Bochum Woche und Ruhrgebiet Miniatur

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Vor lauter schönem Wetter komme ich garnicht dazu euch von meinen Touren dieser Woche zu berichten. Am Dienstag bin ich nochmal durch die MWO (Modellbahnwelt Oberhausen) geschlendert. Bereits im März 2010 habe ich euch über einen Besuch dort berichtet. Nachdem ich im letzten Jahr einiges im Ruhrgebiet „abgearbeitet“ habe, ist der Erkennungswert der Modellanlagen natürlich noch einmal höher, aber ich muß gestehen, wenn man zweimal da war hat man auch fast alles gesehen. Die Ausstellung entwickelt sich nicht wirklich weiter. Etwas schade wie ich finde.

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Am Mittwoch habe ich dann mal wieder einen Bochumtag eingelegt. Der Tag startete im Planetarium, in dem ich mir die Vorstellung „Faszinierendes Weltall“ reserviert hatte. Dank RuhrTopCard war eine Vorstellung in diesem Jahr im Kartenpreis inbegriffen. Schon erstaunlich, was die Technik dieser „Kamerakugel“ leisten kann. In bequemen (Kino-)Sesseln fliegt das Universum an einem vorbei und machmal hat man das Gefühl der ganze Saal würde sich um den Planeten drehen. Toll und sehenswert. Die 60 minütige Show war jedenfalls ruck zuck vorbei.

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Danach bin ich, sozusagen um wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren auf den Tippelsberg „getippelt“. Es ist keine Abraumhalde aus dem Bergbau sondern (ähnlich dem Alsumer Berg in Duisburg) eine ehemalige Bau- und Bodenschuttdeponie (u.a. aus dem U-Bahnbau). Die Sage erzählt noch etwas ganz anderes, ich sag nur der „Riese Tippulus“. Entlang des Aufstiegs finden sich rechts und links des Weges riesengroße Fußabdrücke (in Zement gegossen), die den Weg des Riesen Tippulus wiederspiegeln sollen.

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Oben angekommen gibt es einen Rundumblick über Bochum und das Ruhrgebiet. Acht Stelen aus Stahl erklären was man in einiger Entfernung sehen kann und bieten durch kleine Sehschlitze / Gucklöcher den direkten Blick auf das beschriebene Objekt. Wer übrigens ein Gipfelkreuz sucht, es ist liegend angebracht und dient als Sitz- oder Liegebank 😉 . Zum Tagesabschluß war ich am Dienstag noch auf der Zeche Hannover, einem Teil des LVL Industriemuseums.

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Dort hatte ich, da der Eintritt nichts kostet, außer dem Malakowturm eigentlich nichts erwartet, aber ich wurde positiv überrascht. Zuerst einmal war der Malakowturm bis in die erste Etage begehbar (leider nicht weiter, obwohl Treppen bis unter die Decke gehen) und nebenan gab es einen Einblick in den renovierten Maschinenraum mit der Dampfmaschine von 1893, die bei Führungen m.W. auch in Betrieb geht. Neben der Zeche Knirps, die der jungen Generation den Bergbau spielerisch näher bringt gab es vor der Zeche noch ein Feld mit rd. 350 Paar Schuhen, die mir zunächst ein Rätsel aufgegeben haben. Erst eine nachträgliche Recherche im Internet brachte mich auf den Künstler Marcus Kiel.

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Wenn ihr die Zeche Hannover besuchen wollt, achtet auf die etwas ungewöhnlichen Öffnungszeiten von April bis Oktober Mi-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr. Ende Mai startet auf der Zeche Hannover das große Dampffestival Ruhr. Dann kostet es m.W. auch Eintritt.

