Berlin leuchtet bei Nacht (II)

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Der Sonntag startete mit Wartezeit am Frühstücksbuffet und das, obwohl ich bereits um 7.15 Uhr aufgestanden war, aber für ein ausgebuchtes Hotel war der Platz wohl etwas knapp bemessen. Als ich gegen 8.30 Uhr beim Frühstück eintraf, hatten sich auch alle anderen überlegt, daß das eine gute Zeit wäre. Irgendwann wurde dann aber ein Tisch frei und ich konnte loslegen. In Anbetracht, daß ich auch Abends bis nach 23.00 Uhr unterwegs bin, habe ich für tagsüber ein paar Ziele als Wiederholungsbesuche geplant. Der Sonntagsausflug ging zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. Dort war ich letztes Jahr an einem heißen Sommertag. Bei weit über 30 Grad brannte mir die Sonne auf den Kopf. Dieses Mal war es genau umgekehrt, rd. 12, gefühlt wie 8 Grad und kalter Ostwind.

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Dafür gab es dieses Mal die Drachenfreunde und Kiteboardsurfer zu sehen. Ich habe mich zu Fuß auf gemacht, um das ehemalige Übungsflugzeug der Flughafen-Feuerwehr Tempelhof zu suchen. Vom Eingang Tempelhof geht es quer über die Wiese immer geradeaus und anschließend über die ehemalige Landebahn zurück. Ich war wieder aufs neue beeindruckt, welche Riesenfläche hier für Freizeitaktivitäten zur Verfügung steht. Belustigt hat mich hingegen das Schild „HOLD FOR FOLLOW ME OR RTF INSTRUCTIONS“ (s.o.) :-). Von Tempelhof sind es nur ein paar U-Bahnstationen bis nach Kreuzberg und zum gleichnamigen Berg am Viktoriapark.

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Der Wasserfall war bereits in der Winterpause, aber von oben hat man immer noch einen schönen Ausblick über Berlin, auch wenn dieser langsam zuwächst. Auf der Rückseite des Kreuzbergs wächst, soweit ich mich erinnere, sogar Wein. Durch Riemers Hofgarten, einem wunderschönen durch drei Straßen eingegrenzten Wohnviertel, das nicht dem Schema Mietskaserne mit dunklem Hinterhof folgt, geht es zurück ins Hotel. Kleine Pause, bevor die zweite Runde „Festival of lights“ / „Berlin leuchtet“ startet. Der Rückweg erinnerte mich auch nochmal daran, daß Sonntag war, denn ich wollte mich im Edeka an der Friedrichstraße noch mit Getränken eindecken, mußte aber umplanen, denn vor’m Edeka stand eine ca. 30 m lange Warteschlange. Das habe ich in Berlin auch noch nie erlebt.

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Der zweite Abend startet am Ernst-Reuter-Platz und rund um das Neue Kranzler Eck. Vielleicht habe ich die entscheidenden Stellen verpaßt, aber rund ums Neue Kranzler Eck war es doch etwas enttäuschend, denn wenn ein Hotel in der 10. Etage ein paar bunte Lampen in Gang setzt ist das fototechnisch doch eher suboptimal. Dann lieber zur Siegessäule. Leider ist die Anfahrt via ÖPNV etwas ungünstig und mit ca. 1 km Fußmarsch von der S-Bahnstation Tiergarten verbunden. Egal, auf geht’s.

Auch die Siegessäule (incl. Viktoria, im Volksmund auch „Goldelse“ genannt) wurde mit einer Videoprojektion bespielt. Da es schwierig ist, hier gute Fotos zu machen, versammeln sich am Sonntagabend auch nur eine Hand voll Fotografen, geschweige Zuschauer, dort. ISO Zahl rauf, Belichtung ebenfalls und trotz hohem Bildrauschen ein paar Schnappschüsse gemacht. Nach ca. 20 Minuten ist die Show 2 x durch, ich mache mich auf den weiteren Weg.

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Der Weg von der Siegessäule zur nächsten U-Bahnstation ist etwas näher als zur S-Bahn. Der Weg dahin wirkt allerdings noch düsterer als der Hinweg. Außerdem sind kaum Menschen auf der Straße. Ich fühle mich etwas unwohl, nehme mein Stativ fester in die Hand, falls jemand aus dem Gebüsch des Tiergartens springt schlage ich damit zu. Während ich mich umgucke plötzlich ein lautes Rascheln, kaum einen Meter von mir entfernt :-o. Ich mache instinktiv einen Schritt zur Seite. Das Herz schlägt schneller. Hinter der kleinen Hecke ist nichts zu sehen. Das Rascheln wiederholt sich. Ein Vogel? Ein Wildschwein? Ein Fuchs? Ein Zombie 😮 ? Ich beschleunige meinen Schritt, noch 300 Meter bis zur U-Bahn. Nichts wie weg, ich wechsel die Straßenseite und bin froh, als ich die U-Bahn erreiche. Die Fahrt geht zurück zum Potsdamer Platz.

