Entlang der Ruhr zw. Essen und Bochum

An einem Fluß entlang zu laufen kann ziemlich entspannend sein, außer man ist als einer der wenigen Fußgänger unter lauter Fahrradfahrern unterwegs 🙂 . Einer meiner Wandkalender zeigt seit Jahresbeginn Motive aus dem Ruhrgebiet nur das Titelbild die Horster Mühle war mir bisher unbekannt. Daher habe ich mich am Samstag auf den Leinpfad zwischen Essen und Bochum begeben. An dem Teil der Ruhr war ich bereits vor zwei Jahren schon mal, seinerzeit aber auf der Suche nach dem bunten Strommast. So habe ich wieder in der Mönckhoffstraße in Essen (einer kleinen Sackgasse) geparkt und bin dann zu Fuß ins „Wichteltal“ (hübscher Name für eine Straße). Der Weg führt am Holteyer Hafen über ein kurzes, Kopfstein gepflastertes Wegstück, das an den alten Hafen (1837/1838 als einer der ersten echten Häfen an der Ruhr erbaut) erinnern soll.

Davor und danach ist der Weg so ebenerdig, wie man es von einem Flußtal erwartet. Wenn ich das richtig interpretiert habe, handelt es sich hier um einen Teil des Ruhrtalradwegs, daher auch die Fahrräder. Die Sonne stand günstig, so daß es ein paar neue Fotos des bunten Strommastes gab. Während neben mir immer wieder Paddelboote über die Ruhr schippern, mache ich mich auf die Suche nach der Horster Mühle, die heute ein Wasserkraftwerk ist. Am gegenüberliegenden Ufer erscheint ein kleiner Campingplatz, so wie man ihn kennt mit Campingwagen und Zelt. Unmittelbar dahinter stehen bunte Bauwagen. Wenn ihr immer schon mal wie Peter Lustig im Bauwagen übernachten wolltet, hier scheint das möglich.

In der Ferne wird die Spitze des Schornsteins der Horster Mühle sichtbar und einige Minuten später sind auch die Gebäude zu sehen. Heute befindet sich hier wie erwähnt ein Wasserkraftwerk, das durch die aufgestaute Ruhr gespeist wird. Da ich mir kein festes Ziel gesetzt hatte und auch keine Vorstellung hatte, wie weit ich schon vom Wichteltal entfernt war, nahm ich mir zunächst die Schleuse und danach die nächste Brücke über die Ruhr als Ziel vor. Die Schleuse ist in der Tat etwas besonderes, denn die alle paar Minuten an mir vorbeipaddelnden Boote müssen dort, wie es an Schleusen üblich ist, einen Höhenunterschied überwinden. Das bedeutete aber nicht jedes Mal Schleusentore auf, Schleusentore zu, sondern es hieß aussteigen, das Boot an die Leine nehmen und in einem gesonderten Kanal (Treidelkanal) nach unten führen, während man selber nebenher läuft. Am untern Ende der Schleuse wird dann wieder eingestiegen.

Noch etwa 500 Meter bis zur nächsten Brücke und zu meiner Überraschung bin ich bis zum Eisenbahnmuseum in Bochum Dahlhausen gelaufen, das auf der anderen Ruhrseite zu sehen ist. Drüben sehe ich auch die Ruinen einer alten Burg o.ä. und komme auf die Idee, die als nächstes zu erkunden. Ich erreiche zunächst das Ruhrkämpfer Ehrenmal und versuche dann vergeblich zu der Burgruine vorzudringen. Egal welche Wege unter dem Bahndamm hindurch ich wähle, weiter als bis zum Ehrenmal komme ich nicht. Das Haus Horst, auf dessen Gelände die Reste zu stehen scheinen, ist Privatbesitz. Jetzt bin ich doch tatsächlich etwas ins Schwitzen gekommen.

Zeit für die Rückkehr ins Wichteltal, das, wie ich später bei Google feststelle, gut 4 km entfernt liegt. So schnell läuft man also (hin und zurück) 8 km zusammen. Trotzdem die Strecke ist schön und ohne das Ehrenmal ebenerdig. Schön anzusehen sind übrigens auch die Seerosen entlang einiger Uferabschnitte, weniger schön die reichlich vorkommenden Kanada-Gänse auf der Ruhr, auch wenn der Nachwuchs schon irgendwie putzig aussieht.

Da der Rückweg nach Krefeld mich i.d.R. über die A52 und damit über die Ruhrtalbrücke führt, nutze ich das Wetter und den vielfach blauen Himmel, um zum Tagesabschluß auch da noch ein paar Fotos zu machen. In der Ferne kann ich dabei sogar wieder einmal Luftschiff „Theo“ beim Start beobachten, während vor mir die „Weiße Flotte“ vorbeifährt. Wer jetzt noch mehr sehen will, schaut wie immer in die Fotoalben bei Flickr oder GooglePhotos.

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