Der schöne Schein

IMG_9893

Wie fange ich denn diesen Blogbeitrag jetzt an? Schreibe ich was über großformatige Meisterwerke oder über die “320°” Lichtproduktion oder erkläre ich euch was der Gasometer ist? Also ich glaube den Gasometer kennt ihr (sonst klickt ihr hier). Fangen wir also mit den Meisterwerken an. Bilder für die man sonst nach Berlin (Nationalgallerie) nach New York (MoMa) oder in den Pariser Louvre reisen müßte, Bilder aus London oder Florenz sind allesamt vereint in einer Ausstellung, die sich im Gasometer auf zwei Ebenen befindet. Nicht die Originale versteht sich, sondern vergrößerte Reproduktuionen sind Teil der Ausstellung „Der schöne Schein„.

DerSchöneSchein_1

DerSchöneSchein_2

Wenn ich ehrlichbin, mit Bildern habe ich es nicht so. Nur die wenigsten davon würde ich mir ins Wohnzimmer hängen, aber wenn ihr „Nofretete“, die „Venus von Milo“, die Frau mit den zwei Vornamen („Mona Lisa“), Caspar David Friedrichs „Mondaufgang am Meer“ oder van Goghs „Sternennacht“ sehen wollt, dann seid ihr hier richtig. Zum Glück sind es „Meisterwerke“ der Kunstgeschichte, oder was wäre sonst der Grund freizügige Jünglinge, Frauen oben ohne oder die Geburt der Venus zu zeigen 😉 ? Außerdem Gipsabgüsse von Frauen mit appe Arme, von Männern mit appem Geschlechtsteil oder Personen mit apper Haut :-D. Wenn ihr also Kunst sehen wollt, die (Achtung Wortspiel) unter die Haut geht und für die ihr sonst um die halbe Welt reisen müßtet, kommt in diese Ausstellung.

IMG_9702

Gut gefallen, hat mir die Idee ein Fresco kopfüber an die Decke zu hängen und selbiges unter zu Hilfenahme eines riesigen Bodenspiegels zu betrachten. Doch Höhepunkt der Ausstellung ist die Installation “320° Licht” der Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN. Nehmt euch eines der Sitzsack Kissen und macht es euch auf der Treppe oder auf dem Boden der zweiten Ebene bequem. Die Augen müsse sich zunächst an die Dunkelheit des Raums gewöhnen, bevor man die Installation genießen kann. Die rd. 100 Meter zwischen der ehemaligen Gasruckscheibe und dem Dach verschwimmen mit der Installation zu einem einzigartigen Gesamtbild.

IMG_9781

IMG_9871

Leider ist die Illumination für Fotos etwas lichtschwach (zumindest ohne professionelles Equipment), aber ich habe trotzdem einige Versuche unternommen und das Ergebnis seht ihr in diesem Blog und bei Google+ oder Flickr. Wohlgemerkt das menschliche Auge hat eindeutig Vorteile gegenüber der Kamera. Die Ausstellung läuft noch bis 30.12.2014. Ach ja, nicht vergessen nach der Ausstellung auf’s Dach zu fahren und das Ruhrgebiet aus 117 Metern Höhe zu betrachten. Es gibt kaum einen besseren Aussichtspunkt dafür.

P.S.: Urbanscreen.com zeigt, wie das mit der Aufnahme funktioniert, wenn man die richtige Kamera besitzt.

3 Nächte in Hamburg

IMG_9363

Klar ich habe die Reise selber gebucht, aber wenn der Reisetag bevorsteht muß ich Koffer packen, pünktlich aufstehen, auf Bahnhöfen herumstehen und denke mir „am liebsten schlafe ich ja im eigenen Bett“ 😀 . Aber wenn ich dann einmal im Zug sitze freue ich mich auf 4 Tage (und 3 Nächte) in Hamburg. Dann muß ich mich manchmal selbst zurücknehmen, denn 10 Std. pro Tag auf den Beinen sein macht sich am Abend doch irgendwie bemerkbar. Und plötzlich macht’s schnipp und die 4 Tage sind auch schon wieder rum. Dabei hatte ich noch soviel auf dem Terminwunschzettel. Leider war das Wetter an der Elbe mal wieder feuchter als gehofft, aber trotzdem kein Grund drinnen zu hocken. Schirm auf und raus geht’s.
Alter Elbtunnel

Als Hamburger werdet ihr jetzt vielleicht nicht so viel neues erfahren, andererseits kommentierte mir vor einiger Zeit mal jemand sinngemäß zu einem Blogbeitrag „… interessant die Stadt mal mit den Augen eines ortsfremden zu sehen“. Also los geht’s 🙂 . Als erstes habe ich dem Regen ein Schnippchen geschlagen und bin unter die Erde in den alten Elbtunnel. Vor ein paar Jahren war ich schon mal unten, aber ich habe ihn nicht durchquert. Dabei sind das nur gut 10 Minuten bis man das 426,5 Meter entfernte andere Ende zu Fuß erreicht. Eine faszinierende Technik, die Autos, Radfahrer und Fußgänger seit über 100 Jahren in 24 Metern Tiefe befördert. Am Ende, in HH Steinwerder, gibt’s einen tollen Blick auf das Panorama von Hamburg.

