Landesgartenschau in Zülpich (NRW)

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„Zülpicher Jahrtausendgärten von der Römerzeit bis ins 21. Jahrhundert“, so wirbt die Landesgartenschau zur Zeit auf ihren Broschüren für einen Besuch in Zülpich. Und da uns der Frühling z.Zt. mal wieder mit super sonnigem Wetter überrascht war ich an diesem Samstag rund 50 km südwestlich von Köln. Vom 16.04. – 12.10.2014 ist Zülpich Gastgeber der Landesgartenschau 2014 in Nordrhein-Westfalen. Mit den ersten Sonnenstrahlen bin ich alter Schlaufuchs früh aus dem Bett und ab dafür auf die Autobahn. Dem Navi noch kurz ein Schnippchen geschlagen, weil aus Richtung Norden die Anfahrt über die Ausfahrt Erftstadt (A61/A1) kürzer ist, als der Umweg über das Autobahnkreuz Bliesheim. Somit fuhr ich um Punkt 9.00 Uhr auf den Parkplatz und war neben 10-15 Autos fast alleine.

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Der Haupteingang liegt mitten zwischen Feldern und ich mußte mich kurz umgucken, ob ich hier überhaupt richtig bin. Die Adresse Wassersportsee 1, Zülpich schien zu stimmen, also ab zur Kasse und in den Park. Links vom Eingang jede Menge Zelte, die mir etwas verkaufen wollten, von der Blumenzwiebel bis zur Gartendeko, ich hab’s einfach ignoriert und mich in Richtung See aufgemacht. Die Landesgartenschau besteht aus verschiedenen Schauplätzen. Zunächst der ca. 20 Hektar große Seepark, an dem sich der Haupteingang befindet. Der Seepark beinhaltet u.a. eine Blumenhalle, die große Bühne mit täglichen Veranstaltungen und ein Seebad, in dem man sogar schwimmen kann.

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Wie uns Wikipedia hier erzählt, ist der See ein Rest aus Tagebauzeiten zwischen Zülpich-Zentrum und Lövenich in den Jahren 1953 bis 1969. Oberhalb des Sees erstreckt sich eine riesengroße Wiese, die RWE-Relax-Wiese. Hier kann man es sich bequem machen auf Liegestühlen, auf Sitzsäcken oder Picknickdecke vorausgesetzt unter einem der schattenspendenden Sonnensegel. Aber wie gesagt, gerade mal kurz nach 9.00 Uhr, kein Grund mich auszuruhen. Der Weg führt in zwei Etagen weiter und trifft dann wieder zusammen. Ich sehe überall entlang der Wege geschlossene Mülleimer, so wie sie der eine oder andere vom heimischen Hinterhof kennt. Unscheinbar, aber mit Deckel für saubere Wege, ein Pluspunkt.

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Nach der Wegbiegung blinken einem rund hundert Sonnenfänger in allen möglichen Farben entgegen und gestalten den Weg mehr als bunt. Der Besucher hat die Wahl den Weg entlang des Sees zu laufen oder in bequemen Serpentinen bergan zu den Seegärten. Hier gibt’s hinter jeder Hecke neue Eindrücke, mal mit und mal ohne Wasser, mal mit bunten Blumen und mal mit verrückten oder verspielten Skulpturen. Zeit sich mal hinzusetzen und etwas zu trinken. Viele Familien packen ihre Picknicksachen aus und nutzen die Tische, Bänke oder Stühle, die in den Gärten verteilt stehen. Wer mit Kindern kommt, hat eine Reihe von Spiel- und Wasserspielplätzen zur Auswahl. Im Übrigen, nur nebenbei erwähnt, wer möchte kann einen weiteren Tag anhängen und das Ausflugsprogramm erweitern durch einen Museumsbesuch, eine Planwagenfahrt oder einen Besuch der Römerthermen (Museum der Badekultur). Für letztere gibt es meines Wissen vergünstigte Eintrittspreise, wenn ihr gleich beides zusammen zahlt.

