Wintertage entlang der A42

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Die A42, im Volksmund Emscherschnellweg genannt, ist ebenso wie die A40 eine „Lebensader“ des Ruhrgebiets. Natürlich ist es merklich kalt in den letzten Tagen, trotzdem kein Grund nicht ein wenig vor die Türe zu gehen. Ganz im Gegenteil, auch der Winter hat seine schönen Seiten. Mein erster Abstecher galt an diesem Wochenende nochmal der Halde Schurenbach in Essen. Eine lange Treppe bringt den Kreislauf erstmal in Schwung und der Blick von oben zeigt, daß Fabriken und Schornsteine dem Winter mächtig einheizen.

Nur wenige 100 Meter entfernt fließt der Rhein-Herne-Kanal an der Schurenbachhalde vorbei und ganz spontan habe ich meinen Fotoapparat zur Kamera umfunktioniert und diesen Filmschnipsel erstellt. Noch haben die Schiffe auf dem Rhein-Herne-Kanal freie Fahrt und betätigen sich selbst als Eisbrecher.

Danach ging es auf der A42 in Richtung Oberhausen und zum Gleispark Frintrop. Schon oft habe ich davon gelesen und wollte nun endlich mal wissen wie es am ehemaligen Güterbahnhof in Essen-Frintrop aussieht. In Sichtweite zum Oberhausener Centro zwischen noch aktiven Gleisen auf denen sowohl Güter- als auch Personenzüge fahren liegt ein fast vergessenwirkendes Stück Natur. Jetzt in den Wintermonaten sieht es etwas öde aus, aber ich könnte mir vorstellen, daß wenn alles grünt und blüht dieser Park mit dem Fahrrad sehr schön zu erkunden ist. Ich werde also wiederkommen, wenn die Frühblüher (Stichwort Birke) ihre Hochzeit hinter sich haben 😉 .

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Nach einem Kaffee zum Aufwärmen ging es dann noch zum Landschaftspark Duisburg Nord. Schon seit langem hatte ich mir vorgenommen, die Industrieanlagen, die Abends und am Wochenende durch eine farbige Beleuchtung in Szene gesetzt werden, zu fotografieren. Ganz wider Erwarten war sogar der Hochofen 5 geöffnet, so daß ich mit dem Fotoequipment dort raufgestiefelt bin. Gut daß ich den Weg mitlerweile kenne, denn gerade der Abstieg im Dunkeln verlangt schon ein wenig Konzentration.

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Mehr Bilder gibt’s im Album Ruhr 2012 bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Blaue Stunde

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Zwischen Niederrhein und westlichem Ruhrgebiet liegt ein sonniges, wenn auch kaltes, Winterwochenende hinter uns. Zeit dem Körper ein wenig Bewegung zu verordnen. Also bin ich am Sonntag nochmal die Himmelstreppe an der Halde Norddeutschland bei Neukirchen-Vluyn emporgestiegen und ich war nicht der einzige. Die langgezogene anspruchsvolle Treppe wird gerne genutzt um die Ausdauer zu trainieren. Nein nicht meine :-). Eine Jugendgruppe in Jogginganzügen keuchte die Treppe rauf und runter und selbst die Feuerwehr habe ich schon mal auf Bildern dort trainieren sehen. Leider hatte die Müllabfuhr noch nicht dorthin gefunden, denn auf der Parkplatzzufahrt lagen zerrissene Müllbeutel und Flaschen, vermutlich noch aus der Silvesternacht.

Die Halde selbst ist oben recht weitläufig und bietet bei entsprechendem Wind anscheinend gute Aufwinde, so daß Gleitschirmflieger an den Hängen ihre Flugübungen machten. So wie ich gelesen habe, wird die Halde Norddeutschland regelmäßig von Paraglidern, Drachenfliegern etc. genutzt und es existiert, wie könnte es anders sein, sogar die passende Internetseite.

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Wintertage an denen die Sonne scheint versprechen häufig auch einen schönen Sonnenuntergang und eine fotografisch ansprechende „Blaue Stunde“. Also habe ich den Folgetag genutzt, um noch ein paar Bilder auf der Halde Rheinpreussen (bei Moers) zu machen. Bereits vor längerem war ich dort, um Bilder im dunklen zu machen, hatte aber seinerzeit kein Stativ dabei. Das von Otto Piene gestaltete „Geleucht“ wird ebenso wie ein 8.000 qm großer Bereich der Halde abends in glutrotes Licht getaucht (mit einbrechender Dunkelheit in den Wintermonaten bis ca. 21.00 Uhr). Dazu geht der Blick auf den Niederrhein und ins westliche Ruhrgebiet.

