Nein keine Angst, wer zu Weihnachten mehr als genug gegessen hat, den will ich hier nicht zum Essen verleiten. Ich wollte euch zu meinem (vor-)letzten Ruhrgebietsausflug in diesem Jahr mitnehmen. Ich überlege z.Zt. ob ich mir das 5. Jahr in Folge die RuhTopCard kaufen soll. Sie lohnt sich, ohne Frage (mit 45,- € für Stammkunden habe ich über 90,-€ Eintritt „gespart“), aber mittlerweile habe ich die meisten Museen einige Male durch und Anfang der Woche habe ich die (vor-)letzte Möglichkeit genutzt die 2013’er Karte einzusetzen (am Samstag bin ich dann zum letzten Termin im Planetarium in Bochum). Kurz vor Jahresende hat es mich nochmal auf das Gelände der Zeche Zollverein verschlagen. Hier gibt es gleich mehrere Möglicheiten für die RuhrTopCard.
1. Ruhrmuseum (hier kann man sich einige Stunden beschäftigen) und das Portal der Industriekultur (mit Rundumkino und einem Gang auf’s Dach der Zeche Zollverein)
2. RotDotDesign Museum (mit vielen innovativen und preisgekrönten Alltagsgegenständen, das Museum habe ich in den letzten beiden Jahren besucht)
3. Führung durch die Kokerei Zollverein (habe ich letztes Jahr gemacht, ein tolles Erlebnis)
Wer dann noch Zeit hat, kann bis in die erste Januarwoche an der Kokerei Zollverein Schlittschuhlaufen (hier müßt ihr einen kleinen Eintritt zahlen). Ich bin ja so garkein Schlittschuhläufer und wollte auch keinen Supergau auslösen 😉 , aber vielleicht habt ihr ja in den Ferien noch etwas Zeit. Am Tag vor Weihnachten war rund um die Zeche Zollverein nicht so viel los, aber die Eisbahn war gut besucht. Wenn ihr den Parkplatz B benutzt, ist es zu allen o.g. Punkten kaum weiter als 10 Minuten zu Fuß, wer nur Schlittschuhlaufen möchte kann auch den Parkplatz C benutzen (alle kostenfrei versteht sich). Ihr wollt noch mehr zum Thema Zollverein erfahren? Dann gebt oben rechts den Suchbegriff „Zollverein“ ein (oder klickt hier 🙂 ).
Als ich vorletzte Woche mal wieder so’n bisschen Urlaub geniessen durfte, habe ich mir vorgenommen nicht in Streß zu verfallen. Ich wollte nur mal hierrein, mal dortrauf, einfach ein bisschen dabeisein, wenn die letzten schönen Herbsttage da so rumliegen. So war ich z.B. mal wieder im Landschaftspark Duisburg Nord, weil das neue Colibri Magazin erschienen ist und ich es immer noch nicht aboniert habe. Und weil ich einmal da war, habe ich auch gleich mal nachgesehen, ob denn der Hochofen 5 nach der Renovierung wieder freigegeben ist. Und? Ja war er, also nix wie ab nach oben. Die Treppe ist Abenteuer, für alle die nicht ganz schwindelfrei sind, aber wenn man dann einmal oben ist, ein Traumausblick auf Ikea 😉 … auf die A42, auf Duisburg, Mülheim, Oberhausen eben auf alles. Der Himmel riß auf und die blaue Bläue kam heraus.
Dann war ich auch mal wieder in Kettwig. Ist euch aufgefallen, daß man sich in Essen Kettwig fast wie auf einem Dorf vorkommt? Gleich an der Ruhr gelegen, ein wunderschöner Teil von Essen. Allerdings war ich dieses Mal nicht in der Altstadt, sondern an der Ruhr himself. Einfach mal die Seele baumeln lassen und Flugzeuge beobachten.
Ein Flughafen in Kettwig? Nein natürlich nicht und ich bin auch kein Planespotter, der sich mit dem Campingstuhl neben dem Flughafen einquatiert, aber Kettwig liegt (zum Leidwesen der Anwohner) in der Einflugschneise und von hier geht es unmittelbar in Richtung Düsseldorf. Manche Flieger kommen direkt über die Kirchturmspitze, andere fliegen etwas weiter in Richtung Ruhrtalbrücke. Letztere übrigens ein schönes Ziel für einen ausführlichen Spaziergang, bei dem es das eine oder andere Fahrwerk zu beobachten gibt ;-).
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Kaufste dir hier ’n Boot, kannste ruhraufwärts zum Baldeneysee schippern und wer was auf sich hält, der hat ein Boot auf dem See? Ob ich eins habe? Ne ne, bei mir reichts höchstens für ’n Gummiboot ;-). Aber der heimliche Treffpunkt und Startpunkt für einen Spaziergang ist eh die Regattatrübine. Hier sitzt man für’n kleinen Snack und ’n Schluck aus der Buddel voll Rum Wasser oder Saft. Wenn die Sonne auf die Tribüne scheint, könnte ich dort locker mal ein Stündchen sitzen und das Treiben drumherum beobachten. Außerdem paßt der Teil des Sees ebenfalls genau in die Einflugschneise. Einfach auf eine der Bänke zurücklegen, den Blick in den Himmel und Handy oder Fotoapparat gen oben richten. Und wenn es jetzt mal wieder ab und zu regnet, denkt einfach an die schönen Herbsttage.
Ich liebe den Frühling, wenn alles wieder grün wird, trotz Allergie gegen Frühblüher, aber aus fotografischer Sicht geht nichts über den Herbst. Jetzt Mitte Oktober, die Bäume und Büsche haben soviele tolle Farben und wenn dann noch die Sonne rauskommt, dann hält mich nichts mehr (aber das wußtest ihr ja längst). Außerdem habe ich mir noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, daß es ja auch Blumen gibt, die im Herbst blühen. Anders als gestern, wo ich bei bedecktem Himmel irgendwie so drinnen rumgedümpelt habe, dann doch vor die Türe bin und irgendwie die Sonne vermißt habe, war ich am Samstag nochmal im Grugapark, oder etwas kürzer in der Gruga in Essen.
