Kokerei Zollverein, Oldtimer und mehr

1

Letzten Sonntag war ich nochmal auf Zeche Zollverein in Essen oder um genau zu sein auf Kokerei Zollverein. Zum letzten Mal in diesem Jahr trafen sich dort die Oldtimerfreunde zu ihrem monatlichen Treffen (jeden ersten Sonntag zwischen April und Oktober). Leider war ich dieses mal etwas später dran, so daß ich den ganz großen Andrang nicht mitbekommen habe. Aber es war trotzdem interessant wie (fast) immer. Aktuelle Informationen und noch viel mehr Fotos gibt es (außer in meinen Fotoalben) auf der Seite des Oldtimertreffs.

2

Nebenbei hatte ich Gelegenheit mir das mitlerweile wieder in Betrieb befindliche Riesenrad auf der Kokerei Zollverein mal etwas genauer anzusehen. Gefahren bin ich nicht damit (die Fahrt kostet 1,- Euro), aber, da der Treppenaufstieg zum Riesenrad (versteckt zwischen Restaurant und „Schwimmbad“) jetzt wieder geöffnet war, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich mal oberhalb der Koksöfen umzusehen. Hier kam man bei meinen letzten Besuchen nur im Rahmen einer Führung vorbei. Jetzt aber ergaben sich vollkommen neue Blickwinkel auf die Kokerei bis hin zur stählernen Brücke über dem Wassergraben.

3

Zum Tagesabschluß bin ich dann noch in das Red-Dot-Design Museum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Museum besucht hätte, wenn es nicht Bestandteil der RuhrTopCard gewesen wäre, aber im Nachhinein muß ich sagen, interessant war es irgendwie doch, vor allem die Kulissen der Industriearchitektur für eine solche Ausstellung zu nutzen sind schon außergewöhnlich. Außerdem gab es so ziemlich alles, was ein normaler Mensch vermutlich selten im Haushalt hat. Obwohl wenn ich es recht bedenke, die Badezimmerarmaturen und Waschbecken waren schon sehr außergewöhnlich. Durchaus in Haushalten zu finden sind jedoch die Öfen und Waschmaschinen genauso wie die Rucksäcke, Staubsauger und der iPod sowie anderes aus dem Hause Apple allemal. Vereinzelt kam ich mir vor wie in der Ausstellungshalle eines großen schwedischen Möbelhauses. Aber wie gesagt, ein paar Designerstücke waren schon außergewöhnlich und den Besuch sicher wert. Am besten gefallen hat mir der Ventilator ohne rotierende Flügel aus dem Hause Dyson (hat wohl 2010 einen Preis gewonnen). Amazon will für den „Dyson AM01 Air Multiplier“ auch nur schlappe 299,- Euro. Da muß ich wohl im Sommer weiter schwitzen 😀 .

Die Bilder vom Oldtimertreff gibt’s hier bei Flickr, Sevenload und Picasaweb, die neuen Bilder der Kokerei Zollverein (und des Red-Dot-Design Museums) gibt’s hier bei Flickr, Sevenload und Picasaweb.

Rundgang durch Hattingen

Mein letzter Ausflug der vergangenen Woche ging nach Hattingen, also in den südöstlichen Teil des Ruhrgebiets. Ich habe mich entschieden die A52 bereits in Essen zu verlassen und entlang der Ruhr statt über die vielbefahrene A40 zu fahren. Ich wußte garnicht, daß es im Randgebiet zu Essen so bergig ist 😀 .

1

Das erste Ziel war die Henrichshütte, genauer gesagt das LWL Industriemuseum. Dort läuft noch bis Ende Oktober die Ausstellung „Helden„. Eine große Spannweite vom antiken Heldenmythos bis zum TV-Helden in der Neuzeit, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes.

Die Auswahl ist reichhaltig. Helden der Antike, Helden des Krieges, Helden der Arbeit (wobei Hattigen und der Kampf um Arbeitsplätze in der Stahlhütte vor 20 Jahren ein Thema ist), Helden des Sports aber auch Helden aus Comic und Film sind ein Thema. Was ich nicht verstehen kann, warum die Helden der Security (vor Ort) immer Angst haben, man könnte ihnen etwas wegfotografieren 😦 .