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Am Ende der Gärten der erste Ausgang. Von hier geht’s über die Römerstraße in rd. 10 Minuten zu Fuß zum Zülpicher Stadtkern und von dort weiter in den zweiten Teil der Landesgartenschau, dem Park am Wallgraben. Wer fahren möchte, nutzt den RWE Shuttle, ein kleines Bimmelbähnchen. Leider ist das Bähnchen etwas unterdimensioniert, denn es faßt geschätzt nur 30-40 Personen, während ungefähr doppelt so viele mitfahren wollten. Auf dem Hinweg, habe ich ein Plätzchen ergattert, auf dem Rückweg habe ich den älteren Leuten den Vortritt gelassen. An diesem Samstag gab es im Stadtkern den Zülpicher Straßenmarkt, so daß der Shuttle (also das Ausflugsbähnchen) vor dem Stadttor hielt und man sich selbst auf die Suche nach dem zweiten Eingang machen mußte. Hier würde ich einen Kritikpunkt ansetzen, denn die Ausschilderung ist hier etwas untergegangen.

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Außerdem war es mir auf der kleinen Straße mit den Straßenhändlern, Flohmarktbeschickern, Blaskapellen und Landesgartenschaubesuchern viel zu voll. Kopfschmerz machte sich breit und ich sah zu, daß ich „Land gewinne“. Nach 10 Min. war der zweite Eingang gefunden und es wurde wieder ruhiger. Unterhalb der Landsburg und der Stadtmauer wurde man durch Streuobstwiesen, kunterbunte Frühlingswiesen und einige Kunstwerke begrüßt. Hier wurden bestehende Obstbäume in die Gartenschau mit eingebunden. Dazu der Rosengarten, der WDR Garten, eine lange Tafel mit bunt bemalten Stühlen, ein altes Karussell, der Lesegarten (ausruhen und den Gedichten aus versteckten Lautsprechern lauschen), ein Obstgarten, der Freizeitgarten usw. Dieser Teil der Gartenschau sah etwas unsauberer aus, denn es gab offene Müllbehältnisse, die leider etwas verwühlt aussahen und z.T. fand sich der Müll auch daneben. Wer am Ende des Wegs die Landesgartenschau nicht verlassen möchte, muß den Ausgang ignorieren und den gleichen Weg zurückgehen, denn einen Eingang gibt es an der Stelle nicht.

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Mein Rückweg führte durch einen Teil der Einkaufsstraße, die mir wie erwähnt viel zu voll war und aus der ich mich auch ruck zuck verabschiedet habe. Mangels Fahrgelegenheit ging es zunächst entlang der Hauptstraße mit Supermärkten etc. und dann durch die Felder zu Fuß zurück zum Hauptteil des Parks (Eintrittskarte griffbereit halten). Nachdem ich die Seegärten auf dem Hinweg gesehen hatte, habe ich mir für den Rückweg den bequemen Weg entlang des Sees ausgewählt. Hier gibt es dieses Mal Treppen für den kurzen oder wiederum Serpentinen für den bequemen (auch für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen etc.) geeigneten Weg. Am Ende durfte auch die Relaxwiese, die ich eingangs erwähnte, für eine kurze Entspannung herhalten.

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Ich habe noch der Greifvogelschau beigewohnt (bitte hinsetzen, die Vögel fliegen hier tief 😉 ), bevor ich mich auf den Rückweg gemacht habe. Am Ende würde ich sagen, es war schön und die 15,50 € (10% Rabat mit der RWE, AOK oder ADAC Karte) waren angemessen, auch wenn ich es am Anfang etwas „übersichtlich“ fand. Alles ein bisschen kleiner als bei einer Bundesgartenschau, aber ich bin sicher, das wird später, nach Ende der LaGa2014 ein schöner Park. Der RWE Shuttle hätte etwas größer ausfallen dürfen und daß man als Besucher durch die Einkaufsstraße in den zweiten Teil der Gartenschau geführt wurde hat speziell mir auch nicht so zugesagt, denn ich wollte ja keinen Stadtbummel.