In der Ferne zieht der Rhein vorbei und die Hochöfen am Duisburger Rheinufer beleuchten den Strom. Dazu sticht die über den Rhein führende Autobahn A42 mit ihrem Verkehrsstrom aus den dunklen hervor. Dank der dezenten und doch weithin sichtbaren Beleuchtung hat das Fotografieren mächtig Spaß gemacht, selbst wenn es doch arg kühl dabei wurde. Einzig der Rückweg vom Haldenplateau zum Auto gestaltet sich abenteuerlich denn der Rest der Halde liegt mehr oder weniger in stockdunklen. Vielleicht hätte ich eine Taschenlampe mitnehmen sollen 😀 . Mehr Bilder im neuen Album Ruhr 2012 bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Ruhrgebiet bei Nacht (Frohes neues Jahr)

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch. Ich hoffe doch, ihr seid gut reingerutscht, wobei ich ja diese Formulierung „Guten Rutsch“ nie so ganz verstanden habe. Aber wofür gibt es schließlich das Internet. Das mit dem „Guten Rutsch“ kam so …

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„Rosh Hashana“ heißt der erste Tag des Jahres auf Hebräisch. „Rosh“, das ist das Wort für „Kopf“ (auch benutzt als Bezeichnung für den „Ersten“ oder den „Anfang“) und „Shana“, ist das hebräische Wort für „Jahr“. „Rosh Hashana“ ist dementsprechend der Jahresanfang und einen guten solchen wünscht man sich eben.

So einfach kann’s sein, hätten wir das also geklärt. Ich schwenke nochmal kurz auf das vergangene Jahr zurück, denn die dunkle Jahreszeit hat ja auch so ihre Reize, zumindest in Bezug auf Fotos 🙂 . Also habe ich mir vorgenommen ein paar Landmarken, Emscherkunstwerke u.ä. auch mal im Dunklen abzulichten. Zuerst habe ich mich der Rehberger Brücke („Slinky Springs to Fame“) mit der Kamera genähert. Man muß wissen, daß die Brücke, ich will mal sagen, so ein bischen im halbdunklen liegt, was mir i.d.R. so ein bischen Unbehagen bereitet. Ab und zu begegnet einem ein Jogger, dann mal jemand mit Hund und halb im Gebüsch (wo man halt hinstolpert für gute Fotos) zum Glück auch noch ein paar andere Fotografen. Wohlgemerkt es war ca. 17.30 Uhr nicht kurz vor Mitternacht, aber dunkel ist dunkel.

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Dann ging es auf dem Rückweg, nochmal zu „Tiger and Turtle“, der begehbaren Achterbahn über die ich ja schon des öfteren hier berichtet habe. Hier war gegen 18.00 Uhr noch mehr los. Spaziergänger mit und ohne Hund machten die Runde, Fotografen folgen anderen Fotografen mit Stativ, ich fühlte mich in guter Gesellschaft 😀 . Die Landmarke im Angerpark ist am Abend, wie man den Fotos entnehmen kann, gut ausgeleuchtet, kann momentan aber nur zu bestimmten Zeiten betreten werden. Für ein paar Fotos und einen Blick über den Duisburger Süden reichte es allemal aus.

Bilder habt ihr vermutlich schon entdeckt, ansonsten hier: Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Tiger and Turtle – Magic Mountain (II)

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Vier Wochen sind mitlerweile seit der Eröffnung von Tiger & Turtle vergangen. Nachdem ich am Eröffnungswochenende nur kurz da war (siehe Blogbeitrag) habe ich an diesem Wochenende einen zweiten Anlauf genommen. Es war zwar winterlich kalt und mächtig windig auf dem kleinen Hügel im Angerpark, aber dafür gab es dieses Mal keine Warteschlangen. Also Zeit nochmal ein paar bewegte Bilder zu machen (die ihr hier zu sehen bekommt) und natürlich auch ein paar Fotos.