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Das Weinhaus Hut wird hier von hinten beleuchtet, was mir am Vorabend gar nicht aufgefallen ist. Auch hier nur eine weitere Fotografin und ein paar Leute ohne Fotoapparat. Ich mache ein Foto vom ersten Bild, twitter ein bisschen, gucke am Handy bei Facebook rein und sehe immer noch das erste Bild. Wenn das so weiter geht, werde ich hier nicht alt. Als wir nur noch zu zweit da sind, schlägt die Fotografin neben mir vor statt alle 15 Min. ein Bild doch kurz mal alle 5 Bilder zu zeigen und der Vorführer schlägt ein :-D. Endlich kommt Action auf, denn so bekommen wir alle 5 Motive in rd. 5 Minuten zu sehen. Ein herzliches Dankeschön unbekannterweise an beide o.g. Personen :-).

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Nächster Programmpunkt gleich um die Ecke. Am Marlene-Dietrich-Platz stehen die „Angels of Freedom“, bei denen man sich selbst einen Heiligenschein (beleuchteter Ring an Engelflügel) aufsetzen kann. Für eine Reihe von Besuchern die Gelegenheit sich gegenseitig zu fotografieren, auch ich kann jemanden glücklich machen, dieses mal aber nicht in Englisch ;-). Fast schon wieder 23.00 Uhr, also auf dem Rückweg noch einen Abstecher zur US Botschaft, die sich mit einem Glückwunsch zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung auch am Festival of Lights beteiligt. Danach Feierabend, ich bin hundemüde und ein bisschen durchgefroren.

MadameTussauds (I)

Der Montag startet mit knapp über 0 Grad. Brrr … schlotter, da könnte ich ja erstmal eine Stunde oder zwei in einem Museum verbringen. Ich fahre zu Madame Tussauds und bin erschrocken, als ich die Warteschlange sehe. Was ich übersehen hatte, Madame Tussauds öffnet erst um 10.00 Uhr und das ist gerade als ich um die Ecke biege. Glück gehabt, nach 10 Min. Wartezeit bin ich an der Kasse und dank Welcome Card spare ich hier 25%. Statt 23,50 € (was ein stolzer Eintrittspreis für Erwachsene ist) zahle ich nur 17,63 €. Ja richtig, nicht 5,50 € oder 6,- € sondern genau 25% (= 5,87 €) werden mir erlassen. Auch bei Madame Tussauds war ich vor ein paar Jahren schon einmal und leider hat man auf meine Anfrage als Blogger nicht geantwortet. Zu den Kosten des Eintritts kann man übrigens locker weiteres Geld ausgeben, ein Begleitbuch an der Kasse, ein Bild im Trabbi gleich am Eingang und auch im weiteren Verlauf hier und da Fotomöglichkeiten.

MadameTussauds (II)

Ich verzichtete dankend auf alle Angebote und auch vom Merchandiseshop lasse ich mich nicht verführen. Ob es sich lohnt. Ich würde sagen ja. Nach dem Thema Geschichte (mit z.B. W. Brandt, K. Adenauer, K. Wowereit, G. Schröder, A. Merkel aber auch E. Honecker oder W. Ulbricht) folgt ein Stockwerk höher das Thema Film und Musik. In der Sportabteilung treffe ich F. Beckenbauer, S. Graf, B. Becker, D. Nowitzki oder M. Neuer, um nur einige zu nennen, und in der TV Abteilung laufen einem z.B. Th. Gottschalk, H. Kerkeling oder B. Schöneberger (die übrigens sehr gut getroffen wurde) über den Weg. Im hinteren Teil dann Stars wie M. Jackson, E. Presley, Beatles, Madonna, B. Spears, H. Fischer, K. Perry und M. Cyrus im sehr knappen Body ;-). Im Untergeschoss folgen schließlich die Stars der Star Wars Serie incl. Meister Yoda.

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Danach sagte mein Notizzettel, geh doch mal ins belgische Viertel. Hierüber habe ich irgendwann mal etwas interessantes gelesen. Leider hatte ich vergessen was und wenn ich ehrlich bin, das belgische Viertel war auch „nur“ ein Wohnviertel mit vielen alten Häusern. Immerhin war mittlerweile die Sonne wieder da und daher habe ich die Herbstsonne an diesem Nachmittag im Regierungsviertel genossen. Leider gab es hier kein freies WLAN, dafür aber an verschiedenen anderen Stellen der Hauptstadt. Wenn ihr mal unterwegs seid, ladet euch die App Vodafone WIFI Finder (früher Kabel Deutschland WIFI Finder) herunter. An den jeweiligen Hotspots gibt es 30 Min. kostenloses WIFI pro Tag ohne weitere Anmeldung. Ihr müßt lediglich 1 x die AGB bestätigen.

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Der dritte Abend startet dieses Mal an der Oberbaumbrücke. Die war damals (2008) sehr schön beleuchtet, dieses Jahr wurden ein paar Herzen auf die Brücke projiziert. Allerdings aus ca. 400 Meter Entfernung per Laserstrahl und die Fotomöglichkeiten hielten sich mangels anderer Lichter auf der Brücke doch arg in Grenzen. Die Brücke war … na sagen wir mal etwas sparsam. Da kamen in umgekehrter Richtung, mit Blick auf den Laserstrahl, doch tatsächlich interessantere Bilder bei raus :-o.

