Emscherkunst (Teil 4)

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Sommer mit hochsommerlichen Temperaturen über 25 Grad. Und was macht man an so einem Tag. Die Füße ins Schwimmingpool, in der Hängematte abhängen. Pfft … nix da, rauf auf’s Rad und die Sonne auf zwei Rädern genießen. Genug Flüssigkeit in Form von Wasser oder Saft in den Rucksack und ab dafür entlang des Rhein-Herne-Kanals, Fahrtwind kühlt ;-). Ich habe (wie angekündigt) einen weitern Abstecher in Sachen Emscherkunst unternommen und war überrascht wie viele Radler außer mir am Sonntag unterwegs waren. Die Reise startete dieses Mal in Oberhausen in der Nähe des SeaLife, mit einem Rad der MetropolRadRuhr (Nextbike).

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Vorbereitungen waren ausreichend getroffen. Sonnenschutz -check-, ein helles Cap plus Sonnenbrille -check-, Haare im Sommerkurzhaarschnitt, denn man weiß ja nie, wo man den Kopf mal unter Wasser halten möchte -check- :-). Los ging’et an der Tausendfüßlerbrücke (welche Rhein-Herne-Kanal, Emscher und Autobahn A42 hintereinander überquert). Ein Abzweig der Brücke führt schnurstacks an die Emscher und 300 m weiter an den Rhein-Herne-Kanal, der bis auf kleine Abstecher mein (ansonsten einziger) Begleiter bis nach Essen bleibt. Im Vergleich zum Jahr 2010 haben die vonne Emscherkunst dieses Mal überall orange Zeichen an den Wegesrand gepappt und damit eine gute Ausschilderung des Wegs vorgenommen.

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Erster Haltepunkt ist der „Zauberlehrling“, den ihr bereits im ersten Blog(ab)teil sehen durftet. Der Strommast mit dem zauberhaften Namen swingt hier im Sommerwind, während der Strom weiter über seine Brüder und Schwestern im Land verteilt wird. Ich lasse ihn links (ach ne rechts) liegen und fahre weiter durch den staubigen Sand des Kanalweges. Ich war übrigens erstaunt, wie viele Menschen entlang des Kanals gecampt, gegrillt, gelegen, geschwommen, geschießmichtot was alles gemacht haben. Hier irgendwo zwischen Oberhausen und Bottrop.

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Es geht über die Stadtgrenze nach Bottrop, kurz mal weg vom Kanal hinüber zur Emscher. In einem alten Klärwerk stinkt es gewaltig. Das meint ihr, nein hier duftet es nach Parklandschaft, nach Blumen und Gräsern, die wachsen nämlich jetzt dort, wo vor Jahren noch die Pott’schen Hinterlassenschaften dümpelten. Außerdem könnt ihr in (natürlich ungenutzten :-)) Beton-Abwasser-Röhren übernachten und schließlich im Dunklen einer Lichtinstallation der Emscherkunst beiwohnen. Wenn’s also mal ein Hotel in Emschernähe sein darf, hier isset im Berne Park in Bottrop.

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Unterdessen heizte die große rote Scheibe da oben ganz ordentlich ein, aber Fahrtwind kühlt ja. Am Springbrunnen habe ich eine Hand voll Wasser über dem Kopf verteilt und mich auf Grund des glitschigen Bodens (der Springbrunnen ist ebenerdig) fast auf die Fresse auf’s Angesicht gelegt. Ich war so verdattert, daß ich ganz vergessen habe ein Foto zu machen ;-). Schwitz, Glück gehabt, das hätte ein Bild für die Umstehenden gegeben. Dafür gab’s mal wieder eines der gelben Fernrohre (kennt ihr auch schon aus älteren Beiträgen). Dieses Mal gab’s irgendwie nix zu sehen, oder sollte das blauer Himmel sein? Aber der war ja sowieso blau?!? Gut egal, weiter ging die Fahrt.

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Bei soviel Wasser rund um mich herum, nimmt auch der Wasservorrat in meinem Rucksack langsam ab. Gut daß ich im Auto noch einen Vorrat für die Rückkehr hinterlassen habe. Entlang der Emscher geht es dann etwas abseits des Wassers, durch den Rand eines Wohngebiets, über eine Eisenbahnbrücke, knapp an der A42 vorbei (ihr könnt mal winken) und zurück an den Kanal. Wenn’s nicht so warm wäre, daß man eh alles ausschwitzt, man könnte das leichte Gefühl verspüren mal auf’s Klo zu müssen. Und dahin ging die weitere Reise. Wie, watt, zum nächsten Klo? Ja, sozusagen. Emscherkunstwerk Nummer drei auf dieser Reise ist „Between the waters“ einem Projekt, das zeigen soll, wie aus Abwässern durch biologische Klärung wieder sauberes Wasser wird. Und wie kommt man an Abwasser? Man baut ans Ende einer Treppe zwei Toiletten (Männlein/Weiblein) und läßt die Besucher auf’s Klo gehen. Die Häuschen hängen sprichwörtlich in der Luft, fast unmittelbar über der Emscher. Was das jetzt mit der Pflanzenkläranlage und so auf sich hat lest ihr hier.

