Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin

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Ich bin schon ein bisschen hibbelig, schließlich ist Vorfreude die schönste Freude. Ich bin dann mal weg. Nein nicht zum Fußball. Lasst die Jungs mal Ende Mai nach Berlin fahren, ich genieße in der kommenden Woche für ein paar Tage privat die Hauptstadt und weil Zeit ja meist wie im Fluge vergeht, versuche ich mich derzeit etwas vorzubereiten. Kennen und lieben gelernt habe ich Berlin in den Nullerjahren (beknacktes Wort), denn nach 2004 war ich beruflich einige Male dort und habe mich im Anschluß an meine Fortbildungen kreuz und quer durch die Stadt geknipst. Manche Ziele etwas intensiver andere nur auf Stippvisite. Manchmal bin ich über mich selbst erstaunt, wenn ich heute wieder mal von vermeintlichen Geheimtipps lese und bei näherem Hinschauen feststelle, daß ich dort sogar schon einmal war 🙂 .

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Während ich mich im letzten Jahr auffallend viel im (ehemaligen) Ostteil der Stadt oder entlang des ehemaligen Mauerverlaufs herumgetrieben habe (EastSideGallery, Potsdamer Platz, Bernauer Str., StasiAusstellung, Panoramaausstellung „Die Mauer“, Checkpoint Charly, Tränenpalast, Fernsehturm usw.), möchte ich dieses Mal u.a. in den Südwesten der Stadt. Alliierten Museum, Botanischer Garten, Viktoriapark mit eigenem Wasserfall (landläufig Kreuzberg genannt) oder zum Schöneberger Südparkgelände. Überhaupt liebe ich Berlins Grünflächen z.B. den Park am Gleisdreieck, das Tempelhofer Feld (Flughafen Tempelhof) oder den Britzer Garten, in dem ich auch noch nie war. Der Besuch der Reichstagskuppel ist bereits gebucht und im Stadtteil Prenzlauer Berg und seinen Hinterhöfen müßte ich mich auch mal wieder umsehen und gemütlich einen Kaffee trinken.

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Interesse hätte ich auch an einer Führung in die „Berliner Unterwelten“, allerdings bindet mich eine solche Führung 90 Minuten und leider ist dort aus organisatorischen Gründen auch das Fotografieren verboten :-(. Vielleicht wähle ich stattdessen eine kostenlose Audioführung zum Thema „Flucht Tunnel“, die man sich hier auf dem MP3 Player runterladen kann. Mit dem Plan in der Hand ist man selbst für die Zeiteinteilung zuständig. Last but not least las ich letzte Woche, daß genau in meiner Woche die Figuren der Star Wars Saga ins Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud einziehen. Also gleich eine Anfrage per e-mail abgeschickt, wann der günstigste Zeitpunkt für einen Besuch wäre. Leider habe ich auf diese Anfrage bis heute noch keine Antwort erhalten.

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Ich werde versuchen meine Instagram Bilder wieder mit „#krdigitalberlin“ zu taggen, und der ausführliche Bericht (mit vielen Geheimtipps 😉 ) folgt dann sowieso später an dieser Stelle im Blog. Wenn ihr meint, ihr hättet jetzt trotzdem noch einen ganz geheimen Geheimtipp, den ihr mir nennen müßtet, dann wäre jetzt an der Zeit die Kommentarfunktion zu nutzen. Ach und noch was, natürlich ist es in einer Stadt mit 100 oder mehr Museen auch immer eine Frage des Interesses, welches man bevorzugt oder welches eher nicht, daher gleich vorweg die Museumsinsel mit Nofretete & Co. interessiert mich wenig bis gar nicht.

P.S.: Drückt mal die Daumen, daß nach der Streikwoche nächste Woche wieder alle Züge ordnungsgemäß fahren und ich nicht auf dem Weg in die Hauptstadt steckenbleibe 🙂 .

Moos wächst an der Nordwestseite der Bäume oder wie ich wieder aus dem Botanischen Garten in Bochum fand

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Manchmal bin ich ja ein kleiner Schisser … Wann? Wenn ich mal wieder auf irgendeiner Landmarke z.B. dem Tetraeder herumklettere? Nein warum auch, wenn der liebe Gott wollte daß ich abstürze, dann tue ich ihm den Gefallen einfach nicht. Wenn ich mir mit dem Backblech wieder mal den linken Oberarm verbrenne? Fragt lieber nicht … 🙂 . Nein, das auch nicht, ich habe eher Angst davor, daß ich mich in einem Park verlaufe. Im letzen Jahr war ich auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg und diese Woche (erstmals nach 2013) mal wieder im Botanischen Garten der Ruhr Universität in Bochum.

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Zunächst mal ist es (für ortsfremde) schon schwierig den Zugang zum Botanische Garten zu finden (zum Glück habe ich für solche Dinge ein gutes Gedächtnis) zum anderen ist er 13 ha groß und gespickt mit Wegen und Treppen. Am Eingang der eindeutige Hinweis, daß man bis zur Schließungszeit wieder raus sein muß, weil die Tore pünktlich geschlossen werden. Dann mal kurz eine Etage abwärts, da mal rechts, noch eine Treppe abwärts, dort mal links, dann wieder eine Treppe hoch … und mein toller Plan aus dem Internet liegt zu Hause auf dem Schreibtisch 😮 . Sowas vergessen kann ich.