Dort gibt’s z.Zt. soviele tolle Pflanzen, daß ich den Finger vom Auslöser garnicht mehr wegbekommen habe. Binnen 3 Stunden habe ich rund 120 Fotos gemacht. Außerdem habe ich dort meinen neuen gefiederten Freund kennengelernt, aber dazu gleich mehr. Der Grugapark ist für mich nach wie vor der Park im westlichen Ruhrgebiet. Ja er kostet 4,- Euro Eintritt, aber dafür gibt’s zu fast allen Jahreszeiten soviel zu sehen, daß man ruhig mehrmals im Jahr kommen kann. Der Park wird zu jeder Jahreszeit mit passenden Pflanzen bepflanzt und ist daher fast immer in irgendeiner Art und Weise „grün“.
Familien finden Spielplätze, ein Wildgehege, einen Streichelzoo, eine Parkbahn mit der man gemütlich von A nach B fahren kann (kostet allerdings extra) und ein paar Vogelvolieren sowie eine Freiflughalle (wobei Halle eigentlich das falsche Wort ist, denn nach oben gibt’s nur ein Netz, kein Dach). Wie dem auch sei, wenn ich Zeit habe, wie an diesem Samstag, kann ich auch mal locker ’ne Viertelstunde oder länger auf einer Bank rumsitzen um Mensch und Tier zu beobachten. Z.B. die Familie die in die Freiflughalle kommt, in einer Lautstärke, als wollte man eine U-Bahn übertönen, gleich bis fast ins Gebüsch stolpernd, weil da ja gebrütet würde um dann nach 3 Minuten wieder von Dannen zu ziehen.
Es ist schon eine Kunst alle Vögel binnen 30 Sekunden auf diese Art zu verscheuchen. Ich saß unterdessen auf einer Bank in der Freiflughalle und beobachtete einen schwarzen Schwan bei seinem täglichen Bad. Im Wasser plantschen, Flügelschlagen, Gefieder einfetten, was so’n Schwan halt macht. Plötzlich schleicht sich so ein langschnäbliges Tier von links heran, spielt unauffällig mit einer Eichel herum, als könnte er kein Wässerchen trüben, um sich dann meinen Schuhen zu nähern. Pickt an meinen Schuhriemen herum, versucht etwas in meinen Schuhen zu finden und versteckt schließlich erst seinen Schnabel und dann fast den ganzen Kopf in meiner Hose meinem Hosenbein.
Leider leider hatte ich nicht Keksartiges dabei, so daß er vergeblich suchte, aber interessant was’s schon, schließlich war der Vogel ja ziemlich mutig (und ich auch :-D). Streicheln lies er/sie sich aber nicht. Sobald ich den Arm ausstreckte ging’s zwei Schritte zurück. Ich habe euch noch ein kleines 15 Sekunden Video hochgeladen. Ich sag euch, so ein Herbsttag kann doch mega entspannt sein ;-).
Übrigens, eine Frage an die Leserinnen, ihr denkt gerade darüber nach die Lackstiefel auszusortieren? Ihr habt eine ältere Handtasche oder noch einen Halbschuh der verflossenen Liebe im Keller? Wohin damit? Na ab in den Garten und ein paar Pflanzen rein.
Zu verrückt? Keineswegs, schaut doch mal hier. In einer Art Kunstaktion, „wuchsen“ in einigen Bäumen des westlichen Parkteils (Nahe der Mustergärten), Schuhe, Lackstiefel und eine Lederhose mit zwei lustigen Gesellen. Ich war ohne große Erwartung gekommen, aber kaum daß ich 10 Minuten im Park war, war ich schon fasziniert. Ihr seht, manchmal lohnt sich ein Besuch im Grugapark auch, wenn man garnichts erwartet und zapp steht ihr mittendrin …
… und müßt dann auch noch dafür Sorge tragen, daß dieser Blogbeitrag nicht ins unsittliche abgleitet. Der Jüngling hier im Hintergrund hatte nämlich garkeine Hose an, so daß ich, fotgrafisch gesehen, etwas für Ordnung sorgen mußte. Zum Glück fielen mir dabei gleich ein paar bunte Blätter in die Hand.
Auf dem Weg zurück zum Auto, das ich übrigens immer auf dem kleinen Parkplatz in der nähe der Mustergärten parke (pssstt … ganz geheimer Geheimtipp :-D) traf ich dann noch auf eine Art Rosen-Wirsinggewächs (keine Ahnung wie das wirklich heißt) in dem sich ein großer Wassertropfen in der Sonne spiegelte und kurz um die Ecke noch ein Eichhörnchen, genauer zwei, die derart schnell über den Baum flitzten, daß selbst die „Sporteinstellung“ (schnelle Bewegungen) meiner Kamera überfordert war.
Die neuesten Bilder aus 2013 mußte ich bei Google übrigens in ein neues Album namens Ruhr2013 (II) hochladen, weil die Grenze von 1000 Bildern im Ruhr2013 Album erreicht war. Bei Flickr zwar kein Muss, aber ums gleichzuhalten auch hier nach Ruhr2013 ein neues Album Ruhr2013 (II).
Wie versprochen trage ich noch einen Beitrag nach, den ich letzte Woche nicht geschafft habe fertig zu stellen. Ende September habe ich mich nämlich so richtig festlich gekleidet, um endlich mal ein Zechenfest auf der Zeche Zollverein zu besuchen. Anzug, Krawatte, das weiße Hemd noch gebügelt, Schuhe geputzt und was ist, auf Zollverein geht’s garnicht so festlich zu wie ich dachte. Stattdessen Halli Galli auf vielen Bühnen, in vielen Hallen und draußen bei schönstem Wetter. Ein bischen Kirmes, ein bisschen Messe und die Einladung an Führungen u.ä. auf dem Gelände der Zeche Zollverein teilzunehmen. Wie stand ich jetzt da in meinem Anzug? Extra noch beim Friseur gewesen, so richtig in Schale geworfen. Da ich das Ruhrmuseum bereits beim letzten Besuch auswendig gelernt habe, habe ich auf eine Führung verzichtet und bin rund 2 Stunden mit der Rolltreppe in die Kohlenwäsche und wieder zurück gefahren.
