Insel Tour

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Und weiter geht’s … Dieses Mal habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und bin über die Emscherinsel immer entlang des Rhein-Herne-Kanals bzw. entlang der Emscher gefahren. Das Fahrrad habe ich in Oberhausen bei Revierrad geliehen. Revierrad deßhalb, weil MetroradRuhr z.Zt. noch keine Räder in Oberhausen anbietet. Qualität des Rades … o.k. würde ich sagen, Narbenschaltung, gute Bremsen, lediglich das Schloß war nur ein einfaches Rahmenschloß und das noch etwas wackelig.

Entlang der Emscherinsel bin ich gefahren, weil dort im Kulturhauptstadtjahr auch die Ausstellung Emscherkunst zu finden ist. Emscherkunst? Ja, auch darüber habe ich vor gut 4 Wochen schon mal berichtet.

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Start war im Haus Ripshorst nur 100 Meter vom Rhein-Herne-Kanal entfernt. Von da aus immer Richtung Osten. Am BernePark geht es dann einmal quer über die Emscherinsel, die an dieser Stelle ihre breiteste Stelle hat. Im Rahmen der Emscherrenaturierung wird aus der ehemaligen Kläranlage der Bernepark mit begehbarerm Klärbecken. Statt Wasser wachsen jetzt Blumen in einem der Becken. Um eine Vorstellung von der Größe der Abwasserrohre zu bekommen, durch die zukünftig die Emscher fließen soll, sind 4 Rohrstücke zu „Hotelzimmern“ (mit Übernachtungsmöglichkeit) ausgebaut.

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Weiter geht es zunächst unter der A42 entlang und dann direkt daran vorbei. So müssen sich Anwohner an der A40 fühlen. Einige Zeit danach, man hat die Emscher mitlerweile zweimal gequert, trifft man auf das Emscherkunstprojekt „Between the waters“ einer Art biologischer Kläranlage mit zwei richtigen Toiletten die ausprobiert werden wollen (nein ich habe sie nicht benutzt 😀 ).

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Auf das Kunstprojekt „Obelisk“ (ein paar hundert Meter weiter) muß man etwas genauer achten, denn es liegt etwas abseits des unmittelbaren Fahrradweges. Der 14 Meter hohe Obelisk besteht aus Karbon was wiederum aus Kohlefaser besteht (daher der Bezug zum Ruhrgebiet). Anfassen erlaubt. Weniger zum Anfassen ist die Vergoldung des Abschlussgeländers am ehemaligen Kohlebunker der Schurenbachhalde. Die Goldauflage ist aus der Ferne nur schwer zu erkennen, soll aber das Wortspiel Steinkohle ist das „schwarze Gold“ des Ruhrgebiets wiederspiegeln.

Das Projekt „Warten auf den Fluss“ habe ich bereits beim letzten Mal ausführlich beschrieben, so daß ich gleich an mein Ziel die Zeche Nordstern weitergefahren bin. Eine kleine Stärkung, eine Abkühlung am Brunnen vor der Zeche, ein Schlenker zur Graffitiwand und vor dort aus wieder zurück nach Oberhausen.

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Falls ihr diese oder einen anderen Teil der Emscherinsel befahren möchtet besorgt euch die kostenlose Karte „Emscher InselTour“. Sie ist in den meisten „Ruhr.2010“ Besucherzentren oder bei Revierrad zu bekommen.

Nebenbei, recht amüsant sind die, auf den ersten Blick etwas sinnlosen, Tafeln am Wegesrand, welche aus der Kunstaktion „Bilder am Kanal“ entstanden sind, oder hätte euch „Frauenhandtasche, rotes Leder“ etwas gesagt 😀 ? Schaut mal ins Ruhr2010 Album auf Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Rheinelbe und Rhein-Herne(-Kanal)

Der vorerst heißeste Tag in diesem Sommer und ich habe mich mal wieder auf Haldentour gemacht. Verrückt? Nein, ich war schließlich schon um 8.00 Uhr unterwegs. Dieses Mal sollte es zur Halde Rheinelbe gehen, denn da war ich noch nicht.

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Aber die Halde ist gut versteckt, zumindest für den, der noch nicht dort war. Ich bin zunächst 2 x daran vorbeigefahren, bevor ich den kleinen Fuß-/Radweg entdeckt habe. Die Sonne stand bereits gegen 9.00 Uhr hoch am Himmel, aber in gut 10 Minuten war die Spitze der Halde erreicht. Ob steht die weithin sichtbare Himmelstreppe, ein 10 Meter hoher Aufbau aus schweren Betonblöcken. Mitlerweile fällt auch die Orientierung leichter, wenn man bekannte (Hoch-)Punkte immer wiedererkennt.

