Manchmal fallen mir einleitende Worte für einen neuen Blogbeitrag ein, während ich gerade inner Küche stehe oder unter der Dusche oder während ich im Auto sitze und wenn ich dann wieder am Rechner bin, sind se mir wieder entfallen oder mir gefällt die Formulierung plötzlich doch nicht mehr. Eigentlich wollte ich euch in den letzten Wochen immer mal wieder von dem einen oder anderen Ausflug berichten, aber die Ziele waren alle schon mal Thema im Blog und dem Blog mangelte es auch nicht an anderen Themen. Also wollte ich euch nicht langweilen, schließlich erzähle ich ja auch nicht jeden Tag was ich beim Bäcker kaufe. Heute waren es übrigens zwei Brötchen …, gestern auch, allerdings war eins davon so’n Sonnenblumenkernbrötchen (die kaufe ich seltener, weil der Name so lang ist 😉 ) … und vorgestern … aber wer will das schon wissen 🙂 ?
Es war also wieder mal Samstagvormittag. Ich liebe Samstagvormittage, Brötchen zum Frühstück, eine Zeitung, so richtig die aus Papier, die man umblättern kann und in der immer eine Kinderseite mit einem Käpt’n Blaubär Comic steckt 😉 . Aber ich schweife ab. Der Samstag ist einerseits der Tag an dem ich ausschlafen kann, andererseits würde ich den Tag auch gerne früh beginnen. Wenn man allerdings bis Nachts um 1.00 am Rechner sitzt um z.B. diesen Blogbeitrag zu schreiben beißt sich das zeitlich irgendwie. Warum ich Nachts am Rechner sitze? Vielleicht weil ich ein Nachtmensch bin. Dafür weckt mich nichts und niemand auf, wenn ich dann mal schlafe. Nun schien aber wieder die Sonne, womit wir beim nächsten Dilemma wären, denn wenn die Sonne lacht, muß ich raus. Raus auf den Balkon? Eine Möglichkeit, für den Blog aber eher mäßig interessant.
So war ich letzte Woche also mal wieder in Oberhausen, habe einen Abstecher zur Zeche Sterkrade gemacht, an der ich noch nie war und habe mich (nochmal) im Gleispark Frintrop (Nähe Haus Ripshorst) umgesehen. Kinners ich sachet euch, da findet ihr Aussichtsplateaus, da weiß auch nur der Erbauer, was man da sehen soll. Bei ein Plateau gibbet nix zu sehen außer Wiese, das zweite geht immerhin zwischen die Bäume innen Wald um ausnahmsweise da mal nix zu sehen und dat dritte, dat ist richtig interessant, denn unten isset bunt bemalt und man kann vor ein paar Bäume gucken. Zwischendrin gibbet dann noch mal hier und da ne Mauer im Wald, auf die du noch nichtmal’n Bier oder so abstellen kannst und in den Wald drin, da liegen jede Menge nummerierte Birkenstämme, also kleine Stücke davon. Ich nehme mal an, dat se hier noch am Bauen dabei sind, so eine Art Birke von Ikea. Also der Gleispark ist schon Klasse. Gleise? Ja die gibbet auch, aber da rauschen einem die Güter- und Regionalzüge über die Füße, da sollteste mal schnell von weg bleiben.
Und wo war ich sonst noch so? Zum x-ten Mal zur Achterbahn „Tiger & Turtle“, zum wiederholten Besuch im Rheinpark und den Aussichtsturm am Wolfssee habe ich auch erstürmt. Kennt ihr aber alles schon, oder? Also werde ich eine Auswahl Bilder in die Alben von „Ruhr2014“ hochladen und zeige euch hier nur ein paar Collagen. Was ich euch aber auf jeden Fall ans Herz legen darf sind die Tierbilder aus dem Duisburger Zoo oder die Blütenbilder aus dem Essener Grugapark. Über die Ausstellung „1914 Mitten in Europa“, welche ich am letzten Sonntag in der Mischanlage der Kokerei Zollverein besucht habe, gibt es einen eigenen Beitrag, wenn ich die Bilder gesichtet habe.
Und jetz viel Vergnügen beim Stöbern im „Ruhr2014“ Album bei Google+ bzw. Flickr. Die Tierbilder finden sich im Album „Duisburg“ bei Google+ bzw. Flickr.
Der Sommernachmittag zeigte sich sonnentechnisch wieder erbarmungslos. Ich glaube ich hatte mittlerweile das dritte Poloshirt binnen zwei Tagen durchgeschwitzt und es stellte sich die Frage, warum habe ich eigentlich was Langärmeliges mitgenommen? Ich mache mich auf die Suche nach unendlichen Weiten … oder besser ich kam auf die Idee, mir mal den Flughafen anzusehen. Nein nicht den BER, der ist ja nach wie vor im Bau, nein den ehemaligen Flughafen Tempelhof, Berlins wohl bekanntester Flughafen für Nichtflugzeuge (nach dem BER). Am naheliegensten erschien mir am Platz der Luftbrücke die U-Bahn zu verlassen. Und was sage ich euch, prompt falsch. Das Tempelhofer Feld oder die Tempelhofer Freiheit beginnt zwei U-Bahn Stationen später, genauer mit der Station Tempelhof. Vor Jahren bin ich sogar mal mit einer kleinen Maschine aus Mönchengladbach in Tempelhof gelandet. Mittlerweile ist der Flughafen geschlossen und das Tempelhofer Feld steht den Berlinern und seinen Gästen zur Verfügung. Bebauung nach einer Volksabstimmung unerwünscht. Radfahren, Skaten, Segway fahren, Grillen usw. alles erlaubt.
