Wünsche an das neue Jahr

Nachdem der Jahresrückblick durch ist, kommen bald wieder die Wünsche zum Jahresende. Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch, Gesundheit, alles Gute im neuen Jahr … na klar, zu allererst wünsche ich euch das natürlich auch. Damit könnte der kürzeste Blogbeitrag aller Zeiten eigentlich auch schon wieder enden.

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Aber sind wir doch mal ganz ehrlich. Wünschen wir uns das wirklich einander mit ganzem Herzen oder ist es nur das, was man sich jedes Jahr … ihr wißt schon, same procedure as every year. Selbstverständlich wünsche ich jedem, daß er gesund bleibt oder wieder gesund wird, vielleicht ein paar ruhige Tage zwischen den Feiertagen, aber wenn ich mir das politische Geschehen des abgelaufenen Jahres ansehe, überlege ich schon seit längerem, ob das wirklich die Zeit für ein besinnliches Weihnachtsfest ist. Ich bin da gar nicht so optimistisch.

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– Während ich bei Flüchtlingsgeschichten in denen Kinder die Rolle spielen mit den Tränen kämpfe, prügeln andere auf Flüchtlinge und Andersgläubige ein.
– Rechte Parteien erhalten ernormen Zulauf, weil manche auch nach 70 Jahren anscheinend nichts dazugelernt haben.
– Soldaten dürfen wieder einmal in kriegerische Handlungen mit ungewissem Ausgang ziehen, weil wir Waffen liefern und uns dann wundern, daß man sie gegen uns richtet.
– Last but not least ist das Verhältnis zwischen den Natoländern und Rußland momentan auch nicht gerade herzlich, was mich besonders beunruhigt.

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Sind wir auf dem Weg in einen 3. Weltkrieg habe ich vor ein paar Tagen auf Twitter gefragt und sind wir nicht schon mittendrin, war die Rückfrage. Sollten wir tatsächlich in einen Weltkrieg stolpern, dann weil Geld und Macht, Religion und Ländergrenzen wichtiger sind als den blauen Himmel über uns zu genießen. Es widerstrebt mir daher, einfach nur ein friedliches Fest und einen guten Rutsch zu wünschen. Ich wünschte wir könnten unseren Kindern den Erdball noch etwas länger erhalten bevor er zu Staub zerfällt, bevor wir wieder zu Staub zerfallen.

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Vielleicht schaffen wir es 2016 mal wieder rechten Hetzern die Stirn zu bieten, unseren gewählten Abgeordneten zu zeigen, daß man Politik machen kann ohne Lobbyisten in den Allerwertesten zu kriechen, daß die Lösung gegen Waffen nicht noch mehr Waffen ist und wir mehr Verständnis für einander aufzubringen. Ich höre die Worte, allein mir fehlt z.Zt. der Glaube. Kommt trotzdem (in 3 Wochen) gut ins neue Jahr, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Lieber Zoo statt Parkplatzstreß

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Da bin ich doch heute, 4 Samstage vor Weihnachten, tatsächlich auf die verrückte Idee gekommen, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren. Klar hätte ich den ÖPNV nehmen können, aber ich hatte halt die Idee das Auto zu nehmen (und noch 8,50 Euro Parkguthaben). Ich wollte mir die neue U-Bahn Station Schadowstr. ansehen (Wehrhahnlinie), mal über den Weihnachtsmarkt bummeln und zum Riesenrad am Burgplatz.

Das erste Parkhaus (Ratinger Tor) sollte lt. App noch 74 freie Parkplätze haben, war jedoch voll, das zweite und dritte war lt. App bereits belegt und selbst in der Tiefgarage Altstadt Rheinufertunnel (über 800 Parkpätze) ging nichts mehr vorwärts (an den Rheinterassen übrigens auch nicht). Da hatte ich die Faxen dicke, habe im Parkhaus umgedreht (noch vor der Schranke) und habe die Flucht ergriffen.

Es gibt nichts, was ich mehr hasse, als Parkplatzsuche, während man darauf achten muß, daß einem unterdessen kein anderer in die Karre fährt. Da sind Staus, die es übrigens weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt gab, noch entspannend. Also habe ich mich stattdessen entschlossen eine Stunde im Krefelder Zoo zu verbringen und die war wesentlich entspannter. Ich wünsche euch einen entspannten 1. Advent, ihr könnt sicher sein, ich werde den Sonntag auf der Couch verbringen :-).

Rheinkilometer 780

Homberg (Rheinkilometer 780)

Ich sollte Wetterbeobachter werden, denn als gestern Morgen die Sonne durch die Wolken guckte, tat sie das genau so lange, bis ich vor die Tür trat (also jetzt nicht wörtlich 😉 ). Wenn ich draußen bin geht die Sonne rein, so einfach ist das. Und weil sich daraus keine Geschichte ergibt, gibt’s heute nur die Bilder … „Gestern bei Rheinkilometer 780“ (Duisburg Homberg gegenüber Rheinorange).