Das Winterwetter war wie gemacht dafür, denn gegen Mittag verzogen sich die Wolken und die Besucher wurden mit Fotohimmel und Sonne belohnt. Einzig eine dicke Jacke und eine Mütze konnte dennoch nicht schaden (zumindest momentan, in den Sommermonaten halte ich beides für überflüssig 😉 ). Und nein, der Looping kann nicht durchlaufen werden, selbst wenn ihr ordentlich Tempo aufnehmen würdet, zwei Gitter sichern vor allzuviel Übermut beim Klettern. Die Security am Fuße der Achterbahn tut ihr Übriges. Was mir noch fehlt ist jetzt ein Bild bei Dunkelheit. Na mal sehen, demnächst …

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Vielleicht noch der Tipp für den nächsten Besuch, die Webseite http://www.landmarke-angerpark.de bzw. http://www.du2010.de/landmarke-angerpark zeigt oben rechts ein Webcambild, welches Aufschluß darüber gibt, ob z.B. gerade eine Warteschlange zu erwarten ist oder nicht. Apropo Besuch, weil ich gefragt wurde, wo denn diese tolle Achterbahn ist, hier nochmal der Link Berzeliusstraße, 47249 Duisburg. Ich wünsche euch viel Vergnügen und eine schwindelfreie Tour 😀 .

Bilder auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Tiger and Turtle – Magic Mountain

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Am Wochenende war es endlich soweit, Eröffnung der neuen Duisburger Landmarke „Tiger and Turtle – Magic Mountain“. Bereits zum Kulturhauptstadtjahr 2010 sollte die neue Landmarke die Heinrich-Hildebrand-Höhe über den Duisburger Stadtteilen Angerhausen, Wanheim und Huckingen zieren, aber es sollte November 2011 werden, bis sie endlich der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Nun ist er Angerpark ein neuer Anziehungs- und Aussichtspunkt im Reigen der Landmarken im Ruhrgebiet.

Wer gleich am ersten Wochenende hinauf wollte auf die erste begehbare Achterbahn brauchte viel Geduld. Der Andrang war riesig, trotz des nebligen Wetters. Da aus Sicherheitsgründen immer nur rd. 40 Personen gleichzeitig eingelassen wurden, war die Warteschlange entsprechend lang. Die von den beiden Künstlern Heike Mutter und Ulrich Genth geschaffenen Groß-Skulptur „Tiger & Turtle“ schien allgemein Anklang zu finden.

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90 Tonnen Stahl stehen hier auf 17 Stützen bewacht durch eine Kamera am höchsten Punkt des Loopings. Der ist übrigens nicht zu begehen, auch dann nicht wenn man mächtig Anlauf nimmt 😉 . Ich hoffe also mal, daß die Skulptur nicht wieder irgendwelchem Vandalismus zum Opfer fällt. Wenn der erste Andrang etwas abgeklungen ist werde ich nochmal dort vorbeischauen. Die Sicht aus 80 Metern Höhe ist bestimmt toll, aber das Wetter sollte einen entsprechenden Blick auch erlauben. Wenn ihr auch mal hingehen wollt, Berzeliusstraße, 47249 Duisburg.

Ein paar ganz kurze bewegte Bilder gibt es hier (in meinem Podcast „Reingespült“).

Greifvogelschau im Grugapark Essen

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Ich hatte eigentlich garnichtmehr mit so einer Farbenpracht gerechnet, aber ich glaube der Grugapark ist fast zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Vielleicht nicht im tiefsten Winter, aber ich habe den Eindruck sobald der letzte Schnee geschmolzen ist werden die Gärtner tätig 😀 . Und selbst jetzt im Oktober blühen hunderte von Pflanzen. Da zahlt man den Eintrittspreis von 4,- Euro/Erwachsener (Kinder zw. 1,20 und 2,50 Euro) gerne. Übrigens, ich weise auch in meinem aktuellen Videopodcast darauf hin, es muß nicht der Parkplatz am Haupteingang sein, auch an den Seiten-/Hintereingängen des Parks kann man i.d.R. gut parken.

Dreimal im Jahr besucht die Greifvogelstation Hellenthal den Grugapark, um dort eine Greifvogelvorführung zu machen. In einer kleinen Vorstellung von etwa 20-25 Minuten kann man die imposanten Vögel im Flug beobachten, davor und danach sitzen die Vögel hinter einer kleinen gespannten Abtrennung und posieren für die Fotografen. Scheut euch nicht auch mal das große Objektiv mitzunehmen, denn mit dem, was manche dort an Fotoapparatematerial dabei haben ziehen andere um 😉 .

