Duuu? Sag mal, sind wir hier in Duisburg? Na klar doch, da drüben ist der Rhein. Und der Qualm da hinten, das sind die Kühltürme. Ist ja interessant. Meinst du die Leute kennen den Ort, an dem wir heute sind? Na klar, hat sich doch längst rumgesprochen, daß wir hier auf einer begehbaren Achterbahn sind. Moment mal, momentan bin nur ich Tiger auf dir Schildkröte? Nicht das das jemand falsch versteht. Nein ich meine, den magischen Berg hier in Duisburg Angerhausen. Magischer Berg? Das klingt interessant. Na das kannst du mir ja unterwegs erzählen, flitz mal los … ach ne flitzen kannste ja nicht, bist ja ne Schildkröte. Dann kriech mal los.
Die Landmarke ist aber richtig hoch, du halt mir mal lieber die Augen zu. Bist du’n Angsthase? Ne eine Schildkröte, weißte doch. Ist dir aufgefallen, daß diese Landmarke genauso heißt wie wir. Du meinst Susi und Strolch? Neeee!! Strolch und Susi? Neeee auch nicht!! Du bist eine Schildkröte und ich ein Tiger. Ja und? „Tiger and Turtle“ heißt das Etablissement. Etablisse…? Ich kann garnichts sehen, von diesem Blisszement. Nimm doch mal die Tatzen wieder weg. Ich bin auch gaaaaaanz mutig.
Warte ich nehme jetzt die Tatzen von deinen Augen. Bei drei, ok? 1 … 2 … 3 … jetzt kannst du den Looping sehen. Ich werde jetzt aber nicht … von wegen Anlauf und so. Geht ja auch garnicht, der Looping ist ja nur für die Optik von dem ganzen, da kannste nicht durchflitzen. Mir ist schon ganz schwindelig von dem Gewackel hier oben, halt dich fest, nach unten geht’s jetzt auf dem Geländer, das macht einen heiden Spaß ….. huuiiiiiiiiiii …. Und so flitzen und rutschten sie noch den ganzen Nachmittag bis sie des Flitzens und Rutschens müde wurden. Und wenn sie nicht … ach ne so enden ja nur Märchen und das hier ist die Wahrheit, nichts als die Wahrheit.
Strolch ist übrigens der einzige Tiger ohne Streifen, aber Tiger ist sein zweiter Vorname 🙂 und ja, einige Besucher des Agerparks haben schon etwas geschmunzelt als die beiden dort mit mir unterwegs waren. So zieht man (kurzzeitig) Aufmerksamkeit auf sich :-D.
Ich liebe den Frühling, wenn alles wieder grün wird, trotz Allergie gegen Frühblüher, aber aus fotografischer Sicht geht nichts über den Herbst. Jetzt Mitte Oktober, die Bäume und Büsche haben soviele tolle Farben und wenn dann noch die Sonne rauskommt, dann hält mich nichts mehr (aber das wußtest ihr ja längst). Außerdem habe ich mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, daß es ja auch Blumen gibt, die im Herbst blühen. Anders als gestern, wo ich bei bedecktem Himmel irgendwie so drinnen rumgedümpelt habe, dann doch vor die Türe bin und irgendwie die Sonne vermißt habe, war ich am Samstag nochmal im Grugapark, oder etwas kürzer in der Gruga in Essen.
Dort gibt’s z.Zt. soviele tolle Pflanzen, daß ich den Finger vom Auslöser garnicht mehr wegbekommen habe. Binnen 3 Stunden habe ich rund 120 Fotos gemacht. Außerdem habe ich dort meinen neuen gefiederten Freund kennengelernt, aber dazu gleich mehr. Der Grugapark ist für mich nach wie vor der Park im westlichen Ruhrgebiet. Ja er kostet 4,- Euro Eintritt, aber dafür gibt’s zu fast allen Jahreszeiten soviel zu sehen, daß man ruhig mehrmals im Jahr kommen kann. Der Park wird zu jeder Jahreszeit mit passenden Pflanzen bepflanzt und ist daher fast immer in irgendeiner Art und Weise „grün“.
Familien finden Spielplätze, ein Wildgehege, einen Streichelzoo, eine Parkbahn mit der man gemütlich von A nach B fahren kann (kostet allerdings extra) und ein paar Vogelvolieren sowie eine Freiflughalle (wobei Halle eigentlich das falsche Wort ist, denn nach oben gibt’s nur ein Netz, kein Dach). Wie dem auch sei, wenn ich Zeit habe, wie an diesem Samstag, kann ich auch mal locker ’ne Viertelstunde oder länger auf einer Bank rumsitzen um Mensch und Tier zu beobachten. Z.B. die Familie die in die Freiflughalle kommt, in einer Lautstärke, als wollte man eine U-Bahn übertönen, gleich bis fast ins Gebüsch stolpernd, weil da ja gebrütet würde um dann nach 3 Minuten wieder von Dannen zu ziehen.
Es ist schon eine Kunst alle Vögel binnen 30 Sekunden auf diese Art zu verscheuchen. Ich saß unterdessen auf einer Bank in der Freiflughalle und beobachtete einen schwarzen Schwan bei seinem täglichen Bad. Im Wasser plantschen, Flügelschlagen, Gefieder einfetten, was so’n Schwan halt macht. Plötzlich schleicht sich so ein langschnäbliges Tier von links heran, spielt unauffällig mit einer Eichel herum, als könnte er kein Wässerchen trüben, um sich dann meinen Schuhen zu nähern. Pickt an meinen Schuhriemen herum, versucht etwas in meinen Schuhen zu finden und versteckt schließlich erst seinen Schnabel und dann fast den ganzen Kopf in meiner Hose meinem Hosenbein.