Landungsbrücken

Den Michel, die Landungsbrücken, Rickmer Rickmers und die noch im Bau befindliche Elbphilharmonie zum Greifen nahe. Gleich neben dem Ausgang befindet sich übrigens auch eine Haltestelle der HVV Hafenfähren, wer also lieber oberirdisch zurück möchte hat von dort die Möglichkeit. Momentan wird der Elbtunnel renoviert, d.h. es ist nur eine Röhre offen und wer mit dem Auto durch will kann von 8.00 – 13.00 Uhr in Richtung Steinwerder und von 13.00 – 18.00 Uhr wieder zurück in Richtung Landungsbrücken. Zu Fuß (und mit dem Rad, ggf. schiebend) geht’s natürlich den ganzen Tag. An Wochenenden, Feiertagen und zu bestimmten Festen (z.B. Hafenfest) ist der Tunnel für Autos geschlossen.

Wilhelmsburg (Gelände der Internationalen Gartenschau)

Im letzten Jahr fand im Ortsteil Wilhelmsburg die Internationale Gartenschau (IGS) statt und weil mich das im Jahr 2014 auch noch interessierte (2013 hatte ich es nicht geschafft nach Hamburg zu reisen), habe ich den nächsten Tag genutzt mich dort umzuschauen. Zunächst mal der Hinweis, daß das Gelände frei zugänglich ist (also keinen Eintritt mehr kostet), zur Zeit aber umgebaut wird und daher bis zum Sommer d.J. nur bedingt empfehlenswert ist. Danach wird es ein toller Park werden, der mindestens 2 bis 3 Stunden Erholung bietet. Wer es sich in den Cafes und Restaurants gemütlich macht, die dann (wieder) öffnen werden, kann sogar einen ganzen Tag dort verbringen. Ein weitläufiger Weg führt vorbei an Kinderspielecken, Skaterbahnen, dem ironisch gestalteten „Friedhof der guten Ideen“, kunstvoll gestalteten Gärten und Wasserflächen, die zum Verweilen einladen. Fernziel ist es die autobahnähnliche Kraftverkehrsstraße, welche den Park zur Zeit noch teilt, hinter die Lärmschutzwände östlich des Parks zu verlegen. Die Fläche dafür ist berereits reserviert und abgesteckt. Der Park befindet sich übrigens direkt an der S-Bahn Station „Wilhelmsburg“.

Wilhelmsburg (Gelände der Internationalen Gartenschau)

Eines der bekanntesten Ausflugsziele in Hamburg ist mitlerweile das Miniatur Wunderland, welches in der Speicherstadt die größte Modelleisenbahnausstellung Deutschlands präsentiert. Modelleisenbahn? Langweilig? Ja, ist vielleicht Ansichtssache, aber diese Ausstellung ist viel mehr als das, was man im Hobbykeller so erwartet. Ständige Erweiterungen laden immer wieder aufs neue ein sich umzusehen und wer Züge vielleicht langweilig findet, kann sich Modellschiffe im Echtwasserbecken ansehen, auf dem originalgetreu nachgebauten Hamburger Flughafen startenden und landenden Flugzeugen nachsehen oder der bereits fertiggestellten Elbphilharmonie ins innerste gucken (was dem Original in der Hafencity noch nicht vergönnt ist).

Miniatur Wunderland

Nehmt euch 3-4 Stunden Zeit, um zumindest einen groben Überblick zu bekommen und wenn um euch herum Menschen immer wieder sowas wie „Wahnsinn“ murmeln, kann man dem nur zustimmen. Aber wie gesagt alles Ansichtssache. Ach ja, reserviert euch via Internet eine Zutrittszeit, dann gibt’s auch keine Wartezeit. In einer unauffälligen Ecke standen in einer Sonderausstellung Dioramen, welche die Deutsche Teilung vom 1945 – 1989 darstellen. Ein und die gleiche Kreuzung im Wandel der Zeit, dazu werde ich einen gesonderten Blogbeitrag in ein paar Tagen veröffentlichen.

