Halde oder Kanal

Halde oder Kanal? Warum nicht einfach beides, dachte ich mir und habe vor kurzem mal wieder die Schurenbachhalde in Essen bestiegen. Aber eigentlich ging es mir mehr darum, ein paar Schritte zu machen, schließlich hatten wir an meinem Arbeitsplatz so eine kleine Challence, um für den guten Zweck zu laufen. Und weil der Weg zur Halde und zurück jetzt nicht so viel hergibt, wenn man gleich am Haldenfuß parkt, bin ich noch weiter, am Kanal entlang zum Nordsternpark nach Gelsenkirchen gelaufen.

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Schiffsparade (Kulturkanal)

Der Sonntag begann ziemlich bedeckt, der Himmel zugezogen, vereinzelt Regenschauer. Ich hatte mich fast schon auf einen Nachmittag auf dem Sofa eingestellt. Dabei ist der letzte Sonntag im April im Ruhrgebiet traditionell der Startschuß für die Sommersaison auf dem Rhein-Herne-Kanal. Und was soll ich sagen, wie bestellt zogen gegen 14.30 Uhr die Wolken beiseite und die Sonne kam hervor. Weiterlesen →

Du meine Emscherperle

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Stell dich mal vor …. ne nicht du sollst dich vorstellen, stell dich mal vor du wohnst im Ruhrgebiet und gehst da hin, wo auch der Kaiser zu Fuß hin geht. Und danach? Wohin geht die Hinterlassenschaft wenn du den Spülknopf drückst? Genau in den Kanal. Als das Ruhrgebiet erfunden wurde, gab’s jedoch keine übergreifenden Kanäle und durch die Absenkungen des Bergbaus wären die auch ständig abgesackt. Last but not least hatte längst nicht jede Stadt eine Kläranlage. Was also tun? Man entschied sich, die Hinterlassenschaft in einen Fluß zu transportieren und von dort oberirdisch in eine weit entfernte Kläranlage. Und der Fluß? Aus dem Fluß wurde die Köttelbecke und das konnte man je nach Windrichtung auch gut riechen. Weiterlesen →

Rhein-Herne-Kanal

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Daß der Rhein-Herne-Kanal (als Verbindung zwischen Rhein und Dortmund-Ems-Kanal) in diesem Jahr 100 Jahre alt wird habt ihr sicher schon gehört, daß der 30. August mit „KanalLeben“ der Höhepunkt des Jubiläumsjahres werden wird, hat sich vermutlich auch schon rumgesprochen, denn an dem Tag wird der Rhein-Herne-Kanal von Duisburg bis Waltrop ganztägig für die motorisierte Schifffahrt gesperrt und zahlreiche Veranstaltungen z.B. das StrandPicknick im Nordsternpark Gelsenkirchen sollen euch an den Kanal locken. Was genau passiert könnt ihr z.B. hier und hier lesen.

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Wie aber erfolgt die Schifffahrt über den Rhein-Herne-Kanal habe ich mich vor längerem schon mal gefragt, als ich an der Schleuse in Gelsenkirchen stand und gibt es weitere Schleusen? Klar gibt es die (Karte von „NordNordWest“) und eine davon ist in Oberhausen nur unweit der A42. Komisch, daß ich hier noch nie war. Warum eigentlich nicht? Nun ist es an Schleusen so, daß es nur interessant wird, wenn auch Schiffe kommen, denn eine Schleuse ohne Schiffe ist wie ein Wurstbrot ohne Wurst und als ich mal in Gelsenkirchen stand fehlte die Wurst … äh … fehlten die Schiffe. Außerdem ist „interessant“ natürlich auch so eine Frage der Sichtweise. Vermutlich ist eine Schleuse mehr so’n Männerding, oder? Nur Schiffe, Technik, nicht mal ein Andenken Shop (das könnte ne Marktlücke sein, so’n Kiosk anner Schleuse .. mhmm .. 😉 ).