Jahresrückblick 2015

Wie gut seid ihr im Einschätzen von Zeit. Könnt ihr 60 Sekunden abzählen ohne auf die Uhr zu gucken? Erinnert ihr euch an Dinge die länger zurückliegen? Und wie sieht es aus mit Dingen, die ihr dieses Jahr erlebt habt? Könnt ihr den Monat noch benennen? Ich finde das manchmal ziemlich schwierig, außer wenn man einen Bezug hat. So weiß ich z.B., daß ich im Sommer an der holländischen Nordseeküste war und weil ich währenddessen Geburtstag hatte, kann ich die Tage auf Anfang August datieren. Und damit sind wir auch schon mitten im Jahresrückblick, wenn die Tage wieder kürzer und die Nächte wieder dunkler werden :-).

2015_Botanischer Garten

Weite Touren mit dem Auto sind dieses Jahr weniger gewesen, obwohl … einen Rundreise zum Wasserschloß Wittringen und nach Westerholt war dabei, ebenso wie mindestens zweimal die Halde Hoheward. Dafür habe ich andere Halden wie die Schurenbachhalde in Essen oder die Halde Rheinelbe (Himmelstreppe) in Gelsenkirchen in diesem Jahr gar nicht besucht. Macht ja nichts, umso interessanter wird’s in 2016. Trotzdem hat sich einiges angesammelt im abgelaufenen Jahr. 1 x Hamburg, 2 x Berlin, diverse Ausflüge ins westliche Ruhrgebiet und Besuche vor der eigenen Haustüre z.B. in der Landeshauptstadt Düsseldorf, im Botanischen Garten oder im Krefelder Zoo. Erneut gefallen hat mir auch das Parkleuchten im Grugapark in Essen. Ich hoffe nur, daß im kommenden Jahr nicht wieder so viel zerstört bzw. geklaut wird, wie in diesem Jahr.

2015_Ruhrgebiet(1)

Beim Durchstöbern der Blogbeiträge dieses Jahres, fallen mir Dinge wie der Gipfelstürmertag (Krefeld mal aus der Hochhaussicht betrachten) oder mein Trip von Hattingen zur Burg Blankenstein wieder ein. Das war auch ein toller Tag, der zum Abschluß für heiß gelaufene Füße mit einem kühlen Eis belohnt wurde (nein nicht auf die Füße, im Hörnchen 😉 ). Neue und bisher nicht erwanderte Ziele waren dieses Jahr auch der Bergpark Lohberg in Dinslaken, die Ruine Neue Isenburg, hoch über dem Baldeneysee (in Essen) und der bunte Strommast, im schönen Wichteltal (so hieß der Weg/die Straße) in Essen Überruhr. Ich hoffe die Angabe stimmt so in etwa, falls ihr auch mal hin wollt.

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Sport und Kulturveranstaltungen wie die Ruhrgames oder der Schiffskorso auf dem Kulturkanal (Rhein-Herne-Kanal) waren beeindruckend, sind aber schon fast wieder aus dem Gedächtnis verschwunden, Street Food Festivals waren hingegen dieses Jahr zum ersten Mal groß im Kommen. Kennen gelernt habe ich Street Food im Landschaftspark in Duisburg (ein regnerischer und dadurch ein etwas matschiger Samstag) und einige Wochen später dann beim „Schönen Alfred“ in Essen. Irgendwann im Spätsommer schwappte der Trend dann sogar ins beschauliche Krefeld. Eins hatten fast alle gemeinsam, sie kosteten (außer in Duisburg) 3,- € Eintritt und es war meist brechend voll.

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Überhaupt machte mir das Achterbahnwetter in diesem Sommer auch das eine oder andere Mal einen Strich durch die (Ausflugs-)Rechnung. Stand ich parat, war das Wetter unpässlich (sprich nicht fototauglich) und war das Wetter gut, konnte ich gerade mal nicht. Trotz allem bin ich am Ende des Jahres doch wieder überrascht, wo ich so alles war. Ein Teil der Unternehmungen wurde bei mir wieder begleitet durch die RuhrTopCard, die für rd. 45,- € (für Neukunden 49,- €) diverse freie Eintritte oder Vergünstigungen bis zu 50% gewährte. Mal sehen, was die RuhrTopCard im kommenden Jahr zu bieten hat, denn lohnen soll es sich ja schon. Apropo nächstes Jahr, 2016 wird wieder das Jahr der Emscherkunst, dieses Mal im östlichen Ruhrgebiet, was für mich weitere Wege bedeutet.

2015_Berlin

Das Dampffestival, welches alle zwei Jahre in Bochum (Zeche Hannover) stattfindet wartete dieses Jahr nicht nur mit Dampf im Kessel auf, sondern lud auch gleich zum großen Steampunktreffen ein und das bedeutete eine Reihe von zusätzlichen Chancen Fotos zu machen. Ach ja Fotos, bevor ich das später vergesse, wenn ihr auf die Idee kommt, mal in meinen Fotos der letzten Jahre stöbern zu wollen, klickt ruhig mal hier. Und wenn ihr jetzt denkt, schöne Fotos, immer läuft das mit den Fotos auch nicht rund. Im Sommer war ich ein zweites Mal (nach 2014) in der aktuellen Ausstellung im Gasometer Oberhausen, weil ich dachte, mit der SLR gibt’s bessere Fotos vom Geschehen, aber ohne Stativ und entsprechender Belichtung ging das leider in die Hose. Stattdessen gab’s den Sitzsack Fauxpas, weil ich es gewagt hatte, selbigen von der Treppe zu entfernen, ihr erinnert euch vielleicht.

