Glückssonntag zwischen Halde und Flugplatz

Der letzte Sonntag war wieder mal so ein Tag, der Erinnerungen weckte. Erinnerungen an längst vergangene Urlaube in der Eifel, in der Rhön oder im Harz, bei denen sich die Möglichkeit ergab, Berge zu erklimmen und von Aussichtspunkten in die Ferne zu blicken. Zu Hause im Ruhrgebiet war das früher ja eher selten möglich und auch der Niederrhein, von Natur aus eher flach, bietet da wenig Gelegenheiten. Über diverse Haldenbesuche habe ich an dieser Stelle schon berichtet und jedes Mal kommt wieder das Gefühl von früher.

Die Halde Hoheward zwischen Herten und Recklinghausen ist eine dieser Halden und gleichzeitig auch die zweithöchste und meines Wissens flächenmäßig größte im Ruhrgebiet. Am letzten Sonntag war ich an der Zeche Ewald, an der mittlerweile das Oldtimertreffen Ruhr seine Heimat hat. 4-5 x jährlich treffen sich dort autobegeisterte Oldtimerfans und Fotografen, auf der Suche nach einem ausgefallenen Schnappschuß. Gleich vor der Haustüre der Zeche Ewald liegt die Halde Hoheward mit dem Horizontobservatorium und der Sonnenuhr in Form eines Obelisken. Zugänge von verschiedenen Seiten bieten einen bequemen Aufstieg, manchmal über Treppen, manchmal über Serpentinen- oder über eine Fahrstraße.

Ein bisschen Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall, denn die Aussicht über das komplette Ruhrgebiet bis hinein ins Bergische Land ist meines Erachtens unerreicht. Bei guter Sicht soll man südlich den 50 km entfernten Fernsehturm in Düsseldorf erkennen können. In dem Moment flitzt wieder mal ein Radfahrer in hohem Tempo an mir vorbei. Die Abfahrt bringt ordentlich Tempo und das nutzen nicht nur Rennräder sondern auch von ganz normale Fahrräder. Na ja, muß halt jeder für sich entscheiden. Da stand ich nun nach einer großen Runde, erstaunt welche Pflanzen mittlerweile auf der Halde wachsen, und konnte mich nicht wirklich losreißen. Am liebsten wäre ich festgewachsen und hätte noch unendlich lange in die Ferne geguckt.

Ich konnte unmöglich auf direktem Weg wieder nach Hause fahren. Der Rückweg führte mich daher über Essen, entlang des Geländes der Zeche Zollverein (wo an dem Tag der „Geo Tag der Natur“ stattfand) und über die A52 vorbei am Flughafen Mülheim/Essen. Ich hatte ihn bereits von der Halde Hoheward in weiter Ferne gesehen und ich hatte nochmal Glück an diesem Sonntag. Das Luftschiff Theo setzte gerade als ich am Flughafen ankam wieder zur Landung an, um neue Passagiere aufzunehmen. Dieses Mal hielt ich die Kamera gleich an der Lilienthalstraße (gegenüber eines Blumencenters) auf das Geschehen.

Vorteil man ist direkt dran an der Start und Landebahn und von der Autobahn bis dort sind es kaum 500 Meter. Während ich Theo noch hinterher gucke höre ich ein lauteres Brummen und die Junkers Ju52 startet ebenfalls zu einem Rundflug. Ich habe gefühlt auch dort noch mindestens eine 1/4 Stunde gestanden und mich über das tolle Wetter und den tollen Tag gefreut. Könnte nicht jeden Tag Sommersonntag sein? Nein, könnte nicht, denn dann wäre es ja nichts besonderes mehr. Weitere Bilder bei Flickr und GooglePhotos.

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