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Wie dem auch sei, in Oberhausen hatte ich Glück und es kamen auch ein paar Schiffe … und was für welche. Als das Tankschiff in die Schleuse einfährt, paßt da aber rechts und links kein Buch mehr zwischen Bord- und Schleusenwand. Aber der Käpt’n des Riesenkolosses hatte da wohl keine Probleme mit und das obwohl er in die nördliche Schleusenkammer eingefahren ist. Es wäre mir mit bloßem Auge nicht aufgefallen, aber lt. Wikipedia wäre die südliche Kammer nochmal 11cm breiter gewesen als die nördliche. An Höhe wird in beiden Kammern „nur“ 4,10 m überwunden, andere Schleusen heben oder senken da mehr. Wenn ihr also mal in der Nähe seid, A3 Abfahrt OB Lirich oder A42 Abfahrt OB Buschhausen und von da zur Rosenstraße. Die letzten Meter sind Spielstraße, da geht’s dann zu Fuß. Wenn’s Wetter mitspielt bin ich am 30. August bestimmt irgendwo zwischen Oberhausen und Gelsenkirchen (Nordsternpark) unterwegs.

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Last but not least stelle ich gleich noch ein paar Bilder bei Google+ bzw. Flickr ein.

Würstchen auf Zollverein und 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal

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Der letzte Sonntag stand bei mir unter der Überschrift Lack und Leder, weiße Wände und heiße Würstchen sowie Kunst und Kanal 🙂 . Pünktlich kurz vor 11.00 Uhr war ich am ersten Sonntag im Monat mal wieder in Essen, um zu gucken, was sich an der Kokerei Zollverein in Sachen Oldtimer so tut. Die Stellplätze auf dem Gelände der Kokerei sind durch Bauarbeiten leider immer noch beschränkt und trotzdem halte ich nach geeigneten Fotomotiven Ausschau. Wenn man allerdings häufiger dabei ist, wiederholen sich die Fahrzeuge und damit die Motive mit der Zeit.

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Blank geputzten Lack gab es dieses Mal bei einem Mini Treffen zu sehen und relativ viel Leder in amerikanischen Großraumlimousinen, die ohne Frage interessant sind, aber in Mengen auftretend doch eher wieder nicht. Also beschränkte ich mich auf die kleinen Dinge am Rande, auf umstrickte Stoßstangen, auf Leute die ihre Autos (wenn man dem Aufkleber glaubt) „KarlHeinzTralala“ nennen oder auf einen der letzten aktiven Feuerwehrkäfer extra aus Rheinberg am Niederrhein angereist. Somit hatte ich nach ca. 1,5 Stunden die meisten Fahrzeuge durch, habe noch die eine oder andere Radkappe abgelichtet und die sich spiegelnde Kokerei Zollverein auf der Motorhaube eines schwarzen … öhm … ach egal.

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Danach, auf dem Weg zurück zum Parkplatz, habe ich mich bei der Ausstellung mit weißen Wänden im Kohleaschebunker („La Primavera“) umgesehen. Zuerst wollte ich mich garnicht anstellen, als ich die Warteschlange vor der Türe stehen sah, aber nach einem kostenlosen Bratwürstchen der Stiftung Zollverein wurde die Warteschlange bereits kürzer 😀 . Also angestellt. Und was gibt’s zu sehen? Einen weißen Raum im dunkeln, den man mit Schuhüberziehern in übergroßer Pantoffelform betreten durfte. Am liebsten war es den Machern, wenn man selbst auch noch in weißer (Teil-)Kleidung zu dem Event kam. Also habe ich eine schwarze Hose angezogen 😉 … und ein weißes Shirt mit langen Armen.

