Schiffsparade Rhein-Herne-Kanal

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Sonntage sind ja manchmal so Tage, da weiß man nicht so richtig, wo man dran ist. Am Samstag ging’s relativ spät ins Bett, na ja zumindest wenn man Ü30 .. äh Ü40 .. ist 😉 , aber trotzdem war ich am Sonntag erstaunlich früh wieder wach und das obwohl ich eigentlich hätte ausschlafen können. Irgendwie war ich innerlich etwas aufgedreht? Das waren noch Zeiten, als ich sonntags erst gegen Mittag … aber lassen wir das 🙂 . Ich habe mir letzte Woche doch noch eine Cortisonspritze gegen meinen Heuschnupfen (also eigentlich Allergie gegen Frühblüher) abholen müssen, weil die Birkenpollen mich fertig gemacht haben und die Spritze putscht einen so ein bisschen auf. Auch noch mehrere Tage danach, was sich an der guten Gesichtsdurchblutung bemerkbar macht. Ich wirke z.Zt. so ein bisschen wie nach einem Dauerlauf. Aus dem Bett geklettert erwartet mich draußen ein trüber Himmel, so wie angesagt. Also erstmal Kaffee, obwohl der putscht ja eigentlich auch … öhm … nun gut.

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Ich war mir unschlüssig, ob ich etwas unternehmen sollte oder nicht. Am Rhein-Herne-Kanal sollte die diesjährige Schiffsparade steigen. Von Gelsenkirchen bis nach Oberhausen soll sie sich erstrecken und da sich bis Mittag der Himmel relativ trocken zeigte, entschloß ich mich, dem Ziel der Parade in Oberhausen einen Besuch abzustatten. Die ersten Regentropfen erreichen mich auf dem Weg zur Garage, die nächsten auf der Autobahn *grummel*. Egal durchhalten … Ihr müßt wissen, daß der Rhein-Herne-Kanal, seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 auch gerne Kulturkanal genannt, eigentlich mal als Kanal zum Transport von Gütern eingerichtet worden ist, aber an diesem Sonntag sollte er bevölkert werden von Ausflugsschiffen, Ruderern und Paddlern. Ich vertrage ja Schifffahrten nur so mäßig gut, also auf dem Baldeneysee geht’s so, aber so ein kleiner Ostseeausflug (nur als Beispiel) verlangt mir schon einiges ab. Aber am Rhein-Herne-Kanal sitze ich ja glücklicherweise nicht auf einem Schiff. Als ich ankomme ist die „Slinky Springs to Fame“ Brücke gut besucht, von einer Bevölkerung der Wasserstraße ist, neben einem riesigen Tankschiff, das gerade vorbeifährt, noch wenig zu sehen.

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Also mache ich, mal wieder, Fotos von der (Lieblings-)Brücke und sehe mir die notdürftig reparierten Stellen im Drahtzaun an, der mittlerweile einige hundert Liebesschlösser faßt. Letztens hatte ja jemand einen Teil des Drahtzauns mutwillig rausgeschnitten, weil ausgerechnet sein Schloss geklaut worden war. Dösköppe gibbet. Unten auf dem Platz zw. Schloß Oberhausen und Kaisergarten sammeln sich Musiker und ein kleiner Chor, während der Organisator seine Kollegin sucht, welche die Textblätter verteilen soll. Man übt für die Ankunft der Schiffsparade mit „Glück auf der Steiger kommt“, der Ruhrgebietshymne „Im Revier“, „We are the World“ und einem türkischen Volkslied namens „Üsküdara“. Ich verlasse den Platz fluchtartig, denn ich und singen, das wollt ihr nicht, ich mache weiter Brückenfotos und überlege mir, warum ich als Kind nie bewußt den Rhein-Herne-Kanal besucht habe, schließlich wohnte ich nur wenige Kilometer entfernt (ich glaube ich erwähnte das schon mal).

Schiffsparade

Die Zeiger rücken langsam auf 15:45 Uhr, die geplante Ankunftszeit der Schiffe. Ich überlege noch, ob ich lieber oben auf der Brücke oder fototechnisch günstiger am Ufer in Richtung Gasometer Aufstellung nehme. Ich entscheide mich für unten und warte … Vor mir plätschert das Wasser, zwei Enten, nein drei schwimmen um die Wette. Ein paar Radfahrer rauschen gefährlich nahe an mir vorbei … es wird 15:50 Uhr … die Ente beobachte mich, wie ich sie beobachte. Es wird 15:55 Uhr … boaaaa is dat spannend hier, von den Schiffen ist nichts zu sehen und das obwohl gerade blaue Lücken die Sonne durchblinzeln lassen. Das wäre jetzt ein schönes Wetter für ein Foto … die dritte Ente wird von der zweiten gejagt … ich frage mich, warum ich das hier eigentlich mache.