2015_Hamburg

2015 war ein Kurzreisejahr, denn im Frühjahr war ich in der Hauptstadt, um kostenlose Museen zu besuchen, vor der Kulturbrauerei die Liebe in Form von 5 Buchstaben zu finden und Berlin mal im Frühling zu erleben. Dafür sollte es im Sommer nach Hamburg gehen, um mal warmen Regen abzubekommen. Was soll ich euch sagen, es war unerwartet trocken in Hamburg und Sonne von früh bis spät. Also genau das richtige Wetter, um die 544 Stufen der Petrikirche zu erklimmen. Grandiose Idee 😉 , aber auch grandioser Ausblick auf Hamburg von da oben. Außerdem habe ich es auch mal geschafft mir die Wasserlichtorgel in Planten und Bloomen anzugucken und ich war nicht der einzige. Im Herbst, also gerade vor ein paar Wochen, war ich dann nochmal in der Hauptstadt, um mir wieder beleuchtete Dinge anzusehen, dieses Mal waren es aber nicht die Wasserfontänen sondern Gebäude. Eine echt coole Sache im doppelten Wortsinn, bei Temperaturen zwischen 2 und 10 Grad.

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Die besonders warmen Tage dieses Sommers habe ich am Baldeneysee und im Duisburger Zoo zugebracht. Beinahe hätte ich mich auch in die kühlen Fluten der Seelöwen gestürzt, aber da waren schon die Taucher der Tauchergruppe im Becken. Weiß der Henker, was die da gemacht haben, mit Fisch gefüttert wurden sie jedenfalls nicht 😀 . Im August ging es für mich zum ersten Mal an die holländische Nordseeküste (Zeeland). Der erste Eindruck war so gut, daß ich mir vorstellen könnte, auch im kommenden Jahr nochmal ein paar Tage dort zu verbringen. Dieses Mal war’s der CenterPark, aber vielleicht habt ihr noch einen Tipp für eine andere Unterkunft. Kaum wieder zurück wurden ein paar Kunsttage eingeschoben. Zuerst ging es zur „Wood Art Gallery“, einem Stückchen Krefelder Naturschutzgebiet, welches mit ausgefallenen Bildern auf Industrieresten beeindruckte und ein paar Tage später zum „Urban-Art-Festival“ nach Düsseldorf, wo Street Art Kunst auf und in zum Abriß stehenden Häusern präsentiert wurde.

2015_Düsseldorf

Im September war dann mein Gehirn kurzfristig eingefroren, als ich mangels Orientierung mein Auto im Oberhausener Centro Parkhaus suchen mußte 🙂 und wieder bei Sinnen habe ich euch noch etwas zum Thema „Kostenlose WLAN Hotspots“ und „Parkgebühren zahlen per SMS“ erzählt. Im Beitrag ging es hauptsächlich um Parkmöglichkeiten in Düsseldorf, mittlerweile habe ich mich aber auch in Duisburg und Essen umgeguckt. In beiden Städten gibt es Parkhausbetreiber, die mit PrePaidkarten arbeiten (Schranke öffnen ohne lästigen Weg zum Kassenautomaten, eine überregionale Karte teste ich z.Zt. noch) und im Einkaufszentrum Limbecker Platz gibt es eine Karte mit RFID Chip (analog evopark), welche euch die Schranke per Funk öffnet. Schließlich habe ich mich Ende September selbst als Peanuts Avatar erstellt. Und, wieder erkannt 😉 ?

Peanuts_Wallpaper

Im Oktober fielen dann die ersten Schneeflocken, während es ein paar Tage später plötzlich wieder 18-20 Grad warm war. Nach dem Festival of lights in Berlin habe ich die Herbsttage im Landschaftspark Duisburg, im Stadtwald und im Botanischen Garten Krefeld auf SD Karte gebannt und beim Persektivwechsel einen Bunker besucht. Mal sehen, was sich jetzt noch im November tut, denn wenn ich ehrlich bin, ich bin ein bisschen müde. Müde, weil der Winter vor der Türe steht und auch ein bisschen Ausflugsmüde. Dafür liegt neben mir schon ein erster Notizzettel mit Urlaubsterminen für 2016 und wie jedes Jahr startet die Überlegung für eine Neuauflage der RuhrTopCard.

2015_Krefeld Zoo

Wenn ihr nochmal eintauchen wollt in ein paar Blogbeiträge des zu Ende gehenden Jahres, hier wäre eine kleine Auswahl …

– Im Januar hat’s z.B. kurz und heftig geschneit – Winterwunderland
– Im Februar war wieder Parkleuchten und Sonnenstrahlen schienen auf die Halde Haniel
– Im März habe ich Sturmschäden begutachtet und den bunten Strommast gesucht
– Im April gab’s den Gipfelstürmertag in Krefeld, ein Besuch auf der Burg Blankenstein, im Eisenbahnmuseum in Bochum und die Schiffsparade auf dem Rhein-Herne-Kanal.
– Im Mai ging’s vom Wasserschloß Wittringen nach Westerholt, nach Berlin, in Bochum gab Dampf und Steampunk und in Krefeld war wieder Flachsmarkt.
– Im Juni liefen die Ruhr Games, der WDR hat „Ein Tag Live“ veranstaltet und es war wieder Zeit für die Extraschicht.
– Im Juli gab’s meinen Heißen Tag im Zoo und ich war in Hamburg.
– Im August war ich in Zeeland und zum Urban-Art-Festival.
– Im September gab’s ein buntes Allerlei z.B. der Dampflokbesuch im LaPaDu.
– Im Oktober habe ich den Herbst gesucht und noch einmal Berlin besucht.
– November ist natürlich noch im Gange und Dezember kommt bekanntlich noch, da mußt ihr wohl nochmal auf die Webseite zurückkehren, wenn dieser Blog schon online ist ;-).