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Geöffnet ist die Landesgartenschau täglich ab 09.00 Uhr und abends bis 19.00 Uhr, man darf sich aber bis zum Einbruch der Dunkelheit (maximal 21.00 Uhr) auf dem Gelände aufhalten. Der LaGa Besuch wurde im Übrigen selbst finanziert, was es mir leicht macht, auch die o.g. Kritikpunkte anzuführen. Mehr Bilder gibt’s bei Google+ oder Flickr.

NRW Kalender 2014

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Ich weiß ja nicht, welche Kalender ihr so bevorzugt, aber ich hätte da einen Tipp für einen NRW Kalender 2014. Während ich bereits einen Ruhrgebietskalender in der Ecke stehen habe (hier mal kurz erwähnt, in ein paar Tagen nochmal etwas ausführlicher) und auch eigene Fotos zu Kalendern verarbeite, habe ich vor ein paar Wochen im Knastladen einen von Jacques Tilly toll gezeichneten NRW Kalender entdeckt. Jacques Tilly? Ja genau der Jacques Tilly, dem einen oder anderen als Bauer der Düsseldorfer Rosenmontagswagen bekannt.

Knastladen: http://www.kastladen.de

Für nur 8,50 Euro incl. Versand kann man absolut nichts dagegen sagen. Hier ein paar Eindrücke von Niederrhein und Ruhrgebiet, mehr Eindrücke gibt’s auf der o.g. Webseite des Knastladens. Es macht richtig Spaß nach kleinen Einzelheiten und witzigen Details zu suchen z.B. die Krupps in Essen oder Helge Schneider in Mülheim :-). Vielleicht wäre das noch eine Idee für ein kleines (DIN A2 großes) Weihnachtsgeschenk. Der Kalender kommt auf Rechnung und selbst für die Bezahlung der selben habt ihr dann 3 Wochen Zeit. Und was ist der Knastladen? Der Name ist Programm, denn dort werden meines Wissens Arbeiten von Gefangenen aus 23 nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten verkauft, wobei das Geld aber nicht den Gefangenen direkt zu Gute kommt, sondern dem Land NRW (und damit vielleicht auf Umwegen auch wieder den Justizvollzugsanstalten).

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P.S.: Die Webadresse http://www.knastladen.de und die roten Balken auf den Bildern enstammen meiner Feder, um die Bilder hier zeigen zu können.

Neulich aus dem Briefkasten gefischt

Letzte Woche kamen zwei Bestellungen in meinem Briefkasten an (d.h. genaugenommen nur eine, die andere mußte ich bei der Post abholen). Die erste war eine Karte des Tourismus NRW e.V. Unter der Adresse www.dein-nrw.de findet der geneigte NRW Besucher Empfehlungen, Anregungen und Events aus Nordrhein Westfalen. Kostprobe gefällig?

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NRW in 3 Tagen
Dortmund, Bochum, Essen …
NRW für Kuturreisende
Münster, Essen (Zollverein), Köln …
NRW in 24 Stunden
Einmal quer durch Bonn … und vieles mehr.

Dazu gibt’s eine kostenlose Karte, die uns erzählt, wo es sich lohnt zu bleiben. Wer kennt z.B. den „Bergischen Pillekuchen“? Ich habe nie davon gehört. Lieber aktiv wandern oder einen Städtetrip buchen? Lieber Event oder lieber Kultur? Was sich anhört wie ein Stichwortkatalog, ist in der Karte ausführlich beschrieben und wenn ihr mehr wissen wollt, ob zu Fuß oder mit dem Rad, ob geführt oder lieber alleine, NRW Tourismus bietet die Karte mit dem Titel „Dein NRW Dein Guide“ kostenlos an und die Anforderung ist nur einen Mausklick entfernt. Adresse auf www.nrw-tourismus.de/downloads hinterlassen und die Karte kommt per Post. Auf diesem Weg vielen Dank für die Zusendung.

