Verschnaufpause

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Es gibt Urlaubstage, da springe ich wild entschlossen morgens aus dem Bett, frühstücke und flitze frohen Mutes in den Tag. Aber es gibt auch Tage, da klingelt der Wecker und nach 7 Min. nochmals und nach 7 Min. nochmals …. und nach dem 5. Klingeln stehe ich dann lustlos auf. Letztens war mal wieder so ein Tag, an dem ich nur so auf der Couch herumsaß und einen faulen Tag hinter mich gebracht hatte. Wenn ich ganz ehrlich bin, mag ich im Sommer garkeine faulen Tage, denn die habe ich im Winter zu genüge. Aber die Sonne hatte an diesem Sommertag auch mal gerade so’n Durchhänger faulen Tag, bis dann plötzlich gegen 19.00 der Himmel aufriss. Hallo du gelbe Scheibe, ich will mit dir untergehen … oder um es genauer zu sagen, ich will mich mit der Erde von dir wegdrehen, so daß es aussieht als würdest du …, aber das habe ich an anderer Stelle schon mal altklug zum Besten geben. Kurz gesagt, ich mußte nochmal vor die Türe.

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Sonne warte auf mich, ich komme und kaum saß ich im Auto mußte ich auch schon wieder auf die Bremse treten, denn aus dem Augenwinkel sah ich plötzlich einen Heißluftballon aufsteigen. Nä ist dat schön, mit laufendem Motor an den Straßenrand und die Kamera gezückt. Eine Fahrt mit einem Heißluftballon, das könnte ich mir auch mal vorstellen. Weiter ging’s zur Halde Norddeutschland.

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Die hat sich seit dem letzten Besuch nur dahingehend geändert, daß die Natur etwas gewachsen ist und daß an dem Abend ein, öhm … wie nennt man den eigentlich, ich sach ma‘ Drachensteigenlasser seinen Drachen hat steigen lassen. Während die Sonne auf der einen Seite langsam die Flucht ergriff stieg auf der gegenüberliegenden Seite der (fast) volle Vollmond langsam auf.

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Die Zeit wurde knapp, um das alles bei halbwegs ansprechendem Licht abzulichten, außerdem war am Tag vorher noch 27 Grad am Abend, an diesem, weiß der Teufel warum, wieder nur 21 Grad und ich nur im T-Shirt. Aber da muß man durch. Also Kamera gezückt und im Zickzack über die Halde gepest um Sonne, Mond und Sterne zu fotografieren. Sowas müßte man viel öfter machen und beim nächsten Mal den selbstaufblasenden Sitzsack dazu.

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Gibt’s nicht? Dann wird’s aber Zeit, daß so’n Ding erfunden wird. Was ich ja am meisten liebe (außer dem Sonnenuntergang versteht sich) ist, daß man anschließend über schöne leere Straßen wieder nach Hause fahren kann. Ein bisschen Mucke aufdrehen und schön über die Landstraße wieder nach Hause cruisen. Hach … es hat es sich wieder mal gelohnt, auch wenn ich irgendwann mal los muß, wenn es auch am Abend warm genug für ein T-Shirt ist ;-).

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Ein Tag Live beim WDR in Düsseldorf

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Das Fernsehen ist doch schon eine tolle Erfindung, neben der des Fluxcompensators versteht sich :-). Kleine (bei größeren Bildschirmen auch größere) Männchen und Weibchen laufen durch den kleinen Kasten oder stehen dort an Tischen, spielen uns was vor oder erklären uns die Welt. Diese Männchen und Weibchen gehören einem Sender und der hält normalerweise die Schnüre in der Hand ;-). Einmal im Jahr startet bei einem der Sender mit dem Namen WDR sowas wie Anarchie. Plötzlich können die, die sonst eher stehen auch laufen und die, die sonst ganz klein daherkommen plötzlich so groß sein wie wir. Außerdem kann man in das Allerheiligste nämlich den Fernseher mal rein, allerdings muß man dafür erstmal raus. Kompliziert? In der Tat. Nein kein bisschen.

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Am letzten Wochenende war mal wieder Tag der offenen Türe oder wie das beim WDR heißt „Ein Tag Live“. Dieses Mal war das Ganze in Düsseldorf und die kleinen Männchen und Weibchen waren auch nach Düsseldorf gekommen. Neben einem großen Turm, in dem sonst vermutlich die Fädenhalter sitzen, waren plötzlich alle zum Anfassen nah. Aber getraut eines der Männchen und vor allen Dingen Weibchen anzufassen, geschweige denn zu kneifen hatte ich mich nicht :-o. Ich hätte es auch garnicht geschafft, denn vor mir waren noch 500 andere, die auch alle rausgekommen waren um da mal reinzukommen, also beim Fernsehen meine ich.

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Also habe ich mich erstmal in die Warteschlange davor gestellt. Alle wollten rein und durch meinen Entschluß mich auch anzustellen wurde der Altersschnitt „meiner“ Schlange gleich um 10 Jahre gesenkt ;-). Während ich also so da stehe und vor mich hinwarte, kommen nette Weibchen und verteilen Traubenzucker, Gummibärchen, Sticker etc. Ob da was drin war? Schrumpfungsmittel, damit wir alle in den Fernseher passen? Plötzlich fing alles an sich zu drehen. Das kann aber auch an den Stickern gelegen haben, die haben nämlich überhaupt nicht geschmeckt. Wie dem auch sei, plötzlich ging dat dann los.