Das mit dem auswendig lernen ist übrigens ein Muß, denn am Museumsausgang gibt’s ’ne Prüfung aus 16 Fragen und wer alle Antworten weiß, gewinnt ’n 5 kg Sack Ruhrpottkohle to go oder eine zweistündige Fahrt auf der Rolltreppe. Na für was habe ich mich wohl entschieden :-D. Wat sachse? Ob ich ein auf’n Kopp gekricht hab‘? Ihr meint ich wär‘ wiedder am träumen gewesen? Ihr glaubt mir nicht, wa? Na gut, zugegeben, aber ein bisschen umgeguckt habe ich mich auf’n Zechenfest schon, lecker Bratwurst gegessen, der Band Ruhrschnellweg zugehört und bei die Gelegenheit, ’n lange gewünschte Ruhrpott Tasse und ’n ersten Kalender für 2014 (aus dem Klartextverlag) käuflich erworben. Warum Porto zahlen, wenn man allet gleich mitnehmen kann. Auf dem Vorplatz zum Ruhrmuseum stand bis gerade vorgestern übrigens noch der rAndom International Tower über den ich euch hier berichtet habe.
Das besondere, an diesen Mittag schein.. schiente .. strahlte die Sonne so schön und der Wind verteilte ein wenig des Wassers als feinen Tröpfchennebel, so dat dat einen wunderschönen Regenbogen zu sehen gab. Unter vollem Einsatz habe ich mich in den Nebel gestellt und dies fotografische Highlight zusammengemeißelt. Isset nich‘ toll :-D? Danach bin ich dann auf dem Rückweg zum wiederholten Mal im Landschaftspark Duisburg Nord hängen geblieben. Is‘ aber auch zu schön dort.
Es ging nochmal um die Ruhrtrienale, genauer um „Stifters Dinge – The Unguided Tour“. Was zum Teufel sollte mich dort erwarten. Ich hatte was von elektrischen Klavieren gelesen, aber sonst? In der alten Kraftzentrale war es wieder mal (fast) stockfinster, aber dieses mal nicht laut. Im Gegenteil in Mitte der Halle klimperte ein Klavier und drumherum war einiges eher wie zufällig aufgebaut. Erst als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, daß das Drumherum auf einer Art fahrbarem Gestell stand und verschiedene Geräusche machen konnte. Also blieb ich erstmal stehen. Das Non-Stop-Programm entwickelte sich langsam. Aus kleinen Lautsprechern erklangen Stimmen, die riesige Maschine setze sich plötzlich in Bewegung. Was eben noch wie ein „Drumherum“ aussah entwickelte sich zu einem dreidimensionalen Gebilde aus Steinen, Metall, Klavieren, Wassertanks, Regen, Nebel und Eis. Die Klaviere kamen einem entgegen gefahren und spielten wie von Geisterhand, immer noch Stimmen aus kleinen Lautsprechern, eine Art elektrische Gitarre die aber nur aus einer Seite bestand wurde angeschlagen, aus dem Boden, der eben noch mit einfarbigem Licht bespielt wurde quoll plötzlich Trockeneisnebel. Leinwände fuhren hinunter, Schattenspiele entstanden, Leinwände fuhren hinauf, eine überdimensionale Glühbirne pendelte über der Szene.
Unterdessen konnte man um die ganze Maschine herumlaufen, sie von allen Seiten betrachten. Die fahrbaren Klaviere stoppten, es wurde gleißend hell. Auf dem fahrbaren Gestell fuhr alles in die Ausgangsposition zurück. Wasser tropfte von oben in die Becken, das Licht ging wieder aus und das Trockeneis sah aus als würde es das Wasser zum Kochen bringen. Es war wie so häufig eine Mischung aus „was will uns der Künstler damit sagen“ und „was passiert wohl als nächstes“.
Nach etwa 30-40 Minuten habe ich die Kraftzentrale wieder verlassen, weil ich das Gefühl hatte, das Programm beginnt wieder von vorne. Vielleicht ging es aber auch noch 30 Minuten so weiter. Eintritt hätte ich vermutlich nicht dafür bezahlt, aber da die Unguided Tour kostenlos war, gab’s nichts zu verlieren :-). Auf dem Weg nach draußen habe ich noch einen kurzen Blick auf ein Projekt der Emscherkunst geworfen, das ich bisher noch nicht gesehen hatte. Auch hier ging es um Licht- und Schattenspiele, aber da die Sonne bereits langsam unterging, war der Effekt nicht mehr so groß. Ich bin nach Hause, Anzug wieder in den Schrank, Schuhe in die Ecke :-D.
Da toure ich jetzt seit 2010 durchs Ruhrgebiet und die Ruhrtriennale ist mir durchaus ein Begriff, aber ich habe noch nie irgendeine Vorstellung o.ä. besucht. Der Grund könnte sein, daß die Karten i.d.Regel schnell vergriffen sind, zum anderen aber auch, daß das mit der Kunst immer so eine Sache ist. Aktuell läuft die vierte Triennale (von 2012 – 2014) und gestern habe ich mich in einer Karftzentrale von Maschinen- und technoähnlichen Geräuschen kombiniert mit gleißend hellem Licht maltretieren lassen, in einer Kohlenmischanlage in künstlichem Nebel gestanden und von wummernden Bässen durchrütteln lassen und beinahe unter einer Dusche mit 800 Litern Wasser … pro Sekunde gestanden. Alle diese Erlebnisse sind Teil der Ruhrtriennale 2013 und kostenfrei zugänglich.
