Bei mir läuft’s zur Zeit etwas ruhiger, weil ich krankheitsbedingt ein paar Tage aussetzen durfte. Unter anderem war ich zu einer Untersuchung im Krankenhaus und durfte feststellen, wie weit meine Daten selbst dort gespeichert sind. Sie hatten meine alte Adresse im Computer, obwohl ich selbst in Krefeld noch nie im Krankenhaus war. Aber Familienangehörige und da ist man dann als Bezugsperson …. na ja. Aber das gehört hier nicht in allen Einzelheiten hin, zumindest z.Zt. noch nicht. Stattdessen ein kleiner Rückgriff auf letztes Wochenende.
Am Sonntag war ich mal wieder in und um Essen herum unterwegs. Zuerst zum Oldtimertreffen an der Kokerei Zollverein und anschließend seit langem mal wieder auf der Halde Schurenbach. Das Oldtimertreffen Anfang September ist traditionell das erste Treffen nach den Sommerferien und, wenn das Wetter stimmt, gut besucht. So war es auch dieses Mal wieder. Die Parkplätze für Oldtimer wurden knapp und die Besucher nutzen den Sonntag für einen ausgiebigen Fotospaziergang. Ein paar schöne Fahrzeuge waren ja dabei oder würdet ihr einen Mercedes 300 SL verstoßen 😉 ? Ich lade am Wochenende noch ein paar Bilder in die bekannten Fotoalben.
Anschließend habe ich nach längerer Zeit, weil fast um die Ecke, mal wieder einen Abstecher zur Halde Schurenbach gemacht. Ich hätte ja das Umfeld beinahe nicht wiedererkannt. Sind dort auch Bäume dem Sturm im Frühjahr zum Opfer gefallen? Der Eingang, sonst unter Bäumen, lag gänzlich im freien Feld und auch entlang der Treppe, die langsam anfing zuzuwuchern war rechts und links alles gerodet, was sich sonst Gestrüpp nannte. Nur im oberen Teil der Halde wuchs alles wie gewohnt. Aufgefallen ist mir die neue Aufschrift auf der Bramme „Dani’s weightloss Journey“. Sie (oder er) scheint es schon mehrfach an die Spitzte der Halde geschafft zu haben. Viel Glück Dani beim Abnehmen ;-).
Am Samstag hatte ich schließlich noch etwas Zeit und habe mich mal mit dem Thema Handy Ticket beschäftigt. Das Handy Ticket ermöglicht einem den Kauf von Tickets des VRR (also Bus, Straßenbahn, Regionalbahn, S-Bahn etc.) mit wenigen Tastendrücken und Abrechnung über Girokonto oder Kreditkarte. Als ich am Dienstag vom Krankenhaus zurückfuhr habe ich das gleich mal ausprobiert. Ich würde nämlich im nächsten Urlaub gerne mal einen Handy App Tag verbringen, also möglichst viel mittels Handy organisieren, bezahlen usw. Aber davon ein anderes Mal mehr. Der Ticketkauf (Einzelfahrt innerhalb Krefelds) verlief übrigens reibungslos.
Normalerweise brauche ich ja ein paar Tage nachdem ich irgendwo war, um einen passenden Blogbeitrag draus zu schneidern und der letzte Beitrag zum Thema Rhein-Herne-Kanal ist auch immer noch aktuell, aber da die Gourmet Meile ja nur an diesem Wochenende stattfindet muß ich mich ein bisschen sputen. Im letzten Jahr konnte ich mich nicht so recht entscheiden, aber dieses Jahr habe ich mir bereits im Vorfeld im Netz angesehen, was es so gibt und mich spontan für „Himmel und Ääd vom Restaurant Mintrops Stadt Hotel entschieden. Himmel und Ääd ist gebratene Blutwurst (ich weiß nicht jedermanns Sache 🙂 ) und dazu gab es karamellisierte Apfelspalten, Kartoffelpüree und Röstzwiebeln.
Zum Nachtisch habe ich mich für eine Portion Topfenknödel von Nelson Müllers Restaurant Schote entschieden. Zu den Topfenknödeln gab es Zwetschgen, Zimteis und Pistaziencreme. Ja ich weiß, von diesen Gerichten wird man jetzt nicht pappsatt, aber dafür schmeckt es ausgesprochen gut. Beim ersten Essen kauft man für 1,- Euro ein Besteck, das man dann an allen weiteren Ständen wiederverwenden kann. Wenn ihr Lust habt, bis Sonntag geht die Gourmet Meile noch auf Zeche Zollverein in Essen.
P.S.: Dieser Beitrag ist nicht gesponsert, alle Gerichte wurden selbst bezahlt, selbst verzehrt und selbst für äußerst lecker lecker lecker befunden ;-).
