
Du wohnst nicht in Krefeld? Dann geht diese Frage an dich. Was fällt dir spontan als erstes zu meiner Wahlheimat Krefeld ein? Und du, du wohnst in dieser Stadt? An was denkst du als erstes? Ich bin sicher, wir werden Übereinstimmungen finden, aber auch Dinge, die man nur als Einheimischer kennt. Von Höhen und Tiefen lautete dieser Tage ein genreübergreifendes Kunstprojekt, in dem es um Klang und Kinetik geht. Parallel dazu gab es einen Vortrag von Christoph Becker vom Historischen Klärwerk. Er ordnete in seinem Vortrag die Hochphase der Industrialisierung anhand der Baukultur und Infrastruktur der Samt- und Seidenstadt ein und spannte den Bogen bis zum heutigen Zustand der Stadt.




Krefeld war durch seine Textilproduktion im 18. und 19. Jahrhundert mal eine reiche Stadt, sie zählte zeitweise zur reichsten Stadt des deutschen Reichs. Aber wie so oft, setzte auch hier Mitte des 20. Jahrhunderts ein Strukturwandel von der Textilproduktion zur chemischen Industrie, zum Maschinen und Anlagenbau sowie zur Metallindustrie ein. Besucher lockt man damit schwer an. Also bin ich nach dem Motto „Perspektivwechsel“ (von 2015 bis 2023) auf die Suche in mein Fotoarchiv gegangen, womit ich Krefeld bewerben würde. 150 Fotos habe ich hier verarbeitet.



Drei Jahre ist das Stadtjubiläums „650 Jahre Krefeld“ jetzt schon wieder her, daher werden unter dem Titel #Heimatreisen dieses und die nächsten Jahre die verschiedenen Stadtteile vom Krefelder Stadtmarketing betrachtet. Man läd Menschen in Krefeld, aber auch von außerhalb ein, die Stadt mit anderen Augen kennen zu lernen. Ja, Schlaglöcher verschwinden dadurch nicht, die Einkaufsstraße wird nicht plötzlich mit Leben gefüllt, und politische Zankäpfel werden uns auch weiterhin erhalten bleiben, aber wie wäre es mal, auf das Schöne zu gucken, auch wenn das, was man als schön empfindet, für jeden anders ist. Das hier ist mein ganz persönlicher Blickwinkel.




An was habt ihr bei der Eingangsfrage gedacht? Vielleicht die vier Wälle, benannt nach den Himmelsrichtungen, die Kunstmuseen oder das Textilmuseum, die über die Grenzen bekannt sind (auch wenn ich mich zeitweise mit der dort ausgestellten Kunst schwer tue), Linn und seine Burg Linn, den Krefelder Zoo, die Stadtteile Uerdingen und Hüls, die manchmal von Zeiten vor der Eingemeindung träumen, den Botanischer Garten, den Hülser Berg oder den Hülser Bruch, verschiedene Parks, als grüne Lungen der Stadt, Kultureinrichtungen, Kunstorte wie die Im Brahm Brotfabrik oder das alte Klärwerk?



Von der Seidenindustrie sieht man heute nur noch wenig, ich beschrieb das in dem besagten Blogbeitrag über Höhen und Tiefen, aber das „Krieewelsch Jeföihl“ soll die Identifikation mit der eigenen Nachbarschaft stärken. Und weil man je nach Wohnort, in wenigen Minuten raus ist aus dem hektischen Teil der Stadt, geht es im ersten Teil der Aktion #Heimatreisen in den Krefelder Norden. Ende Juni werde ich, wenn alles gut geht, von der Heufest-Tour berichten. Dann geht es zunächst in die Orts-/Stadtteile Bockum, Kliedbruch, Verberg und Traar.




Außerdem geht es mit den Stadtdenker Sommerformaten jeden Freitag um ein Thema bei dem man die hoffentlich schönen Seiten der Stadt entdecken und sogar mitdiskutieren kann. So geht es z.B. mit einer Fotorallye durch die Innenstadt, es geht in die Südstadt und es geht auf und um die genannten vier Wälle und ihre Zukunft. Veranstaltungen, die draußen stattfinden, wie Eäte Drenke Danze, das Gourmet StreetFood Festival, den FestiWall oder Heimat Maat, Kirmes, Weihnachtsmarkt usw. habe ich noch gar nicht erwähnt und nein ich schreibe das nicht, weil mich jemand darum gebeten hat, sondern weil ich finde, daß die Stadt Krefeld bzw. andere Veranstalter hart daran arbeiten, das alles auf die Beine zu stellen.



Und wenn du jetzt feststellst, daß soviel buntes Treiben die Probleme natürlich nicht löst, dann darfst du dich auch an den Lösungen unter Krefeld.de/Buergerbeteiligung beteiligen. Ich fotografiere nun bereits über 15 Jahre für diesen Blog und hatte viel Spaß mich durch mein Fotoarchiv zu wühlen. Ich schwöre, alle Bilder sind ausschließlich in Krefeld oder ganz knapp hinter dem Ortsschild entstanden (einige davon im Jubiläumsjahr). Zu verschiedenen Jahreszeiten, vorzugsweise zw. Frühling und Herbst, möchte ich die schönen Seiten der Stadt zeigen.




Manche Straßen- und StreetArt Kunst ist leider vergänglich, Chempark, SWK Verkehrsmuseum oder Stadtbad sind nur zeitweise zugänglich, alles andere könnt ihr genauso erleben. Bitte tragt das Schöne in die Welt raus und für das Schlechte oder wenn die Stadt wieder was verbockt hat, schreibt’s dem Oberbürgermeister, findet ihr Dreckecken, meldet es an Maak et, Krefeld! und manch ein kaputter Plastikstuhl ist vielleicht auch nur ein verkapptes Kunstobjekt. Bitte tippt oder klickt auf die Collagen euer Wahl, um diese zu vergrößern und die Krefelder schreiben mir gerne, was sie (nicht) wiedererkannt haben.