Miniatur Wunderland

Schon seit langem wollte ich immer mal zum Ohlsdorfer Friedhof, dabei bin ich, wie ihr vielleicht schon bei Instagram & Co. mitlesen konntet, kein Friedhofsgänger. Aber der Ohlsdorfer Friedhof ist unbedingt einen Ausflug wert. Daß auf diesem Friedhof Busse fahren, hatte ich im Vorfeld schon gelesen und mir gedacht, gut, da der Friedhof etwas größer ist … aber als ich zu Fuß ca. 10-15% durchlaufen und unter Zuhilfenahme des Internets wenigstens die Grabstätte von Hans Albers gefunden hatte wurde mir klar, ich hätte mich mehr vorbereiten müssen.

Ohlsdorfer Friedhof

Den Plan, den es kostenlos an der Info am Haupteingang gibt (unbedingt zu empfehlen), reicht, damit ihr euch halbwegs orientieren könnt, ansonsten wäre ein Fahrrad empfehlenswert, denn der Friedhof ist so groß, daß der Staat Monaco 2 x dort hineinpassen würde. Was mir gefallen hat ist, wenn ich das mal so beschreiben darf, daß die Grabstätten nicht schön rechtwinklig abgeteilt sind sondern z.T. unter Bäumen liegen oder nur mit Büschen oder Rasen bewachsen sind und es durchaus erwünscht ist, den Rasen auch zu betreten. Rundherum eine unendlich große Wald- und Parklandschaft. Wer auf die Suche nach Prominenten gehen möchte, der kann sich dort einen ganzen Tag beschäftigen. Ansonsten findet man an popeligen Werktagen gaaaaanz viel Ruhe und Abgeschiedenheit (und kalte Rückenschauer, wenn’s im Gebüsch neben einem plötzlich raschelt 😮 ).

Ohlsdorfer Friedhof

Bei aller Ausflugseuphorie, zu den Kinderbegräbnisstätten habe ich mich ehrlich gesagt nicht hingetraut, erst Recht nicht, nachdem mich bereits die Soldatengräber des 1. und 2. Weltkriegs derart beeindruckt haben. Soweit das Auge reicht, über mehrere 100 Quadratmeter, ein Grabstein neben dem anderen. Es treibt mir jetzt noch die Tränen in die Augen. Falls ihr Kinder habt und euch der Nachwuchs mal fragt was der Ergebnis eines Kriegs ist, zeigt ihnen dieses Bild. Ich glaube es sagt alles 😦 . Der Ohlsdorfer Friedhof ist trotzdem nach wie vor einen Ausflug wert, aber er macht auch ganz schön nachdenklich. Zum Haupteingang zurück habe ich mich mit dem Bus bringen lassen.

U-Bahnhof Universität

Danach habe ich mir die neuen U-Bahn Stationen in der Hafencity angesehen. Hafencity, als Erklärung für ortsunkundige, ist das ehemalige Hafengebiet, in das moderne Containerschiffe heute nicht mehr fahren. Dort wächst seit 10 Jahren (und noch bis 2020) ein komplett neuer Stadtteil aus dem Boden. Alte Hafenanlagen wurden dafür abgerissen und zwischen den Wasserflächen, welche z.T. als Schiffmuseum o.ä. hergerichtet werden, entstehen Wohnungen, Büros, Schulen, Geschäfte, Cafes und vieles mehr. Als Nichthamburger braucht man eine Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen, was sich seit dem letzten Besuch geändert hat, denn man steht irgendwie immer in einer Baustelle. Die U-Bahn ist mittlerweile fertig und fährt jetzt in die Hafencity, die Cafes haben geöffnet und trotzdem habe ich es wetterbedingt noch nie erlebt, wie es ist, wenn die Menschen draußen sitzen, wenn Leben in der Hafencity herrscht. Irgendwann wird es mit Sicherheit so sein, daß große Parks die Häuserschluchten auflockern, daß Cafes und Restaurants sich abwechseln mit Bäckerein und Supermärkten, daß man auf Bänken sitzt und sein Eis löffelt, so wie man es heute schon am Unilever Haus im Langnese Liegestuhl tun kann.

Blankenese

Während also die Hafencity wächst, habe ich noch einen Abstecher nach Blankenese gemacht. Auch da wollte ich immer schon mal hin, denn kaum irgendwo anders liegen Kleinstadtleben, dörflicher Charakter und Elbestrand so nah beieinender. Vom S-Bahnhof geht es in wenigen Minuten ins Treppenviertel, Blankeneses wohl bekanntester Teil. Der Reiseführer wies mir einen Weg, der nach wenigen Metern treppauf und treppab ging. Zum Glück hatte ich mich vorher gut gestärkt, so daß ich letztlich gefühlte 500-600 Treppenstufen gelaufen bin. Was sich auf den ersten Blick anstrengend anhört macht aber Spaß, da es an jeder zweiten Ecke neue Ein- und Ausblicke gibt. Mal fällt der Blick auf einen Hang voller Häuser, mal direkt auf die Elbe. Alte Fischerhäuser wechseln sich ab mit modernen Häusern. Mal führt eine Straße ohne Bürgersteig zur nächsten Treppe, mal nur ein Weg, der kaum breiter ist, als ein Gartenweg.