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Da hinten muß der Chinesische Garten sein. Ja wäre er auch, wenn nicht ein paar Flachköppe randaliert hätten. Für den Fall, daß ihr auch mal wieder hin wolltet, momentan (01.05.2015) ist der Chinesische Garten komplett auf Grund von Vandalismus geschlossen 😦 . Gut also weiter, muß ich von den Gewächshäusern hier die Treppe wieder runter? Och nö, ich nehme mal einen anderen Weg. Da laufe ich gemütlich 20 Minuten im großen Kreis, komme wieder an einem ausgehängten Parkplan vorbei und stelle fest, daß ich in nur 5 Min. wieder an den Gewächshäusern wäre 🙂 … verrückt wa‘ … huch ein Eichhörnchen.

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So mystisch, wie man denkt ist der Botanische Garten gar nicht, man muß halt nur ein zweites oder drittes Mal durchlaufen und ein ganz kleines bisschen Orientierungssinn mitbringen. Mit ein bisschen Allgemeinwissen wie Moos wächst an der Nordwestseite der Bäume oder Kommt die Sonne grad von vorn, verbrennt man sich die Kuh sich schnell das Horn kommt man … öhm … ach ne ;-). Was ich sagen wollte, ich habe wieder rausgefunden, endlich auch den Haupteingang entdeckt (über’n Parkplatz, hinter dem teilweise blauen Container, gleich vor der Baustelle rechts, die Treppe … ey Moment, das kann man doch keinem erklären, das verstehe ich ja selbst kaum …) und viele tolle Blüten entdeckt.

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Außerdem habe ich, nachdem ich beim letzten Mal den Taschentuchbaum entdeckt habe, dieses Mal gelernt, daß es einen weißen Konfettibusch gibt. Die Natur ist schon ein verrücktes Huhn. Eure Aufgabe bis zur nächsten Stunde ist jetzt herauszufinden, ob es auch einen bunten Konfettibusch gibt. Irgendwoher müssen schließlich auch die bunten Plättchen kommen ;-). Apropos Huhn, dieses Punkerhuhn (mit so einem roten Puschel am Kopf) und seine Familie läuft in einem der Gewächshäuser frei herum, also immer schön nach unten gucken. Solltet ihr jetzt wider Erwarten doch nicht mehr aus dem Botanischen Garten rausfinden, ruft mich an, vielleicht hole ich euch ab (oder rufe Dr. Bob).

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P.S.: Wenn ihr am Sonn- oder Feiertag kommt, gibt’s auch Parkplätze in ausreichender Menge, sogar ein riesiger, aber mit Schranke gesicherter, Frauenparkplatz. Weitere Bilder bei Flickr und Google+).

Schiffsparade Rhein-Herne-Kanal

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Sonntage sind ja manchmal so Tage, da weiß man nicht so richtig, wo man dran ist. Am Samstag ging’s relativ spät ins Bett, na ja zumindest wenn man Ü30 .. äh Ü40 .. ist 😉 , aber trotzdem war ich am Sonntag erstaunlich früh wieder wach und das obwohl ich eigentlich hätte ausschlafen können. Irgendwie war ich innerlich etwas aufgedreht? Das waren noch Zeiten, als ich sonntags erst gegen Mittag … aber lassen wir das 🙂 . Ich habe mir letzte Woche doch noch eine Cortisonspritze gegen meinen Heuschnupfen (also eigentlich Allergie gegen Frühblüher) abholen müssen, weil die Birkenpollen mich fertig gemacht haben und die Spritze putscht einen so ein bisschen auf. Auch noch mehrere Tage danach, was sich an der guten Gesichtsdurchblutung bemerkbar macht. Ich wirke z.Zt. so ein bisschen wie nach einem Dauerlauf. Aus dem Bett geklettert erwartet mich draußen ein trüber Himmel, so wie angesagt. Also erstmal Kaffee, obwohl der putscht ja eigentlich auch … öhm … nun gut.

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Ich war mir unschlüssig, ob ich etwas unternehmen sollte oder nicht. Am Rhein-Herne-Kanal sollte die diesjährige Schiffsparade steigen. Von Gelsenkirchen bis nach Oberhausen soll sie sich erstrecken und da sich bis Mittag der Himmel relativ trocken zeigte, entschloß ich mich, dem Ziel der Parade in Oberhausen einen Besuch abzustatten. Die ersten Regentropfen erreichen mich auf dem Weg zur Garage, die nächsten auf der Autobahn *grummel*. Egal durchhalten … Ihr müßt wissen, daß der Rhein-Herne-Kanal, seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 auch gerne Kulturkanal genannt, eigentlich mal als Kanal zum Transport von Gütern eingerichtet worden ist, aber an diesem Sonntag sollte er bevölkert werden von Ausflugsschiffen, Ruderern und Paddlern. Ich vertrage ja Schifffahrten nur so mäßig gut, also auf dem Baldeneysee geht’s so, aber so ein kleiner Ostseeausflug (nur als Beispiel) verlangt mir schon einiges ab. Aber am Rhein-Herne-Kanal sitze ich ja glücklicherweise nicht auf einem Schiff. Als ich ankomme ist die „Slinky Springs to Fame“ Brücke gut besucht, von einer Bevölkerung der Wasserstraße ist, neben einem riesigen Tankschiff, das gerade vorbeifährt, noch wenig zu sehen.

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Also mache ich, mal wieder, Fotos von der (Lieblings-)Brücke und sehe mir die notdürftig reparierten Stellen im Drahtzaun an, der mittlerweile einige hundert Liebesschlösser faßt. Letztens hatte ja jemand einen Teil des Drahtzauns mutwillig rausgeschnitten, weil ausgerechnet sein Schloss geklaut worden war. Dösköppe gibbet. Unten auf dem Platz zw. Schloß Oberhausen und Kaisergarten sammeln sich Musiker und ein kleiner Chor, während der Organisator seine Kollegin sucht, welche die Textblätter verteilen soll. Man übt für die Ankunft der Schiffsparade mit „Glück auf der Steiger kommt“, der Ruhrgebietshymne „Im Revier“, „We are the World“ und einem türkischen Volkslied namens „Üsküdara“. Ich verlasse den Platz fluchtartig, denn ich und singen, das wollt ihr nicht, ich mache weiter Brückenfotos und überlege mir, warum ich als Kind nie bewußt den Rhein-Herne-Kanal besucht habe, schließlich wohnte ich nur wenige Kilometer entfernt (ich glaube ich erwähnte das schon mal).