Einmal die Start- und Landebahn entlang = 2,1 km, einmal rund ums Gelände = 6 km. Zu Fuß war’s fast unerträglich, kein Baum in der Nähe und wieder über 30 Grad. Unendlich weit geht der Blick ans andere Ende der Start- und Landebahn, als sich von dort ein Radfahrer wie ein kleiner Punkt nähert, eine Hundedressurschule, eine Grillwiese und Flächen auf denen eine ganze Fußballmannschaft verschollen gehen könnte. Der Verleih von Rollern, Kettcars oder Segways befindet sich vor Ort, das Wasser, daß euch vor dem Verdursten rettet, müßt ihr noch selbst mitbringen, aber wer weiß, vielleicht kommt ja irgendwann der rollende Erfrischungsstand.
Als ein Muß, könnte auch der Besuch des Reichstags beschrieben werden und seit ich das letzte Mal da war hat sich eine Menge verändert. Vor ca. 6-7 Jahren habe ich mich einfach mal spontan entschlossen die Reichstagskuppel zu besuchen. Man hat sich einfach angestellt, es gab zwei kleine Röntgengeräte, die das Handgepäck durchleuchtet haben und schon ging’s los. Heute ist der Reichstag umzäunt, eigene Container mit 4-5 großen Röntgengeräten und diverses Personal läßt einen glauben, man stände jetzt endgültig am Flughafen (aber der ist ja noch nicht fertig 😉 ). Man kann sich zwar vor Ort anmelden, muß aber mit langen Schlangen und Wartezeiten rechnen, daher empfehle ich dringend die Onlineanmeldung vorab und wenn ihr schon dabei seid, macht ruhig eine Führung mit.
In rd. 90 Minuten (übrigens schon wieder kostenlos) seht ihr, je nach Parlamentsbetrieb, die russischen (zensierten) Hinterlassenschaften an den Wänden des Reichstags, die Kunst im Keller (ein Kartonkunstwerk „Archiv der Abgeordneten„, daß jedem gewählten Abgeordneten von 1919 bis 1999 einen (auf alt getrimmten) Karton zuweist … auch Adolf Hitler) und mit etwas Glück dürft ihr (so wie wir) vielleicht auch auf der Besuchertribüne im Plenarsaal Platz nehmen.
Ich nehme an, jede Führung ist etwas anders, einen Eindruck bekommt ihr hier. Na und last but not least geht es hinauf aufs Dach des Reichstags und in die begehbare Kuppel. An meinem Besuchstag dachte ich, die Kuppel ist oben offen, also wird’s trotz Sonne schon nicht so warm sein. Puh ich sag‘ euch, ich glaube es waren gefühlte 35 Grad oder mehr, das Gefühl einer Sauna kann nicht besser sein. Aber es lohnt sich, vor allem wenn man dann noch den Sonnenuntergang dort oben erleben darf. Also vorab anmelden und wofür ihr euch auch immer entscheidet, unbedingt den Personalausweis zur Identifikation mitbringen!
Immer wenn ich aus Berlin zurückkomme, überlege ich kurz, ob ich in Berlin leben möchte. Das überlege ich auch schon mal, wenn ich aus Hamburg zurückkomme 🙂 , aber man hat das Gefühl, daß sich in Berlin irgendwie jeden Tag etwas ereignet. So bin ich z.B. zufällig auf eine tolle Multimediashow am Bundestag aufmerksam geworden, die, nach einiger Recherche, in ähnlicher Form auch in den letzten Jahren schon existierte. In 30 Minuten wird mit Hilfe von Ton, Licht und Bild-/Filmdokumenten die Geschichte des deutschen Volkes der letzten 130 Jahre erzählt. Noch bis zum 3. Oktober erlebt ihr diese Show am Reichtagsufer mit Einbruch der Dunkelheit.
Und weil ja immer jemand die Kamera draufhält, habe ich bei Youtube einen Mitschnitt der 2012’er Show gefunden, die noch in etwa die 2014’er Fassung widerspiegelt. Noch nie habe ich so, ich will mal sagen unterhaltsam, Geschichtsunterricht vermittelt bekommen. Es kostet keinen Eintritt, ihr müßt euch nur rechtzeitig hinsetzen. Ein weiteres unbedingtes Muß!
Bevor ich euch jetzt noch länger von was auch immer abhalte noch ein paar Ziele, die ich weitestgehend schon bei früheren Berlinbesuchen aufgesucht habe, was sie nicht minder interessant macht. So habe ich den Platz rund ums Brandenburger Tor dieses Jahr ebenso nur gestreift wie den beleuchteten Potsdamer Platz am Abend, das immer wieder sehenswerte Holocaustmahnmal genau dazwischen und den letzten Original DDR Wachturm in Mitten der Stadt, unweit des Potsdamer Platzes in der Erna-Berger-Str. (gegenüber dem Eingang zur U-Bahnlinie U2). Auch auf dem Fernsehturm am Alexanderplatz war ich dieses Jahr mal wieder. Auch hier hat sich einiges in Sachen Sicherheit getan. Das letzte Mal (Mitte der 90’er Jahre?) meine ich einfach so reinmarschiert zu sein, keine (oder nur kurze) Sicherheitskontrolle, Eintritt sowas um die 8,- DM.