Desweiteren kamen diese Woche meine Visitenkarten (ich erzählte davon vor ein paar Tagen). Das Angebot der Firma VistaPrint versprach 250 Visitenkarten für umme. Gut, daß man nichts umsonst bekommt war ja klar, es sei denn man nimmt mit einem Kärtchen Vorlieb, das ein 08/15 Design mit ein bisschen eigenem Text hat. sAber ich wollte ja mehr. Ich wollte ein Logo (Aufpreis) und sogar noch ein zweites Logo (Aufpreis) und mhmm … tja eine bunt bedruckte Rückseite wäre auch nicht schlecht. Dazu so ein Visitenkartenetui gratis und nochmal 250 Karten für 2,50 Euro Aufpreis, alles zusammen für 22,96 Euro. Der Originalpreis hätte irgendwas um die 49,- kosten sollen (was ich zu teuer gefunden hätte), aber es war ja ein Vorzugsangebot (für Web.de Kunden).

Am Freitag kamen die Karten dann, d.h. eigentlich kam ich und zwar zur Postfiliale, weil in den Briefkasten paßte die Sendung nicht. Aber ich hatte Glück keine Schlange quer durch die Halle bis zur Türe. Und wie sind sie nun die Visitenkarten? Also sagen wir mal so, schlecht sind die nicht, etwas klein ausgefallen, wie ich finde, andere Karten sind da schon mal größer. Vermutlich standen die Maße auch in der Bestellung, aber ich war halt faul und habe mir die Maße nicht aufgemalt. Bedingt durch die Maße ist auch die Schrift etwas klein ausgefallen und außerdem ist das Bild (Geleucht der Halde Rheinpreußen) etwas dunkel geraten. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung, die sicher etwas kritischer ausfällt, weil ich’s mir selbst zusammengebaut habe. Jemand der die Karte in die Hand bekommt wird da vielleicht ganz anders urteilen. Sollte also irgendwann ein NRW BloggerTreffen stattfinden werde ich reichlich von den Karten unter die Leute bringen können :-).

NRW Blogger

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Was ist ein Blogger, wenn keiner seinen Blog liest? Genau ziemlich verloren. Und was macht man dagegen? Man schließt sich zusammen und genau das macht die Gruppe „NRW Blogger“ bei Facebook. Vor einigen Monaten gegründet liegt die Mitgliederzahl mitlerweile (Stand 09.02.2013) bei knapp 90 Mitgliedern und geht steil nach oben. Noch bedindet sich das Projekt in der Findungsphase, aber Vernetzung, Austausch, spätere Bloggertreffen und vieles mehr sind das anvisierte Ziel. Ich bin seit diesem Wochenende dabei und wenn ihr aus NRW seid und auch Interesse habt schaut auf der Facebookseite vorbei. Homepage, Twitteraccount und mehr folgen bald. Man liest sich, ich freu mich drauf.

[Update 11.02.2013] Der Beitrag wurde auf den neuen Gruppennamen „NRWBlogger“ angepaßt.

Düsseldorf zw. Street Art und Medienhafen

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Wer schon länger Bilder in meinen virtuellen Fotoalben verfolgt, der wird ein paar Bilder sicher wiedererkannt haben, denn letzte Woche habe ich mich in Düsseldorf mal zwischen Street Art und Medienhafen rumgetrieben. Ich habe den ÖPNV genutzt, aber auch DriveNow ausprobiert, ich habe eine Teilstrecke mit den Fahrrad von Nextbike zurückgelegt und ich habe einen Abstecher in den neuen „IN“ Stadtteil Flingern gemacht, weil die Sendung „Wunderschön“ im WDR darüber berichtet hat. Aber der Reihe nach …

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Zunächst wollte ich mir nochmal ein paar sehr sehenswerte Street Art Kunstwerke auf der Ackerstraße und der Kiefernstraße ansehen. Die Häuser der Kiefernstraße sind auf einer Straßenseite (rd. 180 – 200 Meter lang) komplett bemalt und das mit unterschiedlichsten Motiven. Es lohnt sich die Straße mal zu begehen, wenn man in der Nähe ist. Bilder davon? Klar gibt es bei Flickr, Sevenload, Picasa (Google+).

