Tante Emmas Warenwelt

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Das Grefrather Freilichtmuseum ist mit dem in Hagen oder Detmold vielleicht nicht zu vergleichen, hat aber mit der Dorenburg ein schönes Gebäude für Sonderausstellungen. Und auch das Spielzeugmuseum ist immer wieder sehenswert, wenn man Erwachsene sagen hören will „Guck, das hatte ich früher auch“ 😉 . Die Dorenburg, die nur Burg heißt, ansonsten eher einem großen Wohnhaus ähnelt, weil sie um 1630 von einer mittelalterlichen Wehrburg zu einem barocken Herrensitz umgebaut wurde, wird innerhalb des Freilichtmuseums für Sonderausstellungen genutzt. Die aktuelle Sonderausstellung lautet „Tante Emmas Warenwelt“ und zeigt historische Werbung und Verpackungen, Werbeschilder und Plakate aus der Zeit vor 1960.

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Die Objekte stammen zum Großteil aus der Privatsammlung von Petra und Harald Pauw aus Nettetal und weil ja nicht irgendwelche Marken in einem niederrheinischen Freilichtmuseum ausgestellt werden sollen, ist es erstaunlich wieviele Produkte auch am Niederrhein hergestellt wurden. Ob der Magenbitter von Underberg, das Waschpulver Persil von Henkel oder der Teekanne-Tee. Aber auch Wissen wird vermittelt. Wußtet ihr z.B. daß der Name Eduscho, der heute zum Tschibokonzern gehört, ursprünglich von Eduard Schopf, Bremen gegründet wurde?

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Manch ein Produkt, das dort ausgestellt ist, kam mir nicht ganz unbekannt vor. Die kleine Keksdose DIXI von Bahlsen hatte ich auch in meinem Kaufladen und mein Zugang zum Kaffee ging als Jugendlicher über ein Kaffeesurogatextrakt (einer Art Ersatzkaffee aus Getreide) namens Caro. Erstaunlich fand ich, wieviele Produkte ihre Werbung damals auf Aschenbecher gedruckt haben. Selbst Schokoladenhersteller wie Waldbauer oder die heute noch bekannte Eszet Schnitte, hatten Aschenbecher als Werbemittel.

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Aufgefallen ist mir in der Ausstellung auch eine Postkarte aus dem Hause Bahlsen, auf welcher einem Großhändler 1936 eine Lieferabsage übersandt wurde, weil er rechnerisch sonst nur Waren für 2,50 Reichsmarkt erhalten würde. Unterschrieben ist die offizielle Karte mit einem Stempel aus dem Hause Bahlsen mit der Grußformel „Heil Hitler“. So eine Karte hatte ich bisher noch nicht gesehen. Nivea Dosen kennt ihr im bekannten blau, aber Nivea Zahnpasta? Davon hatte ich auch noch nie gehört. Anscheinend war sie leicht schäumend und wundervoll im Geschmack 😉 .

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Überhaupt Persil hatte das „selbsttätige“ Waschmittel, Pril reinigt fettlösend (Küchenmöbel, Fliesen und Fenster) und Dixan reinigte mit „gebremstem Schaum“. Ein verregnetes Wochenende, einfach mal ins Museum und in der Vergangenheit schwelgen. Ein paar bewegte Bilder gibt es in einem Lokalzeitbericht des WDR, eine Auswahl Fotos bei Flickr oder Google+.

Am 24.12. ist Heiligabend

weihnachtsbaum2 Tja wer könnte vergessen, daß am 24.12. Heiligabend ist? Niemand vermute ich mal, aber vor drei Jahren gab es ein Telekom Gewinnspiel, das genau diesen Termin zum Thema gemacht hat. Das ungewöhnliche, ich hatte seinerzeit bereits einen Tag vor dem offiziellen Relaunch der Telekomseite darüber berichtet und enorm viel Zulauf auf meiner Blogseite erhalten. Das noch ungewöhnlichere auch dieses Jahr geht der drei Jahre alte Text wieder ganz nach oben in den meistabgerufenen Beiträgen. Aber wie nicht anders zu erwarten, ist der Link und alles in dem Text längst veraltet (außer daß am 24.12. immer noch Weihnachten ist). Wenn ihr trotzdem bei mir nach dem Telekomgewinnspiel 2013 sucht, dann klickt besser hier und wenn ihr euch nur auf meinem Blog umsehen wollt, dann viel Spaß (und hinterlaßt ruhig mal einen Kommentar) 😀 .

Per QRCode zum eigenen Blog

Wer ein Smartphone hat, der hat bestimmt auch schon mal von QRCodes gehört. Eine quadratische Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, die kodierte Informationen binär darstellt. Zu finden ist dieser QRCode z.T. auf Werbeflyern, Plakaten, Zeitungsanzeigen usw. Er wird hier häufig genutzt, um dem Beworbenen den direkten Weg zu weiteren Informationen i.d.R. zu einer Internet URL o.ä. zu zeigen.