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Danach ging es einmal quer durch Gelsenkirchen bis nach Essen zum bereits bekannten Aufgang der Schurenbachhalde. Von hier aus wollte ich einen Kurzbesuch am Rhein-Herne-Kanal absolvieren und prüfen, wie weit von hieraus die Objekte der „Emscherkunst“ fußläufig zu erreichen sind. Unmittelbar am Übergang zur Emscherinsel befindet sich das Kunstwerk „Schlafende Brücke – Warten auf den Fluß“ (mit Übernachtungsmöglichkeit). Die Brücke wartet auf die Renaturierung der Emscher an dieser Stelle.

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Da sich die Emscherkunst entlang der Emscherinsel (zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher) erstreckt, ist man gut beraten ein Fahrrad mitzunehmen. Ich habe mich dennoch zu Fuß in westliche Richtung aufgemacht und in ca. 10-15 Minuten Entfernung noch den Obelisken ausfindig gemacht. „Between the waters“ wäre noch einmal 10-15 Minuten weiter entfernt gewesen, für einen heißen Tag in praller Sonne eindeutig zuweit.

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Nebenbei, machmal ist es schwierig Kunst auch als Kunst zu erkennen. An einer Ecke habe ich ein paar Bänke mit eingelassenen Betonplatten gefunden und einen mit Stroh bedeckten (und abgesperrten) Uferstreifen zum Rhein-Herne-Kanal. Keine Ahnung, ob das auch Kunst sein sollte 😀 . Zum Tagesabschluß habe ich noch einen kurzen Abstecher auf die Schurenbachhalde gemacht, wenn man schon unmittelbar davor parkt. Da es aber mittlerweile auf die 12.00 Uhr zuging wurde es auch unerträglich heiß und ich habe mich auf den Rückweg gemacht.

Mehr Bildmaterial im Ruhr2010 Album von Flickr, Sevenload oder Picasaweb.

Nordsternpark

Am Tag nach Fronleichnam (für viele Brückentag in NRW) bin ich der Route der Industriekultur gefolgt und war nach vielen Jahren mal wieder im Nordsternpark in Gelsenkirchen.

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Es ist sage und schreibe schon 13 Jahre her, daß ich das erste Mal dort war. Es war das Jahr 1997 und der Nordsternpark war Teil der Bundesgartenschau. Heute 13 Jahre später sind die bunten Blumen verschwunden, aber der Wasserspielplatz und die Rest der einstigen Zeche, auf dessen Grund sich der Nordsternpark befindet, stehen noch immer. Mitten durch den Park ziehen sich der Rhein-Herne-Kanal und die Emscher und weil man diese Flüsse häufiger überqueren möchte gibt es gleich mehrere Brücken.

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Die bekannteste davon vermutlich die 36 Meter hohe, stählerne Doppelbogenbrücke. Mit einer Spannweite von 80 Metern und zwei unsymmetrischen, aber parallelen Bögen liegt sie schräg über dem Rhein-Herne-Kanal. Wer auf dem kostenlosen Parkplatz am Amphitheater parkt hat es nicht weit zum Kinderland, läuft aber auch Gefahr, den Rest des Parks nicht mehr zu sehen, weil die Kinder besonders an warmen Tagen vom Wasserspielplatz nicht mehr weg zu bekommen sind 🙂 .

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So bunt wie zur Bundesgartenschau geht es nicht mehr zu auf dem Gelände, aber zum Fahrradfahren oder Spazierengehen sind die Wege wie gemacht. Im Kulturhauptstadtsommer ist der Nordsternpark außerdem zentrale Anlaufstation für die Aktion „Emscherkunst„. Der Fahrradverleih unweit des Besucherzentrums am „blauen“ Pumpwerk ist ein möglicher Ausgangspunkt die Emscherinsel zu erkunden.

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Ein Kunstwerk der Emscherkunst findet sich direkt vor Ort, „Das laufende Haus“ (Walking House) der dänischen Künstlergruppe N 55. Eine Art 6-eckiger Zylinder mit sechs Beinen, die das ganze Haus vorwärts bewegen. Momentan wird das Haus nur zeitweise bewegt, wie man mir aber sagte, soll es aber ab ca. Mitte Juni regelmäßige Vorführungen geben. Die Emscherinsel und die Emscherkunst werde ich mir noch einmal gesondert ansehen, dann vermutlich via Fahrrad.

Fotos im Ruhr2010 Album von Flickr, Sevenload oder Picasaweb.