Parkleuchten (Grugapark) 2012

1

Wie im letzten Jahr habe ich auch in diesem Jahr einen regenfreien Abend genutzt und bin durch den bunt beleuchtetet Grugapark in Essen spaziert. Erneut sind bis zum 18. März (täglich außer Rosenmontag bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr) große Teile des Grugaparks bunt beleuchtet. Ich muß gestehen, daß der Aha-Effekt des ersten Besuchs sich nicht mehr ganz so eingestellt hat, weil man natürlich schon einiges kannte und kritisch mit dem Vorjahr verglichen hat.

2

Aber es gab auch Neues z.B. der Gruselwald. Hexen und Zwerge kichern aus versteckten Lautsprechern, Pilze wachsen plötzlich kniehoch im Koniferenwald und nahe des Rhododendrontals ziehen dichte Nebelschwaden über den Weg (dachte schon das Wetter schlägt um, aber es war nur eine Nebelmaschine), Diskokugeln lassen Lichtblitze durch die Bäume glitzern und aus dem Lautsprecher ertönte Ravels Bolero … Gänsehaut trotz +5 Grad. Mein Eindruck war, daß dieses Jahr etwas weniger beleuchtet wurde, aber vielleicht war es auch nur anders verteilt. Die Wasserflächen waren durchweg noch gefroren, was auch schöne Lichteffekte ergab, so daß die Springbrunnen und Wasserfontänen allesamt außer Betrieb waren. Außerdem habe ich in der Baumallee die wechselnde Beleuchtung des Vorjahres vermißt. Letztes Jahr wurden die Bäume mal in rot, mal in blau oder mal in grün angestrahlt. Dieses Jahr war die Farbe gleichbleibend weiß und blau.

3

Übrigens, wenn ihr nur feste Wege geht, reicht sicherlich leichtes Schuhwerk, aber nach der Frostperiode taut jetzt alles links und rechts des Wegs auf und da kann es schon mal etwas weich und matschig werden. Insbesondere unterhalb des Alpinums standen größere Wasserpfützen in denen man im halbdunklen leicht mit den Schuhen versinken konnte. Da ich für ein gutes Foto natürlich auch in die letzte Ecke krieche mußte ich zur Strafe heute erstmal Stiefel putzen 😀 . Mehr Fotos? Guckt ihr hier … Flickr, Sevenload, Picasaweb. Und wie im letzten Jahr schon erwähnt, Fotos können nur einen kleinen Eindruck vermitteln.

Wintertage entlang der A42

1

Die A42, im Volksmund Emscherschnellweg genannt, ist ebenso wie die A40 eine „Lebensader“ des Ruhrgebiets. Natürlich ist es merklich kalt in den letzten Tagen, trotzdem kein Grund nicht ein wenig vor die Türe zu gehen. Ganz im Gegenteil, auch der Winter hat seine schönen Seiten. Mein erster Abstecher galt an diesem Wochenende nochmal der Halde Schurenbach in Essen. Eine lange Treppe bringt den Kreislauf erstmal in Schwung und der Blick von oben zeigt, daß Fabriken und Schornsteine dem Winter mächtig einheizen.

Nur wenige 100 Meter entfernt fließt der Rhein-Herne-Kanal an der Schurenbachhalde vorbei und ganz spontan habe ich meinen Fotoapparat zur Kamera umfunktioniert und diesen Filmschnipsel erstellt. Noch haben die Schiffe auf dem Rhein-Herne-Kanal freie Fahrt und betätigen sich selbst als Eisbrecher.

Danach ging es auf der A42 in Richtung Oberhausen und zum Gleispark Frintrop. Schon oft habe ich davon gelesen und wollte nun endlich mal wissen wie es am ehemaligen Güterbahnhof in Essen-Frintrop aussieht. In Sichtweite zum Oberhausener Centro zwischen noch aktiven Gleisen auf denen sowohl Güter- als auch Personenzüge fahren liegt ein fast vergessenwirkendes Stück Natur. Jetzt in den Wintermonaten sieht es etwas öde aus, aber ich könnte mir vorstellen, daß wenn alles grünt und blüht dieser Park mit dem Fahrrad sehr schön zu erkunden ist. Ich werde also wiederkommen, wenn die Frühblüher (Stichwort Birke) ihre Hochzeit hinter sich haben 😉 .