Jetzt kostet es mind. 13,- € (mit der WelcomeCard 9,50 €) oder als VIP ohne Wartezeit 23,- €. Dazu Security, Einlasschleusen und ein SMS Erinnerungsdienst, damit ihr die Wartezeit nach dem Ticketkauf nicht im Turm verbummeln müßt. Nachmittags kann es schon mal 1 1/2 Std. Wartezeit beanspruchen, also pünktlich kommen. Ich war gegen 9.30 Uhr da und hatte außer 10 Min. an der Kasse so gut wie keine Wartezeit. Ach ja Ticket nach dem Einchecken aufbewahren ihr braucht es wieder um auszuchecken! Und wem das jetzt alles zu hecktisch ist, dem empfehle ich den Park am U-Bahnhof Gleisdreieck (vor dem Parkhaus links). Auf der ehemaligen Brachfläche mit längst vergessenen Schätzen der Eisenbahn gibt’s jetzt ganz viel Platz zum Ballspielen, Skateboard- oder Fahrradfahren oder einfach nur sitzen und quatschen. Wenn’s trotzdem mal rumpelt, unten drunter rauscht der Fernverkehr der Nord-/Südverbindung zum Hauptbahnhof.
Na waren jetzt genug Tipps und Ideen für den nächsten Trip nach Berlin dabei? Ich hoffe doch und wünsche euch viel Spaß in der Hauptstadt. Ach Moment, beinahe hätte ich die EastSideGallery zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße vergessen. Leider bekommt die letzte 1,6 km lange Grenzmauer vermehrt Lücken. Schiffsanleger, Bauprojekte usw. Und auch die Kunstwerke selbst werden immer wieder beschmiert. So sah das z.B. noch 2009 während der Renovierung aus. Wer jetzt noch mehr Bilder sehen möchte, die gibt’s reichlich bei Flickr und Google+ im Album „Berlin2014“. Und wer sehen will, was ich spontan bei Instagram veröffentlich habe, sollte dort mal nach dem Hashtag #krdigitalberlin suchen.
Ach und noch was, falls ihr im November in Berlin seid, am 9. November wird entlang der ehemaligen Grenze auf rd. 12 km Länge die Lichtgrenze errichtet. Tausende beleuchtete Ballons werden an dem Abend den Grenzverlauf nachzeichnen. Ich glaube, ich wäre gerne dabei (VisitBerlin .. wink .. Zaunpfahl 😉 ).
Es war ein diesiger Julimorgen, der einem vorkam, wie ein nebeliger Herbstmorgen. Was um alles in der Welt hatte mich geritten, an einem Sonntagmorgen um 6.00 Uhr aufzustehen? Der frühe Vogel …? Na ja, aber bei dem Wetter? Ach richtig, es sollte ja an diesem Tag in die Hauptstadt gehen. Ich rieb mir die Augen und quälte mich ins Bad. Bahnfahrten sind immer ein bisschen Abenteuer und das sollte sich auch später noch zeigen. Die Liste war abgehakt und der Wecker war ausgestellt (sehr wichtig, denn daß mein Wecker während meiner Abwesenheit jeden Morgen 1 Std. durchklingelt, wollte ich meinen Nachbarn nicht antun 🙂 ).
Nachdem zunächst die Platzreservierungen im Zug komplett durcheinander geraten waren lief es bis Hamm recht zügig. Ich lehnte mich zurück und studierte die Reiseunterlagen, die ich durch VisitBerlin bekommen hatte. In Hamm werden schließlich zwei Zugteile der DB zu einem Gesamtzug verbunden und der zweite Zugteil hatte 25 Min.(!) Verspätung. Also mußten wir, in Zugteil eins, auf dem Bahnhofsgleis versauern. Na suuuper dachte ich, als wir schließlich mit knapp 30 Minuten Verspätung weiterfuhren. Berlin erreichten wir dann auf dem restlichen Weg reibungslos.
Der CheckIn im Hotel meiner Wahl („Großer Kurfürst“) verlief ohne weitere Komplikationen. Wenigstens war es in der Lobby angenehm kühl, während es draußen gut und gerne 32 Grad sein durften. In Berlin war Sommer angesagt. Das Hotel hatte übrigens freies WLAN, toller Service 🙂 . Die Fahrkarte vor Ort hatte ich bereits am Hauptbahnhof abgestempelt und sie garantierte mir ab sofort 72 Stunden (also jetzt noch 71 1/2 Std.) freie Fahrt in Bus und Tram in S-Bahn und Regionalverkehr. Die Karte nennt sich übrigens WelcomeCard und garantiert zusätzlich noch günstigere Eintrittspreise in vielen touristischen Attraktionen von Museum bis Schiffstour. Näheres hatte ich euch hier schon erzählt. Für die WelcomeCard bedanke ich mich zwecks Unterstützung bei Visit Berlin.
Und noch was, nicht daß ihr später denkt ich wäre so ein Geschichtsmensch. Nein ganz und garnicht, ich konnte mir in der Schule keine geschichtlichen Zahlen merken, aber in Berlin kann man Geschichte am „lebenden Objekt“ erlernen. Überall und jederzeit begegnen einem Punkte, die mit Berlin, seiner Teilung und der Wiedervereinigung zusammenhängen. Bei der ersten Tour merkte ich, daß ich 4 Jahre nicht mehr in Berlin war und prompt etwas übereifrig in die richtige U-Bahn, aber in die falsche Richtung eingestiegen bin. Dumdidum, flöt keinem aufgefallen? Gut, an der nächsten Station wieder raus und zurück in die Gegenrichtung 🙂 . Wer sich noch nie am Bahnhof Alexanderplatz oder Potsdamer Platz unter der Erde verlaufen hat, um an der falschen Stelle das Tageslicht wiederzuentdecken möge sich melden 😀 .