Leider leider hatte ich nicht Keksartiges dabei, so daß er vergeblich suchte, aber interessant was’s schon, schließlich war der Vogel ja ziemlich mutig (und ich auch :-D). Streicheln lies er/sie sich aber nicht. Sobald ich den Arm ausstreckte ging’s zwei Schritte zurück. Ich habe euch noch ein kleines 15 Sekunden Video hochgeladen. Ich sag euch, so ein Herbsttag kann doch mega entspannt sein ;-).
Übrigens, eine Frage an die Leserinnen, ihr denkt gerade darüber nach die Lackstiefel auszusortieren? Ihr habt eine ältere Handtasche oder noch einen Halbschuh der verflossenen Liebe im Keller? Wohin damit? Na ab in den Garten und ein paar Pflanzen rein.
Zu verrückt? Keineswegs, schaut doch mal hier. In einer Art Kunstaktion, „wuchsen“ in einigen Bäumen des westlichen Parkteils (Nahe der Mustergärten), Schuhe, Lackstiefel und eine Lederhose mit zwei lustigen Gesellen. Ich war ohne große Erwartung gekommen, aber kaum daß ich 10 Minuten im Park war, war ich schon fasziniert. Ihr seht, manchmal lohnt sich ein Besuch im Grugapark auch, wenn man garnichts erwartet und zapp steht ihr mittendrin …
… und müßt dann auch noch dafür Sorge tragen, daß dieser Blogbeitrag nicht ins unsittliche abgleitet. Der Jüngling hier im Hintergrund hatte nämlich garkeine Hose an, so daß ich, fotgrafisch gesehen, etwas für Ordnung sorgen mußte. Zum Glück fielen mir dabei gleich ein paar bunte Blätter in die Hand.
Auf dem Weg zurück zum Auto, das ich übrigens immer auf dem kleinen Parkplatz in der nähe der Mustergärten parke (pssstt … ganz geheimer Geheimtipp :-D) traf ich dann noch auf eine Art Rosen-Wirsinggewächs (keine Ahnung wie das wirklich heißt) in dem sich ein großer Wassertropfen in der Sonne spiegelte und kurz um die Ecke noch ein Eichhörnchen, genauer zwei, die derart schnell über den Baum flitzten, daß selbst die „Sporteinstellung“ (schnelle Bewegungen) meiner Kamera überfordert war.
Die neuesten Bilder aus 2013 mußte ich bei Google übrigens in ein neues Album namens Ruhr2013 (II) hochladen, weil die Grenze von 1000 Bildern im Ruhr2013 Album erreicht war. Bei Flickr zwar kein Muss, aber ums gleichzuhalten auch hier nach Ruhr2013 ein neues Album Ruhr2013 (II).
Es gibt verrückte Tage und es gibt verrückte Dinge und es gibt verrückte Leute, die verrückte Dinge an verrückten Tagen tun. Das ist die Geschichte von Luftballons, Fotografen und einer Mettwurst im Regen. Pling … Sie haben Post ;-). Was ist das? Eine Einladung von Juli für einen Haldentrip? Jooa, warum nicht, ist ja ein Wochenendtermin, also sage ich mal locker zu.
Es ist Samstag früh, der Wecker klingelt, frische Brötchen stehen auf dem Tisch, Zeit für Frühstück, noch 8 Stunden bis zum Treffen. Rebekka Krampitz die Wetterstimme aus dem Radio sagt, der Sommer wäre zu Ende. Ach ja, irgendwann muß es ja so kommen. Moment was sagt sie da, im Laufe des Tages werden Gewitter und Regen über’s Land ziehen? Heute war doch der Haldentriptag. Ach was, postiv denken und ins Brötchen beißen. Wie sachte unser Omma immer, wir sind doch nicht aus Zucker, noch 7 Stunden.
Mittlerweile ist das Frühstück durch, kurz ins Städtchen, noch’n Cap vom Grabbeltisch mitgenommen und draußen fiel noch kein Tropfen vom Himmel, dafür aber viele Tropfen im Ruhrgebiet, wie ich im Radio höre. Ach was, postiv denken, wir sind doch nicht aus Zucker. Es sind noch 3 Stunden. Ich hüpfe mal kurz unter die Dusche ohne zu wissen was mich wassermäßig noch erwartet 😉 ziehe die Sommerhose an (nicht die beste Idee, aber die sollte eh in die Wäsche), packe für alle Fälle die Regenjacke ein und fahre los. Postiv denken, es sind ja noch 1,5 Stunden.
Treffen ist gegen 18.00 Uhr an der Halde Haniel, ich bin etwas früher da und es ist trocken. Was die Wetterleute da immer erzählen :-D. Als ich um die Ecke biege steht dort Julis Auto mit Unmengen von roten und weißen Ballons. Alle mit Gas gefüllt und gut verknotet. Gelegenheit einige “Facebookfreunde” mal persönlich kennenzulernen. Die Fotosession startet, Juli wird von vorbeifahrenden Radfahrern kurzerhand zum Model erhoben, kein Wunder bei dem Auflauf an (Hobby-)Fotografen :-D. Die Ballons werden schließlich mit kleinen Kärtchen versehen und sollten gleichmäßig verteilt werden. Was keiner bedacht hat, ist daß sich die Schnüre alle miteinander verknoten, so daß sich eine Riesen Traube bildet. Die Zeit drängt, es dämmert schon leicht.
Nachdem auch die letzten eingetroffen sind, setzt sich die Karawane in Bewegung und sorgt bei der zufällig vorbeikommenden Bevölkerung für Aufmerksamkeit. Kein Wunder, schließlich sind es um die 200 Ballons. Es ist gegen 18.45 Uhr als viele die Halde verlassen während wir erst kommen. Ob das ein Zeichen sein sollte? Wir ignorieren die Zeichen einfach und tapern munter drauflos. Man braucht ca. 25-30 Minuten, bis man oben auf der Halde Haniel angekommen ist. Nach 10 Minuten fallen die ersten Tropfen. Zucker? Ach was, ich hab’ ja die Regenjacke an.
