Ich bin ein Baby Boomer

01 03 März

Sollen Blogs nicht ab und zu persönliches enthalten? Wenn ja, ist heute so ein Tag, denn ich habe vor kurzem gelernt, daß ich ein Baby Boomer bin. Als Baby Boomer bezeichnet man die, die in Deutschland im Zeitraum von 1955 bis 1969 geborenen wurden, die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge. Im Jahr 1964 erreichte die Geburtenrate ihren Höhepunkt mit 1.357.304 Babys und wer jetzt ein wenig rechnen kann wird feststellen, der geburtenstärkste Jahrgang Deutschlands wird in diesem Jahr 50. Warum ich das in meinem Blog schreibe? Na dreimal dürft ihr raten. Ich halte ja generell nicht viel von Geburtstagen, ich mußte in den letzten Jahren manchmal sogar einen Moment überlegen, wie alt ich gerade tatsächlich bin. Wenn man aber in sentimentalen Momenten zurückblickt, kommen eine Reihe Erinnerungen wieder hoch.

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Früher hatten wir kein Handy, dafür konnten wir im Festnetz für 23 Pf. unendlich lange im Ort telefonieren. Wir hatten ein Fahrrad und eine Fahrt über die Stadtgrenze war schon eine kleine Weltreise. Ihr müßt wissen ich komme aus Oberhausen und bis zur Mülheimer Stadtgrenze waren es 600 Meter, bis zur Essener Stadtgrenze auch kaum mehr als 800 Meter. Wir waren außerhalb des Zugriffsbereichs unserer Eltern und machmal über Stunden nicht zu erreichen. Telefonate führte man aus der Telefonzelle und das Kinderprogramm lief im Fernsehen nur 1 Stunde täglich. An der Bude umme Ecke gab’s Bonbons für 1-2 Pf. und wenn Opa 50 Pf. springen lies, gab’s eine Tüte Gemischtes.

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Im Radio hörte mal RTL (über Mittelwelle), weil der WDR, mit Ausnahme von Mal Sondock’s Hitparade, wenig poppiges spielte. Mal Sondock war Amerikaner und spielte „Die neuesten Hits aus aller Welt“ während wir mit dem Kassettenrekorder daneben saßen und mitgeschnitten haben. Ab und zu gab’s auch Musik im Fernsehen. Ich erinnere mich an Disco, Plattenküche, Ronnys Pop Show (eine Sendung mit einem Affen als Moderator) und später FormelEins. Als ich mit 18 1/2 den Führerschein machte, konnte ich mir garnicht vorstellen, welche Freiheiten ich damit erreicht habe. Plötzlich waren aus 600 Metern 60 Kilometer geworden, um eine „Weltreise“ zu unternehmen. In den 90’ern wurde das Internet „erfunden“ und als ich aus Langeweile mal nach meinem Bundeswehrstandort in Oldenburg googelte, mußte ich feststellen, daß der seit 1993/94 nicht mehr existiert.

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Ich bin übrigens genauso alt wie Hape Kerkeling, Ilse Aigner, Sandra Bullock, Nutella 😀 und Jan Josef Liefers, letzter ist sogar wie ich vom Sternzeichen Löwe. Deutscher Fußballmeister wurde in meinem Geburtsjahr der 1. FC Köln (huch) 🙂 . Im gleichen Jahr erhielten Fußgänger (lt. Straßenverkehrsordnung) auf einem Zebrastreifen Vorrang vor motorisierten Verkehrsteilnehmern, der Bayerische Rundfunk startete als erste ARD-Anstalt ein drittes Fernsehprogramm und die Deutsche Bundesbank gibt die ersten Banknoten im Wert von 1000,- DM aus. Na erraten, wie alt ich dieses Jahr werde? Dann behaltet es bitte für euch 😉 .

