottköppen. Den Weg zur Kokerei im Stechschritt zurückgelegt, das Undun Sinn Sinn Orchester klampfte immer noch, jetzt etwas leiser.
Da standen sie die Pottköppe und erzählten aus ihren reichen Lebensweisheiten, pfiffen Lieder, rappten und ließen sich mit Früchten belegen. Warum ist es an der Ruhr so schön? Wie lebt es sich im Pott? Wie macht nochmal der Waldkautz, oder war’s ein Uhu? Mal die Zunge zeigen und ein andermal lauthals lachen (und die Zähne zeigen). War dies das Geräusch eines Affen? Komplett verrückt diese Pottköppe. Und ja, ich war auch dabei und wenn ich ganz ehrlich bin, es war z.T. schwer sogar mich selbst zu entdecken, weil so ein 2,50 Meter großer Pottkopp ist eben doch größer als normal.
Mittlerweile weit nach Mitternacht, Zeit nach Hause zu fahren, für mich immerhin auch nochmal 45 Minuten. Warum hat Zollverein eigentlich kein Hotel? Vielleicht kann mir einer von euch nächstes Jahr Unterschlupf eine Couch spendieren ;-). Zum RAG Teil der Kokerei bin ich mangels Zeit garnicht mehr gekommen und das waren nur 1,5 Schauplätze von um die 50 die bei der Extraschicht dieses Jahr mitgemacht haben.
Ein Extraschicht Programmpunkt war dieses Jahr den neuen Emscherkanal in Gelsenkirchen zu besuchen. Geplant hatte ich das auch, aber wie zu erwarten viele andere ebenso. 2-3 Stunden Wartezeit sind mir während einer Extraschicht einfach zu lang. Aber Überraschung am nächsten Tag (Sonntag) gab es einen „Tag des offenen Kanals“. Für fünf Stunden konnte man noch einmal die 350 Meter Abwasserrohr unter dem Rhein-Herne-Kanal entlang ablaufen. Also los, jetzt oder nie dachte ich mir. Am Schild „Eine Stunde ab hier …“ ging’s schnurstracks vorbei, also kürzer als am Extraschicht Abend. Dann warten … Helm und so eine Schutz-/Hygienehaube in Empfang nehmen, Sicherheitshinweise quittieren und 25 Meter über Baustellentreppen abwärts. Da stand ich also vor dem 2,80 Meter hohen Rohr, in dem demnächst die Sch***e fließen wird. Und was macht man nun in so einem Rohr? Genau fotgrafieren bis der Arzt kommt. Der Einstieg, das Rohr, die Beleuchtung und mich selbst, wie ich mal wieder mit Helm bunt beleuchtet werde. Hier bekommt ihr einen ganz kleinen Eindruck, wiederum als Instagram Video.
Es muß schon skurriel sein für die Baumannschaft, wenn über 1 1/2 Tage die Menschen an der deinen Seite 25 m in die Tiefe streben, dann 350 m durch das Rohr marschieren, als ging’s darum sich bei Einwohnermeldeamt durchzukämpfen, um dann am andern Ende wieder 25 m in die Höhe zu steigen. Die Bautreppe ächzt und knarrt unter der Last der Menschen und mach einer ächzte auch, wenn er oben wieder angekommen war. Die tollste Aufgabe hatten letztlich die Mitarbeiter, welche am Ausstiegsschacht die Helme wieder einsammeln durften, um sie dann mit einem Einkaufswagen oberirdisch wieder an den Startplatz zu karren :-). Vielen Dank für eure Arbeit.
Nebenbei, man muß auch den Organisatoren der Extraschicht auch mal ein Lob ausspechen, wenn’s ums wieder Abbauen geht. Die Schicht endete um 2.00 Uhr in der Früh, um 10.00 am Vormittag ist bis auf wenige Bühnenbauten nichts mehr zu sehen. Und wenn man den Berichten glaubt, hat sich die Extraschicht mitlerweile bis nach Berlin rumgesprochen. Da heißt es wohl demnächst anbauen, Extraschicht über zwei Tage, besser gleich drei :-D. Wenn ihr euch also nicht scheut auf viele Menschen zu treffen, auch mal plötzlich im Mittelpunkt einer Kunstaktion zu stehen und nach dem Motto „Nach der Schicht ist vor der Schicht“ lebt, merkt euch den 28. Juni 2014. Dann gibt es eine Neuauflage der Extraschicht.
Hier übrigens noch zwei (von unzähligen) Videos, die ich bei YouTube gefunden habe, die qualitativ wirklich gut sind. Vielleicht bis nächstes Jahr. Mehr Bilder gibt’s im Extraschicht Album 2012/2013 auf Flickr und Google+.