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An dieser Stelle hatte ich eigentlich eine Ereigniskarte gezogen die sagte“Zurück zum Start“, aber der Obelisk war ja nur 500 768,38 Meter weiter und ein weiteres der sagenumwobenden gelben Fernrohre sollte auch wieder an der Strecke stehen (verriet mir der Emscherkunstplan). Also ab dafür nochmal 768,38 Meter (hin und wieder zurück). Der Obelisk ist groß, ganz groß, locker 14 Meter hoch, schwarz, aus Kohle(!)faser und steht da bereits seit 2010. Er tut nix, steht einfach nur so da und ist für zum Angucken gemacht.

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Das Fernrohr hingegen überrascht dieses Mal mit einen Spiegel, so daß man sich beim Durchsehen selbst beobachten kann oder hier eben die eigene Kameralinse. So jetzt aber genug, kehrt Marsch, zack zack und zurück an den Ausgangspunkt. Google Maps meint die Strecke die ich abgeradelt habe wäre rd. 12 km lang (hin und zurück also 24 km). Ich bin verrückt? Na ja ein bisschen, aber Fahrtwind kühlt ja, bloß nicht anhalten. Und es gab noch viele andere „Verrückte“, z.B. dieser Trupp, der hier um die Wette paddelte, Drachenboot gallore ;-).

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Wo sich die Emscherkunstwerke genau befinden, ich erwähnte es schonmal, gibt’s in PDF Form hier. Nochmehr Bilder? Dann surft zu Flickr oder Google+. Die Kunstreise entlang der Emscher wird fortgesetzt. Und wann startet ihr eure „Kunstreise“ im Pott?

Emscherkunst (Teil 2)

Die ganze Welt steht Kopf, möchte man manchmal denken und bei dem einen oder anderen von euch mag das auch schon mal zutreffen, aber dieses Mal geht es um Fernrohre. Diese hilfreichen Dinger, die manchmal auch an Ausflugszielen stehen und flehentlich um 50 ct. Stücke betteln, nur um den Berg oder weiß der Henker was sonst auf der anderen Talseite zu sehen. Dieses Mal geht es aber eine Nummer kleiner und (wieder) um Kunst.

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Mittlerweile sind die Bilder rund um die Emscherkunst Eröffnungsfeier bei Flickr und Google+ online, Zeit also die Tour vom letzten Mal zu ergänzen. Ich erzählte, daß ich, weil ich mir für 2-3 Stunden kein Fahrrad mieten wollte, zu Fuß unterwegs war und das hat (neben einer Tour mit dem Rad) druchaus seine Vorteile gegenüber dem Auto. Einige der Emscherkunst Objekte und auch Randdetails entlang des Rhein-Herne-Kanals erreicht man mit dem Auto einfach nicht. Dazu können sowohl alte Brückenbauwerke, oder das was davon übrig ist, gehören, als auch die zur Emscherkunst gehörenden Fernrohre.

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Dieses hier, gegenüber des Gasometers, ist z.B. auf den Rest eines alten Brückenbauwerks gerichtet und wer hindurchsieht entdeckt den Spruch „Why are you here and not somewhere else„? Tja, gute Frage :-D. Ich habe mal versucht diesen Spruch vor die Kamera zu bekommen und wer schon mal versucht hat mit einer Brille durch ein Fernglas zu gucken, weiß um die Schwierigkeit, daß das ein ziemliches Gehampel sein kann. Aber 10 Miuten Schweiß (warum mußte auch gerade da die Sonne scheinen) führten zu einem Ergebnis, das mir gefällt. Ziel dieser Fernrohre, ihr habt es euch sicherlich schon gedacht, ist nicht eine Halde, einen Berg oder sonstiges Kulturgut zu betrachten, sondern die künstlerische Idee, die dahinter steckt. Hier eben den o.g. Spruch zu entdecken und das auch ohne 50 ct.

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Nachdem ich also am ersten Fernrohr fotografisch etwas Übung hatte, fand ich auf dem Gelände des Stadtsportbundes vor den Blowin’Free Comtainern ein weiters Exemplar. Dieses Mal stand nein kein Sprüchlein drin, sondern die ganze Welt Kopf (eine Umkehrung des Bildes um 180 Grad). Auch davon habe ich mich bemüht etwas einzufangen, das Ergebnis seht ihr hier (nicht daß ihr denkt ich hätte hier nur die Fotos falsch herum gedreht ;-)). Jetzt bin ich schon gespannt, was mir die nächsten Exemplare so zu bieten haben. Ich werde weiter darüber berichten.

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Im Übrigen hat der Rhein-Herne-Kanal (und damit auch die nahe verlaufende Emscher) gefühlt ca. alle 500 Meter eine Brücke (zumindest auf diesem Teilstück in Oberhausen). Einige davon überqueren auch gleich noch die unweit gelegene Autobahn A42. Und unter den Brücken, da geht’s gemütlich zu. Wenn gerade kein großes Schiff vorbeischippert, dann ist es vielleicht diese (oder eine andere) Schwanenfamilie bei ihrem Wochenendausflug. Ich konnte nicht anders als die Kamera draufzuhalten auch wenn ich ganz kritisch von den Schwaneneltern dabei beobachtet wurde :-).

