Rheinkilometer 780

Homberg (Rheinkilometer 780)

Ich sollte Wetterbeobachter werden, denn als gestern Morgen die Sonne durch die Wolken guckte, tat sie das genau so lange, bis ich vor die Tür trat (also jetzt nicht wörtlich 😉 ). Wenn ich draußen bin geht die Sonne rein, so einfach ist das. Und weil sich daraus keine Geschichte ergibt, gibt’s heute nur die Bilder … „Gestern bei Rheinkilometer 780“ (Duisburg Homberg gegenüber Rheinorange).

Was ist eigentlich Heimat?

IMG_1404 Vorwort
Diesen Blogbeitrag habe ich vor ein paar Wochen begonnen, ursprünglich mit ganz anderen Gedanken im Kopf. Da die aktuellen Ereignisse das Thema aber mittlerweile elegant überholt haben, habe ich heute mal versucht meine Gedanken neu zu ordnen, und das ist dabei herausgekommen.

Was ist eigentlich Heimat
Mir geht seit längerem ein Gedanke durch den Kopf. Vielleicht nicht so konkret und vielleicht hätte ich es auch nicht so beim Namen genannt, aber als ich vor kurzem von einer geplanten ARD Themenwoche zum Thema „Heimat“ hörte, war mir die eine Frage klar. Was ist eigentlich Heimat und wo ist meine Heimat?

– Ist Heimat da, wo ich geboren wurde?
– Ist Heimat der Ort, an dem ich jetzt lebe?
– Ist Heimat der Sonntagsausflug ins Grüne?
– Heimat entsteht, so schrieb der Spiegel mal, wenn man die Fähigkeit hat, sich wohl zu fühlen dort, wo man ist. Wer das nicht kann, ist nie daheim.
– Heimat kann man sich machen, denn Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl.

IMG_1449 Heimat ist also, so der erste Gedanke in meinem kleinen Köpfchen, der Bereich in dem ich lebe, tagtäglich aus der Haustüre gehe, die Straße in der ich wohne. Manch einer von euch ist in seinem Leben mehrfach umgezogen, manchmal sogar mehrere 100 km vom alten Wirkungskreis entfernt, mein Wohn- und mein Geburtsort liegen nur ca. 40 km voneinander entfernt. Vielleicht ist das der Grund, daß ich mich immer wieder in meiner „alten Heimat“ aufhalte und Eindrücke in Form von Fotos sammle. So richtig heimisch fühle ich mich dort aber nicht mehr. 25 Jahre ist es jetzt her, daß ich an den Niederrhein gezogen bin. 25 Jahre, das ist mein halbes Leben. Und an meinem neuen Wohnort? Da habe ich ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und na ja ihr ißt schon, aber bis auf die beiden Kinder ist davon nichts geblieben. Das Heimatgefühl, das ich hier mal hatte, ist in den Hintergrund gedrängt worden.

25 Jahre sind mein halbes Leben
IMG_7932 25 Jahre ist es dieses Jahr auch her, daß die deutsche Einheit vollzogen wurde, eine Einheit, ich schrieb das vor ein paar Wochen in Zusammenhang mit meinem Berlinbesuch, die viele von euch, sofern ihr um die 30 seid, nie anders kennen gelernt haben. Dennoch haben viele damals ihre Heimat verloren, weil sie einfach aufgelöst wurde. Einfach weg, von heute auf morgen. Natürlich, die sogenannten „fünf neuen Bundesländer“ sind ja noch da, man kann sie besuchen, manch einer ist nach seiner Flucht in den späten 80’ern auch wieder zurückgezogen, andere haben das kategorisch abgelehnt. Vor dem Hintergrund ist ein Wohnungswechsel um 40 km nach Westen ja pippelapup.

Heimatvertriebene
IMG_1461 Aus geschichtlicher Sicht könnte ich jetzt etwas über „Heimatvertriebene“ schreiben, aber ihr könnt euch die Erklärung bei Wikipedia selbst durchlesen, denn das ist 70 Jahre und länger her und betrifft eure Eltern und Großeltern. Soweit die Geschichte, wie sie bis vor ein paar Wochen in den Geschichtsbüchern stand. Wenn mir jemand was von Völkerwanderung erzählt hätte, dann hätte ich mich allenfalls an den Geschichtsunterricht erinnert. Doch (für manche gar nicht so) plötzlich ist das Thema Heimat wieder aktueller denn je.

