Von Hattingen zur Burg Blankenstein

IMG_4573

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war ich das erste und ich glaube auch das einzige Mal in Hattingen und schon seit längerem wollte ich mal einen Abstecher zur Burg Blankenstein machen. Warum nicht beides in 2015 verbinden. Das LWL Museum Henrichshütte ist Teil der RuhrTopCard und damit noch ein Grund mehr nach 5 Jahren nochmal hinzugucken. Also ging’s vor ein paar Tagen nochmal zur Hütte. Früher wurde hier nach Rezept aus Erz, Koks und Kalk Roeisen gemacht, heute kann man in der Übergabestation (der Name ist Programm) sogar heiraten. Ausgerüstet mit dem Lageplan des Parks ging’s an die Erkundung des Geländes. In einem alten Gebäude fallen mir eine Reihe Schaltkästen auf. Einer trägt die Aufschrift „Koksbrecher“. Ob das ein besonders starker Mann war? Ich hoffe ich begegne ihm nicht 😉 . Während unten alte Waggons und anderes Handwerkszeug aus der damaligen Zeit lagert, befindet sich weiter oben der Eingang zu einem Luftschutzbunker in den ich aber nur reingelünkert habe. Ein Schild mahnt den Bunker nur behelmt und mit Führung zu betreten. Beides habe ich nicht.

Henrichshütte Hattingen

Weiter ging’s vorbei an Erzkabinett und Möllergraben (bitte aufzunehmen in die Liste aussterbender Worte) und in den Möllerbunkern befand sich (und befindet sich noch bis 21.6.2015) die Ausstellung „Front 14/18“ (Bilder aus dem ersten Weltkrieg im 3D Format). Die passende rot/grün Brille gab’s vorab am Eingang. Ehrlich gesagt, ich fand es in diesen Bunkern etwas unbehaglich, Wasser tropfte z.T. von der Decke, komische Geräusche kamen aus extra installierten Lautsprechern, hier und da liefen kleine Filme und die 3D Bilder taten ihr übriges. Dann lieber zum absoluten Mußteil des Besuchs, der Aufstieg auf den Hochofen.

IMG_4556

Der Hochofen hat zum Glück einen Aufzug. Einen Aufzug? Tja, der war und ist z.Zt. aber leider defekt. Pippelapup, früher gab’et auch keinen Aufzug auf’n Hochofen 🙂 . Also ist Treppensteigen angesagt. Darin bin ich ja dank Landschaftspark Duisburg bereits geübt. Nach Erklimmen der ersten Treppe suche ich zunächst den weiteren Weg bevor ich merke, daß ich mich nur um 180 Grad hätte drehen müssen. Ich komme mir ein bisschen vor wie im Kaufhaus, wo die weitere Rolltreppe links rum statt rechts rum weiterfährt. Tief durchatmen und weiter geht’s. Irgendwann bin ich endlich oben angekommen und genieße den Ausblick (siehe erstes Bild in diesem Beitrag). Aber die Zeit drängt, ich hatte ja noch mehr vor.

IMG_4668

Wieder unten angekommen mache ich mich auf den Weg eine Ecke weiter nach Blankenstein. Theoretisch könnte man mit dem Auto bis auf den Burghof der Burg Blankenstein fahren, aber als der Weg immer enger wird und eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit sich ankündigt, wende ich und stelle den Wagen doch liebe ein paar hundert Meter weiter weg ab. Ich hatte mit einem kleinen Anstieg gerechnet, wie man das bei einer Burg so erwartet, aber kaum gucke ich um die Ecke, stehe ich überraschend schon kurz vor dem Eingang. Auf dem Burghof geschäftiges Treiben für zukünftige Grillfeste. Hier wird geklopft, da wird geschraubt. Der Burgturm ist offen und kostet keinen Eintritt. Also schon wieder Klettern 😀 . Nach Erklimmen der ersten Treppe wird der Weg langsam enger, ich komme ins keuchen, kämpfe mich aber tapfer nach oben. Schließlich erreiche ich eine Türe und stehe oben auf dem Turm.

IMG_4620

Ein Fliegenschwarm schwirrt um mich herum, im ersten Moment sehe ich einen gefliesten Fußboden mit dem Charm einer Toilette der 70’er und erst drei weitere Stufen höher eröffnet sich mir der Blick auf das Ruhrtal. Hier wäre ich jetzt gerne mit einem Kaltgetränk ausgrüstet stehen geblieben. Gab et aber nicht. Gut, dann eben nicht, mache ich eben geschätzte 67 Fotos und ein paar Selfies. Hatte ich erwähnt, daß ich jetzt eine 32 GB SD Karte in der Kamera habe? Ich kann zukünftig 7.500 Bilder bei einem Ausflug machen 😉 , dieses Mal habe ich mich mit 235 (Rohmasse vor Aussortierung) begnügt und nach all den Treppenstufen gab’s auf dem Rückweg zum Auto noch ein leckeres Eis. Die Eisdiele ist gleich unten am Marktplatz, kaum zu verfehlen, bei schönem Wetter immer den Menschen nach. Und die Bilder? Ich sach nix 😉 … Flickr / Google+.

