Sternstunden

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Bis Ende des Jahres läuft im Oberhausener Gasometer noch die Ausstellung „Sternstunden„. Dieser Ausflug ist es gleich doppelt wert gemacht zu werden. Erstens ist die Ausstellung „Sternstunden“ im Gasometer eine grandios gute Ausstellung. Die Macher haben sich neben vielen Informationstafeln etwas einfallen lassen was in Deutschland einmalig sein düfte. Während den Besucher in Parterre bereits eine strahlend helle Sonne mitten in der Ausstellungsfläche erwartet hängt im oberen etwas abgedunkelten Bereich ein riesengroßes Mondmodell. Schemenhaft beleuchtet läd es regelrecht dazu ein sich darunter zu legen und zu träumen. So nah seid ihr dem Mond noch nie gewesen.

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Für Fotografen eine echte Herausforderung in einem fast dunklen Raum (die Augen geöhnen sich nach einiger Zeit daran) einen 25 Meter großen Mond zu fotografieren. Die gigantische Skulptur des Erdtrabanten wurde auf Grundlage hochaufgelöster Satellitenbilder detailgetreu nachgebildet. Untermalt wird das ganze durch eigens komponierte Sphärenklänge. Ich habe die Digitalkamera mal mit allen mögl. Einstellungen ausgereizt.

Wußtet ihr beispielsweise, daß der Mond u.a. eigentlich aus Erdgestein besteht? Bei der Kollision der Erde mit einem andern Himmelkörper wurde viel Materie, vorwiegend aus der Erdkruste und dem Mantel des einschlagenden Himmelskörpers, in eine Erdumlaufbahn geschleudert, ballte sich dort zusammen und formte schließlich den Mond. Diese und andere Informationen könnt ihr dort ausführlich bebildert nachlesen.

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Wer sich sattgesehen hat an den Planeten unseres Sonnensystems, der steigt in den gläsernen Panoramaaufzug und fährt an der Innenseite des Gasometers in 100 Meter Höhe, klettert noch ein paar Teppenstufen bis ganz nach oben (117,5 Meter) und genießt den Rundumblick über Oberhausen und das Ruhrgebiet. Zurück geht es wieder mit dem Auszug oder über die Außentreppen. Die braune Treppe, die ihr auf einem der Bilder seht ist übrigens nicht die Treppe für Besucher 😀 . Die Ausstellung geht noch bis Ende des (Kulturhauptstadt-)Jahres 2010. Bilder im Ruhr2010 Album auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Insel Tour

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Und weiter geht’s … Dieses Mal habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und bin über die Emscherinsel immer entlang des Rhein-Herne-Kanals bzw. entlang der Emscher gefahren. Das Fahrrad habe ich in Oberhausen bei Revierrad geliehen. Revierrad deßhalb, weil MetroradRuhr z.Zt. noch keine Räder in Oberhausen anbietet. Qualität des Rades … o.k. würde ich sagen, Narbenschaltung, gute Bremsen, lediglich das Schloß war nur ein einfaches Rahmenschloß und das noch etwas wackelig.

Entlang der Emscherinsel bin ich gefahren, weil dort im Kulturhauptstadtjahr auch die Ausstellung Emscherkunst zu finden ist. Emscherkunst? Ja, auch darüber habe ich vor gut 4 Wochen schon mal berichtet.

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Start war im Haus Ripshorst nur 100 Meter vom Rhein-Herne-Kanal entfernt. Von da aus immer Richtung Osten. Am BernePark geht es dann einmal quer über die Emscherinsel, die an dieser Stelle ihre breiteste Stelle hat. Im Rahmen der Emscherrenaturierung wird aus der ehemaligen Kläranlage der Bernepark mit begehbarerm Klärbecken. Statt Wasser wachsen jetzt Blumen in einem der Becken. Um eine Vorstellung von der Größe der Abwasserrohre zu bekommen, durch die zukünftig die Emscher fließen soll, sind 4 Rohrstücke zu „Hotelzimmern“ (mit Übernachtungsmöglichkeit) ausgebaut.

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Weiter geht es zunächst unter der A42 entlang und dann direkt daran vorbei. So müssen sich Anwohner an der A40 fühlen. Einige Zeit danach, man hat die Emscher mitlerweile zweimal gequert, trifft man auf das Emscherkunstprojekt „Between the waters“ einer Art biologischer Kläranlage mit zwei richtigen Toiletten die ausprobiert werden wollen (nein ich habe sie nicht benutzt 😀 ).

