Holla die Waldfee (am Baldeneysee)

Baldeneysee

Holla die Waldfee, oder die Geschichte vom Sommer, der plötzlich wieder da war. Ich glaube es war im März, als ja eigentlich noch Frühling war, als es kurz mal richtig warm wurde, danach regnerisch und seit gestern ist der Sommer zurückgekehrt. Aber sowas von … 34 Grad, 35 Grad, 36 Grad …. und ja, ich hab’s ganz gerne etwas wärmer und Sonne macht mir auch nichts, solange es nicht die tropische Hitze ist. Aber trotzdem muß ich auf meinen Kopp aufpassen, denn wenn der zu lange in der Sonne brutzelt, brutzelt auch mein Hirn, sprich ich krich Kopfweh 🙂 . Aber mein Hirn sagt mir auch … Sonne? Du mußt raus. Also Sonnencreme auf die Stellen die freiliegen und ab dafür. Auf ’ne Halde? Ja habe ich auch schon gebracht, da war ich dann aber morgens um 9.00 Uhr.

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Nein gestern war es schon fast Mittag und ich dachte an den Baldeneysee, dahin kannste ja mal wieder fahren. Nun kenne ich die Regattastrecke ja schon auswendig und die Radfahrer und Rollerskater dort i.d.R. auch. Dieses Mal sollte es eine andere Stelle sein, gleich verbunden mit der Suche nach dem Förderturm der Zeche Carl Funke, dem letzten Überrest der Zeche, den man auch vom Wasser her immer sehen kann. Also Google Maps und mein neues Buch „Auf Zeche“ bemüht, um zu gucken wo ich hin muß. Lanfermannfähre, Essen .. mhmm .. bischen versteckt, aber das Navi kennt den Weg. Die Straße ist ziemlich lang und als es langsam enger wird, die letzten Wohnhäuser hinter mir liegen, stelle ich mein Auto am Straßenrand ab und mache mich auf die Suche.

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Und wat soll ich sagen? Ihr müßt wissen, daß um mich herum alles Bäume standen. Ich konnte es also wirklich nicht sehen, aber vom Auto bis zum Fördergerüst der ehemaligen Zeche Carl Funke waren es geschätzte 50 Meter 🙂 . Ich hatte unmittelbar davor geparkt. Das nennt man wohl Punktlandung. Also ein paar Fotos gemacht und dann entlang des Baldeneysees spaziert. Eine neue Sicht bei schönstem Sonnenwetter. Der Samstag wurde von Radfahrern genauso genutzt wie von einer Truppe junger Frauen. Bauchfrei locker bekleidet, mit Sekfläschchen in der Hand und Musikanlage auf dem Bollerwagen. Schien sowas wie ein Junggesellinnenabschied zu sein und wenn man dann, während man auf der Bank sitzt, locker lässig gedrückt wird weiß man, daß man im Ruhrpott ist 😉 . Wer weiß, wer weiß, vielleicht war das die eingangs erwähnte Waldfee. Ich hätte mir was wünschen sollen 😀 .

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Jetzt brauchte ich ’ne Abkühlung. Auf dem Rückweg habe ich eine abgeflachte Stelle am Ufer gefunden und meine Füße ins kühle Naß gesteckt. Am liebsten wäre ich dort noch länger sitzengeblieben, aber Sonnenbrand auf den Füßen hatte ich auch schon mal und ich sage euch das ist unangenehm. Nach ca. 20 Minuten Füße kühlen bin ich wieder zurück zum Auto und mit Klimaanlage zurück nach Krefeld gezockelt. Der Sommer kann bleiben. Hier geht’s zu den „Ruhr2014“ Alben bei Google+ und Flickr.

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Auf nach Berlin (… bald)

Da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, freue ich mich dieses Jahr mal wieder in Berlin zu sein. Mein letzter Besuch ist sage und schreibe 4 Jahre her. Hier findet ihr die Blogbeiträge aus 2010, aus 2009 und 2 x aus 2008 [1]/[2]. Nachdem ich im Frühjahr Hamburg unsicher gemacht habe, sieht mich die Hauptstadt in den Sommerferien wieder. Auch dieses Mal habe ich das „Bahnhit“ Programm genutzt und frühzeitig gebucht. Wer schon mal in Berlin war wird wissen, daß es Ausflugsziele „in Hülle und Fülle“ (oder wie man bei uns sagt „noch und nöcher“) gibt. In diesem Jahr jährt sich übrigens auch zum 25. Mal der Fall der Mauer.