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Last but not least wird man entlang des Rhein-Herne-Kanals auch immer wieder mal Schilder wie diese hier finden. Sie entstammen noch der Kunstaktion „Kultur Kanal“ aus dem Jahr 2010. Man könnte das Bild fast untertiteln mit „Sie haben Post„. All das sind Dinge, die man nur sieht, wenn man hautnah dran ist am Kanal, weshalb ich nochmal empfehlen kann, sich ein Fahrrad zu leihen. Am nächsten Wochenende (mal sehen vielleicht Samstag) werde ich, wenn es das Wetter erlaubt, weitere Ziele der Emscherkunst erkunden, macht euch auf weitere Beiträge gefaßt ;-).

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Da fällt mir ein, hatte ich gesagt, daß die BEATBÜRGER – Jamsessions bei „Warten auf den Fluss“ am Sonntag (siehe hier) ist. Ooops … der Sonntag ist schon 2/3 verplant, aber vielleicht packe ich das noch mit rein.

Termine am kommenden Wochenende (29./30.06.2013):
– Samstag „Ein Tag Live“ beim WDR Essen
– Samstag + Sonntag Emscherkunst bis 06.10. und Drachenbootrennen am Baldeneysee
– Sonntag GreifvogelFlugshow Essen Gruga 11.00/14.00/15.30 h
– Sonntag Designmarkt Essen Zeche Carl 13.00–18.00 h
– Sonntag BEATBÜRGER – Jamsessions bei „Warten auf den Fluss“ 15.00-18.00 Uhr

Emscherkunst

Emscherkunst

Ich hoffe, mein Geschreibsel zum Thema Emscherkunst hängt euch noch nicht zu den Ohren raus :-). Denjenigen von euch, die denken ich wäre so der Museumstyp, mit Bilder gucken und darüber diskutieren, ob der Maler van Dingensbums die Nase .. äh .. Vase auch wirklich so rot haben wollte und warum, dem sei gesagt, nix dergleichen, alles Unfug. Emscherkunst ist ganz was anderes, nämlich frische Luft, Bewegung und Kunstwerke draußen. Auf 47 Quadratkilometern entlang der Emscher (und des Rhein-Herne-Kanals) stehen riesige Obelisken, singende Felsen und tanzende Strommasten, an Hand eines fast schwebenden Toilettenhäuschens wird die biologische Reinigung von Wasser erklärt, ihr besteigt schwingende Brücken, Hütten auf Stelzen, Brückenskulpturen noch bevor der Fluß kommt u.v.m.

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Unweit der Slinky Springs to Fame Brücke (auch Rehbergerbrücke genannt) fand an diesem Wochenende in Oberhausen die Eröffnung der Emscherkunst 2013 statt. Trotz Regenschauern hatten sich einige 100 Interessenten eingefunden. Alle Kunstwerke an einem Tag abzufrühstücken dürfte etwas schwerfallen, selbst wenn entlang von Emscher und Rhein-Herne-Kanal alles weitgehend ebenerdig ist. Aber wer 2-3 Touren einplant dürfte fündig werden. Und das schöne, die Kunstwerke stehen den ganzen Sommer über bis zum 6. Oktober 2013 da draußen. Einige (dauerhaft stehende Objekte) sind rund um die Uhr andere zu den üblichen Öffnungszeiten von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet und kosten keinen Eintritt. Beleuchtungskunstwerke (wie im Berne Park, Bottrop) sind z.T. zu anderen Zeiten, auch am Abend geöffnet.

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Nebenbei sei erwähnt, daß es dieses Jahr eine passende Kunst- und Radkarte gibt, die zwar 5,- Euro kostet, dafür aber seitens der Organisatoren in Besucherzentren, in einen Fahrradverleih und vor allen Dingen in Wegweiser investiert wurde. Alles Dinge, die es bei der letzten Emscherkunst 2010 nicht gab. Den Fahrradverleih findet ihr unter der Adresse www.revierrad.de/ek2013. Die Räder können mindestens 24 Stunden (ein Miettag) benutzt werden, die Mietgebühren je Miettag betragen für ein CityBike 12 €, für ein E-Bike 24 € und für ein Kinderrad 7 € (unter 8 Std. 9 €, 18 €, 5 €). Ich werde euch in den nächsten Tagen (oder Wochen) das eine oder andere vorstellen und so gut es geht, den Weg dorthin beschreiben. Bitte bedenkt, nicht jedes Kunstwerk ist mit dem Auto zu erreichen, ein bisschen zu Fuß (oder mit dem Rad) müßt ihr schon sein.

