Hamburg, willkommen zurück (III)

Das hat richtig gut getan, nochmal drei Tage Möwen, Wellen, Hafenfähren und, ja ich gebe es zu, ausgesprochen gutes (Herbst-)Wetter. Vielleicht erinnert ihr euch an meine Blogbeiträge „Hamburg, willkommen zurück I + II“ aus dem August. Die Tage da waren so gut ausgefüllt, daß ich nach meiner Rückkehr kurz das Gefühl hatte, ich hätte etwas verpaßt. Also habe ich beschlossen, im Oktober nochmal eine Nase See- und Hafenluft zu nehmen. Daher hier also „Hamburg, willkommen zurück (III)“.

Die Liste der Ausflugsziele aus dem Sommer war noch nicht abgearbeitet, ich wollte nach Blankenese, zu Planten un Bloomen oder auf den Michel. Alles das habe ich im August nicht geschafft, daher habe ich dieses Mal keinen einzigen festen Termin gemacht, für nichts. Ich war somit vollkommen frei in meiner Tagesplanung. Die Bahn hatte leider 45 Min. Verspätung, als ich in Hamburg eintraf. Die U-Bahn und den Weg zum Hotel kannte ich ja schon aus dem Sommer und man kannte auch mich im Hotel. Das Einchecken verlief dementsprechend unkompliziert.

Koffer aufs Zimmer, den Fotoapparat geschnappt und los gehts. Die Sonne steht zu dieser Tages- und Jahreszeit bereits tiefer, also gleich auf zu Planten un Bloomen. Dieses Mal hatte ich, weil über einen anderen Anbieter gebucht, keine Hamburg Card. Stattdessen habe ich mir eine Tageskarte des HVV in der gleichnamigen App gekauft. Die Anmeldung hatte ich bereits zu Hause vorbereitet, so daß der Ticketkauf binnen 2 Min. erledigt war (Hamburg AB für 6,23 €). Ich hatte einen Blogtipp bekommen, wo ich Planten un Bloomen fototechnisch am besten betrete.

Am alten Haupteingang des Botanischen Gartens (Dammtordamm/George-Fock-Wall). Hier kommt der Fernsehturm besonders gut zu Geltung. Ich drehe eine große Runde durch den Park und nehme noch ein paar Herbstimpressionen mit. Danach verlasse ich Planten un Bloomen in Richtung Binnenalster. Auch hier stand der Tipp, die Binnenalster mal von der Lombardsbrücke mit dem Stadtpanorama im Hintergrund zu betrachten, im Raum. Und auch das war ein guter Tipp. Als mich dann auch noch die Alsterschwäne anlachten, war der Tag perfekt.

Nach einem kleinen Snack im Hotelzimmer ging es dann mit dem Stativ unter dem Arm zu ein paar Aufnahmen im Dunkeln. Chilehaus, Sprinkenhof und Speicherstadt incl. Stadtschlösschen und die U-Bahnstation Elbbrücken waren mein Ziel. Apropos Stadtschlösschen, vielleicht haben einige eine falsche Vorstellung, denn zwischendurch fragte mich jemand, wo denn das Stadtschlösschen sei. Zugegeben, es stehen ein paar Bäume davor, aber wir standen nur 20 Meter entfernt. Ich zeigte auf das Gebäude vor uns und sagte das, genau das da ist es und erntete überaschte Blicke. Danach wandte ich mich wieder meinen Bildern zu.

Am nächsten Morgen, das Hotelfrühstück gab es für mich bereits um 7:30 Uhr, war es überraschend frisch draußen. Klar, wir hatten ja auch schon Oktober. Um 9.00 Uhr gab’s das neue Handyticket und die Fahrt ging raus nach Blankenese. Ich war vor Jahren schon mal hier und denke jedesmal, ich bin in einer anderen Welt. Noch viel mehr dörflicher Charakter, aber mit S-Bahn Anschluß. Mein erster Weg führt mich in den Baurs Park. Hier gibt es eine schöne Aussicht vom Kanonenberg, auf die Elbe, die Lufthansawerft und das Alte Land auf der anderen Elbseite.

Nur für den 40 Meter hohen Leuchtturm auf dem Kanonenberg kam ich ein Jahr zu spät. Er wurde 2020 abgerissen und durch einen neuen Turm, einen guten Kilometer entfernt in Nienstedten ersetzt. Danach gings ins Trepenviertel von Blankenese und da sagt der Name ja schon alles. Rauf und runter, den verschiedenen Empfehlungen aus Reiseführeren folgend, kombiniert mit eigenem Ermessen. Dieser Vormittag hat, wie das Handy am Tagesende errechnet hat, zu rd. 18.200 Schritten, 12,9 km und Treppen für 48 Stockwerke beigetragen. Dabei strahlend schönes Wetter, kurzfristig sogar mal ohne Jacke.

