Höllenhunde am Tetraeder

„Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde“ hätte Kapitän Haddock (den kennt ihr doch noch aus Tim und Struppi) vermutlich gesagt, stattdessen sagte er „Hier bläst es ja wie auf einem Fischtrawler vor den Lofoten, nur daß es nicht so schwankt“. Wer? Kapitän Haddock? Nein nicht der, sondern der ältere Herr, der mir vom Tetraeder in Bottrop entgegen kam und er sollte Recht behalten. Weiterlesen →

Die Hexe und Wind in meinen Ohren

IMG_9296

Manchmal kletter ich auf ’ne Halde und freue mich, wenn mir der Wind in die Ohren pustet. Ich stehe dann einfach nur da, gucke in die Ferne und erfreue mich an den Wolkenformationen. Und warum mache ich das? Weil ich es kann? Nein, der Grund liegt schon länger zurück.

IMG_9313

Es war nämlich vor langer langer Zeit, da traf ich im tiefen düsteren Wald eine ziemlich häßliche Hexe. Es war ein verfluchter Wald und es kam wie es kommen mußte, die Hexe kam schnurstracks auf mich zu (auf wen auch sonst ich war ja der einzige da). Sie fragte „Findest du mich schön“?

IMG_9307

Ich war etwas verdattert und murmelte sowas wie „Häääh“? Sie aber, die sie wohl schon häufiger als häßlich bezeichnet wurde, verstand sowas wie „Näää“! Und weil Hexen dann üblicherweise irgendwelche Flüche ausstoßen, legte sie auch einen Fluch über mich. Der Fluch sollte mein Hörvermögen einschränken, nur merkte ich das zu Anfang nicht.

IMG_9331

Erst als damals alle in meinem Haushalt wach waren, bevor ich meinen Wecker endlich auch mal hörte, wurde der Fluch langsam Wirklichkeit. Auch mein Hexenfluchaustreiber Hans Norbert Ohnenamen (kurz HNO) wußte nicht wirklich weiter. Einige Jahre gingen so ins Land und mal ging’s den Ohren besser und mal wieder schlechter.

IMG_9322

Seit ein paar Tagen macht sich der Fluch wieder häufiger bemerkbar. Das sind dann die Tage, an denen ich gerne mal auf die Halde Norddeutschland in Neukirchen Vluyn kletter. Die Halde ist nur rd. 15 km von Krefeld entfernt und weil das Plateau relativ flach ist’s da oben fast immer windig.

IMG_9282

Was das jetzt mit der Hexe Schrumpeldei Tinitus zu tuen hat? Der Wind der an meinen Ohren vorbeiströmt ist lauter, als die Töne die nur ich höre und überdeckt das dumpfe Gefühl, das ich ansonsten empfinde. Dann könnte ich wieder mal stundenlang da stehen, die Wolkenformationen beobachten, während die Hexe irgendwo im nächsten Baum sitzt und sich ins Fäustchen lacht.

Vorsatz für 2014 – Sonntags auf’e Halde

IMG_5311

Gute Vorsätze für’s neue Jahr? Ganz ehrlich? Habt ihr jemals eure Vorsätze länger als eine Woche gehalten? Genau! Aber ich dachte mir, wenn ich einen guten Vorsatz fasse und ihn unmittelbar danach ausführe, kann ja nichts schiefgehen 😉 . Wenn die Sonne kommt machst du einen Haldenspaziergang. Sonntag schien die Sonne und zack … wenn einen die Sonne so nett anlacht 🙂 . Die Halde Norddeutschland, über die ich ja schon häufiger berichtet habe, liegt in Neukirchen Vluyn und ist von Krefeld nur rd. 20 Autominuten entfernt. Daher war diese Halde bevorzugtest Ziel, für den guten Vorsatz im neuen Jahr.