Start war an der Zeche Zollverein. Dort findet ihr bis zum 6. Oktober (täglich außer bei zu starkem Wind) den rAndom International: Tower. Aus 19 Metern Höhe schießt aus 520 Düsen 800 Liter Wasser pro Sekunde(!) herunter. Bewaffnet mit einem Regenmantel (hängt vor Ort aus) kann man sich in die Mitte des Rechtecks (6 x 8 Meter) stellen, aber auch mitten in den Wasserstrom. Nein, ich habe es nicht ausprobiert, weil ich noch was vor hatte an dem Tag und befürchtet habe, völlig durchnäßt den Resttag verbringen zu müssen. Aber es muß wohl eine tolle Erfahrung sein, wenn ich mir betrachte, wieviele Menschen den Versuch gewagt haben.
Der Weg ging weiter entlang des Zollvereingeländes zur Kokerei. Am Bahnhof Zollverein stand ein Schienenbus und wartete auf Fahrgäste, das „Werksschwimmbad“ der Kokerei Zollverein hatte auch geöffnet aber ich wollte in die Mischanlage. Mischanlage? Der Name erinnert vielleicht an sowas wie Betonmischanlage ;-). Nein, hier wurden früher die verschiedenen Kohlesorten gemischt, Fettkohle, Magerkohle (die esse ich immer ;-)) … na und so weiter. In die Mischanlage kommt man an normalen Tagen nicht rein, höchstens bei einer Führung. Also nix wie los, mit dem Aufzug in die 3. Etage, kurze Erklärung von dem armen Menschen abgeholt, der da den ganzen Tag im Dunkeln stehen muß und dann zu Douglas Gordon: Silence, Exile, Deceit.
Bereits beim Zutritt über die Treppe hinunter in die 2. Etage wirft selbige einen gruseligen Treppenschatten an die Wand. Nebel kommt einem entgegen, rechts sitzt eine Krähe (auf einem Bildschirm), links ist auf einer locker 2 Meter großen Leinwand das Umfeld zu sehen in dem man gerade steht. Auf der Leinwand wird in Stößen Feuer entfacht, während um einen herum die Bässe derart wummern, das es im Bauch kribbelt. In der Mitte des Kohletrichters gespenstige Beleuchtung, andere Besucher huschen an den Fenstern gegenüber vorbei. Man kann die Runde wieder und wieder drehen, Fotomöglichkeiten auskundschaften, in Nebelwolken verschwinden. Tolle Installation.
Schon mal überlegt euer Radio und TV Gerät nach Sendeschluß (ach ne gibt’s ja nicht mehr), dann eben auf einen Kanal einzustellen, bei dem der Empfang schlecht ist und dann die Kiste volles Rohr aufzudrehen? Dazu die Stereoanlage auf Rückkopplung zu programmieren und einen Basketballstar in einer leeren, wiederhallenden Sprothalle dribbeln zu lassen? Wie jetzt … nein ;-)? So ähnlich ergeht es einem in der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg Nord (LaPaDu). Dort läuft nämlich eine Videoinstallation mit dem Titel „Ryoji Ikeda: test pattern [100 m version]“.
Es quietscht und pfeift, kurz leise, dann wieder ohrenbetäubend laut. Gut, daß ich eh schon halb taub auf einem Ohr bin. Zuerst auf die Empore rauf und das ganze Spektakel von oben betrachten. Auf dem Boden liegt 100 m heller Belag, eine Art Leinwand auf dem Fußboden. An der Decke der Kraftzenztrale Projektoren die Strichcodeähnliche Bilder auf den Boden spielen. Erst langsam, dann schneller werdend. Dann große weiße Vierecke, gefolgt von großen schwarzen Vierecken. Dazwischen Besucher als Teil der Installation. Die Treppe wieder runter, Schuhe aus und die „Leinwand“ betreten. Jetzt bin ich Teil der Kunst und merke, mir donnern die Bässe in den Bauch und pfeifen die hohen Töne in den Ohren. Mir ziehen die Streifen den Boden unter den Füßen weg :-o.
Um euch mal einen Eindruck zu vermitteln, habe ich die DigiCam (die Videokamera hatte ich leider nicht dabei) mal auf Aufnahme gestellt und euch anschließend einen 1:30’er Filmchen auf YouTube hochgeladen. Eins vorweg, die DigiCam war mit dem Ton leicht überfordert, aber schaut selbst.
Achtung – Die Präsentation in Duisburg lief an diesem Wochenende (23.-25.08.2013) und dann wieder vom 04.-15.09.2013. Geht nicht hin, wenn ihr Probleme mit lauten Geräuschen oder mit flackernden Bildern oder Bildschirmen habt. Die WAZ berichtete von der Eröffnung und hier findet sich auch noch eine weitere (nicht von mir) erstelle Vorstellung des Projekts.
Sommer mit hochsommerlichen Temperaturen über 25 Grad. Und was macht man an so einem Tag. Die Füße ins Schwimmingpool, in der Hängematte abhängen. Pfft … nix da, rauf auf’s Rad und die Sonne auf zwei Rädern genießen. Genug Flüssigkeit in Form von Wasser oder Saft in den Rucksack und ab dafür entlang des Rhein-Herne-Kanals, Fahrtwind kühlt ;-). Ich habe (wie angekündigt) einen weitern Abstecher in Sachen Emscherkunst unternommen und war überrascht wie viele Radler außer mir am Sonntag unterwegs waren. Die Reise startete dieses Mal in Oberhausen in der Nähe des SeaLife, mit einem Rad der MetropolRadRuhr (Nextbike).
Vorbereitungen waren ausreichend getroffen. Sonnenschutz -check-, ein helles Cap plus Sonnenbrille -check-, Haare im Sommerkurzhaarschnitt, denn man weiß ja nie, wo man den Kopf mal unter Wasser halten möchte -check- :-). Los ging’et an der Tausendfüßlerbrücke (welche Rhein-Herne-Kanal, Emscher und Autobahn A42 hintereinander überquert). Ein Abzweig der Brücke führt schnurstacks an die Emscher und 300 m weiter an den Rhein-Herne-Kanal, der bis auf kleine Abstecher mein (ansonsten einziger) Begleiter bis nach Essen bleibt. Im Vergleich zum Jahr 2010 haben die vonne Emscherkunst dieses Mal überall orange Zeichen an den Wegesrand gepappt und damit eine gute Ausschilderung des Wegs vorgenommen.