Blankenese

Wenige Meter den Weg neben dem Fischerhaus (Elbterrasse 6) entlang hätte ich stundenlang sitzen und den Blick über die, an diesem Tag noch nebelige, Elbe schweifen lassen können. Irgendwann wurde es mir aber zu kühl und so bin ich die Treppen weiter hoch, während auch die Postbotin ihren beschwerlichen Weg über die Treppen absolvierte. Erst auf der Süllbergterasse (Süllbergsterrasse 12) habe ich wieder Halt gemacht. Hier befindet sich ein Hotel und Restaurant mit einer großen Terasse und unverbaubarem Blick über die Elbe bis rüber zur Lufthansawerft. Schade daß die Sonne sich nach wie vor rar machte. Während ich über das Treppenviertel hierher gefunden hatte, stellt ich mir die Frage wie Hotel- und Tagungsgäste hierherfinden. Die Antwort ist jedoch einfach, an der Rückseite mündet eine Straße für die direkte Zufahrt. Für mich ein Teil des Rückwegs runter an den Strand, der einem vorkommt als wäre man plötzlich an der Nord- oder Ostsee. Den Rückweg zum S-Bahnhof ging es wieder mit einem kleinen Bus der HVV. Nach soviel Treppensteigen gab’s das Feierabendbierchen im Schellfischposten (Drehort von „Inas Nacht“ mit Ina Müller, in St. Pauli unweit des Fischmarkts gelegen).

Schellfischposten (Drehort von Inas Nacht)

Last but not least noch was amüsantes 😉 . Der Rückweg mit der Deutschen Bahn verlief bis Duisburg relativ reibungslos. Der Umstieg in die Regionalbahn brachte mir dann aber doch noch 10 Min. Verspätung ein, weil die RB33 über eine falsch gestellte Weiche fuhr (im Bahnjargon „Stellwerksstörung“, ich vermute eher, daß jemand gepennt hat). Dem Zugführer fiel nach ca. 1 km auf, daß er irgendwie falsch war, hielt an, lief durch den Zug ans andere Ende (erinnerte mich an den Witz des Flugzeugkapitäns „… wenn Sie rechts aus dem Fenster gucken sehen Sie mich in einem Schlauchboot …“) und fuhr wieder zurück in Richtung Duisburg Hauptbahnhof. Dann gings reibungslos zurück nach Krefeld. Falls Interesse an weiteren Bilder besteht, die gibt’s wie immer reichlich bei Flickr und Google+ (Hamburg 2014).

Auf nach Hamburg

Manchmal macht es Spaß in seinem eigenen Blog zu stöbern. Heute z.B. war ich mal wieder auf der Suche nach Berichten, die ich über Hamburg geschrieben habe. Warum? Weil ich nach Ostern mal wieder die Hansestadt unsicher machen möchte. So ganz privat, keine Lehrgänge, kein Zwang, einfach mal nichts tun … oder besser ganz viel tun, denn shoppen oder Kaffee trinken kann ich auch zu Hause. Vor ein paar Wochen schrieb ich euch von „Bahnhit Hamburg“ dort habe ich 3 ½ Tage gebucht. Ich mag Hamburg, einfach, weil es eine tolle Stadt ist und weil Hamburg am Wasser liegt, was ich auch mag (Berlin ist übrigens auch toll, da bin ich im Sommer 😉 ). Also mal sehen, er letzte Besuch ist schon wieder fast 2 Jahre her, genauer Juni 2012, davor war’s 2010 und 2009.

Hamburg

Drückt mir die Daumen, daß es nicht wieder 3 Tage lang regnet, wie beim letzten Mal. Mein Termin-(wunsch-)zettel ist reich gefüllt. Für das MiniaturWunderland gab es nur noch reservierte Termine am frühen Abend, macht aber nichts, wenn bis Mitternacht geöffnet ist, die U-Bahn zur Hafencity ist seit letztem Jahr fertig und soll sehenswert sein und auch das Gelände der Internationalen Gartenshow (IGS) aus dem letzten Jahr ist zwar im Umbau aber jetzt frei zugänglich. Das sind nur ein paar Punkte auf meiner Liste der Dinge, die ich mir so vorgenommen habe. Ohlsdorfer Friedhof, Botanischer Garten, Alter Elbtunnel (auf jeden Fall trocken 😉 ), Aussichtsplattform Nikolaikirche, Planten & Bloomen … sonst noch was empfehlenswertes? Schaut doch mal bei Instagram oder Twitter vorbei (Links auf der rechten Blogseite), vielleicht läuft man sich sogar über’n Weg (was voraussetzt, daß ihr auch in Hamburg seid, dort wohnt oder das Beamen erfunden habt 😉 ).