IMG_5337

Die Wetterfrösche unter euch wissen, das Wetter kommt häufig von Westen und wo liegt diese Halde? Genau, ganz im Westen (des Ruhrgebiets). Sehr häufig habe ich von hier schon tolle Wolkenformationen fotografieren können bevor der Himmel wieder zugezogen ist. So war es auch an diesem (also letzten) Sonntag. Außerdem ist die Halde auf Grund ihrer Weitläufigkeit Treffpunkt für Modellflieger und Drachenfreunde (also diese an den Schnüren 😉 ). An diesem Sonntag kamen die PKW’s sogar aus Viersen und Mönchengladbach, um hier die Flieger in die Luft steigen zu lassen. Die freie Fläche des Niederrheins sorgt dafür, daß der Wind hier oben an machen Tagen heftig weht und trotzdem kann es an der niedrigsten Stelle der Halde fest windstill sein.

IMG_5321

Bei einem Besuch im Sommer, herrschte am Fuß der Halde T-Shirt Wetter bei 22 Grad und oben auf der Halde habe ich leicht gefröstelt. Aber der Sonnenuntergang im Juli ist ja nun auch schon wieder ein paar Tage her. Das letzte Mal war ich im November oben, allerdings habe ich seinerzeit nicht darüber berichtet, schließlich will ich euch ja nicht langweilen, wenn ich zum wiederholten Male über die selbe Halde stolpere.

Halde Norddeutschland

November = Kalt und trotzdem bin ich ohne Mütze rauf. Ergebnis = Kalte Ohren, aber nicht mit mir. Wozu hat man schließlich ein Kaputzenshirt an. Also Kaputze und Sonnenbrille auf und blöd cool aussehen 😉 . Am letzten Sonntag gab’s leichte Wolken und damit neue Blickwinkel und neue (Wolken-)Bilder und dieses Mal wieder mit Mütze. Während ich also die Himmelstreppe hochkeuche sehe ich, wie mir jemand mit einem Fernglas entgegen kommt. Fernglas … so’n kleines für die Jackentasche, das habe ich doch auch noch irgendwo. Ich glaube das gab’s mal beim Kaffeeröster des Vertrauens.

IMG_5341

Hallo!? Warum habe ich das Fernglas noch nie mit auf eine Halde genommen? Ich glaube in dem Moment schwebten Fragezeichen sichtbar über meinem Kopf. Also ich mach‘ mich dann mal auf die Suche nach dem Ding, in einem guten Haushalt sollte schließlich nichts verloren gehen. Ihr habt unterdessen die Gelegenheit ein paar weitere Bilder anzugucken. Flickr oder Google+ … die 2014’er Alben ganz frisch geröstet … äh … eröffnet.

IMG_5345

Der Frühling der ein Winter war

Frühling

Dieser blöde Wettergott hat mir ja einen ganz schönen Strich durch die Rechnung gemacht. Zu Ostern ein paar Tage Urlaub dachte ich, kann ja nicht schaden und man kann so mal wieder den Ruhrpott unsicher machen. Und wat is? 4 Grad und eisiger Ostwind *grrmff*. Nach 3-4 Monaten Winter, Kälte und Dunkelheit brauche ich die Sonne wie der Monopolyspieler die Schloßallee. Ich sauge sie regelrecht auf, die Sonne nicht die Schloßallee, auch wenn es nur 2-3 Stunden pro Tag sind.

Über meinen Abstecher zu Christos Big Air Package hatte ich ja schon berichtet und als sich die Sonne am Mittwoch wieder blicken ließ, habe ich mich dick verpackt (wie ein Paket zu Weihnachten, um mal die Temparaturen der Jahreszeit zuzuordnen) und bin raus. Also Ereigniskarte gezogen und ab auf’e A52, bevor es wieder Schneegrieselt oder sonstwie usselig wird. Der direkte Weg ging dieses Mal zum Baldeneysee, so direkt wie beim Monopoly der Weg ins Gefängnis.

IMG_3872

Da die Außentemparatur weiterhin nur wenige Grad über Null lag und der Wind aus Richtung Osten blies, wollte ich kaum angekommen fast wieder auf dem Absatz kehrt machen (Gehe 3 Felder zurück), aber da ich nun einmal da war, gabs doch einen kleinen Spaziergang entlang der Promenade. Auf dem See war wenig, um nicht zu sagen garnichts los, aber entlang des Ufers ergaben sich ein paar überraschende Naturphänomene. Das schwappene Seewasser und regelmäßige Wassertropfen die durch Wind und Wellen ans Ufer spritzten, hatten ihre Spuren an Büschen und Sträuchern hinterlassen.