Bilder im Ruhr 2011 Album … guckst du hier 😀 Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Sonne am Tetraeder

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Eigentlich hätte ich auf Grund meiner Allergie gegen Frühblüher am Samstag garnicht vor die Türe gehen dürfen, denn die Bäume haben abgeworfen, was das Zeug hält, aber das schöne Wetter hat mich einfach rausgezogen. Ich wollte einmal am Tetraeder in Bottrop sein wenn die Sonne scheint 🙂 . Ja und in der Tat habe ich den blauen Himmel über Bottrop gesehen. Der Aufstieg auf die Halde erfolgte (auf Wunsch meiner Begleitung) über die Treppe, der Abstieg später über den Serpentinenweg.

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Während ich beim ersten Besuch des Tetraeders ganz schön wackelige Knie hatte (schließlich befindet sich bereits die erste Plattform in rd. 18 Metern Höhe und besteht nur aus Lichtgittern mit freiem Blick nach unten) ging es dieses Mal schon wesentlich besser. Die zweite Plattform mit bereits 32, die dritte mit dann 38 Meter über dem Haldengipfel sind schnell erklommen. Auch die Fernsicht war einigermaßen, so daß ich nochmal ein paar Bilder gemacht habe. Gelsenkirchen, Essen, Oberhausen sind gut zu erkennen und wie immer dabei die Dampfwolke des Löschturms der nach wie vor aktiven Kokerei Prosper direkt am Fuß der Halde.

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Vorab habe ich übrigens nochmal einen Abstecher in den Bernepark gemacht. Vielleicht erinnert ihr euch, ich bin dort auf meiner Fahrradtour entlang des Rhein Herne Kanals in letzten Jahr vorbei gekommen. Der Berne Park ist ein altes Klärwerk am Zufluß der Berne in die Emscher. Eines der Klärbecken ist noch mit Wasser gefüllt, aber es schwimmen Goldfische drin, das andere Becken ist bepflanzt und kann betreten werden. Leider sahen die Pflanzungen nach dem Winter noch recht mickrig aus, aber das wird hoffentlich wieder. Schließlich schreibt die o.g. Webseite von einem „märchenhaften Park“ und einem „mittels 21.000 Stauden und Gräsern grünen Amphitheaters“. Über die ehemaligen Räumerbrücken kann man sich jedenfalls sowohl das bepflanzte als auch das mit Wasser gefüllte ehemalige Klärbecken ganz aus der Nähe ansehen. Am Randes des Parks stehen noch die Kanalröhren aus dem Emscherkunstprojekt, die 2010 zu einer Übernachtung in der Röhre einluden, jetzt allerdings verschlossen.

Bilder, das kennt ihr ja schon, bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Auf der Halde Haniel

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Im letzten Jahr habe ich schon einmal über die Halde Haniel berichtet. Damals, zum ersten Mal dort, war ich fasziniert von der Umgebung. Also ein Grund nochmal hinzugehen und ich war am Sonntag nicht der einzige 😀 . Die Halde ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie und genau auf der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen mit 159 m Höhe eine der höchsten Halden des Ruhrgebiets. Oben bietet sich daher ein toller Rundumblick und außerdem ist die Installationen der bunten „Totems“ des baskischen Malers und Bildhauers Agustín Ibarrola nach wie vor ein einmaliges Motiv. Leider beginnt die Farbe langsam etwas zu bröckeln.

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Jogger, Fahrradfahrer, Modellflugfreunde oder einfach nur Wanderer, die Halde ist ein Ausflugsziel für jedermann. Vom großen Parkplatz am Fuß der Halde geht ein leicht ansteigender Weg in Serpentienen nach oben. Dort findet ihr am Wegesrand auch eine Auswahl von Bergbaumaschinen und Geräten. Wer mutig ist, nimmt die Abkürzungen quer durchs Gebüsch. Aber Achtung, da wo ihr mühsam die Abkürzung nach oben erklimmen wollt, sind die Radfahrer u.U. auf dem Weg nach unten 😮 .

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Informationen über die genaue Adresse, Anfahrt usw. findet ihr im Revier Magazin, mehr Bilder wie immer hier, „Ruhr 2011“ bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Ein Turm namens Florian

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Letzten Samstag bin ich mit der RuhrTopCard bereits am frühen Morgen nach Dortmund aufgebrochen, Ziel der Westfalenpark. Der Bundesligakalender zeigte mir, daß der BVB an diesem Samstag ein Heimspiel hatte und da der Westfalenpark nur wenige hundert Meter neben dem Stadion liegt, wollte ich vermeiden in den Stau der anreisenden Fußballfans zu geraten.

