Wünsche an das neue Jahr

Nachdem der Jahresrückblick durch ist, kommen bald wieder die Wünsche zum Jahresende. Ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch, Gesundheit, alles Gute im neuen Jahr … na klar, zu allererst wünsche ich euch das natürlich auch. Damit könnte der kürzeste Blogbeitrag aller Zeiten eigentlich auch schon wieder enden.

S2

Aber sind wir doch mal ganz ehrlich. Wünschen wir uns das wirklich einander mit ganzem Herzen oder ist es nur das, was man sich jedes Jahr … ihr wißt schon, same procedure as every year. Selbstverständlich wünsche ich jedem, daß er gesund bleibt oder wieder gesund wird, vielleicht ein paar ruhige Tage zwischen den Feiertagen, aber wenn ich mir das politische Geschehen des abgelaufenen Jahres ansehe, überlege ich schon seit längerem, ob das wirklich die Zeit für ein besinnliches Weihnachtsfest ist. Ich bin da gar nicht so optimistisch.

S1

– Während ich bei Flüchtlingsgeschichten in denen Kinder die Rolle spielen mit den Tränen kämpfe, prügeln andere auf Flüchtlinge und Andersgläubige ein.
– Rechte Parteien erhalten ernormen Zulauf, weil manche auch nach 70 Jahren anscheinend nichts dazugelernt haben.
– Soldaten dürfen wieder einmal in kriegerische Handlungen mit ungewissem Ausgang ziehen, weil wir Waffen liefern und uns dann wundern, daß man sie gegen uns richtet.
– Last but not least ist das Verhältnis zwischen den Natoländern und Rußland momentan auch nicht gerade herzlich, was mich besonders beunruhigt.

S3

Sind wir auf dem Weg in einen 3. Weltkrieg habe ich vor ein paar Tagen auf Twitter gefragt und sind wir nicht schon mittendrin, war die Rückfrage. Sollten wir tatsächlich in einen Weltkrieg stolpern, dann weil Geld und Macht, Religion und Ländergrenzen wichtiger sind als den blauen Himmel über uns zu genießen. Es widerstrebt mir daher, einfach nur ein friedliches Fest und einen guten Rutsch zu wünschen. Ich wünschte wir könnten unseren Kindern den Erdball noch etwas länger erhalten bevor er zu Staub zerfällt, bevor wir wieder zu Staub zerfallen.

S4

Vielleicht schaffen wir es 2016 mal wieder rechten Hetzern die Stirn zu bieten, unseren gewählten Abgeordneten zu zeigen, daß man Politik machen kann ohne Lobbyisten in den Allerwertesten zu kriechen, daß die Lösung gegen Waffen nicht noch mehr Waffen ist und wir mehr Verständnis für einander aufzubringen. Ich höre die Worte, allein mir fehlt z.Zt. der Glaube. Kommt trotzdem (in 3 Wochen) gut ins neue Jahr, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Erdbeben

Schon wieder ein Erdbeben. Nur wenige Wochen nach den schrecklichen Bildern aus Haiti dringen schon wieder Bilder von zerstörten Häusern und Straßen zu uns in die Wohnzimmer. Dieses Mal hat es Chile erwischt. Für den gesamten pazifischen Raum wurde eine Tsunami-Warnung herrausgegeben.

Während die Meldung „Erdbeben“ früher nur eine unter vielen in den Nachrichten war, ist jetzt dank Internet, Satelitentelefon und weltumspannendem Nachrichtennetz selbst aus der kleinsten Ecke der Welt die Nachricht ruck zuck in unseren Wohnzimmern. Manchmal frage ich mich, ob uns das wirklich gut tut. Wir können spenden und einige von uns, die entsprechend ausgebildet sind, können auch helfen. Aber der große Rest steht machtlos da.

Wir in Deutschland leben, außer vielleicht in der (süd-)westlichen Ecke, relativ sicher, weil der Teil Europas nicht zu den erbebengefährdeten Gebieten gehört, aber nach jedem neuen Beben wird mir wieder klar, daß wir nur ein ganz kleines Rädchen sind, dieser Naturgewalt weitestgehend schutzlos ausgeliefert. Das klingt pathetisch, oder? Aber vielleicht sollte man sich das mal vor Augen halten, wenn man das nächste Mal wieder um Nichtigkeiten kämpft (in der Politik wie auch privat).