Ebenfalls lohnenswert ist der Besuch einer Unterführung in der Nähe des Hauptbahnhofs. Hier wurde im Juli 2011 während eines Straßenfestes die komplette Unterführung entlang der Ellerstraße mit Street Art Kunstwerken versehen. Nicht alles gefällt, aber die Mischung machts. Danach war ich in Flingern, ein Ortsteil, der nicht unbedingt in jedem Reiseführer steht, der aber mehr und mehr Zulauf bekommt. Kleine Cafes, Sitzgelegenheiten für ein Bier an der Straßenecke, nichts aufregendes aber gemütlich.

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Anderes Thema. Vor einigen Wochen habe ich euch vom CarSharing via Car2Go berichtet, dieses Mal habe ich einen Wagen aus dem Hause DriveNow ausporbiert. Die Wegstrecke war etwas kürzer und auch Mini bin ich bisher noch nie gefahren, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase verlief die Fahrt reibungslos. Es handelte sich um einen Mini mit Schaltegetriebe, so daß ich kurz gucken mußte, wo sich der Rückwärtsgang befindet. Auch die Klimaanlage war drigend notwendig, denn die Sonne erwärmte bereits die Luft an diesem Frühlingstag auf ca. 27 Grad, vom Innenraum des Autos ganz zu schweigen. Schlüssel sucht man in den Wagen von DriveNow auch vergeblich, das Auto wird über einen Knopf gestartet und schaltet sich bei Ampelstops selbstständig ab, was mich etwas irritierte.

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Mit dem Fahrrad ging es dann schließlich in den Medienhafen und an die Rheinuferpromenade, die sich bereits für die bevorstehende Jazz Rally rüstete. Sonnige Nachmittage entlang der Rheinpromenade sind immer überraschend, denn überall gibt es etwas zu sehen. Die große Treppe am Burgplatz ist Sitzmöbel und Tribüne zugleich. Während man auf der Treppe mal die Beine ausstreckt und die Füße pausieren dürfen, überraschen einen am Fuß der Treppe immer wieder mal Künstler (und solche die es werden wollen). Am dem Nachmittag war es z.B. eine Breakdancetruppe. Apropo Treppe, wenn eine Treppe aussieht wie eine Treppe muß es längst keine sein. Im Medienhafen habe ich rund um das neue Hotel Hyatt Regency eine Treppe gefunden, die ließ sich hochklappen und darunter hervor kam ein zweiter Eingang. Hier wäre das Sitzen auf der Treppe wohl eher ungemütlich.

Leihräder

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Mitlerweile gibt es eine ganze Reihe von Verleihsystemen für Fahrräder. Das erste Mal gehört habe ich von Call a Bike bei der Deutschen Bahn. Zunächst in Großstädten, später an allen ICE Bahnhöfen. Ausleihe und Rückgabe erfolgt in Berlin, Frankfurt/M., Karlsruhe, Köln und München irgendwo im Stadtgebiet, in den restlichen Städten an bestimmten Call a Bike-Stationen. Die Tochterunternehmen namens Stadtrad arbeiten in einigen Städten (z.B. Hamburg oder Berlin) nach dem gleichen Prinzip.

Vor ca. 1 1/2 Jahr habe ich dann erstmals von Nextbike gehört und, da die Anmeldung nichts kostet, mich dort mal angemeldet. Nextbike hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, daß für die Ausleihe eine ganz normale Festnetznummer in Berlin angerufen werden muß, während Call a Bike leider eine teurere 0700’er Nummer benutzt.

Die Anmeldung für die genannten Systeme ist zwingend, weil man seine Konto-/Kreditkartendaten hinterlegen muß. Dafür ist man super flexibel. Findet man ein freies Rad, ruft man via Mobiltelefon an, wird an Hand der eigenen Rufnummer erkannt und schon ist das Rad ausgeliehen. Nebenbei, Nextbike ist auch Mitinitiator von Metroradruhr, so daß Kunden von Nextbike auch dort Räder ausleihen können.

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Ein anderes Konzept verfolgen Anbieter wie Revierrad (entlang des Ruhrgebiets) oder Niederrheinrad (westlicher Rand des Ruhrgebiets und Niederrhein). Hier reserviert man sich die Räder an einer Verleihstation und entscheidet vorher, wo man das Rad wieder abgeben möchte.