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Nach kurzer Parkplatzsuche außerhalb der bewachten Parkplätze (dort hätte man 4,- Euro für den Stellplatz zahlen sollen) ging es über den Eingang Ruhrallee in den Park. Ich kam mir zur frühen Stunde (kurz nach 10.00 Uhr) noch etwas verlassen vor, aber verlaufen kann man sich, trotz des weitläufigen Parks eigentlich nicht. Der Fernsehturm (Florianturm genannt) ist innerhalb des Parks unübersehbar und daher ein guter Orientierungspunkt.

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Der Westfalenpark wurde zur ersten der drei dortigen Bundesgartenschauen (1959, 1969, 1991) eröffnet und läd mit rd. 70 Hektar zu einem ausgiebigen Spaziergang ein. Da die Auffahrt auf den Fernsehturm erst ab 12.00 Uhr geöffnet war, habe ich in aller Ruhe eine große Runde durch den Park gedreht und auch nach 2 Stunden noch längst nicht alles gesehen. Besonders gut gefallen hat mir das üppig ausgestattete Dahlienbeet südlich des Florianturms.

Um 12.00 Uhr ging es dann via Aufzug auf den Turm und aus gut 140 Metern Höhe hat man einen weiten Blick. Ich meine die Hochhäuser von Essen erkannt zu haben, aber ansonsten fehlte mir etwas die Orientierung. So hatte ich nach der sonst weithin sichbaren Halde Hoheward Ausschau gehalten, konnte sie aber nicht entdecken. Vielleicht liegt Dortmund doch zu weit östlich.

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Zurück auf ebener Erde und wenige Minuten westlich über die Autobahn ging es dann zum LWL Industriemuseum der Zeche Zollern. Eine kleine, auf den ersten Blick beschauliche Zeche von der man ohne die Fördertürme (leider nicht mehr die Originale) annehmen könnte, es handele sich, wie Wikipedia schreibt, um den Eingang zu einer Schlossanlage im Stil der Jahrhundertwende. Leider war die Maschinenhalle, die mit ihrer Jugendstilfassade i.d.R. auf Prospekten etc. zu sehen ist, zur Zeit in Restauration begriffen. Also bin ich, während in der Lohnhalle noch eine Trauung stattfand auf den Förderturm geklettert, denn von dort gab es wieder mal den besten Ausblick über das Gelände.

Bilder im Ruhr2010 Album bei Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Bochum, Bergbau und Bahnen

Ein weiterer Ruhrgebietstrip der abgelaufenen Woche ging nach Bochum. Dieses mal waren zwei Museen an der Reihe. Museum Nr. 1 war das Bergbaumuseum. Ganz ehrlich, ich hatte ein bischen was anderes erwartet, aber das Bergbaumuseum ist eben nicht nur für die Steinkohle da, sondern auch für alle anderen Arten von Bergbau und das auch außerhalb des Ruhrgebiets. Demenstrechend sieht man im Bergbaumuseum z.B. wie mühsam es war um 1600 Erz abzubauen. Mühsame Handarbeit und weit entfernt von Industriezeitalter. Außerdem Bergbautradition, Mineralien und vieles mehr.

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Aber auch Modelle eines Doppelbockfördergerüstes, eines Malakowturms und moderne Fördermaschinen sind Bestandteil des Museums. Wenn genügend Besucher im Haus sind geht es in das Anschauungsbergwerk ca. 12-15 Meter unter die Erde (Achtung dort wird es kühl). Unter Leitung eines Mitarbeiters des Museums geht es durch Stollen und Flöze und man bekommt einen Eindruck wie es beim Abbau von Kohle vor sich geht. Natürlich kann es nur einen kleinen Eindruck geben und nach ca. 45 Minuten geht es mit dem Aufzug zurück ins Museum oder auf Wunsch nach oben aufs Fördergerüst. Bochumer werden mir verzeihen, wenn ich beim Rundumblick vielleicht das wichtige Foto nicht gemacht habe 😀 .