Der erste Tag startete mit etwas Regen. Regenschirm auf? Ich weigere mich. Die Wolke, weigert sich auch. Also ab in die U- und dann in die S-Bahn. Die beiden fuhren mich zum Bahnhof Ostkreuz. Vor 4 Jahren hatten die Bauarbeiten bereits begonnen, aber ich hatte seinerzeit die Gelegenheit den um 1900 erstellten Bahnhof zu fotografieren. Um 1900 war der sicher noch hochmodern, jetzt rostet(e) er nur noch vor sich hin, ein neues Ostkreuz mußte her. Während ich also ein paar neue Fotos mache und wieder zurück in die S-Bahn hüpfe hat die Wolke aufgegeben. Als nächstes möchte ich den „Stars“ etwas näherkommen oder zumindest ihren Sternen. Am Potsdamer Platz oder besser entlang der Potsdamer Straße gibt es so was wie den „Walk of fame“ in Hollywood. Hier ist es der „Boulevard der Stars“. Wie auf einem roten Teppich schlängeln sich die Sterne im Boden über den Mittelstreifen der leider vielbefahren Straße. Auch das Rot des Asphalts hat schon etwas gelitten genauso wie die Übersichtstafeln, auf denen schon einige der kleinen Sterne fehlen. Neben den Sternen stehen seltsame Stelen und ich hatte sie zunächst für Lampen gehalten, bevor ich merke, daß wenn man durch sie hindurchguckt Bilder der Stars auf die jeweils passenden Sterne projiziert werden. Schöne Idee. Weiter geht’s zum nächsten Programmpunkt.
Wer schon jemals etwas über Berlin gelesen hat, wird vermutlich auch etwas über die geschichtsträchtige Bernauer Str. gelesen haben. Sie war 1961 eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige Straße, wo der Grenzverlauf genau vor den Häusern entlang lief. Vielleicht habt ihr schon mal die Bilder gesehen, indem die letzten Flüchtlinge aus den Fenstern flohen, bevor diese vermauert wurden. Die Häuserreihe wurde später abgerissen und durch den Todesstreifen ersetzt. Genau auf diesem Streifen liegt heute die Gedenkstätte Bernauer Str. Als ich das letzte Mal dort war, wuchs auf dem Streifen noch das Unkraut, heute könnt ihr auf einer Länge von geschätzt 1 km (zw. S-Bahnhof Nordbahnhof und U-Bahnhof Bernauer Str.) Informationen ohne Ende aufsaugen, Mauerteile anfassen, anschaulich bebilderte Mauerreste der alten Gebäude und die Reste der Bergstraße, die man incl. Bürgersteig unter dem alten Todesstreifen wieder ausgegraben hat (ohne die Straße wieder zu errichten) ansehen. Selbst Reste der alten Friedhofsmauer kann man entdecken, denn die Toten die genau an dieser Stelle lagen, mußten 1961 umgebettet werden, weil die Grenze und damit der Todesstreifen genau über den Friedhof verlief.
Die Mauer ist zwar nicht mehr vorhanden, aber bei meinem Besuch ist mir klar geworden, daß diejenigen unter euch, die heute um oder unter 30 sind, die Bundesrepublik nie anders erlebt haben. Auch ich war in Berlin das erst Mal, als die Mauer schon gefallen war, aber ich habe die Grenze und die Grenzzäune noch erlebt (z.B. im Harz). Es ist unvorstellbar, daß Familien, teilweise Ehepaare über Jahre hinweg getrennt leben mußten. Die teilweise beklemmende (kostenlose) Ausstellung „Grenzerfahrungen“ (incl. Original „Abfertigungskabinen“) im Tränenpalast (am Bahnhof Friedrichstraße) macht das nur allzu deutlich. Die Ausstellung zeigt aber genauso die ersten Geschäftsleute, die mit Autotelefon bewaffnet im Osten erste Geschäfte abgeschlossen haben oder 1990(!) der Liebe wegen noch DDR Bürger wurden. Auch die Stasi Ausstellung auf der Zimmerstraße 90 (ebenfalls kostenlos), die ich mir aus Zeitgründen nur im Schnelldurchgang angesehen habe, läßt einen mit den Ohren schlackern. So hat mich z.B. die Holzkiste mit nachgemachten Stadtstempeln westdeutscher Städte in Erstaunen versetzt. Der Mitarbeiter des MfS brauchte ein gefälschtes Dokument mit dem Kassler oder Hamburger Stadtwappen? Kein Problem! Jede Fälscherwerkstatt würde blass vor Neid.
Wenn ihr gerade mal da seid, wenige Meter weiter Richtung Checkpoint Charly findet ihr z.Zt. das Projekt „Die Mauer“ (10,- € für Erw. 2,50 € günstiger mit der WelcomeCard). In einem zylinderförmigen Raum, bekommt man durch ein Panoramabild den Eindruck des Lebens an der Berliner Mauer in den 1980’er Jahren. Dazu Geräusche und Original Tondokumente. Stellt euch direkt vor die Leinwand oder auf die Empore und beobachtet einen Herbsttag in Berlin auf Riesenleinwand. Das Panoramabild (kein Film) dürfte meinen Schätzungen nach 8-10 Meter hoch sein. Man richtete sich sein Leben mit der Mauer ein. Wer nach soviel Kuklturrückschau auf Berlin während der Teilung genug hat, der läuft oder fährt wie ich mit der U-Bahn zur Französischen Straße, denn dort befindet sich der (klimatisierte) Ritter Sport Shop :-). Ein Eiskaffee, eine eigene Schokoladensorte, ein Eimerchen NussNugatCreme … da wird sich doch wohl etwas finden lassen.
