
Eine Fläche von mindestens 0,5 Hektar mit Bäumen die über 5 Meter hoch sind und Baumkronen, die mindestens 10% der Fläche abdecken, zählt bei uns als Wald. Und genau um das, was es dort zu sehen gibt, dreht sich die neue Ausstellung „Mythos Wald“ im Oberhausener Gasometer. Vorletzte Woche habe ich mir die neue Ausstellung angesehen. Es geht um Ökosysteme und Klimazonen, um heimischen Wald ebenso wie tropischen Regenwald, es geht um Fuchs und Hase, um Luchs und Eichhörnchen, um Kleinstlebewesen und das Netzwerk des Waldes, die Pilze.




Nicht umsonst findet die Ausstellung mitten im Ruhrgebiet statt, denn auch die Braun- und erst Recht die Steinkohle war früher mal ein Wald. Genauer ein Sumpfwald und Moor, in dem Baumfarne, Schachtelhalme und andere Gewächse bis zu 40 Meter hoch in den Himmel ragten. Bilder und Videos beschäftigen sich mit der Entstehung der Braunkohle vor rd. 20 Mio. Jahren und der Steinkohle vor über 300 Mio. Jahren. Die Bilder der vielfach vergrößerten Kleinstlebewesen und Schleimpilze habe ich dann mal im Schnelldurchlauf besucht, die Bilder der Tiere und Pflanzen in tropischen Regenwäldern dafür umso ausgiebiger.



Auch ausgestopfte Tierpräparate waren zu bewundern, wobei ich dem immer etwas kritisch gegenüberstehe. Zum Schluß geht es leider auch noch um die Zerstörung des (Regen-)Waldes durch den Menschen, um Industrialisierung, um den Abbau von Rohstoffen wie z.B. Gold und um die illegale Jagd oder die Tötung einer Gorillafamilie und den ergreifenden Abtransport des Gorillamannes durch eine Dorfgemeinschaft. Schließlich befindet sich auf der oberen Ebene des Gasometers die mit rd. 35 Metern größte Indoor Lichtinstallation mit dem Namen „Der Baum“. Lichtröhren symbolisieren hier den Fluß von Wasser und Nährstoffen innerhalb eines Baums, die Kommunikation mit Mikroorganismen und das zu verschiedenen Jahreszeiten.




Beobachtet werden kann der Baum von der Treppe aus als Ganzes, aber auch von unten, mitten unter dem Wurzelgeflecht (hier liegen die passenden Sitz-/Liegesäcke). Nicht besucht habe ich den Klangraum in Parterre, weil mir leider, wie bei der letzten Ausstellung, die Warteschlange zu lang war. Zwischen jedem Einlass vergingen hier mehrfach rd. 15 Minuten. Das beschriebene ist mein persönlicher Eindruck, nicht beeinflußt und selbst bezahlt. Alles weitere findet ihr unter Gasometer.de. Und wer noch nie auf dem Dach des Gasometers war, auch dahin lohnt sich ein Abstecher.