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Man stelle sich bitte ein, sagen wir mal, Durchschnittszimmer vor, ohne Einrichtung und ohne Fenster, aber mit ca. 4-5 Meter Deckenhöhe, dazu Puschen in Größe 50 an den Füßen 😀 . So schlufften (gibt’s das Wort?) wir also in den Raum hinein und hinter uns fiel die Türe ins Schloß. Es war fast stockfinster, man sah die Hand vor Augen nicht. Wahnsinn, dieses Kunsterlebnis 🙂 . Ja Moment, das war’s ja noch garnicht. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte man an einem Ende des Raums ein paar Sonnenstrahlen, die durch einen schmalen Spalt fielen und den Raum optisch vergrößerten. Ja!?! Öhm … kommt jetzt noch was, fließt das Wasser plötzlich aufwärts, wackelt der Boden, bewegt sich die Wand auf einen zu? Springt vielleicht so ein Gummihampelmann aus einer versteckten Kiste? Öhm … nö.

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Wenn ihr auch mal Puschen in Größe 50 ausprobieren wollt, Geöffnet ist „La Primavera“ noch bis 28.09., Fr–So und an Feiertagen von 11.00 – 18.00 Uhr. Nach diesem weltbewegenden Erlebnis und der doch recht schnellen Abhandlung dieses Kunstteils, konträr zur Wartezeit vorher, konnte ich überlegen um 15.00 Uhr wieder bei schönstem Sonnenwetter auf dem Sofa zu hocken oder, wenn man gerade schon mal in Essen ist, noch eine Ecke weiter nach Waltrop zum Schiffshebewerk Henrichenburg zu fahren. Das Schiffhebewerk hatte an dem Sonntag Museumsfest mit freiem Eintritt. Hätte ich gewußt, daß das ansonsten (wenn ich bisher dort war) fast leere Hebewerk so einen Ansturm erleben würde, ich hätte mir das nochmal überlegt.

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Nach einigem hin und her und einem Parkplatz bei Hornbach (offiziell freigegeben) ging’s dann ins LWL Museum. Nicht daß ich, wie bereits erwähnt, das erste Mal dort wäre, weshalb ich auch nicht soviele Fotos vom Hebewerk selbst gemacht habe, ich wollte zur Ausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“ das an diesem Sonntag auf dem Schleppkahn „Ostara“ eröffnet werden sollte. Auf der Bühne gesellten sich aber noch die Macher der Ausstellung und einige andere, die vom WDR Mann Helmut Rehmsen interviewt wurden. Als sich dann die Türen öffneten strömten die Massen auf das Schiff. So 80 – 250 sollten es wohl gewesen sein, die alle gleichzeitig rein wollten 🙂 . Während draußen (ich hatte meine Jacke im Auto gelassen) noch um die 18 Grad herrschten, waren es unter dem Dach des Schleppkahn locker 25 Grad. Wenn draußen kalt auch drinnen kalt, wenn draußen Sonne, drinnen warm solltet ihr euch merken, wenn ihr dort oder an einem anderen Standort diese Ausstellung besuchen wollt.

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Und was gibt’s zu sehen? Ein buntes Sammelsurium aus 100 Jahren Rhein-Herne-Kanal. Zelte der Emscherkunst, genauso wie Postkarten aus Zeiten des Kriegs, Gemälde und Fotos mit Begebenheiten am Ufer des Kanals (ob das Mädel welches ihr Oberteil lupft wußte, daß sie mal Teil einer Ausstellung wird 😉 ), aber auch Fundstücke, die bei der Suche nach was ganz anderem im Kanal wieder ans Tageslicht befördert wurden. Dazu einen 75’er(!) Schraubenschlüssel, Pollerpuppen und Pokale aus dem Revier, Schiffsmodelle, prähistorische Funde und ein Auerochse in Lebensgröße (oder wie ein junger Besucher betonte, ein Aua-Ochse). Alles in allem eine kurzweilige Ausstellung, die bis zum Herbst an weiteren Standorten des Rhein-Herne-Kanals zu finden sein wird. Wenn die Ausstellung nicht Teil des Museums ist, wie im Schiffshebewerk, ist der Eintritt m.W. frei.

Oldtimerbilder dieses und vorheriger Treffen Flickr / Google+
100 Jahre Rhein-Herne-Kanal Flickr / Google+