Seit ihr eigentlich froh in der Jetztzeit zu leben? Wir schreiben das Jahr 2014 und die Nachrichtensendungen vermelden nur selten wirklich gute Nachrichten. Trotzdem haben wir eine Menge Dinge, an die man vor 50 Jahren nicht einmal gedacht hat, geschweige vor 100 Jahren. Daher blickt das LVR Industriemuseum zusammen mit dem Ruhrmuseum Essen in der Mischanlage der Kokerei Zollverein z.Zt. 100 Jahre zurück. Zurück auf „1914 Mitten in Europa„. So lautet der Name der Ausstellung, welche auf den ersten Weltkrieg zurückblickt. Aber nicht nur auf den Weltkrieg, sondern auch auf die Epoche der Jahrhundertwende auf Wohlstand und technische Innovationen, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits existierten.
Der Besuch startet im südlich vorgelagerten Wiegeturm (Parkplatz C) mit einer Fahrt der 150 Meter langen Standseilbahn. Man muß sich sogar anschnallen, dann rumpelt es etwas und ehe man sich versieht ist man auch schon in der oberen Ebene der Ausstellung angekommen. Ich dachte es wäre kühl dort drinnen, ihr wißt schon dicke Mauern und so, war es aber nicht, es war wie draußen auch um die 30 Grad, vielleicht 2 Grad kühler. Dafür stand die Türe zum Außenbereich offen. Also schnell mal einen Blick auf die Kokerei und das Werksschwimmbad von oben. Allerdings war der Blick nicht ganz neu, ich stand dort schon mal während der Führung durch die Kokerei.
Die Ausstellung startet mit einem Überblick über die damaligen Errungenschaften, der Motorwagen, der Ottomotor, Kaisers Kaffee Geschäfte, die ersten Rechenmaschinen (namens „TIM“ = Time is money), einen Schnelltelegrafen, Aspirin oder die Kleidung dieser Zeit, um nur einiges zu nennen. Diese Etage stellt sprichwörtlich den Vorabend des Ersten Weltkriegs dar. Das war die Zeit, in der Züchtigung von Kindern noch empfohlen wurde! Eine Etage tiefer befinden sich dann die Zeichen des Kriegs. Waffen von der Pistole über das Maschinengewehr bis hin zur Kanone. Dazu die Schutzeinrichtungen der Soldaten und die Produktionsstätten der Waffen und Munition in der Rhein-Ruhr-Region. Man erfährt von der Begeisterung, mit der junge Männer damals in den Krieg zogen und dem Start der „plastischen Chirurgie“, wenn die Männer zum Teil schwer verletzt wieder zurückkehrten.
Im dritten Teil der Ausstellung, zu begehen über die langgezogene Treppe in der Mischanlage, geht es um die Nachwehen des Krieges mit Hunger, Revolution und Besatzung. Aber auch neue Technik von der Hollerithmaschine (Start der Datenverarbeitung) über den Rundfunkempfänger bis zum „Saugling“, einem der ersten transportablen Staubsauger aus den Borsigwerken in Berlin. Im Nachhinein habe ich mir überlegt, ob es sinnvoll gewesen wäre 3,- € zusätzlich für den Audioguide auszugeben, denn an der einen oder anderen Stelle kam ich mir schon etwas verloren vor ohne nähere Erläuterung der Exponate. Andererseits hatte ich mir 2 Std. Besuchszeit vorgenommen und denke, daß der Audioguide einen doch länger bindet. Wenn ihr Interesse habt, hört doch mal hier testweise rein, ob sich der Audioguide für euch lohnt (ZIP Datei mit einer Hand voll MP3’s).
Letztendlich habe ich mit Fotos machen rund 2 1/2 Stunden in der Ausstellung verbracht. „1914 Mitten in Europa“ läuft noch bis Ende Oktober (26.10.2014). In dem folgenden YouTube Beitrag gibt euch das LVR Industriemuseums noch einen kurzen Einblick in bewegten Bildern. Weitere Fotos gibt’s bei Google+ bzw. Flickr (etwas zurückscrollen weil in der Zeitschiene vor dem Grugaparkbesuch).
Arrrrgg … mein Urlaubsende naht und ihr werdet daher wieder etwas verschont mit neuen Blogbeiträgen … obwohl der Sommer ist ja (hoffentlich) noch nicht vorbei, so daß sich noch das eine oder andere ergeben könnte. Gut, wie dem auch sei, nach zwei Monaten Pause, war ich vergangenen Sonntag mal wieder beim Oldtimertreffen an der Kokerei Zollverein in Essen. Da die Autos hier bereits als Oldtimer zählen, wenn sie 30 Jahre (oder älter) sind, kann ich mich mit Fug und Recht auch als Oldtimer bezeichnen. Aber als einer, der noch gut in Schuß ist, gerade erst ärztlich durchgecheckt und mit neuer TÜV Plakette versehen, habe ich noch ein paar Kilometer vor mir 😉 .