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Die Studios erkannte ich gleich wieder… na ja ist ja schon klar, aus’m Fernsehen eben. Also habe ich gelauscht, was die kleinen Männchen und Weibchen erzählt haben, d.h. die großen, weil die waren ja jetzt … also ihr wißt schon. Ich habe mal ein paar Schnappschüsse mit den Worten versehen, die ich verstanden habe, obwohl ich höre ja manchmal schlecht, vielleicht haben sie ja auch was ganz anderes gesagt :-D.

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Da fotografiert schon wieder einer, dabei ist doch rechts meine Schokoladenseite.

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Moment mal! Das war nicht die Autogrammkarte, das war mein Einkaufszettel.

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Der Typ mit dem Einkaufszettel ist aber schon ganz süß. Ob der meinen auch haben will?

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Kurz eine Suchmeldung, gesucht wird der kleine Stefan, der vermutlich so aussieht.

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Meine Damen, heute kochen wir erstmal einen Traubenzucker bis er weich wird.

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Yeah! Einen habe ich auch noch. 2,50 € sind geboten … zum ersten, zum zweiten, zum …

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Hi hi, wenn die wüßte, der Käufer wird da ein ziemlich saures Gesicht machen.

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Ich hypnotisiere euch jetzt alle und dann ist erstmal Ruhe, sonst hole ich den Chef.

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Erst als ich an der Bühne stand und der Musik von Rooftop lauschte kam ich wieder langsam zu mir. Ich war wieder raus aus dem Fernseher und hatte meine ursprüngliche Größe wieder erreicht, mit allen Körperteilen, auch die, die ich aus verständlichen Gründen nicht sofort nachprüfen konnte … schließlich hatte ich Socken und Schuhe an ;-).

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Was habe ich wohl gemacht, als ich wieder zu Hause angekommen war? Na? Menno, ich habe den Ferseher eingeschaltet, um zu sehen ob meine Lieblingsmännchen und -weibchen noch alle da waren und mir wieder die Welt erklären. Und was soll ich euch sagen *puuuhhh* da waren sie noch alle, wieder so klein wie vorher, wieder so nett wie vorher und ich meine sie haben mir auch mal kurz zugewinkert oder zugewunken. Ich glaube ja in den Päckchen mit Traubenzucker war doch etwas drin …. öhmm …. Traubenzucker. Wenn ihr noch ein paar Schnappschüsse von diesem komischen Tag sehen wollt, dann schaut doch mal auf die Seiten von Flickr oder Google+ (Album Düsseldorf 2013).

Emscherkunst (Teil 3)

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Nach soviel Extraschicht in den letzten Tagen heute mal wieder was zum anderen Thema mit „E“ – Ex .. ähm .. Emscherkunst. Wenn ihr mir auf Instagram folgt habt ihr vielleicht schon gesehen, daß ich mittlerweile ein paar Randbezirke der Emscherkunst mit dem Auto abgegrast habe. Ich erwähnte schon, ein bisschen Fußweg gehört einfach dazu, aber alles was im Rahmen von 10 – 15 Minuten liegt gilt als mit dem Auto erreichbar. Nehmt Platz und wartet mit mir, denn unter anderem war ich bei „Warten auf den Fluß“, einem Kunstwerk, daß bereits 2010 aufgebaut wurde und jetzt an neuer Stelle steht. Eine Brücke, die im übertragenen Sinne auf die Umleitung der renaturierten Emscher wartet.

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Im Zickzack geht’s über den breiten Steg entlang an drei Pavillons, wovon zwei zu einer Übernachtung einladen. Der dritte Pavillon ist das Bad mit Toiletten und Waschbecken, was schon ein bisschen an Camping extrem erinnert, denn es gibt zwar irgendwie Wasser aber keinen Strom und erst recht kein Abwasser auf dieser Brücke. Trotzdem sollen zumindest die Wochenenden schon weitgehend ausgebucht sein. Na dann gute Nacht beim Warten auf den Fluß. Aber auch wer nicht übernachten will, darf sich hinsetzen, Löcher in die schöne Landschaft drumherum gucken, sich lang machen für ein Nickerchen oder der Jamsession lauschen, die an dem Sonntag stattfand, als ich dort war.

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Weitere Jamsessions folgen, dazu klickt ihr hier. (Und jetzt alle 3 x ganz schnell Jamsession, Jamsession, Jamsession :-)). Ach ja, genauere Ortsangaben wo sich die Kunstwerke befinden gibt’s jetzt auch in PDF Form und zwar hier.

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Ein paar Tage später zog es mich dann, bei schönstem Wetter an die Emschermündung, wie gemacht für eine Radtour, ich aber schon wieder per Pedes. Kunstwerk Nr. 1 direkt an der Mündung der Emscher, hat auch damit zu tun und heißt „Fluß wird Wolke“ (nein da fehlt kein Wort ;-)). Mit Hilfe einer Wolkenwassererhitzungsmaschine wird ab und zu Wasser der Emscher in wolkenbildenden Dampf umgewandelt. Die hierfür benötigte Energie kommt direkt aus dem Fluss (das Wasser übrigens auch). Die Webseite schreibt „Dies ruft übernatürliche Konnotationen hervor … „. Huch ist das wat Schlimmes? Ich würde sagen „Die Wolke macht sich durch lautes Zischen bemerkbar“ oder weil’s ja die Emscher ist „Mit jeder Klospülung ein Zischen“ (oder so ähnlich) ;-).