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Auf das Kunstprojekt „Obelisk“ (ein paar hundert Meter weiter) muß man etwas genauer achten, denn es liegt etwas abseits des unmittelbaren Fahrradweges. Der 14 Meter hohe Obelisk besteht aus Karbon was wiederum aus Kohlefaser besteht (daher der Bezug zum Ruhrgebiet). Anfassen erlaubt. Weniger zum Anfassen ist die Vergoldung des Abschlussgeländers am ehemaligen Kohlebunker der Schurenbachhalde. Die Goldauflage ist aus der Ferne nur schwer zu erkennen, soll aber das Wortspiel Steinkohle ist das „schwarze Gold“ des Ruhrgebiets wiederspiegeln.

Das Projekt „Warten auf den Fluss“ habe ich bereits beim letzten Mal ausführlich beschrieben, so daß ich gleich an mein Ziel die Zeche Nordstern weitergefahren bin. Eine kleine Stärkung, eine Abkühlung am Brunnen vor der Zeche, ein Schlenker zur Graffitiwand und vor dort aus wieder zurück nach Oberhausen.

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Falls ihr diese oder einen anderen Teil der Emscherinsel befahren möchtet besorgt euch die kostenlose Karte „Emscher InselTour“. Sie ist in den meisten „Ruhr.2010“ Besucherzentren oder bei Revierrad zu bekommen.

Nebenbei, recht amüsant sind die, auf den ersten Blick etwas sinnlosen, Tafeln am Wegesrand, welche aus der Kunstaktion „Bilder am Kanal“ entstanden sind, oder hätte euch „Frauenhandtasche, rotes Leder“ etwas gesagt 😀 ? Schaut mal ins Ruhr2010 Album auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Besetzt (auf die Suche nach Klohäuschen)

An was erinnert euch der Ausruf „Besetzt“? Ja genau, ihr steht vor der verschlossenen Toilettentür und müßt mal wieder ganz nötig aufs „Stille Örtchen“. Und damit sind wir auch schon voll im Thema.

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„Besetzt“ heißt eine Ausstellung von mobilen Toiletten, landläufig auch Dixi Klo genannt, in Oberhausen. Am Sonntag habe ich auf dem Weg nach Essen einen kurzen Stop eingelegt. Die Häuschen sind selbstverständlich unbenutzt und auch nicht für eine Nutzung ausgelegt, stattdessen wird in jedem Toilettenhäuschen künstlerisch auf die Entstehung der Toilette eingegangen und deren verfremdete Nutzung präsentiert.

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20 mobile Klohäuschen werden bis zum 24. Oktober 2010 auf der Emscherinsel (beim Stadtsportbund, Lindnerstr. 2) stehen. Die Inhalte der Häuschen sind mal literarisch, mal filmisch und mal lehrreich gestaltet, oder hättet ihr soviele Begriffe für das „Stille Örtchen“ gekannt? Wer sich einen Moment Zeit nimmt kann zusätzlich noch zwischen verschiedenen Musikstücken auf dem „Rock-Klo“ wählen oder zwischen verschiedenen Auszügen aus (Hör-)Büchern auf dem „Literatur-Klo“.

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So richtig anheimelnd wird das „Stille Örtchen“, mit giftgrünen Toilettendeckelüberziehern und einem Toilettenbürstenhalter in Form eines süßen kleinen Hundes. Was denn, euer „Örtchen“ sieht nicht so aus? Gott sei Dank 😀 . Mehr Bilder im Ruhr2010 Album bei Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Zeitsprung in die 60’er (MWO Oberhausen)

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Am Sonntag haben wir einen Zeitsprung ins Ruhrgebiet der 60’er Jahre gemacht. Die Modellbahnwelt Oberhausen (MWO) hat in Form einer Modelleisenbahn das Leben und Arbeiten im Ruhrgebiet der 60’er Jahre nachgestellt. 400 qm Eisenbahnfläche mit diversen Bahngleisen, Wohnhäusern und Industrievierteln sollen zeigen, wie vor 50 Jahren Kohle gefördert und Stahl erzeugt wurde. Die Zeche Zollverein ist ebenso zu sehen wie HOAG (Hochofen AG) Oberhausen, die Villa Hügel in Essen genauso wie der Hafen in Duisburg. Für mich persönlich sind weniger die fahrenden Züge interessant, sondern eher die Details, die man manchmal erst bein zweiten Hinsehen entdeckt.

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Vielleicht ist diese Ausstellung eine gute Einstimmung auf mehr Besuche im Ruhrgebiet. Wie immer ist es schwierig eine solche Anlage in wenigen Bildern wiederzugeben, trotzdem hier eine Auswahl der Fotos bei Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Die Bilderordner tragen den Titel Ruhr2010. Im Laufe des Jahres werde ich dort weitere Bilder zur Kulturhauptstadt 2010 ablegen.