Nun wäre es doch toll, wenn man ohne viel Aufwand einen solchen QRCode selbst erstellen könnte. Mit der eigenen Webadresse, mit der eigenen Telefonnummer oder mit eigenem Text. Und tatsächlich man kann. Unter http://www.qrcode-generator.de habe ich einen einfachen Online QRCode Generator gefunden. Die Seite generiert einem einen HTML Code für den Einbau in die eigene Webseite oder, wenn man einen Teil aus dem Link herauskopiert, die Darstellung des QRCodes als eigenständige Grafik (in Größen von 50×50 bis 200 x 200).

Aus meinem Link habe ich beispielsweise alles zwischen „http://api.qrserver.com“ … und … „eichental.wordpress.com“ herauskopiert, als URL im Webbrowser wieder aufgerufen und das Ergebnis als JPG abgespeichert. Schon steht der Verteilung über SozialNetworks, Blogs etc. nichts mehr im Wege. Alles was man jetzt noch braucht ist ein Smartphone und die passende App, um QRCodes zu erkennen. Empfehlen kann ich hier Barcoo. Das Programm scannt eigentlich Barcodes funktioniert aber auch hervorragend mit QRCodes. Ach ja, wenn ihr z.B. meinen Podcast noch nicht kennt, der QRCode hier rechts bringt euch direkt dorthin 😉 .

[Update] Der Computerclub2 hat einen weiteren QRCode Generator unter http://delivr.com/qr-code-generator empfohlen.

Willkommen bei der nächsten Katastrophe

Es ist mir unverständlich, warum ich z.B. bei Twitter lese, daß alle das Dschungelcamp hassen, in dem Link „Die Mär vom Unterschichtenfernsehen“ aber anscheinend bestätigt wird, daß die Show quer durch alle Bevölkerungsschichten geguckt wird.

Ihr erinnert euch, vor ein paar Tagen habe ich verschiedene Firmen per e-mail angeschrieben und nach ihren Beweggründen gefragt während des RTL Dschungelcamps Werbung zu schalten. Geantwortet haben vier von insgesamt acht stichprobenartig angeschriebenen Firmen.

Die ehrlichste Antwort kam von der Firma Carglas. Man ist sich dort des Sendekonzeptes sehr wohl bewußt, geht aber davon aus, daß die Menschenrechte nicht verletzt werden und die Kandidaten freiwillig dort sind. Da die Einschaltquoten hoch sind möchte man die Werbebotschaft dort platzieren.

Nun ja, der Grad zwischen Menschenrechte und Menschenwürde ist sicherlich eng gesteckt, aber diese Antwort zeigt, daß es, wie bereits im Ursprungsbeitrag angedeutet, nur um Quote und Geld geht. Sendeinhalte scheinen nebensächlich, solange es genügend Voyeuristen gibt.

Saturn, Danone und Mazda haben sich mehr oder weniger nur für die Kritik bedankt und wollen sich (Danone) damit befassen oder sich (Mazda) nicht weiter dazu äußern. Keine Antwort gab es bis heute von Mars, Stern, Ritter Sport und Mentos.

In einem Focus Artikel erklärt ein gewisser Georg Franck, daß der Erfolg der Sendung mit dem menschlichen Phänomen zusammenhängt, sich auch außerhalb des Fernsehens vor allem für Katastrophen, Perversionen und Skandale zu interessieren. Für mich das Ergebnis, ich schalte RTL einfach nicht mehr ein und muß akzeptieren, daß Fernsehen nicht mehr das Niveau von früher hat. Willkommen liebe Voyeuristen bei der nächsten Katastrophe.

P.S.: Hier noch ein interessanter Focus Artikel zum Thema Werbevermarktung bei RTL. Er spiegelt in etwa das wieder was ich schon vermutet habe.

Trashshow oder Innovation

Mehr als 22 Jahre ist es her, daß RTL (anfangs noch als RTLplus) Mitte 1988 ein TV Programm über Antenne in NRW verbreitete. Was für ein Paukenschlag, als dem biederen öffentlich rechtlichen Programm plötzlich ein locker moderierter Wind entgegen wehte. Moderatoren, die man zum Teil aus dem Radio kannte, zeigten hier ihr Gesicht in die Kamera und Nachrichten zeigten nicht mehr nur Auslandspolitik sondern das, was den Bürger interessierte, Nachrichten von „nebenan“. Insbesondere die dritten TV Programme konnten eine Menge lernen und haben es meiner Meinung nach auch gelernt. Regionalnachrichten interessieren häufig mehr als das Geschehen in fernen Ländern.

Irgendwann mußte sich die private Konkurrenz aber aus der sich angepassenden Fernsehwelt erneut herausheben. Zuerst wurden die Nachrichten reißerischer, dann folgten sogenannte Reatityshows und mitlerweile geht es nur noch um Quote. Gerne würde man vermutlich die Kamera direkt in deutsche Schlafzimmer halten, da das aber, wenn überhaupt nur nach 23.00 Uhr gesendet werden könnte gibt’s eben Shows, die sogenannte „Stars“ (auf der Suche nach Bauern oder Schwiegertöchtern) präsentieren, „Stars“ blamieren („Deutschland sucht den Superstar“) und „Stars“ in Situationen schicken, die man in seinen künsten Träumen nicht erleben möchte („Dschungelcamp“).