Perspektivwechsel im Herbst

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Samstag hatte ich die Lämmer … öhm ne Moment … das Dilemma, ob ich mich nach Kaffee und Brötchen beim Krefelder Persektivwechsel drinnen umgucken oder lieber bei Herbstsonne draußen umgucken soll? Ich habe mich spontan für beides entschieden, denn auch mein geliebter Botanischer Garten hatte Samstag seinen letzten Tag, bevor die Winteröffnungszeiten (Mo.-Do. 9-15 h, Fr. 9-12 h, Sa./So. geschlossen) wieder starten. Außerdem sollte noch ein bisschen Herbst auf SD Karte gebannt werden.

Botanischer Garten

In der vergangenen Woche hatten sowohl ich als auch die Bäume ein Problem mit der Umstellung auf Winterzeit. Ich weil ich Dienstag nach Feierabend eigentlich noch einen Abstecher in den Botanischen Garten machen wollte, mich plötzlich aber mit der untergehenden Sonne konfrontiert sah. Die Bäume, weil sie am Dienstag noch 90% der Blätter hatten, am Samstag, keine 4 Tage später, jedoch 90% ihrer Blätter abgeworfen hatten. Dafür belohnte mich der Rest durch tolle Herbstfarben.

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Nur drei Ecken weiter ging es am Samstag auch noch einmal in den Krefelder Zoo, ebenfalls bevor die Winteröffnungszeiten starten (täglich 9-17 h). Nicht daß ich dieses Jahr so selten dort gewesen wäre, aber Zoobesuche finde ich sehr entspannend. Da stehe ich einfach mehrere Minuten vor einem Gehege und beobachte z.B. den Gorilla beim Mittagsschlaf, den Pinguin bei der Fellpflege oder den Jaguar beim Sex … ooops was, ja Jaguar Männchen und Weibchen waren zusammen und durften. Ob sie wollte, kann ich nicht beurteilen, er schon ;-).

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Jetzt wurde es aber langsam Zeit, sich mal dem Perspektivwechsel zuzuwenden. Nur zwei Straßenblocks vom Zoo entfernt befindet sich an der Schönwasserstraße ein Hochbunker. Nun bin ich schon einige Male über die angrenzende Friedrich-Ebert-Straße gefahren, aber daß an der Ecke zur Schönwasserstraße ein Hochbunker steht ist mir nie bewußt aufgefallen. Nun braucht man Bunker zu unserer Zeit glücklicherweise nicht mehr, aber in den Jahren zwischen 1939 und 1945 fanden in diesem Bunker viele tausend Personen Schutz. Trotz 1,40 Meter dicken Wänden soll der Bunker bei unmittelbaren Bombenangriffen gewankt haben, wie ein Fahnenmast im Wind. Im Erdgeschoß befindet sich heute das Logistikzentrum der „Krefelder Tafel“, wir sind in das innere und dort erst in die zweite, dann in die siebte Etage.

Glück auf

Kleines Handicap, der Bunker ist nicht beleuchtet, aber zum Glück wurden ein paar Taschenlampen verteilt, denn stockfinster wäre sonst noch geprahlt 😀 . Wir bekamen die Lüftung, die noch vorhandenen Filter und last but not least die Toiletten zu sehen ;-). Gut daß die Kamera einen Blitz eingebaut hat, denn auf diese Weise konnte ich euch ein paar Schnappschüsse mitbringen. Plötzlich erfaßte der Lichtschein Leichen 😮 … Vogelleichen, denn Tauben, die einmal in den Bunker reingeflogen sind, finden i.d.R. nicht alleine wieder raus. Zurück ans Tageslicht hatte ich irgendwie einen staubigen Nachgeschmack auf der Zunge und war froh, daß ich vor mehr als 70 Jahren nicht in so einem Schutzraum sitzen mußte. Zu einem weiteren Perspektivwechsel konnte ich mich nicht mehr durchringen, aber vielleicht klickt ihr mal auf Tanja’s oder Stephanie’s Blog.

Landschaftspark Duisburg im Herbst

LaPaDu (III)

Heute will ich euch gar nicht viel erzählen. Eigentlich war ich im Landschaftspark in Duisburg, weil an diesem Wochenende Heißluftballons von dort starten sollen. Vielleicht haben sie das ja auch noch getan, aber gesehen habe ich nichts. Dafür hat der Herbst Einzug gehalten im LaPaDu. Sogar die Blätter des Windrades liegen zur Zeit auf dem Boden. So langsam wird es Zeit wieder mal einen Rückblick auf 2015 vorzubereiten. Aber bis es soweit ist, zeige ich euch einfach den Herbst. Genießt die nächsten Tage, auch wenn es nach der Zeitumstellung ab Montag wieder früher dunkel ist.