In der Regel gibt man die Räder an der selben Station zurück, an der man sie auch abgeholt hat. Das ist zwar nicht zwingend, kostet aber Aufpreis, wenn man seine Reise an einer anderen Station beendet. Vorteil dieser Art des Verleihs, man kann sicher sein, sein reserviertes Rad an der Verleihstation vorzufinden, während die o.g. Systeme dafür flexibler ausgelegt sind.

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Diese Woche war ich mal nicht im Ruhrgebiet sondern in Düsseldorf, um ein Fahrrad bei Nextbike auszuleihen. Vorteil in Düsseldorf, man kann sein Rad (im Innenstadtbereich) an jedem Punkt zurückrückgeben, der sich an Hand z.B. einer S-/U-Bahnstation, einer Straßenkreuzung o.ä. eindeutig beschreiben läßt. Ich habe das Rad am Luegplatz übernommen, war im Medienhafen, habe einen Abstecher in den Hofgarten gemacht und das Rad schließlich am Burgplatz stehen lassen.

Das Rad hatte „nur“ eine Dreigangnabenschaltung, was aber für eine Tour entlang des Rheins vollkommen ausgereicht hat. Die Ausleihe war nach Angabe der Nummer auf dem Fahrrad und der Mitteilung der Schloßkombination binnen Sekunden erledigt. Auch die Rückgabe, die ich ganz in Ruhe vorgenommen habe, war in einer Minute erledigt. Der Sattel ließ sich mittels Schnellspanner verstellen, für den Lenker hätte man Werkzeug benötigt. Die Ausleihe kostet 1,- Euro/Std., in Düsseldorf höchstes 5,- Euro/24 Std., in anderen Städten bis zu 8,- Euro/24 Std. Ich war mit dem Rad voll und ganz zu frieden und würde beim nächsten Mal wieder ein Rad nutzen, um kürzere Strecken zurückzulegen.

Kulturhauptstadt

Momentan gibt’s nicht viel neues bei mir, Schnee und Eis lassen mich möglichst wenig Zeit draußen verbringen, denn zumindest heute war es richtig ungemütlich. Schnee gehört zum Winter, habe ich auch kein Problem mit, aber jetzt ist langsam genug. Es darf wieder wärmer werden … bitteschön 😀 .

Am letzten Wochenende, ebenfalls im Schnee, wurde die Kulturhauptstadt „Ruhr.2010“ eröffnet. Vielleicht habt ihr es im Fernsehen verfolgt, vielleicht seid ihr sogar vor Ort dabei gewesen. Ihr wohnt weit außerhalb von NRW? Gut dann ist das Ruhrgebiet für euch vielleicht nicht Reiseziel Nr. 1, aber ich glaube die Wahl das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt zu machen, war grundsätzlich nicht verkehrt.

Für viele ist das Ruhrgebiet nach wie vor der Kohlenpott, der Ruhrpott oder einfach nur der Pott. Ich komme gebürtig selbst aus dem „Revier“ und auch wenn ich schon ziemlich lange nicht mehr dort wohne habe mir für 2010 vorgenommen einen Streifzug durch die verschiedenen Städte zu unternehmen. Nicht durch alle 53, das wäre wohl auch zeitlich nicht zu schaffen, aber durch einige. Ich erhoffe mir auf diesem Weg einen Einblick zu verschaffen in Kohleförderung und Stahlerzeugung. Ich werde Hochöfen besteigen und unter Tage fahren.

Im Laufe des Jahres werde ich immer wieder mal an dieser Stelle davon berichten und eine Reihe von Fotos veröffentlichen. Wenn ihr das nächste Mal nach NRW kommt, überzeugt euch selbst, daß das Ruhrgebiet nicht mehr die schmuddelige Kohleregion ist, welche sie im letzten Jahrhundert vielleicht mal war.

Mein Buchtip passend dazu: Ruhr Kompakt 717 Seiten für 9,95 Euro.