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16:05 Uhr … vermutlich Stau auf dem Kulturkanal, auf Autobahnen im Ruhrgebiet was ganz normales. Mein Blick geht nochmal zurück in Richtung Brücke. Die geschätzt 100 – 150 Leute lassen die Brücke ziemlich durchhängen, oder? Nein das bilde ich mir nur ein … 16:10 Uhr, das nennt sich wohl Entschleunigung der Zeit … huiiiiiiii mein linker Fuß ist eingeschlafen. Es tut sich was am Horizont, die ersten Schiffe tauchen auf. Mit 25 Minuten Verspätung, Sirene, Hupe und Musik fahren die Ausflugsschiffe gesäumt von ein paar privaten Yachten sowie eine Hand voll Ruderern und Paddlern vorbei. Die Zeitung schreibt später was von 20 Schiffen, mag sein, ich habe sie nicht gezählt. Die großen Schiffe (Friedrich der Große, Stadt Duisburg, Rheinfels usw.), meiner Meinung nach nicht ausgebucht, transportierten im Unterdeck die winkenden Omis, das komische olivfarbene Schiff namens „Der Reservist“ transportiert das Partyvolk und einen (un-)echten Soldaten in BW Tarnkleidung. Ich habe unterdessen die Enten aus den Augen verloren.

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Da wie erwähnt der Rhein-Herne-Kanal ursprünglich als Transportkanal für Güter erdacht wurde, hat er auch ziemlich niedrige Brücken. Ich vermute es gab zu Beginn der Personenfahrten an diesem Sonntag eine Sicherheitsunterweisung der Fahrgäste, denn der eine oder andere am Oberdeck mußte den Kopf einziehen, um nicht an der Brücke hängen zu bleiben und mußte dabei das Winken mit dem Fähnchen kurz unterbrechen. Ich laufe unterdessen von meiner Position nahe dem Gasometer zurück zur Slinky Springs to Fame Brücke. Dabei halte ich in etwa das Tempo des Schiffs, das parallel zu mir fährt. Ganz nette Veranstaltung, die Saison der Personenschifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal wäre damit für eröffnet erklärt. Unterdessen sang der Chor was die Stimme hergab, denn die vier einstudierten Lieder waren schnell durchgesungen. Also sag man nochmal das Dritte, dann das Erste … Glück auf der Steiger kommt.

Kulturkanal Foto Caching

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Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 wird der Rhein-Herne-Kanal auch gerne als Kulturkanal bezeichnet und dieses Jahr gibt es ein kleines Gewinnspiel im Zusammenhang mit dem Kulturkanal. Leider habe ich auch erst vor ca. 1 Woche davon gelesen, daher muß ich diesen Beitrag mal kurz dazwischen schieben. Am nächsten Wochenende noch nichts vor und vielleicht noch Kinder, die man jetzt wo das Wetter besser wird, bespaßen möchte? Dann nichts wie los. Die Aktion heißt „Foto Caching“ und läuft noch bis zum 17. Mai 2015. Und was ist das jetzt? Von GeoCaching habt ihr vielleicht schon mal gehört, man sucht versteckte Kisten, Dosen etc., verewigt sich im beiliegenden Logbuch und tauscht evt. noch Gegenstände in der Dose gegen eigene aus. Nebenbei lernt man noch die Landschaft drumherum kennen.

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So ähnlich läuft das jetzt beim Foto Caching auch. Man bringt eine kleine Figur (Lego, Playmobil, Schlumpf, Ü-Ei was auch immer) mit, tauscht diese gegen die Figur in der Dose und macht mit der neu gefundenen Figur noch ein (oder mehrere) Foto(s). Das lädt man später auf die Internetseite des Kulturkanal Blogs und schon ist man im Lostopf für eine Reihe Ruhrgebietspreise. Ach ja, nicht vergessen die Figur mit einem Kulturkanalaufkleber zu versehen, als Zeichen, daß ihr die versteckte Dose überhaupt gefunden habt. Ach und noch was, wenn ihr den Foto-Cach in der Nähe des Schifffahrtsmuseums findet (N51 27.47123 E6 43.8174) gebt mir mal Bescheid, ich hab nichts gefunden (außer eine leere grüne Butterbrotdose, aber die war’s wohl nicht).