Erster Haltepunkt ist der „Zauberlehrling“, den ihr bereits im ersten Blog(ab)teil sehen durftet. Der Strommast mit dem zauberhaften Namen swingt hier im Sommerwind, während der Strom weiter über seine Brüder und Schwestern im Land verteilt wird. Ich lasse ihn links (ach ne rechts) liegen und fahre weiter durch den staubigen Sand des Kanalweges. Ich war übrigens erstaunt, wie viele Menschen entlang des Kanals gecampt, gegrillt, gelegen, geschwommen, geschießmichtot was alles gemacht haben. Hier irgendwo zwischen Oberhausen und Bottrop.
Es geht über die Stadtgrenze nach Bottrop, kurz mal weg vom Kanal hinüber zur Emscher. In einem alten Klärwerk stinkt es gewaltig. Das meint ihr, nein hier duftet es nach Parklandschaft, nach Blumen und Gräsern, die wachsen nämlich jetzt dort, wo vor Jahren noch die Pott’schen Hinterlassenschaften dümpelten. Außerdem könnt ihr in (natürlich ungenutzten :-)) Beton-Abwasser-Röhren übernachten und schließlich im Dunklen einer Lichtinstallation der Emscherkunst beiwohnen. Wenn’s also mal ein Hotel in Emschernähe sein darf, hier isset im Berne Park in Bottrop.
Unterdessen heizte die große rote Scheibe da oben ganz ordentlich ein, aber Fahrtwind kühlt ja. Am Springbrunnen habe ich eine Hand voll Wasser über dem Kopf verteilt und mich auf Grund des glitschigen Bodens (der Springbrunnen ist ebenerdig) fast auf die Fresse auf’s Angesicht gelegt. Ich war so verdattert, daß ich ganz vergessen habe ein Foto zu machen ;-). Schwitz, Glück gehabt, das hätte ein Bild für die Umstehenden gegeben. Dafür gab’s mal wieder eines der gelben Fernrohre (kennt ihr auch schon aus älteren Beiträgen). Dieses Mal gab’s irgendwie nix zu sehen, oder sollte das blauer Himmel sein? Aber der war ja sowieso blau?!? Gut egal, weiter ging die Fahrt.
Bei soviel Wasser rund um mich herum, nimmt auch der Wasservorrat in meinem Rucksack langsam ab. Gut daß ich im Auto noch einen Vorrat für die Rückkehr hinterlassen habe. Entlang der Emscher geht es dann etwas abseits des Wassers, durch den Rand eines Wohngebiets, über eine Eisenbahnbrücke, knapp an der A42 vorbei (ihr könnt mal winken) und zurück an den Kanal. Wenn’s nicht so warm wäre, daß man eh alles ausschwitzt, man könnte das leichte Gefühl verspüren mal auf’s Klo zu müssen. Und dahin ging die weitere Reise. Wie, watt, zum nächsten Klo? Ja, sozusagen. Emscherkunstwerk Nummer drei auf dieser Reise ist „Between the waters“ einem Projekt, das zeigen soll, wie aus Abwässern durch biologische Klärung wieder sauberes Wasser wird. Und wie kommt man an Abwasser? Man baut ans Ende einer Treppe zwei Toiletten (Männlein/Weiblein) und läßt die Besucher auf’s Klo gehen. Die Häuschen hängen sprichwörtlich in der Luft, fast unmittelbar über der Emscher. Was das jetzt mit der Pflanzenkläranlage und so auf sich hat lest ihr hier.
An dieser Stelle hatte ich eigentlich eine Ereigniskarte gezogen die sagte“Zurück zum Start“, aber der Obelisk war ja nur 500 768,38 Meter weiter und ein weiteres der sagenumwobenden gelben Fernrohre sollte auch wieder an der Strecke stehen (verriet mir der Emscherkunstplan). Also ab dafür nochmal 768,38 Meter (hin und wieder zurück). Der Obelisk ist groß, ganz groß, locker 14 Meter hoch, schwarz, aus Kohle(!)faser und steht da bereits seit 2010. Er tut nix, steht einfach nur so da und ist für zum Angucken gemacht.
Das Fernrohr hingegen überrascht dieses Mal mit einen Spiegel, so daß man sich beim Durchsehen selbst beobachten kann oder hier eben die eigene Kameralinse. So jetzt aber genug, kehrt Marsch, zack zack und zurück an den Ausgangspunkt. Google Maps meint die Strecke die ich abgeradelt habe wäre rd. 12 km lang (hin und zurück also 24 km). Ich bin verrückt? Na ja ein bisschen, aber Fahrtwind kühlt ja, bloß nicht anhalten. Und es gab noch viele andere „Verrückte“, z.B. dieser Trupp, der hier um die Wette paddelte, Drachenboot gallore ;-).
Wo sich die Emscherkunstwerke genau befinden, ich erwähnte es schonmal, gibt’s in PDF Form hier. Nochmehr Bilder? Dann surft zu Flickr oder Google+. Die Kunstreise entlang der Emscher wird fortgesetzt. Und wann startet ihr eure „Kunstreise“ im Pott?
Willkommen zum 2. Teil des Extraschicht Berichts (Teil 1 gibt’s hier). 190 Extrabusse kutschieren, neben den normalen Bussen, Bahnen, S-Bahnen und Regionalexpressen, in der Nacht die Besucher durch die Extraschicht und keiner weiß wie die Besucherströme so ganau verlaufen. Beispiel gefällig? Die Lasershow im Amphitheater war keine 3 Minuten vorbei, die Absage lief noch da liefen auch die ersten Besucher schon in Richtung Bus (wohlwissend warum). Der erste Bus (diese langen Ziehharmonikabusse) …, na ja nach Bottrop wollten wohl nicht so viele. Der zweite Richtung Hauptbahnhof, so voll, daß Fahrgäste fast auf dem Schoß des Fahrers sitzen und die Türen nicht mehr zugehen. Der Fahrer steigt aus, sogt für Odnung, erklärt den Türmechanismus.