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Die Zeiger rücken langsam auf 15:45 Uhr, die geplante Ankunftszeit der Schiffe. Ich überlege noch, ob ich lieber oben auf der Brücke oder fototechnisch günstiger am Ufer in Richtung Gasometer Aufstellung nehme. Ich entscheide mich für unten und warte … Vor mir plätschert das Wasser, zwei Enten, nein drei schwimmen um die Wette. Ein paar Radfahrer rauschen gefährlich nahe an mir vorbei … es wird 15:50 Uhr … die Ente beobachte mich, wie ich sie beobachte. Es wird 15:55 Uhr … boaaaa is dat spannend hier, von den Schiffen ist nichts zu sehen und das obwohl gerade blaue Lücken die Sonne durchblinzeln lassen. Das wäre jetzt ein schönes Wetter für ein Foto … die dritte Ente wird von der zweiten gejagt … ich frage mich, warum ich das hier eigentlich mache.

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16:05 Uhr … vermutlich Stau auf dem Kulturkanal, auf Autobahnen im Ruhrgebiet was ganz normales. Mein Blick geht nochmal zurück in Richtung Brücke. Die geschätzt 100 – 150 Leute lassen die Brücke ziemlich durchhängen, oder? Nein das bilde ich mir nur ein … 16:10 Uhr, das nennt sich wohl Entschleunigung der Zeit … huiiiiiiii mein linker Fuß ist eingeschlafen. Es tut sich was am Horizont, die ersten Schiffe tauchen auf. Mit 25 Minuten Verspätung, Sirene, Hupe und Musik fahren die Ausflugsschiffe gesäumt von ein paar privaten Yachten sowie eine Hand voll Ruderern und Paddlern vorbei. Die Zeitung schreibt später was von 20 Schiffen, mag sein, ich habe sie nicht gezählt. Die großen Schiffe (Friedrich der Große, Stadt Duisburg, Rheinfels usw.), meiner Meinung nach nicht ausgebucht, transportierten im Unterdeck die winkenden Omis, das komische olivfarbene Schiff namens „Der Reservist“ transportiert das Partyvolk und einen (un-)echten Soldaten in BW Tarnkleidung. Ich habe unterdessen die Enten aus den Augen verloren.

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Da wie erwähnt der Rhein-Herne-Kanal ursprünglich als Transportkanal für Güter erdacht wurde, hat er auch ziemlich niedrige Brücken. Ich vermute es gab zu Beginn der Personenfahrten an diesem Sonntag eine Sicherheitsunterweisung der Fahrgäste, denn der eine oder andere am Oberdeck mußte den Kopf einziehen, um nicht an der Brücke hängen zu bleiben und mußte dabei das Winken mit dem Fähnchen kurz unterbrechen. Ich laufe unterdessen von meiner Position nahe dem Gasometer zurück zur Slinky Springs to Fame Brücke. Dabei halte ich in etwa das Tempo des Schiffs, das parallel zu mir fährt. Ganz nette Veranstaltung, die Saison der Personenschifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal wäre damit für eröffnet erklärt. Unterdessen sang der Chor was die Stimme hergab, denn die vier einstudierten Lieder waren schnell durchgesungen. Also sag man nochmal das Dritte, dann das Erste … Glück auf der Steiger kommt.

Huuu huuuuuuu – ein Tag im Eisenbahnmuseum Bochum

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Wie beschreibt man eigentlich das Geräusch einer Dampflok? Vielleicht sowas wie „Huuu huuuuuuu”? Klingt mehr wie eine Eule, oder? Na egal, jedenfalls war Mitte April mal wieder Dampfloktreffen oder besser Eisenbahnfest im Eisenbahnmuseum in Bochum. Eine Lokparade der Extraklasse, wenn man sich denn genau auskennt, ansonsten Germanys Next Toploks und ein paar niederländische waren dieses Mal auch zu Gast. Und was macht man nun da? Man kommt erstmal rein und läuft dann so ein bisschen unschlüssig rum. Links geht’s zu den Führerstandsmitfahrten, in der Halle ist eine Art Verkaufsmarkt und der Waffelstand, draußen der Grill und geradeaus ist der Ringlokschuppen mit zugehöriger Drehscheibe vor der dann die Dampfloks in Reih und Glied stehen.

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Apropo Glied (muahaha Mörder Überleitung), die männlichen Besucher sind stark in der Überzahl, aber auch einige Frauen lassen sich gerne vom Rauch der großen weiten Welt umwehen. Während sich die einen mit Kamera und Stativ bereits rund um die Drehscheibe platziert haben latscht ein anderer glattweg mitten auf die Drehscheibe und damit den anderen ins Bild. Erste Tumulte, kaum daß das Museum 10 Minuten geöffnet hat. Daß die Drehscheibe vor dem Ringlokschuppen noch bestens in Schuss ist, merkt man später, wenn eine nach der anderen Lok auf die Scheibe gezogen und dann um ihre eigene Achse gedreht wird. Ein bisschen quietschen, ein bisschen klappern, unterziehen sich Germanys Next Toploks einem Kameragewitter. Unterdessen kommt ein ganzer Zug (Dampflok mit Waggons) an den nahegelegenen Bahnsteig gefahren und bringt weitere Besucher, die in Bochum Dahlhausen zugestiegen sind und standesgemäß das Museum mit einem Zug erreichen.