Berlin

Und wie innerhalb Berlins bewegen? Ich werde in den meisten Fällen den ÖPNV wählen, weil der immer noch am bequemsten ist. Alle paar Minuten kommt eine U-Bahn, ein Bus, irgendwas, was den „Kleinstädter“ staunen läßt 🙂 . Bereits beim letzten Mal habe ich mich für eine Mehrtageskarte entschieden, weil sie den großen Vorteil hat, daß man kein Kleingeld mehr benötigt. Einmal abgestempelt gilt die Karte für 48, 72 Stunden oder gleich 5 Tage. Eine dieser Karten ist die WelcomeCard, die neben dem streßfreien Fahrvergnügen noch eine Menge Rabatte incl. hat. Die Karte kostet für den Bereich AB (was den Großteil der Berliner City abdeckt) zwischen 18,50€ und 32,50€ und wenn’s sogar bis nach Potsdam gehen soll für den Bereich ABC zw. 20,50€ und 37,50€.

Berlin

Die Rabatte (meist 25%, bei einigen Partnern aber auch darüber) gelten für ca. 200 Rabattpartner, von Sehenswürdigkeit bis Museum, von Stadttour bis Shopping, bei Partnern in Berlin und Potsdam dazu 4 Wellness Angebote. Und wo bekommt man die WelcomeCard? In den Berlin/Potsdam Tourist Infos, an Verkaufsstellen/Automaten der Berliner Verkehrsunternehmen, an Berliner Flughäfen und online unter berlin-welcomecard.de. Die WelcomeCard habe ich von VisitBerlin zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür vorab schon mal vielen Dank. Und jetzt läuft der Countdown, noch 14 Tage.

Extraschicht 2014

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Es dürfte gefühlt 7-8 Jahre her sein, daß ich einen TV Bericht über tapfere Menschen im Ruhrgebiet gesehen habe, die bei Regen mit Regencape und Schirm bewaffnet eine ganze Nacht durchs Ruhrgebiet laufen. Damals habe ich auf dem Sofa gesessen und darüber geschmunzelt. Jetzt ein paar Jahre später dürft ihr raten, was ich am Samstag gemacht habe 🙂 .

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Kunst, Kultur, eine Nacht, 20 Städte, 50 Spielorte und 2000 Künstler starteten am Samstag in eine neue „Nacht der Industriekultur“. Kurz gesagt, es war wieder Zeit für die Extraschicht. Für alle die bisher noch nie bei einer Extraschicht dabei waren sei gesagt, in der Zeit zwischen 18.00 und 2.00 Uhr sind i.d.R. rund 150.000 – 200.000 Kulturliebhaber mit Bus und Bahn durch das Ruhrgebiet unterwegs und genießen Musik, Artistik, Feuerwerk, Theater, Führungen, Mitmachaktionen u.v.m.

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Gleichzeitig hatte dieses Jahr der Landschaftspark Duisburg Nord sein 20 jähriges Jubiläum, also ein weiterer Grund sich auch dort mal umzuschauen. Ehrlich gesagt war ich etwas unentschlossen, ob ich 2014 überhaupt wieder an der Extraschicht teilnehmen soll, denn leider habe ich dieses Jahr keinerlei Unterstützung erfahren dürfen und außerdem verkündete der Wetterbericht wie oben schon beschrieben nichts Gutes. Last but not least muß ich in der Nacht auch wieder zurück nach Krefeld.

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Aber zu Hause hocken? Nö, ist auch Mist. Also habe ich mich entschlossen zunächst dem Landschaftspark in Duisburg einen Besuch abzustatten (noch vor der eigentlichen Extraschicht) und dann ein spielortbezogenes Ticket auf Zeche Zollverein zu erwerben. Für 10,- € gab es keine vollen Busse und Bahnen (mit schon mal sehr engem Körperkontakt 🙂 ) sondern nur das Gelände auf Zollverein. Dummerweise war das mit der Anreise so eine Sache, weil der Weg von der Autobahn kommend zunächst in einer Reihe von Sackgassen landete und die Parkplätze an Zollverein nur für Besucher mit gesondertem Parkschein zu befahren waren. Mit 30 Minuten Verspätung habe ich es dann doch in einer Nebenstraße geschafft zu parken.

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Auf dem Ehrenhof tummelte sich eine Herde seltsamer Röhren und ein Schäfer, der versuchte diese Röhrenwesen zu bändigen, im „Archiv des Weltensammlers“ konnte man unter komische überdimensionale Hüte klettern und bekam in jedem „Hut“ eine andere Ausstellungswelt auf ganz kleinem Raum zu sehen. Während gerade noch Klavierklänge des „Klavierzaubers“ zu hören waren, lief plötzlich ein Elefant über den Ehrenhof. Zwei Künstler auf Stelzen steckten in „Jumbo“ und erweckten die Illusion zum Leben.