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Danach ging es ans südwestliche Ende von Bochum (fast schon an der Stadtgrenze zu Essen) ins Eisenbahnmuseum nach Bochum Dahlhausen. Freunde von Dampfloks können sich hier im alten Bahnbetriebswer​k ausgiebig umschauen. Außerhalb der Bahnbetriebsfeste stehen die meisten Loks in der/den Halle(n), dafür ist mehr Platz für ungestörte Fotos 😉 . Aber Achtung, machmal gellt ein Pfiff über das Gelände, dann wird vielleicht gerade rangiert. Kleine und große Lokführer haben bei einer der größten Dampfloks die Möglichkeit auch mal im Führerstand zu stehen.

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Nicht qualmen! Lautet ein Schild vor der Türe. In dem Fall waren vermutlich früher die Dampfloks und ausnahmsweise mal nicht die Fahrgäste gemeint. In einer anderen Wagenhalle stehen ältere Wagons denen man die strenge Trennung von Rauchern, Nichtrauchern und Frauen(!) entnehmen kann 😉 . Last but not least findet man an einer Wand noch einmal eine Auswahl von Schildern, die früher die Fahrziele an jedem Wagon angezeigt haben. Das waren noch (Bahn-)Zeiten.

Führung durch Zeche Zollverein

Über die Zeche Zollverein habe ich bereits im April berichtet, jetzt aber war endlich Zeit auch mal an einer 2-stündigen Führung teilzunehmen. Die Führung trug den Titel „Über Kohle und Kumpel“ und zeigte den früheren Arbeitsalltag sowie Übertageanlagen, die sonst nicht frei zugänglich sind.

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Man bekommt in der Führung einen kleinen Eindruck davon wie Kohle gefördert, transportiert, gewaschen und von Steinen und anderen Fremdstoffen getrennt wurde, bekommt alte Kohlenloren ebenso zu Gesicht wie auch das Arbeitsmaterial zum Kohleabbau. Außerdem lernt man das Mutterklötzchen kennen 😀 .

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Die langjährig sanierte Kohlenwäsche, ist Teil dieser Führung genauso wie der Panoramablick vom Dach der Kohlenwäsche. Ich habe mich für diese Führung entschieden, weil sie in der RuhrTopCard enthalten war, eine Reihe weitere Führungen stehen auf der Homepage der Zeche Zollverein zur Auswahl.

Die Wege und Hallen (zumindest dieser Führung) waren so, daß man ohne Angst vor gesundheitlichen Schäden (Kopfstoßen o.ä.) teilnehmen kann, aber man muß mit einer Menge Treppenstufen rechnen. Nicht umsonst steht auf der Homepage der Zeche Zollverein „Für alle Führungen sollten unserer Gäste mit strapazierfähiger Kleidung und festem Schuhwerk ausgestattet sein„.

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Im Anschluß habe ich dann noch einen Gang über das Gelände unternommen und wieder mal hier und da die Kamera drauf gehalten. Erstmals hat auch das Becken vor der Kokerei Zollverein wieder Wasser, vor der Kokerei stand eine riesige Dampflok und auch das Werksschwimmbad hatte geöffnet.

Der Imagefilm vom Welterbe Zollverein (hier zu sehen) macht Lust auf mehr.

Schachtzeichen (Halde Hoheward)

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An diesem Wochenende stand einmal Niederrhein und einmal Ruhrgebiet auf dem Ausflugsplan. Hier (weil’s aktueller ist) zunächst mein Eindruck von der Aktion „Schachtzeichen“ zur Ruhr2010. Allen die nicht aus dem Ruhrgebiet kommen sei erklärt, daß im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr2010 in dieser Woche (leider sehr wetterabhängig) versucht wird, über 300 alte Schachtanlagen durch das Auflassen gelber Ballons weithin erkennbar und damit den Wandel im Ruhrgebiet erlebbar zu machen.