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Es riecht nach verbrannter Kohle, dem Antriebsmittel einer Dampflok oder besser des Dampfkessels einer Dampflok. Angetrieben wird sie ja genaugenommen von Wasserdampf, der mittels Wasser und eben der Kohle und einem Feuer erzeugt wird. Ich begebe mich auch in Richtung Bahnsteig um mir die gerade angekommene und in Betrieb befindliche Dampflok näher zu betrachten. Schon ein stolzes Ungetüm und für einen Moment suche ich das Raumschiff am Himmel, als sich die Sonne verdunkelt. War aber kein Raumschiff, sondern nur der Lokführer der den Hilfsbläser angestellt hat. In dem Augenblick quillt dicker schwarzer Rauch aus dem Schornstein und verdunkelt für einen Moment die Sonne. Hilfs… was? Wartet ich habe mir die folgende Erklärung gerade aus dem Netz gemopst.

Bei Stillstand – z.B. im Bahnhof – rührt der schwarze Qualm daher, dass der Hilfsbläser (befindet sich in der Rauchkammer) der Lok angestellt wird (zur Erhaltung des Unterdrucks in der Feuerbüchse) und kein Abdampf zu/abgeführt wird (weil Regler und Schieberkasten geschlossen).

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So! Jetzt habe ich euch aber schlau gemacht, und sagt mir nicht beim Michael im Blog kann man nichts lernen 🙂 . Unterdessen zischt nebenan zum hundertsten Mal die einzelne Lok mit Tender und Gästen im Führerstand vorbei. „Na“, fragt der Vater seinen Sohn, „willst du auch mal mit der Dampflok fahren“? und meint damit er wäre wohl selber gern derjenige, der mal im Führerstand stehen möchte. Für eine kurze Strecke (ca. 500 Meter) kann man, wenn man sich in die Warteschlange einreiht, selbst mal im Führerstand mitfahren (nicht im Eintrittspreis enthalten). Ich weiß nicht was der Sohn geantwortet hat, finde aber es wird langsam Zeit, daß ich auch mal was verbrenne und gönne mir eine Bratwurst mit Brötchen. Die Dame vor mir gibt eine Bestellung auf, als wolle sie einen ganzen Reisebus verköstigen. 3 Bratwürste, 2 Putensteaks im Brötchen, zweimal Kartoffelsalat … unterdesen habe ich mich mit meinem Bratwürstchen vorbeigedrängelt und darf passend 2,20 € zahlen.

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Wenn ihr euch immer schon mal gefragt habt, wie kommt das Wasser eigentlich in die Lok, dann konnte man auch das sehen, nämlich mit dem, THW 🙂 . Da die Wassertankstelle (so ein großes schwenkbares Rohr) defekt war, mußte das THW das Wasser aus der ca. 200 Meter entfernten Ruhr ansaugen und über Schläuche und große Zwischentanks in die Lok einfüllen. Na ja gesehen hat man außer dicken Schläuchen eigentlich nichts, was demnach nur so mäßig spannend war, aber die Leute standen drumherum und fanden nichts sehen eben interessant. Warum müssen Loks eigentlich immer schwarz sein? Das ist fototechnisch etwas suboptimal, denn die Umgebung erscheint dabei, trotz blauen Himmels, immer ein bisschen hell. Ich probiere diverse Einstellungen und halte trotzdem drauf, was die Kamera hergibt. Falls ihr auch mal ins Eisenbahnmuseum wollt (mit der RuhrTopCard wäre der Eintritt sogar frei, allerdings nicht an Eisenbahnfesttagen, da kostet der Eintritt 9,50 €), achtet auf die Öffnungszeiten (Mo. + Sa. geschlossen) und schaut mal in den Veranstaltungskalender (Bilder: Flickr / Google+).

Von Hattingen zur Burg Blankenstein

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Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war ich das erste und ich glaube auch das einzige Mal in Hattingen und schon seit längerem wollte ich mal einen Abstecher zur Burg Blankenstein machen. Warum nicht beides in 2015 verbinden. Das LWL Museum Henrichshütte ist Teil der RuhrTopCard und damit noch ein Grund mehr nach 5 Jahren nochmal hinzugucken. Also ging’s vor ein paar Tagen nochmal zur Hütte. Früher wurde hier nach Rezept aus Erz, Koks und Kalk Roeisen gemacht, heute kann man in der Übergabestation (der Name ist Programm) sogar heiraten. Ausgerüstet mit dem Lageplan des Parks ging’s an die Erkundung des Geländes. In einem alten Gebäude fallen mir eine Reihe Schaltkästen auf. Einer trägt die Aufschrift „Koksbrecher“. Ob das ein besonders starker Mann war? Ich hoffe ich begegne ihm nicht 😉 . Während unten alte Waggons und anderes Handwerkszeug aus der damaligen Zeit lagert, befindet sich weiter oben der Eingang zu einem Luftschutzbunker in den ich aber nur reingelünkert habe. Ein Schild mahnt den Bunker nur behelmt und mit Führung zu betreten. Beides habe ich nicht.

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Weiter ging’s vorbei an Erzkabinett und Möllergraben (bitte aufzunehmen in die Liste aussterbender Worte) und in den Möllerbunkern befand sich (und befindet sich noch bis 21.6.2015) die Ausstellung „Front 14/18“ (Bilder aus dem ersten Weltkrieg im 3D Format). Die passende rot/grün Brille gab’s vorab am Eingang. Ehrlich gesagt, ich fand es in diesen Bunkern etwas unbehaglich, Wasser tropfte z.T. von der Decke, komische Geräusche kamen aus extra installierten Lautsprechern, hier und da liefen kleine Filme und die 3D Bilder taten ihr übriges. Dann lieber zum absoluten Mußteil des Besuchs, der Aufstieg auf den Hochofen.