2

Auf der Fläche hinter dem Museum bekommt der Besucher dann einen Eindruck vom Weg der Rohstoffe in den Hochofen der Henrichshütte. Auf ausgeschilderten Wegen (kind- oder erwachsenengerecht) wird man durch die verschiedenen Industrieteile geführt, darf über Treppen durch Erzbunker klettern und als Höhepunkt den Hochofen hinaufsteigen. Wer es bequemer mag nutzt den Glasaufzug in die dritte Etage 😀 .

3

Etwa 15-20 Minuten zu Fuß sind es von der Henrichshütte zur Altstadt (Innenstadt) Hattingens. Ein Weg den man auch bequem zu Fuß schaffen kann. Wer sich vorher im Internet kundig gemacht hat, wird sich vor Ort sicher bei einem kleinen Stadtrundgang zurechtfinden. Die meisten historischen Häuser sind aber auch noch einmal mit entsprechenden Tafeln gekennzeichnet. Überall stehen Tische und Stühle draußen und bei schönem Wetter ergibt es alle paar Meter erneut die Frage in welchem der Straßencafés man sich niederlassen möchte.

Bochum, Bergbau und Bahnen

Ein weiterer Ruhrgebietstrip der abgelaufenen Woche ging nach Bochum. Dieses mal waren zwei Museen an der Reihe. Museum Nr. 1 war das Bergbaumuseum. Ganz ehrlich, ich hatte ein bischen was anderes erwartet, aber das Bergbaumuseum ist eben nicht nur für die Steinkohle da, sondern auch für alle anderen Arten von Bergbau und das auch außerhalb des Ruhrgebiets. Demenstrechend sieht man im Bergbaumuseum z.B. wie mühsam es war um 1600 Erz abzubauen. Mühsame Handarbeit und weit entfernt von Industriezeitalter. Außerdem Bergbautradition, Mineralien und vieles mehr.

1

Aber auch Modelle eines Doppelbockfördergerüstes, eines Malakowturms und moderne Fördermaschinen sind Bestandteil des Museums. Wenn genügend Besucher im Haus sind geht es in das Anschauungsbergwerk ca. 12-15 Meter unter die Erde (Achtung dort wird es kühl). Unter Leitung eines Mitarbeiters des Museums geht es durch Stollen und Flöze und man bekommt einen Eindruck wie es beim Abbau von Kohle vor sich geht. Natürlich kann es nur einen kleinen Eindruck geben und nach ca. 45 Minuten geht es mit dem Aufzug zurück ins Museum oder auf Wunsch nach oben aufs Fördergerüst. Bochumer werden mir verzeihen, wenn ich beim Rundumblick vielleicht das wichtige Foto nicht gemacht habe 😀 .

2

Danach ging es ans südwestliche Ende von Bochum (fast schon an der Stadtgrenze zu Essen) ins Eisenbahnmuseum nach Bochum Dahlhausen. Freunde von Dampfloks können sich hier im alten Bahnbetriebswer​k ausgiebig umschauen. Außerhalb der Bahnbetriebsfeste stehen die meisten Loks in der/den Halle(n), dafür ist mehr Platz für ungestörte Fotos 😉 . Aber Achtung, machmal gellt ein Pfiff über das Gelände, dann wird vielleicht gerade rangiert. Kleine und große Lokführer haben bei einer der größten Dampfloks die Möglichkeit auch mal im Führerstand zu stehen.

3

Nicht qualmen! Lautet ein Schild vor der Türe. In dem Fall waren vermutlich früher die Dampfloks und ausnahmsweise mal nicht die Fahrgäste gemeint. In einer anderen Wagenhalle stehen ältere Wagons denen man die strenge Trennung von Rauchern, Nichtrauchern und Frauen(!) entnehmen kann 😉 . Last but not least findet man an einer Wand noch einmal eine Auswahl von Schildern, die früher die Fahrziele an jedem Wagon angezeigt haben. Das waren noch (Bahn-)Zeiten.