Und die Nation schaut zu, unerklärlicherweise, schaut die Nation zu und die werbetreibende Industrie scheint den Trash auch noch zu sponsern. Ich habe heute Abend beispielhaft ca. 25 Min. nach Sendestart mal in das Dschungelcamp gezappt und den Werbeblock abgewartet. Alleine was ich da ohne Ton gesehen habe war ja schon sowas von grenzwertig … ich will’s garnicht beschreiben. Der Werbeblock hatte dann, neben RTL Eigenwerbung nur ganze 8 Spots. Folgende Produkte wurden beworben:

    Stichprobe am 17.01.2011

      Mars (Schokoriegel)
      Carglas
      Fruchtzwerge
      Wella (Haarspray)
      Parship
      Ritter Sport
      Vodafone

    Stichprobe am 18.01.2011

      Carglas
      Mentos
      Saturn
      Mazda

Ich entnehme daraus, daß diese Hersteller sich zwischen Kakalaken, Spinnen und sonstigem Getier heimisch fühlen und auch ihre Produkte zwischen kotzenden C-Promis angesiedelt sehen. Oder hat RTL ein Werbekonzept, daß dem Anbieter nur dann zu Zeiten eines Blockbusters werben läßt, wenn auch bei Trashshows geworben wird? Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich habe eine Auswahl der Werbetreibenden Firmen angeschrieben und nachgefragt, warum man der Meinung ist, bei dieser Trashshow zu werben. Das Ergebnis verkünde ich dann demnächst an dieser Stelle.

Jahresrückblick

Jahresrückblick – Ich bin dieses Jahr ganz schön rumgekommen, habe im Rahmen der Ruhr2010 diverse Orte entlang der Ruhr besucht und über viele interessante oder vielleicht auch nur belanglose Dinge geblogt. Mal waren es Freizeitaktivitäten oder Veranstaltungen in der näheren Umgebung, mal meine Dienstreisen nach Hamburg und Berlin. Fußball WM 2010 war ein Thema genauso wie mein Umzug oder der Kampf mit den Tücken meines Handys. Ich möchte mich auf diesem Weg für die Besuche meines Blog bedanken, ebenso bei allen die sich mit einem Kommentar verewigt haben.

Ausblick auf 2011 – Nun endet das Jahr in etwa so, wie es begonnen hat, nämlich frostig. Ich kann mich noch gut erinnern, daß wir in den 70’er und 80’er Jahren häufig schneereiche Winter hatten. Als Schüler war uns das vollkommen egal, schließlich mußte der Busfahrer mit dem Wetter kämpfen und wenn die Schule dann mal ausfiel umso besser :-). Dann allerdings haben wir uns in diesen Breitengraden an eher milde Winter gewöhnt und jetzt haben wir bereits Schnee im Dezember. Auch wenn der Winter noch lang wird, heute kam bereits die erste Werbung (siehe Bild) für den kommenden Frühling ins Haus. So kann man sich schon mal warme Gadanken machen.

Euch allen jetzt schon ein frohes und gesundes Weihnachtsfest. Ich würde mich freuen, wenn ich euch auch 2011 wieder hier begrüßen kann.

Es war einmal … Privatfernsehen

Was haben wir uns Ende der 80’er Jahre gefreut, als neben dem muffigen öffentlich rechtlichen Fernsehprogramm endlich frisches Privatfernsehen über die Bildschirme flimmerte. Endlich Filme, Unterhaltung abseits ausgetretener Pfade. Einziger Wehrmutstropfen, ein bischen Werbung. 2 x 7 Minuten pro Stunde, auf Dauer genau die Zeit, die man braucht um sich was zu essen zu machen oder mal aufs Klo zu gehen.

Und heute, rund 20 Jahre später? Heute gruselt es einen, wenn man Privatfernsehen guckt. Die öffentlich rechtlichen Sender haben sich ein bischen abgeguckt und sind längst nicht mehr so muffig wie einst, der Nachmittag und frühe Abend wird auch gefüllt mit täglichen Serien, aber manch informative Sendung hat überlebt. Und die Privaten?

Sie füllen die Werbepausen mit Gewinnspielen die nur darauf abzielen möglichst viele Anrufer zu generieren, mit DokuSoaps, die mit gecasteten Menschen reale Welt suggerieren, mit Bauern die Frauen suchen und dafür passend in Szene gesetzt werden und mit SuperPopstars die einen Hype auslösen und im gleichen Atemzug die Zuschauer über den Tisch ziehen. Gott sei Dank habe ich keine Zeit alle diese Niedergänge des deutschen Fernsehens zu sehen, aber die FAZ hat es in einem, wie ich finde, sehr passenden Kommentar auf den Punkt gebracht. Ich würde nach Lesen dieses Artikels mal prophezeien Privatfernsehen war gestern.

P.S.: Wir hätten schon mißtrauisch werden sollen, als Pronto Salvatore mit „Ciao Ragazzi“! über die Mattscheibe flimmerte 😀 .

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