Es qualmt im Eisenbahnmuseum

IMG_8295

Am vergangenen Wochenende qualmte, rauchte und zischte es mal wieder in Bochum Dahlhausen. Obwohl die Uhr zur Sommerzeit gerade erst vorgestellt wurde, wurde die Zeit am Samstag und Sonntag mal wieder 100 Jahre zurückgedreht. Reisen mit der Bahn war zur damaligen Zeit noch beschwerlich und auch ein bisschen schmutzig, dafür aber vielleicht auch pünktlich 🙂 .

IMG_8262

Daß Museum nicht immer drinnen stattfinden muß, konnte der Besucher mal wieder im Bochumer Eisenbahnmuseum feststellen. Das Museum befindet sich auf dem Gelände eines alten Bahnbetriebswerks, das umliegend aber noch an öffentliche Gleise angeschlossen ist. So pendelten während des Museumtages wieder einmal Schienenbusse sowie diesel- wie dampfbetriebene Züge, rund um Bochum.

IMG_8171

Im Laufe der Jahre ist das Eisenbahnmuseum in dem alten Bahnbetriebswerk zum größten privaten Eisenbahnmuseum in Deutschland gewachsen. Wer mal in die Geschichte des Eisenbahnmuseums guckt wird lesen, daß die Anlage in den Jahren 1916-18 errichtet wurde und bis 1925 an dieser Stelle Lokomotiven der zahlreichen benachbarten Bahnbetriebswerke untersucht und repariert wurden.

IMG_8220

Ab 1925 erhielt das Betriebswerk Dahlhausen/Ruhr eigene Lokomotiven und eigenes Fahrpersonal zugeteilt und war auch nach dem 2. Weltkrieg noch im Einsatz. Erst am 1. August 1969 wurde das Betriebswerk als selbständige Dienststelle geschlossen und ein Teil der Anlagen zurückgebaut. Heute gehört das Eisenbahnmuseum Bochum zu den 25 Ankerpunkten der überregional bekannten „Route der Industriekultur“.

IMG_8371

Wer sich für das Thema Eisenbahn interessiert oder mal Dampfloks in Aktion sehen möchte, der kann von Frühjahr bis Herbst (Dienstag bis Freitag sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr) das Eisenbahnmuseum besuchen. Wer nicht nur gucken sondern auch etwas erleben will kommt zu Veranstaltungen wie z.B. den Lokführerstandsmitfahrten, den Kindertagen und erst Recht zu den Museumstagen wie am letzten Wochenende und wieder im September. Nicht zu vergessen die Extraschicht, zu der i.d.R. auch geöffnet ist. Noch mehr Bilder? Dann klickt hier auf Google+ oder Flickr.

Haldenwetter

IMG_7823

Was meint ihr, können Ruhrgebietshalden das Wetter beeinflußen? Man spricht ja schon mal von einer Wetterscheide, aber von einer Wetterhalde habe ich noch nie gehört. Aber ihr kennt das, kaum geht man vor die Türe ziehen Wolken auf und vermiesen einem den Tag. Ich glaube daran, daß sich das Wetter immer dann, wenn ich eine ganz bestimmte Halde besteige, urplötzlich ändert.

IMG_7749

Im Jahr 2012 war ich dort und wo war die dickste Wolke? Ganau 🙂 . 2013 hatte ich die aberwitzige Idee, mitten in der Woche einen Sonnenuntergang zu fotografieren und kurz bevor die Sonne ihrem Tiefststand erreicht zogen was auf? Genau. Einige Zeit später in 2013 gab es diese Ballonaktion (ihr erinnert euch). Kaum hatten wir uns auf den Weg gemacht, zogen Wolken auf und es began es zu regnen. Ich war nicht mehr so naß seit ich drei war 😉 .