Der dritte Bus kommt, hält dahinter. Die Meute beginnt sich zu bewegen, ein Vorziehen der Busse nicht möglich der zweite kämpft noch mit Überfüllung. Der vierte und fünfte Bus kommen. Jetzt gibt’s kein Halten mehr, über Bürgersteig und Straße, der erste Bus wird von beiden Seiten eingenommen, der zweite auch, ich mache mich auch langsam auf den Weg, Bus Nr. 4 zu bekommen, bevor der auch voll ist. Chaos auf der Straße, die Lemminge beginnen zu rennen, Autos hupen, Bus 5 steht locker 50 m von der Haltestelle entfernt, alles zuckt mit den Schultern, Sitzeplatz ergattert, Bus Nr. 4 + 5 ziehen aber nochmal vor, rappelvoll geht’s zurück zur Zeche Zollverein. Wer zur Extraschicht den ÖPNV nutzt, muß (zeitweise) starke Nerven haben, aber lustig ist’s ;-).
Zurück auf der Zeche geht mein Blick zunächst auf den beleuchteten Doppelbock, denn ich war noch nie am Abend hier, dann auf die Holzklotzkünstler in der Halle und auf den Sandkünstler davor. Er schreibt mit einem Roboter (bestückt mit einem Laptop) und Vogelsand sinnige Sprüche auf den Boden. Sowas wie „Eine Zeche ist eine Zeche ist eine Zeche …“ oder „Ich bin ein großes Kind, das mit Sandbuchstaben spielt“. Schon wieder 20 Minuten Zeit, die einem wie der Vogelsand durch die Finger rinnt. Jetzt aber zurück zu den Pottköppen. Den Weg zur Kokerei im Stechschritt zurückgelegt, das Undun Sinn Sinn Orchester klampfte immer noch, jetzt etwas leiser.
Da standen sie die Pottköppe und erzählten aus ihren reichen Lebensweisheiten, pfiffen Lieder, rappten und ließen sich mit Früchten belegen. Warum ist es an der Ruhr so schön? Wie lebt es sich im Pott? Wie macht nochmal der Waldkautz, oder war’s ein Uhu? Mal die Zunge zeigen und ein andermal lauthals lachen (und die Zähne zeigen). War dies das Geräusch eines Affen? Komplett verrückt diese Pottköppe. Und ja, ich war auch dabei und wenn ich ganz ehrlich bin, es war z.T. schwer sogar mich selbst zu entdecken, weil so ein 2,50 Meter großer Pottkopp ist eben doch größer als normal.
Mittlerweile weit nach Mitternacht, Zeit nach Hause zu fahren, für mich immerhin auch nochmal 45 Minuten. Warum hat Zollverein eigentlich kein Hotel? Vielleicht kann mir einer von euch nächstes Jahr Unterschlupf eine Couch spendieren ;-). Zum RAG Teil der Kokerei bin ich mangels Zeit garnicht mehr gekommen und das waren nur 1,5 Schauplätze von um die 50 die bei der Extraschicht dieses Jahr mitgemacht haben.
Ein Extraschicht Programmpunkt war dieses Jahr den neuen Emscherkanal in Gelsenkirchen zu besuchen. Geplant hatte ich das auch, aber wie zu erwarten viele andere ebenso. 2-3 Stunden Wartezeit sind mir während einer Extraschicht einfach zu lang. Aber Überraschung am nächsten Tag (Sonntag) gab es einen „Tag des offenen Kanals“. Für fünf Stunden konnte man noch einmal die 350 Meter Abwasserrohr unter dem Rhein-Herne-Kanal entlang ablaufen. Also los, jetzt oder nie dachte ich mir. Am Schild „Eine Stunde ab hier …“ ging’s schnurstracks vorbei, also kürzer als am Extraschicht Abend. Dann warten … Helm und so eine Schutz-/Hygienehaube in Empfang nehmen, Sicherheitshinweise quittieren und 25 Meter über Baustellentreppen abwärts. Da stand ich also vor dem 2,80 Meter hohen Rohr, in dem demnächst die Sch***e fließen wird. Und was macht man nun in so einem Rohr? Genau fotgrafieren bis der Arzt kommt. Der Einstieg, das Rohr, die Beleuchtung und mich selbst, wie ich mal wieder mit Helm bunt beleuchtet werde. Hier bekommt ihr einen ganz kleinen Eindruck, wiederum als Instagram Video.
Es muß schon skurriel sein für die Baumannschaft, wenn über 1 1/2 Tage die Menschen an der deinen Seite 25 m in die Tiefe streben, dann 350 m durch das Rohr marschieren, als ging’s darum sich bei Einwohnermeldeamt durchzukämpfen, um dann am andern Ende wieder 25 m in die Höhe zu steigen. Die Bautreppe ächzt und knarrt unter der Last der Menschen und mach einer ächzte auch, wenn er oben wieder angekommen war. Die tollste Aufgabe hatten letztlich die Mitarbeiter, welche am Ausstiegsschacht die Helme wieder einsammeln durften, um sie dann mit einem Einkaufswagen oberirdisch wieder an den Startplatz zu karren :-). Vielen Dank für eure Arbeit.
Nebenbei, man muß auch den Organisatoren der Extraschicht auch mal ein Lob ausspechen, wenn’s ums wieder Abbauen geht. Die Schicht endete um 2.00 Uhr in der Früh, um 10.00 am Vormittag ist bis auf wenige Bühnenbauten nichts mehr zu sehen. Und wenn man den Berichten glaubt, hat sich die Extraschicht mitlerweile bis nach Berlin rumgesprochen. Da heißt es wohl demnächst anbauen, Extraschicht über zwei Tage, besser gleich drei :-D. Wenn ihr euch also nicht scheut auf viele Menschen zu treffen, auch mal plötzlich im Mittelpunkt einer Kunstaktion zu stehen und nach dem Motto „Nach der Schicht ist vor der Schicht“ lebt, merkt euch den 28. Juni 2014. Dann gibt es eine Neuauflage der Extraschicht.
