US-Car Treffen im Landschaftspark Duisburg

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Auf Oldtimertreffs habt ihr mich ja schon des öfteren gesehen (und gelesen), aber gestern war ich erstmals auf einem US-Car Treffen und zwar im Landschaftsparkt Duisburg Nord. Da das Treffen erst um 18.00 Uhr startete habe ich mich am Nachmittag nochmal im Umfeld der Austellung „Kunst.Werk 2012“ umgesehen. Ich hatte euch ja schon einmal im April darüber berichtet. Regina Bartholme präsentiert hier noch bis zum 30. September 2012 „FLAUNA – eine Besiedelung“. Es ist erstaunlich, wie wenig Zeit sich manche Leute gönnen, wenigstens die 5 Minuten, die dieses Film- und Lichtkunstprogramm läuft anzusehen. Ich könnte mich garnicht sattsehen an den Lichteffekten und entdecke in den bisher verschlossenen Tagesbunkern auch immer wieder neue Blickwinkel. Aber gut, das ist wohl alles Ansichtssache.

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Gegen 18.00 hörte man Motorenbrüllen, quitschende Reifen und sah Riesenschlitten um die Ecke biegen. Die US-Cars ließen bereits von weitem von sich hören. Dazwischen zwei Original US Polizei Motorräder mit Blaulicht und Sirene. Kaum hatten alle Autos ihre Position erreicht wurden die Tische und Bänke aufgestellt, die Bierchen (bestimmt alkoholfrei) und Salate samt Frikadellen ausgepackt. Man hätte den Eindruck gewinnen können auf einem Autobahnparkplatz der 60’er Jahre während der Ferienzeit gelandet zu sein. Die Kulisse des Landschaftsparks war wie geschaffen für eine solche Veranstaltung.

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Was sitzt denn da auf dem Rücksitz des großen roten Plymouth Belvedere? War das nicht das Auto aus dem Roman „Christine„? Oh yes, das ist Chucky die Mörderpuppe mit einem Messer in der rechten Hand. Genial diese Idee 🙂 . Insgesamt waren schätzungsweise 40 – 50 Autos vor Ort und der Termin hatte sich wohl rumgesprochen, denn der Landschaftspark füllte sich recht gut für einen Samstagabend. Für Fotografen war das Licht nicht optimal, ein paar Bilder habe ich trotzdem geschossen.

Bilder: Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+)

Kunst.WERK 2012 – FLAUNA

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Auf dem Weg zum unmöglichen Möbelhaus aus Schweden (ja gut ich mußte nur bis Duisburg reisen 😉 ) habe ich die Gelegenheit genutzt und bin nochmal durch den Matenatunnel gefahren. Über den Tunnel hatte ich euch schon im letzten Jahr berichtet. Hübscher geworden ist er nicht, wirkt nach wie vor ein bischen bedrückend, gern genommener Krimischauplatz.

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Nur wenige 100 Meter davon entfernt an der Kaiser-Wilhelm-Straße fand ich dann noch eine schöne Wandmalerei, die in bunten Farben das Leben entlang des Industriegebiets in Duisburg zeigt. Der Giebel des Hauses ist schon etwas in Mitleidenschaft gezogen, so wie viele Häuser in der Gegend, aber wenn ihr mal wieder einen alten Schimanski Tatort guckt erkennt ihr die Gegend vielleicht wieder.

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Nach meinem Besuch bei Ikea lag es nahe nochmal im nahe gelegenen Landschaftspark vorbeizuschauen, denn ich hatte letzte Woche von der Öffnung weiterer Möllerbunker und einer neuen Ausstellung namens „Kunst.WERK 2012 – FLAUNA Eine Besiedelung“ gelesen. Da dachte ich im Landschaftspark Duisburg Nord schon alles gesehen zu haben, aber diese Ausstellung ist wirklich Klasse. Neue Rampen führen in die bisher verschlossenen Tagesbunker 2 bis 5 hinein und neben bunten „Puscheln“ die von oben herab baumeln gibt es im Inneren eine kleine Lightshow verbunden mit Musik und einem Film. Ganz so wie im Kino. Knopfdruck genügt und die Show startet.