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Der Rückweg in die Stadt führte mich über den Alexanderplatz vorbei am beleuchteten Fernsehturm und noch einmal zum Start am Gendarmenmarkt und an den Bebelplatz. Der dritte Abend endete allerdings etwas früher, denn mir ar****kalt. Kurz vor der Abreise, hatte sich die Sonne am Dienstag leider aus Berlin verabschiedet. Ich habe nochmal den Mauerpark und die Gegend rund um den Stadtteil Prenzlauer Berg besucht. Beides liegt wie mein Hotel an der U-Bahnlinie U2, bloß keine ungeplanten Probleme durch ausgefallene U-Bahnen o.ä. riskieren. Da bin ich Schisser ;-).

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Während mancher lieber in die Auslagen von Geschäften oder Cafes guckt, wandert mein Blick eher mal nach oben. Ich bewundere gerne Häuser und Hausfassaden, denn die Fassaden zwischen Eberswalder-/Bornholmer Str. und Schönhauser Allee könnten kaum unterschiedlicher sein. Hier ein nagelneu renoviertes Objekt, gleich gegenüber ein Haus, bei dem ich Angst hätte den Balkon unfallfrei zu betreten. So ist Berlin. Während ich noch nach oben gucke fallen die ersten Regentropfen. Somit endet hier mein Berlin Trip.

Hausfassade

Mehr Bilder als in den Blog passen gibt es wieder bei Flickr und Google Fotos und wer jetzt meint, einige Bilder wären etwas schief, der hat völlig Recht, aber nicht jeder kann im genauen 90 Grad Winkel zum fotografierenden Objekt stehen und da fehlt mir dann und wann schon mal der Horizont. Ich habe versucht das eine oder andere Bild im Nachhinein nochmal auszurichten, aber schief ist ja bekanntlich modern ;-).

Noch Fragen oder Anmerkungen? Dann bitte dafür die Kommentarfunktion nutzen. Du hast den 1. Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“ verpaßt? Dann bitte hier entlang.

Berlin leuchtet bei Nacht (I)

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Als ich im Jahr 2004 zum ersten Mal in Berlin war, fand ich die Stadt überwältigend, an jeder Straßenecke was anderes sehen, U-Bahn + S-Bahn alle paar Minuten, Fotolocations soviel, daß ich bei einem der ersten Aufenthalte einen ganzen Abend nur in U-Bahnstationen zugebracht habe :-). Ich fand Berlin geil. Und ich finde es es immer noch, aber nachdem ich ein Dutzend Mal da war, hat sich das alles etwas relativiert, denn Berlin ist halt unsere Hauptstadt. Dieses Mal habe ich mir z.B. genau das Wochenende für einen Besuch ausgesucht, an dem rund 150.000 Menschen gegen TTIP demonstrierten.
Dadurch war der Hauptbahnhof vom S-Bahnverkehr abgeschnitten und ich in gewisser Weise froh, daß der ICE 45 Min. Verspätung hatte. Dafür habe ich den Twitter Dienst der Berliner Verkehrsbetriebe (Bus, Tram, U-Bahn) als flotten Antworter erlebt, denn die weiteren Reisemöglichkeiten kamen in wenigen Minuten auf ’s Handy. Auch die Information, daß die S-Bahn kurz vor meiner Ankunft doch wieder am Hauptbahnhof hielt, kam auf dem Weg. Übrigens habe ich zwischen Sitzen des ICEs eine richtige Steckdose entdeckt. War die schon immer dort 😮 ? Ist mir noch nie aufgefallen.

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Vermutlich bin ich noch nie an einem Samstag angereist, denn auch im ausgewählten Hotel „Großer Kurfürst“ gab es dieses Mal nur ein Einzelzimmer mit ebenerdiger Dusche und Haltegriffen am Klo. Wehe ihr munkelt jetzt etwas von wegen Alter und so :-). Ich vermute es lag eher daran, daß das Hotel auch ausgebucht war. Draußen schien die Sonne, also Koffer ins Zimmer, kurz ein paar Sachen zusammengesucht und los. Visit Berlin hatte mich mit der Welcome Card ausgestattet, die mir freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln für 3 Tage und Rabatte bei (theoretisch) 190 Partnern ermöglichte. Dafür auf diesem Weg nochmal vielen Dank. Mein erster Weg führte mich in Richtung Potsdamer Platz und von dort weiter in Richtung Brandenburger Tor, um schon mal Ausschau zu halten, wo am Abend das Festival of Lights bzw. Berlin leuchtet veranstaltet wurde.

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Wie ich euch hier schon schrieb, findet das Festival of lights seit einigen Jahren in jedem Oktober statt und parallel dazu lief in diesem Jahr zum dritten Mal Berlin leuchtet. Mein erster Besuch beim Festival of lights fand 2008 statt, so daß ich auf eine Neuauflage gespannt war. Leider kam aber auch der kälteste Herbst seit langem dazu. Während die Nachmittagssonne noch wärmte, war am Abend Mütze, Schal und Winterjacke Pflicht. Um 19.00 Uhr war es dunkel genug um in die Fotosession zu starten. Meine Reise startete zwei U-Bahnstationen von meinem Hotel entfernt am Gendarmenmarkt. Ich merkte gleich, es war irgendwie anders, schön aber anders.