Dampflok, Lovelyn, wo ist mein Auto

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Ich gehöre ja eher zu denen, die versuchen kostenfrei am Straßenrand zu parken. Irgendwo findet sich fast immer ein Plätzchen, selbst wenn man dann mal 10 Minuten bis in die Innenstadt laufen muß. Und wenn ich dann in der Innenstadt bin, kann ich, für manche unvorstellbar ;-), shoppen gehen ohne etwas zu kaufen. Doch am Samstag war ich in Duisburg, habe statt am Straßenrand lieber in einem preisgünstigen Parkhaus geparkt, bin eine Runde durch die Innenstadt geschlendert und habe sogar eine Kleinigkeit gekauft. Ein Sweatshirt für 15,- € habe ich mitgenommen, aber das heißt für euch vermutlich nicht unbedingt shoppen :-D.

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Apropos günstiges Parkhaus, es gibt noch Parkhäuser, mit Preisen von 70 bzw. 80 ct. für die ersten beiden Stunden und 1,50 € für jede weitere Stunde, aber irgendwie sind das Parkhäuser, die haben ihre beste Zeit auch schon hinter sich. In der 2. Etage sieht man noch sowas wie Fensterrahmen, aber keine Scheiben mehr darin, die Stellplätze so eng, daß man die Türen kaum mehr als eine Handbreit aufbekommt und in Höhe der Einfahrt weiße Kacheln die eher an ein Schwimmbad als an ein Parkhaus erinnern. Demnächst probiere ich mal das Parkhaus unter dem „Forum“, dem Shoppingcenter von Duisburg. Das kostet zwar 1,50 € die Stunde (von der ersten Stunde an), soll aber großzügiger und heller sein.

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Und da ich nun mal in der Stadt mit dem größten Binnenhafen Europas und dem Landschaftspark war, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen in letzterem noch einen Blick auf den Ruhrtriennale Film „In the Land of Drought“ zu werfen, in dem weiß gekleidete Personen durch Wüsten und Felsenlandschaften laufen oder wie es offiziell heißt „[…] in meditativen Kamerafahrten folgt der Berliner Filmkünstler den Fluchtlinien einer globalisierten Welt und dekonstruiert das Verhältnis von Mensch und Umwelt, von Kultur und Natur“. Mhmm … ja, im Land der Dürre eben. Nach 5-10 Min. hatte ich genug Dürre und habe lieber wieder die Sonne vor der Türe bewundert.

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Außerdem wollte ich auf die Einfahrt der nostalgischen Dampflok warten, die an diesem Samstag vom Eisenbahnmuseum Bochum bis in den Landschaftspark Duisburg Nord fuhr. Der Zug rollte dann auch mit einer knappen 3/4 Stunde Verspätung auf dem Bahnsteig des Landschaftsparks ein. Es ist ja nicht so, als ob ich noch nie eine Dampflok gesehen hätte (zumal der Zug am anderen Ende zusätzlich von einer Diesellok begleitet wurde), aber im Landschaftspark war es dann doch wieder etwas besonderes. Was dabei raus gekommen ist, könnt ihr den Bildern in diesem Beitrag entnehmen.

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Zum Tagesabschluß stand dann noch ein kurzer Abstecher ins CentrO nach Oberhausen auf dem Plan. Ich wollte nur kurz einen Blick in den neu renovierten Kaufhof werfen, was mir gleich eine Piccoloflasche Sekt einbrachte :-). Drinnen veranstaltete der Kaufhof gerade eine Modenschau, mit allem was man im Herbst / Winter so drüber und drunter trägt. Ehrlich ich vermisse etwas die bunten Farben, alles in dunkelgrün, braun, blau … :-(. Auf dem Weg zurück ins Parkhaus blieb ich dann noch an einer Modebühne im CentrO selbst hängen, auf der gerade Lovelyn aus GNTM herumturnte. Ehrlich gesagt, auch wenn ich GNTM ab und zu gucke, ich konnte mich an die Gewinnerin aus 2013 schon kaum mehr erinnern. Aber ich bin da wohl auch nicht das Zielpublikum ;-).

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Eigentlich wollte ich ja auf dem Rückweg auch mal wieder einen überteuerten Kaffee bei Starbucks trinken und dieses Mal per App bezahlen. Ihr wißt ja, ich mag diese neuen Spielereien. Aber leider funktioniert die App unter iOS 9.x nicht mehr und Starbucks scheint auch keine Eile zu haben selbige zu reparieren, jedenfalls erfolgte auf diverse Hinweise in den Sozialen Medien keine Reaktion. Also lieber keinen Starbucks Kaffee, Geld gespart. Stattdessen zurück ins Parkhaus und beinahe mein Auto nicht wiedergefunden. Das passiert mir auch relativ selten, aber ich hatte mir gemerkt, daß ich direkt an der Treppe geparkt hatte. Was ich jedoch vergessen hatte, nicht gegenüber der Treppe sondern mit 180 Grad Wende hinter der Treppe. Es hat gute 5 Minuten gedauert, bis ich das gerafft hatte. Puuuhh … :-D.

