Halden und Tourismus

Ursprünglich waren Halden nur Ablageorte für Bergematerial, Schlacke oder Schutt, Dinge eben, die man nicht brauchen konnte. Heute sind Halden die Berge des Ruhrgebiets, Identifikationspunkte einzelner Städte und Aussichtspunkte mit Landmarken. Vor ein paar Tagen hat der Reginalverband Ruhr (RVR) den Vertrag geschlossen, weitere Halden von der RAG zu übernehmen. 37 Halden befinden sich bereits im Besitz, 9 neue kommen 2021 hinzu und 11 weitere folgen in den nächsten 15 Jahren.

Die neun ab nächstem Jahr zu übernehmenden Halden sind:

  • Lohberg Nord (Dinslaken)
  • Scholver Feld (Gelsenkirchen)
  • Rungenberg (Gelsenkirchen)
  • Mottbruch (Gladbeck)
  • Graf Moltke 2 (Gladbeck)
  • Elsa-Brändström-Straße (Lünen/Dortmund)
  • Blumenthal 8 (Oer-Erkenschwick)
  • Humbert (Hamm)
  • Groppenbruch (Dortmund

Die restlichen Halden stehen noch unter Bergaufsicht und dürfen daher noch nicht betreten werden. Da wären:

  • Haniel (Bottrop) – gemeint ist vermutlich der neuere Teil
  • Kanalband – Haus Aden (Bergkamen)
  • Brinkfortsheide (Marl)
  • Lohberg Nord Erweiterung (Hünxe)
  • Sundern und Radbod (beide in Hamm)
  • Scholven (Gelsenkirchen)
  • Kohlenhuck (Moers)
  • Graf Moltke 1 (Gladbeck)
  • Wehofen Ost (Duisburg/Dinslaken)
  • Rossenray (Kamp-Lintfort)

Obwohl ich meine Kindheit im Ruhrgebiet verbringen durfte, waren mir Begriffe wie Halde, Bergaufsicht oder Bergamt bis vor rd. 10 Jahren nicht geläufig, aber (nicht nur) ich habe die Halden lieben gelernt. Da das auch der RVR erkannt hat, sollen die Halden nach und nach Freizeit- und Tourismuszwecken, der Naherholung und zum Teil der Energiegewinnung dienen. Lassen wir uns also überraschen, ob in den nächsten Jahren weitere Landmarken das Ruhrgebiet repräsentieren.

Die RAG wird sich über 20 Jahre zur Hälfte am Pflegeaufwand in Höhe von 1,4 Millionen Euro jährlich beteiligen. Ich war, aber das habt ihr sicher längst erkannt, letztzens mal wieder auf der Halde Haniel, an der Stadtgrenze zw. Oberhausen und Bottrop. Auch wenn der Aufstieg auf dem letzten Stück ein bisschen Puste braucht, es lohnt sich immer wieder.

Wenn ihr bis zum 13. September 2020 im RVR-Besucherzentrum Haus Ripshorst *) vorbeikommt schaut mal rein. Dort läuft seit Freitag die (kostenlose) Ausstellung „Panoramen der Industriekultur – Landmarkenkunst mit Weitblick“, sechs großformatige Bilder und einige 360 Grad-Panoramen.

3 km westlich von Haus Ripshorst befindet sich noch die schönste Brücke des westlichen Ruhrgebiets „Slinky Springs to Fame“, wenn ihr also gerade in der Gegend seid, dürft ihr diese Brücke nicht verpassen. Was immer ihr in eurem Urlaub macht, ich wünsche euch erholsame Tage.

*) RVR-Besucherzentrum Emscher Landschaftspark Haus Ripshorst, Ripshorster Str. 306, 46117 Oberhausen

Bilder gibt’s im Ruhr 2020 Album von Flickr und Google Photos.

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