Das war übrigens, wie ich erst nachträglich gelesen habe, ein kleines Zwischenjubiläum, denn es war das 40. Treffen auf dem Gelände der Kokerei Zollverein. Da noch zwei Treffen folgen (7. September, 5. Oktober) und insgesamt 7 Treffen pro Jahr stattfinden (jew. am ersten Sonntag des Monats von April bis September), findet das 50. erst 2016 statt. Erster Sonntag im April versteht sich. Besondere Ausschau halte ich immer nach ausgefallenen Aufklebern oder Aufschriften. Das hier ist übrigens ein Russe (Волга/Wolga) und hatte keine Aufkleber.
Daß ein älteres Saab Modell „Alter Schwede“ auf der Heckklappe stehen hat, kann ich ja noch verstehen, warum allerdings den Scirocco der ersten Baureihe den Schriftzug „Das ist ein Mädchenauto“ ziert, kann ich nur raten 😀 . Vielleicht ja deshalb, weil es einfach so ist 🙂 . Ich habe fertig und genug gelabert, ihr könnt jetzt ein paar Bilder gucken, bei Flickr oder Google+ und wer im Bild stehen bleibt (Folgebild) kommt halt mit auf’s Foto .. ätsch.
Es dürfte gefühlt 7-8 Jahre her sein, daß ich einen TV Bericht über tapfere Menschen im Ruhrgebiet gesehen habe, die bei Regen mit Regencape und Schirm bewaffnet eine ganze Nacht durchs Ruhrgebiet laufen. Damals habe ich auf dem Sofa gesessen und darüber geschmunzelt. Jetzt ein paar Jahre später dürft ihr raten, was ich am Samstag gemacht habe 🙂 .
Kunst, Kultur, eine Nacht, 20 Städte, 50 Spielorte und 2000 Künstler starteten am Samstag in eine neue „Nacht der Industriekultur“. Kurz gesagt, es war wieder Zeit für die Extraschicht. Für alle die bisher noch nie bei einer Extraschicht dabei waren sei gesagt, in der Zeit zwischen 18.00 und 2.00 Uhr sind i.d.R. rund 150.000 – 200.000 Kulturliebhaber mit Bus und Bahn durch das Ruhrgebiet unterwegs und genießen Musik, Artistik, Feuerwerk, Theater, Führungen, Mitmachaktionen u.v.m.
Gleichzeitig hatte dieses Jahr der Landschaftspark Duisburg Nord sein 20 jähriges Jubiläum, also ein weiterer Grund sich auch dort mal umzuschauen. Ehrlich gesagt war ich etwas unentschlossen, ob ich 2014 überhaupt wieder an der Extraschicht teilnehmen soll, denn leider habe ich dieses Jahr keinerlei Unterstützung erfahren dürfen und außerdem verkündete der Wetterbericht wie oben schon beschrieben nichts Gutes. Last but not least muß ich in der Nacht auch wieder zurück nach Krefeld.
Aber zu Hause hocken? Nö, ist auch Mist. Also habe ich mich entschlossen zunächst dem Landschaftspark in Duisburg einen Besuch abzustatten (noch vor der eigentlichen Extraschicht) und dann ein spielortbezogenes Ticket auf Zeche Zollverein zu erwerben. Für 10,- € gab es keine vollen Busse und Bahnen (mit schon mal sehr engem Körperkontakt 🙂 ) sondern nur das Gelände auf Zollverein. Dummerweise war das mit der Anreise so eine Sache, weil der Weg von der Autobahn kommend zunächst in einer Reihe von Sackgassen landete und die Parkplätze an Zollverein nur für Besucher mit gesondertem Parkschein zu befahren waren. Mit 30 Minuten Verspätung habe ich es dann doch in einer Nebenstraße geschafft zu parken.
Auf dem Ehrenhof tummelte sich eine Herde seltsamer Röhren und ein Schäfer, der versuchte diese Röhrenwesen zu bändigen, im „Archiv des Weltensammlers“ konnte man unter komische überdimensionale Hüte klettern und bekam in jedem „Hut“ eine andere Ausstellungswelt auf ganz kleinem Raum zu sehen. Während gerade noch Klavierklänge des „Klavierzaubers“ zu hören waren, lief plötzlich ein Elefant über den Ehrenhof. Zwei Künstler auf Stelzen steckten in „Jumbo“ und erweckten die Illusion zum Leben.
Einige Programmpunkte waren auf Grund des Wetters kurzerhand in die Hallen verlegt worden, so z.B. auch der „Circo Black and White“ mit Seiltanz, Musik und Hundedressur, der kurzweilige 20 Minuten bescherrte. Eine Reihe weiterer Programmpunkte, die man zum Teil nur so nebenbei wahrgenommen hat, bespielten weite Teile des Geländes und trotzten zum Teil dem feuchten Wetter. Ganz große Hochachtung z.B. den jungen Künstlern und Straßenmusikern, die auch mal nur vor 5-6 Leuten musizierten.