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Einige Programmpunkte waren auf Grund des Wetters kurzerhand in die Hallen verlegt worden, so z.B. auch der „Circo Black and White“ mit Seiltanz, Musik und Hundedressur, der kurzweilige 20 Minuten bescherrte. Eine Reihe weiterer Programmpunkte, die man zum Teil nur so nebenbei wahrgenommen hat, bespielten weite Teile des Geländes und trotzten zum Teil dem feuchten Wetter. Ganz große Hochachtung z.B. den jungen Künstlern und Straßenmusikern, die auch mal nur vor 5-6 Leuten musizierten.

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Die Museum und Ausstellungen hatten lange Warteschlangen, dafür strickten, pardon häkelten ein paar Leute etwas abseits eine Europakarte und auch im hinteren Teil der Kokerei, wo die RAG seit einiger Zeit ihren Firmensitz hat, stand eine Bühne, die aber am frühen Abend nur eine handvoll Zuschauer im Regen erfreute. Zwischen der Zeche und der Kokerei klaffte, vielleicht wetterbedingt, ein Unterhaltungsloch. Ob später noch mehr Gäste dorthin gefunden haben, kann ich nicht sagen. Zum Wetter paßt zumindest das obige Bild, daß ich am Straßenrand aufgenommen habe 🙂 . Mein Abend endete mit der Show von „Mister M“, der wieder mal (ich kannte ihn bereits aus dem Vorjahr) mit Geschick und Humor mit Feuerkeulen jonglierte, während er auf einem drei Meter hohen Einrad saß.

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Mehr Bilder bei Flickr und Google+ im Album „Extraschicht“ (dort auch Bilder aus den Vorjahren).

Rom liegt ja so nah (Römerfest in Xanten)

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Während momentan vermehrt der Fußball über deutsche TV Bildschirme flimmert, war ich am Samstag letzter Woche, nein nicht in Rom, also jedenfalls nicht so ganz, sondern in Xanten am Niederrhein und da waren die Römer wieder auferstanden. Der Archäologische Park Xanten lud mal wieder zum Römerfest “Schwerter, Brot und Spiele” ein. Ich war spät dran, weil ich nicht so recht wußte, was ich vom Wetter halten soll. Aber so lange es nicht regnet … also los. Parkplätze gibt es auf den frisch gemähten Wiesen rund um den Archäologischen Park in ausreichender Anzahl. Als ich gegen kurz nach 11.00 Uhr kam, füllte sich das historische Amphitheater bereits zu den Gladiatorenkämpfen um 11.30 Uhr.

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Das Team Amor Mortis bot eine beeindruckende Show und der Moderator betone ein ums andere Mal, daß es kein Drehbuch gebe und der Kampf nicht vorher abgesprochen sei. Natürlich würde man nicht den Tod darstellen wollen, sondern die Kampfkünste zur römischen Zeit. Als ich die Show verließ, wurden nur wenige Meter entfernt vom Amphitheater bereits die Reit- und Kampfeskünste der Römischen Reiter zu Pferde präsentiert. Das Team der Timetrotter zeigte in Reitervorführungen mit scharfen und mit stumpfen Waffen, wie früher gekämpft wurde. So mancher Heuballen und Kohlkopf (als Menschenersatz) mußte daran glauben.

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Als ich mich an den Ständen und Zelten der Handwerker umsah und die Feldlager der verschiedenen Römischen Einheiten näher inspizierte, machten sich nach und nach die Soldaten zum Festumzug fertig. Die Römer sind übrigens weitestgehend Freizeitrömer, die aus aller Herren Länder nach Xanten anreisen um dort ihr Lagerleben zu präsentieren. Der Tageshöhepunkt näherte sich und von links und rechts kamen plötzlich kleine und große Truppen im Gleichschritt auf die Wegkreuzung zumarschiert. Nachdem sich der Zug aufgestellt hatte, ging es im großen Festumzug in Richtung Amphitheater, wo der gesamte Festumzug ins große Rund einmarschierte. Zeit also Fotos zu machen, von außen, von innen, von oben und von unten. Da kommt man so richtig in Streß 😉 .

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Als sich die Gladiatorenschau, für alle später Dazugestoßenen, ein zweites Mal wiederholte zog ich mich zurück und betrachtete nochmal den ersten Teil der Timetrotter Vorführung, die ich vorher nicht gesehen hatte. Mittlerweile waren rund 4 Stunden verflogen wie nichts. Eine große Runde durch den Park und noch ein paar Fotos später zog ich mich dann am frühen Nachmittag zurück. Übrigens Kinder haben bei dieser Veranstaltung freien Eintritt und an vielen Ecken gibt es Bastel- und Mitmachangebote. Das nächste Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“ findet voraussichtlich im Juni 2016 statt. Vielleicht seid ihr dann auch mit dabei. Ihr wollt noch weitere Fotos sehen? Dann klickt euch mal zu Flickr oder zu Google+ rüber.