Flüchtlinge (Welcome refugees)
Keiner kann sagen, ob wir mit der Aufnahme der Flüchtlinge z.Zt. alles richtig machen, denn was daraus wird, wissen wir vielleicht erst in 10 Jahren, aber wenn ich im Fernsehen nur ein oder zwei glückliche Kinder lächeln sehe bekomme ich schon wieder Tränchen in den Augen. Ein Gefühl das man vielleicht nur in sich aufsteigen fühlt, wenn man selber Kinder hat. Ein Imagegewinn für Deutschland ist es auf jeden Fall. Und ich dachte bis vor kurzem Heimat ist die Straße in der ich wohne und das Gefühl das ich habe, wenn ich zu Hause in meiner warmen, muckeligen Bude hocke. Nicht abschalten, ich biege jetzt auf die Zielgerade, warum erzähle ich euch das eigentlich?

ARD Themenwoche
IMG_1450 Die ARD widmet sich Anfang Oktober, genauer vom 04.-10. Oktober 2015, in einer Themenwoche dem Thema – Heimat. Im Radio, Fernsehen und Internet seid ihr gefordert euch an der Themenwoche zu beteiligen und während vergangene Themenwochen schon mal schwere Kost beinhalteten, sollte „Heimat“ ein Thema sein, zu dem wir alle etwas sagen können. Zum Beispiel, daß wir das hier lesen und teilen. Ist eine virtuelle Welt wie das Internet eigentlich auch virtuelle Heimat? Ist das Internet ein Mittel, um mit der reellen Heimat in Verbindung zu bleiben oder ist das Internet selbst Heimat?

Den Auftakt zur Themenwoche im Fernsehen macht am 04.10.2015 um 06.00 Uhr eine 12 stündige Echtzeitdoku mit dem Titel „Dein Tag“. Sie zeigt, was Leben in Deutschland heute wirklich bedeutet. Vor genau einem Jahr wurden 99 Menschen (und ein Walross 🙂 ) genau 12 Stunden lang in ihrem Leben in ihrer Heimat begleitet.

Dein Tag
IMG_1438 Unter dem Hashtag #DeinTag könnt ihr an dem Tag über die sozialen Netzwerke eigene Eindrücke zu „Deutschland. Dein Tag“ veröffentlichen. Mehr zum Thema erfahrt ihr unter Themenwoche.ARD.de. Schulklassen finden unter Heimat aus Kindersicht weitere Informationen für den Unterricht (z.B. die MitmachAktion „Heimat schenken“). Im Hörfunk wird in den sogenannten „jungen ARD – Radiowellen“ zusammen mit dem Berliner Musiker Sido der „Heimat“-Rap (Titel „Die Wiese vor dem Reichstag“) produziert und für jede der neun jungen Wellen gibt es eine eigene letzte Strophe. Last but not least gibt es auch einen offiziellen Song zur ARD-Themenwoche mit dem Titel „Unser Land“ von Herbert Grönemeyer. Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Gefühl. Also laßt euren guten Gefühlen freien Lauf (gerade in Anbetracht der Ereignisse der letzten Tage) :-).

ARD Pressemitteilung
SWR Pressemitteilung

Das deutsche Gesundheitssystem

grummel Ist jemand von euch privat versichert? Es gibt Jobs, da ist das normal, es gibt auch Gehaltsklassen, da kann man wählen. Und der Rest? Der ist Kassenpatient (wie ich auch). Bisher war ich Gott sei Dank nie ernsthaft krank. Klar war ich schon mal im Krankenhaus, klar hatte ich schon mal ein Ziehen hier und ein Drücken da, bisher wurde aber alles von der Krankenkasse übernommen (Zahnzusatzleistungen mal außen vor).

Wie sagt schon Dr. Ludger Stratmann so schön „Heute komm ich mal mit mein Bein!“ :-). Ja wie auch sonst, hätte man ein „appes Bein“, wäre die Diagnose ja einfach. Aber so Rumpeln im Bauch, taubes Gefühl im Ohr, da wird’s schon schwieriger. Vielleicht nur ein Simulant auf der Suche nach dem „gelben Schein“? Nein keinesfalls. Es war heute kurz vor 6.00 Uhr, der Wecker klingelt und ich bemerke schon beim Aufstehen, daß mein linkes Ohr mal wieder taub ist. Also im Büro krank gemeldet und auf zum HNO Arzt.

news Der macht mit mir den obligatorischen Hörtest und stellt seine Diagnose. Bis hierher fast wie immer. Dann aber verschreibt er mir zwei Medikamente statt auf einem rosa Rezept auf einem grünen (Privatrezept). Daß es sich im ein Privatrezept handelt, stellte sich erst in der Apotheke raus, denn dort mußte ich dieses dann auch voll bezahlen.