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Gerne hätte ich euch auch noch die Radkarte hier angeboten, aber die kostenlosen Exemplare waren begrenzt und wohl abgezählt :-(. Aber wenn ich helfen kann fragt ruhig, ich schreibe dann einen GoogleMaps Link von der entsprechenden Stelle in die Kommentare (oder schaut mal in den Tourplaner) . Den Auftakt hat heute, neben dem Projekt BLOWIN‘ FREE (dem Containerdorf der KunstVereineRuhr auf dem Gelände des Stadtsportbundes) der „Zauberlehrling“ (auch tanzender Strommast) gemacht (Standort unweit des Haus Ripshorst: http://goo.gl/maps/oI26n). Ich war zu Fuß dort, das heißt ca. 2 x 3 km (von der Eröffnungsveranstaltung an der Slinky Springs to Fame/Rehberger Brücke) und damit weiter als ich erwartet hatte. Beim nächsten Mal schnappe ich mir ein Fahrrad bzw. besuche einige Punkte mit dem Auto. Auch witzig sind die Fernrohre, die an verschiedenen Stellen stehen und überraschende Einblicke bieten, aber davon mehr beim nächsten Mal.

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Übrigens, an oder in einigen Kunstwerken („Warten auf den Fluß“, „Fluß wird Wolke“ und in 1000 Zelten des Künstlers Ai Weiwei) kann man sogar übernachten und wird somit Teil des Kunstwerks. Die Übernachtung in „Warten auf den Fluß“ (Oberhausen, Flugstraße, Nähe Am Bruchsteg + 10 Min. Fußweg) kostet beispielsweise 90,- Euro bei voller Verpflegung und Stellung von Bettzeug und Handtüchern. Vielleicht wäre diese Brücke tagsüber ein möglicher BloggerTreffpunkt. Die Homepage der Emscherkunst verkündet z.B. am kommenden Sonntag (30.06.2013), an besagtem Kunstwerk „Warten auf den Fluß“ zw. 15.00 und 18.00 Uhr eine „Beatbürger Jamsession“. Wenn ich’s schaffe schaue ich bestimmt mal rein.

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Mehr Bilder in den Ruhr2013 Alben bei Flickr und Google+, mehr Emscherkunst hier.

Sonnenuntergang

Wie ihr am Wochenende lesen konntet, habe ich mich selbst bemitleidet, weil ich auch mal einen Sonnenuntergang auf einer Halde erleben wollte. Sonnenuntergänge sind meist Abends (wer hätte das gedacht), also habe ich mich kurz entschlossen auf Expedition begeben. Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies sind die Abenteuer *scratch* …. Moment nicht diese Art von Expedition.

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Aber diese … Ich war der aberwitzigen Idee verfallen nach einem 8 Stunden Arbeitstag (der zur Zeit zugegebenermaßen etwas entspannter abläuft), unter die Dusche zu hüpfen, wichtige Utensilien in die „Schakkeline“ Tasche zu stopfen und dann dem Abenteuer seinen Lauf nehmen zu lassen (is‘ dat ’n Satz?). Boh´glaubse ich muß verrückt sein. Zu allem Überfluß wollte ich dann auch noch andere in dieses Abenteuer reinquatschen, aber die hatten mehr Durchblick und haben abgelehnt :-D. Als kleiner Steppke dachte ich übrigens immer Abenteuer hat mit Abend zu tun und muß deßhalb Abend(!)euer heißen … aber das ist ein anderes Thema ;-).

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Also gesagt getan, wer weiß was am nächsten Wochenende wieder für’n Wetter ist, ab auf’e Halde. Aber wer Abends zuviel Tatendrang verspürt wird mit morgens mit Verschlafen nicht unter 40 Min. bestraft. „Wer zu spät kommt …“, doch dazu später mehr. Warum ist der Mensch eigentlich so fasziniert von Sonnenuntergängen. Eigentlich ist die Erklärung ganz leicht, man muß nur etwas über Lichtbrechung, Wassertröpfchen und Staubpartikel wissen, also ungefähr dat, wat unser Omma schon immer im Bad hatte.

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Schon kommt so’ne orange/rot Farbgebung zu Stande. Je schöner übrigens der Sonnenuntergang, desto mehr Staub liegt in der Luft (hab‘ ich gelesen). Und ich wisch das Zeug einmal die Woche fott. Jetzt teste ich mal aus, ob ich auch ’n Sonnenuntergang innet Wohnzimmer hinbekomme. Wer im 10 Stock vor unverbaubarer Sicht wohnt hat das Erlebnis Sonnenuntergang vermutlich jeden Abend, ich wohne aber nur im 3. Stock und da verschwindet die Sonne bereits gefühlte 30 Min. früher. Wie muß das erst in Parterre sein. Leute es gibt noch Leben, wenn es bei euch schon dunkel ist ;-).

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Nun war ich am Montag auf der Halde Norddeutschland, die garnicht wirklich in Norddeutschland sondern in Neukirchen-Vluyn liegt (und es im Auge des Betrachters liegt, ob Neukirchen-Vluyn wiederum in Norddeutschland … aber ich schweife ab) und am Dienstag auf der Halde Haniel in Oberhausen/Stadtgrenze Bottrop, von mir auch gerne als Fahrradfahrertiefflughalde bezeichnet. Vom höchsten Punkt diagonal durchs Unterholz schießt einem da schon mal das eine oder andere Rad quer über’n Weg. Bin dann schon mal geneigt Stöckchen zu werfen … bah pfui.