Flachsmarkt 2014

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Pfingsten 2014 soll als das wärmste Pfingsten seit ewig in die Wettergeschichte eingehen und trotzdem (oder gerade deshalb) ließen sich auch 2014 die Besucher nicht davon abhalten gleich zur Kassenöffnung den Flachsmarkt zu entern. Dieses Jahr gab es (meines Wissens) erstmals am Samstag einen Kindertag, was zusätzlich für einen Besucherschub gesorgt haben dürfte. Kinder brauchten nämlich keinen Eintritt zu zahlen. Erwachsene wie im letzten Jahr 8,- Euro.

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Es war 7.30 Uhr mein Wecker klingelt. So früh aufstehen an einem Samstag? Aber ja, denn erstens will man schließlich gut gestärkt in den Tag starten und zweitens gilt es bei dem Wetter noch ein wenig Proviant in den Rucksack zu packen. Mindestens 1,5 Liter Wasser sollten es schon sein, denn die Sonne brannte bereits um 9.30 Uhr in der Frühe vom Himmel. Also los, die Straßenbahn war noch erfreulich leer, dafür waren die Kassen zum Flachsmarkt bereits gegen 9.45 Uhr geöffnet.

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Hinein ins Geschehen und dieses Mal ganz anders als sonst. Einer der ersten Wege führte zwar wie immer in die Burg, denn da ist der Zutritt begrenzt aber danach ging es dieses Mal zuerst auf die Ritterwiese. Die Luft stand still dort und es war bereits unglaublich warm. Da macht es Sinn sich für Ritterrüstungen zu interessieren 🙂 . Die Ritter waren vermutlich noch bei der Morgentoilette, so daß ich nur 1-2 von ihnen zu Gesicht bekommen habe. Zurück zur Burg, denn trotz diverser Besuche auf dem Flachsmarkt, bin ich dieses Jahr zum allerersten Mal zur offiziellen Eröffnung auf der Vorburg mit dabei.

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Der Spielmannszug des Fanfarencorps Korschenbroich marschiert gefolgt von Hornbläsern, dem Kurfürst mit großem Gefolge und dem Schirmherrn Antoin Scholten – Bürgermeister von Venlo – in die Vorburg ein. Als traditionelles und historisches Symbol des Marktes wird das Marktkreuz mit Richtschwert und Siegel aufgerichtet. Danach werden diverse Politiker, Bürgermeister und der Oberbürgermeister begrüßt. Auch hier steht die Luft, ich bewundere die Menschen, die in Tracht in der prallen Sonne aushalten.

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Ich mache mich unterdessen auf den Weg Flachsspinnern, Handwebern, Lehmbauern, Sattlern, Seilern, Rüstungsschmieden, Kettenhemdmachern, Perückenmacherinen und Buttermachern bei der Arbeit zuzuschauen. Dazwischen die üblichen Künstler, Gaukler und Musikanten. Dieses Jahr auch wieder mit dabei eine Falknerin mit ihren Tieren und natürlich der passenden Flugvorführung.

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Wenn ihr Lust bekommen habt, das nächste Pfingsten folgt bestimmt. Genug der Worte, jetzt kommt das mit den Fotos. Klickt für mehr auf das Album „Rund um Krefeld“ bei Google+ oder bei Flickr.

Landesgartenschau in Zülpich (NRW)

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„Zülpicher Jahrtausendgärten von der Römerzeit bis ins 21. Jahrhundert“, so wirbt die Landesgartenschau zur Zeit auf ihren Broschüren für einen Besuch in Zülpich. Und da uns der Frühling z.Zt. mal wieder mit super sonnigem Wetter überrascht war ich an diesem Samstag rund 50 km südwestlich von Köln. Vom 16.04. – 12.10.2014 ist Zülpich Gastgeber der Landesgartenschau 2014 in Nordrhein-Westfalen. Mit den ersten Sonnenstrahlen bin ich alter Schlaufuchs früh aus dem Bett und ab dafür auf die Autobahn. Dem Navi noch kurz ein Schnippchen geschlagen, weil aus Richtung Norden die Anfahrt über die Ausfahrt Erftstadt (A61/A1) kürzer ist, als der Umweg über das Autobahnkreuz Bliesheim. Somit fuhr ich um Punkt 9.00 Uhr auf den Parkplatz und war neben 10-15 Autos fast alleine.

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Der Haupteingang liegt mitten zwischen Feldern und ich mußte mich kurz umgucken, ob ich hier überhaupt richtig bin. Die Adresse Wassersportsee 1, Zülpich schien zu stimmen, also ab zur Kasse und in den Park. Links vom Eingang jede Menge Zelte, die mir etwas verkaufen wollten, von der Blumenzwiebel bis zur Gartendeko, ich hab’s einfach ignoriert und mich in Richtung See aufgemacht. Die Landesgartenschau besteht aus verschiedenen Schauplätzen. Zunächst der ca. 20 Hektar große Seepark, an dem sich der Haupteingang befindet. Der Seepark beinhaltet u.a. eine Blumenhalle, die große Bühne mit täglichen Veranstaltungen und ein Seebad, in dem man sogar schwimmen kann.

