Die Schönheit der großen Straße

A40_3Sie hat eine lange Geschichte hinter sich, die heutige B1|A40. Die uralte Handelsroute von der belgischen Nordseeküste bis in die russische Stadt Nowgorod. Heute ist die B1 Teil von verschiedenen Autobahnen und bildet als A40 den sogenannten Ruhrschnellweg. Wer im Ruhrgebiet groß geworden ist, dem werden Begriffe wie „Ruhrschnellweg“ oder „Spagettiknoten“ bekannt vorkommen. Als Kind fand ich den Begriff „Spagettiknoten“ immer äußerst lustig, aber Autobahnkreuz sagte damals kaum einer. Wer schon mal durchs Ruhrgebiet gefahren ist, der dürfte mit Sicherheit auch schon mal durch das Autobahnkreuz Duisburg Kaiserberg gefahren sein und wer im oder um das Ruhrgebiet herum wohnt, für den ist die A40 und der Spagettiknoten die Heimat.

Wie bereits zum Kulturhauptstadtjahr 2010 findet auch 2014 entlang der A40 wieder die Kunstaktion „B1|A40 Die Schönheit der großen Straße“ statt. Kunst auf der Autobahn? Na nicht ganz, aber zumindest im Umfeld der Autobahn. Die verschiedenen Veranstaltungen zwischen Duisburg und Dortmund kann man dem Programmheft entnehmen und wenn ihr zwischen Bochum und Dortmund zu Hause seid, dürft ihr den Bericht gerne fortsetzen.

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DUISBURG AUTOBAHNKREUZ KAISERBERG – „Die Zukunft der Landschaft“

Nun klingt es etwas verrückt, wenn ich erzähle, daß ich im Autobahnkreuz Kaiserberg herumgelaufen bin, aber trotzdem war’s so. Es gibt sogar einen Kaiserberg Wanderweg. Also das Auto unweit davon auf der Dörnerhofstraße abgestellt und zu Fuß auf den Weg gemacht. Das erste was ich im vorbeifahren prompt übersehen habe, war die Wanderausstellung „Trampelpfade“, eine Michschung aus Bau- und Planwagen. Im Inneren des Wagens lassen sich drei Rollen, ähnlich einem Glückspielautomaten, drehen. Auf jeder Rolle befinden sich Informationen über das Ruhrgebiet und das Umfeld A40/Kaiserberg. Warum ich das so genau weiß, obwohl ich’s übersehen habe? Weil ich, schlau wie ich bin, auf dem Rückweg so dachte was’n das für’n Wagen und warum stehen da Leute drumherum. Tja, gerade noch mal rechtzeitig ausgestiegen :-).

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Etwas weiter die Dörnerhofstraße rein steht das Kunstwerk „Überplanungen“ und erklärt die Wege und Leitungen auf, über und unter dem Autobahnkreuz auf verschiedenen Karten. Die coolste „Karte“ war das Autobahnkreuz komplett in Metall. Wer sich vielleicht an diesen Blogbeitrag erinnert (etwas scrollen), der wird wissen, daß neben dem Autoverkehr auch noch mehrere Eisenbahnlinien den Bereich rund um das Autobahnkreuz durchschneiden. Auch über die Dörnerhofstraße gehen zwei Bahnlinien, wovon eine nur gerade mal 3,60 m über dem Kopf langläuft. Ich sage euch, als der erste Zug da mit Tempo drüber rauschte, habe ich mich gehörig erschrocken. Die Züge haben, obwohl gerade erst in Duisburg Hauptbahnhof losgefahren, schon ordentlich Tempo drauf. Am 6. September ist übrigens großes Finale rund um das AK Kaiserberg mit Reibekuchen, Musik und der Wanderausstellung “Trampelpfade” (Kolkerhofweg 130, Mülheim/Ruhr).

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ESSEN FRILLENDORF – „Heimat Autobahn“

Ein paar Tage nach meinem Besuch im Autobahnkreuz war ich mal wieder auf dem Weg nach Essen und verlasse die Autobahn wie so häufig an der Anschlußstelle Essen Frillendorf. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich dort noch nie näher umgesehen. Wer die Ausfahrt kennt wird wissen, daß sie eigentlich auch nicht wirklich dazu einläd. Also um so mehr ein Grund dort nach dem nächsten Kunstobjekt „O.T.“ Ausschau zu halten. Die Frillendorfer Straße muß dort, um die Autobahn zu unterqueren, in die Tieflage gehen. Dafür findet sich, auch ziemlich einmalig in Deutschland, die Bushaltestelle auf dem Mittelstreifen der Autobahn, wo der Bus in einer Betonspur fährt. Genau diese Busspur steht momentan auf der Kippe, weil zu teuer und anfällig für Reparaturen.

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Bei soviel Skurilität ist auch „O.T.“ skuril, denn neben eine Menge Street Art in Form von Graffiti (welche hier an den Wänden prangen) hat der Künstler an verschiedenen Stellen schwarzweiß Foto überzogene Holzfiguren aufgestellt, die den Anschein machen, als gehörten Sie nicht wirklich hierher. Während die eine Figur mit einem Karton über dem Kopf an der Treppe steht (Achtung jetzt kommt ein Karton 🙂 ), steckt an einer anderen Stelle jemand seinen Kopf in den Sand (respektive den Bürgersteig). Oben im Gebüsch steht, gleich neben der Autobahnausfahrt, ein ausgewachsener Tiger. Man muß schon genau hingucken, um alles zu entdecken.

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Wer in diesem Umfeld mit einem Fotoapparat herumläuft fällt zwangsläufig auf. Daher wurde ich auch von Erik (nebst Begleitung) aus Berlin (E. Göngrich) angesprochen, der mit dem Fahrrad unterwegs war und sich ebenfalls der sehr speziellen Kunst widmete. Erik, auch wenn ich selbst mittlerweile meine Wahlheimat außerhalb des Ruhrgebiets habe, trag die Info ruhig nach Berlin „Im Pott is schön“ … irgendwie … auf eine ganz bestimmte Art, vielleicht auch ein bisschen unmittelbar neben der großen Straße 🙂 .

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Wer möchte, das sind die weiteren Punkte, um die ihr euch kümmern könnt:
MÜLHEIM U-BHF EICHBAUM – „Moment und Kontinuität“
BOCHUM DÜCKERWEG – „Roadmovie Ruhr reloaded“
BOCHUM HAMME – „Kulturelle Kreuzungen“
DORTMUND SCHÖNAU – „Rekonstruktion einer Landschaft“

Und jetzt geht’s wieder ab auf die Autobahn, genießt die Schönheit der großen Straße 🙂 . Bilder … kennt ihr oder? Gibt’s bei Google+ bzw. Flickr (bisschen scrollen, weil zu verschiedenen Terminen aufgenommen).

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