Die Museum und Ausstellungen hatten lange Warteschlangen, dafür strickten, pardon häkelten ein paar Leute etwas abseits eine Europakarte und auch im hinteren Teil der Kokerei, wo die RAG seit einiger Zeit ihren Firmensitz hat, stand eine Bühne, die aber am frühen Abend nur eine handvoll Zuschauer im Regen erfreute. Zwischen der Zeche und der Kokerei klaffte, vielleicht wetterbedingt, ein Unterhaltungsloch. Ob später noch mehr Gäste dorthin gefunden haben, kann ich nicht sagen. Zum Wetter paßt zumindest das obige Bild, daß ich am Straßenrand aufgenommen habe 🙂 . Mein Abend endete mit der Show von „Mister M“, der wieder mal (ich kannte ihn bereits aus dem Vorjahr) mit Geschick und Humor mit Feuerkeulen jonglierte, während er auf einem drei Meter hohen Einrad saß.
Mehr Bilder bei Flickr und Google+ im Album „Extraschicht“ (dort auch Bilder aus den Vorjahren).
Der letzte Sonntag stand bei mir unter der Überschrift Lack und Leder, weiße Wände und heiße Würstchen sowie Kunst und Kanal 🙂 . Pünktlich kurz vor 11.00 Uhr war ich am ersten Sonntag im Monat mal wieder in Essen, um zu gucken, was sich an der Kokerei Zollverein in Sachen Oldtimer so tut. Die Stellplätze auf dem Gelände der Kokerei sind durch Bauarbeiten leider immer noch beschränkt und trotzdem halte ich nach geeigneten Fotomotiven Ausschau. Wenn man allerdings häufiger dabei ist, wiederholen sich die Fahrzeuge und damit die Motive mit der Zeit.
Blank geputzten Lack gab es dieses Mal bei einem Mini Treffen zu sehen und relativ viel Leder in amerikanischen Großraumlimousinen, die ohne Frage interessant sind, aber in Mengen auftretend doch eher wieder nicht. Also beschränkte ich mich auf die kleinen Dinge am Rande, auf umstrickte Stoßstangen, auf Leute die ihre Autos (wenn man dem Aufkleber glaubt) „KarlHeinzTralala“ nennen oder auf einen der letzten aktiven Feuerwehrkäfer extra aus Rheinberg am Niederrhein angereist. Somit hatte ich nach ca. 1,5 Stunden die meisten Fahrzeuge durch, habe noch die eine oder andere Radkappe abgelichtet und die sich spiegelnde Kokerei Zollverein auf der Motorhaube eines schwarzen … öhm … ach egal.
Danach, auf dem Weg zurück zum Parkplatz, habe ich mich bei der Ausstellung mit weißen Wänden im Kohleaschebunker („La Primavera“) umgesehen. Zuerst wollte ich mich garnicht anstellen, als ich die Warteschlange vor der Türe stehen sah, aber nach einem kostenlosen Bratwürstchen der Stiftung Zollverein wurde die Warteschlange bereits kürzer 😀 . Also angestellt. Und was gibt’s zu sehen? Einen weißen Raum im dunkeln, den man mit Schuhüberziehern in übergroßer Pantoffelform betreten durfte. Am liebsten war es den Machern, wenn man selbst auch noch in weißer (Teil-)Kleidung zu dem Event kam. Also habe ich eine schwarze Hose angezogen 😉 … und ein weißes Shirt mit langen Armen.
Man stelle sich bitte ein, sagen wir mal, Durchschnittszimmer vor, ohne Einrichtung und ohne Fenster, aber mit ca. 4-5 Meter Deckenhöhe, dazu Puschen in Größe 50 an den Füßen 😀 . So schlufften (gibt’s das Wort?) wir also in den Raum hinein und hinter uns fiel die Türe ins Schloß. Es war fast stockfinster, man sah die Hand vor Augen nicht. Wahnsinn, dieses Kunsterlebnis 🙂 . Ja Moment, das war’s ja noch garnicht. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, erkannte man an einem Ende des Raums ein paar Sonnenstrahlen, die durch einen schmalen Spalt fielen und den Raum optisch vergrößerten. Ja!?! Öhm … kommt jetzt noch was, fließt das Wasser plötzlich aufwärts, wackelt der Boden, bewegt sich die Wand auf einen zu? Springt vielleicht so ein Gummihampelmann aus einer versteckten Kiste? Öhm … nö.
