Goldener Oktober

Man stelle sich einmal vor, wir könnten das Wetter beeinflussen. Nie mehr zu warm, zu naß, zu kalt, zu trocken. Zum Glück ist die Technik soweit noch nicht, obwohl unser Verhalten natürlich auch dazu beiträgt, wie sich das Klima entwickelt. Das goldene Oktoberwetter vom Wochenende haben wir verrückter Weise einem Sturm auf dem Atlantik zu verdanken. Er schaufelte warme Luft aus dem Mittelmeerraum zu uns nach Deutschland. Weiterlesen →

Flachsmarkt 2017

Es ist mittlerweile Tradition, daß ich zu Pfingsten einen Abstecher zum Krefelder Flachsmarkt mache, dabei hatte ich dieses Jahr zum ersten Mal überlegt, ob ich die Tradition breche. Erstens hatte der Wetterbericht Regen mit Unwettern angekündigt und zweitens fehlt ein bisschen der Reiz, wenn man jedes Jahr ähnliche Handwerker an den selben Ständen vorfindet. Außerdem bin ich nicht so für Schmuckstände zu begeistern. Und ja, es gibt viele Schmuckstände 😉 . Weiterlesen →

Flachsmarkt 2016

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Wie jedes Jahr, war es auch 2016 wieder soweit. Das Mittelalter lebte auf und rd. 45.000 Besucher kamen an den drei Pfingsttagen nach Krefeld Linn. Auch ich habe mich für einen Samstag früh aus dem Bett gewagt, denn den Vormittag über sollte es trocken bleiben sagte der Wetterbericht. Nun ja, vielleicht hatte er nicht Krefeld Linn gemeint, denn ich war, nach einem ausreichenden Frühstück um 10.15 Uhr kaum auf den Festwiesen angekommen, als es einen kräftigen Schauer gab. Also mußte der gar nicht so mittelalterliche Schirm herhalten. Aber das war’s dann auch, den Rest des Tages jagte der Wind die dicken Wolken über den Himmel und ab und zu kam sogar die warme Sonne zwischen ihnen hervor. Weiterlesen →

Ritter, Schmuck und Bänkelsänger – Flachsmarkt auf Burg Linn

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Samstag kurz nach 7.00 Uhr, der Wecker klingelt. Was zum Teufel hat mich geritten so früh aufstehen zu wollen? Ach richtig, es ist wieder Pfingstwochenende und damit Flachsmarktzeit in Krefeld. Ich zücke mein Handy und nutze mal wieder das Handyticket für den ÖPNV, denn der Bus hält vor meiner Haustüre und die Straßenbahn, in die ich umsteigen muß, genau vor der Burg Linn. Der Flachsmarkt, der dieses Jahr immerhin schon zum 40. Mal rund um die Burg Linn in Krefeld stattfand, ist bei mir ja so eine Sache. Als ich vor gut 25 Jahren nach Krefeld gezogen bin, wußte ich (verständlicherweise) nichts von traditionellen Veranstaltungen in dieser schönen Stadt. Dann war ich das erste Mal in Linn und erinnere mich an Regenwetter, was im Mai ja vorkommen soll. Die Wiesen rund um die Burg waren matschig, wir trugen hübsche Gummistiefel und gehörten zu den wenigen, die trockene Füße hatten 🙂 .

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Dann war ich viele Jahre nicht mehr dort und kann euch nicht wirklich sagen warum. Seit ein paar Jahren bin ich wieder regelmäßig(er) dort und das glücklicherweise an trockenen Tagen, meist sogar bei Sonne. Ein großes Dankeschön an die Veranstalter für die viele Arbeit, die dort im Vorfeld sicherlich anfällt. Die sonst brachliegenden Wiesen rund ums Ritterlager sind frisch gemäht, da wo es etwas uneben und bei Regen matschig werden könnte ist Schotter aufgeschüttet und für den Notfall ist alles bereit gestellt bis hin zur Meldestelle für „verloren“ gegangene Kinder. Leider wird es von Jahr zu Jahr schwerer, entsprechende Handwerker zu finden, so daß sich dieses Jahr (gefühlt) auch ein paar, aber nur kleine, Lücken ergaben.

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Zum 40. Jubiläum gab es übrigens ein Stückchen Seife mit der Prägung 40 Jahre Flachsmarkt. Die Version in hell (Duftnote Geißblatt) darf jetzt mein Bad beduften. Was allerdings ein Geißblatt ist, mußte ich zu Hause auch erstmal googeln 😀 . Die Rosen auf dem nachfolgenden Bild duften garantiert nicht, sind aber nicht minder schön.