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Wie uns Wikipedia hier erzählt, ist der See ein Rest aus Tagebauzeiten zwischen Zülpich-Zentrum und Lövenich in den Jahren 1953 bis 1969. Oberhalb des Sees erstreckt sich eine riesengroße Wiese, die RWE-Relax-Wiese. Hier kann man es sich bequem machen auf Liegestühlen, auf Sitzsäcken oder Picknickdecke vorausgesetzt unter einem der schattenspendenden Sonnensegel. Aber wie gesagt, gerade mal kurz nach 9.00 Uhr, kein Grund mich auszuruhen. Der Weg führt in zwei Etagen weiter und trifft dann wieder zusammen. Ich sehe überall entlang der Wege geschlossene Mülleimer, so wie sie der eine oder andere vom heimischen Hinterhof kennt. Unscheinbar, aber mit Deckel für saubere Wege, ein Pluspunkt.

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Nach der Wegbiegung blinken einem rund hundert Sonnenfänger in allen möglichen Farben entgegen und gestalten den Weg mehr als bunt. Der Besucher hat die Wahl den Weg entlang des Sees zu laufen oder in bequemen Serpentinen bergan zu den Seegärten. Hier gibt’s hinter jeder Hecke neue Eindrücke, mal mit und mal ohne Wasser, mal mit bunten Blumen und mal mit verrückten oder verspielten Skulpturen. Zeit sich mal hinzusetzen und etwas zu trinken. Viele Familien packen ihre Picknicksachen aus und nutzen die Tische, Bänke oder Stühle, die in den Gärten verteilt stehen. Wer mit Kindern kommt, hat eine Reihe von Spiel- und Wasserspielplätzen zur Auswahl. Im Übrigen, nur nebenbei erwähnt, wer möchte kann einen weiteren Tag anhängen und das Ausflugsprogramm erweitern durch einen Museumsbesuch, eine Planwagenfahrt oder einen Besuch der Römerthermen (Museum der Badekultur). Für letztere gibt es meines Wissen vergünstigte Eintrittspreise, wenn ihr gleich beides zusammen zahlt.

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Am Ende der Gärten der erste Ausgang. Von hier geht’s über die Römerstraße in rd. 10 Minuten zu Fuß zum Zülpicher Stadtkern und von dort weiter in den zweiten Teil der Landesgartenschau, dem Park am Wallgraben. Wer fahren möchte, nutzt den RWE Shuttle, ein kleines Bimmelbähnchen. Leider ist das Bähnchen etwas unterdimensioniert, denn es faßt geschätzt nur 30-40 Personen, während ungefähr doppelt so viele mitfahren wollten. Auf dem Hinweg, habe ich ein Plätzchen ergattert, auf dem Rückweg habe ich den älteren Leuten den Vortritt gelassen. An diesem Samstag gab es im Stadtkern den Zülpicher Straßenmarkt, so daß der Shuttle (also das Ausflugsbähnchen) vor dem Stadttor hielt und man sich selbst auf die Suche nach dem zweiten Eingang machen mußte. Hier würde ich einen Kritikpunkt ansetzen, denn die Ausschilderung ist hier etwas untergegangen.

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Außerdem war es mir auf der kleinen Straße mit den Straßenhändlern, Flohmarktbeschickern, Blaskapellen und Landesgartenschaubesuchern viel zu voll. Kopfschmerz machte sich breit und ich sah zu, daß ich „Land gewinne“. Nach 10 Min. war der zweite Eingang gefunden und es wurde wieder ruhiger. Unterhalb der Landsburg und der Stadtmauer wurde man durch Streuobstwiesen, kunterbunte Frühlingswiesen und einige Kunstwerke begrüßt. Hier wurden bestehende Obstbäume in die Gartenschau mit eingebunden. Dazu der Rosengarten, der WDR Garten, eine lange Tafel mit bunt bemalten Stühlen, ein altes Karussell, der Lesegarten (ausruhen und den Gedichten aus versteckten Lautsprechern lauschen), ein Obstgarten, der Freizeitgarten usw. Dieser Teil der Gartenschau sah etwas unsauberer aus, denn es gab offene Müllbehältnisse, die leider etwas verwühlt aussahen und z.T. fand sich der Müll auch daneben. Wer am Ende des Wegs die Landesgartenschau nicht verlassen möchte, muß den Ausgang ignorieren und den gleichen Weg zurückgehen, denn einen Eingang gibt es an der Stelle nicht.