Irgendwie hatten die Wetterleute wohl doch recht ;-), denn der Regen nimmt zu und auch der Wind, je weiter wir auf der Halde nach oben kommen. Das letzte Mal, daß ich bei Regen nur mit Regenjacke bewaffnet auf einen Berg gekraxelt bin war im Urlaub neunzehnhundertplötzlich irgendwo in Bayern. Aber was solls, wie sagte schon Forrest Gump, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, … öhm … die werden auch naß, wenn man sie in den Regen hält ;-). Ich verstaue meinen Rucksack unter die Regenjacke. Das entwirren der Ballons scheint aussichtslos.
Wir starten durch und setzen zum Endspurt an, nehmen die letzten 100 Meter der Halde quer (zumindest die meisten), meine Hose sieht mittlerweile aus, als hätte der Zucker eine Menge Wasser gezogen. Selbst mein Zückerchen darunter ;-). Ein Hühnerhaufen ist nix gegen uns, alles läuft wie aufgescheucht durcheinander, die Fotografen versuchen zu retten was zu retten ist. Ne wat ne verrückte Aktion an einem verrückten Abend.
Nachdem auch das letzte Foto gemacht ist dürfen sich die Ballons in die Lüfte erheben, Juli spendiert noch ne Runde Mettwurst und Brötchen, das gemütliche Beisammensein muß leider ausfallen. Erste kleine Wasserfälle überqueren die Wege und wir schliddern zurück zum Ausgangspunkt. Für Sekunden gab es sogar noch sowas wie einen Sonnenuntergang. Ne wat war dat schön 😀 (und ich habe nicht gefroren). Aber ebenso schön war, daß ich, wieder im Auto zurück, an einem 7. September die Sitzheizung einschalten konnte ;-). Da wurde der Poppes wieder so richtig schön warm. Dazu die Heizung auf 25 Grad und ab nach Hause.
Das ganze war übrigens eine Aktion von Coca Cola, wie ihr hier im Cola Blog und hier in Julis Blog lesen könnt und merke, Haldenwanderer brauchen festes Schuhwerk, windabweisende Kleidung, eine Regenjacke oder einen Regenschirm und ein unerschütterliches Maß gute Laune.
Am letzten Wochenende war ich auf dem Zechenfest der Zeche Zollverein in Essen und habe außerdem eine weitere Ruhrtrienale Vorstellung besucht. Und weil das alles so toll war, berichte ich euch das nächste Mal davon, denn heute habe ich noch was ganz viel tolleres ;-). Gestern war ich bei sonnigem Oktoberwetter mal wieder an der Zeche Ewald in Herten und anschließend auf der Halde Hoheward. Dieses Mal habe ich die Halde von der Zeche Ewald aus erklommen und mich prompt irgendwie ein bisschen verzettelt. Na ja nicht wirklich, verlaufen kann man sich kaum, schließlich ist die Halde nicht zu übersehen, aber bestimmt hätte es einen kürzeren Weg gegeben. Also ab dafür, querfeldein, irgendwie gibt’s immer nur eine Haldenrichtung … aufwärts :-D.
Einige hundert Haldenhelden starteten gestern auf die Halde, und warum? Dort startete gestern das Projekt „Speed of light Ruhr“, das heute und morgen noch weiter durchs Ruhrgebiet zieht. Und was ist „Speed of light„? Eine Aktion, bei der 120 Läufer in bunten Lichtanzügen durchs Ruhrgebiet laufen. Ja und? Natürlich laufen die da nicht nur so rum, sondern erstens sind die Lichtanzüge (wie der Name vermuten läßt) mit diversen LED Lichtern versehen, welche ferngesteuert werden können und demnach schon mal eine tolle Lichtshow bieten.
Außerdem wird jeden Abend am Start- und Zielort eine etwa 20 Minuten lange Show geboten. Gleich nach Sonnenuntergang beginnen die Läufer in einer genau festgelegten Choreografie zu laufen, das kann man in Worten kaum beschreiben. Bei entsprechender Belichtung und mit etwas Geschick (ich bin da auch kein Profifotograf) ergeben sich dann Bewegtbilder, die man sonst allenfalls hinbekommt, wenn man versucht hat die Auto Rückleuchten an der Autobahn zu fotografieren. Aber das ist nur ein sehr vager Vergleich.
Trotz des sonnigen Tages, war man gestern als Zuschauer gut beraten, neben einer Jacke noch einen Schal mitzunehmen, denn der Ostwind blies über die Halde Hoheward. Aber die Show hat für alles entschädigt. Um Punkt 19.35 startet die Musik, die Läufer kommen den Hang hinunter auf die Fläche rund um den Obelisken und wie ein großes Ballett beginnt die Show. Leider sind die 20 Minuten rum, als wären es nur fünf gewesen, ich hätte noch locker eine weitere halbe Stunde dort verbringen können. Wenn die Show am Startpunkt vorbei ist geht es auf die Strecke. Alle Teilnehmer sind Freiwillige, keine professionellen Läufer o.ä., aber fit genug müssen sie sein, denn anschließend geht es zwischen 9 km und 18 km vom Start- zum Zielort.
Mein Rückweg war durch große Akkuscheinwerfer gut ausgeleuchtet, denn Straßenlaternen gibt es auf der Halde natürlich nicht :-D. Leider wurde die erste Lampe etwas zu früh eingeschaltet, so daß weitere Fotos mit den Läufern etwas vereitelt wurden. Nach dem Abstieg von der Halde stand ich am Auto und wollte erst nach Hause, sah dann aber via Facebook und Instagram, daß einige Facebook „Freunde“ sich auf den Weg nach Bochum machen. Also habe auch mich entschlossen auch noch an den Zielort zu fahren und mir das Spektakel im Bochumer Westpark anzusehen, lag ja fast auf dem (Nachhause-)Weg. Also Navi (a.k.a. „Uschi“) zeig mir den Weg :-D.