Oldtimertreffen zw. Krefeld und Herten

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Der Picknickkorb steht auf dem Rücksitz des Rolls Royce, so als käme die feine Gesellschaft gleich zurück um ihn zu ab zu holen. Er fährt, genauso wie der Ford, mit Köfferchen auf dem Trittbrett, heute ohne Verdeck. Es ist September, die Sonne scheint bereits auf herbstlicher Sparflamme und trotzdem haben wieder einige Old- und Youngtimer den Weg zum Parkplatz an der Krefelder Rennbahn gefunden. Obwohl der Parkplatz sich schnell füllt, sind die Stellplätze nicht ausgebucht. Noch drei Tage bis Herbstanfang. Die Rolls Royce und Ford aus dem letzten Jahrhundert werden sicher bald wieder eingemottet, präsentieren sich heute aber nochmal von ihrer schönsten Seite.

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Woran merkt man, abgesehen von Sonne auf herbstlicher Sparflamme, daß der Herbst naht? An bunten Blättern? Daß es wieder früher dunkel wird? Ja, alles richtig, aber auch daran, daß sich die Oldtimertreffen für dieses Jahr dem Ende zu neigen. Krefeld hatte am vergangenen Sonntag seinen letzten Termin in diesem Jahr, das, wenn ich ehrlich bin, wieder verflogen ist wie nichts (also das Jahr, nicht das Treffen 🙂 ). Im hinteren Teil des Platzes steht ein Anbieter von Kunststoffteilen, der aushelfen kann, wenn mal ein Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist. Moderne Technik ist manchmal doch nützlich, denn heutzutage kann man Teile vermutlich aus dem 3D Drucker fertigen.

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Während ich auf der Suche nach schönen Fotomotiven bin, fachsimpeln die Fachleute an der offenen Motorhaube. Das ältere Ehepaar klappt die Campingstühle auf und macht es sich neben dem eigenen Schätzchen aus Chrom und Blech gemütlich. Kennt ihr das Ehepaar Flönz aus der Wiwaldi-Show (WDR) 😀 ? Ich bin froh, daß wir ein solches Treffen hier in Krefeld haben, dennoch sind Autos für mich Fortbewegungsmittel, schön anzusehen und eben Fotomotive :-). Unterdessen kämpft der Blogger (also ich) an der Rennbahn, weil etwas abseits der Wohnbebauung, immer wieder mit dem Problem Handyempfang. Gerade noch 4G, dann wieder nur noch EDGE.

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Apropos Problem, wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, ist das andere große Oldtimertreffen an der Zeche Zollverein dieses Jahr den Bauarbeiten auf dem Zechengelände zum Opfer gefallen, aber ein neuer Treff zeichnet sich in Herten an der Zeche Ewald ab. Ein erster und für 2015 gleichzeitig letzter Termin findet am ersten Oktobersonntag (10.00 – 15.00 Uhr) statt, weitere dann vermutlich im nächsten Jahr. Außerdem wird die Zeche Ewald, wie kürzlich verkündet wurde, ab irgendwann in 2016 zur „MOTORWORLD ZECHE EWALD RUHR“. Erste Impressionen des Konzeptes finden sich hier.

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Das könnte ein neuer Treffpunkt für Oldtimerfans im Ruhrgebiet werden, ähnlich der Classic Remise in Düsseldorf, aber auf altem Zechengelände und damit vor historischer Kulisse und viel Platz drumherum. Ich bin schon gespannt auf das kommende Jahr, allerdings ist die Zeche Ewald für mich leider nicht gleich um die Ecke. Bis es soweit ist, genieße ich die Treffen im hiesigen Stadtwald (oder bei Mo’s Bikertreff an der Kleinewefersstraße), die für Besucher und Teilnehmer am Sonntagvormittag eine Mischung aus Sonntagsspaziergang und Picknick, aus Fachsimpeln und Benzinduft schnuppern sind. Noch ein paar Fotos? Hier entlang zu Google Fotos oder Flickr.

Was ist eigentlich Heimat?

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Diesen Blogbeitrag habe ich vor ein paar Wochen begonnen, ursprünglich mit ganz anderen Gedanken im Kopf. Da die aktuellen Ereignisse das Thema aber mittlerweile elegant überholt haben, habe ich heute mal versucht meine Gedanken neu zu ordnen, und das ist dabei herausgekommen.

Was ist eigentlich Heimat
Mir geht seit längerem ein Gedanke durch den Kopf. Vielleicht nicht so konkret und vielleicht hätte ich es auch nicht so beim Namen genannt, aber als ich vor kurzem von einer geplanten ARD Themenwoche zum Thema „Heimat“ hörte, war mir die eine Frage klar. Was ist eigentlich Heimat und wo ist meine Heimat?

– Ist Heimat da, wo ich geboren wurde?
– Ist Heimat der Ort, an dem ich jetzt lebe?
– Ist Heimat der Sonntagsausflug ins Grüne?
– Heimat entsteht, so schrieb der Spiegel mal, wenn man die Fähigkeit hat, sich wohl zu fühlen dort, wo man ist. Wer das nicht kann, ist nie daheim.
– Heimat kann man sich machen, denn Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl.