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Mein Rückweg führte durch einen Teil der Einkaufsstraße, die mir wie erwähnt viel zu voll war und aus der ich mich auch ruck zuck verabschiedet habe. Mangels Fahrgelegenheit ging es zunächst entlang der Hauptstraße mit Supermärkten etc. und dann durch die Felder zu Fuß zurück zum Hauptteil des Parks (Eintrittskarte griffbereit halten). Nachdem ich die Seegärten auf dem Hinweg gesehen hatte, habe ich mir für den Rückweg den bequemen Weg entlang des Sees ausgewählt. Hier gibt es dieses Mal Treppen für den kurzen oder wiederum Serpentinen für den bequemen (auch für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen etc.) geeigneten Weg. Am Ende durfte auch die Relaxwiese, die ich eingangs erwähnte, für eine kurze Entspannung herhalten.

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Ich habe noch der Greifvogelschau beigewohnt (bitte hinsetzen, die Vögel fliegen hier tief 😉 ), bevor ich mich auf den Rückweg gemacht habe. Am Ende würde ich sagen, es war schön und die 15,50 € (10% Rabat mit der RWE, AOK oder ADAC Karte) waren angemessen, auch wenn ich es am Anfang etwas „übersichtlich“ fand. Alles ein bisschen kleiner als bei einer Bundesgartenschau, aber ich bin sicher, das wird später, nach Ende der LaGa2014 ein schöner Park. Der RWE Shuttle hätte etwas größer ausfallen dürfen und daß man als Besucher durch die Einkaufsstraße in den zweiten Teil der Gartenschau geführt wurde hat speziell mir auch nicht so zugesagt, denn ich wollte ja keinen Stadtbummel.

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Geöffnet ist die Landesgartenschau täglich ab 09.00 Uhr und abends bis 19.00 Uhr, man darf sich aber bis zum Einbruch der Dunkelheit (maximal 21.00 Uhr) auf dem Gelände aufhalten. Der LaGa Besuch wurde im Übrigen selbst finanziert, was es mir leicht macht, auch die o.g. Kritikpunkte anzuführen. Mehr Bilder gibt’s bei Google+ oder Flickr.

Die Wandersprosse und andere exotische Lebensformen

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Zum Landschaftspark Duisburg Nord, einem alten Hüttenwerk, das vor 20 Jahren in einen Landschaftspark umgestaltet wurde, muß ich euch nichts erklären oder? Viel Platz um spazieren zu gehen, Industriearchitektur zu bestaunen oder um auf einen echten Hochofen zu klettern. Am 28.06.2014 lädt der Landschaftspark nicht nur wieder zur Extraschicht ein, sondern ab 12.00 Uhr auch zum 20-jährigen Jubiläum und damit zum großen Jubiläums-Familienfest.

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In der letzten Woche war ich allerdings dort, um mir das „Kunst.WERK 2014 – REFUGIEN II – Von den Beziehungsgef(l)echten zwischen Mensch und Natur“ zu betrachten (etwas sperriger Name). In den Vorratsbunkern 2-5 stehen und hängen merkwürdige Kreaturen und Kunstwerke, teilweise zwischen Pflanzen versteckt, teilweise an Fäden aufgehängt. REFUGIEN II erzählt, ich zitiere mal, „… von den dauernden Versuchen des Menschen, gestaltend und regulierend Einfluss auf seine (Um)Welt zu nehmen“.

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Während in einem Blumenbeet eine Wandersprosse (Stirps vagans muelleri) – ein biomorpher Neophyt – seine Arme bedrohlich ausstreckt (ihr könnt selber mal danach googeln 😉 ), verstecken sich im Gestrüpp entlang des Bunkerstegs in der Erzbunkeranlage weitere exotische Lebensformen und pflanzliche Invasoren. Ist das da vorne nicht ein Herz? Ja, aber es schlägt nicht mehr. Unterdessen läuft im dunklen Teil des Erzbunkers eine Filminstallation (Knopf drücken).

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Die Kunstwerke der Ausstellung REFUGIEN II – Von den Beziehungsgef(l)echten zwischen Mensch und Natur von Corinna Kuhn und Detlef Kelbassa (Kelbassa´s Panoptikum) sind manchmal witzig, manchmal rätselhaft und erwecken manchmal den Eindruck, sie entstammten einem Bastelnachmittag im Kindergarten. Geöffnet ist die Ausstellung in den Erzbunkeranlagen in der Zeit vom 04. Mai bis 05. Oktober 2014 täglich (Montag bis Donnerstag) von 08:00 – 22:30 Uhr und Freitag bis Sonntag sogar von 08:00 – 01:00 Uhr. Wichtig, es kostet keinen Eintritt.