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Bei meinem letzten Besuch wurden verschiedene Gebäude und die Straße „Unter den Linden“ in bunten Farben beleuchtet. Das war dieses Mal etwas anders. Das Konzerthaus am Gendarmenmarkt wurde mit Bildern angestrahlt und der Deutsche und der Französische Dom mit jeweils passenden Farben beleuchtet. Da die ersten Bilder nur so mäßig spannend waren, bin ich weiter zum Hotel de Rome am Bebelplatz. Jetzt wurde es langsam interessant, denn hier regierten die Farben. Die alte Bibliothek und die Humboldt Universität wurden herrlich bunt und fototauglich hell beleuchtet, die alte Bibliothek glich einer überlebensgroßen Kommode aus dem Kinderzimmer. Der Knaller war jedoch die Videoshow auf dem Hotel de Rome. Hier wechselten die Fronten im Sekundentakt von grün zu rot, dann bricht ein Drache durch die Wand, die Front zerbröselt, macht den Eindruck als wäre Feuer ausgebrochen und baute sich im 3D Effekt wieder neu auf. Wenn die Kälte nicht langsam hochgekrochen wäre, hätte ich dort noch Stunden stehen können.

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Es ging weiter zum Palais am Festungsgraben und zum Berliner Dom, wo sich der Fußgängerverkehr regelrecht staute. Achtung bitte laufen Sie rechts, überholen Sie nicht und rechnen Sie mit zusätzlichen Zeitaufwand von ca. 10 Minuten ;-). Für das Palais am Festungsgraben ist es etwas schwierig zu fotografieren, weil man auf Grund von Bäumen nicht weit genug weg vom Gebäude stehen kann. Um so mehr Platz gibt es dafür am Berliner Dom. Dort, wo es sich die Menschen bei Sonne auf den Liegewiesen gemütlich machen, standen jetzt die Fotografen, um die 12 unterschiedlichen Motive abzulichten. Der Berliner Dom ist immer das Highlight unter allen Objekten. Solltet ihr beim Festival of Lights bzw. bei Berlin leuchtet mal in Berlin sein, hier müßt ihr herkommen. Apropos Berliner Dom, wenn ich in Berlin bin, fühle ich mich immer ein bisschen englischdenkend. In diversen Sprachen könnte ich fast zum Fremdenführer mutieren ;-). Fährt diese S-Bahn nach Charlottenburg, komme ich von hier zum Ostbahnhof oder eben wie komme ich denn zum Berliner Dom. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen Auskunft gegeben, nur den Unterschied zwischen der S7 und der S75 konnte ich aus dem Stegreif auch nicht erklären ;-).

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Müde? Ja, ein bisschen, aber die kalte Luft hält einen wach :-D. Weiter geht’s mit der U-Bahn über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Dort lief in diesem Jahr eine rd. 25 minütige Videokunstproduktion unter dem Namen „NEW DIMENSIONS“, bei der 6 Teams aus verschiedenen Ländern das Brandenburger Tor bespielt haben. Auch eine absolut sehenswerte Show. Bewegte Bilder dazu gibt es hier zu sehen. Klickt unbedingt mal rein. Mein Abend endete schließlich am größten Kartenspiel, welches am Potsdamer Platz stand. Der Sonntag startete dann mit Wartezeit am Frühstücksbuffet, mehr dazu erzähle ich euch aber morgen im zweiten Teil von „Berlin leuchtet bei Nacht“. Bis dahin gibt’s auch (mehr) Bilder bei Flickr und Google Fotos.

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Jetzt ist auch der 2. Teil online, klickt doch mal hier

Guten Morgen Berlin (II)

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Willkommen zum zweiten Teil von „Guten Morgen Berlin“. Ich falle eigentlich nur selten mit der Türe ins Haus, will sagen, manche Gebäude kenne ich von außen, reiße aber nicht ungefragt die Türe auf, um mich drinnen umzugucken. Dann aber sehe ich mehr zufällig interessante Bilder oder lese, daß man dieses oder jenes Gebäude betreten darf und in manchen Gebäuden, Museen und Gedenkstätten der Eintritt sogar kostenlos ist. Wo und unter welchen Bedingungen lest ihr hier. So war ich dieses Mal u.a im Deutschen Dom, das ist das Gebäude, das auf dem Gendarmenmarkt zur linken Seite steht (wenn ihr richtig herum steht, sonst eben rechts 😉 ). Hier gibt es eine Dauerausstellung des Deutschen Bundestages mit dem Namen „Wege – Irrwege – Umwege„. Leider gab es keine Möglichkeit, vom Dom herunter zu gucken, so daß ich außer einer Stippvisite dann doch nichts dort gemacht habe. Aber für obiges Foto war es schon Wert reinzugehen.

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Stattdessen hatte ich noch einen Termin mit Angelas Dienstsitz, dem Reichstag. Ich hatte mir nochmal einen Termin für einen Kuppelbesuch reserviert und nach Durchleuchtung (der Taschen) ging’s auch schon mit dem Aufzug nach oben. Leider war keine Sitzungswoche im Bundestag, ansonsten hätte man der Politik auf den Kopf spucken gucken können. So waren nur die leeren Sitze des Bundestags zu erkennen. Trotz der Kontrollen (CheckIn wie am Flughafen) kann ich den Besuch der Reichstagskuppel nur jedem empfehlen. Auch dieses Mal hatte ich wieder das Glück bei über 25 Grad da oben rumzustiefeln, sah aber das Gewitter näher ziehen und als bei Twitter vor Unwettern in und um Berlin gewarnt wurde, habe ich mich dann doch zügig in die nächstliegende U-Bahn Station begeben.

