
Manchmal sind die vertrauten Orte die besten Orte. Seit 2010 war ich mehrere Dutzend mal auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen und trotzdem Zeit mal wieder vorbei zu gucken. Zum einen feiert die Zeche in diesem Jahr 25 Jahre Unesco Welterbe, somit also die Möglichkeit bei schönstem Wetter ein paar neue Fotos zu machen und zum anderen gibt es aktuell eine neue Ausstellung mit dem Titel „ÜberLeben in der Eiszeit“. Es handelt sich um den ersten Teil der Paläontologischen Landesausstellung Nordrhein Westfalens, die in Essen, Münster und Detmold stattfindet.




Nach dem Geburtstagsfoto des Doppelbocks mit der 25 auf dem Gebäude, ging es also erstmal in die Ausstellung. Ich war mir nicht sicher, ob mich Paläontologie, schon das Wort ist schwer auszusprechen, interessiert, aber es hat mir gefallen. Ob die Exponate spektakulär und die Animationen wirklich packend waren, wage ich nicht zu beurteilen, aber manchmal wünschte ich mir, daß ich die gelesenen Texte auch über eine Zeit behalten könnte. Leider war das in der Schule schon so, daß mein Kopf dafür leider nicht gemacht ist.




Die Parade der eizeitlichen Tiere in der Mitte der Ausstellung überstrahlt die kleinen Funde am Rande. Knöchelchen, kaum größer als ein Fingernagel, die Forschern etwas über frühere Lebewesen auf der Erde erzählen, neben einem riesigen Wollnashorn, einem Flußpferd oder einem Riesenhirsch. Auch der Neandertaler ist natürlich Teil der Ausstellung, schließlich beherrschten die Neandertaler 250.000 Jahre lang Europa. Doch vor gut 30.000 Jahren verlor sich ihre Spur. In der Abteilung Klima erklärt ein Text, daß wir uns, solange mindestens ein Pol unserer Erde mit Eis bedeckt ist, auch 2026 immer noch in der Eiszeit befinden.







Nach soviel Eiszeit habe ich dann noch ein paar Bilder im heißen Treppenhaus des Ruhrmuseums gemacht (ich besitze ja erst ein Dutzend davon) und habe mir dann noch die kleine Ausstellung in der Kohlenwäsche mit Bildern von Armin Rohde angesehen. Armin Rohde, vorrangig als Schauspieler bekannt, hat hier Einwanderer, Gastarbeiter und Familien abgelichtet, die heute aus dem Ruhrgbiet nicht mehr wegzudenken sind. Die Ausstellung „Gesichter des Reviers“ ist noch (kostenlos) zu sehen bis zum 07. Juni 2026.










Nach soviel Ausstellung und immer noch schönstem Frühlingswetter, bin ich dann noch ein wenig über das Gelände der Zeche und der Kokerei Zollverein. Das Sonnenrad an der Kokerei ist mittlerweile abgebaut, dafür ist um den Schacht 3/7/10 die Baustelle beendet. Man kann die alte Bandbrücke wieder bis ganz ans Ende betreten und so das Zechengelände aus leicht erhöhter Position durchstreifen. Beinahe dachte ich, ich hätte die neue Anlaufstelle für jeden, der sich für Zollverein interessiert, verpaßt, aber das Zollverein Forum eröffnet erst am 07. Juni 2026. Dann komme ich bestimmt wieder. Bilder auch wieder bei Flickr und Google Photos.
