Berlin – Natur, Kultur und Industrie (II)

Schiffstour auf der Spree
Die im ersten Teil erwähnte Welcome Card habe ich am nächsten Tag genutzt, um den Tag auf einem Schiff zu starten. Am frühen Morgen mit einem Schiff über die Spree schippern und die ersten Sonnenstrahlen genießen kann so entspannend sein. Außerdem habe ich Berlin noch nie von der Spree aus betrachtet und wenn man denkt, man hätte schon alles gesehen, so erhält man einen ganz neuen Blick auf Reichstag, Bundeskanzleramt oder Berliner Dom. Danach ging es mit der U-Bahn weiter in den südöstlichen Teil der Stadt, zu einem touristisch noch nicht so erschlossenen Thema. Ich wollte mich in Berlin einmal dem Thema „Industriekultur“, über das ich ja regelmäßig aus dem Ruhrgebiet erzähle, nähern. Weiterlesen →

Berlin – Natur, Kultur und Industrie (I)

Während andere im Urlaubsflieger sitzen und in die große weite Welt entschwinden, war ich mal wieder in der Hauptstadt unterwegs. Während der ICE in die Licht durchflutete Halle des Hauptbahnhofs einrollt, fällt draußen mal wieder der Regen auf die Scheiben. Dabei wollte ich nach Frühling und Herbst endlich mal wieder ins sommerliche Berlin. Nun ja, am Wetter machste halt nichts. Nach kurzem Abstecher ins Mercure Hotel Berlin City (zwei Tram Stationen vom Hauptbahnhof) führte mich mein erster Weg mit U-Bahn und Regenschirm zum Wittenbergplatz. Thema der Reise war dieses Mal Natur, Kultur und Industrie. Weiterlesen →

Wahl 2009

stift Landtagswahl, Bundestagswahl ihr, die ihr über 18 seid, ihr geht doch hin, oder? So oder ähnlich wird um eure (Wahl-)Stimme geworben und zurecht wie ich finde, denn freie Wahlen sind ein hohes Gut. Ob der von euch gewählte Politiker dann eure Interessen vertritt, das steht natürlich auf einem andern Blatt. „Geh nicht hin„, so lautete demnach auch die vermeintliche Provokation einiger „Prominenter“, die vor ein paar Wochen die Runde im Internet machte und zumindest Aufmerksamkeit erregte.

Wenn ihr zu den sogenannten Jungwählern zählt, habt ihr in den letzten Wochen vielleicht sogar Post bekommen, denn Parteien dürfen eure Adresse zwecks Wahlwerbung einkaufen. Ja das gibt’s wirklich, wenn kein Wiederspruch vorliegt, dürfen Parteien mehrere Wochen vor einer Wahl einen Adresspool bei den Städten anfordern. Einzige Voraussetzung, dieses Angebot muß an alle Parteien gerichtet sein und die Parteien müssen klar vorgeben, wen sie selektiert haben möchten. Z.B. Alle weiblichen (oder männlichen) Wähler aus dem Geburtsjahrgang 1990/91.

Am Wochenende habe ich mich mal ein wenig umgeschaut auf den Webseiten von ARD und ZDF (auf den Webseiten der großen der Privatsender RTL und SAT1 war ich noch nicht) und konnte festellen, daß alle ihre Seiten und TV Programme mit entsprechenden Wahlsendungen füllen. Wenn ich ehrlich bin, studiere ich nicht jeden Abend alle Seiten der TV Zeitschriften, so daß ich bestimmte Sendungen zur Wahl bisher garnicht entdeckt habe, aber das Web bietet ja mitlerweile die Möglichkeit bestimmte Sendungen nochmal abzurufen und vielleicht war es auch besser, daß ich die eine oder andere Sendung nicht entdeckt habe.