IMG_7744

Vorletzte Woche sollte es laut Wetterbericht, nach einem himmelblauen Samstag, einen ähnlich sonnigen Sonntag geben, ratet, wann die Wolken aufzogen. Das kann doch kein Zufall mehr sein. Welche Halde ich meine? Die Halde Haniel in Oberhausen/Stadtgrenze zu Bottrop (oder umgekehrt). Nun habe ich dem Wetter den Mittelfinger rausgestreckt, mich einfach an der höchsten Stelle zwischen die Totems gesetzt, ein kleines Picknick eingelegt und abgeschaltet. Könnte ich übrigens stundenlang machen, da sitzen und gucken meine ich. Solltet ihr mal bedeckten Himmel benötigen meldet euch bei mir, ich bringe die Wolken mit (vorausgesetzt, ihr wohnt nahe der genannten Halde 🙂 ). Anderswo funktioniert das noch nicht zuverlässig, aber ich arbeite daran 😉 .

IMG_7732

Und weil nur gucken auch wieder langweilig ist habe ich noch ein paar Bilder mitgebracht, für alle, die noch nie dort oben waren, klickt auf Google+ oder Flickr.

Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet

Seit letzer Woche läuft eine neue Ausstellung in der Zeche Hannover in Bochum. Titel: „Einfach anders! Jugendliche Subkulturen im Ruhrgebiet“ (5.4.-7.9.2014).

IMG_8085

Ich bin mir nicht sicher, aber manchmal habe ich das Gefühl, ich habe in meiner Jugend irgendetwas verpaßt. Jedes Jahrzehnt hatte ihre Jugendkultur. Studentenrevolte in den 60’ern, Discozeitalter in den 70’ern, Hausbesetzer und Punkszene in den 80’ern, nicht nur in Berlin, auch im Ruhrgebiet (z.B. in Bochum oder Dortmund), Graffiti und Techno in den 90’ern oder Steampunk ist heute noch aktuell. Bei keiner dieser Jugendbewegungen habe ich bewußt mitgemacht, zu keiner dieser Bewegungen kann ich mich wirklich zugehörig zählen. Vielleicht, weil ich mich niemals an irgendeine Mode anpassen wollte. Vielleicht weil ich lieber mein eigenes Ding gemacht habe.

IMG_8113

Die kleine aber feine Ausstellung zeigt jedenfalls an Hand von Bildern, Erzählungen und Alltagsgegenständen die Geschichte der Subkulturen des letzten Jahrhunderts. Die jüngste Bewegung „Steampunk“ war mir nicht mal bekannt. Als ich das per Instagram schrieb, schrieb mir Haydee von Zauberhaft Wohnen, daß ich doch mal googeln möge. Habe ich getan und ganz tolle Bilder gefunden. Eines betrifft z.B. das Ausstellungsstück „Uhl`scher Kalkulator“ (Laptop kann jeder 😉 ) und daß man einen USB Stick mit einem Wasserhahn versieht, damit die Daten fließen versteht sich von selbst 😀 .

IMG_8123

Wenn ihr Zeit habt, schaut mal rein in Bochum, es gibt einige Termine mit Führungen durch die Ausstellung, einen Rap-Workshop oder am 22.5. (Do.) um 19 Uhr einen kostenfreien Filmabend: „Die Halbstarken“ (mit Getränken und Snacks der 1950er Jahre). Eintritt in die Ausstellung ist, bis auf eine paar Sondertermine, übrigens frei. Achtet auf die begrenzten Öffnungszeiten der Zeche Hannover!

IMG_8135

Bilder wie (fast) immer im Ruhr2014 Album bei Google+ und bei Flickr.

Oldtimer auf Zollverein 2014

Es ist Sonntag früh, für den Vormittag ist noch Sonne angesagt, also mache ich mich frühzeitig auf den Weg nach Essen. Wie in den letzten Jahren, gibt es auch 2014 wieder Oldtimertreffen auf der Kokerei Zollverein. Ich mag es Sonntagmorgens auf der fast leeren Autobahn zu fahren. Auf dem Weg zur Kokerei stand schon eine kleine Schlange von Autos vor dem Eingang. Ein eindeutiges Zeichen, daß der Andrang mehr als groß sein dürfte. Und so war es auch, der Platz rund um die Kokerei war bereits kurz vor 11.00 Uhr gut gefüllt.

IMG_7982

Mein Weg vom Haupteingang in Richtung Kokerei wurde jäh gebremst, als ich sah, daß vor der Kokerei Bauarbeiten stattfinden und der Weg vom Schwimmbad aufwärts („Blaue Allee“) an der ersten Kreuzung abgeriegelt war. Ebenso waren die Wiesen unterhalb der Kokerei mit Bauzäunen verstellt. Hätte ich mal auf der Homepage nachgeguckt, hätte ich diese Info gefunden „Auf Grund von Schäden an Bandbrücken und Schornsteinen ist die “blaue Allee” zum größten Teil bis auf Weiteres gesperrt„. Mhmm … also zurück zum Hauptweg, auf dem sich der komplette Verkehr (Fußgänger und Oldtimer) mischte.