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Die Kunst.WERK 2012 ist vom 25. März 2012 bis zum 30. September 2012 täglich und rund um die Uhr geöffnet. Bilder findet ihr hier Flickr, Sevenload, Picasaweb (Google+), aber wenn ihr in der Nähe seid schaut euch die kleine Show (Dauer ca. 5 Minuten) live vor Ort an.

Wintertage entlang der A42

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Die A42, im Volksmund Emscherschnellweg genannt, ist ebenso wie die A40 eine „Lebensader“ des Ruhrgebiets. Natürlich ist es merklich kalt in den letzten Tagen, trotzdem kein Grund nicht ein wenig vor die Türe zu gehen. Ganz im Gegenteil, auch der Winter hat seine schönen Seiten. Mein erster Abstecher galt an diesem Wochenende nochmal der Halde Schurenbach in Essen. Eine lange Treppe bringt den Kreislauf erstmal in Schwung und der Blick von oben zeigt, daß Fabriken und Schornsteine dem Winter mächtig einheizen.

Nur wenige 100 Meter entfernt fließt der Rhein-Herne-Kanal an der Schurenbachhalde vorbei und ganz spontan habe ich meinen Fotoapparat zur Kamera umfunktioniert und diesen Filmschnipsel erstellt. Noch haben die Schiffe auf dem Rhein-Herne-Kanal freie Fahrt und betätigen sich selbst als Eisbrecher.

Danach ging es auf der A42 in Richtung Oberhausen und zum Gleispark Frintrop. Schon oft habe ich davon gelesen und wollte nun endlich mal wissen wie es am ehemaligen Güterbahnhof in Essen-Frintrop aussieht. In Sichtweite zum Oberhausener Centro zwischen noch aktiven Gleisen auf denen sowohl Güter- als auch Personenzüge fahren liegt ein fast vergessenwirkendes Stück Natur. Jetzt in den Wintermonaten sieht es etwas öde aus, aber ich könnte mir vorstellen, daß wenn alles grünt und blüht dieser Park mit dem Fahrrad sehr schön zu erkunden ist. Ich werde also wiederkommen, wenn die Frühblüher (Stichwort Birke) ihre Hochzeit hinter sich haben 😉 .

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Nach einem Kaffee zum Aufwärmen ging es dann noch zum Landschaftspark Duisburg Nord. Schon seit langem hatte ich mir vorgenommen, die Industrieanlagen, die Abends und am Wochenende durch eine farbige Beleuchtung in Szene gesetzt werden, zu fotografieren. Ganz wider Erwarten war sogar der Hochofen 5 geöffnet, so daß ich mit dem Fotoequipment dort raufgestiefelt bin. Gut daß ich den Weg mitlerweile kenne, denn gerade der Abstieg im Dunkeln verlangt schon ein wenig Konzentration.

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Mehr Bilder gibt’s im Album Ruhr 2012 bei Flickr, Sevenload, Picasaweb.

Führung im Landschaftspark Duisburg Nord

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Wer schon länger meinen Blog liest, der hat auch schon meine Berichte vom Industrie- und Landschafspark Nord in Duisburg gelesen. Erst letztens war ich wieder mal oben auf dem Hochofen. Letztes Wochenende habe ich die Möglchkeit der RuhrTopCard ausgenutzt, an einer Führung teilzunehmen und mir die Arbeit eines Hochofens einmal genau erklären zu lassen. Termin war Sonntag 14.00 Uhr, Dauer der Führung (incl. eines kleinen Films) stolze 2 Stunden. Jetzt mag man vieleicht denken, was gibt’s zwei Stunden lang zu erzählen, doch die Führung durch einen ehemaligen Hochofenarbeiter war kurz und unterhaltsam zugleich. Ein kurzer Film zu Beginn zeigt die Erzeugung von Roheisen vom Ausgangsmaterial Eisenerz und Koks bis zum Abstich am mehrere hundert Grad heißen Arbeitsplatz.

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Auch wenn der Film schon von 1959 und damit älter als ich war, die Grundlage war damit gelegt. Anschließend ging es dann den Weg rückwärts von der Abstichhalle bis zur Befüllung des Hochofens auf der Gichtbühne. Schwindelfrei sollte man sein, denn es geht selbstverständlich bis ganz nach oben (plus herliche Aussicht über das Ruhrgebiet). Begleitet wurde die Führung von Annekdoten über Streiche unter Kollegen (die in der heutigen Arbeitswelt vermutlich schon ein Kündigungsgrund wären) bis hin zu Erzählungen von (tödlichen) Unfällen die damals leider auch an der Tagesordnung waren.