Wenn ihr auch mal Puschen in Größe 50 ausprobieren wollt, Geöffnet ist „La Primavera“ noch bis 28.09., Fr–So und an Feiertagen von 11.00 – 18.00 Uhr. Nach diesem weltbewegenden Erlebnis und der doch recht schnellen Abhandlung dieses Kunstteils, konträr zur Wartezeit vorher, konnte ich überlegen um 15.00 Uhr wieder bei schönstem Sonnenwetter auf dem Sofa zu hocken oder, wenn man gerade schon mal in Essen ist, noch eine Ecke weiter nach Waltrop zum Schiffshebewerk Henrichenburg zu fahren. Das Schiffhebewerk hatte an dem Sonntag Museumsfest mit freiem Eintritt. Hätte ich gewußt, daß das ansonsten (wenn ich bisher dort war) fast leere Hebewerk so einen Ansturm erleben würde, ich hätte mir das nochmal überlegt.
Nach einigem hin und her und einem Parkplatz bei Hornbach (offiziell freigegeben) ging’s dann ins LWL Museum. Nicht daß ich, wie bereits erwähnt, das erste Mal dort wäre, weshalb ich auch nicht soviele Fotos vom Hebewerk selbst gemacht habe, ich wollte zur Ausstellung „100 Jahre Rhein-Herne-Kanal“ das an diesem Sonntag auf dem Schleppkahn „Ostara“ eröffnet werden sollte. Auf der Bühne gesellten sich aber noch die Macher der Ausstellung und einige andere, die vom WDR Mann Helmut Rehmsen interviewt wurden. Als sich dann die Türen öffneten strömten die Massen auf das Schiff. So 80 – 250 sollten es wohl gewesen sein, die alle gleichzeitig rein wollten 🙂 . Während draußen (ich hatte meine Jacke im Auto gelassen) noch um die 18 Grad herrschten, waren es unter dem Dach des Schleppkahn locker 25 Grad. Wenn draußen kalt auch drinnen kalt, wenn draußen Sonne, drinnen warm solltet ihr euch merken, wenn ihr dort oder an einem anderen Standort diese Ausstellung besuchen wollt.
Und was gibt’s zu sehen? Ein buntes Sammelsurium aus 100 Jahren Rhein-Herne-Kanal. Zelte der Emscherkunst, genauso wie Postkarten aus Zeiten des Kriegs, Gemälde und Fotos mit Begebenheiten am Ufer des Kanals (ob das Mädel welches ihr Oberteil lupft wußte, daß sie mal Teil einer Ausstellung wird 😉 ), aber auch Fundstücke, die bei der Suche nach was ganz anderem im Kanal wieder ans Tageslicht befördert wurden. Dazu einen 75’er(!) Schraubenschlüssel, Pollerpuppen und Pokale aus dem Revier, Schiffsmodelle, prähistorische Funde und ein Auerochse in Lebensgröße (oder wie ein junger Besucher betonte, ein Aua-Ochse). Alles in allem eine kurzweilige Ausstellung, die bis zum Herbst an weiteren Standorten des Rhein-Herne-Kanals zu finden sein wird. Wenn die Ausstellung nicht Teil des Museums ist, wie im Schiffshebewerk, ist der Eintritt m.W. frei.
Oldtimerbilder dieses und vorheriger Treffen Flickr / Google+ 100 Jahre Rhein-Herne-Kanal Flickr / Google+
Es ist Sonntag früh, für den Vormittag ist noch Sonne angesagt, also mache ich mich frühzeitig auf den Weg nach Essen. Wie in den letzten Jahren, gibt es auch 2014 wieder Oldtimertreffen auf der Kokerei Zollverein. Ich mag es Sonntagmorgens auf der fast leeren Autobahn zu fahren. Auf dem Weg zur Kokerei stand schon eine kleine Schlange von Autos vor dem Eingang. Ein eindeutiges Zeichen, daß der Andrang mehr als groß sein dürfte. Und so war es auch, der Platz rund um die Kokerei war bereits kurz vor 11.00 Uhr gut gefüllt.
Mein Weg vom Haupteingang in Richtung Kokerei wurde jäh gebremst, als ich sah, daß vor der Kokerei Bauarbeiten stattfinden und der Weg vom Schwimmbad aufwärts („Blaue Allee“) an der ersten Kreuzung abgeriegelt war. Ebenso waren die Wiesen unterhalb der Kokerei mit Bauzäunen verstellt. Hätte ich mal auf der Homepage nachgeguckt, hätte ich diese Info gefunden „Auf Grund von Schäden an Bandbrücken und Schornsteinen ist die “blaue Allee” zum größten Teil bis auf Weiteres gesperrt„. Mhmm … also zurück zum Hauptweg, auf dem sich der komplette Verkehr (Fußgänger und Oldtimer) mischte.