Eine Nachfrage bei der Krankenkasse ergibt, daß die Medikamente durchaus als Kassenrezept abgerechnet werden könnten, der Arzt aber entscheidet ob er ein Kassen- oder ein Privatrezept verordnen will. Obwohl es der Heilung dienen soll und ich mir die Krankheit ja nicht ausgesucht habe, möchte der Arzt mit den Medikamenten anscheinend nicht sein zur Verfügung gestelltes Budget belasten. Selbst der Hausarzt würde, das habe ich telefonisch erfragt, eines der beiden Medikamente nicht auf Kassenrezept verschreiben. Ich klage sicherlich auf hohem Niveau, denn es ging hier nur um 16,- € (bzw. 12,- € für das zweite Medikament). Trotz Versicherungsschutz bleibe ich so, abzüglich der sonst üblichen Zuzahlung von 2 x 5,- €, auf 18,- € sitzen. Herzlichen Glückwunsch deutsches Gesundheitssystem.

P.S.: Die Radiologie darf ich dieses Jahr auch noch besuchen. Na? Wann ist der nächste Termin für den Kassenpatienten? Eine Woche vor Weihnachten!

Oldtimertreffen

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Na ist euch heiß 😉 ? Vor 14 Tagen war’s im Büro noch kalt, jetzt haben wir Sommer. Von 16 auf 36 Grad innerhalb von 10 Tagen ist schon heftig und im Büro (keine Klimaanlage) könnte es jetzt auch gerne etwas kühler sein, aber ich mag den Sommer. Gestern gab’s für jeden eine persönliche Glasflasche für den dienstlichen Wassersprudler in der Kaffeeküche, so daß das Trinkwasser nicht knapp werden dürfte. Erzählen wollte ich euch aber eigentlich noch etwas anderes.

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Ist euch aufgefallen, daß ich dieses Jahr an der Stelle noch kaum etwas über Oldtimertreffen erzählt habe? Das von mir so häufig besuchte Treffen an der Kokerei Zollverein in Essen findet dieses Jahr leider nicht statt. Grund sind Bauarbeiten auf dem Gelände der Kokerei und eine Ersatzlocation war kurzfristig nicht verfügbar. Gerade letzte Woche haben die Veranstalter aber bekanntgegeben, daß man zumindest für den Saisonabschluß am 04. Oktober 2015 nochmal einen passenden Ort gefunden hat. Treffen wird dann an der Zeche Ewald in Herten sein. Vielleicht sieht man sich ja dort.

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Für mich gibt’s hier in Krefeld noch das Treffen im Stadtwald (an der Pferderennbahn), daß aber immer erst im Mai zum ersten Mal stattfindet und neu entdeckt habe ich ein Treffen, daß ich bisher unter dem Namen Mo’s Bikertreff kannte. An den Viehauktionshallen (Kleinewefersstr. 160) findet an jedem 4. Sonntag im Monat ein offenes Treffen von Oldtimern, Youngtimern, Bikes und US-Cars statt. Eine bunte etwas andere Mischung. Diesen Sonntag war ich zum ersten Mal dort und mußte mich erstmal etwas umgucken. Der vordere Parkplatz war als ich kam noch leer, denn das eigentliche Treffen ist weiter hinten auf dem Gelände zu finden (an den Bikern vorbei). Erst als ich ging, standen auch auf dem vorderen Parkplatz ein paar (ausgefallene) Fahrzeuge.

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Wenn ihr zu letzterem Treffen kommt, parkt auf dem Gelände links (Besucherparkplatz) oder auf den reichlich vorhandenen Parkplätzen entlang der Kleinewefersstraße. Gleich nebenan befindet sich der Königspalast (Veranstaltungshalle und Eishockeystadion), vielleicht seid ihr da ja schon mal da gewesen. Eine Auswahl der zwischen Mai und Juli gesammelten Bilder findet ihr bei Flickr und Google Fotos und für den 4. Oktober hoffe ich mal auf gutes Wetter, denn die Zeche Ewald ist mal wieder eine ganz neue Foto Location (für mich und die Oldtimer). Das nächste Treffen in Krefelder Stadtwald ist übrigens am 19. Juli (nicht, daß ich nichts gesagt hätte 😉 ).