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Am nächste Tag folgte ein Ausflug in die Berliner Ausgabe des Botanischen Gartens. Wenn ihr den Botanischen Garten in Bochum kennt, verdoppelt die Fläche locker und ihr bekommt eine Vorstellung was euch in Berlin erwartet. Alleine die Gewächshäuser können einem schon 1 Stunde rauben. Ich folge dem Weg, der mir in dem Flyer, den ich an der Kasse erhalten habe, empfohlen wird (huch was’n komplizierter Satz). So komme ich an den meisten z.Zt. blühenden Pflanzen vorbei. Ihr wißt warum ich so gerne in Botanische Gärten gehe? Überall stehen Schilder, die einem Dummy wie mir die Pflanzenwelt erklären :-D. Aber mal im Ernst, wem die Hektik der Stadt mal auf den Wecker fällt, hier gibt’s massig Platz für Erholung und Ruhe. Ab und zu begegnet euch vielleicht mal ein Gärtner oder auch ein kleiner schüchterner Fuchs. Der Eintritt kostet übrigens 6,- €, wenn ihr euch wie ich für die Berlin Welcome Card entscheidet, um als Tourist mit U- und S-Bahn, Bus, Tram usw. fahren zu können, halbiert sich der Eintritt auf 3,- €. Wie ihr hinkommt zum Botanischen Garten, wann geöffnet ist usw. lest ihr hier.

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Von dort zum Alliierten Museum sind es nur ca. 10 Minuten mit dem Bus und der Eintritt ist (siehe oben) auch in diesem Museum frei. In einem alten Kino finden sich Uniformen, Ausweise und Orden der Westalliierten sowie Geschichten über die Luftbrücke. Wer schon mal von der Luftbrücke nach Berlin gehört hat, wird wissen, daß es einen Piloten namens Gail Halvorsen gab, der den Kindern beim Anflug auf Berlin Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen abwarf. Die Ausstellung enthält nun u.a. auch den Brief eines kleinen Jungen, der mir feuchte Augen bescherte. Er schrieb in diesem Brief an Gail Halvorsen, daß er während der Abwürfe 6 Wochen im Krankenhaus lag und ganz traurig war, daß er keine Süßigkeiten abbekommen hat, weil keiner der Fallschirme im Garten des Krankenhauses gelandet ist. Jetzt wo er wieder zu Hause sei, würde er sich freuen, Gail Halvorsen bald wieder im Anflug zu sehen. Kinners mir kommen schon wieder die Tränen.

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Auf dem Rückweg noch ein Foto von der U-Bahn Station Dahlem Dorf gemacht, weil die nun mal gar nicht nach Berlin aussieht und nach soviel Ereignissen aus alten Tagen ging es zu anderen Ereignissen aus alten Tagen.

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Das Schöneberger Südgelände, ein ehemaliger Rangierbahnhof, wurde bereits vor Jahren zu einer Naturlandschaft mit Relikten der Dampflok-Ära umfunktioniert, eine echte Dampflok im Wald inklusive. Nach der Stilllegung des Bahnhofs konnte sich die Natur auf einer Fläche von 18 Hektar wieder ausbreiten. Graffiti, alte Schienenstränge, eine längst vergessene Drehscheibe und ein paar künstlich angelegte Wege sind auf dem Gelände zu finden. Von der S-Bahn Station Priesterweg (S1) zum Schöneberger Südgelände ist es keine Minute, der Eintritt wird über eine Art Park(!)automat (man achte auf das Wortspiel 🙂 ) erhoben. Ich weiß nicht, was passiert, wenn man kein Ticket zieht, schließlich habe ich keinen Scheibenwischer, an den man mir das Knöllchen klemmen könnte 😉 aber bei 1,- Euro kommen da keine großen Fragen auf.

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Mittlerweile war es schon Nachmittag und auf meiner weiteren Tour dachte ich mir beim Warten auf die S-Bahn nimmste noch ’ne Waffel und ’ne Cola am Bahnhofskiosk mit. Da meine Tasche mit zwei Fotoapparaten, Schirm und sonstigem Gedöns schon einiges wiegt, habe ich i.d.R. nur 1-2 kleine Flaschen Getränke dabei und kaufe nach, wenn es sich ergibt. Die Bedienung kramte also meinem Wunsch gemäß die Cola hervor, lehnte dann aber überraschender Weise meine leeren Einwegwasserflaschen (am Vortag bei Rewe gekauft und 50 Ct. Pfand wert) ab. Leider nur die, die wir auch verkaufen. Wenn ihr denkt, sie hätte mich überrascht, ich überraschte sie zurück. Gut sagte ich, dann nehme ich auch keine neue mit. Das erstaunte Gesicht war Gold wert :-). Noch schnell die Waffel bezahlt und ab in die S-Bahn.

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Nach soviel Natur und dem mißlungenen Kauf eines neuen Getränks wollte ich mir einen Kaffee oder einen Cappuccino gönnen und das nicht irgendwo, sondern im kleinsten Café Berlins namens „Concierge„. Es befindet sich am Paul-Linke-Ufer 39/40 und hat seinen Sitz in der Pförtnerloge(!) dieses Wohnkomplexes. Gefunden habe ich den Hinweis im Blog von Visit Berlin. Am Paul-Linke-Ufer (Landwehrkanal) war ich vor Jahren das letzte Mal und hatte schöne Erinnerungen via schöner Bilder aus der Zeit.