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Neben der Wolkenmaschine gab es dann noch eine begehbare, kugelförmige, seifenblasenähnliche Station, die mich an Raumschiff Orion erinnerte. Diese Skulptur kann tagsüber besucht werden und bietet in der Nacht für bis zu zwei Gäste eine Schlafgelegenheit mit Blick auf den Rhein. Sehr idyllischer „Rücksturz zur Erde“ :-D. Gleich daneben ein weiteres gelbes Fernrohr, daß dieses Mal aber keinen Blick auf irgendetwas freigibt sondern selbst die Blicke auf sich ziehen soll. Ein Motor dreht den Guckmechanismus (also das da oben drauf) um sich selbst. Um in die Ferne zu gucken müßt also selbst ein passendes Rohr oder Glas mitbringen.

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Etwa 500 Meter entfernt ist das nächste Ziel auszumachen. Kunstwerk Nr. 2 „The Settlement“ nennt sich das Modell des Stelzendorfs mitten auf dem Acker. Die Skulptur besteht aus 20 kleinen Modellhäusern, die miteinander verbunden und in einem flachen Wasserbassin platziert sind. Ich hatte ja gedacht, man könnte die Gebäude betreten, aber da muß ich wohl noch etwas schrumpfen. Dummerweise hatte ich meine Zaubermelone gerade nicht dabei ;-). In ihrer Bauweise erinnert die Modellsiedlung an Pfahlbauten und Stelzendörfer aus der Karibik oder den Philippinen (sagt wiederum die Webseite).

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Ich war noch nie dort, kann also nicht sagen ob’s stimmt. Ein wirklich tolles Modell ist es auf jeden Fall, denn jedes Detail wurde handgemacht. Auf Grund der grauen Hintergrundwand, kann man fototechnisch ein kleines Dorf fotografieren und mit ein bisschen Abstand kommt dann der Himmel und das Steinkohlekraftwerk in Voerde in den Fokus. Man hat so ein bisschen den Eindruck, gleich kämen die Puppen der Augsburger Puppenkiste um die Ecke. Komm’se aber nicht. Schade keine Mupfel :-).

Ihr wollt nochmehr Bilder? Dann surft hier zu Flickr oder Google+. Die Kunstreise entlang der Emscher wird fortgesetzt, im Urlaub (übernächste Woche) bestimmt auch mal per Fahrrad. Wolltet ihr nicht auch?

Extraschicht 2013 (Teil 2)

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Willkommen zum 2. Teil des Extraschicht Berichts (Teil 1 gibt’s hier). 190 Extrabusse kutschieren, neben den normalen Bussen, Bahnen, S-Bahnen und Regionalexpressen, in der Nacht die Besucher durch die Extraschicht und keiner weiß wie die Besucherströme so ganau verlaufen. Beispiel gefällig? Die Lasershow im Amphitheater war keine 3 Minuten vorbei, die Absage lief noch da liefen auch die ersten Besucher schon in Richtung Bus (wohlwissend warum). Der erste Bus (diese langen Ziehharmonikabusse) …, na ja nach Bottrop wollten wohl nicht so viele. Der zweite Richtung Hauptbahnhof, so voll, daß Fahrgäste fast auf dem Schoß des Fahrers sitzen und die Türen nicht mehr zugehen. Der Fahrer steigt aus, sogt für Odnung, erklärt den Türmechanismus.

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Der dritte Bus kommt, hält dahinter. Die Meute beginnt sich zu bewegen, ein Vorziehen der Busse nicht möglich der zweite kämpft noch mit Überfüllung. Der vierte und fünfte Bus kommen. Jetzt gibt’s kein Halten mehr, über Bürgersteig und Straße, der erste Bus wird von beiden Seiten eingenommen, der zweite auch, ich mache mich auch langsam auf den Weg, Bus Nr. 4 zu bekommen, bevor der auch voll ist. Chaos auf der Straße, die Lemminge beginnen zu rennen, Autos hupen, Bus 5 steht locker 50 m von der Haltestelle entfernt, alles zuckt mit den Schultern, Sitzeplatz ergattert, Bus Nr. 4 + 5 ziehen aber nochmal vor, rappelvoll geht’s zurück zur Zeche Zollverein. Wer zur Extraschicht den ÖPNV nutzt, muß (zeitweise) starke Nerven haben, aber lustig ist’s ;-).

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Zurück auf der Zeche geht mein Blick zunächst auf den beleuchteten Doppelbock, denn ich war noch nie am Abend hier, dann auf die Holzklotzkünstler in der Halle und auf den Sandkünstler davor. Er schreibt mit einem Roboter (bestückt mit einem Laptop) und Vogelsand sinnige Sprüche auf den Boden. Sowas wie „Eine Zeche ist eine Zeche ist eine Zeche …“ oder „Ich bin ein großes Kind, das mit Sandbuchstaben spielt“. Schon wieder 20 Minuten Zeit, die einem wie der Vogelsand durch die Finger rinnt. Jetzt aber zurück zu den Pottköppen. Den Weg zur Kokerei im Stechschritt zurückgelegt, das Undun Sinn Sinn Orchester klampfte immer noch, jetzt etwas leiser.

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Da standen sie die Pottköppe und erzählten aus ihren reichen Lebensweisheiten, pfiffen Lieder, rappten und ließen sich mit Früchten belegen. Warum ist es an der Ruhr so schön? Wie lebt es sich im Pott? Wie macht nochmal der Waldkautz, oder war’s ein Uhu? Mal die Zunge zeigen und ein andermal lauthals lachen (und die Zähne zeigen). War dies das Geräusch eines Affen? Komplett verrückt diese Pottköppe. Und ja, ich war auch dabei und wenn ich ganz ehrlich bin, es war z.T. schwer sogar mich selbst zu entdecken, weil so ein 2,50 Meter großer Pottkopp ist eben doch größer als normal.

