Ein Tag im Emscherlandschaftspark

Der Kalender zeigt Ende August, es ist Sonntag kurz vor 7.00 Uhr und draußen steigt frühherbstlicher Nebel auf. Heute ist Urlaub (fast) vor der eigenen Haustüre angesagt. Acht gut gelaunte Bloggerinnen und Blogger, eine Organisatorin, eine Tourbegleiterin und ein Busfahrer sollen das Rezept für einen tollen Tag im Emscherlandschaftspark werden. Nicht daß wir uns falsch verstehen, das Rezept funktioniert auch mit weniger als 8 Personen, Hauptsache ihr bringt gute Laune und eine Portion Entdeckergeist mit 🙂 .

08:45 Uhr Treffpunkt Essen Hauptbahnhof
Der Regionalverband Ruhr (RVR) lud auch dieses Jahr wieder ein und 8 Bloggerinnen und Blogger folgten der Einladung zum Besuch des Emscherlandschaftsparks. Dieser größte Regionalpark Europas erstreckt sich von Duisburg im Westen bis nach Bönen, Bergkamen und Holzwickede im Osten einmal quer durchs Ruhrgebiet. Während ich noch eine kurze Instastory ins Handy quatsche geht’s in den Bus, der uns zur ersten Station nach Oberhausen bringt. Informationen liefert uns heute unsere dänische Reisebegleiterin Ulla.

09:15 Uhr Haus Ripshorst in Oberhausen
Das sollten die Ziele für heute sein:
– Haus Ripshorst in Oberhausen
– Halde Beckstraße (Tetraeder) in Bottrop
– Westpark und Jahrhunderthalle (nebst Ruhrtriennale Installation)
– Phönixsee in Dortmund mit Musikpicknick an der Promenade

Wenige Minuten entfernt vom Einkaufszentrum CentrO liegt Haus Ripshorst, Anfang des 14. Jahrhunderts mal ein Rittersitz, heute ein Informationszentrum des RVR. Nicht nur, daß man von hier in Richtung Rhein-Herne-Kanal, Burg Vondern, zum Gleispark Frintrop oder zum Zauberlehrling (tanzender Strommast) laufen kann, auch Fahrradverleih (RevierRad) und ein Gehölzgarten sind Teil des Angebots.

10.00 Uhr Kaffee und Lunchpaket
Hand hoch, wer kennt den Blauglockenbaum? Seht ihr, ich auch nicht. Daher komme ich im Herbst zum „Indian summer“ mit Sicherheit nochmal in den Gehölzgarten zurück. Nach einer kleinen Runde durch den Park sitzen wir mit einem Kaffee gemütlich auf der kleinen Terrasse, verspeisen erste Sandwiches aus dem gereichten Lunchpaket und fühlen uns schon tiefenentspannt. Punkt zwei der Liste wartet und während wir in Richtung Tetraeder fahren, lernen wir so nebenbei, daß die gelben Ortseingangsschilder auch eine Erfindung des Ruhrgebiets sind.

11.00 Uhr Tatraeder – Halde Beckstraße
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, warum auf der Halde ausgerechnet ein Tetraeder steht. Künstlerische Freiheit? Nein, laßt mich kurz abschweifen in die Chemie, also dem Fach, in dem mein Lehrer immer Mitleidsvieren verteilt hat. Im Steinkohlebergbau wird Methangas frei. Das Methanmolekül besteht aus einem Kohlenstoff- und vier Wasserstoffatomen und die bilden die Form eines Tetraeders. Merken, ich frage das morgen ab 😉 .

12.00 Uhr Bottroper Gartenstadt Welheim
Wir dürfen, dank Sondergenehmigung, mit dem kleinen Bus bis auf den Parkplatz unterhalb des Haldenplateaus fahren. Zugegeben, die Lochgitter des Tetraeders flößen einem beim ersten Besuch schon Respekt ein, die wackelnde Treppe tut ihr übriges. Trotzdem trauen sich die meisten bis nach oben. Die Aussicht von hier müßt ihr selbst erleben, ich könnte stundenlang hier stehen, aber weitere Programmpunkte werfen ihre Schatten voraus.