Mittlerweile war der erste Eindruck allerdings verschwommen und so stehe ich auf der anderen Seite des Landwehrkanals und überlege ob ich rechts oder links herum gehe (das Problem mit den Hausnummern … ihr wißt schon). Ich nahm spontan die falsche Richtung zur nächste Brücke und mußte auf der gegenüberliegenden Seite wieder zurück. Irgendwann war aber die Hausnummer 39/40 gefunden. Wenn ihr dieses kleinste Café aufsucht, habt ihr die Wahl, entweder ihr bestellt und trinkt euren Kaffee, Cappuccino vor dem Fenster oder ihr tretet ein, müßt aber damit rechnen, daß die 2-3 Sitzplätze vergeben sind. Ich bin natürlich rein, weil ich von der Inneneinrichtung ein Foto machen wollte.

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Ich hoffe die junge Dame war sich ihrer Tat bewußt, also sie mit auf das Foto wollte. She wanted to be on the picture, really :-). Egal wie eure Getränkewahl ausfällt, der Cappuccino war ausgesprochen lecker (und nett anzusehen sowieso 😉 ). Wenn ich richtig informiert bin, hat das Café mittlerweile auch am Wochenende geöffnet und einen 360 Grad Blick auf die Inneneinrichtung gibt’s (via Google) zusätzlich noch hier.

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Während ihr euer Getränk genießt, gibt’s noch die Möglichkeit die kleinste Wäscherei zu besuchen (das Bügelbrett steht aus Platzgründen vor der Türe) und wenige Meter weiter die Straße entlang gibt’s dann noch den „Schutanten“ und den „Wohnzimmer“ Laden. Ich wette mit weiblicher Begleitung gibt’s da bestimmt was zu shoppen 😀 . Zum Schluß habe ich den Tag im Umfeld des Brandenburger Tors ausklingen lassen und weil der Himmel gerade hübsch wolkig blau war, wollte ich die Gelegenheit wahrnehmen, auch am Holocaust Mahnmal noch ein paar Fotos zu machen. Ihr dürft auf den Quadern des Mahnmals sitzen, liegen, dazwischen rumlaufen, aber sobald ihr auch nur für einen Moment einen Fuß darauf setzt, steht ruck zuck einer vom Aufsichtspersonal neben euch (ich hab’s extra für euch ausprobiert 😮 ).

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Der Abreisetag zeigte sich bedeckt mit Nieselregen und war Christi Himmelfahrt. Während sonst die Busse und U-Bahnen morgens rappelvoll sind, war an dem Morgen fast gar nichts los. Klar, wer ist an einem trüben Feiertag auch schon um 10.00 Uhr morgens unterwegs? Ich 😉 ! Ich wollte noch einen Blick auf den Mauerpark, einem Stück Berliner Mauer, das für Graffitis freigegeben ist, werfen und einen Abstecher zu den Hackeschen Höfen bzw. dem Gebäude daneben machen. Die Hackeschen Höfe (Rosenthaler Str. 40/41) sind der sehenswerte Teil, weil man auf den ineinander verschachtelten Höfen manch überraschenden Laden entdeckt, aber mindestens ebenso sehenswert ist das Gebäude gleich nebenan (Rosenthaler Str. 39), denn es hat sich bisher allen Renovierungen widersetzt und strahlt noch den Charm der DDR Zeit aus. Ein Café, ein Kino und das Anne Frank Zentrum sind hier u.a. beheimatet. Alle anderen wichtigen Adressen entnehmt ihr bitte den Briefkästen (auf dem Bild 😀 ).

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Damit endet meine Berlinreise für dieses Mal. Wieder habe ich viel erlaufen, hatte platte Füße und Druckstellen mir aber keine Blasen gelaufen, wie ich es vor Jahren mal während eines beruflichen Aufenthalts geschafft hatte. Ich überlege schon, wann ich wieder hinfahre, denn nach Berlin ist vor Berlin … darauf ein „Dickes B“.

Dickes B, home an der Spree,
im Sommer tust du gut und im Winter tut’s weh.
Mama Berlin – Backsteine und Benzin,
Wir lieben deinen Duft, wenn wir um die Häuser zieh’n.

Teil 1 „Guten Morgen Berlin (I)“ findet ihr hier … Bilder bei Google+ und Flickr.

Guten Morgen Berlin (I)

Guten Morgen Berlin,
Du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau,
du kannst so schön schrecklich sein,
Deine Nächte fressen mich auf …

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… singt Peter Fox in „Schwarz zu Blau“ und so ein bisschen Recht hat er ja, aber Berlin ist eben eine Großstadt und da gibt’s schöne und auch weniger schöne Ecken. In diesem Jahr ist mir mehr denn je aufgefallen, wie international Berlin mittlerweile geworden ist. Da wo Touristen zu finden sind, herrscht ein babylonisches Sprachgewirr und obwohl mein Englisch eher mäßig ist, war mein Kopf manchmal regelrecht im englisch Modus. Mal bat jemand Platz zu machen, weil er aus der U-Bahn wollte, dann baten zwei Damen mit französischem Einschlag darum einen 20’er in zwei 10’er zu wechseln. Da war der typisch ruppige Berliner Busfahrer schon ein ungewohnter Klang in den Ohren ;-). Jedesmal wenn ich im Zug nach Berlin sitze, habe ich einen Plan mit Zielen im Gepäck. Was ich dabei gerne vergesse, die Wege können weit sein. Manchmal läuft’s gut, ich habe tolle Erlebnisse und bekomme viele schöne Bilder, ein anderes Mal läufts irgendwie anders als gedacht, auch darüber möchte ich heute etwas schreiben. Und dann denke ich manchmal, wie wäre es wohl in Berlin zu leben?

