Bootstour auf dem Baldeneysee

Was gibt es schöneres als einen sonnigen Samstag? Einen sonnigen Samstag auf dem Sonnendeck eines Ausflugsschiffs. Wir haben am Samstag mal ein paar Euro in eine Rundfahrt auf dem Baldeneysee investiert und wie es der Zufall wollte, war an diesem Wochenende auch noch Ruderregatta. Gut mit Sonnenschutz eingecremt ging es auf die zweistündige Rundfahrt (9,50 Euro für Erwachsene, 4,50 Euro für Kinder) ab Anlegestelle Hügel. Ein guter Ausgangspunkt, da i.d.R. genügend Parkraum vorhanden ist. Na gut an diesem Samstag war der Parkplatz den Regattafreunden vorbehalten, aber stattdessen durfte man entlang der Straße parken.

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Je nach Wochentag startet die Bootstour (zwei-)stündlich ab 11.10 Uhr und wenn man einen gut gelaunten Kapitän an Bord hat sind die zwei Stunden verflogen wie nichts. Ein paar unterhaltsam erklärende Worte lassen Platz für weitere interessante Ausflüge z.B. zur Villa Hügel, zur Hespertalbahn (einer Museumseisenbahn in Essen-Kupferdreh) oder einfach mal eine Fahrradtour. Fahrräder der Metropolradruhr stehen am Parkplatz Hügel bereit. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den Sommertag auch am Seaside Beach Baldeneysee verbringen. Das ehemalige Schwimmbad wurde zu einem großen Strand umgebaut und bietet Volleyball, Liegestühle und kühle Cocktails (bei 3,- Euro Eintritt) mit direktem Blick auf den See.

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Ob die Bergleute der Zeche Carl Funke auch die Sicht auf den See genossen haben weiß ich nicht, schließlich gibt es den Baldeneysee in seiner heutigen Form erst seit Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, aber am Ufer sieht man heute, als letzte Überreste, noch den Förderturm der Zeche Carl Funke. Diese hat ihren Ursprung bereits im 18. Jahrhundert. Wenn ihr auch mal sehen wollt, wie sich Ausflugsboote, Regattaboote und Segelboote den See teilen, den kompletten Fahrplan (auch zu vielen anderen Zielen entlang der Ruhr) gibts hier.

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Und wer wissen will wie spät es ist, muß am Regattaturm genau hinschauen, denn dort befindet sich noch ein großer Teil der Uhren aus dem Ruhr.2010 Projekt „Time“ (alle Uhren zeigen eine andere Zeit). Ebenso liegen noch die Inseln des Projektes Ruhratoll im Hafen und warten auf Käufer.

Bilder: Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Nochmal zum RuhrAtoll

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Wer schon etwas länger diesen Blog liest, hat bereits vor ein paar Wochen meinen (Reise-)Tipp zum Baldeneysee mit dem Titel RuhrAtoll gelesen. Am letzten Wochenende habe ich noch einmal einen Abstecher dorthin gemacht. Dieses Mal habe ich die Personenfähre hin- und zurück genommen, um noch einmal ganz nahe an die RuhrAtoll Inseln heran zu kommen.

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Die bepflanzte Insel ist mitlerweile bewachsen, der Eisberg noch nicht geschmolzen 😉 und außer Konkurrenz ist ein kleines Boot dazugekommen, daß uns die versteckten Umweltsünden aufzeigen soll und aktuell gegen die große Ölkatastrophe im Golf von Mexiko demonstriert. Titel: „Wir haben das Öl … und ihr die Pest“. Ein Bild das nachdenklich macht (sofern es nicht eh jedem klar ist, was das Öl im Golf von Mexiko anrichtet).

Link: Pest im Harkortsee

Weltklimakonferenz

Wußtet ihr, daß Bauxit der Rohstoff ist, aus dem Aluminium entsteht? Aluminium wird bei der Herstellung von Alltagsprodukten gerne eingesetzt, vor allem weil es leicht ist. Sogar die Autoindustrie schwört mehr und mehr auf den Einsatz von Aluminiumbauteilen. Aber wie wird Aluminium eigentlich hergestellt? Vor ein paar Tagen habe ich einen interressanten aber auch bedrückenden Bericht im WDR gesehen. Es ging darum, daß Autobauer eine bessere CO2 Bilanz vorweisen möchten, indem Sie statt Stahl Aluminium zum Autobau verwenden.

Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist geplant, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu verringern. Deutschland will das unter anderem mit leichteren Autos schaffen – dank Aluminium. Leider wird bei der Betrachtungsweise leicht übersehen wie Aluminium hergestellt wird.

In Brasilien, wichtiges Herkunftsland des Aluminiumrohstoffes Bauxit, saugen Pumpen bis zu 200 Liter Wasser in der Sekunde aus Seen um damit den Aluminiumrohstoff zu waschen. Als Abfallprodukt entsteht ein roter, giftiger Schlamm, der keinesfalls in den See laufen darf, weil er dort ansonsten die Wasserpflanzen erstickt. Und trotzdem passiert es immer wieder, daß Pflanzen und Tiere, welche den Einwohnern zum Leben dienen, vernichtet werden.

Und als wenn der stark alkalische Schlamm nicht genug wäre, auch ungeheure Mengen Energie in Form von Strom (erzeugt durch Wasserkraft) sind notwendig. Einer der Hauptversorger für Wasserkraft in Brasilien ist der Tucuruí-Stausee. Leider wurde vor der Flutung des Sees auf die Rodung der Fläche verzichtet und so verfault nun die Biomasse am Grund, was wiederum zur Bildung von Methangas führt.

An diesem kleinen Beispiel zeigt sich, daß die geplante CO2 Einsparung bei uns nur zu einer Verlagerung der Schadstoffe in einen anderen Teil der Welt führt, ganz zu schweigen von Ländern, die sich gerade erst als aufstrebende Nationen industriell entwickeln. Grönland z.B. will die großen Mengen Schmelzwasser die durch den Treibhauseffekt entstehen nutzen, um ebenfalls Wasserkraftwerke zu speisen. Und der CO2 Ausstoß? Den möchte die grönländische Regierung auch gerne steigern. Geplant ist ein Ausstoß, der achteinhalbmal (!) so hoch ist wie der in den USA.

Noch Fragen …