Pottköppe

Mittlerweile weit nach Mitternacht, Zeit nach Hause zu fahren, für mich immerhin auch nochmal 45 Minuten. Warum hat Zollverein eigentlich kein Hotel? Vielleicht kann mir einer von euch nächstes Jahr Unterschlupf eine Couch spendieren ;-). Zum RAG Teil der Kokerei bin ich mangels Zeit garnicht mehr gekommen und das waren nur 1,5 Schauplätze von um die 50 die bei der Extraschicht dieses Jahr mitgemacht haben.

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Ein Extraschicht Programmpunkt war dieses Jahr den neuen Emscherkanal in Gelsenkirchen zu besuchen. Geplant hatte ich das auch, aber wie zu erwarten viele andere ebenso. 2-3 Stunden Wartezeit sind mir während einer Extraschicht einfach zu lang. Aber Überraschung am nächsten Tag (Sonntag) gab es einen „Tag des offenen Kanals“. Für fünf Stunden konnte man noch einmal die 350 Meter Abwasserrohr unter dem Rhein-Herne-Kanal entlang ablaufen. Also los, jetzt oder nie dachte ich mir. Am Schild „Eine Stunde ab hier …“ ging’s schnurstracks vorbei, also kürzer als am Extraschicht Abend. Dann warten … Helm und so eine Schutz-/Hygienehaube in Empfang nehmen, Sicherheitshinweise quittieren und 25 Meter über Baustellentreppen abwärts. Da stand ich also vor dem 2,80 Meter hohen Rohr, in dem demnächst die Sch***e fließen wird. Und was macht man nun in so einem Rohr? Genau fotgrafieren bis der Arzt kommt. Der Einstieg, das Rohr, die Beleuchtung und mich selbst, wie ich mal wieder mit Helm bunt beleuchtet werde. Hier bekommt ihr einen ganz kleinen Eindruck, wiederum als Instagram Video.

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Es muß schon skurriel sein für die Baumannschaft, wenn über 1 1/2 Tage die Menschen an der deinen Seite 25 m in die Tiefe streben, dann 350 m durch das Rohr marschieren, als ging’s darum sich bei Einwohnermeldeamt durchzukämpfen, um dann am andern Ende wieder 25 m in die Höhe zu steigen. Die Bautreppe ächzt und knarrt unter der Last der Menschen und mach einer ächzte auch, wenn er oben wieder angekommen war. Die tollste Aufgabe hatten letztlich die Mitarbeiter, welche am Ausstiegsschacht die Helme wieder einsammeln durften, um sie dann mit einem Einkaufswagen oberirdisch wieder an den Startplatz zu karren :-). Vielen Dank für eure Arbeit.

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Nebenbei, man muß auch den Organisatoren der Extraschicht auch mal ein Lob ausspechen, wenn’s ums wieder Abbauen geht. Die Schicht endete um 2.00 Uhr in der Früh, um 10.00 am Vormittag ist bis auf wenige Bühnenbauten nichts mehr zu sehen. Und wenn man den Berichten glaubt, hat sich die Extraschicht mitlerweile bis nach Berlin rumgesprochen. Da heißt es wohl demnächst anbauen, Extraschicht über zwei Tage, besser gleich drei :-D. Wenn ihr euch also nicht scheut auf viele Menschen zu treffen, auch mal plötzlich im Mittelpunkt einer Kunstaktion zu stehen und nach dem Motto „Nach der Schicht ist vor der Schicht“ lebt, merkt euch den 28. Juni 2014. Dann gibt es eine Neuauflage der Extraschicht.

Hier übrigens noch zwei (von unzähligen) Videos, die ich bei YouTube gefunden habe, die qualitativ wirklich gut sind. Vielleicht bis nächstes Jahr. Mehr Bilder gibt’s im Extraschicht Album 2012/2013 auf Flickr und Google+.

– Lasershow Amphitheater Gelsenkirchen

– Pottköppe

Extraschicht 2013 (Teil 1)

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Da paßte dieses Mal wohl alles, nach usseligem Wetter in den Vorwochen endlich 28 Grad tagsüber und laue 24 Grad am Abend. Außerdem war mal wieder Extraschicht im Ruhrgebiet. Wenn man den Zahlen glaubt, haben dieses Jahr 200.000 Menschen die Extraschicht besucht. 10% davon waren bestimmt auch in eurem Bus oder eurer Straßenbahn :-D. Dieses Jahr habe ich etwas besser geplant, denn ich war „nur“ in Essen auf der Zeche bzw. der Kokerei Zollverein, wo das Nonstop Programm locker den Abend hätte füllen können, und im Amphitheater in Gelsenkirchen (Zeche Nordstern) um mir die tolle und viel zu kurze Gesangs- und Lasershow anzusehen.

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Der Abend startete um Punkt 18.00 Uhr auf dem Platz vor der Zeche Zollverein mit Pete Sweet, dem Hochseilclown aus San Francisco. Eine tolle Show, bei der ich fast der persönliche Assistent geworden wäre. Also eigentlich war ich es schon, aber ich befürchtete Schlimmes und antwortete auf die Frage „You do not trust me“ ehrlicherwiese mit „No“ (was eigentlich „Yes“ meinte, verneinte Fragen und so, ihr wißt schon). Die Show selbst war klasse und mancher Lacher ergab sich (wie ich befürchtete) aus dem dann (anderen) ausgewählten „freiwilligen“ Assistenen.