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Allez hopp, die Katze macht (Achtung Wortspiel) einen Katzensprung während hinter dem Rücken das „eiskalte Händchen“ über einem schwebt. Besonders interessant erscheint die Faden-/Kunstwerkkonstruktion, wenn die Sonne in den Erzbunker scheint, denn dann ergeben sich zum Teil interessante Schattenspiele an den Bunkerwänden. Ich empfehle nach dem Betreten der Bunker von unten, auch mal in die erste Etage zu klettern und sich das Kunstwerk von oben anzusehen. Bis Oktober habt ihr ja noch Zeit, vielleicht auch am Tag des Jubiläums-Familienfests. Mehr Bilder? Auf zu Google+ oder Flickr.

Krefeld historisch

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Am letzten Sonntag wollte ich es mir mal gemütlich machen, obwohl das Wetter mehr als schön war. Nein nicht auf der Couch, nur einfach keine große Tour unternehmen. Auch in Krefeld gibt es manchmal mehr zu sehen, als man denkt. Bereits 100 mal bin ich beispielsweise am sogenannten „Nordbahnhof“ vorbeigefahren, ohne daß ich ihn jemals betreten hätte. Ihr müßt wissen, der Nordbahnhof ist ein stillgelegter Bahnhof, der zum einen, wie ich hörte, zu einem tollen Restaurant ausgebaut wurde und zum anderen sonntags sowie an Feiertagen Haltepunkt des „Schluff’s“ ist. Schluff? So nennt sich der historische Zug, der zeitweise von einer echten Dampflokomotive gezogen wird und mit dem man einen Ausflug zum Hülser Berg machen kann. Gut Berg ist vielleicht übertrieben, aber er ist mit 63 Metern die höchste natürliche Erhebung in Krefeld (ich berichtete schon mal hier und hier darüber).

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Es ist keine Weltreise dorthin, die Fahrt dauert sowas um die 30 Min., aber man sitzt in alten renovierten Waggons oder steht auf einem dieser offenen Wagenübergänge. Ausgerechnet dieses Mal hatte der Zug 30 Minuten Verspätung (fühlte mich an die Deutsche Bahn erinnert 😮 ) und wurde nicht von einer Dampf- sondern nur von einer Diesellok gezogen. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal :-).

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Danach ging es zur Burg Linn. Da am Sonntag deutschlandweit Museumstag war, dachte ich, man könnte ja mal eines der Linner Museen aufsuchen. Aber dazu bin ich garnicht gekommen, wäre ja auch blöd bei dem schönen Wetter. Der Turm der Burg (auch Teil der Linner Museen) war geöffnet und dort oben war ich vor gefühlten 20 Jahren das letzte Mal. Eine enge Treppe, so breit, daß immer nur eine Person hoch oder runter gehen kann, führt hinauf auf den Turm mit Sicht über Krefeld, nach Duisburg und nach Düsseldorf (der Fernsehturm ist zu erkennen).

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Zurück in den Innenhof der Burg standen dort die Feuerwehrspritzen von anno dazumal und warteten nicht nur darauf bewundert zu werden. Die Löschzüge, allesamt besetzt mit Feuerwehrleuten gesetzteren Alters, traten im spielerischen Wettkampf gegeneinander an. Schließlich brannte das Haus von „Schneider Wibbel“ auf der anderen Bachseite 🙂 .

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Die Löschwagen mußten zuerst durch ein Labyrinth, wollten dann mit Wasser gefüllt werden und last but not least ging es darum, mit manueller Kraft (Handpumpen) das Wasser in den Schlauch und auf das angenommene Feuer zu befördern. Ein unterhaltsamer Tag, der mit einem abschließenden Abstecher in den Botanischen Garten und einem Balkonnachmittag endete.

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Bei der Gelegenheit vielleicht noch der Hinweis, auf den Flachsmarkt, der an Pfingsten wieder auf und rund um die Burg Linn stattfindet. Dann kostet es allerdings Eintritt und da es i.d.R. voll wird, rate ich zu früher Anreise. Am Pfingstsamstag (07.06.2014) ist der Eintritt für Kinder übrigens frei. Parkplätze gibt’s, etwas Fußweg ist aber m.W. damit verbunden, öffentliche Verkehrsmittel sind zu empfehlen.

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Mehr Fotos bei Google+ und bei Flickr.

Rheinorange

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Für den Fall, daß ihr mit eurer Jacht mal über den Rhein schippert und euch fragt, wo in drei Teufels Namen mündet hier eigentlich die Ruhr in den Rhein gibt es nur eine Antwort … Rheinorange. Wie bitte? Die Ruhrmündung ist an einer Skulptur (25 Meter hoch, sieben Meter breit, einen Meter tief) zu erkennen. Diese Skulptur (ich dachte zuerst, sie sei vergleichbar mit der Bramme auf der Schurenbachhalde in Essen) wiegt 83 Tonnen, ist aber innen hohl und außen orange angestrichen. Der Name Rheinorange ist ein Wortspiel, denn bei der Farbe handelt es sich um den Farbton RAL 2004 = Reinorange. Und da nun mal die Ruhr in den Rhein … verstanden 😉 ?