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Der Montag war ausgesprochen schön, die Sonne ging da unter wo erwartet wurde, daß sie untergeht, auch wenn’s dann gleich ein bisschen kühl wurde, denn ich hatte die Jacke im jugendlichen (was gibt’s denn da zu lachen) Übereifer im Auto liegen lassen. Der Dienstag gestaltete sich überraschend diesig und ich war auch etwas zu zeitig auf der mit 159 Metern höchsten Halde im Ruhrgebiet. Also habe ich meine Pustefix Seifenblasen aus der Tasche gezogen und die Installation aus alten, bunten Eisenbahnschwellen („Totems“ genannt) in bunte Blubberblasen gehüllt. Dann endlich war es soweit, die Sonne begab sich am Untergehen und ich mit ihr .. äh .. fotografisch, solange, bis daß der letzte Teil der Vorstellung in den Wolken verschwand.

Halde Haniel

Ihr seid der Meinung Vollmondnächte rauben einem den Schlaf, dann solltet ihr mal Vollsonnentage erleben. Ich habe nach den beiden Ausflügen (Rückkehr immer erst gegen 22.30 Uhr) so fest geschlafen wie lange nicht mehr und wer spät schlafen geht, der hört morgens keinen Wecker und kein nix eben. Ergebnis ich habe mal eben 40 Minuten verschlafen. Se la Vieh wie der Fanzose sagt, was soviel heißt wie „Geheiligt sei die Kuh“ oder so ähnlich (ich kannn nicht französisch, bin aber auch schon wieder abgeschwiffen).

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Zum Ende vielleicht noch dieser schlaue und vollkommen richtige Ansatz. Beim Sonnenuntergang bewegt sich nicht die Sonne, sondern es bewegt sich der Betrachter aufgrund der natürlichen Erdrotation über die Tag-Nacht-Grenze. Mit der „Alle mal festhalten, jetzt geht’s rückwärts …“ Logik lasse ich euch heute mit ein paar Bildern alleine, schaut in den Nachthimmel um … *scratch* neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt … in Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat :-D. Habt eine schöne Nacht.

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Ein paar weitere Bilder lade ich im Laufe der Woche noch in die Ruhr2013 Alben, ich muß erst noch ein bisschen sortieren 😉. Weitere Bilder stehen jetzt bei Flickr und Google+.

In Christos Stoffzelle (BigAirPackage)

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Ker wat war dat gestern windig im Revier. Ich hatte mich aufgemacht das große Luft Packet (BigAirPackage) von Christo im Gasometer zu bestaunen. Der Name paßte zum Wetter, kein Wunder also, daß die Luft da mächtig wehte, aber bereits vor der Türe und zwar eisekalt aus Richtung Ost (was nicht wirklich mit der Ausstellung zu tun hatte 🙂 ). Kurz eine Erklärung für alle, denen der Gasometer jetzt nicht so geläufig ist. Der Gasometer ist ursprünglich ein 117 Meter hoher „Behälter“ in dem Gichtgas und später Kokereigas zwischengespeichert wurde. Heute ist es die höchste Ausstellungshalle Europas mit einem Speichervolumen von 347 000 m³, einer Höhe von 117 Meter und einem Durchmesser von knapp 68 Meter (Quelle: Wikipedia).

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Im Inneren dieser „Halle“ hat Christo nun also eine Skulptur aus 20.350 Quadratmetern lichtdurchlässigem Gewebe und 4.500 Metern Seil fertigen lassen. Die Skulptur wird mit zwei Gebläsen und einem konstanten Luftdruck aufgeblasen wie ein riesiger Ballon. Im aufgeblasenen Zustand erreicht das BigAirPackage ein Gewicht von 5,3 Tonnen, eine Höhe von mehr als 90 Metern, einen Durchmesser von 50 Metern und ein Volumen von 177.000 Kubikmetern. Der Clou man kann den „Ballon“ nicht nur von außen bestaunen (mit dem Aufzug aufs Dach des Gasometers sogar von oben), sondern auch von innen. Eine Drehtüre und ein paar Treppenstufen führt mitten hinein in ein weißes Nichts.

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Kaum drinnen, fletzen sich bereits die ersten Besucher auf großen Kissen auf dem Boden, weitere laufen auf und ab oder sitzen auf den Treppenstufen. Alles ist weiß, die Stoffbahnen an den Wänden, die Decke, der Fußboden, die Treppen … eben alles. Man hat kaum Anhaltspunkte, um die Höhe zuschätzen. Aber alle fotografieren erstmal, ich natürlich auch 😀 . Durch die Dachluken scheint die Sonne von oben auf den Stoff, dazu hängen von der Decke eine Reihe von Lampen. Ein angenehmes Rauschen der Gebläse ist zu vernehmen, es herrscht kein unangenehmer Überdruck o.ä. wie ich es vermutet hatte. Die Kinder spielen Fangen, ihre Rufe hallen wieder, ansonsten ist es relativ ruhig. Zeit einfach Luftlöcher in das BigAirPackage zu gucken. Einige sprechen von Problemen mit dem Gleichgewicht, weil alles weiß in weiß ist, ich habe keine derartigen Probleme. Ich starre die Wände an, gucke wieder an die Decke, beobachte die Leute und starre wieder an die Wände. Bin hin und hergerissen zwischen Kälte am Po (die Metalltreppe auf der ich sitze) und Faszination der Installation. Ich daddel ein bisschen am Handy (kein G3 Empfang in dem „Behälter“) und sitze so bestimmt 20 Minuten da rum. Ganz schön Gaga oder?