Nur mal so nebenbei, in all den Jahren, in denen ich nach Berlin komme, habe ich noch nicht erlebt, daß nicht irgendwo gebaut oder gebuddelt wurde. Gerade dachte ich rund um den Hauptbahnhof wird’s schön, wird auch schon wieder alles aufgerissen (Bau der S-Bahnverlängerung). Gleiches unter den Linden (U-Bahn und Stadtschloß) oder auf der Museumsinsel (Immerbaustelle 😮 ). Das Stadtschloß, daß dort entsteht, wo früher mal „Erichs Lampenladen“, oh pardon der Palast der Republik stand, kann übrigens in einer Ausstellung in der Humboldtbox betrachtet werden. Auch ein Blick auf die Baustelle von oben ist möglich. Die Humboldtbox steht gegenüber des Berliner Doms (Eintritt 3,- €). Wenn ich ganz ehrlich bin, vom Hocker gerissen hat mich die Humboldtbox jetzt nicht, lediglich das fertige Modell des Stadtschlosses in der 1. Etage war ganz eindrucksvoll.
Nach Berlin um Geschichte zu erleben (II) ist in Vorbereitung, und wer noch mehr Bilder sehen möchte, die gibt’s reichlich bei Flickr und Google+ im Album „Berlin2014“. Und wer sehen will, was ich spontan bei Instagram veröffentlich habe, sollte dort mal nach dem Hastag #krdigitalberlin suchen.
Erinnert ihr euch an meinen Reisebericht aus Hamburg im Frühjahr diesen Jahres? Bitte sagt jetzt nicht nein, denn ich bin sicher, daß ihr ihn gelesen habt. Dort erwähnte ich beiläufig in einem Nebensatz, eine Sonderausstellung im Miniatur Wunderland, welche die Deutsche Teilung vom 1945 – 1989 darstellte. Dioramen, die ein und die gleiche Kreuzung (in Berlin) im Wandel der Zeit darstellten. Leider habe ich vergessen den passenden Beitrag nachzuliefern 😦 , Asche über mein Haupt. Aber vielleicht war es auch gut so, denn gerade jetzt paßt es besonders gut.
Während ihr das hier lest, packe ich die Koffer für eine kleine Reise nach Berlin und dort jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Am 9. November wird es eine große Feier und entlang des ehemaligen Mauerverlaufs eine große Lichtinstallation mit tausenden beleuchteten und mit Helium gefüllten Luftballons geben. Darüber aber mehr, wenn ich aus Berlin zurück bin. Jetzt erstmal die versprochenen Bilder, die an einigen Stellen erschreckend echt wirken. Dabei sind es nur nachgebaute Szenen im gängigen Modelleisenbahn Format. Entwickelt wurde die Ausstellung übrigens vom Miniatur Wunderland zusammen mit der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung.
1945 – 1949
1949 – 1955
1949 – 1955
1955 – 1951
1955 – 1961
1961
1961
1961 – 1969
1969 – 1989
1969 – 1989
1969 – 1989
1989
1989
1989
1989
Ihr könnt jedes Bild anklicken und vergrößern oder ihr schaut bei Flickr bzw. Google+ ins Album Hamburg 2014. Berlin 2014 steht dann demnächst ins Haus, man sieht sich vielleicht bei Twitter, Facebook, Google+ oder Instagram (Links dazu gibt’s rechts (deutsche Sprache, lustige Sprache)).
Die Sonne scheint und im Krefelder Stadtwald tummeln sich, als ich um kurz nach 11.00 Uhr komme, schon an die 50 Oldtimer. Ich hätte in den Ferien nicht damit gerechnet, aber mittlerweile ist das Treffen dort, anders als z.B. auf Zollverein nicht nur ein Schaulaufen, sondern auch ein Treffpunkt für Bastler und Liebhaber. Und was für Schätzchen dieses Mal dabei waren. Autos aus Zeiten, als man zu Fuß noch schneller war und Motorfahrzeuge als Teufelszeug bezeichnet hat. Und das schöne, man konnte offen fahren, den Picknickkorb und die Flasche Wein im Rattankorb auf der Rückbank.
Aber offen zu fahren (oder hier besser offen zu stehen) beherbergt auch ein kleines Risiko. Das Risiko heißt Sommer 2014, denn während eben noch die Sonne ihr Stelldichein gab, flog mal eben eine Regenwolke über das Gelände und ließ ihren Inhalt nach unten fallen. Da konnte man einige Cabriofahrer aber sprinten sehen. Gut es war nur ein Schauer von 5 Minuten, aber wer sich auf den Stoffsitzen keinen nassen Popo holen wollte, mußte schnell die Abdeckung rüberwerfen.