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Der Hochofen hat zum Glück einen Aufzug. Einen Aufzug? Tja, der war und ist z.Zt. aber leider defekt. Pippelapup, früher gab’et auch keinen Aufzug auf’n Hochofen 🙂 . Also ist Treppensteigen angesagt. Darin bin ich ja dank Landschaftspark Duisburg bereits geübt. Nach Erklimmen der ersten Treppe suche ich zunächst den weiteren Weg bevor ich merke, daß ich mich nur um 180 Grad hätte drehen müssen. Ich komme mir ein bisschen vor wie im Kaufhaus, wo die weitere Rolltreppe links rum statt rechts rum weiterfährt. Tief durchatmen und weiter geht’s. Irgendwann bin ich endlich oben angekommen und genieße den Ausblick (siehe erstes Bild in diesem Beitrag). Aber die Zeit drängt, ich hatte ja noch mehr vor.

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Wieder unten angekommen mache ich mich auf den Weg eine Ecke weiter nach Blankenstein. Theoretisch könnte man mit dem Auto bis auf den Burghof der Burg Blankenstein fahren, aber als der Weg immer enger wird und eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit sich ankündigt, wende ich und stelle den Wagen doch liebe ein paar hundert Meter weiter weg ab. Ich hatte mit einem kleinen Anstieg gerechnet, wie man das bei einer Burg so erwartet, aber kaum gucke ich um die Ecke, stehe ich überraschend schon kurz vor dem Eingang. Auf dem Burghof geschäftiges Treiben für zukünftige Grillfeste. Hier wird geklopft, da wird geschraubt. Der Burgturm ist offen und kostet keinen Eintritt. Also schon wieder Klettern 😀 . Nach Erklimmen der ersten Treppe wird der Weg langsam enger, ich komme ins keuchen, kämpfe mich aber tapfer nach oben. Schließlich erreiche ich eine Türe und stehe oben auf dem Turm.

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Ein Fliegenschwarm schwirrt um mich herum, im ersten Moment sehe ich einen gefliesten Fußboden mit dem Charm einer Toilette der 70’er und erst drei weitere Stufen höher eröffnet sich mir der Blick auf das Ruhrtal. Hier wäre ich jetzt gerne mit einem Kaltgetränk ausgrüstet stehen geblieben. Gab et aber nicht. Gut, dann eben nicht, mache ich eben geschätzte 67 Fotos und ein paar Selfies. Hatte ich erwähnt, daß ich jetzt eine 32 GB SD Karte in der Kamera habe? Ich kann zukünftig 7.500 Bilder bei einem Ausflug machen 😉 , dieses Mal habe ich mich mit 235 (Rohmasse vor Aussortierung) begnügt und nach all den Treppenstufen gab’s auf dem Rückweg zum Auto noch ein leckeres Eis. Die Eisdiele ist gleich unten am Marktplatz, kaum zu verfehlen, bei schönem Wetter immer den Menschen nach. Und die Bilder? Ich sach nix 😉 … Flickr / Google+.

Perspektivwechsel – Gipfelstürmertag

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Daß ich auf verschiedenen Halden im Ruhrgebiet hoch hinaus klettere wißt ihr, aber wie wäre es, wenn es mal vor der Haustüre hoch hinaus ginge? Dann lese ich in der Zeitung vom Krefelder Gipfelstürmertag. Was’n das? Krefelder genauso wie Gäste sollten sich Krefeld mal aus ungewöhnlichen Perspektiven ansehen. An Stellen, an denen sonst die Türen verschlossen sind, mal ganz ebenerdig, mal ganz von oben. „Gipfelstürmertag – Krefeld von oben“ z.B. von einem Kirchturm oder aus dem 20. Stock eines Hochhauses.

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Nachdem dann das Wetter auch noch gutes verhieß, bin ich pünktlich nach dem Frühstück los. Das erste Ziel (gleich bei mir um die Ecke) war das Hochhaus am Bleichpfad (wegen seiner Bauweise auch gerne Mississippidampfer genannt). Vor der Türe hatte sich bereits eine Gruppe von ca. 40 Personen versammelt und nach kurzer Wartezeit ging’s per Aufzug nach oben. Wir durften in eine leere Wohnung im 20. Stock. Schon das erste Highlight, denn die Aussicht war Klasse. Einmal ging der Blick durchs Fenster in Richtung Osten (huhu da unten wohne ich, aber ich bin gar nicht zu Hause 😉 ), dann auf den Balkon und frei Sicht in Richtung Westen. Wie ich las, waren binnen 4 Stunden insgesamt 400 Personen zu Gast im Hochhaus.

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Ich hatte viel mehr Wartezeit eingeplant, war aber gar nicht notwendig, also auf zum nächsten Ziel, die Friedenskirche am Luisenplatz. Insgesamt wären drei Kirchen in Frage gekommen, aber das war die nächste für mich. Und es sollte sich lohnen, wenn man keine Höhenangst hat. Im unteren Teil geht es eine gemauerte Wendeltreppe hoch (Drehwurmgefahr), aber noch nicht schwierig. Man erhascht einen Blick auf Kirchenfenster und auf das Uhrwerk der Kirche. Vom ersten Zwischenboden geht es dann über eine offene Treppe weiter (huaaa bloß nicht runtergucken), vorbei an den Glocken (zum Greifen nahe) wird es noch ein bisschen enger und irgendwann leuchtet einem der Himmel entgegen. Die Kirchturmspitze der Friedenskirche wurde übrigens 1943 zerstört und danach nicht wieder neu errichtet.