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Habt ihr bei solchen Märkten eigentlich ein Ritual? Sagt jetzt nicht nein, jeder hat ein Ritual. Bei mir ist es der erste Weg auf den Burginnenhof, bevor die Brücke auf Grund des Besucherandrangs vorübergehend gesperrt wird, bei anderen ist es der Becher frisch gepresster Orangensaft (ist vermutlich wie mit dem Tomatensaft im Flugzeug 🙂 ), oder der Sturm auf die Schmuckstände. Letzere sind übrigens fast immer fest in Frauenhand. Männer sieht man dort seltener … kann ich gar nicht verstehen ;-). Wer den Nachwuchs dabei hat, wird einen der Stände ansteuern, an dem Kinder Glaskunstwerke erstellen, töpfern, malen, drechseln, marmorierte Halstücher gestalten oder Ritter spielen können.

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Wie immer ist es interessant zu sehen, wie die Kunstwerke entstehen, die dem Volk gleich nebenan angeboten werden, auch wenn ich persönlich mit den Dingen weniger anfangen kann, aber ihr dürft mich da auch nicht als Maßstab sehen. Ich bin ja mehr auf der Jagd nach Fotomotiven, um z.B. den Blog hier zu bebildern. Die großen bunten Motive genauso wie die kleinen unscheinbaren, die man manchmal nur so nebenbei entdeckt.

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Die meisten Standbesitzer lassen mich da auch agieren bis auf die Künstler/Handwerker, die innerhalb der Burgmauern sitzen. Hier wurde ich meines Wissens im letzen Jahr und auch dieses Mal freundlich aber bestimmt gebeten nicht zu fotografieren 😦 . Pffft … dann eben nicht, dann seid ihr eben nicht in meinem Blog 😮 .

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Der Programmplan hift dabei, die Veranstaltungen des Marktes im Auge zu behalten. Neben den, an unterschiedlichen Orten stattfindenden Musik- und Künstlergruppen (Bänkelsängern), verfolge ich sehr gerne das Ritterturnier, das mit sehr viel Liebe und immer ein bisschen Ironie vorgetragen wird sowie die kleine Falkner Flugshow. Sehr schön auch wie die Kinder bei der Flugshow eingebunden werden. Manche können es gar nicht abwarten den Vogel von der Falknerin auf den Arm gesetzt zu bekommen 😀 . Last but not least gibt es ausreichend Stände, an denen etwas für das leibliche Wohl angeboten wird.

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Einziger eventueller Kritikpunkt, die Anbieter die regelmäßig auf dem Flachsmarkt sind, stehen auch fast immer an der gleichen Stelle, was ich verstehe, wenn der Händler z.B. ein Handwerk vorführt und dafür Platz benötigt, aber nach ein paar Jahren weiß ich so genau, an was zumindest ich vorbeigehen kann. Nach rd. 5 Stunden, einem Stück Kuchen und vielen gemachten Fotos tut der Rücken weh und ich bin froh über einen Sitzplatz in der Straßenbahn (bin ja schon was älter 😉 ). Auf der Rückfahrt bin ich, obwohl ich nur selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre, in der Straßenbahn gleich auch kontrolliert worden. Das gewählte Handyticket wurde gescannt und als gültig erkannt 😉 .

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Eine Auswahl weiterer Bilder des diesjährigen Flachsmarktes bei Google+ und bei Flickr.

Foto der Woche (Vierundvierzig)

Tja was soll ich sagen? Ich habe eine Schwäche ;-). Ich kann mich nicht entscheiden. So war es auch diese Woche beim „Foto der Woche„. Viele Bilder der letzten Woche haben mir gut gefallen, aber die Aktion heißt schließlich „Foto der Woche“ und nicht „Fotos der Woche“, also habe ich mich für das hier entschieden. Entstanden ist es auf dem Burghof der Burg Linn in Krefeld.

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Aber ich möchte euch nicht ohne die restlichen Fotos entlassen, die in der engeren Wahl waren. Vielleicht hättet ihr euch ja anders entschieden :-). Welches wäre euer Favorit?

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Krefeld historisch

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Am letzten Sonntag wollte ich es mir mal gemütlich machen, obwohl das Wetter mehr als schön war. Nein nicht auf der Couch, nur einfach keine große Tour unternehmen. Auch in Krefeld gibt es manchmal mehr zu sehen, als man denkt. Bereits 100 mal bin ich beispielsweise am sogenannten „Nordbahnhof“ vorbeigefahren, ohne daß ich ihn jemals betreten hätte. Ihr müßt wissen, der Nordbahnhof ist ein stillgelegter Bahnhof, der zum einen, wie ich hörte, zu einem tollen Restaurant ausgebaut wurde und zum anderen sonntags sowie an Feiertagen Haltepunkt des „Schluff’s“ ist. Schluff? So nennt sich der historische Zug, der zeitweise von einer echten Dampflokomotive gezogen wird und mit dem man einen Ausflug zum Hülser Berg machen kann. Gut Berg ist vielleicht übertrieben, aber er ist mit 63 Metern die höchste natürliche Erhebung in Krefeld (ich berichtete schon mal hier und hier darüber).