Einige suchten nicht nur den Überwurf, sondern lieber gleich das Weite, so daß binnen 5 Minuten ca. 1/3 der Fahrzeuge das Gelände verließen. Der Rest war ordentlich eingewachst, so daß sich schöne Wasserperlen auf Dach und Motorhaube bildeten. Das Oldtimertreffen im Krefelder Stadtwald (an der Pferderennbahn) ist eines dieser kleinen aber feinen wie ich finde und trotzdem oder gerade deshalb ist es eines der Sehenswerten. Die nächsten Termine? Klickt ihr hier und Bilder gibt’s hier (Flickr) und hier (Google+) (22 Fotos).
______________________________________________________________
P.S.: Das Ruhrgebiet bei Nacht oder Batman im Ruhrpott oder den Rhein-Herne-Kanal mal ganz anders erleben? Hier nochmal der Link zum gestrigen Blogbeitrag.
Das Ruhrgebiet bei Nacht oder Batman im Ruhrpott oder den Rhein-Herne-Kanal mal ganz anders erleben. Wäre das nicht Gelegenheit, mal andere Blogger zu treffen, von denen man hier immer nur liest? Ich habe mir mal drei Termine (neben vielen anderen, die es hier zu sehen gibt) angekreuzt, an denen man das arrangieren könnte.
Am 09.08 startet das TheaterPicknick im Emscher Landschaftspark genauer im Landschaftspark Duisburg Nord. Mit der Episode „Batman hält die Welt in Atem“ präsentiert das „Rottstr. 5 Theater!“ zwischen den Picknickdecken intensives Schauspiel und Live-Geräusche.
Am 16.08. feiert das Gasometer Geburtstag und öffnet bis 22.00 Uhr mit einer HappyHour und einer Dach Bar. Gelegenheit das Ruhrgebiet mal im Dunkeln von oben zu erleben. Hier sollte man nicht allzuviele „Freunde“ einladen, denn das Dach fast nur eine begrenzte Anzahl Personen (180). Außerdem kostet der Gasometer Eintritt, es sei denn ihr habt noch alte Eintrittskarten (siehe Foto). Pssst …. Geheimtipp .
Last but not least schließt am 30.08 der Rhein-Herne-Kanal für einen Tag alle Schleusen etc. für den Schiffsverkehr und zum 100-jähriges Jubiläum findet im Nordsternpark an diesem Tag ein StrandPicknick im Emscher Landschaftspark statt.
Selbstverständlich braucht man für alle drei Termine gutes Wetter, so mußte im letzten Jahr z.B. der Picknicktermin auf Grund eines angesagten Gewitters/Unwetters ersatzlos gestrichen werden. Aber vielleicht wird es ja dieses Jahr etwas.
Holla die Waldfee, oder die Geschichte vom Sommer, der plötzlich wieder da war. Ich glaube es war im März, als ja eigentlich noch Frühling war, als es kurz mal richtig warm wurde, danach regnerisch und seit gestern ist der Sommer zurückgekehrt. Aber sowas von … 34 Grad, 35 Grad, 36 Grad …. und ja, ich hab’s ganz gerne etwas wärmer und Sonne macht mir auch nichts, solange es nicht die tropische Hitze ist. Aber trotzdem muß ich auf meinen Kopp aufpassen, denn wenn der zu lange in der Sonne brutzelt, brutzelt auch mein Hirn, sprich ich krich Kopfweh 🙂 . Aber mein Hirn sagt mir auch … Sonne? Du mußt raus. Also Sonnencreme auf die Stellen die freiliegen und ab dafür. Auf ’ne Halde? Ja habe ich auch schon gebracht, da war ich dann aber morgens um 9.00 Uhr.
Nein gestern war es schon fast Mittag und ich dachte an den Baldeneysee, dahin kannste ja mal wieder fahren. Nun kenne ich die Regattastrecke ja schon auswendig und die Radfahrer und Rollerskater dort i.d.R. auch. Dieses Mal sollte es eine andere Stelle sein, gleich verbunden mit der Suche nach dem Förderturm der Zeche Carl Funke, dem letzten Überrest der Zeche, den man auch vom Wasser her immer sehen kann. Also Google Maps und mein neues Buch „Auf Zeche“ bemüht, um zu gucken wo ich hin muß. Lanfermannfähre, Essen .. mhmm .. bischen versteckt, aber das Navi kennt den Weg. Die Straße ist ziemlich lang und als es langsam enger wird, die letzten Wohnhäuser hinter mir liegen, stelle ich mein Auto am Straßenrand ab und mache mich auf die Suche.
Und wat soll ich sagen? Ihr müßt wissen, daß um mich herum alles Bäume standen. Ich konnte es also wirklich nicht sehen, aber vom Auto bis zum Fördergerüst der ehemaligen Zeche Carl Funke waren es geschätzte 50 Meter 🙂 . Ich hatte unmittelbar davor geparkt. Das nennt man wohl Punktlandung. Also ein paar Fotos gemacht und dann entlang des Baldeneysees spaziert. Eine neue Sicht bei schönstem Sonnenwetter. Der Samstag wurde von Radfahrern genauso genutzt wie von einer Truppe junger Frauen. Bauchfrei locker bekleidet, mit Sekfläschchen in der Hand und Musikanlage auf dem Bollerwagen. Schien sowas wie ein Junggesellinnenabschied zu sein und wenn man dann, während man auf der Bank sitzt, locker lässig gedrückt wird weiß man, daß man im Ruhrpott ist 😉 . Wer weiß, wer weiß, vielleicht war das die eingangs erwähnte Waldfee. Ich hätte mir was wünschen sollen 😀 .
