Luftballons, Fotografen und ’ne Mettwurst im Regen

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Es gibt verrückte Tage und es gibt verrückte Dinge und es gibt verrückte Leute, die verrückte Dinge an verrückten Tagen tun. Das ist die Geschichte von Luftballons, Fotografen und einer Mettwurst im Regen. Pling … Sie haben Post ;-). Was ist das? Eine Einladung von Juli für einen Haldentrip? Jooa, warum nicht, ist ja ein Wochenendtermin, also sage ich mal locker zu.

Es ist Samstag früh, der Wecker klingelt, frische Brötchen stehen auf dem Tisch, Zeit für Frühstück, noch 8 Stunden bis zum Treffen. Rebekka Krampitz die Wetterstimme aus dem Radio sagt, der Sommer wäre zu Ende. Ach ja, irgendwann muß es ja so kommen. Moment was sagt sie da, im Laufe des Tages werden Gewitter und Regen über’s Land ziehen? Heute war doch der Haldentriptag. Ach was, postiv denken und ins Brötchen beißen. Wie sachte unser Omma immer, wir sind doch nicht aus Zucker, noch 7 Stunden.

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Mittlerweile ist das Frühstück durch, kurz ins Städtchen, noch’n Cap vom Grabbeltisch mitgenommen und draußen fiel noch kein Tropfen vom Himmel, dafür aber viele Tropfen im Ruhrgebiet, wie ich im Radio höre. Ach was, postiv denken, wir sind doch nicht aus Zucker. Es sind noch 3 Stunden. Ich hüpfe mal kurz unter die Dusche ohne zu wissen was mich wassermäßig noch erwartet 😉 ziehe die Sommerhose an (nicht die beste Idee, aber die sollte eh in die Wäsche), packe für alle Fälle die Regenjacke ein und fahre los. Postiv denken, es sind ja noch 1,5 Stunden.

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Treffen ist gegen 18.00 Uhr an der Halde Haniel, ich bin etwas früher da und es ist trocken. Was die Wetterleute da immer erzählen :-D. Als ich um die Ecke biege steht dort Julis Auto mit Unmengen von roten und weißen Ballons. Alle mit Gas gefüllt und gut verknotet. Gelegenheit einige “Facebookfreunde” mal persönlich kennenzulernen. Die Fotosession startet, Juli wird von vorbeifahrenden Radfahrern kurzerhand zum Model erhoben, kein Wunder bei dem Auflauf an (Hobby-)Fotografen :-D. Die Ballons werden schließlich mit kleinen Kärtchen versehen und sollten gleichmäßig verteilt werden. Was keiner bedacht hat, ist daß sich die Schnüre alle miteinander verknoten, so daß sich eine Riesen Traube bildet. Die Zeit drängt, es dämmert schon leicht.

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Nachdem auch die letzten eingetroffen sind, setzt sich die Karawane in Bewegung und sorgt bei der zufällig vorbeikommenden Bevölkerung für Aufmerksamkeit. Kein Wunder, schließlich sind es um die 200 Ballons. Es ist gegen 18.45 Uhr als viele die Halde verlassen während wir erst kommen. Ob das ein Zeichen sein sollte? Wir ignorieren die Zeichen einfach und tapern munter drauflos. Man braucht ca. 25-30 Minuten, bis man oben auf der Halde Haniel angekommen ist. Nach 10 Minuten fallen die ersten Tropfen. Zucker? Ach was, ich hab’ ja die Regenjacke an.

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Irgendwie hatten die Wetterleute wohl doch recht ;-), denn der Regen nimmt zu und auch der Wind, je weiter wir auf der Halde nach oben kommen. Das letzte Mal, daß ich bei Regen nur mit Regenjacke bewaffnet auf einen Berg gekraxelt bin war im Urlaub neunzehnhundertplötzlich irgendwo in Bayern. Aber was solls, wie sagte schon Forrest Gump, das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, … öhm … die werden auch naß, wenn man sie in den Regen hält ;-). Ich verstaue meinen Rucksack unter die Regenjacke. Das entwirren der Ballons scheint aussichtslos.

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Wir starten durch und setzen zum Endspurt an, nehmen die letzten 100 Meter der Halde quer (zumindest die meisten), meine Hose sieht mittlerweile aus, als hätte der Zucker eine Menge Wasser gezogen. Selbst mein Zückerchen darunter ;-). Ein Hühnerhaufen ist nix gegen uns, alles läuft wie aufgescheucht durcheinander, die Fotografen versuchen zu retten was zu retten ist. Ne wat ne verrückte Aktion an einem verrückten Abend.

