Führung durch Zeche Zollverein

Über die Zeche Zollverein habe ich bereits im April berichtet, jetzt aber war endlich Zeit auch mal an einer 2-stündigen Führung teilzunehmen. Die Führung trug den Titel „Über Kohle und Kumpel“ und zeigte den früheren Arbeitsalltag sowie Übertageanlagen, die sonst nicht frei zugänglich sind.

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Man bekommt in der Führung einen kleinen Eindruck davon wie Kohle gefördert, transportiert, gewaschen und von Steinen und anderen Fremdstoffen getrennt wurde, bekommt alte Kohlenloren ebenso zu Gesicht wie auch das Arbeitsmaterial zum Kohleabbau. Außerdem lernt man das Mutterklötzchen kennen 😀 .

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Die langjährig sanierte Kohlenwäsche, ist Teil dieser Führung genauso wie der Panoramablick vom Dach der Kohlenwäsche. Ich habe mich für diese Führung entschieden, weil sie in der RuhrTopCard enthalten war, eine Reihe weitere Führungen stehen auf der Homepage der Zeche Zollverein zur Auswahl.

Die Wege und Hallen (zumindest dieser Führung) waren so, daß man ohne Angst vor gesundheitlichen Schäden (Kopfstoßen o.ä.) teilnehmen kann, aber man muß mit einer Menge Treppenstufen rechnen. Nicht umsonst steht auf der Homepage der Zeche Zollverein „Für alle Führungen sollten unserer Gäste mit strapazierfähiger Kleidung und festem Schuhwerk ausgestattet sein„.

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Im Anschluß habe ich dann noch einen Gang über das Gelände unternommen und wieder mal hier und da die Kamera drauf gehalten. Erstmals hat auch das Becken vor der Kokerei Zollverein wieder Wasser, vor der Kokerei stand eine riesige Dampflok und auch das Werksschwimmbad hatte geöffnet.

Der Imagefilm vom Welterbe Zollverein (hier zu sehen) macht Lust auf mehr.

Kulturhauptstadt Essen

Eigentlich wollte ich am Samstag nach Essen, um mir mal die Kulturhauptstadt vom RWE Tower aus anzusehen. Leider habe ich erst am Freitag erfahren, daß man sich dafür anmelden muß. Gut dachte ich, dann sehe ich mir die Stadt eben mal auf dem Boden an und ein bischen geklettert bin ich am Ende trotzdem noch.

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Den Start habe ich im Essener Ortsteil Margaretenhöhe (Teil der Route der Industriekultur) gemacht. Die Margarethenhöhe wurde nach ihrer Stifterin Margarethe Krupp benannt und wird auf Grund ihrer Bauweise auch Gartenstadt genannt. Seit 1987 stehen die Häuser unter Denkmalschutz und ich muß sagen, es ist selbst für einen Besucher urgemütlich dort. Man sollte nicht glauben, daß einige Kilometer weiter die Stadt Essen mit ihren 580.000 Einwohnern (Quelle: Wikipedia) tobt.

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Nur wenige Kilometer weiter in Bredeney habe ich dann mein Auto stehen lassen und bin in die Kulturlinie 107 der Essener Verkehrsbetriebe umgestiegen. Diese Straßenbahnlinie verbindet (nicht jede Fahrt, Fahrplan beachten!) Essen Bredeney mit Gelsenkirchen. Auf dem Weg dahin geht es vorbei an verschiedensten kulturellen Bauwerken. Es lohnt sich also zwischendurch auszusteigen und sich umzusehen (im innerstädtischen Bereich sogar ein Muß, denn da verkehrt die Linie 107 unterirdisch 🙂 ). Wie ich gestern las, gibt es entlang der Kulturlinie demnächst sogar Führungen.