IMG_3841

Die niedrigen Temparaturen hatten zu Eiszapfen an ufernahen Büschen und Bäumen geführt. Das sah schon irgendwie faszinierend aus. Zusammen mit der Sonne ergaben sich so doch noch ein paar Fotomotive und kaum kam ich wieder aus dem Gestrüpp gekrabbelt zogen auch andere Spaziergänger ihre kleinen Kameras aus der Tasche 😀 . Angeblich werden wir über die Feiertage das kälteste Ostern seit ewig erleben … wenn ihr bis dahin nicht erfroren seid … ich ziehe mal eine Gemeinschaftskarte „Du hast den 2. Preis in einer Schönheitskonkurrenz gewonnen“. Na bitte 😉 . Fotos auch von diesem Weltereignis bei Flickr und Google+.
________________________________________________________________

OsterfuchsIhr erinnert euch an die Frage, welches Tier euch spontan einfällt, wenn ihr an Ostern denkt? Warum eure Antwort Osterfuchs (statt Osterhase oder Osterlamm) lauten sollte und seit wann es den Osterfuchs gibt, lest ihr im Beitrag „(Oster-)Fuchs sein fetzt„, den ich vor ein paar Tagen hier veröffentlicht habe. Bis dahin wünsche ich euch schöne Ostertage und daß ihr auch alle Eier findet.

In Christos Stoffzelle (BigAirPackage)

IMG_3518

Ker wat war dat gestern windig im Revier. Ich hatte mich aufgemacht das große Luft Packet (BigAirPackage) von Christo im Gasometer zu bestaunen. Der Name paßte zum Wetter, kein Wunder also, daß die Luft da mächtig wehte, aber bereits vor der Türe und zwar eisekalt aus Richtung Ost (was nicht wirklich mit der Ausstellung zu tun hatte 🙂 ). Kurz eine Erklärung für alle, denen der Gasometer jetzt nicht so geläufig ist. Der Gasometer ist ursprünglich ein 117 Meter hoher „Behälter“ in dem Gichtgas und später Kokereigas zwischengespeichert wurde. Heute ist es die höchste Ausstellungshalle Europas mit einem Speichervolumen von 347 000 m³, einer Höhe von 117 Meter und einem Durchmesser von knapp 68 Meter (Quelle: Wikipedia).

IMG_3548

Im Inneren dieser „Halle“ hat Christo nun also eine Skulptur aus 20.350 Quadratmetern lichtdurchlässigem Gewebe und 4.500 Metern Seil fertigen lassen. Die Skulptur wird mit zwei Gebläsen und einem konstanten Luftdruck aufgeblasen wie ein riesiger Ballon. Im aufgeblasenen Zustand erreicht das BigAirPackage ein Gewicht von 5,3 Tonnen, eine Höhe von mehr als 90 Metern, einen Durchmesser von 50 Metern und ein Volumen von 177.000 Kubikmetern. Der Clou man kann den „Ballon“ nicht nur von außen bestaunen (mit dem Aufzug aufs Dach des Gasometers sogar von oben), sondern auch von innen. Eine Drehtüre und ein paar Treppenstufen führt mitten hinein in ein weißes Nichts.

IMG_3500

Kaum drinnen, fletzen sich bereits die ersten Besucher auf großen Kissen auf dem Boden, weitere laufen auf und ab oder sitzen auf den Treppenstufen. Alles ist weiß, die Stoffbahnen an den Wänden, die Decke, der Fußboden, die Treppen … eben alles. Man hat kaum Anhaltspunkte, um die Höhe zuschätzen. Aber alle fotografieren erstmal, ich natürlich auch 😀 . Durch die Dachluken scheint die Sonne von oben auf den Stoff, dazu hängen von der Decke eine Reihe von Lampen. Ein angenehmes Rauschen der Gebläse ist zu vernehmen, es herrscht kein unangenehmer Überdruck o.ä. wie ich es vermutet hatte. Die Kinder spielen Fangen, ihre Rufe hallen wieder, ansonsten ist es relativ ruhig. Zeit einfach Luftlöcher in das BigAirPackage zu gucken. Einige sprechen von Problemen mit dem Gleichgewicht, weil alles weiß in weiß ist, ich habe keine derartigen Probleme. Ich starre die Wände an, gucke wieder an die Decke, beobachte die Leute und starre wieder an die Wände. Bin hin und hergerissen zwischen Kälte am Po (die Metalltreppe auf der ich sitze) und Faszination der Installation. Ich daddel ein bisschen am Handy (kein G3 Empfang in dem „Behälter“) und sitze so bestimmt 20 Minuten da rum. Ganz schön Gaga oder?