Wat iss? Nix verstanden? Dann guckt nochmal hier, da ist die Aktion genau erklärt. Was jetzt noch fehlt sind die Verstecke, die sind hier genauer beschrieben. Ihr müßt nicht alle Caches heben, es reicht aus 1, 2 oder 3 zu suchen, ganz nach Lust und Laune, nach Wetter und Geduld des Anhangs. Und wenn ihr euch ein bisschen vorbereitet z.B. mit Google Maps reicht auch ein Handy in das ihr z.B. so etwas eingeben könnt N51 27.47123 E6 43.8174 (diese Angaben findet ihr auf der o.g. Kulturkanal Webseite). Schreibt mal, ob ihr was gefunden habt, würde mich interessieren. Und obwohl es mir nicht hauptsächlich ums Gewinnspiel geht, wenn ihr eines der drei o.g. Fotos auf blog.kulturkanal.ruhr findet, verteilt doch mal ein paar Sternchen (1/2/3) 😉 .

P.S.: Für echte Geocacher könnte es u.U. etwas langweilig werden, denn die Dosen sind familienfreundlich versteckt. Laßt doch mal die „Kleinen“ ran.

100 Jahre Rhein-Herne-Kanal

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Acht Jahre, vom 05. April 1906 bis 17. Juli 1914, haben sie gegraben bis er fertig war. Am letzten Wochenende wurde sein 100jähriges gefeiert. Eigentlich das ganze Jahr, aber an diesem Wochenende, war er frei von Schiffen, zumindest von den Großen. Wovon ich rede? Ach so, vom Rhein-Herne-Kanal. Er verbindet den Rhein mit dem Dortmund-Ems-Kanal (ich schrieb davon, als ich dieser Tage vom Schleusenbesuch berichtete). Gut ein Schifffahrtskanal sagen die einen, die Riviera des Ruhrgebiets sagen die anderen (oder wie der WDR vor kurzem titelte „Riviera im Pott„).

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Es ist schon verrückt, denn ich habe als Kind nur rund 3 km vom Kanal entfernt gewohnt, aber trotzdem kann ich mich nicht erinnern jemals dort gewesen zu sein. Die Riviera lag damals mitten in einem Industriegebiet, da wo heute das Einkaufszentrum „Centro“ zum Flanieren einlädt, verliefen damals dicke Rohre und säumten Kühltürme die Straße. Keine einladende Gegend für einen 12-15 jährigen, der seine Wege mit dem Fahrrad absolvierte. Im grünen Hexbachtal haben wir uns herumgetrieben (ich wüßte heute gar nicht mehr wie man da hinkommt), aber in Industrievierteln, auf die Idee wäre ich damals wohl nicht gekommen. Natürlich waren damals keine Rad- und Wanderwege entlang des Kanals, es war eben ein Schifffahrtskanal und kein Ausflugsziel (im eigentlichen Sinn). Aber ich schweife ab, ich wollte euch ja vom vergangenen Wochenende erzählen, denn der Rhein-Herne-Kanal feierte ja sein 100jähriges Bestehen.

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Das Wetter war nicht gerade zum Feiern, denn knapp 20 Grad und bewölkter Himmel ließen wenig Platz für ein Badevergnügen. Trotzdem gab es Tohuwabohu und zwar musikalisch an der Schleuse Gelsenkirchen mit der Tohuwabohu Marching Band. Aber der Reihe nach. Meine erste Station war in Oberhausen. Ich dachte ich schaue mich mal unterhalb des Gasometers um, vielleicht entdecke ich ja ein paar Ruderboote oder ein paar Schwimmer. Aber es war nix los, auch wenn die WAZ berichtet es wären rund 20.000 Menschen am Samstag auf den Beinen gewesen, hier war nix los, aber sowas von nix. Auf der Slinky springs to fame Brücke schlummerten die Liebesschlösser in leichtem Nebel, unten ruderte mal ein einsames Boot vorbei. Am Rand des Kanals lagen noch die letzten Tropfen auf den Pflanzen.