Dem deutschen Volke (Reisetipp Berlin)

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Nur ein kurzer Hinweis (weil der neue Blogbeitrag noch auf sich warten läßt 🙂 ). Im letzten Jahr habe ich euch, für den Fall daß ihr im Sommer in Berlin seid, hier eine Multimediaprojektion mit dem Titel „Dem deutschen Volke“ empfohlen. An der Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses läuft die halbstündige OpenAir Show und erklärt euch 130 Jahre parlamentarische Demokratie. Die Show ist meiner Meinung nach ein echter Hingucker, Geschichte erleben in 30 Minuten. Da die Show auch 2015 wieder stattfindet, schaut sie euch an, wenn ihr bis zum 3. Oktober 2015 in Berlin seid. Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Deutschen Bundestages bzw. hier (als PDF Flyer). Der Eintritt ist natürlich frei.

Die Hexe und Wind in meinen Ohren

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Manchmal kletter ich auf ’ne Halde und freue mich, wenn mir der Wind in die Ohren pustet. Ich stehe dann einfach nur da, gucke in die Ferne und erfreue mich an den Wolkenformationen. Und warum mache ich das? Weil ich es kann? Nein, der Grund liegt schon länger zurück.

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Es war nämlich vor langer langer Zeit, da traf ich im tiefen düsteren Wald eine ziemlich häßliche Hexe. Es war ein verfluchter Wald und es kam wie es kommen mußte, die Hexe kam schnurstracks auf mich zu (auf wen auch sonst ich war ja der einzige da). Sie fragte „Findest du mich schön“?

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Ich war etwas verdattert und murmelte sowas wie „Häääh“? Sie aber, die sie wohl schon häufiger als häßlich bezeichnet wurde, verstand sowas wie „Näää“! Und weil Hexen dann üblicherweise irgendwelche Flüche ausstoßen, legte sie auch einen Fluch über mich. Der Fluch sollte mein Hörvermögen einschränken, nur merkte ich das zu Anfang nicht.

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Erst als damals alle in meinem Haushalt wach waren, bevor ich meinen Wecker endlich auch mal hörte, wurde der Fluch langsam Wirklichkeit. Auch mein Hexenfluchaustreiber Hans Norbert Ohnenamen (kurz HNO) wußte nicht wirklich weiter. Einige Jahre gingen so ins Land und mal ging’s den Ohren besser und mal wieder schlechter.

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Seit ein paar Tagen macht sich der Fluch wieder häufiger bemerkbar. Das sind dann die Tage, an denen ich gerne mal auf die Halde Norddeutschland in Neukirchen Vluyn kletter. Die Halde ist nur rd. 15 km von Krefeld entfernt und weil das Plateau relativ flach ist’s da oben fast immer windig.

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Was das jetzt mit der Hexe Schrumpeldei Tinitus zu tuen hat? Der Wind der an meinen Ohren vorbeiströmt ist lauter, als die Töne die nur ich höre und überdeckt das dumpfe Gefühl, das ich ansonsten empfinde. Dann könnte ich wieder mal stundenlang da stehen, die Wolkenformationen beobachten, während die Hexe irgendwo im nächsten Baum sitzt und sich ins Fäustchen lacht.

Halde Hoheward … der Weg ist das Ziel

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Von der größten Haldenlandschaft und für meine Begriffe der schönsten Halde des Ruhrgebiets, der Halde Hoheward, habe ich an dieser Stelle schon häufiger berichtet. Was also gäbe es neues zu erzählen? Zwei Dinge, erstens, daß ich dieses Mal nicht von der Drachenbrücke sondern von der Zeche Ewald aus hinaufgestiegen bin, und zweitens daß dieses Mal nicht ausschließlich die Halde selbst sondern der Weg das Ziel war. Aber von Anfang. Da gucke ich letztens die WDR Lokalzeit und der Reporter steht vor Schloß „Schießmichtot“ … aber als ich die Bilder sehe, kommt sofort der Wunsch den Namen dieses Schlosses zu erfahren. Ich laufe hektisch auf und ab und dann fällt das Stichwort „Schloß Wittringen“. Wo liegt denn das? Gladbeck? Klingt interessant, gleich mal vorgemerkt für die nächste Tour zur Halde Hoheward.