IMG_1449 Heimat ist also, so der erste Gedanke in meinem kleinen Köpfchen, der Bereich in dem ich lebe, tagtäglich aus der Haustüre gehe, die Straße in der ich wohne. Manch einer von euch ist in seinem Leben mehrfach umgezogen, manchmal sogar mehrere 100 km vom alten Wirkungskreis entfernt, mein Wohn- und mein Geburtsort liegen nur ca. 40 km voneinander entfernt. Vielleicht ist das der Grund, daß ich mich immer wieder in meiner „alten Heimat“ aufhalte und Eindrücke in Form von Fotos sammle. So richtig heimisch fühle ich mich dort aber nicht mehr. 25 Jahre ist es jetzt her, daß ich an den Niederrhein gezogen bin. 25 Jahre, das ist mein halbes Leben. Und an meinem neuen Wohnort? Da habe ich ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und na ja ihr ißt schon, aber bis auf die beiden Kinder ist davon nichts geblieben. Das Heimatgefühl, das ich hier mal hatte, ist in den Hintergrund gedrängt worden.

25 Jahre sind mein halbes Leben
IMG_7932 25 Jahre ist es dieses Jahr auch her, daß die deutsche Einheit vollzogen wurde, eine Einheit, ich schrieb das vor ein paar Wochen in Zusammenhang mit meinem Berlinbesuch, die viele von euch, sofern ihr um die 30 seid, nie anders kennen gelernt haben. Dennoch haben viele damals ihre Heimat verloren, weil sie einfach aufgelöst wurde. Einfach weg, von heute auf morgen. Natürlich, die sogenannten „fünf neuen Bundesländer“ sind ja noch da, man kann sie besuchen, manch einer ist nach seiner Flucht in den späten 80’ern auch wieder zurückgezogen, andere haben das kategorisch abgelehnt. Vor dem Hintergrund ist ein Wohnungswechsel um 40 km nach Westen ja pippelapup.

Heimatvertriebene
IMG_1461 Aus geschichtlicher Sicht könnte ich jetzt etwas über „Heimatvertriebene“ schreiben, aber ihr könnt euch die Erklärung bei Wikipedia selbst durchlesen, denn das ist 70 Jahre und länger her und betrifft eure Eltern und Großeltern. Soweit die Geschichte, wie sie bis vor ein paar Wochen in den Geschichtsbüchern stand. Wenn mir jemand was von Völkerwanderung erzählt hätte, dann hätte ich mich allenfalls an den Geschichtsunterricht erinnert. Doch (für manche gar nicht so) plötzlich ist das Thema Heimat wieder aktueller denn je.

Flüchtlinge (Welcome refugees)
Keiner kann sagen, ob wir mit der Aufnahme der Flüchtlinge z.Zt. alles richtig machen, denn was daraus wird, wissen wir vielleicht erst in 10 Jahren, aber wenn ich im Fernsehen nur ein oder zwei glückliche Kinder lächeln sehe bekomme ich schon wieder Tränchen in den Augen. Ein Gefühl das man vielleicht nur in sich aufsteigen fühlt, wenn man selber Kinder hat. Ein Imagegewinn für Deutschland ist es auf jeden Fall. Und ich dachte bis vor kurzem Heimat ist die Straße in der ich wohne und das Gefühl das ich habe, wenn ich zu Hause in meiner warmen, muckeligen Bude hocke. Nicht abschalten, ich biege jetzt auf die Zielgerade, warum erzähle ich euch das eigentlich?

ARD Themenwoche
IMG_1450 Die ARD widmet sich Anfang Oktober, genauer vom 04.-10. Oktober 2015, in einer Themenwoche dem Thema – Heimat. Im Radio, Fernsehen und Internet seid ihr gefordert euch an der Themenwoche zu beteiligen und während vergangene Themenwochen schon mal schwere Kost beinhalteten, sollte „Heimat“ ein Thema sein, zu dem wir alle etwas sagen können. Zum Beispiel, daß wir das hier lesen und teilen. Ist eine virtuelle Welt wie das Internet eigentlich auch virtuelle Heimat? Ist das Internet ein Mittel, um mit der reellen Heimat in Verbindung zu bleiben oder ist das Internet selbst Heimat?

Den Auftakt zur Themenwoche im Fernsehen macht am 04.10.2015 um 06.00 Uhr eine 12 stündige Echtzeitdoku mit dem Titel „Dein Tag“. Sie zeigt, was Leben in Deutschland heute wirklich bedeutet. Vor genau einem Jahr wurden 99 Menschen (und ein Walross 🙂 ) genau 12 Stunden lang in ihrem Leben in ihrer Heimat begleitet.