Gut, daß ich den Westpark schon mal im Hellen gesehen habe, denn dort war es doch etwas finster, so daß es zunächst etwas schwierig wurde, die Zuschauerstelle zu finden. Aber ich hatte ja noch Zeit bis die Läufer in den Westpark einliefen. Handys sind in so einem Fall wirklich eine tolle Hilfe. Ich bin sicher im Laufe des Wochenendes werdet ihr noch weitere auch bewegte Bilder sehen, so daß ich mich auf eine Auswahl beschränke. Ach ja, heute Abend (Fr.) startet die Show in Gelsenkrchen und morgen (Sa.) in Oberhausen.
Mittlerweile habe ich auch Bilder zu Flickr und Google+ hochgeladen und pssstt … ja ich habe die Bilder z.T. leicht mit Picasa nachgearbeitet oder Ausschnitte rauskopiert, weil wieder mal jemand vor meiner Kamera stand, aber es soll ja auch gut aussehen ;-).
[Nachtrag] Hier noch ein paar Eindrücke aus Gelsenkirchen, wo die Startchoreografie im Nordsternpark stattfand (mehr auch hier unter Flickr/Google+).
Da toure ich jetzt seit 2010 durchs Ruhrgebiet und die Ruhrtriennale ist mir durchaus ein Begriff, aber ich habe noch nie irgendeine Vorstellung o.ä. besucht. Der Grund könnte sein, daß die Karten i.d.Regel schnell vergriffen sind, zum anderen aber auch, daß das mit der Kunst immer so eine Sache ist. Aktuell läuft die vierte Triennale (von 2012 – 2014) und gestern habe ich mich in einer Karftzentrale von Maschinen- und technoähnlichen Geräuschen kombiniert mit gleißend hellem Licht maltretieren lassen, in einer Kohlenmischanlage in künstlichem Nebel gestanden und von wummernden Bässen durchrütteln lassen und beinahe unter einer Dusche mit 800 Litern Wasser … pro Sekunde gestanden. Alle diese Erlebnisse sind Teil der Ruhrtriennale 2013 und kostenfrei zugänglich.
Start war an der Zeche Zollverein. Dort findet ihr bis zum 6. Oktober (täglich außer bei zu starkem Wind) den rAndom International: Tower. Aus 19 Metern Höhe schießt aus 520 Düsen 800 Liter Wasser pro Sekunde(!) herunter. Bewaffnet mit einem Regenmantel (hängt vor Ort aus) kann man sich in die Mitte des Rechtecks (6 x 8 Meter) stellen, aber auch mitten in den Wasserstrom. Nein, ich habe es nicht ausprobiert, weil ich noch was vor hatte an dem Tag und befürchtet habe, völlig durchnäßt den Resttag verbringen zu müssen. Aber es muß wohl eine tolle Erfahrung sein, wenn ich mir betrachte, wieviele Menschen den Versuch gewagt haben.
Der Weg ging weiter entlang des Zollvereingeländes zur Kokerei. Am Bahnhof Zollverein stand ein Schienenbus und wartete auf Fahrgäste, das „Werksschwimmbad“ der Kokerei Zollverein hatte auch geöffnet aber ich wollte in die Mischanlage. Mischanlage? Der Name erinnert vielleicht an sowas wie Betonmischanlage ;-). Nein, hier wurden früher die verschiedenen Kohlesorten gemischt, Fettkohle, Magerkohle (die esse ich immer ;-)) … na und so weiter. In die Mischanlage kommt man an normalen Tagen nicht rein, höchstens bei einer Führung. Also nix wie los, mit dem Aufzug in die 3. Etage, kurze Erklärung von dem armen Menschen abgeholt, der da den ganzen Tag im Dunkeln stehen muß und dann zu Douglas Gordon: Silence, Exile, Deceit.
Bereits beim Zutritt über die Treppe hinunter in die 2. Etage wirft selbige einen gruseligen Treppenschatten an die Wand. Nebel kommt einem entgegen, rechts sitzt eine Krähe (auf einem Bildschirm), links ist auf einer locker 2 Meter großen Leinwand das Umfeld zu sehen in dem man gerade steht. Auf der Leinwand wird in Stößen Feuer entfacht, während um einen herum die Bässe derart wummern, das es im Bauch kribbelt. In der Mitte des Kohletrichters gespenstige Beleuchtung, andere Besucher huschen an den Fenstern gegenüber vorbei. Man kann die Runde wieder und wieder drehen, Fotomöglichkeiten auskundschaften, in Nebelwolken verschwinden. Tolle Installation.
Schon mal überlegt euer Radio und TV Gerät nach Sendeschluß (ach ne gibt’s ja nicht mehr), dann eben auf einen Kanal einzustellen, bei dem der Empfang schlecht ist und dann die Kiste volles Rohr aufzudrehen? Dazu die Stereoanlage auf Rückkopplung zu programmieren und einen Basketballstar in einer leeren, wiederhallenden Sprothalle dribbeln zu lassen? Wie jetzt … nein ;-)? So ähnlich ergeht es einem in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg Nord (LaPaDu). Dort läuft nämlich eine Videoinstallation mit dem Titel „Ryoji Ikeda: test pattern [100 m version]“.
Es quietscht und pfeift, kurz leise, dann wieder ohrenbetäubend laut. Gut, daß ich eh schon halb taub auf einem Ohr bin. Zuerst auf die Empore rauf und das ganze Spektakel von oben betrachten. Auf dem Boden liegt 100 m heller Belag, eine Art Leinwand auf dem Fußboden. An der Decke der Kraftzenztrale Projektoren die Strichcodeähnliche Bilder auf den Boden spielen. Erst langsam, dann schneller werdend. Dann große weiße Vierecke, gefolgt von großen schwarzen Vierecken. Dazwischen Besucher als Teil der Installation. Die Treppe wieder runter, Schuhe aus und die „Leinwand“ betreten. Jetzt bin ich Teil der Kunst und merke, mir donnern die Bässe in den Bauch und pfeifen die hohen Töne in den Ohren. Mir ziehen die Streifen den Boden unter den Füßen weg :-o.