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Drei Tage im Hotel ist natürlich nicht zu vergleichen, mit dem beruflichen Alltag, mit Stau und vollen U-Bahnen. Man muß im Hotel nichts einkaufen, sich nur unwesentlich um etwas zu Essen kümmern und trotzdem überlege ich manchmal, ist der Niederrhein eigentlich meine Heimat? Oder ist das Ruhrgebiet noch meine Heimat? Ich bin mir unschlüssig. Während ich noch den Koffer packe, habe ich ständig das Gefühl etwas vergessen zu haben und wenn ich auf der Heimreise bin, würde ich am liebsten gleich wieder los. Wenn da nicht das schnöde Geld wäre, das mir für ein Leben aus dem Koffer fehlt.

Die Reise startet einen Tag nach dem GröBaZ = größten Bahnstreik aller Zeiten. Die Züge fahren wieder, aber 2 Min. vor Ankunft mit der Ansage „Heute in umgekehrter Wagenfolge“. Da kommt Freude auf, wenn man eigentlich im ersten Wagen gesessen hätte und jetzt im letzten. Laßt mich durch, Bahnsteig frei, ich bin Arzt 🙂 . Danach läuft’s glücklicherweise wie geplant, der Zug erreicht bis auf 2 Minuten pünktlich Berlin Hauptbahnhof und 20 Min. später stehe ich im Hotel „Großer Kurfürst“, das ich übrigens empfehlen kann, weil gutes Frühstück, Heißwasserkocher für Tee/Kakao im Zimmer sowie vier Getränke/Tag und WLAN im Preis enthalten (und das sage ich, ohne daß der Aufenthalt gesponsert ist).

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Was ich an Berlin so liebe, ist daß man, ohne Geschichte speziell mögen zu müssen, trotzdem Geschichte erleben kann. Im letzten Jahr hatte ich euch von der 360 Grad Panoramaausstellung „Die Mauer“ (von Yadegar Asisi) berichtet, dieses Mal gab es an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet öffentliche Panoramen des Berlins im Jahre 1945 „Frühling in Berlin“ (Stichwort 8. Mai, Kriegsende vor 70 Jahren). Gerade die Gegenüberstellung des „alten“ und des „neuen“ Berlins macht hier den Reiz aus. Bei diesen zeitlich begrenzten Ausstellungen spielt natürlich immer ein bisschen Glück mit, gerade zum Veranstaltungszeitpunkt dort zu sein, so wie z.B. im letzten Jahr auch bei der Großbildprojektion zur deutschen Geschichte am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus/Reichstag, die mir immer noch Gänsehaut verschafft. Da stehe ich am ersten Panorama auf dem Alex (Alexanderplatz) und lese den Begleittext, als mich ein älterer Berliner anspricht und auf die tägliche Ration Brot im Jahr 1945 verwies. 600 g gab’s nach dem Krieg, aber wer ißt heute noch 600 g Brot am Tag. Irgendwie hat er ja Recht. Ich fahre weiter zum Lustgarten und von dort zum Potsdamer Platz. Mit dem 200’er Bus keine 10 Minuten. Doch dann kam alles anders.

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Stellt euch eine große Straße in eurer Stadt vor. Nein eine noch größere, mehrspurig, 3-4 Buslinien, Taxis, Ausflugsbusse und mehr. Nennen wir sie „Unter den Linden“. Auf dieser Straße stoppt der Bus nach rd. 500 Metern. Eine rote Ampel, aber als es grün wird tut sich nichts. Dann wieder rot, aus der Querstraße kommt ein Auto, dann wieder grün, aber kein Vorwärtskommen. Der Israelische Staatspräsident fuhr wohl vor (oder auch nicht), er war aber angekündigt. „Unter den Linden“ wurde daher voll gesperrt. Da der Bus momentan an einer Fußgängerüberquerung stand und sich auch weitere 3-5 Rotphasen später nichts tat, machte der Fahrer die vorderste Türe auf und wer will durfte aussteigen. Gesagt, getan, aber leider waren auch die alternativen U- und die S-Bahn Stationen am Brandenburger Tor abgesperrt. Also Chaos auf ganzer Linie. Autos hupten, Polizei stand gleich im Dutzend auf der Straße, alles wurde dreispurig in eine einspurige Nebenstraße gelenkt. Mir blieb nur zu Fuß weiter zu gehen, obwohl ich mir vorgenommen hatte am ersten Tag meine Füße zu schonen 😮 .