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Gleich danach gings hoch hinaus, denn Mr. Marcus jonglierte mit einer Kettensäge und schwang sich auf ein besonders hohes Hoch-(ein-)rad. Auch hier gab es wieder (Un-)Freiwillige, die wie es der Zufall wollte alle Robert hießen (oder auch nicht, machte es dem Künstler aber einfacher 😉 ). Zitat: „Wer glaubt, daß es sich um eine echte Kettensäge handelt … wer glaubt das nicht … wem ist das scheißegeal, hauptsache die Show geht schnell vorbei“ ;-). Robert mußte ihm dann die brennende Fackel auf das Hoch-(ein-)rad zuwerfen und sollte das ordentlich machen, denn die Fackel war schließlich „Fucking hot“ ;-). Nach ca. 20 Min. waren alle Roberts erlöst und eine weitere tolle Show zu Ende. Zwischendurch lief dann auch der TV bekannte Ludger Stratmann für die WDR Zusammenfassung der Extraschicht vorbei.

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Wer sich erinnert, der weiß, daß ich vor ein paar Wochen zu den Aufnahmen für die Pottköppe in Essen war und zur Extraschicht war es nun so weit, daß die Pottköppe ihren Einsatz hatten. Bei Licht betrachtet sahen sie noch aus wie Kunstoffköppe, die lautstark vom Undun Sinn Sinn Orchester übertönt wurden. Der Noise Artist, klampfte auf der Bühne nebenan mächtig in die Instrumente. Also zurückkommen, wenns dunkel ist.

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Auch dazwischen gab’s immer wieder Atraktionen, wie z.B. den reifenlosen Golf und den Polizeiwagen auf Schienen, der Minutenwunderautomat, der (vornehmlich Kindern) binnen Minuten ein Bild nach Wahl malte (hüstel, sprich der Mensch der in dem Zelt dahinter saß) und die Ikea Lampen die irgendwie zweckentfremdet wurden. Dazu Führungen, Bauklotzbauten, Illuminationen auf dem RAG Teil der Kokerei viel zu viel um das alles zu erwähnen, ich komme z.T. im zweiten Teil des Beitrags darauf zurück.

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Nach einen hallo bei den Pottköppen ging es also erstmal in den Bus in Richtung Nordsternpark bzw. Amphitheater (ÖPNV im ganzen VRR im Preis des Extraschichttickets inclusive). Gegen 21.00 Uhr war der Bus noch auffallend leer, die Fahrt flott erledigt. Bei meiner Ankunft war das Amphitheater schon zu knapp 50% gefüllt und für mich (auch wenn es noch eine gute Stunde bis zur Show dauerte) eine Gelegenheit zu sitzen. Im Hintergrund schwebte ein „Schachtzeichenballon“ aus dem Kulturhauptstadtjahr 2010.

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Die Lasershow bestand aus zwei Teilen und wurde angereichert mit einer wirklich gut gemachten Gesangseinlage und paar Tänzern, die ein bisschen im Nebel untergingen.

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Die Show war mit knapp 20 Minuten incl. der Gesangs- und Tanzeinlage sicher ausreichend, dennoch verflog die Zeit wie nichts. Ich hätte da locker noch eine halbe Stunde dranhängen können. Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, habe ich euch via Instagram ein 15 Sekunden Video erstellt, daß ihr hier sehen könnt.

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Die kleine „große“ Show mündete mit Musik, Laser, Nebel und einem Minifeuerwerk in ein tolles Finale. Den Machern kann man unumwunden nur Lob zollen (wie gesagt es hätte gerne mehr sein können).

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Mich als Pottkopp, meine Rückfahrt mit dem Bus und das Chaos, wenn Lemminge auf den ÖPNV losgelassen werden lest ihr im zweiten Teil des Beitrags. Ebenso mein Besuch im Abwasserkanal, den ich allerdings erst am Folgetag unternommen habe. Dann folgen auch mehr Bilder in den bekannten Fotoalben. Bis die Tage …

Rheinpark Duisburg

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Manchmal liegt das Gute ja so nahe, daß man es es trotz offener Augen nicht sieht oder nichts davon weiß. So wurde ich in Kommentaren zwar schon das eine oder andere Mal auf den Rheinpark Duisburg aufmerksam gemacht, aber ich wußte nichts damit anzufangen. Mein Pech? Jepp, so isset wohl, aber man kann ja auch nicht alles kennen. Blitz und Donner über mein Haupt.

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Als ich letztens wieder mal so durchs Internet blätterte, auf der Suche nach einem älteren Artikel der WAZ, stolperte ich wieder über den Rheinpark und als schlaues Kerlchen habe ich jetzt mal gelesen, was der Rheinpark eigentlich ist. Eine unmittelbar an den Rhein angrenzende, bisher industriell genutzte Fläche des Stadtteils Duisburg Hochfeld. Wie schön wäre es einen Spaziergang entlang des Rheins zu machen, denn ich finde eine Stadt am Rhein braucht auch eine Rheinpromenade und ein so gebeuteltes Ruhrpottstädtchen wie Duisburg sowieso. Aber nicht jede Stadt ist so mutig (und reich) wie Düsseldorf. Oder doch?