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Daher war ich am Sonntag auf der Halde Hoheward, um mir das Ereignis von dort aus erhöhter Position anzusehen. Vor 6 Wochen war ich bis auf ein paar Mitstreiter fast alleine auf der Halde, an diesem Sonntag standen die parkenden Fahrzeuge entlang der Cranger Straße (aus Richtung Herne) bereits 1 Kilometer vorher Stoßstange an Stoßstange. Während die meisten Besucher ihre Haldentour an der Drachenbrücke begonnen haben, bin ich vom
Salentinplatz aus über die Treppen-/Stiegenkonstruktion mit 529 Stufen hinauf aufs Plateau [da sag noch einer ich mache keinen Sport 😀 ].

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Leider war es etwas diesig, aber die Aussicht dafür (wie bereits beim ersten Mal) grandios. Gleich vor der Halde gab es einen Ballon zu sehen und im großen Rund (soweit die Sicht es erlaubte) locker 10-15 weitere. Wahre Menschenmengen und dazwischen unerschrockene Fahrradfahrer bahnten sich ihren Weg über die Halde. Bedauerlicherweise gab es heute auch schon die ersten Vandalismusmeldungen zu einzelnen Ballonen, trotzdem drücke ich allen Machern und Freiwilligen die Daumen, daß die Aktion noch bis zum Ende der Woche durchgestanden werden kann.

Ein paar Bilder folgen wie immer in den bekannten Alben bei Flickr, Sevenload und Picasaweb.

Himmelstreppe zum Hallenhaus

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Wer an Ruhrgebiet denkt, denkt an Essen, Duisburg, vielleicht an Bochum. Aber auch linksrheinisch gibt es noch ein Stückchen Ruhrgebiet. Und nicht nur das, auch Steinkohlenbergbau. Demnach gibt es linksrheinisch auch Halden. Auf der Halde Rheinpreusen in Moers war ich ja bereits vor einigen Wochen, die größte Halde in der Region Niederrhein ist jedoch die Halde Norddeutschland mit einer Gesamthöhe von 102 Meter. Über langsam ansteigende Wege oder auf direktem Weg über die „Himmelstreppe“ (359 Stufen) kommt man auf das Haldenplateau.

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Als erstes fällt einem eine Stahlkonstruktion ins Auge. Das Kunstwerk nennt sich „Hallenhaus“ und ist eine Art Haus ohne Dach und Wände 15 x 18 x 10 m (LxBxH). Rund um das Haus erstrecken sich Rundwege, die von Freizeitsportlern aller Art genutzt werden. Radfahrer, Wanderer, Jogger, Nordic Walker alles ist vertreten und die Wege sind sogar ausgeschildert. Wer genügend Kondition hat (oder sich diese antrainieren will) nimmt die 359 Stufen im Laufschritt, am besten gleich mehrfach (keine Idee von mir, es gab junge Menschen vor Ort, die das trainierten).

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Bei gutem Wetter dürfte der Blick von dieser Halde von der niederrheinischen Tiefebene bis weit ins Ruhrgebiet hineinreichen. Duisburg auf der anderen Rheinseite ist gut zu erkennen, ich meine sogar den Gasometer in Oberhausen erkannt zu haben. Wer mit dem Auto anreist hat am Fuß der Halde ausreichend Platz zu parken, denn ein nagelneuer (Wander-)Parkplatz liegt gleich an der Geldernschen Straße. Nebenbei, Wikipedia schreibt, daß jedes Jahr im Sommer das „Dong Open Air“-Festival auf der Halde stattfindet. Ich habe noch nie davon gehört, aber bitte, im Juli ist es wieder so weit.