Ein paar Tage später eine ähnliche Begebenheit mit dem Alten Dorf Westerholt und als ich die drei Punkte Schloß Wittringen, Westerholt und Zeche Ewald mit dem Edding auf meinem Bildschirm verbinde, stelle ich fest, daß der nicht wieder abgeht … ach ne, daß das ein schönes Ausflugsdreieck ergibt. Früher, also so vor mehr als 25 Jahren war die Verbindung der B224 und der A52 ein Geheimtipp, wenn man auf die A43 Richtung Norden wollte. Ich erinnere mich an Sonntagabende auf dem Weg zum Bundeswehrstandort in Oldenburg, als auf dem Teilstück nach 22.00 Uhr keine 10 Autos fuhren. Heute erlebt man allenfalls an Feiertagen wie dem 1. Mai oder Karfreitag, daß man selbst auf der A40 (Ruhrstauweg Nr. 1) um die 100 km/h fahren kann ohne im Stau zu stehen, aber das ist wieder ein anderes Thema.

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Nun fuhr ich also schon x-mal über die B224 und hatte keine Ahnung, daß gleich nebenan das Wasserschloß Wittringen liegt. Ein wunderschönes Ziel, wenn man ein bisschen spazieren gehen und anschließend im Schloß einkehren möchte. Als erstes verlangt der Parkplatz nach Kopfrechnen, denn das Parken kostet 0,05 € pro 6 Min. Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht … ich entscheide mich für 60 Min. und werfe demnach genau 0,50 € in den Automaten. Während ich mir das Schloß von außen anschaue, zieht eine Hochzeitsgesellschaft ins Schloß ein.

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Auf dem kleinen Teich in der Nähe des Schloßes liegen Tretboote vor Anker, eine Ecke weiter an einem weiteren See gibt es einen großen Springbrunnen und einem Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Ich fotografiere schnell noch ein paar ausgefallene Türen, stelle mich kurz einer Gans vor und zack ist die bezahlte Stunde auch schon rum. Gerne wäre ich noch länger geblieben und hätte auch etwas gegessen, aber der geplante Tag war zu voll um zu verweilen.

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Mein nächstes Ziel, die Stadt Westerholt, genauer das Alte Dorf Westerholt, lt. Navigationsgerät und dem Ruhrgebiets Gesetz von 1975 ein Teil von Herten. Alles ganz schön kompliziert. So lotste mich das Navi auch zur gewählten Mühlenkampstraße, welche sich bei Ankunft als Sackgasse herausstellte. Kurz wähnte ich mich falsch, bis ich die Kirche und einen keinen Parkplatz vor mir sah. Der Ortskern von Westerholt hatte es mir angetan und so gab es in der Tat einige schöne, restaurierte Fachwerkhäuser die ebensoviele Fotos wert waren. Das Dorf hatte sich regelrecht fein gemacht, obwohl von seinen Bewohnern nur wenig zu sehen war. Und auch Westerholt hat ein Schloß, das aber gleichzeitig ein Hotel und auch ein Treffpunkt für Golfer ist. Demnach war der dazugehörige Parkplatz gut gefüllt.

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Viele Bewohner des Dorfes hatten sich die Mühe gemacht, Fensterbrett und Vorgärten mit bunten Frühlingsblühern zu schmücken, was fototechnisch ganz gut rüber kam. Das einzige was ich vermisst habe, war ein kleiner Bäcker oder ein Café, ich hätte gerne ein Stück Kuchen, einen Kaffee o.ä. zu mir genommen. Eigentlich schade :-(. Nach einer ersten Runde wurde beim zweiten Rundgang auch mal in die Lücken zw. den Häusern geguckt und manches Dekostück entdeckt, das einem sonst nicht aufgefallen wäre. Schließlich endete der Rundgang wo er begonnen hatte, am kleinen Parkplatz.