Gasometer

Dann geht’s in den gläsernen Aufzug und ab nach oben. Jetzt merkt man erst wie riesig das BigAirPackage ist. Man fährt und fährt und fährt … Knapp unter der Decke darf man aussteigen und runterschauen. Keine Angst, kräfigartige Metallgitter verhindern schlimmeres. Fotos machen ohne Ende, dann rauf aufs Dach zur Aussichtsetage. Solange man auf der Westseite steht geht’s. Wunderschöner Sonnentag bei rd. 3-4 Grad. Geht man dann den Rundweg einmal rund ums Dach kommt man unweigerlich auf die Ostseite und der Ostwind bläst einem alles weg, was bei 117 Metern Höhe nicht angebunden oder festgezurrt ist. Ich habe Mühe den Fotoapparat ruhig zu halten. Das hält man ja im Kopp nicht aus. Schnell wieder zurück auf die Westseite, Instagrambild zusammengedaddelt, zurück nach drinnen und im Aufzug wieder nach unten. In Parterre gibt’s noch eine Ausstellung bisheriger Christo Projekte. Jetzt brauche ich wieder etwas Wärme und da das Auto schön in der Sonne steht, schnell rein und Türe zu. Ich finde der Besuch hat sich gelohnt, für den Eintritt habe ich übrigens die RuhrTopCard genutzt.

Gasometer1

Das Bilder Nachbearbeiten hat etwas Zeit gekostet, denn das weiße Nichts zu fotografieren ist garnicht so einfach. Wenn ihr also „nichts“ sehen wollt, guckt ihr hier bei Flickr oder Google+.

Nackt im Wind

NiederrheintermeWann seid ihr das letzte Mal nackt aus dem Haus gegangen. Wohnungstüre zu, Haustüre zu, erst kurz vorm Auto gemerkt, daß etwas fehlt. Ich muß dazu sagen ich bin kein Frühaufsteher, aber ein Spätinsbettgeher und so’n (Feier-)Abend ist schließlich immer ratz fatz rum. Das paßt schlaftechnisch leider nicht immer zusammen. Daher brauche ich morgens alles Wichtige direkt vor meiner Nase. Nach endlosem Weckerklingeln und verschlafenem Badezimmerbesuch wird alles vergessen, was nicht fertig bereitliegt. Da hilft auch die Tasse Kaffee auf die Schnelle nur bedingt. Am besten liegen die Sachen so im Weg, daß man vor dem Verlassen der Wohnung drüber stolpert. Die Frühstücksbrote, Haus- und Autoschlüssel, Handy und das, was sonst an meinem linken Arm zu finden ist. An diesem Morgen schaute ich jedoch vergeblich auf die Stelle, an der sonst die Armbanduhr zu finden ist 😉 . Den ganzen Tag über habe ich mich irgendwie nackt gefühlt, zumindest am linken Unterarm 😀 .

Wasser Beinahme tatsächlich nackig gemacht hätte ich mich vor Freude 😉 , als ich erfahren habe, daß ich beim Gewinnspiel der Metropole Ruhr zwei Tageskarten für die Niederrhein Terme in Duisburg gewonnen habe. Einen ganzen Tag Gesundheit, Wellenbad, Sauna (huch ich war noch nie in der Sauna und brauche dringend Anleitung!!), Salzgrotte und weiß der Teufel was noch. Außenbecken haben die auch, oder? Dann soll es jetzt sofort Sommer werden. Bleibt noch ein Problem, es sind zwei Gutscheine …, da muß ich doch mal gut nachdenken, wen ich mitnehme. Oder soll ich einen hier weiterverlosen? Grübel … immer diese Entscheidungen … ich glaube ich behalte mir das mal vor 😀 .