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Gerade will ich die letzten Stufen nehmen, als die Glocke unter mir zur viertel Stunde schlägt. Doooong …. und ich krich fast ’n Herzkasper 😮 . Dafür werde ich mit einem grandiosen Rundumblick belohnt. Das Wetter ist klar und der Blick geht von Neurath (Kohlekraftwerke) über Neuss nach Düsseldorf, der Krefelder Stadtwald, der Hülser Berg und die Industriekulisse am Rhein bei Duisburg ist zu erkennen. Bisher zu Fuß unterwegs, ging es nach dem Abstieg von der Friedenskirche zunächst zurück nach Hause, um dann mit dem Auto weiter zu reisen.

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Das Garden Hotel lud als nächstes mit der Hotelterrasse in der 10. Etage und Blick auf das Stadion und den samstäglichen Trödelmarkt. Leider zeigte der Balkon nur an zwei Seiten Ausblick, eine dritte Seite konnte man durch Fenster betrachten. Immerhin habe ich so auch mal das Hotel kennengelernt. Weiter ging’s in den Krefelder Hafen. Hier geht’s allerdings nicht hoch hinaus, sondern es gab Aussicht auf den Rhein und die Rheinbrücke zw. Krefeld und Duisburg, über die ich schon ganz oft gefahren bin. Ein paar Wölkchen am blauen Himmel sorgten zum Tagesabschluß für schöne Fotos am Rhein.

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Alles in allem ein außergewöhnlicher Tag, der seine Highlights eindeutig am Vormittag mit Hochhaus und Kirche hatte. Den Burgturm der Burg Linn, der auch auf dem Plan der möglichen Ziele gestanden hätte, habe ich übrigens im letzten Jahr im Rahmen eines Museumstages besucht. Jetzt lade ich noch ein paar Bilder ins Krefelder Album hoch, die ihr dann wieder bei Flickr oder Google+ sehen könnt.

Frühling

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Nach kurzem Hatschiiii folgt das Jabba-dabba-duuuu, wir haben wieder Frühling 😀 . Endlich möchte man sagen und trotz meiner Allergie, die sich dieses Jahr erfreulich wenig bemerkbar macht, freue ich mich über die neu erblühte Natur. Der Winter ist auch eine schöne Jahreszeit und ein paar Fotos im Schnee sind auch nicht zu verachten, allerdings gab es dieses Jahr äußerst wenig davon, da der wenige Schnee sehr plötzlich kam und tags darauf schon wieder fast verschwunden war. Dunkle Abende und grauer Himmel, im Dezember noch akzeptabel, schlagen mir spätestens im Januar/Februar gehörig auf’s Gemüt. Sobald es nur noch selten Nachtfrost gibt, kommen daher die ersten bunten Frühlingsboten auf den Balkon und wenn dann unser Botanischer Garten seine Pforten wieder länger öffnet, gucke ich die Pflanzen sprichwörtlich aus dem Boden.

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Als erstes blühen im Botanischen Garten die Kirschbäume, dann kommen die Magnolien, meist noch bevor anderswo die Blätter zu sehen sind und ab Mitte April leuchten einem dann die Tulpen entgegen. Obwohl es immer wieder ähnliche Fotos gibt, schließlich ist die Tulpe unter Umständen sogar aus derselben Zwiebel wie im Vorjahr erwachsen, zieht es mich jedes Jahr aufs Neue in die Hocke und ans Blumenbeet. Ob ich den sprichwörtlich grünen Daumen habe? Öhm … laßt mich kurz überlegen … nein, kann man nicht sagen. Im Gegenteil ich freue mich immer, wenn die Balkonpflanzen bei mir halbwegs den Sommer überleben. Aber vielleicht ist das der Grund, daß ich Botanische Gärten und Parks so gerne besuche, denn da schuften andere, um mir zu zeigen, was alles so wachsen und gedeihen kann. Euch Gärtnern unbekannterweise ein herzliches Dankeschön dafür.

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Zumindest habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, meine Pflanzen mal weniger im Super- oder Baumarkt sondern im Pflanzenmarkt oder besser gleich in der Gärtnerei zu kaufen. Nur wenige Meter hinter dem Ortsausgangsschild findet man hier die ersten Gärtnereien und die Preise scheinen sich auch im Rahmen zu halten. Neben den Botanischen Gärten in Krefeld und Duisburg (über Duisburg schrieb ich vor ein paar Tagen) habe ich mir vorgenommen dieses Jahr endlich auch mal wieder den Botanischen Garten in Bochum zu besuchen. Das letzte Mal war ich vor … raschel … ah hier … 2013 dort. Und es wird wieder ein Sonntag oder zumindest ein Wochenende sein, weil die Parkplatzsituation dann wesentlich entspannter ist. Manchmal lernt man sogar noch etwas, so weiß ich z.B. nur durch den Besuch im Park, daß es einen Taschentuchbaum gibt, der letztens sogar Teil einer Quizsendung im Fernsehen war 😀 .

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Ach übrigens, von Freitag den 1. bis Sonntag, den 3. Mai (jeweils 10.00 bis 19.00 Uhr) findet im Botanischen Garten Krefeld wieder die (Verkaufs-)Ausstellung „Art of Eden“ – Kunst und Design im Botanischen Garten statt. Die diesjährige Art Of Eden bietet 30 bis 40 Künstlern und Künstlerinnen aus Deutschland und dem europäischen Umfeld eine Plattform. Während der Botanische Garten Krefeld ansonsten keinen Eintritt kostet, kostet er an dem Wochenende 6,- €, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren sind frei. Bisher habe ich keine Notwendigkeit gesehen, diese Ausstellung zu besuchen, da mein Balkon i.d.R. keine Kunstwerke benötigt, aber vielleicht lasse ich mich dieses Jahr doch mal überreden und sei es nur, um ein paar Bilder der Kunstwerke zu machen.