IMG_8000

Nun geht man zum Oldtimertreffen ja eigentlich um Oldtimer zu treffen (Wahnsinns Wortspiel 😉 ), aber auch um Leute zu gucken. Letzteres war etwas schwierig, weil man seine Augen darauf richten mußte, daß einem kein Auto über die Füße fährt oder einem ein Radfahrer quer kommt, denn um Platz zu schaffen, wurde der Weg bis vor das RAG Gebäude geöffnet. Die Straße dorthin hat keine Bürgersteige und keine Wiesen neben dem Weg, sondern leider nur unatraktiven Bauzaun. Das bedeutet, daß sich Besucher und Oldtimerfahrer ziemlich nahe kommen. Keine optimale Lösung, ich hoffe, daß sich die Bauarbeiten nicht über das ganze Jahr ziehen.

IMG_8019

Die Highlights hielten sich etwas in Grenzen, die lustgen Momente gab’s trotzdem (s.o. Bild „Rauchabzug“). Nebenbei, woran merkt man daß man älter wird? Wenn die Oldtimer des Jahrgangs 1984, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind, einem so vorkommen, als hätte man die selbst gefahren. Ooopss … habe ich ja sogar, mein erstes Auto war ein VW Golf (I) und 1983 habe ich meinen Führerschein gemacht. Wie dem auch sei, ein paar interessante Bilder sind trotzdem entstanden, ihr bekommt sie wieder bei Flickr und Google+ zu sehen.

Oldtimersaison (Best of …)

IMG_7787

Irgendwann im Herbst hatte ich euch versprochen eine Art „Best of“ zum Thema Oldtimertreffen zu veröffentlichen, denn im letzten Jahr habe ich ziemlich selten etwas darüber erzählt, obwohl ich ziemlich oft dort war. Uuuund zapp, kaum ist der Frühling da schreib ich auch schon etwas zum Thema. Wird auch Zeit, denn die Oldtimersaison startet in eine neue Runde. Ab 6. April trifft sich die „Gemeinde“ z.B. wieder an jedem 1. Sonntag an der Kokerei Zollverein in Essen.

Oldtimer1

Auch hier in Krefeld starten die Oldtimerfreunde am 4. Mai im Stadtwald (Pferderennbahn) in eine neue Saison und ich kann mittlerweile behaupten, ein kleiner Profi in Sachen Oldtimer zu sein. Ich kann spontan eine BMW Isetta von einem Opel Kadett unterscheiden und weiß auch, daß ein Delorean wirklich existiert. Sogar einer mit Fluxkompensator. Jetzt warte ich nur noch auf den 21. Oktober 2015 und dann treffe ich Marty McFly. Der Zeitpunkt rückt näher 😉 .

Oldtimer3

Aber mal im Ernst, wie ihr seht, steht für mich eher die Optik im Vordergrund und das drumherum (Leute gucken und so). Bei schönem Wetter heißt es für manchen sehen und gesehen werden, ein Spaziergang über das Kokereigelände (oder durch den Stadtwald), dazu einen Kaffee oder eine Bratwurst. Manch einer kommt mit Picknickkorb und Campingstuhl und besonders spannend wird es wenn jemand die Motorhaube seines Oldtimers öffnet. Boa … ist das ein Einspritzer? Wieviel PS hat der, selbst aus einem alten Wohnzimmersessel zu einem Oldtimer zusammengetackert? Unglaublich 😉 . Vielleicht sieht man sich, in Krefeld, in Essen oder wo sonst Oldtimer darauf warten bestaunt zu werden.

Oldtimer2

Schwedische Teller und Botanik

IMG_7322

Als ich letztens so meine Teller betrachtete, fiel mir auf, daß diese im Laufe der Zeit einige schwarze Striemen abbekommen haben. Ich beschloß, es wäre mal wieder Zeit für ein paar neue Teller. Nicht zu teuer, aber alltagstauglich eben. Und wo bekommt man die günstig? In Schweden, also in diesem Möbelhaus aus Schweden (das ist der Laden, den die Männer sonst mit Bälleparadies verbinden 🙂 ). Also war ich am Samstag ausnahmsweise in der Porzellanabteilung von Ikea, um mir ein neues Tellerset zuzulegen. Und womit könnte man das verbinden? Mit einem Spaziergang im Botanischen Garten. Vor einiger Zeit habe ich ja vehement einen persönlichen Wetterengel gefordert, allerdings muß es da zu einem Mißverständnis gekommen sein. Sitze ich beim Frühstück scheint die Sonne, ziehe ich mich an und raffe mein Zeug zusammen, scheint die Sonne, aber kaum gehe ich aus dem Haus, ziehen die Wolken auf und steige ich aus dem Auto, fallen die ersten Tropfen 😦 . Ich sehe meinen Wetterengel insgeheim da oben hocken und leise vor sich hinkichern.