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Nun habe ich überlegt ob ich den Namen des Herrn nennen soll, der uns so unterhaltsam durch das Gelände geführt hat und habe zunächst mal nach ihm gegoogelt. Überraschender Weise habe ich mehrere Links zu WDR Beiträgen aus den letzten Monaten gefunden und sogar ein YouTube Video, in dem er und seine Arbeit kurz vorgestellt wird. Also Herr Jürgen Dreide, auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön. Wer sich etwas näher mit der Roheisenproduktion in einem Hochofen befassen möchte oder wissen will was ein Hunt(d) ist, wo sich der Fuchs befindet oder wofür man eine Stopfmaschine braucht, der sollte entweder mal hier klicken oder selbst an einer der nächsten Führungen teilnehmen. Kostenpunkt (ohne RuhrTopCard) übrigens 8,- Euro.

70 Meter in die Höhe

Im Juni 2010 war ich das letzte Mal „Auf dem Hochofen“ in Duisburg, aber schönes Wetter zieht mich immer wieder mal hin. Dieses Mal hatte ich jemanden dabei, den ich nicht unendlich lange warten lassen konnte, daher war der Abstecher auf den Hochofen nur von kurzer Dauer. Aber die weichen Knie, die ich beim letzten Mal noch hatte waren nicht mehr da. Kann man die Angst vor der Höhe ausblenden? 70 Meter kann man immerhin hochsteigen, um von ganz oben auf das Gelände herab zu blicken.

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Warum laufen wir auf einem alten Industriegelände herum? Warum tun es andere? Es sind faszinierende Fotos, eine Mischung aus längst vergangener Technik und aus Natur, die sich das Terrain zurückerobert. Ein Gelände wo das Klettergerüst für Kinder gleich neben der Wand des Höhenkletterers liegt, ein Gelände wo zwischen Sinterplatz und Eisenlager liebevoll angelegte Gärten gleich neben dem Abenteuerspielplatz mit Röhrenrutsche liegen. Der Landschaftspark Duisburg Nord ist meines Wissens einzigartig.

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Was annähernd ran kommt ist natürlich die Zeche Zollverein oder aber auch die Henrichshütte in Hattingen. Aber hier ist das Gelände vollkommen offen, von allen Seiten begeh- und erlebbar. Was mir noch fehlt ist mal an einer Führung teilzunehmen, damit ich endlich auch mal weiß, was ich da alles zu sehen bekomme 😉 .

Auf dem Hochofen (Landschaftspark Duisburg)

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Donnerstag letzter Woche war Fronleichnam (also Feiertag in NRW). Da die Sonne schien, wollte ich die Zeit nutzen und endlich mal auf den Hochofen Nr. 5 im Landschaftspark Duisburg-Nord zu klettern. Ich war ja schon häufiger da, aber bisher war der Aufgang immer gesperrt. An diesem Donnerstag nicht, aber auf die Idee waren auch einiger Hundert andere gekommen 🙂 . Egal, ich bin also auf direktem Weg dorthin und habe die Stufen erklommen.

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Ich gebe zu die Treppen, ursprünglich ja nicht für Besucher konzipiert, sind schon abenteuerlich. Offene Stufen und weitestgehend außen am Turm kosten etwas Überwindung. Aber wer den Tetraeder erklommen hat kommt auch hier hoch. Ganze Familien (einigen ist die Überwindung anzusehen) haben sich hier auf den Weg auf den Hochofen gemacht. Dafür ist die Entschädigung (im wahrsten Sinne des Wortes) auch sehr aussichtsreich. Der Blick geht über die umliegenden Städte, Oberhausen, Mülheim, Bottrop … usw. mit ihren jeweiligen Landmarken und Sehenswürdigkeiten.

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Wer noch nie im Landschaftspark Duisburg-Nord war, kann von dort oben einen Rundumblick über das ganze Gelände genießen und sogar die A42 beobachten. Last but not least, wer mit offenen Augen anschließend durch den Park geht sieht so ganz nebenbei noch Kunstwerke aus der Ruhr2010 Aktion „Starke Orte“ die noch bis September 2010 andauert.

Fotos im Ruhr2010 Album von Flickr, Sevenload oder Picasaweb.