Frühlingsfarben (II) – Grugapark

Ne was war der Sommer dieses Jahr schön, wenn er nur nicht so kurz gewesen wäre 🙂 . Ja ich weiß, wir haben erst April und da sind die richtig warmen Tage doch eher die Ausnahme und die Eisheiligen kommen auch noch, trotzdem hat es richtig gut getan, am letzten Wochenende schon mal Sommerfeeling einzuatmen. Und weil sich der Grugapark zu jeder Jahreszeit mächtig ins Zeug legt, im Frühling aber gefühlt besonders, habe ich am letzten Samstag die abertausend Tulpen bewundert. Weiterlesen →

Ruine Neue Isenburg und der bunte Strommast

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Was kann es schöneres geben, wenn die Sonne vom Himmel lacht und der Frühling um die Ecke guckt, als sich auf den Weg zu seiner „Heimlichen Liebe“ zu begeben 😉 . Hi hi, getz abba ma im Ernst. Eigentlich wollte ich bereits im letzten Jahr zur Burgruine „Neue Isenburg“ nach Essen, aber das Strumtief Ela stürzte im Juni 2014 u.a. das Waldgebiet im Essener Süden derart ins Chaos, daß dort lange Zeit kein Durchkommen mehr war. Bereits einmal war ich vergeblich auf der Suche nach einem kleinen Parkplatz in der Nähe der Heisinger Straße. Ein unscheinbarer Abzweig führt in den Drosselanger, aber meine heimliche Liebe war nicht in Sicht 😦 . Dieses Mal wähle ich die Sackgasse namens Baldeney und erreiche tatsächlich den Parkplatz unweit des Cafés/Restaurants, das einige von euch unter dem Namen „Heimliche Liebe“ kennen 🙂 .

Wald in Essen

Allem Anschein nach heißt aber nur noch das Hotel „Heimliche Liebe“ und das Café/Restaurant heißt jetzt „Hüttenzauber„. Zitat der Webseite – „Wo, wenn nicht hier, erleben Sie die echte, unverfälschte Atmosphäre einer alpinen Almhütte“? – Öhm hüstel, eine Almhütte hoch oben im Ruhrgebiet, mitten in Essen? Aaaah ja?!? Egal, ich will ja nicht rein, sondern spazieren, immer schön entlang des Hangs mit Blick auf den Baldeneysee. Ihr könnt auch vom Haus Schellenberg (zwei Straßenecken weiter) starten oder vom Café/Restaurant Schwarze Lene (dazu gleich mehr). Ein schöner, leicht abschüssiger Waldweg, dem man die Folgen des Sturms noch immer ansieht, gibt immer wieder den Blick frei auf den tief unten liegenden See. Hier und da stehen noch ein paar Bäume schief oder stehen Wurzeln aus dem Boden. Ab und an knarzen die stehen gebliebenen Reste. Was der Wind für eine Kraft entfaltet haben muß.

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Nach ca. 15-20 Minuten komme ich an eine Weggabelung. Rechts Neue Isenburg 0,4 km, links auch Neue Isenburg 0,1 km. Ich wähle zunächst die 0,1 km stehe aber vor einem Wohnhaus und bin verwirrt. Gut dann eben die 0,4 km. Ich umwandere die komplette Burgruine. Öhm … jetzt möchte ich aber auch mal rein. Sollte ich den falschen Weg gewählt haben? Hinter einer Kurve taucht das Café/Restaurant „Schwarze Lene“ auf, bis zu dem man sogar mit dem Auto fahren kann. Von hier sind es abermals 0,1 km bis zur Neuen Isenburg. Jetzt aber, ich biege in den Weg ab und … vermutlich ist dies der einzige im Umkreis von 50 km, der noch nicht vom Sturm geräumt war. Also gings ans Klettern, rauf auf den Baumstamm, rüber, wieder runter, der Boden ist matschig. Ich sehe mich und die Kamera schon im Modder, schaffe es aber irgendwie doch wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ich finde (irgendwann) überall hin, aber gib mir die 50/50 Chance, ich wähle instinktiv den komplizierteren Weg 😉 . Nach weiteren 100 Metern stand ich dieses Mal hinter o.g. Wohnhaus *grrmmff*.