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Nachdem auch das letzte Foto gemacht ist dürfen sich die Ballons in die Lüfte erheben, Juli spendiert noch ne Runde Mettwurst und Brötchen, das gemütliche Beisammensein muß leider ausfallen. Erste kleine Wasserfälle überqueren die Wege und wir schliddern zurück zum Ausgangspunkt. Für Sekunden gab es sogar noch sowas wie einen Sonnenuntergang. Ne wat war dat schön 😀 (und ich habe nicht gefroren). Aber ebenso schön war, daß ich, wieder im Auto zurück, an einem 7. September die Sitzheizung einschalten konnte ;-). Da wurde der Poppes wieder so richtig schön warm. Dazu die Heizung auf 25 Grad und ab nach Hause.

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Das ganze war übrigens eine Aktion von Coca Cola, wie ihr hier im Cola Blog und hier in Julis Blog lesen könnt und merke, Haldenwanderer brauchen festes Schuhwerk, windabweisende Kleidung, eine Regenjacke oder einen Regenschirm und ein unerschütterliches Maß gute Laune.

Unwetter – Landunter auf dem Balkon

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Ist es eigentlich nur ein Gefühl, daß es früher zwar auch Gewitter gab, bei denen es geblitzt, gedonnert und mal etwas stärker geregnet hat, aber nicht immer gleich Land unter folgte? Heute kommen bei einem Sommergewitter Regenmengen von bis zu 30 Liter je Quadratmeter herunter. Mein Balkon mußte heute zusätzlich die über das Dach hinausschießenden Wassermassen aufnehmen und da der kleine Gulli in der Ecke vom Balkon mit nur zwei, drei Blättern verdeckt war, füllte sich der Balkon zu einem kleinen Aquarium.

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Was tun? Wo war der Schrubber? Ah klar, auch auf dem Balkon. Also Balkontüre auf, erster Schwupp Wasser in die Wohnung, Schrubber schnappen, Türe wieder zu. Handtuch hinwerfen, um das Wasser aufzusaugen, rüber in die Küche, Fenster auf (genau über dem besagten Gulli) und Blätter beiseite schieben. Ein Glück, das Wasser läuft ab. Eben noch 33 Grad, jetzt plötzlich nur noch 20 Grad. Vermutlich sind das jetzt unsere Sommergewitter. Morgen wird’s wieder heiß, als wäre nichts gewesen.

Verrücktes Wetter

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Es ist ja schon verrückt, erst klagen alle der Winter war so lang, wir wollen endlich Sonne und warmes Wetter haben, dann wird es plötzlich warm, aber das ist auch wieder nicht richtig. Warum? Weil es “plötzlich” warm wird in unseren Breiten und dabei meist auch unerträglich drückend. An der Küste, da ist es häufig etwas ausgeglichener, aber die haben wir nun mal nicht überall (die Küste meine ich). Alles fleht es möge doch mal wieder regnen und regnet es dann, geht das Ganze einher mit Gewittern und Regenmengen, die sämtliche Kanäle überfordern und kleinste Unterführungen du Seen werden lassen.

Gerade gestern und heute kamen Regenmengen herunter, die selbst die Feuerwehren machtlos dastehen lassen. Das erste Gewitter erreichte uns gegen 14:00 Uhr, das zweite gegen 17:30. Vereinzelt wurde die Warnstufe lila ausgerufen. Gullideckel schwammen weg, die Flughafenautobahn in Richtung Düsseldorf (A44) wurde wegen Überflutung gesperrt ebenso wie ein Teil der A52 und sogar der Flughafen selbst war über 1 Stunde außer Betrieb.

Haben wir das früher nicht so extrem gehabt oder war uns das als Kindern egal? Ich erinnere mich auch in meiner Kindheit an warme Sommer und schlafen unterm Dach, an Gewitter, die ich faszinierend vom Fenster aus beobachtet habe. Die Fenster wurden auch erst geschlossen, wenn die ersten Tropfen ins Zimmer fielen. Wir hatten keine Sorgen, daß der Hagel unsere Autos zerstört, daß das Wasser vielleicht im Keller stehen könnte oder daß der Baum da drüben vielleicht immer schon etwas wackelig war. Paranoia? Vielleicht. Existenzangst? Nein eigentlich nicht. Gesammelte Erfahrungen? Vielleicht noch am ehesten.

Hier noch ein paar Links zu den Unwettern von heute, DerWesten, Westdeutsche Zeitung und nochmal Westdeutsche Zeitung oder Rheinische Post.

Abschließend noch zwei Webseitentips fürs nächste Unwetter … die Unwetterzentrale und das Niederschlagsradar.