Hier übrigens noch zwei (von unzähligen) Videos, die ich bei YouTube gefunden habe, die qualitativ wirklich gut sind. Vielleicht bis nächstes Jahr. Mehr Bilder gibt’s im Extraschicht Album 2012/2013 auf Flickr und Google+.
Da paßte dieses Mal wohl alles, nach usseligem Wetter in den Vorwochen endlich 28 Grad tagsüber und laue 24 Grad am Abend. Außerdem war mal wieder Extraschicht im Ruhrgebiet. Wenn man den Zahlen glaubt, haben dieses Jahr 200.000 Menschen die Extraschicht besucht. 10% davon waren bestimmt auch in eurem Bus oder eurer Straßenbahn :-D. Dieses Jahr habe ich etwas besser geplant, denn ich war „nur“ in Essen auf der Zeche bzw. der Kokerei Zollverein, wo das Nonstop Programm locker den Abend hätte füllen können, und im Amphitheater in Gelsenkirchen (Zeche Nordstern) um mir die tolle und viel zu kurze Gesangs- und Lasershow anzusehen.
Der Abend startete um Punkt 18.00 Uhr auf dem Platz vor der Zeche Zollverein mit Pete Sweet, dem Hochseilclown aus San Francisco. Eine tolle Show, bei der ich fast der persönliche Assistent geworden wäre. Also eigentlich war ich es schon, aber ich befürchtete Schlimmes und antwortete auf die Frage „You do not trust me“ ehrlicherwiese mit „No“ (was eigentlich „Yes“ meinte, verneinte Fragen und so, ihr wißt schon). Die Show selbst war klasse und mancher Lacher ergab sich (wie ich befürchtete) aus dem dann (anderen) ausgewählten „freiwilligen“ Assistenen.
Gleich danach gings hoch hinaus, denn Mr. Marcus jonglierte mit einer Kettensäge und schwang sich auf ein besonders hohes Hoch-(ein-)rad. Auch hier gab es wieder (Un-)Freiwillige, die wie es der Zufall wollte alle Robert hießen (oder auch nicht, machte es dem Künstler aber einfacher 😉 ). Zitat: „Wer glaubt, daß es sich um eine echte Kettensäge handelt … wer glaubt das nicht … wem ist das scheißegeal, hauptsache die Show geht schnell vorbei“ ;-). Robert mußte ihm dann die brennende Fackel auf das Hoch-(ein-)rad zuwerfen und sollte das ordentlich machen, denn die Fackel war schließlich „Fucking hot“ ;-). Nach ca. 20 Min. waren alle Roberts erlöst und eine weitere tolle Show zu Ende. Zwischendurch lief dann auch der TV bekannte Ludger Stratmann für die WDR Zusammenfassung der Extraschicht vorbei.
Wer sich erinnert, der weiß, daß ich vor ein paar Wochen zu den Aufnahmen für die Pottköppe in Essen war und zur Extraschicht war es nun so weit, daß die Pottköppe ihren Einsatz hatten. Bei Licht betrachtet sahen sie noch aus wie Kunstoffköppe, die lautstark vom Undun Sinn Sinn Orchester übertönt wurden. Der Noise Artist, klampfte auf der Bühne nebenan mächtig in die Instrumente. Also zurückkommen, wenns dunkel ist.
Auch dazwischen gab’s immer wieder Atraktionen, wie z.B. den reifenlosen Golf und den Polizeiwagen auf Schienen, der Minutenwunderautomat, der (vornehmlich Kindern) binnen Minuten ein Bild nach Wahl malte (hüstel, sprich der Mensch der in dem Zelt dahinter saß) und die Ikea Lampen die irgendwie zweckentfremdet wurden. Dazu Führungen, Bauklotzbauten, Illuminationen auf dem RAG Teil der Kokerei viel zu viel um das alles zu erwähnen, ich komme z.T. im zweiten Teil des Beitrags darauf zurück.
Nach einen hallo bei den Pottköppen ging es also erstmal in den Bus in Richtung Nordsternpark bzw. Amphitheater (ÖPNV im ganzen VRR im Preis des Extraschichttickets inclusive). Gegen 21.00 Uhr war der Bus noch auffallend leer, die Fahrt flott erledigt. Bei meiner Ankunft war das Amphitheater schon zu knapp 50% gefüllt und für mich (auch wenn es noch eine gute Stunde bis zur Show dauerte) eine Gelegenheit zu sitzen. Im Hintergrund schwebte ein „Schachtzeichenballon“ aus dem Kulturhauptstadtjahr 2010.
Die Lasershow bestand aus zwei Teilen und wurde angereichert mit einer wirklich gut gemachten Gesangseinlage und paar Tänzern, die ein bisschen im Nebel untergingen.
Die Show war mit knapp 20 Minuten incl. der Gesangs- und Tanzeinlage sicher ausreichend, dennoch verflog die Zeit wie nichts. Ich hätte da locker noch eine halbe Stunde dranhängen können. Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, habe ich euch via Instagram ein 15 Sekunden Video erstellt, daß ihr hier sehen könnt.
Die kleine „große“ Show mündete mit Musik, Laser, Nebel und einem Minifeuerwerk in ein tolles Finale. Den Machern kann man unumwunden nur Lob zollen (wie gesagt es hätte gerne mehr sein können).
Mich als Pottkopp, meine Rückfahrt mit dem Bus und das Chaos, wenn Lemminge auf den ÖPNV losgelassen werden lest ihr im zweiten Teil des Beitrags. Ebenso mein Besuch im Abwasserkanal, den ich allerdings erst am Folgetag unternommen habe. Dann folgen auch mehr Bilder in den bekannten Fotoalben. Bis die Tage …
Ich bin kein Architekt oder sowas, aber letzte Woche Sonntag war, wie ich aus dem Internet erfahren durfte, Tag der Architektur. Pffft … ja und … jeden Tag ist Tag von irgendwwas. Tag des Hundes, Tag der Milch, Tag der schwangeren Honigbiene, was weiß ich. Daß der Tag der Architektur bundesweit stattfand und in vielen Städten Einblicke in sonst verschlossene Räumlichkeiten bot, habe ich eigentlich erst im Nachhinein erfahren. Gelesen hatte ich zunächst nur von kostenlosen Führungen durch das ehemalige Kammgebäude auf der Kokerei Zollverein in Essen (hier ein PDF zu dem Gebäude). Besuch eines ansonsten verschlossenen Industriegebäudes (und Umfeld) und das noch auf dem Welterbe? Wie geil ist das denn, da muß ich hin. Die ersten Sonnenstrahlen hatten sich gegen kurz vor 11.00 gerade mal hinter den Wolken hervorgewagt, als ca. 10 mutige Kandidaten in die verstaubten Hallen wollten.