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Weiter ging es zur Zeche Ewald. Merker für’s nächste Mal, wenn das Navi sowas wie „In 300 Metern rechts abbiegen“ sagt, nicht direkt abbiegen :-). Egal ich bin trotzdem hingekommen. Dank der RuhrTopCard wollte ich mir im Besucherzentrum der Zeche Ewald die Ausstellung „NEUE HORIZONTE – Auf den Spuren der Zeit“ ansehen. Die Ausstellung wurde in der Lohn- und Lichthalle der Zeche Ewald installiert und ist m.E. besonders für Kinder und Jugendliche interessant, denn an Hand von Beispielen werden die vier Jahreszeiten, der Tag- und Nachtrythmus der Erde und u.a. die Funktionsweise der Sonnenuhr und des Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward erklärt.

Neue Horizonte

Dazu gibt es einen virtuellen Kohlebackautomaten in dem entweder Torf, Steinkohle oder noch mehr entsteht, wenn die richtige Mischung von Wasser, Pflanzen, Druck und Zeit gemischt wird. Ergänzt durch verschiedene weitere Experimente, an denen man drücken und drehen kann, ist die Ausstellung interaktiv nutzbar. Auf drei Ebenen geht es zu Fuß von Etage zu Etage oder, wenn man möchte, mit einem Miniaufzug nach oben. Ihr meint das war’s? Nein, nach so viel Theorie ging es zum Tagesabschluß auf die Halde selbst. Bisher bin ich i.d.R. von der Drachenbrücke losgestiefelt, was ein recht überschaubarer Weg war, dieses Mal habe ich, einmal an der Zeche Ewald, den Weg von dort eingeschlagen.

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Die Strecke zieht sich ganz schön, nach der langen Treppe und einem kleinen Schotterweg kommt man auf der Zufahrtsstraße aus und folgt dieser eine ganze Weile, bis das Horizontobservatorium langsam näher kommt. Die Halde ist, das kann man aus dieser Richtung ganz gut erkennen, immer noch in Gestaltung. Die dunkle Aufschüttung des Bergematerials wurde weiträumig mit einer Lehm- oder Sandschicht überdeckt, so daß der Teil der Halde momentan aussah wie ein riesiger Sandkasten. Kleine Gräben, z.T. bereits mit Steinen ausgekleidet, sollen zukünftig vermutlich das abfließende Regenwasser aufnehmen. Durchgeschwitzt und etwas aus der Puste nehme ich gleich noch den Weg zum Obelisken und parke meinen Hintern dort erst einmal auf der nächstgelegenen Bank.

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Hier könnte ich ja jetzt stundenlang sitzen bleiben, fotografieren und dabei Leute beobachten, wenn ich nicht zugesagt hätte, zu einer bestimmten Zeit wieder zu Hause zu sein und so mache ich mich nach kurzer Ruhrphase langsam auf den Rückweg. Wer so’ne lange Reise macht, der hat auch einiges zu zeigen. Klickt euch doch einfach mal rein bei Flickr oder Google+.

Duisburg von Hamborn nach Duissern

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Die Sonne stand schon tief, im Radio lief irgendwas von den Toten Hosen und ich war unterwegs auf der A59 von Dinslaken in Richtung Düsseldorf. Kurz vorm Autobahnkreuz Duisburg Nord sehe ich aus dem Augenwinkel einen alten Förderturm, der gar nicht weit entfernt steht. Aber für diesen Tag war ich zu müde und habe mir kurzer Hand vorgenommen, mir die Stelle für einen anderen Termin zu merken. Aber wie das halt so ist, oh ein Eichhörnchen … ach ne … oh eine Wolke und zack hatte ich selbige Stelle kurz darauf gleich wieder vergessen. Dann blättere ich letztens in dem Buch „Auf Zeche“ und lese von der Zeche Friedrich Thyssen in Duisburg.

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In dem Moment kam mir die Begegnung von ein paar Wochen wieder in den Sinn. Wieder einmal bemühte ich Google Maps und durfte feststellen, daß der Turm das letzte Überbleibsel der Zeche ist. Daneben stehen heute ein Hallenbad und ein großer Supermarkt. Da sich die Stelle nur unweit des Botanischen Gartens in Duisburg befindet und ich mir den runderneuerten Garten sowieso mal wieder angucken wollte, bot es sich an, beide Orte zu verbinden. Duisburg hat übrigens noch einen weiteren Botanischen Garten in Duissern, aber dazu gleich mehr.