Jetzt brauchte ich ’ne Abkühlung. Auf dem Rückweg habe ich eine abgeflachte Stelle am Ufer gefunden und meine Füße ins kühle Naß gesteckt. Am liebsten wäre ich dort noch länger sitzengeblieben, aber Sonnenbrand auf den Füßen hatte ich auch schon mal und ich sage euch das ist unangenehm. Nach ca. 20 Minuten Füße kühlen bin ich wieder zurück zum Auto und mit Klimaanlage zurück nach Krefeld gezockelt. Der Sommer kann bleiben. Hier geht’s zu den „Ruhr2014“ Alben bei Google+ und Flickr.
Da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, freue ich mich dieses Jahr mal wieder in Berlin zu sein. Mein letzter Besuch ist sage und schreibe 4 Jahre her. Hier findet ihr die Blogbeiträge aus 2010, aus 2009 und 2 x aus 2008 [1]/[2]. Nachdem ich im Frühjahr Hamburg unsicher gemacht habe, sieht mich die Hauptstadt in den Sommerferien wieder. Auch dieses Mal habe ich das „Bahnhit“ Programm genutzt und frühzeitig gebucht. Wer schon mal in Berlin war wird wissen, daß es Ausflugsziele „in Hülle und Fülle“ (oder wie man bei uns sagt „noch und nöcher“) gibt. In diesem Jahr jährt sich übrigens auch zum 25. Mal der Fall der Mauer.
Und wie innerhalb Berlins bewegen? Ich werde in den meisten Fällen den ÖPNV wählen, weil der immer noch am bequemsten ist. Alle paar Minuten kommt eine U-Bahn, ein Bus, irgendwas, was den „Kleinstädter“ staunen läßt 🙂 . Bereits beim letzten Mal habe ich mich für eine Mehrtageskarte entschieden, weil sie den großen Vorteil hat, daß man kein Kleingeld mehr benötigt. Einmal abgestempelt gilt die Karte für 48, 72 Stunden oder gleich 5 Tage. Eine dieser Karten ist die WelcomeCard, die neben dem streßfreien Fahrvergnügen noch eine Menge Rabatte incl. hat. Die Karte kostet für den Bereich AB (was den Großteil der Berliner City abdeckt) zwischen 18,50€ und 32,50€ und wenn’s sogar bis nach Potsdam gehen soll für den Bereich ABC zw. 20,50€ und 37,50€.
Die Rabatte (meist 25%, bei einigen Partnern aber auch darüber) gelten für ca. 200 Rabattpartner, von Sehenswürdigkeit bis Museum, von Stadttour bis Shopping, bei Partnern in Berlin und Potsdam dazu 4 Wellness Angebote. Und wo bekommt man die WelcomeCard? In den Berlin/Potsdam Tourist Infos, an Verkaufsstellen/Automaten der Berliner Verkehrsunternehmen, an Berliner Flughäfen und online unter berlin-welcomecard.de. Die WelcomeCard habe ich von VisitBerlin zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür vorab schon mal vielen Dank. Und jetzt läuft der Countdown, noch 14 Tage.
Es dürfte gefühlt 7-8 Jahre her sein, daß ich einen TV Bericht über tapfere Menschen im Ruhrgebiet gesehen habe, die bei Regen mit Regencape und Schirm bewaffnet eine ganze Nacht durchs Ruhrgebiet laufen. Damals habe ich auf dem Sofa gesessen und darüber geschmunzelt. Jetzt ein paar Jahre später dürft ihr raten, was ich am Samstag gemacht habe 🙂 .
Kunst, Kultur, eine Nacht, 20 Städte, 50 Spielorte und 2000 Künstler starteten am Samstag in eine neue „Nacht der Industriekultur“. Kurz gesagt, es war wieder Zeit für die Extraschicht. Für alle die bisher noch nie bei einer Extraschicht dabei waren sei gesagt, in der Zeit zwischen 18.00 und 2.00 Uhr sind i.d.R. rund 150.000 – 200.000 Kulturliebhaber mit Bus und Bahn durch das Ruhrgebiet unterwegs und genießen Musik, Artistik, Feuerwerk, Theater, Führungen, Mitmachaktionen u.v.m.
Gleichzeitig hatte dieses Jahr der Landschaftspark Duisburg Nord sein 20 jähriges Jubiläum, also ein weiterer Grund sich auch dort mal umzuschauen. Ehrlich gesagt war ich etwas unentschlossen, ob ich 2014 überhaupt wieder an der Extraschicht teilnehmen soll, denn leider habe ich dieses Jahr keinerlei Unterstützung erfahren dürfen und außerdem verkündete der Wetterbericht wie oben schon beschrieben nichts Gutes. Last but not least muß ich in der Nacht auch wieder zurück nach Krefeld.
Aber zu Hause hocken? Nö, ist auch Mist. Also habe ich mich entschlossen zunächst dem Landschaftspark in Duisburg einen Besuch abzustatten (noch vor der eigentlichen Extraschicht) und dann ein spielortbezogenes Ticket auf Zeche Zollverein zu erwerben. Für 10,- € gab es keine vollen Busse und Bahnen (mit schon mal sehr engem Körperkontakt 🙂 ) sondern nur das Gelände auf Zollverein. Dummerweise war das mit der Anreise so eine Sache, weil der Weg von der Autobahn kommend zunächst in einer Reihe von Sackgassen landete und die Parkplätze an Zollverein nur für Besucher mit gesondertem Parkschein zu befahren waren. Mit 30 Minuten Verspätung habe ich es dann doch in einer Nebenstraße geschafft zu parken.