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Dann geht’s in den gläsernen Aufzug und ab nach oben. Jetzt merkt man erst wie riesig das BigAirPackage ist. Man fährt und fährt und fährt … Knapp unter der Decke darf man aussteigen und runterschauen. Keine Angst, kräfigartige Metallgitter verhindern schlimmeres. Fotos machen ohne Ende, dann rauf aufs Dach zur Aussichtsetage. Solange man auf der Westseite steht geht’s. Wunderschöner Sonnentag bei rd. 3-4 Grad. Geht man dann den Rundweg einmal rund ums Dach kommt man unweigerlich auf die Ostseite und der Ostwind bläst einem alles weg, was bei 117 Metern Höhe nicht angebunden oder festgezurrt ist. Ich habe Mühe den Fotoapparat ruhig zu halten. Das hält man ja im Kopp nicht aus. Schnell wieder zurück auf die Westseite, Instagrambild zusammengedaddelt, zurück nach drinnen und im Aufzug wieder nach unten. In Parterre gibt’s noch eine Ausstellung bisheriger Christo Projekte. Jetzt brauche ich wieder etwas Wärme und da das Auto schön in der Sonne steht, schnell rein und Türe zu. Ich finde der Besuch hat sich gelohnt, für den Eintritt habe ich übrigens die RuhrTopCard genutzt.

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Das Bilder Nachbearbeiten hat etwas Zeit gekostet, denn das weiße Nichts zu fotografieren ist garnicht so einfach. Wenn ihr also „nichts“ sehen wollt, guckt ihr hier bei Flickr oder Google+.

Slinky Springs im Schnee (Brücke 316a)

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Wider Erwarten hatte ich heute einen freien Samstag und bis Mittag sollte die Sonne zu sehen sein hatte der Wetterfrosch im Radio gesagt (anscheinend hatte er auch Recht, genau um 12.00 Uhr war’se weg 😮 ). Morgen soll es wieder Eis regnen (frage mich noch welche Sorte und ob ich Eiswaffeln bereithalten soll) und ab Montag soll die Winterpracht ins Schmelzen gebracht werden. Also heute nochmal raus und ein paar Winterbilder machen. Komme mir mehr denn je vor wie in ein Sumoringer. Zwei Hosen, zwei Hemden, Pullover, Schal, Jacke, Mütze … das ganze Programm, aber man will ja nicht frieren 🙂 .

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Also schaue ich mir heute mal die Slinky Brücke (moment wie hieß die noch komplett .. öhm richtig „Slinky Springs to Fame“) im Schnee an. Schlaui Zwischenfrage, warum heißt die so? Genau wegen dem Ding, das die Treppe runtergehen kann Spielzeug. Die ersten 10 Meter Brücke waren von Schnee geräumt, danach hatte der Slinky Brücken Schneeräumer wohl keine Lust mehr 😀 . Ein gewisser Reiz geht ja verloren, wenn man die Farben der Brücke nur erahnen kann, dafür kommt der Reiz des Schnees dazu. Aber ich habe die Farben zurückentdeckt.

IMG_2398Hier war blau … 🙂

IMG_2426Hier war rot … 🙂

IMG_2395Hier war Brückenmitte … 🙂

… und da mehren sich die Schlösser an Brücke 316a. Ob die passenden Schlüssel alle im Rhein-Herne-Kanal darunter landen? Ich hatte ja mal überlegt, ob die ganzen Schlösser nicht irgendwann zu schwer werden, aber wenn ich die Schneemengen sehe, brauche ich mir wohl keine Gedanken zu machen 🙂 . Der Rhein-Herne-Kanal selbst war übrigens frostfrei. Im letzten Jahr war ich ein wenig weiter östlich und habe Aufnahmen von Eisschollen gemacht. Na ja, die Schifffahrt wird’s freuen.

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Dafür waren die Sonnenbänke aus irgendeinem Grund heute frei. Ich habe erst einmal die Schakkeline ihre Tasche hingestellt und dann mein Handtuch draufgelegt, hoffe die Reservierung hält bis Mai 😉 . Nach knapp zwei Stunden wurde es dann aber trotz dicker Montour frisch, die Nase war rot gefroren und selbst das Brötchenähnliche Gebäck in meiner Tasche wurde langsam hart. Nur dem Pfau, der sich aus dem benachbarten Kaisergarten auf den Weg gemacht hatte, ging es anscheinend gut. Also ab zurück ins Auto, Sitz- und Lenkradheizung an und ab nach Hause. Bilder … wie immer … Flickr, Google+ (Picasaweb) … zu Sevenload lade ich nichts mehr hoch (aus Gründen).