Nun geht man zum Oldtimertreffen ja eigentlich um Oldtimer zu treffen (Wahnsinns Wortspiel 😉 ), aber auch um Leute zu gucken. Letzteres war etwas schwierig, weil man seine Augen darauf richten mußte, daß einem kein Auto über die Füße fährt oder einem ein Radfahrer quer kommt, denn um Platz zu schaffen, wurde der Weg bis vor das RAG Gebäude geöffnet. Die Straße dorthin hat keine Bürgersteige und keine Wiesen neben dem Weg, sondern leider nur unatraktiven Bauzaun. Das bedeutet, daß sich Besucher und Oldtimerfahrer ziemlich nahe kommen. Keine optimale Lösung, ich hoffe, daß sich die Bauarbeiten nicht über das ganze Jahr ziehen.
Die Highlights hielten sich etwas in Grenzen, die lustgen Momente gab’s trotzdem (s.o. Bild „Rauchabzug“). Nebenbei, woran merkt man daß man älter wird? Wenn die Oldtimer des Jahrgangs 1984, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei sind, einem so vorkommen, als hätte man die selbst gefahren. Ooopss … habe ich ja sogar, mein erstes Auto war ein VW Golf (I) und 1983 habe ich meinen Führerschein gemacht. Wie dem auch sei, ein paar interessante Bilder sind trotzdem entstanden, ihr bekommt sie wieder bei Flickr und Google+ zu sehen.
Nein keine Angst, wer zu Weihnachten mehr als genug gegessen hat, den will ich hier nicht zum Essen verleiten. Ich wollte euch zu meinem (vor-)letzten Ruhrgebietsausflug in diesem Jahr mitnehmen. Ich überlege z.Zt. ob ich mir das 5. Jahr in Folge die RuhTopCard kaufen soll. Sie lohnt sich, ohne Frage (mit 45,- € für Stammkunden habe ich über 90,-€ Eintritt „gespart“), aber mittlerweile habe ich die meisten Museen einige Male durch und Anfang der Woche habe ich die (vor-)letzte Möglichkeit genutzt die 2013’er Karte einzusetzen (am Samstag bin ich dann zum letzten Termin im Planetarium in Bochum). Kurz vor Jahresende hat es mich nochmal auf das Gelände der Zeche Zollverein verschlagen. Hier gibt es gleich mehrere Möglicheiten für die RuhrTopCard.
1. Ruhrmuseum (hier kann man sich einige Stunden beschäftigen) und das Portal der Industriekultur (mit Rundumkino und einem Gang auf’s Dach der Zeche Zollverein)
2. RotDotDesign Museum (mit vielen innovativen und preisgekrönten Alltagsgegenständen, das Museum habe ich in den letzten beiden Jahren besucht)
3. Führung durch die Kokerei Zollverein (habe ich letztes Jahr gemacht, ein tolles Erlebnis)
Wer dann noch Zeit hat, kann bis in die erste Januarwoche an der Kokerei Zollverein Schlittschuhlaufen (hier müßt ihr einen kleinen Eintritt zahlen). Ich bin ja so garkein Schlittschuhläufer und wollte auch keinen Supergau auslösen 😉 , aber vielleicht habt ihr ja in den Ferien noch etwas Zeit. Am Tag vor Weihnachten war rund um die Zeche Zollverein nicht so viel los, aber die Eisbahn war gut besucht. Wenn ihr den Parkplatz B benutzt, ist es zu allen o.g. Punkten kaum weiter als 10 Minuten zu Fuß, wer nur Schlittschuhlaufen möchte kann auch den Parkplatz C benutzen (alle kostenfrei versteht sich). Ihr wollt noch mehr zum Thema Zollverein erfahren? Dann gebt oben rechts den Suchbegriff „Zollverein“ ein (oder klickt hier 🙂 ).
Willkommen zum 2. Teil des Extraschicht Berichts (Teil 1 gibt’s hier). 190 Extrabusse kutschieren, neben den normalen Bussen, Bahnen, S-Bahnen und Regionalexpressen, in der Nacht die Besucher durch die Extraschicht und keiner weiß wie die Besucherströme so ganau verlaufen. Beispiel gefällig? Die Lasershow im Amphitheater war keine 3 Minuten vorbei, die Absage lief noch da liefen auch die ersten Besucher schon in Richtung Bus (wohlwissend warum). Der erste Bus (diese langen Ziehharmonikabusse) …, na ja nach Bottrop wollten wohl nicht so viele. Der zweite Richtung Hauptbahnhof, so voll, daß Fahrgäste fast auf dem Schoß des Fahrers sitzen und die Türen nicht mehr zugehen. Der Fahrer steigt aus, sogt für Odnung, erklärt den Türmechanismus.