BotanischerGartenDU

Na ja, irgendwas ist bekanntlich immer, ich bin trotzdem kurz durch den Botanischen Garten, denn daß ich das letzte Mal hier war ist auch schon wieder 3-4 Jahre her (wobei Duisburg mindestens zwei botanische Gärten hat). Dieser ist kein Steinwurf von Ikea entfernt, (fast) gleich auf der anderen Straßenseite (Hamborner Str.), unweit der Autobahn A59. Wenn’s also im Möbelkaufhaus mal wieder länger dauert … 😉 . Leider befindet sich der Gaten noch in der Umbauphase (bis Mai 2014) und ist auch nicht so groß, daß man sich verlaufen könnte, aber für einen kleinen Spaziergang lohnt er sich allemal. Momentan war es noch etwas karg dort, aber wenn damnächst alles blüht bin ich bestimmt nochmal da. Die Auswahl an Sitzmöglichkeiten scheint jedenfalls ausreichend und sehr abwechslungsreich 🙂 . Was wollte ich gleich? Ach klar, einfach nur Sitzen 😉 .

IMG_7302

P.S.: Hattet ihr des Nachts schon mal einen Traum, daß euer Auto geklaut wurde und am Tag drauf könnt ihr auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses euer Auto nicht wiederfinden, weil ihr den falsch Gang genommen habt? Wieso? Ach nur so eine Frage …

Westlichster Bergwerksposten

IMG_7099

Im Sommer 2013 war ich in Krefeld auf dem über alle Grenzen bekannten 😉 Aussichtsturm auf dem Hülser Berg und sah in einiger Entfernung einen alten Förderturm. Ein Bergwerk in Richtung Westen? Ich konnte den Förderturm nicht einordnen, denn die Blickrichtung war nicht Neukirchen Vlyn und erst recht nicht Moers. Megavergeßlich wie ich nun mal bin, habe ich den Förderturm, kaum daß ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, auch schon wieder vergessen.

IMG_7097

Als ich dann vor ein paar Tagen die WDR Lokalzeit Düsseldorf gucke (im Kabel habe ich die Lokalzeit aus Düsseldorf, auch wenn ich ab und zu die Lokalzeit Ruhr zitiere), sehe ich dort einen Bericht über eine alte Zeche und höre was von Abriß des Förderturms. Kanninchengleich stelten sich sofort meine Lauscher senkrecht. Ein Zechenbericht in der Düsseldorfer Lokalzeit? Ja, in der Tat. Es ging um die Zeche Tönisberg in Tönisberg bei Kempen am Niederrhein. Huch … Tönisberg? Da war ich ja noch nie (sonst würde ich die Zeche vermutlich auch kennen). Also flugs eine bekannte Suchmaschine in Gang gesetzt und mir den Weg dorthin rausgesucht … „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt“.

IMG_7138

Zu meiner großen Freude sollte sich die Zeche Tönisberg (meines Wissens übrigens die westlichste Zeche in Deutschland und damit auch westliche Grenze des Steinkohlenbergbaus) in der Windmühlenstraße befinden und naheliegender Weise befindet sich dort auch noch eine restaurierte Kastenbockwindmühle am Wegesrand die auf Besichtigung wartet. Alles zusammen also der perfekte kleine Ausflug für einen Nachmittag. Donnerstag (Frühlingsanfang, schönstes Wetter) kurzerhand früher Feierabend gemacht und ab dafür.

IMG_7163

Fairer Weise sollte ich noch erwähnen, daß das ehemalige Zechengelände von einem Kunststoffhersteller genutzt wird und die Tore an dem Nachmittag offen standen. Ich habe mich für ein paar Fotos „reingeschlichen“, denn von außen ist neben einigen alten Gebäuden vom Förderturm leider nur wenig zu sehen. Ich bin gespannt, was aus dem Förderturm wird und erzähl’s euch, wenn der WDR wieder berichtet. Gerne hätte ich noch ein bisschen Zeit an der Winmühle verbracht, aber dafür war der Nachmittag zu kurz und rund um die Windmühle gibt’s außer einer Bank auch nur wenig Möglichkeiten sich aufzuhalten (dafür gab’s schöne Fotos 😀 ).

IMG_7142

P.S.: Ich habe noch ein paar Bilder hochgeladen bei Google+ und Flickr.