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Guck einer an, nachdem ich den Ruine einmal umrundet habe komme ich zum Eingang, schreite über die renovierte Brücke und komme auf den Burghof. Rechts geht die Treppe in den großen Saal. Ich öffne erstmal das Fenster und laß die Sonne rein. In der Ferne der Sendemast des Senders Langenberg, ganz unten winzig kleine Segelboote. Ich rufe nach dem Buttler, aber keiner erscheint. Burgservice ist auch nicht mehr was er mal war 😉 . Auf dem Rückweg stolpert mir in der Kurve, in der ich erstmals die „Schwarze Lene“ erblicken konnte eine junge Dame mit Hund aus dem Unterholz entgegen *knister_knack_huch* und empfielt mir spontan, dort zwecks guter Fotos auch mal hinzustolpern. Man erreicht einen Felsvorsprung mit toller Aussicht aber auch ohne jegliche Sicherung. Also eher etwas für Lebensmüde ohne Höhenangst (wie mich) 😉 . Ich schieße ein paar Schnappschüsse und krabble auf den Hauptweg zurück. Nach weiteren 10-15 Minuten bin ich dann wieder am Ausgangspunkt.

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Ebenfalls vor längerem habe ich dem berühmten bunten Strommast an der Ruhr mal meine Aufwartung machen wollen. Einmal in der Gegend könnte ich also mal Ausschau danach halten. Nun mußte ich erstmal mein Navi davon überzeugen, daß die Straße „Wichteltal“ (welch hübscher Name), an welcher der Mast steht, nur ein Fuß-/Radweg ist und zweitens, daß ich im ersten Anlauf am falschen Ende des Weges stehe. Aber nachdem ich ein wenig rumgeeiert bin, treffe ich mit der Mönckhoffstraße Ecke Wichteltal eine gute Ausgangsposition. 10 Min. laufe ich bis hinunter an die Ruhr und habe noch ein paar hübsche Fotos gemacht. Gut zu wissen, von hier kommt also der bunte Strom 😉 . Die letztgenannten und weitere Fotos der Neuen Isenburg könnt ihr euch wieder bei Flickr und bei Google+ ansehen.

Herbstfarben und ein neuer Freund

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Ich liebe den Frühling, wenn alles wieder grün wird, trotz Allergie gegen Frühblüher, aber aus fotografischer Sicht geht nichts über den Herbst. Jetzt Mitte Oktober, die Bäume und Büsche haben soviele tolle Farben und wenn dann noch die Sonne rauskommt, dann hält mich nichts mehr (aber das wußtest ihr ja längst). Außerdem habe ich mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, daß es ja auch Blumen gibt, die im Herbst blühen. Anders als gestern, wo ich bei bedecktem Himmel irgendwie so drinnen rumgedümpelt habe, dann doch vor die Türe bin und irgendwie die Sonne vermißt habe, war ich am Samstag nochmal im Grugapark, oder etwas kürzer in der Gruga in Essen.

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Dort gibt’s z.Zt. soviele tolle Pflanzen, daß ich den Finger vom Auslöser garnicht mehr wegbekommen habe. Binnen 3 Stunden habe ich rund 120 Fotos gemacht. Außerdem habe ich dort meinen neuen gefiederten Freund kennengelernt, aber dazu gleich mehr. Der Grugapark ist für mich nach wie vor der Park im westlichen Ruhrgebiet. Ja er kostet 4,- Euro Eintritt, aber dafür gibt’s zu fast allen Jahreszeiten soviel zu sehen, daß man ruhig mehrmals im Jahr kommen kann. Der Park wird zu jeder Jahreszeit mit passenden Pflanzen bepflanzt und ist daher fast immer in irgendeiner Art und Weise „grün“.