Auch auf den Webseiten der großen Parteien habe ich mich mal kurz umgesehen und konnte festellen, daß es Seiten gibt, die mittels Suche relativ schnell zum Abgeordneten vor Ort führten und andere, die nicht mal eine Suche anboten. Bei einer (Landes-)Partei ging die Seite sogar soweit, daß suggeriert wurde es ginge nur weiter, wenn ich meine e-mail Adresse angebe. Ne‘ ihr lieben … so nicht. Ich habe kaum eine Seite entdeckt, die auf der Startseite in knappen Worten ihr Programm anbot. Links zu seitenlangen Texten schrecken meiner Meinung nach die meisten eher ab.

Nun gut die NRW Wähler haben diesen Sonntag die Wahl (Kommunalwahl), genauso wie die Wähler in Sachsen, Thüringen und im Saarland (Landtagswahl). Und in gut 4 Wochen folgen dann die Landtagswahlen in Brandenburg und die Bundestagswahl. 27. September vormerken, ihr geht doch hin, oder 😀 ?

Online Petition – Indizierung und Sperrung von Internetseiten

vertrag Eigentlich wollte ich hier ja nichts politisches schreiben, aber nachdem ich heute auf den Seiten der Netzeitung einen Artikel gelesen habe und auch der Computerclub
Podcast
diese Woche das Thema hatte, muß ich mich doch mal laut äußern.

Die Bundesregierung, das hat sich vermutlich herumgesprochen, möchte etwas gegen Kinderpornogafie im Internet tun. Verständlich und durchaus gerechtfertigt. Also wurde flugs ein Gesetztentwurf aus dem Boden gestampft, der sich im Wahljahr bei allen Internetunerfahren sicherlich gut macht.

Ziel soll es sein, soweit ich bisher verstanden habe, daß bestimmte Internetadressen in der Form „www.blablabla.de“ gesperrt werden. Welche Adressen das genau sind, weiß nur das BKA, denn dort wird die geheime Liste gespeichert. Soweit sogut. Jetzt aber kommt die Kehrseite der Medaille.

1. Es werden m.W. nur die WWW Adressen gesperrt, nicht die IP Adressen und jeder der einen Browser bedienen kann, kann auch eine IP Adresse statt der WWW Adresse in den Browser eintippen.
2. Nur Provider mit mehr als 10.000 Kunden müssen diese Sperre einrichten
3. Die geheime Liste kann jederzeit auch um Webseiten ergänzt werden, die mit Kinderpornogafie garnichts zu tun haben
4. Es könnte sogar soweit kommen, daß man garkeine Webserver mehr direkt ansprechen darf, sondern die Provider einen Proxyserver installieren müssen (also eine Art Cachspeicher), der nur freigegebene Adressen beinhaltet
5. Wer trotzdem eine der „verbotenen“ Seiten ansurft (oder es zumindest versucht und sei es nur, weil der Browser schon mal die Links auf einer Seite im Hintergrund vorläd) soll gespeichert und dem BKA gemeldet werden als potentieller Pädophiler.

Nachdem ich diese Punkte gelesen habe war mir klar, warum z.Zt. etwa 13 Bürger pro Minute die Online-Petition gegen „Zensursula“ (eigentlich „Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten“) unterzeichnen. Den aktuellen Stand gibt es bei Twitter unter dem User Mitzeichner. Wenn mindestens 50.000 Unterstützer zusammenkommen muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages damit in einer öffentlichen Sitzung beschäftigen (wobei eine Beschäftigung des Petitionsauschusses mit dem Thema für den Gesetzgeber keine bindenden Konsequenzen hat).

Wenn ihr auch unterschreiben wollt hier ist der Link zur Online-Petition. Ihr müßt euch einmalig anmelden und könnt dann auf den Link „Petition mitzeichnen“ klicken. Eine Beteiligung an der Abstimmung ist noch bis zum 16. Juni möglich.

[Update]
Die 50.000’er Grenze wohl in der letzten Nacht überschritten worden. Als Ergänzung hier noch ein Artikel der taz, der die Absurdität des Gesetzes zeigt.