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Gehse mit aufe Halde Haniel?

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Bereits 2010 und 2011 habe ich euch von der Halde Haniel berichtet. Geändert hat sich an der Halde nichts (wieso auch), aber ebenso wie der Besuch des Nordsternturms vor ein paar Tagen, hat man von hier einen tollen Blick über das westliche Ruhrgebiet und weit darüber hinaus. Leider war die Sicht nicht ganz so gut, wie vor ein paar Tagen, aber in der Ferne schweift der Blick von Duisburg bis nach Gelsenkirchen, von Essen bis nach Düsseldorf. Im Norden sieht man ganz viel Grün und Richtung Süden … ich bin mir nicht sicher … vielleicht kann mich mal jemand aufklären, bis wohin der Blick wirklich geht.

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Die Halde an der Fernewaldstraße zwischen Oberhausen und Bottrop ist bekannt auf Grund des Kreuzwegs (mit Prozession am Karfreitag) und des Bergtheaters (Amphitheater mit 800 Plätzen). Regelmäßige Veranstaltungen „bevölkern“ im Sommer die Halde. So ist z.B. für den Juni 2013 „The Rocky Horror Show“ angekündigt. Außerdem ziert die Installation von Agustín Ibarrola bestehend aus 100 Eisenbahnschwellen seit 2002 die Haldenspitze. Ich könnte stundenlang in knapp 160 m Höhe über das Land gucken, wenn da nur mal 1-2 Sitzbänke ständen 🙂 . Die Halde Haniel ist meines Wissens die höchste begehbare Abraumhalde des Ruhrgebiets. Ich begehe die Halde i.d.R. von der Fernewaldstraße aus, aber auch von der Kirchhellener Straße (Höhe Chinarestaurant) soll es einen Aufstieg geben. Last but not least, kann man auch am Ende der Kleekampstraße parken (und somit den Weg von der Fernewaldstraße um ca. 5-10 Minuten verkürzen).

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Wer’s gemütlich will nimmt die Serpentinen, wer’s etwas eiliger hat krabbelt zwischen den Büschen hindurch und schafft die Halde damit doppelt so schnell (vorausgesetzt man wird nicht von einem Mountenbiker überrollt, der die Abkürzung gerade in umgekehrter Richtung – downhill – nutzen will). Aktuelle Bilder in den Ruhr 2012 Alben … Flickr, Sevenload oder Picasaweb (Google+).

P.S.: Ich fand es übrigens garnicht nett, daß das ganze Ruhrgebiet in Sonne erstrahlte, nur über der Halde Haniel hing für 10-15 Minuten die dickste Wolke ever. Da bleibt nur Kragen hoch und abwarten …

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Marilyn Monroe besucht

Mit der RuhrTopCard habe ich heute mal wieder die Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen besucht. Zur Zeit läuft dort (bis 13. Januar 2013) die Ausstellung zum Thema „Marilyn Monroe“. Die Ausstellung geht über drei Etagen, in Parterrre gibt es hauptsächlich Bilder aus dem Jahr 1962 (kurz vor ihrem Tod) zu sehen, eine Etage höher sind PopArt Bilder (nicht ganz mein Geschmack) und Bilder aus den 50’er Jahren zu sehen und in der 3. Etage sind dann unter anderem die bekannten Aktbilder aus dem Jahr 1949 zu sehen. Diese Bilder, 1952 in einem Kalender und 1953 im Playboy veröffentlicht, dürften Marilyn Monroe Fans wohl bekannt sein.

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Wenn ihr euch jetzt für die Fotos interessiert schaut mal hier, bei der letzen Auktion im Frühjahr erwiesen sie sich als Ladenhüter 😀 . Wenn ihr lieber in die Ausstellung wollt, sucht doch als Vorbereitung mal nach Bildern(!) bei Google, Suchbegriff: „Marilyn Monroe Bert Stern The last sitting“ und verschafft euch so vorab einen Überblick (wohlgemerkt nicht alle Bilder sind auch in der Ausstellung).

Nebenbei, interessant finde ich, daß Schülerinnen und Schüler des Oberhausener Elsa-Brandström-Gymnasiums zu Museumsexperten ausgebildet werden, um Schulklassen durch die Ausstellung zu führen. Ich hatte mich nämlich beim Betrachten der Bilder gefragt, ob heutige Schüler Marilyn Monroe überhaupt noch kennen. Wer in den 70’er Jahren groß geworden ist, hat in Jugendzeitschriften immer mal wieder von ihr gelesen (bis hin zum Starschnitt), aber heute? Wenn ihr heute Schüler seid, schreibt mir doch mal, was ihr über Marilyn wißt.

P.S.: Ich habe noch eine schöne Blogseite zur Ausstellung gefunden, schaut mal rein.