Um euch mal einen Eindruck zu vermitteln, habe ich die DigiCam (die Videokamera hatte ich leider nicht dabei) mal auf Aufnahme gestellt und euch anschließend einen 1:30’er Filmchen auf YouTube hochgeladen. Eins vorweg, die DigiCam war mit dem Ton leicht überfordert, aber schaut selbst.
Achtung – Die Präsentation in Duisburg lief an diesem Wochenende (23.-25.08.2013) und dann wieder vom 04.-15.09.2013. Geht nicht hin, wenn ihr Probleme mit lauten Geräuschen oder mit flackernden Bildern oder Bildschirmen habt. Die WAZ berichtete von der Eröffnung und hier findet sich auch noch eine weitere (nicht von mir) erstelle Vorstellung des Projekts.
Samstags, halb Zehn in Deutschland, zunächst einmal Zeit für ein Frühstückchen. Nachdem ich die Bedienung beim Bäcker meines Vertrauens mit 2 für 1 Gutscheinen verwirrt habe und der erste Kaffee hinter mir liegt, mache ich mich auf nach Oberhausen. Ich habe mir vorgenommen noch einen kleinen Abstecher ins Centro zu machen, bevor es dann zu den Außerirdischen geht. Vor kurzem habe ich Produkte von „Rituals“ kennengelernt und im Centro gibt’s den passenden Laden.
Danach geht’s einen Steinwurf weiter nach Bottrop zur Halde Beckstraße. Dort sollen z.Zt. die Außerirdischen wohnen. Wie wir letzte Woche lernen durften, ist selbst die berühmte Area51 nicht mehr als ein schnöder Testflughafen für Drohnen und andere geheime Flugapparate im kalten Krieg. Also schaun wir mal, was der Künstler Fred Fischer für fremde Lebensformen präsentiert. Er bespielt seit 2009 die Halde am Tetraeder. Nach anfänglichen Wiederständen, schließlich ist auch der Tetraeder und das Drumherum ein Kunstwerk, wird seine temporäre Installation mittlerweile geduldet. Und nicht nur das, man einigte sich mit dem Tetraeder Künstler auf ein temporäres Nutzungsrecht.
Die Medien gaben sich letzte Woche die Klinke in die Hand, zuerst die Zeitung, später sogar die Lokalzeit des WDR und diesen Samstag auch ich ;-). Aus Recyclingmaterial zusammengebaut stehen die Aliens lebensgroß, aufrecht stehend und gut verzurrt wie gerade gelandet in Mitten des Steinemeers. Davon abgesehen glaube ich ja, daß Aliens ganz anders aussehen, als wir denken, z.B. so wie der Haldenbewohner unterhalb des Treppenaufgangs (auf dem Bild oben) :-D.
Da das Wetter war an diesem Morgen noch etwas zaghaft war, war der Antrieb nicht so groß, die Halde gleich wieder zu verlassen. Also habe ich mich auf die zweite Etage des Tetraeders gestellt, ein paar „#Fromwhereistand“ Fotos gemacht und die todesmutigen Besucher beobachtet, die der wackeligen und nur duch Lichtgitter gesicherten Konstruktion „Tetraeder“ nicht wirklich trauten :-D. Irgendwann entschloß ich mich dann aber doch weiterzureisen, um auch noch meine Lieblingshalde in Herten/Recklinghausen zu besuchen. Auf nach Hoheward.
Bitte? Nein ich sagte Hoheward nicht Mullewapp. Wollt ihr etwa behaupten ihr wäret Johnny Mauser oder Franz von Hahn und ich der dicke Waldemar :-)? Die Entscheidung weiter zur Halde Hoheward zu fahren war goldrichtig, denn unterwegs riss der Himmel auf und die Sonne kam hervor. Die Drachenbrücke in Sichtweite, Auto geparkt und ab aufe zweite Halde. Die Schüttung scheint beendet, die letzen Berge mit Material, die beim letzten Besuch noch da lagen waren verteilt. Man konnte bis an den Rand gehen und fast direkt auf die Zeche Ewald hinunterblicken.
An der Westflanke war’s dafür mächtig windig, so sehr, daß ich mein Cap festgehalten habe (sicher ist sicher) und auch der Kragen des Poloshirts flatterte lustig im Wind. Vor meinen Füßen entdeckte ich ein Stückchen Kohle. Das ist doch Kohle, oder? Vielleicht auch nur ein Stein mit Kohleschicht drumherum, ich hab’s mal mitgenommen, man weiß ja nie was noch kommt.
Das Hironzontobservatorium ist nach wie vor gesperrt, soll jetzt aber an den Schweißnäten untersucht werden, der Oeblisk zeigt nach wie vor die Jahreszeit und das Sternzeichen an und der Ausblick von der Halde ist wie immer grandios, insbesondere wenn dann auch noch fast blauer Himmel und tolle Wolkenformationen zu sehen sind. Während ihr diese Zeilen lest, dürften die Vorbereitungen für das Sunset Picknick am kommenden Samstag (24.08.2013) in vollem Gange sein, letzten Samstag war es hingegen ausgesprochen ruhig dort oben.
Hab ich schon mal erwähnt, daß ich stundenlang dort sitzen könnte ;-)? Für’s nächste Mal habe ich dann auch so ein Akkuzusatzladegerät dabei, damit das Handy noch länger durchhält. Und wenn ihr noch nie dort gewesen seid, nehmt euch Zeit mit. Das mit den zusätzlichen Bildern kennt ihr ja. Klickt auf Flickr oder Google+.