Botanischer Garten Hamborn

Also habe ich am Karfreitag eine kleine Duisbuger Runde gedreht. Zuerst zu Friedrich Thyssen seinem letzten Überbleibsel 🙂 . Der Turm steht etwas verlassen und eingezäunt zwischen Hallenbadparkplatz und Wohnbebauung und erzählt von vergangenen Tagen, als tief unter ihm die Kohle abgebaut wurde. Seit 1976, im Schacht 6 bereits seit 1927, dreht sich hier allerdings nichts mehr. Also bin ich ein paar 100 Meter weiter, zum Botanischen Garten Nr. 1 in Hamborn, in Sichtweite von Ikea und dem Landschaftspark Duisburg Nord. Ein gemütlicher kleiner Park mit Heidelandschaft, Rhododendron, Orangerie und Kakteen- und Sukkulentenpflanzung auf der Empore in der Orangerie (habe ich allerdings nicht selbst in Augenschein genommen). Sogar ein kleines Aquarium ist in den hinteren Räumen der Orangerie zu finden. Wenn’s ein bisschen wärmer gewesen wäre hätte ich mich hingesetzt und die Sonne genossen.

Botanischer Garten Duissern

Der zweite Botanische Garten Duisburgs liegt etwas weiter südlich, im Ortsteil Duissern, am Kaiserberg, unweit des Duisburger Zoos. Auch er ist runderneuert. Alle Gewächse an der Straße wurden heruntergeschnitten und wenn man die Bilder mit Google Street View vergleicht überhaupt nicht wieder zu erkennen. Hier wachsen mehr die Pflanzen, die ich z.T. auch im Garten meiner Eltern wiederfinde. Eine wunderschöne Grünfläche, um mal eine Runde spazieren zu gehen. Im hinteren Bereich wartet ein Froschteich, die Holzskulptur eines gewissen Roger Löcherbach und gleich vorne zur Straße ein angrenzendes Café. Besonders sehenswert die Narzissenwiese, die gerade blühte. Alles relativ übersichtlich, verlaufen kann man sich nicht 😉 . Also nicht daß ihr jetzt denkt, ich wäre ein Botaniker, ohne Schilder an den Pflanzen bin ich häufig aufgeschmissen, aber ich finde so kleine Gärten und Parks einfach entspannend und immer einen Besuch wert.

Bergpark Lohberg (Dinslaken)

Da surfe ich letzte Woche durch die neuen Spielorte der Extraschicht 2015 und stolpere u.a. über den Bergpark Lohberg in Dinslaken. Öhm … Lohberg …? War das nicht die Zeche, auf der im letzten Jahr Abbrucharbeiten stattfanden und an der ich noch ein paar Fotos gemacht habe? Richtig, ein Blick in meine elektronische Bilderkiste brachte das hier zum Vorschein.

Zeche Lohberg 2014

Klar, das war der Ort, an dem u.a. ein Förderturm entfernt wurde. Und da findet ein Spielort der Extraschicht statt? Ein bisschen googeln brachte dann tatsächlich die Info, daß mittlerweile ein erster Teil des sogenannten Bergparks für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Gut es dauert halt etwas, bis die Information hier am Niederrhein ankommt ;-). Zugänglich ist auch nur die halbe Wahrheit, denn zum einen haben anscheinend bereits vor der Eröffnung Randalierer erste Schäden am Bergpark angerichtet (wie mich das anwiedert) und zweitens liegen hier und da noch zu pflanzende Bäume und warten auf Eintopfung 😉 und entlang der Wege entstehen z.Zt. noch weitere Möglichkeiten sich sportlich zu ertüchtigen. Daß es an der einen oder anderen Stelle etwas matschig ist, war mehr dem Wetter geschuldet. Bereits jetzt kann man erahnen, was hier einmal entstehen wird oder bereits entstanden ist.

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Erste Bänke säumen den Weg, ein paar Gerätschaften zur sportlichen Betätigung (auf der Bank sitzen und „Fahrradfahren“ ist geil oder am Rad drehen 😉 ) und ein kleiner See sind nicht zu verfehlen. Drei farblich gestaltete überdachte Stege ragen ins Wasser und Treppenstufen mit Sitzgelegenheiten führen bis hinunter ans Gewässer. Zur Zeit sind noch eine Reihe Bauzäune aufgestellt, einige davon geöffnet, wobei man nicht so genau erkennen kann, ob gewollt oder weil wieder jemand einen Teil von ihnen ins Wasser befördert hat.