Dein Tag
IMG_1438 Unter dem Hashtag #DeinTag könnt ihr an dem Tag über die sozialen Netzwerke eigene Eindrücke zu „Deutschland. Dein Tag“ veröffentlichen. Mehr zum Thema erfahrt ihr unter Themenwoche.ARD.de. Schulklassen finden unter Heimat aus Kindersicht weitere Informationen für den Unterricht (z.B. die MitmachAktion „Heimat schenken“). Im Hörfunk wird in den sogenannten „jungen ARD – Radiowellen“ zusammen mit dem Berliner Musiker Sido der „Heimat“-Rap (Titel „Die Wiese vor dem Reichstag“) produziert und für jede der neun jungen Wellen gibt es eine eigene letzte Strophe. Last but not least gibt es auch einen offiziellen Song zur ARD-Themenwoche mit dem Titel „Unser Land“ von Herbert Grönemeyer. Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl. Also laßt euren guten Gefühlen freien Lauf (gerade in Anbetracht der Ereignisse der letzten Tage) :-).

ARD Pressemitteilung
SWR Pressemitteilung

Urban-Art-Festival Düsseldorf

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Was haben Graffityspayer und Gustav Gründgens in Düsseldorf gemeinsam? In der letzten Woche war es der nicht gerade attraktive (nach Gustav Gründgens benannte) Platz vor dem Schauspielhaus. Manche sagen auch es wäre die Mauer die dort eine alte Tankstelle verdeckt und, weil denkmalgeschützt, erhalten werden soll. Eine Mauer denkmalgeschützt? Wäre es nicht cool, wenn man sich als Künstler und Grafitysprayer an dieser Mauer erstmal künstlerisch austoben könnte? Und wenn man das angrenzende Haus mit einbeziehen würde? Ach was, wo wir gerade dabei sind coole Gedankenspiele zu spielen, nehmen wir doch gleich beide angrenzenden Häuser.

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Alte Bürogebäude, die außer einem Vodafone Shop im Erdgeschoß längst keine Mieter mehr haben. Alle Räume vollmalen, besprayen und bearbeiten von innen und außen? Yeah! Genau das war das Ziel des Urban Art Festival in der vergangenen Woche. Eigentlich habe ich nur zufällig davon erfahren, weil ich in der Lokalzeit Düsseldorf (WDR) einen Bericht über die umstrittene Mauer gesehen habe. Was habe ich letzte Woche erzählt, ich war schon länger nicht mehr in Düsseldorf? Da mußte ich hin.

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Ich hatte ja erstmal wieder keine Ahnung warum das alles, aber bereits von weiten ist ein riesiges Graffiti vom 2. bis zum 5. Stock an der Außenfassade zu sehen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Als ich näher komme ist die Haustüre darunter offen, also einfach mal rein. Der typische Duft von Farbspaydosen kommt mir entgegen. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll.

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Hier wurde jede, aber auch jede Treppenstufe, jede Türe und fast jedes zweite Fenster einfach so besprüht, bemalt und mit Farbe und anderen Materialien versehen. Teilweise sind richtig kleine (und große) Kunstwerke dabei, die über Graffiti weit hinausgehen. In einem Raum wurde ein Spiegel in hundert keine Stücke zerbrochen und neu zusammengepuzzelt, in einem anderen Raum wurde Wand, Decke und sogar der Teppichboden künstlerisch mit einbezogen. Leere Bierflaschen zeugen von einem Fest der Farben 😉 und in einem Raum wurden die Flaschen gleich mit eingearbeitet.

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Auch im Coolibri gab es einen Bericht, was ich aber erst in der Recherche danach entdeckt habe. Und warum das ganze? Weil diese Häuser irgendwann dem KöBogen (II) weichen sollen. Jetzt wird mir einiges klar. Daß ich in letzter Zeit nicht so häufig in Düsseldorf war liegt u.a. daran, daß die neue Wehrhahnlinie, eine neue U-Bahn quer durch die Stadt gebaut wird. Dafür stehen gefühlt an allen Ecken Bauzäune, Brunnen wurden gegen Baucontainer ausgetauscht und bis vor etwa zwei Jahren wurde der KöBogen (I) direkt an den Hofgarten angrenzend gebaut.

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Mit anderen Worten, der Teil der Stadt glich einer Großbaustelle mit ständig wechselnden Verkehrswegen. Während der Verkehr früher nämlich über eine Hochstraße („Tausendfüßler“ genannt) lief, wurde er bei der Gelegenheit gleich unter die Erde verbannt und in ca. 1/2 Jahr will man auch mit der U-Bahn soweit sein. Bleibt noch der KöBogen. Der KöBogen (I) ist ja seit einiger Zeit fertig und eröffnet …

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… aber weil ein KöBogen alleine halt ein bisschen einsam ist kommt bald der KöBogen (II), gleich gegenüber des Schauspielhauses, wenn … ja wenn man sich denn einig darüber wird, ob man die häßliche Mauer entfernen darf auf der sich jetzt erstmal Künstler verewigt haben. Bis man sich in der Politik einig wird, kann erfahrungsgemäß noch ein bisschen Zeit vergehen und solange kann man die Kunstwerke auf und rund um den Gustav Gründgens Platz vermutlich noch betrachten.

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Ob die bemalten Gebäude weiterhin offen stehen kann ich nicht sagen, vielleicht versucht ihr euer Glück einfach mal. Die beiden Eingänge sind nicht zu verfehlen. Ich habe wie immer ein paar Eindrücke gesammelt und wenn ihr Lust versprüht .. äh .. verspürt weitere Bilder zu sehen, dann klickt ihr hier für Flickr oder GooglePhotos.