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Leider sind die Kirschblüten unterdessen schon wieder verblüht und auch die Magnolien waren Mitte letzter Woche in voller Blüte, so daß sie in ein paar Tagen bereits ihre Blütenblätter wieder abgeworfen haben dürften. Da macht es doppelt Spaß die Bilder zu begutachten und wenn euch die Bilder hier nicht ausreichen, geht’s wie immer bei Flickr oder Google+ weiter.

Alle Affen fliegen hoch …

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Ihr erinnert euch vielleicht, daß ich vor ein paar Wochen erzählte, daß Ende März der Schmetterlingsschungel im Krefelder Zoo wieder öffnet und daher war ich Anfang April mal wieder dort. Gleichzeitig habe ich mal wieder das Regenwaldhaus besucht, denn in dem war ich auch schon ewig nicht mehr. Im Winter ist es auch etwas unangenehm, denn draußen läuft man bei 5 Grad und dicker Jacke herum und im dem Haus schlagen einem 25 Grad oder mehr entgegen. Das bedeutet Hitzeschock für Mensch und Kamera.

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Aber jetzt wo der Frühling wieder Einzug hält kann man es wieder wagen und dank der Jahreskarte habe ich dieses Mal, neben den Pinguinen, an denen ich einfach nicht vorbei kann, auch kaum etwas anderes gemacht. Das Schmetterlingshaus ist jetzt nicht so groß, d.h. man muß sich schon mal abseits hinstellen, um nicht im Weg zu stehen oder sich in einer Ecke hinsetzen und einfach beobachten. Der eine oder andere Schmetterling setzt sich dann auch schon mal auf die eigene Jacke, wenn das Muster stimmt.

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Im Regenwaldhaus (gleiches Gebäude, die Türe nebenan) laufen ein Teil der Tiere (z.B. die Krokodile 😉 … nein die natürlich nicht), frei herum. Ihr kennt doch dieses Kinderspiel, in dem man mit zwei Fingern auf dem Tisch trommelt und sowas wie „Alle Affen fliegen hoch“ ruft. Wie, ihr meint Affen können nicht fliegen? Die Weißgesicht-Sakis, wenn ich richtig gelesen habe, die einem zutraulich auf dem Arm hüpfen fliegen ein anderes Mal mit einem dünnen Ast in der Hand auch schon mal lianenartig über einen hinweg.

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Besonders süß war z.B. ein weibliches Tier, daß seinen Jüngsten auf dem Rücken mit sich herumtrug und sich einem Bollerwagen näherte, weil dort vielleicht ein paar Leckerlis zu finden sein könnten. Dem menschliche Nachwuchs im Bollerwagen (geschätzt 4 Jahre alt) war das garnicht geheuer 😀 . Auch hier habe ich locker eine 1/2 – 3/4 Stunde gestanden, beobachtet und von verschiedenen Positionen aus fotografiert. Ein Zoobesuch braucht eben Zeit 😉 . Ein paar der Schnappschüsse gibt’s wieder bei Flickr oder Google+.

Kulturkanal Foto Caching

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Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 wird der Rhein-Herne-Kanal auch gerne als Kulturkanal bezeichnet und dieses Jahr gibt es ein kleines Gewinnspiel im Zusammenhang mit dem Kulturkanal. Leider habe ich auch erst vor ca. 1 Woche davon gelesen, daher muß ich diesen Beitrag mal kurz dazwischen schieben. Am nächsten Wochenende noch nichts vor und vielleicht noch Kinder, die man jetzt wo das Wetter besser wird, bespaßen möchte? Dann nichts wie los. Die Aktion heißt „Foto Caching“ und läuft noch bis zum 17. Mai 2015. Und was ist das jetzt? Von GeoCaching habt ihr vielleicht schon mal gehört, man sucht versteckte Kisten, Dosen etc., verewigt sich im beiliegenden Logbuch und tauscht evt. noch Gegenstände in der Dose gegen eigene aus. Nebenbei lernt man noch die Landschaft drumherum kennen.

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So ähnlich läuft das jetzt beim Foto Caching auch. Man bringt eine kleine Figur (Lego, Playmobil, Schlumpf, Ü-Ei was auch immer) mit, tauscht diese gegen die Figur in der Dose und macht mit der neu gefundenen Figur noch ein (oder mehrere) Foto(s). Das lädt man später auf die Internetseite des Kulturkanal Blogs und schon ist man im Lostopf für eine Reihe Ruhrgebietspreise. Ach ja, nicht vergessen die Figur mit einem Kulturkanalaufkleber zu versehen, als Zeichen, daß ihr die versteckte Dose überhaupt gefunden habt. Ach und noch was, wenn ihr den Foto-Cach in der Nähe des Schifffahrtsmuseums findet (N51 27.47123 E6 43.8174) gebt mir mal Bescheid, ich hab nichts gefunden (außer eine leere grüne Butterbrotdose, aber die war’s wohl nicht).