Nach einem etwas nachdenklichen letzten Blogbeitrag heute wieder was aus der Rubrik Haldenfetisch. Vom linken Niederrhein aus habe ich in den letzten knapp 4 Jahren einiges an Haldenkilometern abgelaufen und wie ich letzte Woche festellen durfte immer noch nicht alle gesehen. Einige habe ich im Sommer wie im Winter besucht, andere nur im Sommer, manche wenige Male andere schon häufiger. Darum möchte ich heute mal drei grundlegende Fragen klären.
1. Wird es nicht langweilig, immer wieder auf die gleichen Halden zu laufen? Die Antwort lautet eindeutig „Nein“, denn die Aussicht ist je nach Wetter immer wieder ein bischen anders. Außerdem kann ich einmal oben angekommen durchaus eine halbe Stunde einfach nur da sitzen und in die Ferne schauen.
2. Gibt es eine Lieblingshalde? Eine bestimmte eigentlich nicht. Vom Niederrhein kommend liegen die Halde Norddeutschland (in Neukirchen-Vluyn), Rheinpreußen (in Moers) und der Angerpark, eigentlich ja keine echte Halde, (in Duisburg) am nächsten, aber die Halde Haniel (Oberhausen/Bottrop) oder die Halde Hoheward (Recklinghausen/Herten), auf der ich dieses Jahr noch nicht war, bieten die schönsten Aussichten, weil sie zu den höchsten gehören.
3. Was macht man eigentlich oben auf einer Halde? Dumm rumstehen und dazu ein intelligentes Gesicht ;-). Nein mal im Ernst, wer zum ersten Mal über das Ruhrgebiet guckt braucht schon mal etwas Hilfe bei der Orientierung. Viel Grün, eine Hand voll Kamine oder Kraftwerke, mal ein Fußballstadion, dat Ruhrgebiet halt. Wenn man zum zweiten oder dritten Mal kommt hat man schon einen ganz anderen Blick, denn man erkennt vielleicht die Halde wieder, auf der man letztens war, man erkennt, jetzt die eine oder andere Landmarke (Schalke Arena, Gasometer Oberhausen, die Stadtsilhouette von Essen, Zeche Nordstern mit seiner Herkulesfigur, den Tetraeder) oder was auch immer. Und machmal entdeckt man sogar „Wolke an Haldengewächs“ :-D.
Warum ich das erzähle? Weil ich euch zum Ende meines Urlaubs nochmal ein paar Bilder von der Halde Rheinpreußen (Moers) zeigen wollte und weil ich letztens zum ersten Mal auf der Halde Prosperstarße in Bottrop war. Das ist die Halde mit der Skihalle darauf gleich gegenüber der Halde Beckstraße, dat ist die mitt’n Tetraeder. Luftlinie sind letztgenannte keine paar 100 Meter entfernt und trotzdem ergibt sich eine ganz andere Sicht. Hinzu kommt, daß das Bild des Ruhrgebiets auch noch wächst. Ich habe nachfolgend mal ein Bild der Mottbruchhalde (Gladbeck) aus 2011 und 2013 gegenübergestellt. Das untere ist vom Tertraeder, das obere auf der Halde Prosperstarße entstanden. Ja die Perspektive ist eine etwas andere, aber 2011 konnte man die Halde noch fast übersehen, heute fällt sie direkt auf und noch bis Ende 2013 sieht man LKW’s dort hochfahren und ihre „Bodenschätze“ abschütten. Ab 2014 soll die Halde (als eine der höchsten Erhebungen im nordwestlichen Ruhrgebiet) renaturiert werden. Wir können uns also freuen, in absehbarer Zeit ein weiteres Ziel zu haben.
Die Halde Prosperstraße hat übrigens einen unschlagbaren Vorteil für Fußfaule, denn man kann (ich weiß nicht wie das Abends, an Wochenenden oder Ruhetagen (Mo.+Di.) aussieht) mit dem Auto bis vor die Skihalle fahren, auch wenn man nicht Skifahren will (ich übernehme dafür aber keine Gewähr :-)). Die Straße geht ganz schön steil bergan und oben angekommen bietet sich ein Blick gleich auf die Kokerei, auf das umliegende Ruhrgebiet, insbesondere in nordöstlicher, östlicher und südöstlicher Richtung. Unten gibt’s aber auch einen Parkplatz und dann muß man eben seine Füße benutzen. Wer etwas Action mag, kann sich zusätzlich noch im Hochseilklettern oder auf der Sommerrodelbahn versuchen.
Dank Ruhrtopcard habe ich die Sommerrodelbahn natürlich ausprobiert und darf sagen, mir hat’s gefallen, auch wenn ich am nächsten Tag sowas wie einen blauen Fleck am Rücken gespürt habe. Eigentlich wollte ich unterwegs auch ein paar Fotos machen, bin aber an den AUS Knopf der Kamera gekommen und habe es erst unten gemerkt, so beschäftigt war ich mit Bremsen und Beschleunigen. Mittels eines Hebels am Schlitten kann man die Geschwindigkeit weitestgehend selbst bestimmen. Also habe ich beim Wiederhochziehen des Schlittens ein paar Mal auf den Auslöser gedrückt, das passiert dann nämlich automatisch (also das Hochziehen zum Start meine ich).
Last but not least gibt es neben den bereits oben erwähnten „Wolken an Haldengewächs“ noch „Wolken an Klettergerüst“ und „Wolken zum Selbsteinfangen“. Fragt mich jetzt bitte nicht, was man damit macht, ich bin schließlich nicht der Wolkenfachmann, dafür gibt es den Beruf mit 3 „o“ im Namen … Meteorologe.
Ihr wollt nochmehr Bilder? Dann wie immer bei Flickr oder Google+.
Mich würde ja interessieren, ob ihr das eine oder andere Emscherkunstwerk in den letzten Wochen besucht habt, insbesondere nachdem ich darüber berichtet habe. Wer unterwegs war hebt die rechte Hand, wer nicht unterwegs war hebt die linke Hand, wem das alles driet egal ist der scrollt gleich mal einen Absatz vor ;-).