2

Nach einem Kaffee zum Aufwärmen ging es dann noch zum Landschaftspark Duisburg Nord. Schon seit langem hatte ich mir vorgenommen, die Industrieanlagen, die Abends und am Wochenende durch eine farbige Beleuchtung in Szene gesetzt werden, zu fotografieren. Ganz wider Erwarten war sogar der Hochofen 5 geöffnet, so daß ich mit dem Fotoequipment dort raufgestiefelt bin. Gut daß ich den Weg mitlerweile kenne, denn gerade der Abstieg im Dunkeln verlangt schon ein wenig Konzentration.

3

Mehr Bilder gibt’s im Album Ruhr 2012 bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Greifvogelschau im Grugapark Essen

1

Ich hatte eigentlich garnichtmehr mit so einer Farbenpracht gerechnet, aber ich glaube der Grugapark ist fast zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Vielleicht nicht im tiefsten Winter, aber ich habe den Eindruck sobald der letzte Schnee geschmolzen ist werden die Gärtner tätig 😀 . Und selbst jetzt im Oktober blühen hunderte von Pflanzen. Da zahlt man den Eintrittspreis von 4,- Euro/Erwachsener (Kinder zw. 1,20 und 2,50 Euro) gerne. Übrigens, ich weise auch in meinem aktuellen Videopodcast darauf hin, es muß nicht der Parkplatz am Haupteingang sein, auch an den Seiten-/Hintereingängen des Parks kann man i.d.R. gut parken.

Dreimal im Jahr besucht die Greifvogelstation Hellenthal den Grugapark, um dort eine Greifvogelvorführung zu machen. In einer kleinen Vorstellung von etwa 20-25 Minuten kann man die imposanten Vögel im Flug beobachten, davor und danach sitzen die Vögel hinter einer kleinen gespannten Abtrennung und posieren für die Fotografen. Scheut euch nicht auch mal das große Objektiv mitzunehmen, denn mit dem, was manche dort an Fotoapparatematerial dabei haben ziehen andere um 😉 .

2

Man glaubt garnicht mit was Besucher zur Gruga anreisen. Von der Sandschaufel für den Kinderspielplatz bis zur Picknickdecke ist alles dabei was in den Rucksack paßt und auf den großen Wiesen ist auch ausreichend Platz dafür. Hunde (angeleint versteht sich) sind ebenso erlaubt wie Kinderfahrräder und was der kleine Besucher sonst so mitbringt. Die Greifvogelvorführung ist übrigens im Preis inbegriffen, lediglich wer sich z.B. zusammen mit einem Vogel fotografieren lassen möchte zahlt dafür zw. 5,- und 10,- Euro (je nach Größe des Bildes).

3

So ein Weißkopfseeadler (bekanntlich Wappentier der USA) ist schon ein imposantes Tier und ich möchte nicht in die Fänge der Krallen geraten. Während der Vorführung kreisen die Tiere übrigens im freien Flug nur wenige Zentimeter über den Köpfen der Zuschauer. Da heißt es u.U. schon mal Kopf einziehen 😀 . Ob es artgerecht ist Vögel so zu halten? Das wäre wieder das bekannte Thema „Zootiere“ über das man vortrefflich streiten kann.

Auch (oder trotzdem) hier gibt’s wieder ein paar Fotos Flickr / Sevenload / Picasaweb (und nicht vergessen meinen Videopodcast).

Oldtimer auf Zollverein

Ich glaube dieses Mal hat der Andrang der Oldtimerfahrzeuge alles in den Schatten gestellt. Baustellen schränken den Parkraum auf der Kokerei Zollverein momentan leider mehr und mehr ein, aber trotzdem ist der Andrang riesig. Selbst die geringe Parkgebühr kann die Oldtimerfreunde nicht schrecken.

1

Dieses Mal schien dann auch noch der Wettergott allen hold zu sein, denn mit rd. 25 Grad an einem Oktoberwochenende hatte vermutlich keiner gerechnet. Ich war zeitig so gegen 11.15 Uhr vor Ort und schon da waren viele Parkplätze mit Oldtimern belegt. Aber es kamen mehr und mehr, so daß sich, als ich gegen 12.40 das Gelände verlassen wollte, bereits eine Warteschlange vor den Toren gebildet hatte. Drinnen war alles bis auf den letzten Platz belegt.