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Wie so häufig, werde ich auch dieses Jahr an meinem Geburtstag wieder in Urlaub sein, denn ich mag keine Bürofestivitäten. Wenn das Wetter schön ist werde ich bestimmt irgendwo auf Fotoreise in NRW unterwegs sein. Ist ein Geburtstag nicht irgendwie ein Tag wie jeder andere? Ihr werdet jetzt vehement wiedersprechen, weil ihr ausgiebig feiert und das möchte ich auch keinem absprechen, aber ich mag den Rummel einfach nicht. In der Familie, ja da vielleicht, aber da ich davon momentan auch wenig habe, fällt auch das unter den Tisch. Also lade ich Hape Kerkeling & Co. zu einem Ausflug auf die nächste Halde ein, lecke demonstartiv das Nutella Messer ab oder drehe eine neue Runde auf dem Riesenrad des Lebens. Dabei genieße ich hoffentlich einen entspannten und ruhigen Tag. Wann ich jetzt genau Geburtstag habe? Ich hab’s vergessen … (und eigentlich esse ich auch viel lieber Nuspli 😉 ).

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Das feuerrote Spielmobil

Dieser Blogbeitrag betrifft euch, die ihr Ü30 vielleicht sogar Ü40 seid. Ihr erinnert euch, vor ein paar Tagen hatte ich über meine Kindheitserinnerungen geschrieben. Mitlerweile hat sich meine DVD Sammlung noch etwas erweitert, wie auf dem Bild zu sehen ist. Nachdem die Sendung mit der Maus in diesen Tagen 40 Jahre alt wird wollte ich unbedingt mal die Peanuts und Das feuerrote Spielmobil wiedersehen. Erinnert ihr euch noch an Charlie Brown, Snoopy, Woodstock, Sally, Lucy, Linus, Schroeder, Peppermint Patty, Marcie und wie sie alle hießen? Und wer erinnert sich nich an diese Zeilen …

Kiri-Kra- Krokodil, wir fahren mit dem Spielmobil
Ri-R- Regenwurm, Spielmobil fährt auch bei Sturm
Pi-Pa- Pelikan, Spielmobil geht ran
Ki-Ka- Cowboyhut, Spielmobil macht Mut

Als Teil des Spielmobils lief „Das Haus mit der Nummer 30“ von 1977 bis 1979 mit 41 Folgen. In einem Mehrfamilienhaus (mit Wohnungen alle ohne Klingel oder Türknauf) wohnten das Ehepaar Koch (gespielt von Heidrun Polack und Jörg Hube), die Kinder Claudia (Claudia Kleiber) und Thomas (Clemens Kleiber), das Rentnerehepaar Griesbeck (Elisabeth Bertram und Erich Kleiber) und der beliebte Junggeselle Josch (Josef Schwarz).

Nachdem das Internet ja allwissend ist, habe ich mich via Suchmaschinen etwas auf Recherche begeben, um zu sehen, was die Schauspieler heute machen. Leider war das, was ich gefunden habe überraschend und zugleich betrüblich.

Also zunächst war Herr Griesbeck (Erich Kleiber) der echte Vater der beiden Kinder aus der Familie „Koch“. Der Schauspieler ist 1985 verstorben, den Rentner hat er allerdings nur gespielt, 1985 war er gerade mal 56 Jahre alt. Über seine (TV-)Frau Elisabeth Bertram habe ich genausowenig gefunden wie über Frau Koch (Heidrun Polack).

Der Junge Thomas (Clemens Kleiber) hat in einigen Hörspielproduktionen mitgespielt, ist aber bedauerlicherweise mit nur 31 Jahren 1998 früh verstorben. Über seine Schwester Claudia (Claudia Kleiber) habe ich wiederum nur wenig gefunden. Sie hat wohl in einigen unbekannten bayrischen Filmen mitgespielt.

Richtig überrascht war ich bei der Suche nach Jörg Hube (der den Herrn Koch gespielt hat). Als ich das Bild von ihm gesehen habe, wurde mir klar, daß ich diesen Schauspieler in diversen Filmen vorzugsweise Krimis gesehen habe. Leider ist auch er 2009 verstorben.

Einzig Josef Schwarz scheint heute noch als Theaterschauspieler mit „Theater im Bus“ tätig zu sein, umso netter ist es mit den alten Folgen des Spielmobils nochmal an seine eigene Kindheit zu erinnern.

Und die Peanuts? Die sprechen meines Erachtens für sich. Schließt die Augen und hört das „Peanuts-Theme“. Na, werden die Bilder wieder wach?