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Man glaubt garnicht mit was Besucher zur Gruga anreisen. Von der Sandschaufel für den Kinderspielplatz bis zur Picknickdecke ist alles dabei was in den Rucksack paßt und auf den großen Wiesen ist auch ausreichend Platz dafür. Hunde (angeleint versteht sich) sind ebenso erlaubt wie Kinderfahrräder und was der kleine Besucher sonst so mitbringt. Die Greifvogelvorführung ist übrigens im Preis inbegriffen, lediglich wer sich z.B. zusammen mit einem Vogel fotografieren lassen möchte zahlt dafür zw. 5,- und 10,- Euro (je nach Größe des Bildes).

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So ein Weißkopfseeadler (bekanntlich Wappentier der USA) ist schon ein imposantes Tier und ich möchte nicht in die Fänge der Krallen geraten. Während der Vorführung kreisen die Tiere übrigens im freien Flug nur wenige Zentimeter über den Köpfen der Zuschauer. Da heißt es u.U. schon mal Kopf einziehen 😀 . Ob es artgerecht ist Vögel so zu halten? Das wäre wieder das bekannte Thema „Zootiere“ über das man vortrefflich streiten kann.

Auch (oder trotzdem) hier gibt’s wieder ein paar Fotos Flickr / Sevenload / Picasaweb (und nicht vergessen meinen Videopodcast).

Oldtimer auf Zollverein

Ich glaube dieses Mal hat der Andrang der Oldtimerfahrzeuge alles in den Schatten gestellt. Baustellen schränken den Parkraum auf der Kokerei Zollverein momentan leider mehr und mehr ein, aber trotzdem ist der Andrang riesig. Selbst die geringe Parkgebühr kann die Oldtimerfreunde nicht schrecken.

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Dieses Mal schien dann auch noch der Wettergott allen hold zu sein, denn mit rd. 25 Grad an einem Oktoberwochenende hatte vermutlich keiner gerechnet. Ich war zeitig so gegen 11.15 Uhr vor Ort und schon da waren viele Parkplätze mit Oldtimern belegt. Aber es kamen mehr und mehr, so daß sich, als ich gegen 12.40 das Gelände verlassen wollte, bereits eine Warteschlange vor den Toren gebildet hatte. Drinnen war alles bis auf den letzten Platz belegt.

Neue Oldtimerfreunde mußten warten, bis andere das Treffen verlassen und dadurch wieder ein Parkraum frei wurde. Erst dann konnten sie auf das Gelände der Kokerei rollen. Während es in den Sommermonaten (auf Grund von Urlaubs- und Reisezeit) mal etwas mau aussah, waren dieses Mal wieder Fahrzeuge aus so ziemlich allen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts dabei.

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Hätte man im Laufe des Jahres nicht die Parkgebühr von 3,-/PKW und 2,-/Motorrad eingeführt, vermutlich würde das Gelände aus allen Nähten platzen.

Für Besucher ist der Gang auf das Gelände der Kokerei natürlich nach wie vor kostenfrei und das macht vermutlich den Reiz aus, das Treffen mehrmals im Jahr zu besuchen. Parkplatz C der Kokerei Zollverein ist gleich gegenüber (keine 200 Meter entfernt) und selbst von Parkplatz A (jeweils kostenfrei) ist das Treffen keine 10 Minuten zu Fuß entfernt. Bevor man in Gefahr gerät unter die Räder eines Autos zu kommen, ist vermutlich eher die Gefahr gegeben vor die Linse eines Fotografen oder Videofilmers zu geraten 😀 . Für dieses Jahr sind die Termine vorbei, aber ich bin sicher im April 2012 streben alle wieder nach Essen. Die neuen Termine gibt’s dann im neuen Jahr hier.

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Spielzeugautos, die von den Jüngsten an der einen oder anderen Ecke platziert wurden, sind übrigens von der Parkgebühr befreit 😉 . Zum Abschluß noch das Bild des Tages … ich glaube dieses Fahrzeug hatte genug PS für zwei Autos unter der Haube 😉 . Eine Auswahl weiterer Fotos gibt’s hier: Flickr / Sevenload / Picasaweb.