Neue Oldtimerfreunde mußten warten, bis andere das Treffen verlassen und dadurch wieder ein Parkraum frei wurde. Erst dann konnten sie auf das Gelände der Kokerei rollen. Während es in den Sommermonaten (auf Grund von Urlaubs- und Reisezeit) mal etwas mau aussah, waren dieses Mal wieder Fahrzeuge aus so ziemlich allen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts dabei.

2

Hätte man im Laufe des Jahres nicht die Parkgebühr von 3,-/PKW und 2,-/Motorrad eingeführt, vermutlich würde das Gelände aus allen Nähten platzen.

Für Besucher ist der Gang auf das Gelände der Kokerei natürlich nach wie vor kostenfrei und das macht vermutlich den Reiz aus, das Treffen mehrmals im Jahr zu besuchen. Parkplatz C der Kokerei Zollverein ist gleich gegenüber (keine 200 Meter entfernt) und selbst von Parkplatz A (jeweils kostenfrei) ist das Treffen keine 10 Minuten zu Fuß entfernt. Bevor man in Gefahr gerät unter die Räder eines Autos zu kommen, ist vermutlich eher die Gefahr gegeben vor die Linse eines Fotografen oder Videofilmers zu geraten 😀 . Für dieses Jahr sind die Termine vorbei, aber ich bin sicher im April 2012 streben alle wieder nach Essen. Die neuen Termine gibt’s dann im neuen Jahr hier.

3

Spielzeugautos, die von den Jüngsten an der einen oder anderen Ecke platziert wurden, sind übrigens von der Parkgebühr befreit 😉 . Zum Abschluß noch das Bild des Tages … ich glaube dieses Fahrzeug hatte genug PS für zwei Autos unter der Haube 😉 . Eine Auswahl weiterer Fotos gibt’s hier: Flickr / Sevenload / Picasaweb.

Oldtimer auf Zollverein

1

Am vergangenen Sonntag trafen sich die Oldtimerfreunde das vorletzte Mal in diesem Jahr an der Kokerei Zollverein in Essen. Ich dachte schon es wäre das letzte Mal, aber ein Blick auf die Homepage erinnerte mich nochmal an die Termine. Jedem 1. Sonntag in den Monaten April bis Oktober von 11.00 Uhr – 15.00 Uhr. Es war Gewitterwetter angesagt und so war auch die Anzahl der Fahrzeuge geringer als sonst üblich. Außerdem schränken Bauarbeiten mitlerweile den Parkraum auf dem Gelände der Kokerei ein. Trotzdem war der Besucherstrom der Sonntagsspaziergänger fast so groß wie immer. Nach einer Stunde wurde der Himmel allerdings bedenklich dunkel und erstes Donnergrollen war zu hören. Dementsprechend habe ich mich, nachdem einige Fotos gemacht waren, wieder auf den Rückweg begeben.

Gerne hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, noch die „Gourmet-Meile Metropole Ruhr“ zu besuchen und etwas leckeres aus der Bergmannsküche zu probieren, aber kaum daß ich 500 Meter vom Parkplatz der Zeche Zollverein entfernt war, gab’s auch schon eine kräftige Gewitterschauer, anscheinend der Standart nach ein bis zwei heißen Tagen in diesem Sommer 2011.

2

Ich gebe zu, ich schaue nicht nach jedem Oldtimertreffen wieder auf die Internetseite, denn ich bin ja häufig selbst auf dem Treffen, daher habe ich auch erst heute gelesen, daß Oldtimer seit Juli diesen Jahres eine Art Parkgebühr bezahlen müssen. Warum das so ist könnt ihr hier lesen. Die Zufahrt für Oldtimer (mind. 30 J.) kann nur noch gegen eine Parkgebühr von 5,- € für PKW, LKW, Traktoren und 2,- € für 2-Räder erfolgen. Für Besucher ist der Eintritt nach wie vor frei, weil eine Absperrung des gesamten Geländes viel zu kostenintensiv wäre.

