Köln und das belgische Viertel

Appellhofplatz1, hier ist der WDR zu Hause und ganz in der Nähe im Parkhaus parke ich dann auch mein Auto. Mit Kundenkarte kostet mich das 5,50 €/Tag. Im Vergleich dazu würde mich Europas längste Tiefgarage am Rheinauhafen 3,00 €/Stunde kosten. Mein erster Weg führt mich ins Büro von Köln Tourismus, um eine Führung für den Nachmittag zu buchen. Letztes Mal ging‘s nach Ehrenfeld, dieses Mal durchs belgische Viertel. Weiterlesen →

Führung durch Kokerei Zollverein

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Strahlend blauer Himmel an diesem Mittwoch. Keine einzige Wolke in Sicht, ein Mittwoch wie er im Sommer sein soll. Wie in meinem Blog zu lesen war, habe ich 2010 und 2011 zweimal an der Führung „ÜBER KOHLE UND KUMPEL – Der Weg der Kohle auf Schacht XII von der Förderung bis zur Verladung“ teilgenommen. Sie war ohne Zweifel interessant, aber kein Grund für einen dritten Besuch. Da traf es sich gut, daß die RuhrTopCard dieses Jahr eine Fürung über die Kokerei Zollverein anbietet. Titel dieser Fürung „DURCH KOKSOFEN UND MEISTERGANG – Der Weg der Kohle auf der Kokerei von der Anlieferung bis zur Verkokung“.

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Klar, das eine oder andere hat man vielleicht schon mal gehört, aber es gibt auch wieder Neues zu hören. Insbesondere haben Führungen den Vorteil, daß man auch mal an Stellen der Kokerei (bzw. in den letzten beiden Jahren der Zeche) Zollverein kommt, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. So ging es dieses Mal beispielsweise auf das Dach der Kokerei, ebenso wie dahin wo früher die Kohle gemischt (aufeinander geschichtet) und gelagert wurde. Es ging auf die Bandbrücken (Foto eins von außen, Foto zwei von innen), auf denen früher die Kohle hochtransportiert wurde und es ging auf die Ofenplatte (der Koksofenbatterien). Es ging in den Schacht, in dem jetzt das Riesenrad steckt (und 2012 keine Betriebserlaubnis erhalten hat) sowie in das Innere eines Koksofens. Man lernt etwas über den Begriff Hitze (da waren die 30 Grad an diesem Mittwoch eher ein laues Lüftchen) und warum sich die Arbeiter ihre Mittagessen auf den Koksofendeckeln warm gemacht haben. Eben noch ganz oben, endet die Führung schließlich mit einem Blick in das Innere eines der Kamine auf Kokerei Zollverein.

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Nebenbei, alle Führungen über den Denkmalpfad Zollverein gibts in diesem Flyer. Und Bilder gibt’s auch Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+).

Auffe Zeche malochen gehen

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Auffe Zeche Zollverein malochen heute immer noch Bergleute und das, obwohl die Zeche bereits seit 1986 keine Kohle mehr fördert. Wußtet ihr nicht? Ich auch nicht, obwohl ich im letzten Jahr bereits eine Führung auf Zeche Zollverein mitgemacht habe. Dank RuhrTopCard ist die Führung inclusive und was liegt da näher, als dieses Jahr nochmals an einer Führung teilzunehmen. Auch wenn sich die Wege durch die Zeche z.T. gleichen, anderer Führer, andere Geschichten.

Wir erfuhren, ähnlich wie es die FAZ im April diesen Jahres in einem (wie ich finde) sehr interessanten Bericht schrieb, daß es noch bis in alle Ewigkeit dauern wird das Grubenwasser aus Tiefen von bis zu 1400 Meter abzupumpen. Eine Aufgabe für die nächste(n) Generation(en). Knapp zwei Stunden Führung vergingen nach einigem Treppauf und Treppab über das Gelände der Zeche Zollverein wieder wie im Fluge.

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Man erfuhr, warum der Bergmann z.B. ausschließlich Kleidung aus Baumwolle trägt oder warum es gefährlich war zwischen den Kohlewagen schnell mal über die Schienen „zu hüpfen“, warum Kohlestaub aus den Hallen abgesaugt wurde und für die Koksverarbeitung äußerst wichtig war oder warum die Kohlenwäsche eben Kohlenwäsche heißt.

Ich war erstaunt, daß die Zeche Zollverein nach wie vor eine hohe Anziehungskraft auszuüben scheint, denn an diesem Sonntagmittag waren es gut 50 interessierte Personen, die in zwei Gruppen aufzuteilen waren. Übrigens hat der Parkplatz A1 jetzt auch eine Station der MetropolradRuhr. Wer also ein Fahrrad für das große Gelände benötigt, anmelden und ausleihen einfach per Telefon. Ich habe 1,- Euro/Std. investiert, denn ich wollte noch einen Abstecher zu Riesenrad und Schwimmbad machen.

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Nebenbei habe ich, auf den Beginn der Führung wartend, endlich mal den Skulpturenwald gegenüber von Parkplatz A1 gesucht und gefunden. Dort stehen z.T. auf freier Fläche, zum Teil im Wald die Granitskulpturen von Ulrich Rückriem. Ganz ehrlich, Kunst ist ja immer Geschmackssache, aber insbesondere die Skulptur „Castell“ (hier auf dem Wikipedia Bild zu sehen) gleicht im Inneren einer Müllsammelstelle, bei der man vergessen hat die Tonnen wieder hinzustellen 😦 .