Der dritte Bus kommt, hält dahinter. Die Meute beginnt sich zu bewegen, ein Vorziehen der Busse nicht möglich der zweite kämpft noch mit Überfüllung. Der vierte und fünfte Bus kommen. Jetzt gibt’s kein Halten mehr, über Bürgersteig und Straße, der erste Bus wird von beiden Seiten eingenommen, der zweite auch, ich mache mich auch langsam auf den Weg, Bus Nr. 4 zu bekommen, bevor der auch voll ist. Chaos auf der Straße, die Lemminge beginnen zu rennen, Autos hupen, Bus 5 steht locker 50 m von der Haltestelle entfernt, alles zuckt mit den Schultern, Sitzeplatz ergattert, Bus Nr. 4 + 5 ziehen aber nochmal vor, rappelvoll geht’s zurück zur Zeche Zollverein. Wer zur Extraschicht den ÖPNV nutzt, muß (zeitweise) starke Nerven haben, aber lustig ist’s ;-).
Zurück auf der Zeche geht mein Blick zunächst auf den beleuchteten Doppelbock, denn ich war noch nie am Abend hier, dann auf die Holzklotzkünstler in der Halle und auf den Sandkünstler davor. Er schreibt mit einem Roboter (bestückt mit einem Laptop) und Vogelsand sinnige Sprüche auf den Boden. Sowas wie „Eine Zeche ist eine Zeche ist eine Zeche …“ oder „Ich bin ein großes Kind, das mit Sandbuchstaben spielt“. Schon wieder 20 Minuten Zeit, die einem wie der Vogelsand durch die Finger rinnt. Jetzt aber zurück zu den Pottköppen. Den Weg zur Kokerei im Stechschritt zurückgelegt, das Undun Sinn Sinn Orchester klampfte immer noch, jetzt etwas leiser.
Da standen sie die Pottköppe und erzählten aus ihren reichen Lebensweisheiten, pfiffen Lieder, rappten und ließen sich mit Früchten belegen. Warum ist es an der Ruhr so schön? Wie lebt es sich im Pott? Wie macht nochmal der Waldkautz, oder war’s ein Uhu? Mal die Zunge zeigen und ein andermal lauthals lachen (und die Zähne zeigen). War dies das Geräusch eines Affen? Komplett verrückt diese Pottköppe. Und ja, ich war auch dabei und wenn ich ganz ehrlich bin, es war z.T. schwer sogar mich selbst zu entdecken, weil so ein 2,50 Meter großer Pottkopp ist eben doch größer als normal.
Mittlerweile weit nach Mitternacht, Zeit nach Hause zu fahren, für mich immerhin auch nochmal 45 Minuten. Warum hat Zollverein eigentlich kein Hotel? Vielleicht kann mir einer von euch nächstes Jahr Unterschlupf eine Couch spendieren ;-). Zum RAG Teil der Kokerei bin ich mangels Zeit garnicht mehr gekommen und das waren nur 1,5 Schauplätze von um die 50 die bei der Extraschicht dieses Jahr mitgemacht haben.
Ein Extraschicht Programmpunkt war dieses Jahr den neuen Emscherkanal in Gelsenkirchen zu besuchen. Geplant hatte ich das auch, aber wie zu erwarten viele andere ebenso. 2-3 Stunden Wartezeit sind mir während einer Extraschicht einfach zu lang. Aber Überraschung am nächsten Tag (Sonntag) gab es einen „Tag des offenen Kanals“. Für fünf Stunden konnte man noch einmal die 350 Meter Abwasserrohr unter dem Rhein-Herne-Kanal entlang ablaufen. Also los, jetzt oder nie dachte ich mir. Am Schild „Eine Stunde ab hier …“ ging’s schnurstracks vorbei, also kürzer als am Extraschicht Abend. Dann warten … Helm und so eine Schutz-/Hygienehaube in Empfang nehmen, Sicherheitshinweise quittieren und 25 Meter über Baustellentreppen abwärts. Da stand ich also vor dem 2,80 Meter hohen Rohr, in dem demnächst die Sch***e fließen wird. Und was macht man nun in so einem Rohr? Genau fotgrafieren bis der Arzt kommt. Der Einstieg, das Rohr, die Beleuchtung und mich selbst, wie ich mal wieder mit Helm bunt beleuchtet werde. Hier bekommt ihr einen ganz kleinen Eindruck, wiederum als Instagram Video.
Es muß schon skurriel sein für die Baumannschaft, wenn über 1 1/2 Tage die Menschen an der deinen Seite 25 m in die Tiefe streben, dann 350 m durch das Rohr marschieren, als ging’s darum sich bei Einwohnermeldeamt durchzukämpfen, um dann am andern Ende wieder 25 m in die Höhe zu steigen. Die Bautreppe ächzt und knarrt unter der Last der Menschen und mach einer ächzte auch, wenn er oben wieder angekommen war. Die tollste Aufgabe hatten letztlich die Mitarbeiter, welche am Ausstiegsschacht die Helme wieder einsammeln durften, um sie dann mit einem Einkaufswagen oberirdisch wieder an den Startplatz zu karren :-). Vielen Dank für eure Arbeit.