3

Somit kann ich mir jetzt aber auch erklären, warum der Andrang bei den letzten Treffen etwas zurückgegangen ist. Der Höhepunkt war das Maitreffen, denn an diesem Sonntag waren (lt. Homepage) über 700 Fahrzeuge auf dem Gelände. Aber ich kann auch verstehen, daß Planung, Personaleinsatz, Logistik, Sicherungseinrichtungen, Versicherungen, Security, Sanitätsdienst usw. Kosten verursachen. Echte Oldtimerfreunde wird das nicht schrecken, schließlich ist die Location der Kokerei Zollverein einmalig. Dementsprechend also vormerken, letzter Termin für 2011 ist der 02. Oktober 2011. Eine Auswahl der Fotos gibt’s hier: Flickr / Sevenload / Picasaweb

Auffe Zeche malochen gehen

1

Auffe Zeche Zollverein malochen heute immer noch Bergleute und das, obwohl die Zeche bereits seit 1986 keine Kohle mehr fördert. Wußtet ihr nicht? Ich auch nicht, obwohl ich im letzten Jahr bereits eine Führung auf Zeche Zollverein mitgemacht habe. Dank RuhrTopCard ist die Führung inclusive und was liegt da näher, als dieses Jahr nochmals an einer Führung teilzunehmen. Auch wenn sich die Wege durch die Zeche z.T. gleichen, anderer Führer, andere Geschichten.

Wir erfuhren, ähnlich wie es die FAZ im April diesen Jahres in einem (wie ich finde) sehr interessanten Bericht schrieb, daß es noch bis in alle Ewigkeit dauern wird das Grubenwasser aus Tiefen von bis zu 1400 Meter abzupumpen. Eine Aufgabe für die nächste(n) Generation(en). Knapp zwei Stunden Führung vergingen nach einigem Treppauf und Treppab über das Gelände der Zeche Zollverein wieder wie im Fluge.

2

Man erfuhr, warum der Bergmann z.B. ausschließlich Kleidung aus Baumwolle trägt oder warum es gefährlich war zwischen den Kohlewagen schnell mal über die Schienen „zu hüpfen“, warum Kohlestaub aus den Hallen abgesaugt wurde und für die Koksverarbeitung äußerst wichtig war oder warum die Kohlenwäsche eben Kohlenwäsche heißt.

Ich war erstaunt, daß die Zeche Zollverein nach wie vor eine hohe Anziehungskraft auszuüben scheint, denn an diesem Sonntagmittag waren es gut 50 interessierte Personen, die in zwei Gruppen aufzuteilen waren. Übrigens hat der Parkplatz A1 jetzt auch eine Station der MetropolradRuhr. Wer also ein Fahrrad für das große Gelände benötigt, anmelden und ausleihen einfach per Telefon. Ich habe 1,- Euro/Std. investiert, denn ich wollte noch einen Abstecher zu Riesenrad und Schwimmbad machen.

3

Nebenbei habe ich, auf den Beginn der Führung wartend, endlich mal den Skulpturenwald gegenüber von Parkplatz A1 gesucht und gefunden. Dort stehen z.T. auf freier Fläche, zum Teil im Wald die Granitskulpturen von Ulrich Rückriem. Ganz ehrlich, Kunst ist ja immer Geschmackssache, aber insbesondere die Skulptur „Castell“ (hier auf dem Wikipedia Bild zu sehen) gleicht im Inneren einer Müllsammelstelle, bei der man vergessen hat die Tonnen wieder hinzustellen 😦 .

4

Jetzt eine kleine Quizaufgabe, bei der ich die Antwort noch nicht kenne. Auf dem Gelände der Zeche Zollverein (und wie der Führer sagte auch an anderen Stellen in Essen) fielen mir kleine grüne Quadrate mit vier weißen Ecken auf, meist 2 – 3 nebeneinander. Weiß jemand von euch, wofür diese Quadrate zuständig sind?

Auf dem Rückweg habe ich schließlich noch einen Abstecher ins vermutlich kleinste Museum des Ruhrgebiets gemacht, dem Museum der Siedlung Eisenheim in Oberhausen. Über die Siedlung Eisenheim habe ich ja bereits hier etwas geschrieben.

5

Im Museum Eisenheim, dem ehemaligen Waschhaus der ältesten Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets, erfährt man etwas über die Gründung und Entwicklung der Siedlung. Dazu gut zwei Hand voll Einrichtungsgegenstände der damaligen Zeit, vom Kohleofen bis zum Waschzuber. Für 1,50 Euro Eintritt kann man neben dem Waschhaus auch ein Original Zechenhaus, oder besser eine spezielle Wohnung innerhalb dieses Hauses, besuchen. Wer auch mal Lust hat, Sonntags von Ostern bis Oktober zwischen 10.00 und 17.00 Uhr, Berliner Str. 10 A, 46117 Oberhausen.