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Wenn ihr nicht gerade an der Stelle euer Boot zu Wasser lassen wollt, gibt es nur einen Fußweg dorthin und der liegt, zumindest immer wenn ich dort bin, im Schatten. Ihr meint falsche Tageszeit? Vermutlich habt ihr Recht. Vielleicht auch falsche Jahreszeit, denn der Besuch ist auch schon ein paar Tage her. Und was kann man nun dort machen? Am Kiesstrand auf einem Bein stehen, die Skulptur bestaunen und den Schiffen winken, nach Duisburg Ruhrort rübergucken, ein paar Fotos machen und einfach nur dort sitzen und denken …. boah ist das schön ruhig hier … bis der nächste mit sein Äutoken übern Fußweg gebrettert kommt als gäb’s kein morgen, an der extra abgeflachten Uferzone seine Minijacht ins Wasser bugsiert und mit rörendem Motor über die Ruhrmündung hinaus in den Rhein jagt. Ich beiß derweil in mein mitgebrachtes Milchstütchen und hüpf noch was auf einem Bein. Ach wat war dat bis gerade noch schön ruhig hier 🙂 .

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Tante Emmas Warenwelt

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Das Grefrather Freilichtmuseum ist mit dem in Hagen oder Detmold vielleicht nicht zu vergleichen, hat aber mit der Dorenburg ein schönes Gebäude für Sonderausstellungen. Und auch das Spielzeugmuseum ist immer wieder sehenswert, wenn man Erwachsene sagen hören will „Guck, das hatte ich früher auch“ 😉 . Die Dorenburg, die nur Burg heißt, ansonsten eher einem großen Wohnhaus ähnelt, weil sie um 1630 von einer mittelalterlichen Wehrburg zu einem barocken Herrensitz umgebaut wurde, wird innerhalb des Freilichtmuseums für Sonderausstellungen genutzt. Die aktuelle Sonderausstellung lautet „Tante Emmas Warenwelt“ und zeigt historische Werbung und Verpackungen, Werbeschilder und Plakate aus der Zeit vor 1960.

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Die Objekte stammen zum Großteil aus der Privatsammlung von Petra und Harald Pauw aus Nettetal und weil ja nicht irgendwelche Marken in einem niederrheinischen Freilichtmuseum ausgestellt werden sollen, ist es erstaunlich wieviele Produkte auch am Niederrhein hergestellt wurden. Ob der Magenbitter von Underberg, das Waschpulver Persil von Henkel oder der Teekanne-Tee. Aber auch Wissen wird vermittelt. Wußtet ihr z.B. daß der Name Eduscho, der heute zum Tschibokonzern gehört, ursprünglich von Eduard Schopf, Bremen gegründet wurde?

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Manch ein Produkt, das dort ausgestellt ist, kam mir nicht ganz unbekannt vor. Die kleine Keksdose DIXI von Bahlsen hatte ich auch in meinem Kaufladen und mein Zugang zum Kaffee ging als Jugendlicher über ein Kaffeesurogatextrakt (einer Art Ersatzkaffee aus Getreide) namens Caro. Erstaunlich fand ich, wieviele Produkte ihre Werbung damals auf Aschenbecher gedruckt haben. Selbst Schokoladenhersteller wie Waldbauer oder die heute noch bekannte Eszet Schnitte, hatten Aschenbecher als Werbemittel.

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Aufgefallen ist mir in der Ausstellung auch eine Postkarte aus dem Hause Bahlsen, auf welcher einem Großhändler 1936 eine Lieferabsage übersandt wurde, weil er rechnerisch sonst nur Waren für 2,50 Reichsmarkt erhalten würde. Unterschrieben ist die offizielle Karte mit einem Stempel aus dem Hause Bahlsen mit der Grußformel „Heil Hitler“. So eine Karte hatte ich bisher noch nicht gesehen. Nivea Dosen kennt ihr im bekannten blau, aber Nivea Zahnpasta? Davon hatte ich auch noch nie gehört. Anscheinend war sie leicht schäumend und wundervoll im Geschmack 😉 .

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Überhaupt Persil hatte das „selbsttätige“ Waschmittel, Pril reinigt fettlösend (Küchenmöbel, Fliesen und Fenster) und Dixan reinigte mit „gebremstem Schaum“. Ein verregnetes Wochenende, einfach mal ins Museum und in der Vergangenheit schwelgen. Ein paar bewegte Bilder gibt es in einem Lokalzeitbericht des WDR, eine Auswahl Fotos bei Flickr oder Google+.