Bergpark

Im hinteren Bereich finden sich verschiedene Spielmöglichkeiten sowie Spielplätze für Kinder und dazwischen künstliche Hügel, davon einer mit einem nachgestellten Bodenquerschnitt, der die Erdschichten bis hin zur Kohle symbolisieren soll. Ein paar Relikte aus der Zechenzeit findet man natürlich auch. Wenn ich mir das Bild auf der letzten Seite dieses Dokuments ansehe, dürfte auch der Zugang zur angrenzenden Halde irgendwann gegeben sein. Ich las sogar etwas von einem (Aussichts-?)Turm. Rund um den Hauptförderturm waren die Arbeiten noch in vollem Gange. Mal sehen, was sich hier bis zum Sommer bzw. bis zur Extraschicht noch so entwickelt. Falls ihr mal selber gucken möchtet, mit Dinslaken, Hünxer Str. 375 kommt man im Navigationsgerät ziemlich genau dorthin.

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Ach ja ganz vorne an der Straße entdeckte ich auf dem Rückweg zum Auto dann noch die Frontseite von einer Art Kiosk, der bei näherer Betrachtung mehr wie eine Kulisse aus einer Fernsehserie wirkt. Wie ich zufällig erfuhr, soll es sich wohl tatsächlich um die Originalfront eines kleinen Hauses/Kioskes handeln, die man an dieser Stelle erhalten wollte (Kunstprojekt?). Dank des Materials (100% Holz) erschien mir das Ergebnis allerdings etwas zweifelhaft und von hinten sah die Fassade auch tatsächlich mehr wie eine aufgestellte Filmkulisse aus. Da hätte es mir besser gefallen, wenn man das eine oder andere Gebäude oder ein paar Eisenbahnschienen auf dem Zechengelände zurückbehalten hätte. Fotos wie immer bei Flickr und bei Google+.

StreetFood ist nicht FastFood

Heute muß ich mal ganz anders anfangen, denn sonst schreibe ich euch an dieser Stelle häufig etwas über Besuche von Halden, Museen und mehr, die ich bereits besucht habe. Heute schreibe ich euch etwas von dem ich selbst noch nicht weiß, was da auf mich zukommt. Zuerst habe ich in den Onlineausgaben von WAZ (DU/E) und Coolibri davon gelesen, dann habe ich einen Bericht in der Aktuellen Stunde gesehen und schließlich habe ich Google und Facebook bemüht.

StreetFoodDüsseldorf

Worum geht es? Es geht um’s Essen, aber eben nicht um fettiges FastFood Essen wie man es sonst kennt, sondern um eine Art FastFood Weltreise, die durch aller Herren Länder führt. Außerdem geht es meines Wissens um kleine Portionen, so daß man sich durch diverse auch unbekannte Leckereien futtern kann. Das ganze nennt sich Street Food. Gestartet ist die Street Food Welle (wie so häufig) in Berlin obwohl genau genommen kommt die Idee aus New York, San Francisco, London und Paris. Und jetzt läuft sie auch hier in NRW. Die ersten Veranstaltungen haben bereits in Köln stattgefunden (und finden z.B. auch am nächsten Wochenende 28. Februar & 01. März dort statt) und im März kommt die Idee in meine (und vielleicht auch eure) Umgebung nach Düsseldorf, Duisburg und Essen.

StreetFoodDuisburg

Die nächsten Termine des StreetFood Festivals wären am Samstag den 07. März 2015 12-22 Uhr & Sonntag den 08. März 2015 12-20 Uhr in Düsseldorf, allerdings kostet es hier 3,- € Eintritt. Am Freitag den 20. März (17-22 Uhr) & Samstag den 21. März 2015 (12-22 Uhr) folgt Duisburg (Landschaftspark „LaPaDu“) bei freiem Eintritt und am selben Wochenende startet in Essen (ehemaliges Thyssen-Krupp-Gelände, Fronhauser Str. 75) der StreetFood Market unter dem Namen „Schöner Alfred“ nämlich am 22. März 2015 von 12-22 Uhr.

StreetFoodMarket

Wie ich auf der Webseite Ruhr-Guide gelesen habe, gibt es für letztere Veranstaltung auch schon weitere Termine (ohne Gewähr) am 10. Mai, 05. Juli, 06. September und 08. November 2015. Vielleicht sieht man sich, ich werde in der Woche vorher schon mal hungern 😉 .