Oldtimer auf Zollverein

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Am vergangenen Sonntag trafen sich die Oldtimerfreunde das vorletzte Mal in diesem Jahr an der Kokerei Zollverein in Essen. Ich dachte schon es wäre das letzte Mal, aber ein Blick auf die Homepage erinnerte mich nochmal an die Termine. Jedem 1. Sonntag in den Monaten April bis Oktober von 11.00 Uhr – 15.00 Uhr. Es war Gewitterwetter angesagt und so war auch die Anzahl der Fahrzeuge geringer als sonst üblich. Außerdem schränken Bauarbeiten mitlerweile den Parkraum auf dem Gelände der Kokerei ein. Trotzdem war der Besucherstrom der Sonntagsspaziergänger fast so groß wie immer. Nach einer Stunde wurde der Himmel allerdings bedenklich dunkel und erstes Donnergrollen war zu hören. Dementsprechend habe ich mich, nachdem einige Fotos gemacht waren, wieder auf den Rückweg begeben.

Gerne hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, noch die „Gourmet-Meile Metropole Ruhr“ zu besuchen und etwas leckeres aus der Bergmannsküche zu probieren, aber kaum daß ich 500 Meter vom Parkplatz der Zeche Zollverein entfernt war, gab’s auch schon eine kräftige Gewitterschauer, anscheinend der Standart nach ein bis zwei heißen Tagen in diesem Sommer 2011.

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Ich gebe zu, ich schaue nicht nach jedem Oldtimertreffen wieder auf die Internetseite, denn ich bin ja häufig selbst auf dem Treffen, daher habe ich auch erst heute gelesen, daß Oldtimer seit Juli diesen Jahres eine Art Parkgebühr bezahlen müssen. Warum das so ist könnt ihr hier lesen. Die Zufahrt für Oldtimer (mind. 30 J.) kann nur noch gegen eine Parkgebühr von 5,- € für PKW, LKW, Traktoren und 2,- € für 2-Räder erfolgen. Für Besucher ist der Eintritt nach wie vor frei, weil eine Absperrung des gesamten Geländes viel zu kostenintensiv wäre.

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Somit kann ich mir jetzt aber auch erklären, warum der Andrang bei den letzten Treffen etwas zurückgegangen ist. Der Höhepunkt war das Maitreffen, denn an diesem Sonntag waren (lt. Homepage) über 700 Fahrzeuge auf dem Gelände. Aber ich kann auch verstehen, daß Planung, Personaleinsatz, Logistik, Sicherungseinrichtungen, Versicherungen, Security, Sanitätsdienst usw. Kosten verursachen. Echte Oldtimerfreunde wird das nicht schrecken, schließlich ist die Location der Kokerei Zollverein einmalig. Dementsprechend also vormerken, letzter Termin für 2011 ist der 02. Oktober 2011. Eine Auswahl der Fotos gibt’s hier: Flickr / Sevenload / Picasaweb

Tief im Osten wo die Sonne noch scheint

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Was fällt euch zu Dortmund ein? Nein nicht der BVB. Was sonst? Dortmunder U, Bergbau? Genau, das und mehr waren die Gründe noch mal ganz weit nach Osten ins Revier vorzustoßen. Bei Herbert Grönemeyer heißt das „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt!“ ich hingegen habe mich nochmal aufgerafft, tief in den Osten des Ruhrgebiets zu fahren. Mein letzter Besuch in Dortmund hat tolle Bilder aus dem Westfalenpark und der Zeche Zollern hervorgebracht, dieses Mal wollte ich mir das Dortmunder U ansehen und zur Kokerei Hansa (beides Ziele der RuhrTopCard).

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Beim Dortmunder U hatte ich keine Vorstellung was mich erwartet, außer, daß das Museum Ostwall Teil des Gebäudes ist. Aber nicht nur das Museum sondern auch das Kulturbüro der Stadt Dortmund, die Fachhochschule Dortmund, die Technische Universität Dortmund u.v.m. Bereits seit dem Kulturhauptstadtjahr war mir die Installation „Fliegende Bilder“ ein Begriff. Dazu geören u.a. die LED-Bildschirme auf der Außenseite der Dachkrone (bei Sonne nicht ganz so gut zu erkennen) oder die „Neun Fenster in der Vertikalen“ im Treppenhaus. Das Museum Ostwall in der 4. Etage war nicht so ganz mein Fall, aber Kunst ist eben Geschmackssache. Interessant war der Tisch, auf dem Besucher Fotos tauschen können. Vor Ort digital einspeisen oder einfach als Papierabzug mitbringen, auf den Tisch legen und ein anderes dafür mitnehmen. Eine ausgefallene Idee für ein interaktives Bilderarchiv („Bildatlas“).