Nebenbei, man muß auch den Organisatoren der Extraschicht auch mal ein Lob ausspechen, wenn’s ums wieder Abbauen geht. Die Schicht endete um 2.00 Uhr in der Früh, um 10.00 am Vormittag ist bis auf wenige Bühnenbauten nichts mehr zu sehen. Und wenn man den Berichten glaubt, hat sich die Extraschicht mitlerweile bis nach Berlin rumgesprochen. Da heißt es wohl demnächst anbauen, Extraschicht über zwei Tage, besser gleich drei :-D. Wenn ihr euch also nicht scheut auf viele Menschen zu treffen, auch mal plötzlich im Mittelpunkt einer Kunstaktion zu stehen und nach dem Motto „Nach der Schicht ist vor der Schicht“ lebt, merkt euch den 28. Juni 2014. Dann gibt es eine Neuauflage der Extraschicht.
Hier übrigens noch zwei (von unzähligen) Videos, die ich bei YouTube gefunden habe, die qualitativ wirklich gut sind. Vielleicht bis nächstes Jahr. Mehr Bilder gibt’s im Extraschicht Album 2012/2013 auf Flickr und Google+.
Ich bin kein Architekt oder sowas, aber letzte Woche Sonntag war, wie ich aus dem Internet erfahren durfte, Tag der Architektur. Pffft … ja und … jeden Tag ist Tag von irgendwwas. Tag des Hundes, Tag der Milch, Tag der schwangeren Honigbiene, was weiß ich. Daß der Tag der Architektur bundesweit stattfand und in vielen Städten Einblicke in sonst verschlossene Räumlichkeiten bot, habe ich eigentlich erst im Nachhinein erfahren. Gelesen hatte ich zunächst nur von kostenlosen Führungen durch das ehemalige Kammgebäude auf der Kokerei Zollverein in Essen (hier ein PDF zu dem Gebäude). Besuch eines ansonsten verschlossenen Industriegebäudes (und Umfeld) und das noch auf dem Welterbe? Wie geil ist das denn, da muß ich hin. Die ersten Sonnenstrahlen hatten sich gegen kurz vor 11.00 gerade mal hinter den Wolken hervorgewagt, als ca. 10 mutige Kandidaten in die verstaubten Hallen wollten.
Man muß wissen, daß dieses Gebäude seit einiger Zeit der Stiftung Zollverein gehört und man nun auf der Suche nach einem /mehreren geeigneten Mieter(n) ist. Das Gebäude wurde von außen (Dachflächen, Wände, Regenrinnen etc.) bereits wieder in Stand gesetzt weitere Arbeiten (Wärmedämmung, Anschluß an öffentliche Leitungen etc.) stehen noch an. Warum Kammgebäude? Weil die Hallen sich wie die Zinken eines Kamms an einen durchgehenden Gang angliedern. Fototechnisch ist der Blick durch diesen 200 Meter langen Gang ein Highlight. Nach kurzer Vorrede ging es um kurz nach 11.00 Uhr los. Zusammen mit Mitarbeitern der Stiftung Zollverein und einem Architeckten wurden die einzelnen Hallen eine nach der anderen betreten.
Gut wohnlich ist jetzt vermutlich anders, schließlich handelt es sich um Industriegebäude in denen früher Schutzgas (ein Gasgemisch, welches die Aufgabe hat, die Luft, vor allem den Sauerstoff bla bla erklär ….) Wasser für die Kokereikühlung gefiltert und gepumpt wurde usw. Dementsprechend gab es viele Behälter, alte und neue Rohre, Zusperr- und natürlich auch Aufsperrventile. Zwischendurch lag mir etwas Staub auf der Zunge, man hätte ruhig mal Durchfeudeln können :-D. Glücklicherweise hatte ich eine Wasserflasche dabei (zum Trinken versteht sich ;-)). Wenn ihr noch einen interessanten Platz für euer Büro sucht, die Stiftung Zollverein erwartet eure Bewerbung.
Interessant und so richtig gefährlich 😀 wurde es dann im Anschluß, denn es ging in die umliegenden Außenanlagen, die normalerweise im Verborgenen liegen und nicht betreten werden können (z.B. die Wolkenpapierkörbe Kaminkühler). Der Grund, das Gelände hinter den Hallen unterliegt, anders als die Hallen selbst, noch dem Berbaugrecht und muß erst noch von Altlasten befreit und aufbereitet werden. Ganz am Ende gab es noch dieses Gebäude mit sechs Triebwerken großen Ventilatoren, die auf ihren neuen Einsatz warten … Ready for take off :-D.