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Es ist keine Weltreise dorthin, die Fahrt dauert sowas um die 30 Min., aber man sitzt in alten renovierten Waggons oder steht auf einem dieser offenen Wagenübergänge. Ausgerechnet dieses Mal hatte der Zug 30 Minuten Verspätung (fühlte mich an die Deutsche Bahn erinnert 😮 ) und wurde nicht von einer Dampf- sondern nur von einer Diesellok gezogen. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal :-).

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Danach ging es zur Burg Linn. Da am Sonntag deutschlandweit Museumstag war, dachte ich, man könnte ja mal eines der Linner Museen aufsuchen. Aber dazu bin ich garnicht gekommen, wäre ja auch blöd bei dem schönen Wetter. Der Turm der Burg (auch Teil der Linner Museen) war geöffnet und dort oben war ich vor gefühlten 20 Jahren das letzte Mal. Eine enge Treppe, so breit, daß immer nur eine Person hoch oder runter gehen kann, führt hinauf auf den Turm mit Sicht über Krefeld, nach Duisburg und nach Düsseldorf (der Fernsehturm ist zu erkennen).

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Zurück in den Innenhof der Burg standen dort die Feuerwehrspritzen von anno dazumal und warteten nicht nur darauf bewundert zu werden. Die Löschzüge, allesamt besetzt mit Feuerwehrleuten gesetzteren Alters, traten im spielerischen Wettkampf gegeneinander an. Schließlich brannte das Haus von „Schneider Wibbel“ auf der anderen Bachseite 🙂 .

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Die Löschwagen mußten zuerst durch ein Labyrinth, wollten dann mit Wasser gefüllt werden und last but not least ging es darum, mit manueller Kraft (Handpumpen) das Wasser in den Schlauch und auf das angenommene Feuer zu befördern. Ein unterhaltsamer Tag, der mit einem abschließenden Abstecher in den Botanischen Garten und einem Balkonnachmittag endete.

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Bei der Gelegenheit vielleicht noch der Hinweis, auf den Flachsmarkt, der an Pfingsten wieder auf und rund um die Burg Linn stattfindet. Dann kostet es allerdings Eintritt und da es i.d.R. voll wird, rate ich zu früher Anreise. Am Pfingstsamstag (07.06.2014) ist der Eintritt für Kinder übrigens frei. Parkplätze gibt’s, etwas Fußweg ist aber m.W. damit verbunden, öffentliche Verkehrsmittel sind zu empfehlen.

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Mehr Fotos bei Google+ und bei Flickr.

Flachsmarkt 2013

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Unglaublich, daß schon wieder 12 Monate vergangen sind. Wenn man wie ich in den letzten Jahren regelmäßig auf dem Flachsmarkt ist, kommt einem der Besuch vor, als wäre man nur mal eben für ein paar Tage weg gewesen. Leider liegt das auch daran, daß die meisten Stände genau dort stehen, wo sie auch im letzten Jahr standen und im vorletzten Jahr und … da leidet meiner Meinung nach ein bisschen die Abwechslung.

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Schön war’s trotzdem wieder auf Burg Linn. Kerzenzieher, Filzer, Glasbläser, Hutmacher, Buchbinder, Steinmetz, Seifenmacher, Schmied, Weber, Töpfer, Papiermacher, Holzschumacher und viele mehr bevölkerten die Wiesen rund um die Burg. Dazwischen die üblichen Künstler, Gaukler und Musikanten. Dieses Jahr auch wieder mit dabei eine Falknerin mit ihren Tieren und natürlich der passenden Flugvorführung.

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Der Samstag begann allerdings kühl und bewölkt, was sich auch auf die Schlangen an den Kassen auswirkte. Es gab nämlich fast keine. Trotzdem blieb es zum Glück trocken, nur die Sonne kam erst am frühen Abend raus. Wer noch nie den Flachsmarkt besucht hat, dem sei der Besuch ausdrücklich empfohlen. An den unzähligen Ständen rund um die Burg Linn präsentieren Kunsthandwerker zum einen sich selbst, aber auch ihren Beruf und ihre Arbeiten. Vor allem Kinder können sich an diversen Ständen selbst versuchen. Zeichnen, Papier schöpfen, Kerzen ziehen, Glas blasen, Holzschnitte machen oder Drechseln sind nur einige der Möglichkeiten.

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Ja natürlich, vieles kannte ich bereits aus den Vorjahren, aber trotzdem merke ich mir schon mal 2014 vor, wiederum an Pfingsten, vom 07. bis zum 09. Juni. Meine diesjährigen Bilder spiegeln hoffentlich ein bisschen das Leben auf dem Handwerksmarkt wieder. Schaut mal rein auf Flickr oder Google+.

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