Kurz berichtet …

Nicht jeder Ausflug ist so groß und ausführlich, daß sich gleich ein ganzer Blogbeitrag daraus ergibt, aber wer auf der Suche nach einem Vor- oder Nachmittagsausflug ist, dem könnte ich z.B. folgendes empfehlen.

1. Sea Life
Ihr meint SeaLife wäre auch nur ein Aquarium? Na nicht ganz. Ich zitiere mal von der Homepage „[…] mussten wir alte Vorstellungen zur Präsentation von Fischen über Bord werfen […] wurden die altmodischen Aquarien durch einzigartige Unterwassertunnel, gebogene Becken und Glaskugeln ersetzt […]„.

Sich einmal wie im Ozean fühlen, so kann man durch die verschiedenen Ebenen laufen und Meeresbewohner von oben von der Seite und von unten bewundern. An der einen oder anderen Stelle werden Erläuterungen gegeben, nur der Eintrittspreis ist stattlich. Daher empfielt es sich nach Gutscheinaktionen, Kundenkarten o.ä. Ausschau zu halten. Vielleicht hat ja noch jemand eine Kassenquittung vom letzten Besuch, dann schaut mal auf die Rückseite.

2. Slinky springs to fame
Eigentlich war es ja vom Namen her ein Spielzeug, aber als Tobias Rehberger für das Kulturhauptstadtjahr (2010) diese Brücke entwickelte, waren alle gespannt, ob man das so verwirklichen kann. Vollkommen freischwingend geht diese Brücke in Oberhausen über den Rhein-Herne-Kanal. Die Brücke ist rund um die Uhr begehbar und in den Abendstunden i.d.R. beleuchtet. Nach dem Vorbild der Hohenzollernbrücke in Köln haben sich auch an dieser Brücke mitlerweile eine ganze Reihe Liebespaare mit einem Schloß verewigt. Ob sich der Künstler das damals so gedacht hat 🙂 ? 496 Spiralwindungen, 400 Meter Länge, der Boden in 16 verschiedenen Farbtönen. Wenn ihr die Brücke mal relativ leer sehen wollt, kommt am besten in der Woche.

3. Bismarckturm Bochum
Als ich letztens mal wieder ins Planetarium nach Bochum wollte, hatte ich noch etwas Zeit und bin in den Stadtpark auf der anderen Straßenseite gegangen. Nur einen Steinwurf (na sagen wir mal gute 5 Minuten 😉 ) entfernt liegt dort der Bismarckturm. Wer sich nicht scheut ein paar Treppenstufen zu laufen, der sollte mal nach oben auf den Turm steigen. Belohnt wird die Kletterpartie mit einem tollen Ausblick auf Bochum und die benachbarte Umgebung. 1912 kostete die Besichtigung des Bismarckturmes für Erwachsene noch 20 Pfennig, für Kinder 10 Pfennig, heute ist der Eintritt in den Bismarckturm kostenlos.

4. Halde Norddeutschland
Eine sehr schöne, am westlichen Rand des Ruhrgebiets liegende Halde ist die Halde Norddeutschland. Spektakulär ist der Einstieg, denn die Treppe hat immerhin 359 Stufen Stufen. Oben angekommen entdeckt man das Hallenhaus, ein skelettartiges Haus in Form eines Stahlgerüstes. Bei guten Wetter geht der Blick über Neukirchen Vluyn, Moers, Duisburg bis weit hinein ins Ruhrgebiet. Ich vermisse dann manchmal eine bequeme Bank, denn den Blick könnte ich stundenlang genießen. Ich glaube bei nächsten Mal stecke ich zusätzlich noch ein kleines Fernglas ein.

Vielleicht ist ja einer der genannten Punkte euer Ziel für’s nächste Wochenende. Ein paar Bilder gibt’s auch Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+).

Besuch auf der St.-Antony-Hütte

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Bescheidenes Sommerwetter, Museumszeit. Also habe ich heute mal die RuhrtopCard genutzt und bin zur St.-Antony-Hütte nach Oberhausen (Osterfeld).

Die St. Antony-Hütte ist ein ehemaliges Eisenhüttenwerk oder besser das, was davon übrig ist, denn aus der damaligen Zeit ist neben dem ehemaligen Hüttenteich nur noch das frühere Kontor- und Wohnhaus des Hüttenleiters Gottlob Jacobi erhalten. Lange Zeit Firmenarchiv beherbergt es heute eine Dauerausstellung ergänzt um (mitlerweile gut überdachte) industriearchäologischen Ausgrabungen auf der anderen Straßenseite.

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Das Museumspersonal ist sehr freundlich und bietet dem Besucher neben einem „sommerlichen“ Regenschirm 😉 auf Wunsch auch einen iPod für eine Audiotour an. Die Ausstellungsstücke sind aber auch sonst gut ausgeschildert. Wer sich vorbereiten möchte, findet die Audiotour auch im Internet auf der Seite des LVR Industriemueums. Je nach Länge der Betrachtung, dauert der Besuch im Museum rd. eine Stunde, genau das richtige für einen regnerischen Vor- oder Nachmittag.

Bilder: Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+)