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Nachdem ich dem „U“ den Rücken gekehrt hatte ging mein Weg zur Kokerei Hansa. Ursprünglich wollte ich ja an einer Führung teilnehmen, aber die laufen immer nur zw. Donnerstag und Sonntag. Stattdessen habe ich einen Audioguide bekommen, mit dem ich einen (kleineren) Teil des Geländes alleine erkunden konnte. Auch keine schlechte Idee, denn so kann man fotografieren und wird unterdessen wie mit einer Art MP3-Player informiert. Einen nochmaligen Abstecher zur Zeche Zollern habe ich aus Zeitgründen nicht mehr unternommen.

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Fast schon auf dem Rückweg habe ich stattdessen noch einen Bogen zum Gelände der Zeche Waltrop geschlagen und mir die Halde Brockenscheidt angesehen. Der Weg dorthin war übrigens gespickt mit Blitzern. Festinstalliert und zu erahnen, wenn eine breite gut ausgebaute Straße nur 50 km/h erlaubt aber auch mobil. Bin mal gespannt wieviel ich 100 Meter nach dem Orstschild noch auf dem Tacho hatte. Aber zurück zum Thema. Die Zeche Waltrop ist heute fast vollständig zurückgebaut nur die Gebäude stehen noch und werden inzwischen gewerblich genutzt. Ein kurzer Fußmarsch führt auf einen, man möchte im Vergleich zu Halden in Herne, Essen oder Gelsenkirchen sagen Hügel, die Halde Brockenscheidt. Dort entstand im Jahr 2000 der zwanzig Meter hohe Spurwerkturm, welcher einen kleinen Rundumblick sowie einen Blick zurück auf die Zeche Waltrop gewährt.

Bilder auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Zeche Nordstern, Emscherkunst und Rungenberg

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Ein weiterer Bericht über eine weitere Halde? Nicht ganz, aber auch. Diese Woche hat es mich nochmal nach Gelsenkirchen gezogen. Zunächst ging es vom Nordsternpark (der Turm der Zeche Nordstern ist mit der Skulptur des „Herkules“ unverkennbar) via Fahrrad (metropolradruhr) entlang des Rhein-Herne-Kanals zum Emscherkunstprojekt „Monument for a Forgotten Future“ (nördlich der Schleuse in Gelsenkirchen). Der Weg ist vom Nordsternpark in ca. 15 Min. bequem zu erreichen. Das „Monument for a Forgotten Future“ ist die Kopie einer Bergformation aus dem Nationalpark Joshua Tree bei Los Angeles und spielt in seinem Inneren leise Musik, wenn man sich dem Berg nähert.

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Danach habe ich wieder mal die Graffitiwand im Nordsternpark besucht, um zu sehen, was sich seit dem letzten Besuch verändert hat. Die Mauer am ehemaligen Kohlehafen darf ganz offiziell besprüht werden und wandelt sich alle paar Monate. Einmal in Gelsenkirchen bieten sich zwei Halden an besucht zu werden. Im Süden der Stadt (unweit der A40) die Halde „Rheinelbe“ über die ich im letzten Jahr hier berichtet habe und zum anderen die Halde „Rungenberg“ im Norden (unweit der A2), die ich bisher noch nicht kannte. Also ging der Ausflug dorthin.

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Die Straße führte mich zunächst durch die Siedlung Schüngelberg, die ebenfalls zur Route der Industriekultur gehört. Zweigeschossige Häuser die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurden mit zum Teil getrennt liegenden Gärten und einem später integrierten Mulden-Rigolen-System zur Ableitung des Regenwassers. In den 90’er Jahren kam dann ein Neubaugebiet hinzu, daß mit Verlaub etwas künstlich wirkt. Von der Siedlung Schüngelberg aus führt eine Treppe (ca. 300 Stufen) hinauf zur Halde. Diese hat zwei Spitzen, an denen je ein Scheinwerfer steht. Die Scheinwerfer formen (soweit ich weiß) Nachts mit ihren Strahlen aus einer zerschnittenen Pyramide optisch eine ganze Pyramide. Bilder auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.