Tiger, Turtle und Terminkalender

regenschirmDer erste Monat ist bereits rum und so langsam füllt sich der Terminkalender für 2014. Bis auf’s Wochenende verbringe ich momentan allerdings 9 bis 10 Stundentage im Büro und schlage mich mit Anpassungen zum Thema SEPA rum. Die langen Bürotage wirken, sich „positiv“ auf mein Gleitzeitkonto aus, die Tage verfliegen hingegen wie der Wind. Bitte entschuldigt, wenn ich z.Zt. auch wenig in euren Blogs lese und kommentiere. Irgendwann kommt hoffentlich der Frühling, meine Nase kündigt bereits den Pollenflug an, und dann ist auch wieder mehr Zeit für Blog’s und Ausflüge.

Zurück zum Terminkalender, in den ihr bestimmt ganz andere Termine eintragt als ich in meinen, aber wenn ihr die eine oder andere Anregung benötigt, nachfolgend (und jederzeit wieder da rechts außen) findet ihr eine Auswahl interessanter Veranstaltungen, Ausstellungen oder Termine für freie Museumseintritte in 2014.

Wenn ihr mehr wissen wollt klickt auf einen Termin. Es werden auch Google Funktionen wie GoogleMaps unterstützt, so daß derjenige, der sich nicht so genau auskennt gleich ’ne Karte auf Mausklick dazu bekommt. Termine, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, (z.B. die Landesgartenschau in Zülpich, 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal u.ä.) tauchen an jedem Tag im Kalender auf. Ihr habt noch andere interessante Termine? Dann ab damit in die Kommentare.

Tiger&Turtle

An diesem Wochenende startet u.a. auch wieder das Parkleuchten im Grugapark in Essen, aber so wie es aussieht, wird der Auftakt wohl ins Wasser fallen 😦 , dafür konnte man am letzten Wochenende nicht über das zeitweise sonnige Winterwetter klagen und daher habe ich mal wieder die Halde im Duisburger Angerpark besucht und für einen Winterspaziergang genutzt. Gefühlt haben das ungefähr 1.000 andere Besucher auch gemacht. Aber die Halde liegt halt fast vor meiner Haustüre 🙂 , da machste nix.

Rundgang durch Hattingen

Mein letzter Ausflug der vergangenen Woche ging nach Hattingen, also in den südöstlichen Teil des Ruhrgebiets. Ich habe mich entschieden die A52 bereits in Essen zu verlassen und entlang der Ruhr statt über die vielbefahrene A40 zu fahren. Ich wußte garnicht, daß es im Randgebiet zu Essen so bergig ist 😀 .

1

Das erste Ziel war die Henrichshütte, genauer gesagt das LWL Industriemuseum. Dort läuft noch bis Ende Oktober die Ausstellung „Helden„. Eine große Spannweite vom antiken Heldenmythos bis zum TV-Helden in der Neuzeit, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes.

Die Auswahl ist reichhaltig. Helden der Antike, Helden des Krieges, Helden der Arbeit (wobei Hattigen und der Kampf um Arbeitsplätze in der Stahlhütte vor 20 Jahren ein Thema ist), Helden des Sports aber auch Helden aus Comic und Film sind ein Thema. Was ich nicht verstehen kann, warum die Helden der Security (vor Ort) immer Angst haben, man könnte ihnen etwas wegfotografieren 😦 .

2

Auf der Fläche hinter dem Museum bekommt der Besucher dann einen Eindruck vom Weg der Rohstoffe in den Hochofen der Henrichshütte. Auf ausgeschilderten Wegen (kind- oder erwachsenengerecht) wird man durch die verschiedenen Industrieteile geführt, darf über Treppen durch Erzbunker klettern und als Höhepunkt den Hochofen hinaufsteigen. Wer es bequemer mag nutzt den Glasaufzug in die dritte Etage 😀 .

3

Etwa 15-20 Minuten zu Fuß sind es von der Henrichshütte zur Altstadt (Innenstadt) Hattingens. Ein Weg den man auch bequem zu Fuß schaffen kann. Wer sich vorher im Internet kundig gemacht hat, wird sich vor Ort sicher bei einem kleinen Stadtrundgang zurechtfinden. Die meisten historischen Häuser sind aber auch noch einmal mit entsprechenden Tafeln gekennzeichnet. Überall stehen Tische und Stühle draußen und bei schönem Wetter ergibt es alle paar Meter erneut die Frage in welchem der Straßencafés man sich niederlassen möchte.