Frühling in Berlin

Rund 70.000 Schritte, 42 km und 63 Stockwerke hat mein Mobiltelefon für das Wochende über den 1. Mai errechnet. Könnte gut sein, denn ich war mal wieder unterwegs in Berlin. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal im Intercity Hotel direkt am Hauptbahnhof übernachtet. Der Vorteil, es gab ein ÖPNV Ticket kostenlos dazu und den ÖPNV nutze ich immer gerne. Auch wenn es mal Verspätungen gibt oder wie am 1. Mai die Straßenbahn (Tram) auf Grund einer Demo ausfällt, wo sonst kann man auf so viel verschiedenen Wegen ans gleiche Ziel kommen wie in Berlin.

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Freilichtmuseum und Jahrmarkt

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Samstag Morgen, die Sonne kämpft sich gerade durch die Wolken, als ich bereits im Auto sitze. Ziel ist heute Kommern. Kommern? Mein Navigationsgerät versucht die Straße zu finden, tut sich aber schwer. Kleine Recherche, ach so Mechernich muß ich eingeben, dann klappts auch mit der Strecke. Es ist kurz nach 9.15 Uhr als ich aufbreche. Mein Weg führt mich etwas westlich von Köln in die Eifel. Das Freilichtmuseum Kommern läd jedes Jahr nach Ostern für eine Woche zum „Jahrmarkt anno dazumal“. Der Parkplatz füllt sich bereits, als ich gegen 10.30 Uhr ankomme. 2,50 € für’s Parken, das ist zivil und auch der Museumseintritt in Höhe von 7,50 €/Erw. ist im normalen Bereich, wenn man bedenkt, daß Kinder unter 18 Jahren nichts (extra) zahlen. Weiterlesen →

Tante Emmas Warenwelt

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Das Grefrather Freilichtmuseum ist mit dem in Hagen oder Detmold vielleicht nicht zu vergleichen, hat aber mit der Dorenburg ein schönes Gebäude für Sonderausstellungen. Und auch das Spielzeugmuseum ist immer wieder sehenswert, wenn man Erwachsene sagen hören will „Guck, das hatte ich früher auch“ 😉 . Die Dorenburg, die nur Burg heißt, ansonsten eher einem großen Wohnhaus ähnelt, weil sie um 1630 von einer mittelalterlichen Wehrburg zu einem barocken Herrensitz umgebaut wurde, wird innerhalb des Freilichtmuseums für Sonderausstellungen genutzt. Die aktuelle Sonderausstellung lautet „Tante Emmas Warenwelt“ und zeigt historische Werbung und Verpackungen, Werbeschilder und Plakate aus der Zeit vor 1960.

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Die Objekte stammen zum Großteil aus der Privatsammlung von Petra und Harald Pauw aus Nettetal und weil ja nicht irgendwelche Marken in einem niederrheinischen Freilichtmuseum ausgestellt werden sollen, ist es erstaunlich wieviele Produkte auch am Niederrhein hergestellt wurden. Ob der Magenbitter von Underberg, das Waschpulver Persil von Henkel oder der Teekanne-Tee. Aber auch Wissen wird vermittelt. Wußtet ihr z.B. daß der Name Eduscho, der heute zum Tschibokonzern gehört, ursprünglich von Eduard Schopf, Bremen gegründet wurde?

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Manch ein Produkt, das dort ausgestellt ist, kam mir nicht ganz unbekannt vor. Die kleine Keksdose DIXI von Bahlsen hatte ich auch in meinem Kaufladen und mein Zugang zum Kaffee ging als Jugendlicher über ein Kaffeesurogatextrakt (einer Art Ersatzkaffee aus Getreide) namens Caro. Erstaunlich fand ich, wieviele Produkte ihre Werbung damals auf Aschenbecher gedruckt haben. Selbst Schokoladenhersteller wie Waldbauer oder die heute noch bekannte Eszet Schnitte, hatten Aschenbecher als Werbemittel.

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Aufgefallen ist mir in der Ausstellung auch eine Postkarte aus dem Hause Bahlsen, auf welcher einem Großhändler 1936 eine Lieferabsage übersandt wurde, weil er rechnerisch sonst nur Waren für 2,50 Reichsmarkt erhalten würde. Unterschrieben ist die offizielle Karte mit einem Stempel aus dem Hause Bahlsen mit der Grußformel „Heil Hitler“. So eine Karte hatte ich bisher noch nicht gesehen. Nivea Dosen kennt ihr im bekannten blau, aber Nivea Zahnpasta? Davon hatte ich auch noch nie gehört. Anscheinend war sie leicht schäumend und wundervoll im Geschmack 😉 .

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Überhaupt Persil hatte das „selbsttätige“ Waschmittel, Pril reinigt fettlösend (Küchenmöbel, Fliesen und Fenster) und Dixan reinigte mit „gebremstem Schaum“. Ein verregnetes Wochenende, einfach mal ins Museum und in der Vergangenheit schwelgen. Ein paar bewegte Bilder gibt es in einem Lokalzeitbericht des WDR, eine Auswahl Fotos bei Flickr oder Google+.