Auf dem Ehrenhof tummelte sich eine Herde seltsamer Röhren und ein Schäfer, der versuchte diese Röhrenwesen zu bändigen, im „Archiv des Weltensammlers“ konnte man unter komische überdimensionale Hüte klettern und bekam in jedem „Hut“ eine andere Ausstellungswelt auf ganz kleinem Raum zu sehen. Während gerade noch Klavierklänge des „Klavierzaubers“ zu hören waren, lief plötzlich ein Elefant über den Ehrenhof. Zwei Künstler auf Stelzen steckten in „Jumbo“ und erweckten die Illusion zum Leben.
Einige Programmpunkte waren auf Grund des Wetters kurzerhand in die Hallen verlegt worden, so z.B. auch der „Circo Black and White“ mit Seiltanz, Musik und Hundedressur, der kurzweilige 20 Minuten bescherrte. Eine Reihe weiterer Programmpunkte, die man zum Teil nur so nebenbei wahrgenommen hat, bespielten weite Teile des Geländes und trotzten zum Teil dem feuchten Wetter. Ganz große Hochachtung z.B. den jungen Künstlern und Straßenmusikern, die auch mal nur vor 5-6 Leuten musizierten.
Die Museum und Ausstellungen hatten lange Warteschlangen, dafür strickten, pardon häkelten ein paar Leute etwas abseits eine Europakarte und auch im hinteren Teil der Kokerei, wo die RAG seit einiger Zeit ihren Firmensitz hat, stand eine Bühne, die aber am frühen Abend nur eine handvoll Zuschauer im Regen erfreute. Zwischen der Zeche und der Kokerei klaffte, vielleicht wetterbedingt, ein Unterhaltungsloch. Ob später noch mehr Gäste dorthin gefunden haben, kann ich nicht sagen. Zum Wetter paßt zumindest das obige Bild, daß ich am Straßenrand aufgenommen habe 🙂 . Mein Abend endete mit der Show von „Mister M“, der wieder mal (ich kannte ihn bereits aus dem Vorjahr) mit Geschick und Humor mit Feuerkeulen jonglierte, während er auf einem drei Meter hohen Einrad saß.
Mehr Bilder bei Flickr und Google+ im Album „Extraschicht“ (dort auch Bilder aus den Vorjahren).
Während momentan vermehrt der Fußball über deutsche TV Bildschirme flimmert, war ich am Samstag letzter Woche, nein nicht in Rom, also jedenfalls nicht so ganz, sondern in Xanten am Niederrhein und da waren die Römer wieder auferstanden. Der Archäologische Park Xanten lud mal wieder zum Römerfest “Schwerter, Brot und Spiele” ein. Ich war spät dran, weil ich nicht so recht wußte, was ich vom Wetter halten soll. Aber so lange es nicht regnet … also los. Parkplätze gibt es auf den frisch gemähten Wiesen rund um den Archäologischen Park in ausreichender Anzahl. Als ich gegen kurz nach 11.00 Uhr kam, füllte sich das historische Amphitheater bereits zu den Gladiatorenkämpfen um 11.30 Uhr.
Das Team Amor Mortis bot eine beeindruckende Show und der Moderator betone ein ums andere Mal, daß es kein Drehbuch gebe und der Kampf nicht vorher abgesprochen sei. Natürlich würde man nicht den Tod darstellen wollen, sondern die Kampfkünste zur römischen Zeit. Als ich die Show verließ, wurden nur wenige Meter entfernt vom Amphitheater bereits die Reit- und Kampfeskünste der Römischen Reiter zu Pferde präsentiert. Das Team der Timetrotter zeigte in Reitervorführungen mit scharfen und mit stumpfen Waffen, wie früher gekämpft wurde. So mancher Heuballen und Kohlkopf (als Menschenersatz) mußte daran glauben.
Als ich mich an den Ständen und Zelten der Handwerker umsah und die Feldlager der verschiedenen Römischen Einheiten näher inspizierte, machten sich nach und nach die Soldaten zum Festumzug fertig. Die Römer sind übrigens weitestgehend Freizeitrömer, die aus aller Herren Länder nach Xanten anreisen um dort ihr Lagerleben zu präsentieren. Der Tageshöhepunkt näherte sich und von links und rechts kamen plötzlich kleine und große Truppen im Gleichschritt auf die Wegkreuzung zumarschiert. Nachdem sich der Zug aufgestellt hatte, ging es im großen Festumzug in Richtung Amphitheater, wo der gesamte Festumzug ins große Rund einmarschierte. Zeit also Fotos zu machen, von außen, von innen, von oben und von unten. Da kommt man so richtig in Streß 😉 .
Als sich die Gladiatorenschau, für alle später Dazugestoßenen, ein zweites Mal wiederholte zog ich mich zurück und betrachtete nochmal den ersten Teil der Timetrotter Vorführung, die ich vorher nicht gesehen hatte. Mittlerweile waren rund 4 Stunden verflogen wie nichts. Eine große Runde durch den Park und noch ein paar Fotos später zog ich mich dann am frühen Nachmittag zurück. Übrigens Kinder haben bei dieser Veranstaltung freien Eintritt und an vielen Ecken gibt es Bastel- und Mitmachangebote. Das nächste Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“ findet voraussichtlich im Juni 2016 statt. Vielleicht seid ihr dann auch mit dabei. Ihr wollt noch weitere Fotos sehen? Dann klickt euch mal zu Flickr oder zu Google+ rüber.