Man muß wissen, daß dieses Gebäude seit einiger Zeit der Stiftung Zollverein gehört und man nun auf der Suche nach einem /mehreren geeigneten Mieter(n) ist. Das Gebäude wurde von außen (Dachflächen, Wände, Regenrinnen etc.) bereits wieder in Stand gesetzt weitere Arbeiten (Wärmedämmung, Anschluß an öffentliche Leitungen etc.) stehen noch an. Warum Kammgebäude? Weil die Hallen sich wie die Zinken eines Kamms an einen durchgehenden Gang angliedern. Fototechnisch ist der Blick durch diesen 200 Meter langen Gang ein Highlight. Nach kurzer Vorrede ging es um kurz nach 11.00 Uhr los. Zusammen mit Mitarbeitern der Stiftung Zollverein und einem Architeckten wurden die einzelnen Hallen eine nach der anderen betreten.
Gut wohnlich ist jetzt vermutlich anders, schließlich handelt es sich um Industriegebäude in denen früher Schutzgas (ein Gasgemisch, welches die Aufgabe hat, die Luft, vor allem den Sauerstoff bla bla erklär ….) Wasser für die Kokereikühlung gefiltert und gepumpt wurde usw. Dementsprechend gab es viele Behälter, alte und neue Rohre, Zusperr- und natürlich auch Aufsperrventile. Zwischendurch lag mir etwas Staub auf der Zunge, man hätte ruhig mal Durchfeudeln können :-D. Glücklicherweise hatte ich eine Wasserflasche dabei (zum Trinken versteht sich ;-)). Wenn ihr noch einen interessanten Platz für euer Büro sucht, die Stiftung Zollverein erwartet eure Bewerbung.
Interessant und so richtig gefährlich 😀 wurde es dann im Anschluß, denn es ging in die umliegenden Außenanlagen, die normalerweise im Verborgenen liegen und nicht betreten werden können (z.B. die Wolkenpapierkörbe Kaminkühler). Der Grund, das Gelände hinter den Hallen unterliegt, anders als die Hallen selbst, noch dem Berbaugrecht und muß erst noch von Altlasten befreit und aufbereitet werden. Ganz am Ende gab es noch dieses Gebäude mit sechs Triebwerken großen Ventilatoren, die auf ihren neuen Einsatz warten … Ready for take off :-D.
Wat macht ihr morgens als erstes? Ne, ich mein nicht die Augen auf und dat Klo besuchen, ich meine danach. Ich zumindest mache das Radio an, versuche zwischen Rasieren und Kaffee die aktuellen Nachrichten zu hören und vor allem den aktuellen Wetterbericht. Man muß ja wissen, wat man so zum Anziehen braucht. Dann höre ich im Auto weiter Radio, lasse mir die Verkehrshinweise vorlesen und wenn ich mich abends wieder auf der Couch fletze, gucke ich die Lokalzeit im WDR Fernsehn.
Ja schon richtig, prinzipiell habe ich im KabelTV die Lokalzeit aus Düsseldorf, aber mich interessieren auch die Nachrichten aus der alten Heimat. Und wofür hat man schließlich das Internet? Also flimmert häufig via Zattoo die Lokalzeit Ruhr über den Computerbildschirm. Und woher kommen die Ruhrnachrichten? Genau mitten aus Essen (komischerweise heißt die Straße wo der WDR residiert „III. Hagen“, wer denkt sich nur solche Namen aus). Nun startet der WDR einmal im Jahr einen Tag der offenen Türe und während ich bisher in Düsseldorf beim Studiofest war, habe ich mir dieses Wochenende mal das Studiofest in Essen näher betrachtet.
„Ein Tag Live“ so lautet seit letzem Jahr das Motto des WDR beim Tag der öffenen Türe. Nun sind das Studio und die Büros in Essen etwas kleiner, weshalb der WDR auch für die Zuschauer auf den Kennedyplatz ausgewichen ist. Eine riesige Bühne mit allen Lokalzeitmoderatoren, verschiedene Zelte mit Kinderspielen, Kinderschminken, Autogrammstunden der Moderatoren, Nelson Müller, Urbanatix und vieles mehr waren zu sehen.
Wer ein bisschen Zeit mitbrachte, konnte an einer Studioführung teilnehmen und sich ansehen, wo Radio und Fernsehen gemacht wird. Ein Blick ins Lokalzeitstudio, in die Greenbox und ins Radiostudio wurde gewährt. Gerne hätte ich mir viel mehr angesehen, Fragen gestellt und mehr, aber die nachfolgende Gruppe, die im 15 Minuten Rythmus eingelassen wurde drängte nach. Trotzdem ein Kompliment an die Organisatoren, die ja parallel dazu auch die Sendung für den Abend vorbereiten mußten.
Draußen auf der Bühne gab’s unterdessen Tony Mono, Interviews mit den Radiomachern und für Kinder die MausShow. Außerdem wurde dem interessierten Zuschauer von Stefan Göke (den ihr sicherlich auch aus der Lokalzeit und der Aktuellen Stunde kennt) der kleine Smart für die schnelle (Radio-)Reportage vor Ort vorgestellt.
Übrigens am 13.07.2013 startet das erwähnte Studiofest „Ein Tag Live“ auch wieder rund um das Funkhaus in Düsseldorf (in der Stromstraße, das ist wenigstens mal ein Straßenname, den man sich merken kann ;-)).