Kreuzweg zur Halde Haniel

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Dieses Mal ging der Ausflug auf die Halde Haniel. Die Halde Haniel befindet sich in Bottrop. Ja genau, vor ein paar Tagen habe ich euch vom Tetraeder in Bottrop erzählt. Die Halde Haniel ist eine zweite Halde im Norden von Bottrop. Vom Parkplatz geht ein Kreuzweg auf das Plateau der Halde. An jeder Station des Kreuzwegs findet sich ein Relikt aus der Zechen und Kohlezeit. Mal ein Teil einer Schiene, mal ein Kohlewagen, mal ein Presslufthammer und auf dem Plateau angekommen findet sich das (Gipfel-)Kreuz. Wer sich wundert, warum vor dem Kreuz gerne mal Menschen in Fahrradoutfit für ein Foto posieren, dem sein gesagt, die Halde wird gerne von Mountenbikern für rasante (Ab-)Fahrten genutzt. Nicht erschrecken, wenn zwischen den Bäumen plötzlich ein Fahrrad hervorprescht 🙂 .

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Aber das Kreuz ist noch nicht der Höhepunkt der Halde. Wer mutig ist krabbelt den steilen Hang dahinter hoch, wer gut zu Fuß ist nimmt lieber den leichteren Weg über die Rückseite (rechts oder links um den Hügel herum, ca. 10 Minuten Fußweg). Während gerade noch Bäume und Gras um uns herum waren, sind wir jetzt wieder einer Mondlandschaft ausgesetzt. Das schwarze Gold hat seine Spuren hinterlassen. Der Abraum ist zu kleinen und großen Wällen aufgeschüttet, so daß der Blick in die Ferne zu allen Seiten von einem Wall gebremst wird. Mittendrin befindet sich ein kleines Amphitheater, daß zu Ostern u.ä. Anlässen auch gerne als Veranstaltungsort z.B. einer Messe genutzt wird.

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Wählt man dann noch den Anstieg auf den höchsten der Wälle ist man ganz oben auf der Halde angekommen. Totem (farbig angemalte Bahnschwellen) zieren hier in einem Halbrund den höchsten Punkt der Halde. Von hier kann man den Blick in die Ferne schweifen lassen und wird feststellen, daß rund um die die Halde Haniel viel Grün zu finden ist.

Starker Ort – Bottrop

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Wer an Bottrop denkt, denkt vermutlich in erster Linie an den Movie Park Germany oder an das Alpincenter mit der weltweit längsten Skihalle und der einzigen mit einer Kurve (übrigens auch auf einer Halde). Erst in zweiter Line denkt man an den Tetraeder auf der Halde Prosper (auch Halde Beckstraße) oder an den Malakowturm an der Zeche Prosper II.

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Beides sehenswerte Punkte auf der Route der Industriekultur. Hinzu kommt, daß die Zeche Prosper II (mit dem massiven Malakowturm) bis Ende April noch ein sogenannter „Starker Ort“ sein darf. Öffnungszeiten: Fr 17-20, Sa 15-20, So 11-17 Uhr.
Der Malakowturm an der Zeche Prosper II ist einer der letzten Türme dieser Bauart im Ruhrgebiet.

Wenige 100 Meter von der Zeche entfernt liegt die Halde Prosper (Halde Beckstraße). Sie ist zwar etwas kleiner, als die Halden in Essen oder Gelsenkirchen hat an ihrem höchsten Punkt aber eine weithin sicht- und begehbare Aussichtsmöglichkeit, den Tetraeder (zu erreichen über einen Serpentinenweg oder über einen Treppenweg). Der Tetraeder ist ein Wahrzeichen der Stadt Bottrop und bietet dem Besucher auf drei Plattformen in 18 m, 32 m und 38 m Höhe (frei aufgehängt an Stahlseilen) einen tollen Rundumblick.

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Die Ersteigung erfordert allerdings ein bischen Mut, denn die Plattformen und Treppen bestehen aus Lichtgittern und Lochplatten und bieten somit freiem Blick nach unten. Außerdem kann es in 30 – 40 Meter Höhe auch schon mal ganz schön windig sein. Also alles was man dabei hat gut festhalten 😀 .

Bilder wieder im Ruhr2010 Album von Flickr, Sevenload oder Picasaweb.