Kilometer 780

Von Süden schiebt sich das Wasser unaufhörlich auf Kilometer 780 zu. Es hat viel geregnet in den letzten Wochen, zu viel. Wie schon im letzten Jahr ist der Winter bisher sehr mild, dafür aber um so nasser. Auch Schneefall gab es entlang des Niederrheins bisher so gut wie keinen. Zum Glück ist bei Kilometer 780 genug Fläche, wohin sich das Wasser ausbreiten kann.

War nicht gerade erst Neujahr fragte ich mich, als ich an diesem Morgen auf den Kalender sah. Nur noch drei Tage und der erste Monat nähert sich bereits wieder seinem Ende. Nach dem Frühstückskaffee schob sich langsam die Sonne hinter den grauen Wolken hervor. Gefühlt der erst dritte Tag in diesem Monat, an dem man die Sonne zu Gesicht bekommt. Seit 14 Tagem schiebt sich eine Wasserwelle nach der anderen aus dem Süden den Rhein und seine angrenzenden Flüsse hinauf. Also Zeit auch mal eine Tour ans Wasser zu machen.

Kilometer 780 zeigt das Schild am gegenüberliegenden Rheinufer. Nur wenige Meter davon entfernt steht die Rheinorange an der Ruhrmündung. Was die Rheinorange ist? Ein Block aus gegossenem Stahl, auch Bramme genannt, genau da, wo Rhein und Ruhr sich vereinen. 25 Meter hoch, sieben Meter breit, einen Meter tief und 83 Tonnen schwer. Der Name, ein Wortspiel zwischen besagtem Fluß, dem Rhein und der Farbe im Farbton RAL 2004, genannt Reinorange.

Heute jedoch bekommt die Bramme nasse Füße, denn sie steht mitten im Wasser. Ganz schön breit hat sich der Rhein gemacht, wenn man bedenkt, daß die Skulptur unerreichbare 200 Meter von mir entfernt steht und es ansonsten mindestens weitere 50 Meter bis zum Rhein sind. Wolken wechseln auch heute mit blauen Lücken. Zum Glück habe ich mich warm genug angezogen und der Weg auf dem Deich ist auch nicht gefährdet. So spaziere ich die Ruhr entlang und lausche dem lautstarken Geschnatter der Wildgänse.

Die haben sich auf einem kleinen Stückchen Land in Mitten des Hochwassers niedergelassen. Vorbei an ein paar Ruhebänken folge ich dem Weg auf dem Deich rheinaufwärts fast bis zur Autobahnbrücke der A40. Während in der Ferne der Verkehr vorbeibraust, guckt überraschend doch noch die Sonne hervor. Bald schon wird das Wasser die Uferbereiche wieder freigeben, so daß man die Bramme mit der Farbe RAL 2004 wieder direkt besuchen kann. Weitere Fotos gefällig? Dann klickt rüber zu Flickr oder Google Photos.

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