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Also bin ich weiter nach Gelsenkirchen, am Nordsternpark waren zumindest schon ein paar Buden und Infostände aufgebaut, die Feuerwehr hatte ihren Platz bezogen und ein einsamer Musikant spielte auf der wenig besuchten Bühne. Die Graffitiwand wurde gerade einem neuen Anstrich unterzogen und am Wasser gab’s eine handvoll Wagemutiger die sich beim Stand up Paddling versuchten oder im Inneren eines Wasserballs strampelten. Ja, hier war mehr los als in Oberhausen, aber der große Ansturm ließ bei einsetzendem Nieselregen auch hier zu wünschen übrig. Eigentlich schade für die Organisatoren, die sich Mühe gegeben hatten, aber für ein Strandpicknick war nun wahrlich nicht das Wetter.

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Also bin ich noch ein paar Meter weiter an die Schleuse nach Gelsenkirchen. Wenige Meter neben der Stelle, wo im letzten Jahr die Kanalbesichtigung des neuen Emscherkanals stattfand, war am Samstag Tag der offenen Türe an der Schleuse. Die Feuerwehr zeigte auch hier ihr Können, ein Binnenschiff konnte besichtigt werden und eine Schleusenkammer war trockengelegt, so daß man ihr bis auf den Grund schauen konnte. Vor der Schleuse zeigte ein Taucher sein Können, bei der Bergung eines Ferraris 🙂 aus dem Rhein-Herne-Kanal. Mittlerweile hatte der Regen wieder aufgehört, aber der Wind der übers Wasser blies, fühlte sich irgendwie herbstlich an. Ich denke der Kanal hätte mehr verdient gehabt, aber an diesem Wochenende sah das Wetter irgendwie nicht nach Geburtstag aus.

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Trotzdem habe ich ein paar Fotos gemacht, die ihr wie immer bei Flickr oder Google+ zu sehen bekommt. Zum Tagesabschluß ging es dann noch auf das besagte Binnenschiff namens „Willi“, daß schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Gebaut wurde es 1909, außer Dienst gestellt 1983, seitdem war es als Museumsschiff in verschiedenen Händen und seit 2004 nun in Besitz des „Vereins historische Binnenschifffahrt„. Der nächste große Termin im Ruhrgebiet ist übrigens der Day of Song am 27. September 2014 nicht nur, aber bestimmt auch irgendwo an der Riviera des Ruhrgebiets.

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Jetzt ihr, wo sieht man sich eventuell?

Gasometer

Das Ruhrgebiet bei Nacht oder Batman im Ruhrpott oder den Rhein-Herne-Kanal mal ganz anders erleben. Wäre das nicht Gelegenheit, mal andere Blogger zu treffen, von denen man hier immer nur liest? Ich habe mir mal drei Termine (neben vielen anderen, die es hier zu sehen gibt) angekreuzt, an denen man das arrangieren könnte.

Am 09.08 startet das TheaterPicknick im Emscher Landschaftspark genauer im Landschaftspark Duisburg Nord. Mit der Episode „Batman hält die Welt in Atem“ präsentiert das „Rottstr. 5 Theater!“ zwischen den Picknickdecken intensives Schauspiel und Live-Geräusche.

Am 16.08. feiert das Gasometer Geburtstag und öffnet bis 22.00 Uhr mit einer HappyHour und einer Dach Bar. Gelegenheit das Ruhrgebiet mal im Dunkeln von oben zu erleben. Hier sollte man nicht allzuviele „Freunde“ einladen, denn das Dach fast nur eine begrenzte Anzahl Personen (180). Außerdem kostet der Gasometer Eintritt, es sei denn ihr habt noch alte Eintrittskarten (siehe Foto). Pssst …. Geheimtipp .

Last but not least schließt am 30.08 der Rhein-Herne-Kanal für einen Tag alle Schleusen etc. für den Schiffsverkehr und zum 100-jähriges Jubiläum findet im Nordsternpark an diesem Tag ein StrandPicknick im Emscher Landschaftspark statt.

Selbstverständlich braucht man für alle drei Termine gutes Wetter, so mußte im letzten Jahr z.B. der Picknicktermin auf Grund eines angesagten Gewitters/Unwetters ersatzlos gestrichen werden. Aber vielleicht wird es ja dieses Jahr etwas.

So und jetzt ihr, wo sieht man sich eventuell?