Dies ist der sechste und gleichzeitig der vorerst letzte Teil meiner Kunsteindrücke, sagen wir mal eine Art Best of the Rest. Zunächst war ich nochmal unter der A42, weil es mir dort so gut gefallen hat 😉 … nein natürlich nicht, sondern deßhalb, weil gleich neben dem umgedrehten Haus das alte Pumpwerk der Emschergenossenschaft zu finden ist und wer am Wochenende kommt, darf einen Blick hineinwerfen. Im großen Rund des Gebäudes stehen neben den Originalmaschinen eine Reihe kleiner Kunstwerke, ich glaube von Kunststudenten oder sowas und da waren ein paar „Leckerbissen“ dabei.
Von da aus ging’s weiter immer entlang des Rheins an die Stadtgrenze zwischen Duisburg und Dinslaken. Dort steht auf dem Rheindeich eine Tonne, die aus der Ferne aussieht, als wäre beim letzten Hochwasser ein U-Boot auf dem Deich gestrandet. Gegenüber des neu erbauten Kraftwerks in Walsum steht ein Gastank, der zu einer begehbaren „Forschungsstation“ für Amateur-Ornithologen im Stile von Jules Verne’s Nautilus-U-Boot umgebaut wurde. Von daher ist der Vergleich mit dem U-Boot garnicht mal so falsch. Gut, wer jetzt gekommen ist, um wirklich Vögel zu beobachten, der ist vielleicht enttäuscht, aber die Einrichtung läd zum verweilen ein.
Sofa, Sessel, Schreibtisch, Teleskope, ein Regal mit Büchern sowie natürlich ein guter Tropfen (gut verschlossen ;-)) simulieren mehr eine Vogelbeobachtungsstation (im Sinne des Künstlers). Aber als ich im Frühling mal dort war, gab es in der Tat eine ganze Reihe Zugvögel in Form von Gänsen, die man hätte beobachten können. Im Zweifel bringt einfach euren Piepmatz von zu Hause mit. Da kommt mir die Idee, man hätte ja einen Vogel in Form eines Stofftiers mitbringen können, wenn ich denn eines hätte. Im Übrigen der Hinweis, parken kann man auf dem Parkplatz nördlich der Hubbrücke Walsum, wer mit der Fähre aus Orsoy übersetzt kommt jedoch südlich der Brücke an und muß einen kleinen Umweg fahren, weil die Brücke nur für den Personenverkehr geöffnet ist.
Schnipp – Kleiner Zeitsprung, wir schreiben 4 Tage später. Ich habe mich mal wieder in den Nordsternpark nach Gelsenkirchen aufgemacht. Im Rahmen der Emscherkunst sollte auf dem alten Kohlebunker eine Art Drachen (die Skulptur Ring Bell- the solar orchestra and the wind structures) in die Lüfte steigen, allerdings hatte der ein bisschen Flugangst ;-). Im Ernst, wenn es Windstärke 4 oder mehr gibt darf er nicht mal in halb acht Stellung gebracht werden. Also habe ich den Kohlebunker nur wegen der Aussicht bestiegen. Immerhin mal ein für mich neuer Aussichtspunkt auf dem Gelände. Nebenbei, wenn der Kohlebunker gerade mal nicht offen ist, empfehle ich die Aussichtsterasse der Zeche Nordstern. Hier habt ihr für 2,- € einen traumhaften Blick aus der 18. Etage (ca. 83 Metern Höhe). Trotz lahmer Flügel des Drachen war der Besuch nicht umsonst, denn auf dem Gelände des Nordsternparks sind auch wieder zwei gelbe Fernrohre „versteckt“, in denen man, ihr erinnert euch, alles sieht nur nicht das erwartete.
Achtung nicht weiterlesen, wenn ihr es selbst herausfinden wollt!
Fernrohr Nr. 1 befindet sich am blauen Pumpwerk, gleichzeitig Besucherzentrum der Emscherkunst. Hier ist die Überraschung besonders groß, denn bei einem Blick ins Fernrohr sieht man sich selbst und zwar von hinten vor dem Fernrohr stehend. Zaubertrick? Nein eine Live Kamera am Pumpwerk projeziert das Bild auf einen kleinen Monitor im Fernrohr. Das zweite Emscherkunst Fernrohr steht auf dem Hügel, eigentlich eine kleine Halde, gegenüber. Dieses Fernrohr versteckt ein Prisma, welches viele von euch vielleicht noch aus den Prisma- oder Zauberfernrohren kennen (ich glaube die heißen so). Hier allerdings ohne die bunten Plättchen, Kügelchen oder was sonst so in den Kinderfernrohren raschelt.
Übrigens zum „Monument for a Forgotten Future“, dem singenden Felsen sind es vom Nordsternpark nur wenige Minuten, aber ich war bereits 2011 an der Stelle, so daß ich mir dieses Jahr den Weg dorthin gesparrt habe. Hier habe ich noch ein passendes Foto aus dem Archiv. Aus dem künstlichen Felsen ertönt leise Musik der Band Band Mogwai. Wenn man sich dem Felsen nähert und sich an ihn lehnt, ist die Musik deutlich zu hören. Wer wollte nicht immer schon mal mit einem Felsen schmusen ;-). Soviel zum Thema Emscherkunst, noch ein paar Bilder? Klickt rein bei Flickr oder Google+.
Manche Ausflüge plant man ein paar Tage vorher andere unternimmt man ganz spontan. Nach einem kurzen Blick in meine Flyersammlung entschloß ich mich zum Besuch eines Aussichtsturms auf einem Hügel, nein keine Halde, nur ein Hügel 😉 und zwar in Duisburg. Ziel sollte der Wolfsberg am Wolfssee sein, wer auch immer den so benamst hat (das Wort „benamsen“ gibt es tatsächlich, nicht jedoch „Benamsung“, aber das nur nebenbei). Der Wolfssee ist Teil der Sechs-Seen-Platte und an der war ich zuletzt vor drölfenachzig Jahren. Um noch ein bisschen Schlaubi Info dazuzugeben, der Wolfssee bietet ein Freibad, welches angeblich eines der schönsten und beliebtesten Naturschwimmbäder im Ruhrgebiet sein soll. Also das Navi programmiert (Strohweg 7, 47269 Duisburg) und los.