Bilder auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Oldtimer auf Zollverein + Ruhrmuseum

Neuer Monat, neues Treffen. Wieder mal war es der erste Sonntag im Monat und damit Zeit für ein Oldtimertreffen auf Kokerei Zollverein. Dieses Mal ging allerdings ein Feiertag voraus (langes Wochenende) und eine Gewitterfront war auch angekündigt. Vielleicht waren das die Gründe, daß dieses Mal wesentlich weniger los war als im Monat zuvor. Trotzdem waren wieder ein paar ausgefallene Raritäten unter den ausgestellten Autos und auch wenn man ein paar Fahrzeuge mitlerweile kennt, irgendwie sind doch immer wieder neue Teilnehmer oder zumindest neue Autos mit dabei.

1

Gleich zu Beginn standen dieses Mal gleich zwei LKW und „begrüßten“ die Besucher, die durch den Haupteingang kamen. Am meisten Aufsehen erregte außerdem ein Militärfahrzeug, das locker aus dem 3. Teil von Indiana Johnes hätte stammen können. Wenn ich richtig recherchiert habe ein Mercedes-Benz 170, Baujahr 1937 in anthrazit (armeegrau). Dazu ein Anhänger mit Suppenküche. Wenige Meter weiter zogen die geöffneten Flügeltüren eines Delorean („Zurück in die Zukunft“) genauso die Blicke auf sich wie das kleinste Auto, das aussah, als wäre es vom Kinderkarussell „entflohen“.

2

Leider war es drückend und schwül, so daß die erste Wasserflasche nach kurzer Zeit leer war. Also habe ich es vorgezogen dem Ruhrmuseum noch einen Besuch abzustatten. Zwar war ich bereits im Kulturhauptstadtjahr dort, aber vielleicht sieht man beim zweiten Besuch ja Dinge, die einem beim ersten Besuch verborgen blieben. Nach wie vor beeindruckend finde ich die orange beleuchtete Treppe (flüssigem Stahl nachempfunden), welche von der 24m Ebene auf die 17m Ebene hinunterführt. Auch neu entdeckt habe ich die Gallerie, die man erreicht, wenn man im Treppenhaus, nach durchqueren der 17m Ebene, nicht nach unten sondern einen Treppenabsatz nach oben geht. Da dank RuhrTopCard alle Sonderausstellungen im Preis inclusive waren, mußte ich mir keine Gedanken darüber machen, wo ich rein gehen durfte und wo nicht.

3

Aktuelle Sonderausstellungen: „Alles wieder anders. Fotografien aus der Zeit des Strukturwandels“ (12m Ebene) und „Schwarzes Revier. Fotografien von Heinrich Hauser“ (21m Ebene, Gallerie)

Ich muß zugeben, daß ich den beiden Sonderausstellungen jetzt nicht so viel abgewinnen konnte, weil ich die fotografierten Ecken nur in den seltensten Fällen kannte, aber interesaant war es trotzdem. So wurden aus anvisierten zwei doch schnell drei Stunden und ich landete mitten im dicken Gewitter als ich das Ruhrmuseum wieder verließ. Im Laufschritt ging es zum Auto (wo wie so häufig mein Schrim lag). Auf dem Weg zurück zur Autobahn kamen mir wahre Sturzbäche auf den Straßen entgegen. Hatte der Wetterbericht mit der Gewitterfront doch Recht behalten.

Eine Fotoauswahl des Oldtimertreffens gibt es hier Flickr / Sevenload / Picasaweb, ein paar neue Fotos aus dem Ruhrmuseum gibt es hier Flickr, Sevenload, Picasaweb (bei Flickr und Picasaweb im Ruhr 2011 Album bis ans Ende scrollen).