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Zack dachte sich Duisburg vor einigen Jahren und hat mit dem Projekt Rheinpark das rund 60 ha große Areal entsprechend umgebaut und im ersten Bauabschnitt bereits im Mai 2009 fertig gestellt. Keine 10 Autominuten (ca. 5 km) nördlich von der begehbaren Achterbahn Tiger & Turtle (Berzeliusstraße), kann man hier (Liebigstraße) ganz gemütlich sitzen und den Schiffen beim vorbeischiffen .. äh .. -fahren zusehen. Dazu kommen eine Skateranlage, die bereits Schauplatz der Deutschen Meisterschaft war, weitläufige Wiesenflächen für drauf rumzuliegen oder Drachen steigen zu lassen, verschiedene Spielbereiche für Kinder und komische Brücken ins Nichts.

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Die großen, teilweise bis zu 8 Meter hohe Mauerreste der ehemaligen Sinteranlage wurden erhalten, für zum (legalen) Graffiti drauf gestalten. Bis hierher dachte ich na ja, Mauern eben, aber als ich dann vor Ort die tollen StreetArt Graffitis sah, die sich zu genialen Fotomotiven wandelten konnte ich die DigiCam garnicht mehr von den Wänden abwenden. Ich kann euch hier nur eine Auswahl zeigen, aber in den Alben von bei Flickr und Google+ gibt’s noch mehr. Ich habe die Bilder übrigens neu sortiert, die neuesten stehen jetzt ganz oben.

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Aber auch die Uferpromenade kann sich mit über 1,4 Kilometer Länge auf jeden Fall sehen lassen. Sogar einen kleinen Strand mit Liegen findet man hier. Auch die Duisburg-Hochfelder Eisenbahnbrücke ist Teil des Areals und ob ihr es glaubt oder nicht, die Eisenbahnbrücke habe ich mit dem Regionalexpress schon einige Male überquert. Daß sich darunter der Rheinpark befindet, war mir bis heute nicht bewußt. Auf der rheinabwärts gerichteten Seite (Nordseite) der Eisenbahnbrücke befindet sich sogar ein breiter Fußweg, der auch von Radfahrern genutzt wird und nach Duisburg Rheinhausen führt. Als Fotojunkie wie gemacht, um mitten über dem Rhein zu stehen und Schiffe, Züge, Rhein, Duisburg, mich selbst einfach alles zu fotografieren was nicht bei drei unter der Brücke verschwunden ist.

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Und wenn sich der kleine Hunger meldet? Unmittelbar an der Promenade befindet sich der Ziegenpeter, eine Gastronomie der Duisburger Wekstatt für Menschen mit Behinderung. Egal ob mit Müsli in den Tag, mit Stullen, Salaten, kleinen Küchlein, Flammkuchen über den Mittag oder mit Cappuccino und Kuchen über den Nachmittag, die Auswahl auf der Speisekarte ist reichlich und nicht das übliche Schnitzel/Pommes Gedöns. Hier schaut selber. Ihr müßt nur noch entscheiden ob ihr lieber drinnen gemütlich wie im Wohnzimmer oder draußen im Liegestuhl am hauseigenen Strand sitzen möchtet. Leider hatte ich keine Zeit mehr den Ziegenpeter zu testen, wird aber bald mal nachgeholt.

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Ein paar Treppen später rauf und runtergedackelt fand ich noch diese Herde voll mit komischen Außerirdischen auf wackeligen Beinen und ohne Augen ;-). Ich hab in verschiedenen Sprachen probiert sie anzumachen anzusprechen … mok mok, jabba jabba, miep miep … aber keine Reaktion erhalten. Vielleicht waren es ja doch nur Holz- … ähm … -schafe, -flöhe, -ziegen … mana mana …?!? 😀 Schakkeline ist jedenfalls drauf geritten (seht ihr in den Fotoalben).

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Wenn ihr also das nächste Mal in Duisburg unterwegs seid und wieder mal denkt, boa ist dat nicht schön hier, ab dafür in den Rheinpark damit’et noch viel schönerer wird (um nicht das von mir kreierte Wort Tolligkeit zu verwenden). Am besten vergleichbar ist der Rheinpark vielleicht mit dem Westpark in Bochum, hier aber mit direktem Anschluß an den Rhein. Eine Treppe führt sogar zur Geröllaufschüttung direkt ans Wasser. Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen, ein bisschen Zeit mitbringen und den Park mit mehr Ruhe genießen, um nicht zu sagen einfach mal so ohne Grund auf den Wiesen rumliegen.

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Krefeld – Ganz oben

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Letztes hätte ich fast einen Höhenkoller bekommen. Ich bin auf 92 Meter hoch. Wo? In Krefeld. Wer hätte gedacht, daß man in Krefeld 92 Meter hoch steigen kann. Der Hülser Berg ist mit sagenumwobenen 63 Metern die höchste natürliche Erhebung der Stadt. Nun wäre der Hügel eigentlich kaum einer weiteren Erwähnung wert, wenn es nicht ganz oben noch den Johannesturm (29 m, 163 Stufen) gäbe. Er gewährt einen weiten Blick über den Niederrhein- und sogar bis ins Ruhrgebiet, vorausgesetzt man klettert rauf. Als ich letztens mal wieder aus dem Ruhrpott auf dem Weg nach Hause war, dachte ich so … blauer Himmel und Sonnenschein – Yeah, das mußt du ausnutzen. Also ab auf’n Turm, Fotos machen! Was da rausgekommen ist, seht ihr auf den nachfolgenden Bildern.

Ich glaube oben sein fördert das Adrenalin, ich sag nur Lochgitter ;-). In diesem Sinne ein schönes Wochenende und nicht vergessen den Regenschirm einzupacken. Man weiß ja nie, aber vermutlich sind die vereinzelten Schauern wieder immer bei mir ;-).