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Ich habe meine Fahrt am Hauptbahnhof unterbrochen und bin, mit einem Abstecher zum RWE Tower (Fotos von außen), die Kettwiger Straße (Einkaufs- und Fußgängerzone) hochgelaufen, habe einen Abstecher zum Essener Dom gemacht und bin dann weiter mit der Linie 107 zur Zeche Zollverein. Dort gibt es gegen 2,- Euro Eintritt die Möglichkeit sich das Portal der Industriekultur anzusehen. Leider hatte ich nicht die Zeit mich in Ruhe mit den multimedialen Präsentationen zu beschäftigen, aber der Besuch läßt sich für den Preis sicherlich nochmal wiederholen.

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Ich habe den Weg durch dieses Portal genutzt, um auf das Dach der Kohlenwäsche zu kommen. Von hieraus bietet sich ebenfalls ein toller Rundumblick auf die umliegenden Städte und Halden des Ruhrgebiets. Nebenbei, der Weg aufs Dach geht (besonders ausgefallen) oberhalb des Ruhrmuseums zwischen alten Kohlerutschen und Maschinen hindurchdurch. Man blickt den Leuten im Ruhrmuseum sozusagen auf den Kopf.

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Wie das so im Detail aussah seht ihr (wem erzähle ich das noch) in den Fotoalben von Flickr, Sevenload und Picasaweb. Essen im Ordner Essen (wer hätte das gedacht 😉 ), die Aussichten vom Dach der Kohlenwäsche im Ordner Zeche Zollverein.

Zeche Zollverein

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Herrlich so ein Feiertag wie Karfreitag, die meisten schlafen lange, die Autobahn ist leer und ich habe mich bereits gegen 09.00 aufgemacht Richtung Ruhrmuseum / Zeche Zollverein nach Essen. Ich gehörte zu den ersten ca. 20 Besuchern auf dem Parkplatz und dank RuhrTopCard hatte ich den Eintritt ja auch schon mit dem Kartenkauf bezahlt.

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Nach kurzem Rundumblick ging es dann die riesig lange Rolltreppe hoch in die ehemalige Kohlenwäsche, 24 Meter über dem Erdboden. Eine Fahrt mit der 68 Meter langen Rolltreppe dauert ca. 90 Sekunden und ist bereits das erste optische Erlebnis. Was sich dann im einzelnen im Ruhrmuseum befindet könnt ihr bei Wikipedia nachlesen, vielleicht nur soviel, die Ausstellung ist sehr vielschichtig denn sie zeigt sowohl die aktuelle Geschichte des Ruhrgebiets, aber auch die Erdgeschichte und die Sozialgeschichte der Industrialisierung.

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Besonders fotogen ist der Eingangsbereich, in dem man von der 24 Meter Ebene auf die 17 Meter Ebene heruntersteigt. Die Treppe in dem ansonsten dunklen Raum symbolisiert fließenden Stahl und von oben hat man einen durchgehenden Blick bis ganz nach unten. Iposant kann ich da nur sagen. Zwischen
den einzelnen Ausstellungsstücken finden sich die Rest der riesigen Maschinen, der Kohlenrutschen usw.

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Einige Ausstellungsteile wurden sogar regelrecht in die alten Trichter der Materialbunker integriert. Kiosk mit Wasserverkauf? Nein hier seht ihr die aus dem Ruhrgebietsraum stammenden Wassersorten. Wer hätte gedacht, daß es soviele sind? In weiteren Vitrinen Fußballrequisiten, Arbeitsgeräte eines Bergmanns und der halbvolle Teller mit Suppe. Auf Grund von Bergschäden sind einige Häuser abgesackt, so daß alle Räume schief stehen. Mehr Suppe paßt nicht rein, sonst läufts aus dem Teller wieder raus.

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Im Anschluß an meinen Besuch des Ruhrmuseums habe ich mir dann noch einen Überblick auf dem Gelände der Zeche Zollverein verschafft. Alles und noch mehr (z.B. wie man festgestellt hat ob auch alle Bergleute die eingefahren sind ihre Schicht auch wieder beendet haben oder warum die Kokerei Zollverein ein Riesenrad hat) gibts auf Bildern bei Flickr, Sevenload oder Picasaweb.