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Ich erreiche nach einigen Irrungen und Wirrungen noch weitere der Großbildpanoramen und beende den Tag im Park am Gleisdreieck. Auch darüber habe ich im letzten Jahr schon mal berichtet, eine ehemalige Brachfläche direkt am U-Bahnhof Gleisdreieck. Während über euch die U-Bahnen vorbeirumpeln, unter euch der Fernverkehr durch einen Tunnel Richtung Hauptbahnhof rollt, gibt’s hier ganz viel Platz zum Ballspielen, Skateboard- oder Fahrradfahren oder einfach nur zum Sitzen, Picknicken oder Leute beobachten. Bleiben wir beim Thema grün und Park. Der Folgetag startete am Volkspark Friedrichshain. Ein großer Brunnen mit Märchenfiguren erwartet euch am Eingang. Soweit war ich vor Jahren schon einmal, aber dieses Mal wollte ich mir den Park dahinter ansehen. Auf ging’s zum großen Bunkerberg. Pappelsamen lagen auf den Wegen, als hätte es gerade geschneit. Ich also den Weg bergan. Immer weiter bergan, aber ein Oben gab’s irgendwie nicht. Aus dem Wald lugten ein paar Betonreste hervor, vermutlich der Bunker oder was davon übrig war. Insgesamt eher langweilig und daher gleich ab zum nächsten Ziel dem Leisepark.

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Laut ging’s hier tatsächlich nicht zu, denn im vorderen Teil war dieser Park ein Friedhof. Irgendwie lauf ich auch nur in Hamburg und Berlin auf Friedhöfen rum, zu Hause eher nie. Die meisten Gräber waren schon an die 50 Jahre und älter, ein paar frische gab es aber auch. Interessant wurde es dann im hinteren Teil, denn dieser wurde dem Verfall preisgegeben. Mitten zwischen Büschen und Bäumen standen hier halb verfallene Grabsteine und Reste von kleinen Häusern, vermutlich Familiengräbern. Wege dahin gab es z.T. keine mehr. Über mir ein laut krächzendes Elsternpaar, ich habe mich nicht näher rangewagt, vielleicht hatten sie Junge und da sind Vögel ja schon mal angriffslustig. Ich verließ den Leisepark und nach ein paar Metern mit der Tram (Straßenbahn), sollte es mitten in den Bezirk Prenzlauer Berg gehen. Entlang der Knaackstraße, vorbei an kleinen Läden bis zur Kulturbrauerei. Über mir kreiste der Hubschrauber, ich wollte auf keinen Fall irgendeinen Staatspräsidenten o.ä. in meiner Nähe sehen. Stattdessen entdecke ich am Kollwitzplatz das Bratpfannenweib, eine Skulptur aus alten Bratpfannen. Und ich werfe die alten Dinger immer weg 🙂 .

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Mein nächstes Ziel die Kulturbrauerei ist seit 1967 keine Brauerei mehr, sondern heute ein Gebäudeensemble, daß unter Denkmalschutz steht und u.a. Kinos, Theater, Diskotheken und ein Museum enthält. Dieses war mein Ziel, denn dort läuft die kostenfreie Dauerausstellung „Alltag in der DDR“ (Taschen einschließen, Fotografieren erlaubt). Es gibt u.a. den Trabbi mit Reisezelt, jede Menge Orden und Auszeichnungen, den Ferienscheck und eine alte Gastwirtschaft zu sehen. Die Speisekarte empfiehlt heute u.a. Jägerschnitzel, Setzei und gem. Gemüse für 2,65 (Ostmark) :-). Danach habe ich auch Hunger und laufe bis zu Konnopke. Endlich kann ich mal die in allen Reiseführern erwähnte Currywurst probieren, die es nur dort und nicht (Zitat der Webseite) im Onlineversandhandel gibt 😉 . Tja … was soll ich sagen, sie war gut, aber nach Berlin fahren muß man dafür nun auch nicht zwingend. Das kleine Menü (Currywurst, Pommes) für 3,50 €, extra Ketchup für 0,30 € schwupps gleich aufschwatzen lassen, Getränk erfolgreich abgewehrt.

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Dann zu Fuß weiter die Kastanienallee runter, eigentlich auf der Suche nach alten Hinterhöfen, in denen es noch was zu sehen gibt. Ja so ein bis zwei habe ich auch entdeckt, der Rest war vielfach verschlossen. Wie immer habe ich mit der Hausnummerierung gekämpft, denn während hierzulande die gerade Nummern auf der einen und die ungeraden auf er der anderen Straßenseite sind, ist in Berlin die eine Straßenseite aufsteigend von 1 bis irgendwas (man weiß ‚et nicht) und wenn die Straße zu Ende ist, geht’s auf der anderen Straßenseite weiter. Gegenüber von 21 ist also z.B. 157 o.ä. Ich war auf der Suche nach „Kauf dich glücklich“ auf der Kastanienallee 54. Eine Art Modeshop mit Tinnef Kramecke sowie Eis- und Waffelladen. Verrückte Kombination, gell? Draußen waren es an dem Tag sowas um die 25 Grad, drückend, schwül, ich entschied mich für ein kleines Eis, während ich mich ein wenig im Laden umsah. Ich glaube das ist eher was für Mädchen/Frauen 😉 , ich fand’s trotzdem witzig und das Eis war super lecker. Am besten ihr schaut euch das demnächst mal selber an. Es gibt noch einen weiteren Laden auf der Oderberger Str. 44.

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Teil 2 „Guten Morgen Berlin (II)“ coming soon … Bilder findet ihr bei Google+ und Flickr.