Kindheitserinnerungen

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Geht es euch auch manchmal so, daß ihr in Erinnerungen schwelgt? Wenn ihr wie ich aus einem 60’er Baujahr entstammt liegt die Kinderzeit nun doch schon ein wenig zurück und selbst selbst wenn ihr ein 70’er Baujahr seid, ist es auch schon eine kleine Ewigkeit her. Als ich letztens sah, daß gleich drei Sender einen ganzen Tag Spongebob im Fernsehprogramm hatten, mußte ich mal wieder zurückdenken, was bei uns eigentlich so über die Mattscheibe flimmerte. Es standen drei Programme zur Auswahl, ARD, ZDF und das lokale Dritte.

Bei meiner Internetsuche nach Kinderserien der 70’er bin ich auf die Seiten TV Kult und Retro TV gestoßen (die ich schon mal entdeckt, aber mitlerweile wieder ausgeblendet hatte). In den letzten 2-3 Jahren sind erstaunlich viele von den alten Serien und Filmen plötzlich (wieder) auf DVD erhältlich und darüber berichtet u.a. die letztgenannte Seite Retro TV. Wenn es schon Weihnachtsgeld gab dachte ich mir, könnte man ja mal einen kleinen Betrag abzweigen und so 2-3 DVD’s kaufen.

Wenn jetzt die besinnlichen Tage kommen werde ich mal wieder bei Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt reinschauen. Bei den Muppets (deren erste Staffel auf DVD erschienen ist) und auch bei Pippi Langstrumpf. Aber auch die Serien für die Jüngeren sind mitlerweile auf DVD erschienen (aber noch nicht auf meinem Tisch gelandet). Wer erinnert sich noch an die Rappelkiste, an den Kli Kla Klawitter Bus oder an das Feuerrote Spielmobil. Alles mitlerweile auf DVD erhältlich. Ganz abgesehen von den Aufführungen der Augsburger Puppenkiste.

Ihr meint das sei längst vergessen und das will keiner mehr sehen? Glaube ich nicht, denn die Kinder von heute könnt ihr nicht mehr mit den alten Trickfilmen hinterm Ofen hervorlocken, selbst die Sendung mit der Maus gucke ich zeitweise alleine. Aber die, die heute zwischen Mitte 30 und Mitte 40 sind kaufen sich diese DVD Boxen. Das einzige was ich im Programm des Kinderkanals manchmal entdecke ist Wickie, Biene Maja, Pinoccio u.ä., aber die muß ich nicht nochmal sehen. Was ich hingegen gerne mal wieder sehen würde, wäre Der rosarote (Paulchen) Panther, Bugs Bunny oder die Kleinen Strolche sowie Väter der Klamotte. So schön in schwarz/weiß. Auch Lemmi und die Schmöker (wovon ich die Momo Folge und zwei weitere auch bei YouTube entdeckt habe) wäre mal wieder schön.

Zeitsprung in die 60’er (MWO Oberhausen)

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Am Sonntag haben wir einen Zeitsprung ins Ruhrgebiet der 60’er Jahre gemacht. Die Modellbahnwelt Oberhausen (MWO) hat in Form einer Modelleisenbahn das Leben und Arbeiten im Ruhrgebiet der 60’er Jahre nachgestellt. 400 qm Eisenbahnfläche mit diversen Bahngleisen, Wohnhäusern und Industrievierteln sollen zeigen, wie vor 50 Jahren Kohle gefördert und Stahl erzeugt wurde. Die Zeche Zollverein ist ebenso zu sehen wie HOAG (Hochofen AG) Oberhausen, die Villa Hügel in Essen genauso wie der Hafen in Duisburg. Für mich persönlich sind weniger die fahrenden Züge interessant, sondern eher die Details, die man manchmal erst bein zweiten Hinsehen entdeckt.

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Vielleicht ist diese Ausstellung eine gute Einstimmung auf mehr Besuche im Ruhrgebiet. Wie immer ist es schwierig eine solche Anlage in wenigen Bildern wiederzugeben, trotzdem hier eine Auswahl der Fotos bei Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Die Bilderordner tragen den Titel Ruhr2010. Im Laufe des Jahres werde ich dort weitere Bilder zur Kulturhauptstadt 2010 ablegen.