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Zeche Rheinpreußen

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Als das Wetter im März mal so „Na ja“ war, hatte ich euch schon mal kurz von der Zeche Rheinpreußen in Moers berichtet. Am Sonntag hatte sich die Sonne wieder mal zum Versteckespiel verabredet, aber bedauerlicherweise hat sie keiner wiedergefunden. Also war’s wieder so „Na ja“ und ich entdecke auf meinem Schreibtisch den Notizzettel „Moers Schacht IV, Sonntags 14.00 – 17.00 Uhr, Zechenstr. 50“.

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Jepp … dachte ich so bei mir … das ist die Gelegenheit, den Sonntag nicht völlig abzuhängen :-D. Wie schon erwähnt, steht von der ehemaligen Zeche Rheinpreußen auf den ersten Blick noch der Förderturm (ein 48 Meter hohes Doppelstrebengerüst, das älteste noch erhaltene dieser Bauart im Ruhrgebiet) und die Fördermaschinenhalle. Die anderen ebenfalls noch vorhandenen Gebäude sind mittlerweile anderen Firmen gewidmet. Die Fördermaschinenhalle ist Sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Wie ich erfuhr tobt an manchen Wochenenden dort Trödelmarkt vor der Türe und dann wird’s richtig voll, aber diesen Sonntag tobte da nix, nichtmal Fuchs und Hase. Und da komm‘ ich und will was von der Maschinenhalle sehen :-).

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Als erstes bekomme ich einen Strich in der Liste „erster Besucher in der ersten Stunde“ (und vermutlich auch der letzte für heute). Die beiden ehrenamtlichen Kumpel begrüßen mich mit einem „Glück auf“ und legen sich ins Zeug. Ich bekomme sowas wie eine kleine Privatführung. Bekomme die elektischen Gerätschaften gezeigt, erklärt warum und wofür die mehrere Tonnen schwere Schwungscheibe gut war, bekomme die Geheimnisse des Kellers Strebs zu sehen (in dem sonst Schulklassen der Bergbau erklärt wird), werde geprüft, in wie weit ich den einen oder anderen Begriff schon kenne 🙂 und darf zum Abschluß noch auf dem heiligen Stuhl (nein nicht d e n heiligen Stuhl), den des Fördermaschinisten Platz nehmen und den Förderkorb (spielerisch) in Gang setzen.

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Während der interessanten Stunde habe ich dann noch versucht ein paar Fotos zu machen, die ihr wie immer in den proppevollen Alben von Flickr und Google+ seht, und dabei ganz vergessen meine Visitenkarte zu hinterlassen. Wenn ihr also Sonntags mal eurem Zechenfetisch nachgehen wollt, schaut auf der Zechenstr. 50 in Moers vorbei (Parkplätze außer am Trödelmarkttag reichlich vorhanden).

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P.S. 1: Ans Herz gelegt wurde mir noch die (neue) Internetseite der Halde Rheinpreußen (die mit dem Geleucht) unter www.das-geleucht.de.
P.S. 2: An einigen Stellen der Halle fanden sich zusätzlich verschiedene Kunstwerke, wie z.B. die Figuren ohne Körper. Nun ja, Kunst eben ;-).

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Sonnenuntergang

Wie ihr am Wochenende lesen konntet, habe ich mich selbst bemitleidet, weil ich auch mal einen Sonnenuntergang auf einer Halde erleben wollte. Sonnenuntergänge sind meist Abends (wer hätte das gedacht), also habe ich mich kurz entschlossen auf Expedition begeben. Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind die Abenteuer *scratch* …. Moment nicht diese Art von Expedition.

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Aber diese … Ich war der aberwitzigen Idee verfallen nach einem 8 Stunden Arbeitstag (der zur Zeit zugegebenermaßen etwas entspannter abläuft), unter die Dusche zu hüpfen, wichtige Utensilien in die „Schakkeline“ Tasche zu stopfen und dann dem Abenteuer seinen Lauf nehmen zu lassen (is‘ dat ’n Satz?). Boh´glaubse ich muß verrückt sein. Zu allem Überfluß wollte ich dann auch noch andere in dieses Abenteuer reinquatschen, aber die hatten mehr Durchblick und haben abgelehnt :-D. Als kleiner Steppke dachte ich übrigens immer Abenteuer hat mit Abend zu tun und muß deßhalb Abend(!)euer heißen … aber das ist ein anderes Thema ;-).

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Also gesagt getan, wer weiß was am nächsten Wochenende wieder für’n Wetter ist, ab auf’e Halde. Aber wer Abends zuviel Tatendrang verspürt wird mit morgens mit Verschlafen nicht unter 40 Min. bestraft. „Wer zu spät kommt …“, doch dazu später mehr. Warum ist der Mensch eigentlich so fasziniert von Sonnenuntergängen. Eigentlich ist die Erklärung ganz leicht, man muß nur etwas über Lichtbrechung, Wassertröpfchen und Staubpartikel wissen, also ungefähr dat, wat unser Omma schon immer im Bad hatte.

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Schon kommt so’ne orange/rot Farbgebung zu Stande. Je schöner übrigens der Sonnenuntergang, desto mehr Staub liegt in der Luft (hab‘ ich gelesen). Und ich wisch das Zeug einmal die Woche fott. Jetzt teste ich mal aus, ob ich auch ’n Sonnenuntergang innet Wohnzimmer hinbekomme. Wer im 10 Stock vor unverbaubarer Sicht wohnt hat das Erlebnis Sonnenuntergang vermutlich jeden Abend, ich wohne aber nur im 3. Stock und da verschwindet die Sonne bereits gefühlte 30 Min. früher. Wie muß das erst in Parterre sein. Leute es gibt noch Leben, wenn es bei euch schon dunkel ist ;-).