Die Straße war schnell gefunden, der Plan der Umgebung (am Parkplatz) war schnell studiert, an der ersten Weggabelung war hatte ich mich schnell verlaufen :-). Man hätte ja auch mal ein Schild „Aussichtsturm“ aufstellen können. Nachdem ich zweimal vor und wieder zurück durchs Unterholz gestolpert bin habe ich das Schild „Ausssichtshügel“ entdeckt. Genauso das Willkommensgeheiß für Waldgnome und -kobolde … öhm … ja. Tach auch. Also rauf, immer dem steilsten Weg nach, schließlich muß der Turm ja oben stehen. Um so näher ich dem Gipfel kam, um so näher kamen aber auch die Geräusche verschiedener Baumaschinen. Störte mich aber nicht, ich bin dran vorbei, bis mich einer der Bauleute anhielt. Es entwickelte sich etwa 50 Meter vom Aussichtsturm entfernt ein etwas abstruses Gespräch.
Bauleut: „Was machen Sie denn hier“?
Ich: „Öhm … ich möchte auf den Aussichtsturm“.
Bauleut: „Das geht nicht, hier wird gebaut, die Straße ist gesperrt“.
Ich: „Ja, aber die Straße war offen“.
Bauleut: „Dann hat sie jemand geöffnet“.
Ich: „Aber wo ich doch jetzt schon mal hier bin …“.
Bauleut: „Ja gut … aber bitte sein Sie vorsichtig“.
Irgendwie habe ich ein Näschen für sowas. Seit 20 Jahren steht der Aussichtsturm da oben und kaum will ich mal hin, wird da gebaut. Also Augen zu und durch … ach ne Augen zu ist schlecht, also Augen auf und ab auf’n Turm. Die Sicht ist einfach toll, denn der Turm ist mit 22 Metern der höchste Punkt in Duisburg (sagt man). Der Blick geht von den Grenzen Mülheims natürlich über die Sechs-Seen-Platte in Richtung Innenhafen, vorbei an Tiger&Turtle zum Kraftwerk Walsum und weiter bis zum Düsseldorfer Fernsehturm. Ab und zu sieht man Flugzeuge im Landeanflug auf den Flughafen im Düsseldorfer Norden und der Flyer sagt, bei guter Sicht ginge der Blick sogar bis nach Köln.
Da auf dem Turmboden 3 leer Bierflaschen dümpelten wird der Turm vermutlich auch gerne in den Abendstunden besucht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich im Dunkeln alleine in den Wald begeben würde, aber wenn sich ein paar Kobolde oder Gnome zu einem gesellen, vielleicht ein Tipp für Duisburg zur Abenddämmerung (natürlich nur, wenn da nicht mehr gebaut wird).
Heidewitzka, wenn Krefeld auch sonst nicht viel schafft, am Freitag gab’s hier zumindest den Hitzerekord mit 38,9 Grad. Apropo Hitze, bei dem aktuellen Sommerwetter bin ich zwar häufig draußen und unterwegs, aber die passenden Blogbeiträge stauen sich etwas, weil mein Hirn bei der Wärme auch nicht so recht will. Ich glaube ja, daß das Hirn so ähnlich reagiert wie Schokocreme im Glas (ich bevorzuge die aus dem Becher). Wenn’s zu heiß wird, wird die Schokocreme flüssig und muß dringend in den Kühlschrank. Vielleicht sollte ich den Kopf da auch mal reinstecken (in den Kühlschrank nicht in die Schokocreme) ;-).
Während ich also mal gucke, ob das Licht wirklich ausgeht, wenn man den Kühlschrank zumacht, könnt ihr euch mal ein paar Schnappschüsse aus meinen letzten Zoobesuchen in Krefeld und Duisburg angucken. Eines steht für mich auf jeden Fall fest, ich werde kein Tierfotograf, auch wenn einige der Schnappschüsse ganz gut gelungen sind. Aber der Ausschuß ist hoch, denn entweder sind die Tiere hinter Gittern und meine DigiCam versucht immer das Gitter und nicht das Tier scharf zu stellen oder die Tiere liegen bei Sonne natürlich im Schatten (was ihnen gegönnt ist) und dunkle Tiere im dunklen Schatten ist so wie schwarze Katzen in der Nacht. Manchmal laufen sie auch einfach so schnell durchs Gehege, daß alter Mann garnicht nach kommt :-D.
Nur die Giraffen sind langsam genug und super neugierig. Ich glaube am liebsten hätten die mein DigiCam Zoom mal näher betrachtet. Auch gelohnt haben sich die Gorillas, die seit einiger Zeit in Krefeld beheimatet sind und jetzt Nachwuchs haben und auch die Delfine (in Duisburg), deren Haltung zwar nach wie vor umstritten ist, aber auch bei ihnen war ich nach Jahren mal wieder in der Vorstellung (hat dank der RuhrTopCard keinen gesonderten Eintritt gekostet). Besonders komisch finde ich, daß es nach wie vor Leute gibt, die im Delfinarium in der Mitte der Tribüne in den untersten Reihen Platz nehmen. Spätestens, wenn die Delfine (lt. Programm) ihre Bälle mit Kawuppdich aus dem Becken befördern gehen einige Liter Wasser auf die Leute in den unteren fünf Reihen nieder. Na ja bei dem Wetter vielleicht eine gute Abkühlung :-).
Also habt Spaß mit den Bildern und weitere Blogbeiträge coming soon … z.B. Emscherkunst (Teil 6), Freilichtmuseum Hagen … u.v.m.