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Jetzt eine kleine Quizaufgabe, bei der ich die Antwort noch nicht kenne. Auf dem Gelände der Zeche Zollverein (und wie der Führer sagte auch an anderen Stellen in Essen) fielen mir kleine grüne Quadrate mit vier weißen Ecken auf, meist 2 – 3 nebeneinander. Weiß jemand von euch, wofür diese Quadrate zuständig sind?

Auf dem Rückweg habe ich schließlich noch einen Abstecher ins vermutlich kleinste Museum des Ruhrgebiets gemacht, dem Museum der Siedlung Eisenheim in Oberhausen. Über die Siedlung Eisenheim habe ich ja bereits hier etwas geschrieben.

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Im Museum Eisenheim, dem ehemaligen Waschhaus der ältesten Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets, erfährt man etwas über die Gründung und Entwicklung der Siedlung. Dazu gut zwei Hand voll Einrichtungsgegenstände der damaligen Zeit, vom Kohleofen bis zum Waschzuber. Für 1,50 Euro Eintritt kann man neben dem Waschhaus auch ein Original Zechenhaus, oder besser eine spezielle Wohnung innerhalb dieses Hauses, besuchen. Wer auch mal Lust hat, Sonntags von Ostern bis Oktober zwischen 10.00 und 17.00 Uhr, Berliner Str. 10 A, 46117 Oberhausen.

Bilder auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Führung im Landschaftspark Duisburg Nord

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Wer schon länger meinen Blog liest, der hat auch schon meine Berichte vom Industrie- und Landschafspark Nord in Duisburg gelesen. Erst letztens war ich wieder mal oben auf dem Hochofen. Letztes Wochenende habe ich die Möglchkeit der RuhrTopCard ausgenutzt, an einer Führung teilzunehmen und mir die Arbeit eines Hochofens einmal genau erklären zu lassen. Termin war Sonntag 14.00 Uhr, Dauer der Führung (incl. eines kleinen Films) stolze 2 Stunden. Jetzt mag man vieleicht denken, was gibt’s zwei Stunden lang zu erzählen, doch die Führung durch einen ehemaligen Hochofenarbeiter war kurz und unterhaltsam zugleich. Ein kurzer Film zu Beginn zeigt die Erzeugung von Roheisen vom Ausgangsmaterial Eisenerz und Koks bis zum Abstich am mehrere hundert Grad heißen Arbeitsplatz.

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Auch wenn der Film schon von 1959 und damit älter als ich war, die Grundlage war damit gelegt. Anschließend ging es dann den Weg rückwärts von der Abstichhalle bis zur Befüllung des Hochofens auf der Gichtbühne. Schwindelfrei sollte man sein, denn es geht selbstverständlich bis ganz nach oben (plus herliche Aussicht über das Ruhrgebiet). Begleitet wurde die Führung von Annekdoten über Streiche unter Kollegen (die in der heutigen Arbeitswelt vermutlich schon ein Kündigungsgrund wären) bis hin zu Erzählungen von (tödlichen) Unfällen die damals leider auch an der Tagesordnung waren.

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Nun habe ich überlegt ob ich den Namen des Herrn nennen soll, der uns so unterhaltsam durch das Gelände geführt hat und habe zunächst mal nach ihm gegoogelt. Überraschender Weise habe ich mehrere Links zu WDR Beiträgen aus den letzten Monaten gefunden und sogar ein YouTube Video, in dem er und seine Arbeit kurz vorgestellt wird. Also Herr Jürgen Dreide, auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön. Wer sich etwas näher mit der Roheisenproduktion in einem Hochofen befassen möchte oder wissen will was ein Hunt(d) ist, wo sich der Fuchs befindet oder wofür man eine Stopfmaschine braucht, der sollte entweder mal hier klicken oder selbst an einer der nächsten Führungen teilnehmen. Kostenpunkt (ohne RuhrTopCard) übrigens 8,- Euro.

Führung durch Zeche Zollverein

Über die Zeche Zollverein habe ich bereits im April berichtet, jetzt aber war endlich Zeit auch mal an einer 2-stündigen Führung teilzunehmen. Die Führung trug den Titel „Über Kohle und Kumpel“ und zeigte den früheren Arbeitsalltag sowie Übertageanlagen, die sonst nicht frei zugänglich sind.

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Man bekommt in der Führung einen kleinen Eindruck davon wie Kohle gefördert, transportiert, gewaschen und von Steinen und anderen Fremdstoffen getrennt wurde, bekommt alte Kohlenloren ebenso zu Gesicht wie auch das Arbeitsmaterial zum Kohleabbau. Außerdem lernt man das Mutterklötzchen kennen 😀 .

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Die langjährig sanierte Kohlenwäsche, ist Teil dieser Führung genauso wie der Panoramablick vom Dach der Kohlenwäsche. Ich habe mich für diese Führung entschieden, weil sie in der RuhrTopCard enthalten war, eine Reihe weitere Führungen stehen auf der Homepage der Zeche Zollverein zur Auswahl.

Die Wege und Hallen (zumindest dieser Führung) waren so, daß man ohne Angst vor gesundheitlichen Schäden (Kopfstoßen o.ä.) teilnehmen kann, aber man muß mit einer Menge Treppenstufen rechnen. Nicht umsonst steht auf der Homepage der Zeche Zollverein „Für alle Führungen sollten unserer Gäste mit strapazierfähiger Kleidung und festem Schuhwerk ausgestattet sein„.

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Im Anschluß habe ich dann noch einen Gang über das Gelände unternommen und wieder mal hier und da die Kamera drauf gehalten. Erstmals hat auch das Becken vor der Kokerei Zollverein wieder Wasser, vor der Kokerei stand eine riesige Dampflok und auch das Werksschwimmbad hatte geöffnet.

Der Imagefilm vom Welterbe Zollverein (hier zu sehen) macht Lust auf mehr.