Der Bus biegt in die Bottroper Gartenstadt Welheim ein, einer Bergbausiedlung aus den Jahren 1914-1923, renoviert und durch Zusammenlegung von Wohnraum in den 1990’er Jahren heute als Wohnraum sehr begehrt. Unsere dänische Tourbegleiterin Ulla erzählt weiter, daß das erste Länderspiel der deutschen Frauenfußball- nationalmannschaft 1956 trotz DFB-Verbots hier um die Ecke im Stadion Mathias Stinnes in Essen Karnap stattfand. Überhaupt, Fußball zieht sich durch so manche Anekdote im Ruhrgebiet, fast so wie der Karneval durch Köln.

12:45 Uhr Westpark und Jahrhunderthalle
Über eine kleine Seitenstraße erreichen wir in Bochum die Erzbahntrasse, die heute ein sehr belebter Radweg ist. 2012 bin ich die Strecke von Bochum nach Gelsenkirchen mal gefahren. Kreuzungsfrei bei fast gleichbleibendem Höhenprofil fährt man über alle Straßen und Flußläufe hinweg. Zu Fuß erreichen wir über die Trasse den Westpark an der Bochumer Jahrhunderthalle. Der Park ist in drei Höhenstufen gegliedert und bietet viel Platz zum spazieren gehen oder Industriekultur bestaunen.

Auf dem Vorplatz steht zur Zeit auch noch ein Kunstwerk der Ruhrtriennale mit dem Namen The good, the bad and the ugly. Toiletten, die auch Kunst sein könnten, rollende Köpfe und ein Hauptkunstwerk, das einen überdimensional großen, recht kantig geformten Menschen und ein Tier beim „Doggy stile“ zeigt. Fragt nicht, Kunst eben 😮 .

13:45 Auf zum Musikpicknick am Phönixsee
So langsam meldet sich der kleine Hunger. Es geht zur vierten Station, zum Musikpicknick an den Dortmunder Phönixsee. Das Musikpicknick ist übrigens ein Programmpunkt aus der Reihe „Unter freiem Himmel“ das jedes Jahr mehrfach im Emscherlandschaftspark stattfindet. Heute eben ein SongSlam, dazu für uns ein Wrap von WrapAttack und ein frisch gepresster Orangensaft von Frucht Flitzer. Wir genießen einfach die herrliche Sonne und lassen es uns gut gehen im Emscherlandschaftspark 😉 .

Da wo früher Stahl produziert wurde befindet sich heute ein 24 ha großer See und ein komplett neues Wohn- und Naherholungsgebiet (Prominenz eingeschlossen). Einige aus unserer Bloggerrunde meinen Robert Lewandowski Roman Weidenfeller (mit Kind auf dem Arm) erkannt zu haben. Ich habe ja keine Ahnung von Fußball, aber wenn man sich so sicher war, wird er es wohl gewesen sein. Nach ca. 1 Stunde drehen wir noch eine halbe Runde um den See, was mehrere hundert andere an diesem Sonntag auch machten, bis uns der Bus in einer kleinen Seitenstraße wieder aufsammelt. Alles in allem ein gelungener Sonntag, der sich so oder ähnlich gerne wiederholen darf.

15:45 Uhr Dankeschön und weitere Bilder
Wie schon erwähnt wurde ich durch den Regionalverband Ruhr zu diesem Tag eingeladen, die wiedergegebene Meinung ist trotzdem meine eigene. Der Dank geht an Ulla Enigk (Tourguide, RuhrTour), Marja Wardenga (Organisation, Go Between GmbH), Sabine Auer (RVR) und unseren Fahrer. Mehr Infos gibt’s auf MetropoleRuhr.de oder auf Emscherlandschaftspark.de.

17.00 Uhr Zurück in Essen
Wenn dieser Blogbeitrag Anregung war, selbst den Emscherlandschaftspark zu erkunden, gebt mir doch mal eine Rückmeldung in Form eines Kommentars und wer erst noch weitere Bilder sehen möchte klickt auf Flickr oder GooglePhotos.
Hier geht’s übrigens zur Tour aus dem vergangenen Jahr.

Die gleiche Reise aus anderem Blickwinkel findet ihr jetzt schon oder bald bei Christina, Danny, Frauke, Gesa, Jürgen und Silke.

5 Kommentare

  1. Danke für den Bericht. Schade, dass es bei mir mit der Teilnahme nicht geklappt hat.

    Übrigens: Robert Lewandowski spielt bereits seit längerem nicht mehr in Dortmund, sondern bei einem unbedeutenden Verein im Süden. Es wäre beinahe eine Sensation, ihn am Sonntag in Dortmund zu sehen 😉

    Antwort

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