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Familien finden Spielplätze, ein Wildgehege, einen Streichelzoo, eine Parkbahn mit der man gemütlich von A nach B fahren kann (kostet allerdings extra) und ein paar Vogelvolieren sowie eine Freiflughalle (wobei Halle eigentlich das falsche Wort ist, denn nach oben gibt’s nur ein Netz, kein Dach). Wie dem auch sei, wenn ich Zeit habe, wie an diesem Samstag, kann ich auch mal locker ’ne Viertelstunde oder länger auf einer Bank rumsitzen um Mensch und Tier zu beobachten. Z.B. die Familie die in die Freiflughalle kommt, in einer Lautstärke, als wollte man eine U-Bahn übertönen, gleich bis fast ins Gebüsch stolpernd, weil da ja gebrütet würde um dann nach 3 Minuten wieder von Dannen zu ziehen.

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Es ist schon eine Kunst alle Vögel binnen 30 Sekunden auf diese Art zu verscheuchen. Ich saß unterdessen auf einer Bank in der Freiflughalle und beobachtete einen schwarzen Schwan bei seinem täglichen Bad. Im Wasser plantschen, Flügelschlagen, Gefieder einfetten, was so’n Schwan halt macht. Plötzlich schleicht sich so ein langschnäbliges Tier von links heran, spielt unauffällig mit einer Eichel herum, als könnte er kein Wässerchen trüben, um sich dann meinen Schuhen zu nähern. Pickt an meinen Schuhriemen herum, versucht etwas in meinen Schuhen zu finden und versteckt schließlich erst seinen Schnabel und dann fast den ganzen Kopf in meiner Hose meinem Hosenbein.

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Leider leider hatte ich nicht Keksartiges dabei, so daß er vergeblich suchte, aber interessant was’s schon, schließlich war der Vogel ja ziemlich mutig (und ich auch :-D). Streicheln lies er/sie sich aber nicht. Sobald ich den Arm ausstreckte ging’s zwei Schritte zurück. Ich habe euch noch ein kleines 15 Sekunden Video hochgeladen. Ich sag euch, so ein Herbsttag kann doch mega entspannt sein ;-).

Übrigens, eine Frage an die Leserinnen, ihr denkt gerade darüber nach die Lackstiefel auszusortieren? Ihr habt eine ältere Handtasche oder noch einen Halbschuh der verflossenen Liebe im Keller? Wohin damit? Na ab in den Garten und ein paar Pflanzen rein.

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Zu verrückt? Keineswegs, schaut doch mal hier. In einer Art Kunstaktion, „wuchsen“ in einigen Bäumen des westlichen Parkteils (Nahe der Mustergärten), Schuhe, Lackstiefel und eine Lederhose mit zwei lustigen Gesellen. Ich war ohne große Erwartung gekommen, aber kaum daß ich 10 Minuten im Park war, war ich schon fasziniert. Ihr seht, manchmal lohnt sich ein Besuch im Grugapark auch, wenn man garnichts erwartet und zapp steht ihr mittendrin …

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… und müßt dann auch noch dafür Sorge tragen, daß dieser Blogbeitrag nicht ins unsittliche abgleitet. Der Jüngling hier im Hintergrund hatte nämlich garkeine Hose an, so daß ich, fotgrafisch gesehen, etwas für Ordnung sorgen mußte. Zum Glück fielen mir dabei gleich ein paar bunte Blätter in die Hand.

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Auf dem Weg zurück zum Auto, das ich übrigens immer auf dem kleinen Parkplatz in der nähe der Mustergärten parke (pssstt … ganz geheimer Geheimtipp :-D) traf ich dann noch auf eine Art Rosen-Wirsinggewächs (keine Ahnung wie das wirklich heißt) in dem sich ein großer Wassertropfen in der Sonne spiegelte und kurz um die Ecke noch ein Eichhörnchen, genauer zwei, die derart schnell über den Baum flitzten, daß selbst die „Sporteinstellung“ (schnelle Bewegungen) meiner Kamera überfordert war.

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Die neuesten Bilder aus 2013 mußte ich bei Google übrigens in ein neues Album namens Ruhr2013 (II) hochladen, weil die Grenze von 1000 Bildern im Ruhr2013 Album erreicht war. Bei Flickr zwar kein Muss, aber ums gleichzuhalten auch hier nach Ruhr2013 ein neues Album Ruhr2013 (II).