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Nun war ich am Montag auf der Halde Norddeutschland, die garnicht wirklich in Norddeutschland sondern in Neukirchen-Vluyn liegt (und es im Auge des Betrachters liegt, ob Neukirchen-Vluyn wiederum in Norddeutschland … aber ich schweife ab) und am Dienstag auf der Halde Haniel in Oberhausen/Stadtgrenze Bottrop, von mir auch gerne als Fahrradfahrertiefflughalde bezeichnet. Vom höchsten Punkt diagonal durchs Unterholz schießt einem da schon mal das eine oder andere Rad quer über’n Weg. Bin dann schon mal geneigt Stöckchen zu werfen … bah pfui.

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Der Montag war ausgesprochen schön, die Sonne ging da unter wo erwartet wurde, daß sie untergeht, auch wenn’s dann gleich ein bisschen kühl wurde, denn ich hatte die Jacke im jugendlichen (was gibt’s denn da zu lachen) Übereifer im Auto liegen lassen. Der Dienstag gestaltete sich überraschend diesig und ich war auch etwas zu zeitig auf der mit 159 Metern höchsten Halde im Ruhrgebiet. Also habe ich meine Pustefix Seifenblasen aus der Tasche gezogen und die Installation aus alten, bunten Eisenbahnschwellen („Totems“ genannt) in bunte Blubberblasen gehüllt. Dann endlich war es soweit, die Sonne begab sich am Untergehen und ich mit ihr .. äh .. fotografisch, solange, bis daß der letzte Teil der Vorstellung in den Wolken verschwand.

Halde Haniel

Ihr seid der Meinung Vollmondnächte rauben einem den Schlaf, dann solltet ihr mal Vollsonnentage erleben. Ich habe nach den beiden Ausflügen (Rückkehr immer erst gegen 22.30 Uhr) so fest geschlafen wie lange nicht mehr und wer spät schlafen geht, der hört morgens keinen Wecker und kein nix eben. Ergebnis ich habe mal eben 40 Minuten verschlafen. Se la Vieh wie der Fanzose sagt, was soviel heißt wie „Geheiligt sei die Kuh“ oder so ähnlich (ich kannn nicht französisch, bin aber auch schon wieder abgeschwiffen).

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Zum Ende vielleicht noch dieser schlaue und vollkommen richtige Ansatz. Beim Sonnenuntergang bewegt sich nicht die Sonne, sondern es bewegt sich der Betrachter aufgrund der natürlichen Erdrotation über die Tag-Nacht-Grenze. Mit der „Alle mal festhalten, jetzt geht’s rückwärts …“ Logik lasse ich euch heute mit ein paar Bildern alleine, schaut in den Nachthimmel um … *scratch* neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt … in Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat :-D. Habt eine schöne Nacht.

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Ein paar weitere Bilder lade ich im Laufe der Woche noch in die Ruhr2013 Alben, ich muß erst noch ein bisschen sortieren 😉. Weitere Bilder stehen jetzt bei Flickr und Google+.

Ein Tag im Düsseldorfer Nordpark

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Schon aus dem Fenster geguckt? Nicht überall ist heute Feiertag, aber in einigen Bundesländern ist langes Wochenende. Und was wünscht man sich dann? Bestimmt keinen Regen. Blenden wir doch einfach mal 3 Wochen zurück. Da war auch Feiertag und anders als erwartet ein schöner sonniger Tag. Also habe ich mal wieder einen kleinen Abstecher nach Düsseldorf in den Nordpark gemacht. Erstens ist der Park immer toll gepflegt und mit jahreszeitlich passenden Blumen bepflanzt und zum zweiten ist der Flughafen nur einen Steinwurf entfernt.

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Wie man der Seite www.dus.com/dus/flugrouten entnehmen kann starten und landen Flugzeuge i.d.R. gegen den Wind und da der hauptsächlich aus westlichen Richtungen kommt, werden ca. 80% aller Starts und Landungen in Richtung Westen durchgeführt. Mit anderen Worten: die meisten Landeanflüge finden über Ratingen statt, der Großteil der Starts über Düsseldorf-Lohausen (das spiegelt übrigens auch wieder, daß man relativ viele Landeanflüge über dem Baldeneysee in Essen und über Essen Kettwig beoachten kann). Um zum Punkt zu kommen, wenn man Glück hat, kann man aus dem Nordpark neben wunderschönen Pflanzen auch viele große Flieger beobachten ohne am Flughafen stehen zu müssen.

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Und wer dann bei sonnigem Wetter noch von der Ferne träumt muß aufpassen, daß er die Höchstparkzeit auf dem Parkplatz zum Nordpark nicht überschreitet. Da muß man nämlich leider bezahlen (Parkplatz am Aquazoo), während der Park natürlich keinen Eintritt o.ä. kostet. Solltet ihr auch mal im Nordpark zu Besuch sein nicht vergessen den japanischen Garten im hinteren Teil zu besuchen, aber ich glaube das erwähne ich auch jedes Mal wieder 😉 . Und wenn man genug Blumen gesehen hat (geht das eigentlich) und auch der letzte Flieger gestartet ist, kann man über eine kunstvoll geschwungene Brücke auch noch einen kurzen Abstecher bis an den Rhein machen.

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Noch ein paar weitere Bilder aus Düsseldorf 2013? Na klar, bitte sehr … klickt auf Flickr oder Google+.