Bootstour auf dem Baldeneysee

Was gibt es schöneres als einen sonnigen Samstag? Einen sonnigen Samstag auf dem Sonnendeck eines Ausflugsschiffs. Wir haben am Samstag mal ein paar Euro in eine Rundfahrt auf dem Baldeneysee investiert und wie es der Zufall wollte, war an diesem Wochenende auch noch Ruderregatta. Gut mit Sonnenschutz eingecremt ging es auf die zweistündige Rundfahrt (9,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder) ab Anlegestelle Hügel. Ein guter Ausgangspunkt, da i.d.R. genügend Parkraum vorhanden ist. Na gut an diesem Samstag war der Parkplatz den Regattafreunden vorbehalten, aber stattdessen durfte man entlang der Straße parken.

1

Je nach Wochentag startet die Bootstour (zwei-)stündlich ab 11.10 Uhr und wenn man einen gut gelaunten Kapitän an Bord hat sind die zwei Stunden verflogen wie nichts. Ein paar unterhaltsam erklärende Worte lassen Platz für weitere interessante Ausflüge z.B. zur Villa Hügel, zur Hespertalbahn (einer Museumseisenbahn in Essen-Kupferdreh) oder einfach mal eine Fahrradtour. Fahrräder der Metropolradruhr stehen am Parkplatz Hügel bereit. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den Sommertag auch am Seaside Beach Baldeneysee verbringen. Das ehemalige Schwimmbad wurde zu einem großen Strand umgebaut und bietet Volleyball, Liegestühle und kühle Cocktails (bei 3,- Euro Eintritt) mit direktem Blick auf den See.

2

Ob die Bergleute der Zeche Carl Funke auch die Sicht auf den See genossen haben weiß ich nicht, schließlich gibt es den Baldeneysee in seiner heutigen Form erst seit Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, aber am Ufer sieht man heute, als letzte Überreste, noch den Förderturm der Zeche Carl Funke. Diese hat ihren Ursprung bereits im 18. Jahrhundert. Wenn ihr auch mal sehen wollt, wie sich Ausflugsboote, Regattaboote und Segelboote den See teilen, den kompletten Fahrplan (auch zu vielen anderen Zielen entlang der Ruhr) gibts hier.

3

Und wer wissen will wie spät es ist, muß am Regattaturm genau hinschauen, denn dort befindet sich noch ein großer Teil der Uhren aus dem Ruhr.2010 Projekt „Time“ (alle Uhren zeigen eine andere Zeit). Ebenso liegen noch die Inseln des Projektes Ruhratoll im Hafen und warten auf Käufer.

Bilder: Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Düsseldorf, Essen und das Portal der Industriekultur

Aus Aktuallitätsgrunden habe ich am Montag den Blogbeitrag zum Oldtimertreffen in Essen vorgezogen, jetzt aber noch ein Nachtrag zum letzten Wochenende. Bisher war der 1. Mai immer der Startschuß in die Frühlingssaison, daher war ich am Samstag auf einen kurzen Abstecher im Düsseldorfer Nordpark (Parkplatz Aquazoo). Der Park wird, neben dem Südpark, von der Stadt Düsseldorf immer sehr gut gepflegt sowie reich und bunt bepflanzt.

1

In diesem Jahr kam ich aber ein paar Tage zu spät, denn die Pflanzen waren nach den warmen Tagen im April bereits zum Teil verblüht 😦 . Lediglich der japanische Garten lud (wie fast immer) mit prächtigen Farben zum Besuch ein. Wenn ihr mal in der Nähe seid besucht unbedingt mal den japanischen Garten im hinteren Teil des Nordparks (10 Min. Fußweg vom Aquazoo). Große Wiesen, ein kleiner Wasserfall, auf spezielle Art beschnittene Kiefern und japanischer Fächerahorn charakterisieren den 5.000 Quadratmeter großen Garten. Alle vier bis sechs Jahre kommen sogar speziell Gärtner aus Fernost um die nötige „Generalinspektion“ (zurückschneiden der Bäume etc.) durchzuführen. Der Park kostet keinen Eintritt, nur moderate Parkgebühr für’s Auto.