Auf der Rückfahrt habe ich noch einen kurzen Abstecher in Altona gemacht, weil ich nach meinem Lieblingsthema StreetArt Ausschau halten wollte. Verschiedene Bilder sind hier beim Urban Art Stamp Festival entstanden, allerdings war das Auffinden etwas schwierig. Ich habe nur 2 Bilder entdeckt, danach mußte ich ins Hotel zurück. Der Vormittag hatte mich geschafft. Nach einem kleinen Nickerchen ging es am späten Nachmittag dann nochmal an die Elbe.

Zwischen Binnenhafen, Elbphilharmonie, Überseebrücke und Elbpromenade gab und gibt es jede Menge Fotomotive bis hin zum Sonnenuntergang mit dem Wahrzeichen Hamburgs, dem 1896 gebaute Großsegler, der Rickmer Rickmers. Nur mit dem Waffel essen hat es nicht mehr funktioniert, ich war zu spät dran, weil das Cafe um 17.00 Uhr zu machte. Der nächste Morgen das gleiche Ritual, Frühstück, HVV Tageskarte via Handyticket und ab zu den Landungsbrücken. Heute sollte es mit der Hafenfähre zum Museumshafen nach Oevelgönne gehen.

Ich hatte Glück, als die komplett leere Fähre gerade anlegte. Ab aufs Oberdeck und ganz nach vorne. Man will ja einen guten Fotostandort haben. Da es Samstag war, war ich nich der einzige mit dieser Ausflugsidee. Der große Schwung kam aber erst ein paar Fähren später. Wußtet ihr, daß der Museumshafen einem privaten, gemeinnützigen Verein gehört? Dort wo vor Jahren der Bauhafen des neuen Elbtunnels (Autobahn A7) war, können heute bis zu 30 historische Schiffe liegen.

Auf der Otto Laufer, einem Dampfschiff aus dem Jahr 1928, früher unterwegs als Polizeibarkasse, renoviert durch Mittel des Denkmalschutzes 2016/17, spricht mich ein Ehrenamtler (aus Berlin) an, ob ich nicht an Bord kommen wolle. Will ich und bekomme so eine kleine private Führung und darf einen Blick auf die Dampftechnik des Schiffs werfen. Die Schiffe im Museumshafen sind übrigens alle noch funktionstüchtig, vielleicht wollt ihr ja auch mal an Bord gehen.

Liebling der Museumshafen-Fans ist (lt. Webseite) übrigens der Dampfschlepper „Tiger“. Macht sich ja auf Fotos auch ganz hübsch, wie ich finde. Gleich um die Ecke ist der Elbstrand Övelgönne, wo ich noch eine Zeitlang stand, um die Möwen zu beobachten, die über mir ihre Kreise zogen. Dann gings zurück mit der Fähre an die Landungsbrücken. Ganz schön stürmisch war’s so mitten auf der Elbe. Mit einer kleinen Stärkung aus der nächsten Bäckerei und einer ausgiebigen Pause auf der Elbpromenade stand jetzt noch der Nachmittag zur freien Verfügung.

Nach einem Abstecher in den nächsten Supermarkt waren es nur noch wenige Schritte bis zum Michel. Der letzte Besuch auf der Aussichtsetage ist auch schon wieder einige Jahre her, sollte ich vielleicht …? Ja, kurz entschlossen habe ich mich in die Warteschlange vor dem Kirchprotal eingereiht. Draußen gings recht flott, drinnen stockte dann der Besucherstrom etwas vor dem Aufzug, mit dem es nach oben geht. Aber ich hatte ja Zeit und nach einer guten Viertelstunde stand ich oben auf der Aussichtsetage. Hier gibt’s übrigens eine Webcam mit Livebild.

Ja, auch an dem Nachmittag war der Himmel wieder fotogerecht blau und selbst die steife Briese lies sich gut aushalten. Den letzten Abend wollte ich dann nochmal mit einem Sonnenuntergang beenden. Vom Hotel ging es in den Grasbrookhafen in der Hafencity, so lange bis die Sonne am Horizont verschwunden war. An diesem Tag war ich durchweg froh, die etwas dickere Jacke an zu haben, es war (erwähnte ich das schon) Oktober.

Vor der Abreise am nächsten Morgen habe ich noch eine Runde durch den Lohsepark, gleich neben meinem Hotel, gedreht. Erzählt hatte ich euch schon beim letzten Mal davon. Ich staune immer über diese Andereinanderreihung von Einzelsitzen zu einer Endlossitzbank. Und ganz fotogen zeigt sich schließlich die Ericusspitze. Tschüss Hamburg und mal sehen, vielleicht komme ich ja schon 2022 wieder. Bilder auch von diesen drei Tagen gibt es wieder bei bei Flickr und Google Photos.

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