Wat iss? Nix verstanden? Dann guckt nochmal hier, da ist die Aktion genau erklärt. Was jetzt noch fehlt sind die Verstecke, die sind hier genauer beschrieben. Ihr müßt nicht alle Caches heben, es reicht aus 1, 2 oder 3 zu suchen, ganz nach Lust und Laune, nach Wetter und Geduld des Anhangs. Und wenn ihr euch ein bisschen vorbereitet z.B. mit Google Maps reicht auch ein Handy in das ihr z.B. so etwas eingeben könnt N51 27.47123 E6 43.8174 (diese Angaben findet ihr auf der o.g. Kulturkanal Webseite). Schreibt mal, ob ihr was gefunden habt, würde mich interessieren. Und obwohl es mir nicht hauptsächlich ums Gewinnspiel geht, wenn ihr eines der drei o.g. Fotos auf blog.kulturkanal.ruhr findet, verteilt doch mal ein paar Sternchen (1/2/3) 😉 .

P.S.: Für echte Geocacher könnte es u.U. etwas langweilig werden, denn die Dosen sind familienfreundlich versteckt. Laßt doch mal die „Kleinen“ ran.

Ein Tag am Niederrhein

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Manchmal kommt man ja so von Hölzken auf Stöcksken, soll heißen man sucht im Internet nach A, findet aber nur B. B ist aber auch ganz interessant und so stolpert man über C. So ähnlich ging es mir vor einiger Zeit, als ich etwas über die neue Rheinbrücke bei Wesel las und schon gar nicht mehr wußte, welches Hölzken mich auf dieses Stöcksken gebracht hat. Während ich so google und binge 🙂 , sah ich dann Bilder, welche die Überreste der historischen Eisenbahnbrücke bei Wesel zeigt. Die Brücke wurde in den Jahren 1872 bis 1874 von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gebaut und im zweiten Weltkrieg zerstört. Xanten, ja da war ich schon häufiger, aber Wesel, da war ich noch nie, dabei liegt es rechtsrheinisch mit Xanten ungefähr auf gleicher Höhe.

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Als ich dann beim Durchblättern der RuhrTopCard Broschüre etwas über das zu Xanten gehörende Naturforum Bislicher Insel las, war A, B und C komplett. Also bin ich los, um die neue Rheinbrücke zu bestaunen, an den Ruinen der alten Eisenbahnbrücke entlang zu laufen und mir danach die Bislicher Insel zu Gemüte zu führen. Von der Weseler Straße führte mich der Weg auf die Zufahrt, die zur alten (Auto-)Brücke führte. Vor mir der Teer, rechts und links Bäume alles ganz normal aber doch irgendwie anders. Nach ca. 600 – 700 Metern endet die Straße vor einem Zaun, hier geht’s nur noch mit dem Fahrrad oder per Pedes weiter. Bis zu der alten Eisenbahnbrücke ist es gut einen Kilometer. Die Brücke (oder das was davon übrig ist) ist vor 70 Jahren im zweiten Weltkrieg zerstört worden und dümpelt seit dem so vor sich hin. Betreten darf man sie nicht. In der Mitte, da wo ein Bogen ganz zerfallen ist kann man aber *hüstel* ein bisschen klettern (von mir habt ihr das aber nicht). Links davon sieht man übrigens den 320 Meter hohen Sendemast Wesel-Büderich. Zurück am Auto geht es weiter zur Bislicher Insel.

Diese ist eigentlich eine Auenlandschaft und weniger eine Insel, liegt umschlungen von einem Altrheinarm, der im 18. Jahrhundert durch eine Begradigung des Rheins entstanden ist. Bei Sonnenschein kann man entlang der Bislicher Insel meilenweit laufen oder Fahrradfahren. Na ja, kann man … ohne Fahrrad fühlte ich mich jedoch ziemlich verlassen. Der Eyländer Weg, auf den mich mein Navi mit dem Auto schickte, ist mehr sowas wie ein überbreiter Radweg und leider ziemlich weit weg vom Rhein. Zum Glück wußte ich, daß die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist, sonst hätte ich Angst bekommen, gleich irgendwo runter zu fallen. Das Navi war weiter der Meinung ich müßte noch 2 km fahren. Irgendwann kam ich dann auch tatsächlich am Naturforum an. Das Haus (Eintritt 3,- €) zeigt auf zwei Etagen an verschiedenen Informationsstationen alles über das Thema Auenlandschaft und Bislicher Insel. Man lernt, welche Tiere hier zu finden sind und was z.B. ein Auenwald ist. Hinter dem Haus befindet sich ein großer Garten mit Apfelbäumen (z.Zt. natürlich ohne Früchte) und ein kleines Biotop. Wenn ich ehrlich bin, alles recht überschaubar.

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Der Besuch des Naturforums war für mich in der RuhrTopCard enthalten und im angeschlossenen Auencafé (Achtung Öffnungszeiten in der Nebensaison nur Sa. – So. von 11.00 – 18.00 Uhr, in der Hauptsaison Di. – So. von 11.00 – 18.00 Uhr, montags Ruhetag) wollte ich noch ein Stück Kuchen und einen Kaffee genießen, mußte aber feststellen, das die Hauptsaison erst im Mai startet 😦 . Also habe ich meine Reise entlang des Eyländer Wegs bis zur Personenfähre über den Rhein fortgesetzt und am dortigen Cafe und Restaurant ein Stück Kuchen gegessen. Bei dem tollen Wetter war es rappelvoll, die Fähre setzte Fußgänger und Radfahrer (keine Autos) über den Rhein und das Cafe schien mir neben Fahrradfahrern ein Geheimtreff für Motorradfahrer(innen). Ob ich Vögel gesehen habe? Ja zwei Störche, die gleich gegenüber des Naturforums nisteten. Weitere Vögel muß es wohl gegeben haben, denn an einer Stelle standen ein paar Beobachter mit Objektiven die vermutlich bis nach Wesel reichten ;-). Ich habe keine (Vögel) gesehen.

Bilder im „Rhein und Ruhr“ Album bei Flickr und Google+.