2

Am Sonntag, einmal auf Zollverein, habe ich die Zeit genutzt, um mal in Ruhe das „Portal der Industriekultur“ zu durchschreiten. Für 2,- Euro geht es in eine Art Multimediaraum (in dem keine Fotos erlaubt sind) auf Ebene 30 der Kohlenwäsche. An Bildschirmen kann man 18 Highlights der Route der Industriekultur multimedial erleben. Der Clou, jeder der Bildschirme läßt sich in der Höhe verschieben und zeigt verschiedene Informationen, jenachdem welchen Menüpunkt man durch das Verschieben auslöst. Dazu gibt es dann noch ein 360 Grad Kino, in dem zu jeder 1/2 Stunde ein ca. 20 minütiger Film über den Wandel im Ruhrgebiet gezeigt wird. „Ruhrgebiet rundrum“ wird durch zwölf Beamer 360 Grad auf zwei Meter hohe Wände produziert. Zum Schluß kommen dann noch ein paar Ruhrgebietler zu Wort die erklären, warum das Ruhrgebiet ihre Heimat ist. Die Worte, daß es unwahrscheinlich ist, daß der BVB Deutscher Meister wird, müssen jetzt wohl überarbeitet werden 😀 .

3

Nach dem Film geht es noch auf die 45 Meter Aussichtsebene, also auf’s Dach der Zeche Zollverein. Auch hier nicht einfach Augen zu und durch, denn der Weg auf die Dachterrasse geht durch einen Teil der Kohlenwäsche. Man läuft sozusagen selbstständig eine Etage oberhalb von Eingangshalle und Ruhrmuseum und kann dort hinunterschauen. Wer mehr sehen möchte, muß die Führung über den „Denkmalpfad Zollverein“ mitmachen. Da kaum andere Gäste da waren also Zeit für ein paar Fotos drinnen und erst Recht draußen. Der Blick geht über Förderturm, Kokerei, die Skyline von Essen auf das umliegende Ruhrgebiet und die Halden mit ihren Landmarken (Richtung Westen ist die Sicht leider etwas versperrt). Darüber habe ich ja auch schon hier im Beitrag „Kulturhauptstadt Essen“ erzählt.

4

Ruhr 2011 Bilder hier: Flickr, Sevenload, Picasaweb
Düsseldorf Bilder hier: Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Oldtimer auf Zollverein

Ich hatte ja befürchtet, daß ein zeitgleiches Oldtimertreffen in Essen Kettwig dem monatlichen Oldtimertreffen an der Kokerei Zollverein evt. schaden könnte. Aber nichts dergleichen, es war voll wie nie. Vielleicht waren ein paar der ganz alten Modelle dieses Mal nicht dabei, aber dafür standen die Autos selbst auf der Zufahrtsstraße Stoßstange an Stoßstange. Der Oldtimertreff Zollverein avanciert mitlerweile zum größten regelmäßigen Oldtimertreffen in Deutschland. Sogar ein LKW und ein Feuerwehrwagen waren mit von der Partie

1

Dieses Mal hat der S-Klasse Club e.V. sogar zwei Ahnenreihen der Mercedes S-Klasse präsentiert. Da allerdings Coupés von den sechziger Jahren bis heute dabei waren, gefiel mir persönlich die Präsentation der neuesten Modelle nicht so sehr. Vielleicht liegt es ja daran, daß ich kein Mercedes Fahrer bin 😀 . Wenn man sieht, wie hitzig mancher Autofahrer auf öffentlichen Straßen reagiert, muß ich doch immer wieder staunen, wie gesittet es auf diesem Treffen zugeht. Keiner hupt, wenn Fotogrtafen mitten auf der Straße stehen, keiner versucht einem anderen den Platz streitig zu machen, es geht gemütlich zu, trotz des großen Andrangs.

2

Wer jetzt meint daß diese Treffen nur was für Männer seien, den muß ich eines Besseren belehren. Austaunlich viele Frauen laufen ausgerüstet mit der Kamera über das Gelände und lassen es sich nicht nehmen, auch die kleinsten Details der liebenswert gepflegten Fahrzeuge abzulichten. Wenn ihr das jetzt lest hinterlaßt mir in der Kommentarfunktion doch mal die Links auf eure Fotos, schließlich bin ich auch immer an neuen Ideen und Perspektiven interessiert. Einen Link kenne ich schon, das Flickr Album Oldtimertreff Zollverein.

3

Dieses Bild hat übrigens den Titel „Suche den Fotografen“ 🙂 . Der nächste Termin ist am 05. Juni 2011 ab ca. 11.00 Uhr in Essen Stoppenberg. Eine Auswahl der Fotos von heute: Flickr / Sevenload / Picasaweb